Fast jedes dritte Kita-Kind hat Migrationshintergrund – GEW fordert mehr Geld

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DÜSSELDORF. Die Erzieherinnen in den Kitas müssen viele Herausforderungen meistern. Eine davon sind fehlende Deutschkenntnisse bei Kindern. Laut Statistik wird bei zahlreichen Kita-Kindern zu Hause eine andere Sprache gesprochen. Die GEW fordert mehr Personal und Geld.

Vor dem Sprung: Kita-Kinder vor der Einschulung.
Kita-Kinder haben ganz unterschiedliche soziale Hintergründe.   Foto: Woodleywonderworks / Flickr (CC BY 2.0)

Fast jedes dritte Kita-Kind in Nordrhein-Westfalen hat einen Migrationshintergrund. Knapp 563.000 Kinder unter sechs Jahren besuchten im März 2017 eine Kindertagesbetreuung, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch mitteilte. Davon hatten rund 178.700 oder 31,7 Prozent mindestens einen Elternteil, der nicht in Deutschland geboren wurde. In den kreisfreien Städten Gelsenkirchen und Duisburg ist der Anteil mit knapp 52 beziehungsweise 48 Prozent landesweit am höchsten, im Kreis Coesfeld mit mehr als 7 Prozent am geringsten.

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Bei etwa jedem vierten Kita-Kind wird der Analyse zufolge zu Hause überwiegend nicht Deutsch gesprochen. Auch hier haben Gelsenkirchen und Duisburg mit jeweils mehr als 40 Prozent die höchsten Quoten. Bei der Kindertagesbetreuung handelt es sich in der Regel um einen Platz in einer Kita. Auch die Betreuung durch eine Tagesmutter zählt dazu. Die Statistik wurde mit Hilfe der Daten der Jugendämter erstellt, die auch auf Befragungen der Eltern zurückgehen.

Die GEW fordert eine bessere Personal- und Finanzausstattung der Kindertageseinrichtungen. «Die Kitas brauchen mehr Personal und die Erzieherinnen und Erzieher mehr Zeit für Sprachförderung und individuelle Förderung der Kinder und auch für Elternarbeit. Je früher diese Förderung ansetzen kann, desto größer sind die Chancen, dass diese Kinder in der Grundschule keine Probleme haben», erklärte ein GEW-Sprecher heute.

Die GEW sieht das Land NRW in der Pflicht, die kommunalen Kitas finanziell stärker zu unterstützen und dabei Einrichtungen mit einem hohen Bedarf entsprechend stärker zu fördern. «Bei der Entwicklung eines auskömmlichen Finanzierungssystems für die Kitas in NRW halten wir einen einrichtungsbezogenen Sozialindex, also die Einbeziehung sozialer Daten – Anzahl der nichtdeutschsprachigen Kinder, Sozialleistungsbezug und Kinder mit erhöhtem Förderbedarf – für dringend erforderlich», erläuterte der Sprecher der GEW NRW. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Es mag richtig sein, mehr Geld zu fordern, aber woher soll es eigentlich kommen, wenn immer und überall und von allen mehr Geld gefordert wird und gleichzeitig “die gleichen alle” meinen, sie zahlten zu viele Steuern und eine Senkung der Steuern verlangen.

    Das ist keine verantwortungsvolle Politik.

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