Studie: Drei Viertel der Bürger gegen Bildungsföderalismus

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Die deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland spricht sich laut einer Umfrage gegen den Bildungsföderalismus aus. So sind knapp drei Viertel der Befragten (73 Prozent) der Meinung, dass für Bildungspolitik ausschließlich der Bund statt der Länder verantwortlich sein sollte, wie eine repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom ergab. Für die Umfrage wurden im Januar 1012 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren befragt. Dass jedes Bundesland ein eigenes Bildungssystem hat, halten 79 Prozent der Befragten in einer vernetzten Welt für nicht mehr zeitgemäß.

Schon 2008 hatte Angela Merkel das Schlagwort von der „Bildungsrepublik Deutschland geprägt (Ausschnitt aus einem CDU-Wahlplakat). Foto: CDU Wikimedia Commons / (CC BY-SA 3.0)
Jeder sollte eine Chance auf Bildung bekommen. Foto: CDU Wikimedia Commons / (CC BY-SA 3.0)

«Es ist niemanden mehr zu vermitteln, weshalb Schüler in Bremen einen anderen Bildungsstand haben sollten, als in Bayern oder Baden-Württemberg», sagte Bitkom-Präsident Achim Berg bei der Präsentation der Zahlen. «Es ist die Aufgabe der Politik, die Menschen mit jenem Rüstzeug auszustatten, das sie für die digitale Welt brauchen.»

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84 Prozent sind – so ergab die Umfrage weiter – der Meinung, dass digitale Kompetenzen im Unterricht einen höheren Stellenwert genießen sollten. Für sechs von zehn Befragten (61 Prozent) soll Programmieren genauso selbstverständlich vermittelt werden wie Rechnen oder Schreiben.

Bildung ist in Deutschland nach wie vor Ländersache. Nach dem Grundgesetz liegen die staatlichen Aufgaben und Kompetenzen für die Kultur- und Bildungspolitik in ihren Händen (Art. 30 GG). CDU, CSU und SPD haben sich im Koalitionsvertrag zumindest auf einen «nationalen Bildungsrat» verständigt, der die Bildungschancen im gemeinsamen Schulterschluss von Bund und Ländern verbessern soll. Dieser soll zu mehr Transparenz und Vergleichbarkeit beitragen. dpa

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3 KOMMENTARE

  1. Das Schulrecht sollte mal vereinheitlicht werden. Es kann doch nicht sein, dass man in Sachsen machen darf (als Lehrer), wofür man in Hessen bestraft werden würde.

    Ansonsten hat Bildungsföderalismus aber auch den Vorteil, dass man nicht mitmachen muss, was anderswo oder ansonsten gerade mehrheitlicher “Schwachsinn” ist. Das sollte man bedenken.

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