Ärzte-Präsident: Lockerungen liefen überraschend gut – Schulöffnungen ohne 1,50-Meter-Abstandsregel sind jetzt vertretbar

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KIEL. Die Wiedereinführung von Schulunterricht ohne Abstandsregeln in der Corona-Krise – wie von mehreren Bundesländern angekündigt – ist nach Auffassung des Kieler Infektionsmediziners Prof. Helmut Fickenscher gerade vor den Sommerferien ein guter Zeitpunkt. «Die bisher erfolgreiche Eindämmung des Virus macht dies vertretbar und man kann in den wenigen Wochen bis zu den Ferien Erfahrungen sammeln, bei Gefahrensituationen gegensteuern und hat die langen Ferien als zeitlichen Sicherheitspuffer» sagte Fickenscher. Lehrerverbände lehnen so frühe Schulöffnungen ab.

Monatelang galt bundesweit ein Abstandsgebot von 1,50 Meter in Schulen – das bröckelt nun. Foto: Shutterstock

«Das ist besser, als nach den Ferien ohne eine solche Erprobungsphase ins neue Schuljahr ohne Abstandsregeln zu starten und dann möglicherweise in schwierige Situationen zu kommen», erklärte nun Fickenscher. Außerdem könnten die kleinen Klassengruppen gut voneinander getrennt werden, sagte er. Fickenscher ist Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten und Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

Schleswig-Holstein hat in dieser Woche in Aussicht gestellt, die Abstandsregelung in Kitas und Grundschulen zu streichen – das ist die Voraussetzung für die Rückkehr in einen Normalbetrieb.Vom 8. Juni an sollen im Land alle Grundschüler wieder in ihren Klassen ohne Abstandsregeln unterrichtet werden. Noch vor den dort am 29. Juni beginnenden Sommerferien sollen zudem alle Schüler aller Schularten zumindest tageweise zusammen kommen.

Auch in NRW entbrennt eine Debatte um die Abstandsregel

Auch in anderen Bundesländern fällt die Abstandsregel: Ab Mitte Juni peilt Sachsen-Anhalt für Grundschüler einen Betrieb in voller Klassenstärke an. In Baden-Württemberg ist das ab Ende Juni geplant. Thüringen hat ebenfalls einen Normalbetrieb der Schulen in Aussicht gestellt. In Sachsen laufen die Kitas und Grundschulen bereits seit Anfang vergangener Woche bereits wieder im weitgehenden Normalbetrieb.

Auch in  Nordrhein-Westfalen ist offenbar eine Diskussion um eine frühzeitige Rückkehr zum Normalbetrieb in den Schulen – und damit eine Streichung der Abstandsregel darin – entbrannt. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, hat Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in Gesprächen mit Lehrer-, Eltern- und Schülerverbänden eine entsprechende Öffnung für den 8. Juni vorgeschlagen. Insbesondere die Lehrerverbände hätten das einhellig abgelehnt. Lehrerverbände protestieren bundesweit gegen diesen Schwenk in der Corona-Politik, der (wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU, in dieser Woche noch klarstellte – News4teachers berichtete) ohne sichere wissenschaftliche Grundlage vollzogen wird.

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„Wir sehen die Gesundheit der Lehrer gefährdet“

„Wir halten diese Maßnahmen für verfrüht und sehen dadurch die Gesundheit des pädagogischen Personals und der Lehrkräfte gefährdet“, erklärt beispielsweise die schleswig-holsteinische GEW-Vorsitzende Astrid Henke. „An allen Arbeitsplätzen und in der Öffentlichkeit sollen Menschen weiterhin Abstand halten, 25 Kinder mit Lehrerin oder Lehrer in zumeist schlecht belüfteten Grundschulklassen aber nicht. Diese Logik erschließt sich uns und unseren besorgten Kolleginnen und Kollegen in keiner Weise.“ (Hier geht es zu einem offenen Brief der GEW an Schleswig-Holsteins Mnisterpräsident Daniel Günther.)

Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen bei der Frage, welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Virus spielen (über den Stand der Forschung hat News4teachers mehrfach groß berichtet – aktuell hier). Zu Beginn der sich rasch ausbreitenden Pandemie sei es richtig gewesen, «so vorsichtig wie möglich zu sein», sagte nun Prof. Fickenscher. Mit den niedrigen Zahlen an Neuinfektionen habe sich die Situation geändert. Es gehe jetzt um die Abwägung der Verhältnismäßigkeit von Einschränkungen und Risiken. «Wir haben in den vergangenen Wochen eine ganze Menge an Lockerungen erlebt und sind damit bisher überraschend gut gefahren.»

Ohne Schutz würde Epidemie wieder aufflammen

Zugleich warnte Fickenscher vor der Illusion, das Virus werde im Sommer verschwinden. Das Grassieren der Corona-Pandemie beispielsweise in Brasilien zeige, dass hohe Temperaturen und Sonnenlicht das Virus nicht verschwinden lassen. Richtig sei allerdings, dass das Virus bei Bestrahlung mit UV-Licht inaktiv werde, also nicht mehr ansteckend sei. «Aber es gibt viel Schatten und geschlossene Räume. Aus meiner Sicht ist nicht zu erwarten, dass wir im Sommer – wie bei der saisonalen Influenza – eine Viruspause bekommen», sagte der Wissenschaftler und fügte hinzu: «Würden wir die Corona-Maßnahmen komplett aufheben, hätten wir wieder ein Aufflammen der Epidemie wie vor einigen Monaten.» News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Wie läuft das nächste Schuljahr? Bundeselternrat fordert: Unterricht in Messehallen, Lehrerverband: Regeln fürs Homeschooling

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40 KOMMENTARE

  1. Na dann frohe Pfingsten.
    Wenn Bundesländer mit niedriger Bevölkerungszahl und sehr niedrigen Infektionszahlen überlegen ohne Abstandsregeln einen Normalbetrieb zu fahren und das für den Herbst als neue Normalität in Aussicht stellen finde ich das schon….mehr als grenzwertig
    NRW ist eines der bevölkerungsrdichtesten Bundesländer, mit nach wie vor im bundesweitem.Vergleich hohen Infektionszahlen…. und das wird alles schön im Homeoffice bei Frau Gebauer ausgebrütet.

    Nach wie vor haben wir keine massenverfügbaren wirksamen Medikamente und nach wie vor ist das Risiko für Risikopatienten sehr hoch und für viele ahnungslose ebenfalls.
    Die gute Entwicklung des Sommers kann doch nicht als Entscheidungsgrundlage für den Winter gelten. Aerosole sind eine Haupt infektionsquelle…und es wird ernsthaft überlegt alles über den Haufen zu schmeissen und aus Unfähigkeit mitt der neuen Situation umzugehen und neue Wege zu gehen wieder zirück zum Alten gegangen, weil es gerade bequemer ist.
    Bei allen Erkenntnissen die über den Infektionsweg jetzt bestehen, kann das doch nicht ernsthaft durch Politik und Wirtschaft erzwungen werden.

  2. Sind das nur Kinder? Darf man daher mit ihnen erproben, was passiert?
    Sind das nur Lehrer? Darf man daher mit ihnen erproben, was passiert?

    Dann sind Restaurantbesucher, Sportler, Gottesdienstbesucher, Kassiererinnen, Supermarktkunden auch nur Restaurantbesucher, Sportler, Gottesdienstbesucher, Kassiererinnen oder Supermarktkunden – dann darf man auch mit ihnen erproben, was passiert? Dann lasst doch gleich alle Regeln fallen und schaut, was passiert…

    Dafür haben wir jetzt monatelang Nacht-, Wochenend-, Ferien- und Feiertagsarbeit ohne Ende geleistet? (Ja, auch wenn hier der eine oder andere nicht wissen/glauben/denken will, dass der gemeine Lehrer tatsächlich arbeitet!)
    Das alles, damit jetzt Theoretiker zeigen, dass sie die Macht über alles haben und wir am Ende doch machen müssen, was sie gerade aus irgendeinem Impuls heraus entscheiden?
    Wieder mal? Bisher ging es nur um vergleichweise unwichtige „Säue, die ohne Not durchs Dorf getrieben“ wurden – G8, Inklusion, Integration, Bestimmungen und Dokumentationen ohne Ende etc.
    Dies hier hat bitte doch eine andere Dimension – oder will jemand aus den Entscheidungsetagen ernsthaft das Gegenteil behaupten, wenn es um Leben und Gesundheit geht?
    Nee… ich glaube, da ist was falsch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Ich hoffe nur für uns alle, auch für die, die jetzt sowas entscheiden, dass nicht am Ende das Virus UNS ALLEN zeigt, wie wohl es sich unter diesen Versuchsbedingungen fühlt!

  3. Versuchen wir es einfach mal- DANACH wissen dann auch, wie sich das auswirkt. ( Ironie off!)
    Hätte man vor einem Jahr angekündigt, eine Studie an Schulkindern zu einer Krankheit zu machen, deren Langzeitfolgen man nicht kennt, die potentiell tödlich ist, gegen die es weder eine Impfung noch spezifische Medikamente gibt, hätten alle laut geschrieen. Jetzt wird nur diskutiert, wie man das schnellst möglich hinbekommt. Bravo! Die Wirtschaftslobbyisten und Aluhutträger haben sich durchgesetzt.

  4. @illy @kanndochnichtwahrsein
    Bitte, liebe Kollegen, nicht auch hier wieder dadurch auffallen, dass man gern noch länger sogenannte „Corona-Ferien“ gehabt hätte. Das massive Sträuben gegen Schulöffnungen, dieses Wehgeschrei über Risiken und Todesgefahren wird nämlich von außen als arbeitsscheu interpretiert und schadet dem ohnehin ramponierten Ansehen der Lehrer.
    Zu „faulen Säcken“ ist es dann nicht mehr weit.
    Fragt Euch mal, ob man aus anderen Berufen auch so viel anklagende Wehleidigkeit hört. Und dort gibt es auch Gefahren!!

    • Hallo Geli.
      Kann es sein, dass Sie eine der Wenigen sind, die die wirklich weniger zu tun haben?
      Sonst verstehe ich Ihren Kommentar nicht.
      Ansonsten ist doch egal, was andere über mich als Lehrer oder über den Lehrerberuf denken. Übrigens haben wir als Kollegium bis dato nur Lob bekommen.
      Bitte die Schule öffnen, so verringert sich die Wochenarbeitszeit enorm 🙂 oh, der Faule-Sack-Status bleibt ja trotzdem…

    • Ich lese daraus, dass du Coronaferien hattest. Bombe, wie haste das hingekriegt?
      Und außerdem:
      Ich glaube, Wörter wie „arbeitsscheu“ sollte man als Lehrer*in nicht in den Mund nehmen!
      Ich finde auch, dass seine Meinung sagen voll okay ist. Das als „Wehgeschrei“ zu bezeichnen, widerspricht dem demokratischen Prinzip.
      Kommt mir nicht sehr durchdacht vor.

      • Arbeitsscheu – Gegnsatz zu scheu ist zutraulich.
        Also weil Lehren immer alles zugetraut wird, scheuen diese zurück.

        Um es ganz unmissverständlich auszudrücken:
        Ich drücke mich nicht vor der Arbeit, ich scheue nur davor zurück immer neue Aufgaben auf’s Auge gedrückt zu bekommen, fehlende materielle und personelle Ressourcen durch erhöhte Arbeitsbelastungen kompensieren zu müssen.

        Warum gilt plötzlich die Devise „Trinkfest und arbeitsscheu“ nicht mehr?
        Warum ist der „feste Arbeitsplatz“ denn soviel besser als der „wacklige Kneipentisch“?

        Auch Lehrkräfte leben nicht, um zu arbeiten. Sie arbeiten, um leben zu können. Allerdings leben sie nicht zwangsläufig länger, nur weil sie jetzt mehr arbeiten. Aus der Natur lernen heißt Siegen lernen; „Faultiere“ werden deutlich älter als die „fleißigen Immen“.

    • Verbitte mir Arbeitsscheue unterstellt zu bekommen!
      Beende hiermit meine Teilnahme an diesem Forum.
      Sollte jemand aus meinen bisherigen Äußerungen herausgelesen haben können, dass ich zu den „faulen Säcken“ gehöre, soll er das gerne weiterhin glauben…
      Habe Besseres zu tun als mir auf m.E. berechtigte Warnung vor den Folgen eines derartigen Großversuchs hin Derartiges unterstellen zu lassen – nutze meinen Abend dann lieber mal wieder zum Unterricht vorbereiten (ja, Präsenz und das seit Wochen!!!) und zusätzlich Homeschooling organisieren (ja, auch am Wochenende und Feiertagen und auch nach 16 Uhr!!!).

      • @kannsochnichtwahrsein: das kann doch nicht wahrsein….wenn wir jetzt verstummen, weil das der (Massen) Trend der Zeit ist, kritische Stimmen zu unterdrücken, haben genau diese Kräfte ereicht was sie erreichen wollen. Nämlich pures GEHORCHEN und Ausblenden des drinhend bestehenden Handlungsbedarfs.
        Wir haben alle eine Stimme und diese sollte letzlich nicht verstummen, nur weil andere das gerne so hätten und entsprechend -mit genau diesem Ziel- argumentieren.

      • Ich verstehe gelis Kommentar überhaupt nicht so wie Sie. Darin heißt es: „…dieses Wehgeschrei über Risiken und Todesgefahren wird nämlich von außen als arbeitsscheu interpretiert und schadet dem ohnehin ramponierten Ansehen der Lehrer.“
        Es war also von INTERPRETATION die Rede. Was ist an der Warnung falsch? Haben wir uns nicht letzten Montag bei Plasbergs „hart aber fair“ über genau diese Interpretationen furchtbar geärgert?

        „Verbitte mir Arbeitsscheue unterstellt zu bekommen!“ müssen Sie also nicht an Ihre Vorrednerin richten, sondern an andere.

        • @A.S….das habe ich genauso verstanden. Jedoch kann es doch nicht sein, dass aus Sorge vor der Interpretation derer, die sowieso und bewusst diese Richtung der Interpretation wählen, jene verstummen, die eben ihre berechtigten Zweifel an den politisch und wirtschaftlich motivierten Entscheidungen haben.
          Wenn ich aus Angst vor Missverständnissen schweige, zeigt
          das wenig (Selbst-) Vertrauen in diesen vielleicht gerade unpopulären aber dennoch gerechtfertigten Standpunkt und entspricht auch nicht dem Verständnis von Meinungsfreiheit. Wenn jetzt diejenigen mit einer „unangepassten“ Meinung mundtot gemacht werden, aus Angst missverstanden zu werden und weil bestimmte Anteile der Bevölkerung und Politik das gerne so hätten? Das wäre das Ende eines öffentlichen Diskurses, der gerade mehr denn je angebracht und nötig ist!
          Was soll das Ziel sein? Klappe halten, nur weil es gerade nicht populär ist, eine Meinung zu haben, die dem angeblichem Mainstream widerspricht?

    • @geli
      Im Gegensatz zu Ihnen, konnte ich in den Texten von „illy“ und „kanndochnichtwahrsein“ gar nicht den Wunsch nach Ferien, auch nicht den sogenannten und im allgemeinen Sermon angeblich geschenkten von allen anderen Steuerzahlern etc. pp., herauslesen.
      Ich konnte auch gar nicht herauslesen, dass die beiden Ferien HATTEN. (Ihr Zitat: „noch länger“)

      Evtl. haben Sie ganz andere Texte angezeigt bekommen?

    • „Das massive Sträuben gegen Schulöffnungen, dieses Wehgeschrei über Risiken und Todesgefahren wird nämlich von außen als arbeitsscheu interpretiert und schadet dem ohnehin ramponierten Ansehen der Lehrer.“ Ich habe bisher für meine Arbeit sehr viel Anerkennung der Eltern bekommen und kann nicht sagen, dass die medial transportierte „Lehrerschelte“ auch in der Realität existiert. Es ist vor allem ein medial gesteuerter Diskurs, dem man souverän begegnen sollte.

      • Brennpunktlehrerin:
        Ganz genau! Bei mir und an unserer Schule ist es genauso! Viel Lob und Anerkennung!
        Was interessiert mich das Geschwätz von „Plasberg & Co. …Oder was sonst jemand denkt. Da steh ich doch drüber

      • Ich schließe mich meinen beiden Vorrednerinnen an und sehe die Sache genauso. Kein Jammern und Klagen, sondern Anpacken und souveränes, selbstbewusstes Auftreten!
        Dann bekommen die Lehrer für ihre Arbeit sowohl bei den Eltern ihrer Schüler Lob und Anerkennung als auch bei den Medien.

    • Bei dem ganzen unqualifizierten Mist, den man gerade aus der Bevölkerung über uns Lehrer hört, ist es doch völlig egal, wie die berechtigten Ängste der Kollegen am Stammtisch wirken.

    • Gebauer:Sie ist mit allem in Gespräch??????? Was für ein Blödsinn, mit mir hat Sie noch nicht gesprochen, das hätte ich mir im Kalender Gelb angemalt. ( obwohl ich ein Eltern bin ). Wenn wir solche Sachen sagen und tun würden, gäbe es Jacken die man hinten schließt?? RKI empfiehlt weiterhin so etwas : Risikobewertung
      Allgemein
      Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Die Anzahl der neu übermittelten Fälle ist aktuell rückläufig. Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland derzeit weiterhin insgesamt als hoch ein, für Risikogruppen als sehr hoch. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.
      Ich habe noch keine neuen Einschätzungen entdeckt???
      Entweder ist es ein sehr niedriges Risiko bis keins, aber nicht mit einer Krankheit spielen, wo wir die Spätfolgen überhaupt nicht abschätzen können.
      Und erst recht kann das keine Bildungsministerin.
      Genau wie dieser Plan in Vereinshäuser Unterricht zu machen, wo sollen die Kinder noch Unterrichtet werden? Vielleicht in freien Rotlichtbezirken?
      Oder Unterricht mit nicht Qualifizierten Personal, aus dem Studium, was soll das?????
      Bitte keine offenen Studien an Kinder, Lehrer, Eltern, Lehrer mit Vorerkrankungen, Kinder mit Vorerkrankungen, Eltern mit Vorerkrankungen ( ja die gibt es auch ).

  5. geli : Ich kenne keinen Beruf in dem zur Zeit knapp 30 Personen für 4-5 Stunden in einen Raum von ca. 48 qm gepfercht werden, der mal mehr mal weniger gut geputzt und gelüftet wird.
    Ich würde mich über Nennungen freuen. Würde gerne etwas dazu lernen.
    Grundsätzlich bin ich allerdings für Schulöffnung, da ich gerne wieder mein Leben zurück hätte. Seit Fasching habe ich durchgearbeitet, auch die Wochenenden. Und dass oft bis spät Abends. Achja, und auch ich habe Kinder zu Hause sitzen.
    Ich mag nicht mehr. Wenn ich dann vielleicht Corona bekomme, was solls, ich bekäme es ja sowieso irgendwann. Besser früher als später.

    • Ja echt ihr Lehrer und Erzieher. Nehmt eure Kinder wieder , wir können nicht mehr! ( ironie Ende ) Was sind das für Aussagen???

    • „@geli : Ich kenne keinen Beruf in dem zur Zeit knapp 30 Personen für 4-5 Stunden in einen Raum von ca. 48 qm gepfercht werden, der mal mehr mal weniger gut geputzt und gelüftet wird.
      Ich würde mich über Nennungen freuen. Würde gerne etwas dazu lernen.“

      Mitarbeiter*innen auf Schlachthöfen bzw. in Zerlegebetrieben mit bekannten Folgen.

    • „Wenn ich dann vielleicht Corona bekomme, was solls, ich bekäme es ja sowieso irgendwann. Besser früher als später.“ Nein, besser später, als früher! Je mehr Erfahrungen mit dem Virus gesammelt werden konnten, desto besser! Bitte kein Fatalismus und keine Opferbereitschaft! Das könnte von Seiten der Bildungspolitik schnell missverstanden werden.

  6. Ärztepräsidentlogik lt. obigem Artikel:

    Ein Topf Milch kocht bei kleiner Flamme nicht über, wird nur wie gewünscht heiß.
    Deshalb kocht die Milch auch bei voller Flamme nicht über.
    Ja, ist voll logisch.

  7. Na, dann kann man doch Herrn Laumanns sagen, dass es in der Fleischindustrie und der Landwirtschaft keine anderen Arbeitsbedingungen braucht und die Arbeitgeber zu den Werksverträgen zurück kehren können.

  8. @geli: faule Lehrer unmotivierte Schüler….das trifft nun mal leider nicht den Kern der Probleme. Schulunterricht ist für alle Akteure nämlich Schüler, Lehrer und deren jeweiligen Angehörigen gleichermaßen kritisch und letzlich aucj gefährlich.
    Daher wäre es an der Zeit n e u e Lösungen zu finden, die der Situation amgemessen sind. Lehrer und Schüler im Winter in den Durchzug setzen zu wollen, wird nicht zielführend sein.
    Das dürfen sie gerne anders sehen. Wenn man über eine temporäre Bildungspflicht und Aussetzung der Schulpflicht nachdenken würde, könnten all diejenigen, die- wie Sie- das Risiko für vertretbar halten in den Präsenzunterricht (und von mir aus auch die Ehre dieses Berufstandes retten) Diejenigen Schüler und Lehrer, die zu einer anderen Einschätzung kommen (die Dummen und Ängstlichen), beschulen bzw. werden über Onlineunterricht geschult.
    Nur um das berühmte Supermarktmodell zu hinterfragen, dort gibt es mehr Möglichkeiten sich zu schützen als in einem Klassenräumen-allein durcjbdie Maskenpflicht . Es wurde bereits belegt, dass nach den Geschäftsöffnungen die Infektionszahlen angestiegen sind..nach Einführung der Maskenpflicht sanken sie Zahlen nachweislich.
    Im Klassenzimmer sitzen alle ohne Mundschutz. Aerosole sind als Übertragungsweg erkannt. Im supermarkt halten sich die Kunden ca 20 min auf. Die Schulstunden dauern 45 min und von morgens 8.00 bis je nach Stufe bin in den Nachmittag … übrigens sind Schüler genauso mit kranken Angehörigen in einem Haushalt verbandelt wie Lehrer auch. Da nützt es keinem wirklich etwas über einen Test zu erfahren, dass man neben jemanden vllt sogar einem Superspreader gesessen hat. Dann ist der Infekt bereits auf dem Weg.

    Mir ist sowieso nicht klar, wehalb es unehrenhaft sein soll, darüber zu sprechen, wie man neue Wege gehen muss. Letztlich dient das dem Schutz aller. Ob man nach einem sogar milden Verlauf danach noch zu gebrauchen ist, oder als Gemüse aufsteht, kann auch Ihnen, die Sie offenbar nicht wehleidig sind, niemand sagen. Das bisher noch nicht öffentlich dargestellte Problem sind die Langzeitfolgen, die bedingt durch die speziellen Eigenschaften dieses Virus, mehr! als 20% Menschen Deutschland (also mind 16.6Mio) betreffen werden. Solange noch so viele Unklarheiten bestehen, sind bedachte Entscheidungen gefragt!
    Das viel schlimmere Problem unserer Zeit ist die Unfähigkeit und offenbar fehlende Bereitschaft etwas zu verändern, weil es doch viel einfacher ist das Alte einzufordern. Diese Trägheit und veraltete Denkweise halte ich für das grösste Problem unserer Diskussionen bzgl Schule und Unterricht!

    • @Illy
      „Mir ist sowieso nicht klar, wehalb es unehrenhaft sein soll, darüber zu sprechen, wie man neue Wege gehen muss.“
      Dagegen hat wahrscheinlich niemand etwas, ich auch nicht. Ihre Antwort, die im Übrigen voller Allgemeinplätzen steckt, geht also völlig an dem vorbei, was ich gesagt habe.

      „Dieses Wehgeschrei über Risiken und Todesgefahren“, wie ich es nannte und wie es hier immer wieder (besonders auch von Ihrer Seite!) stattfindet, ist mitnichten die Aufzeichnung eines neuen Weges, sondern reine Larmoyanz. Sie führt zu nichts als zur Belebung typischer Vorurteile gegen Lehrer/innen.

      • Als ob irgendwer Interesse daran hätte irrationale Vorurteile aus der Welt zu schaffen. Es reicht wenn der Steuerzahler ausreichende Mittel zur Verfügungstellt, um mein gehalt zu bezahlen und sich ansonsten aus meinen Angelegenheiten heraus hält.

        Ich bin als Angestellter des Landes bei der zuständigen Bezirksregierung beschäftigt und nicht jedermanns Diener, nur weil er zu „blöd zum Verhüten“ war bzw. sich ein Kind gewünscht hat.
        Das Thema Arbeitsschutz geht nur die beiden Tarifparteien etwas an.
        Wie der Arbeitsschutz beim Daimler geregelt ist, ist auch kein Thema für Benz-Fahrer.

  9. 250 Schüler und 32 Lehrer in Quarantäne – an 118 Grundschulen, 40 Hauptschulen, 39 Real- und Sekundarschulen sowie an 34 Gymnasien, 48 Berufskollegs und 6 Förderschulen (= 285 Schulen in NRW betroffen.)

    MIT Sicherheitsabstand und geteilten bzw. gedrittelten Klassen / Kursen. Wie sähe es OHNE aus?

    https://www.sueddeutsche.de/bildung/schulen-duesseldorf-zeitung-250-schueler-und-32-lehrer-in-nrw-in-quarantaene-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200527-99-199715

  10. In Dänemark und Norwegen klappt das doch auch ohne Probleme. Für die Kinder selbst ist Corona eh relativ ungefährlich. Daher reicht es wenn die Lehrer entsprechend mehr Abstand halten und die Klassenräume gut gelüftet werden. Daher möglichst bald mit dem Regelbetrieb wieder beginnen.

    • Auch in Dänemark ist es kein Regelbetrieb, wie wir ihn kennen: „Die Klassen sind auf je zwei Räume und auf zwei Lehrkräfte verteilt, mit zwei Metern Abstand zwischen den Tischen. Unterricht im Schichtbetrieb, vier Stunden am Tag, von 8 bis 12 Uhr die Jüngeren, von 10 bis 14 Uhr die Älteren. Zwischen den Schichten: Desinfektion der Räume, Vorbereitung auf den nächsten Schwung. Die Kinder und Jugendlichen müssen alle zwei Stunden ihre Hände waschen.“
      https://www.spiegel.de/politik/ausland/schuloeffnungen-in-der-corona-krise-was-kann-deutschland-von-daenemark-lernen-a-0917d9d7-50a7-4b52-aa6c-9911202db4e4

      • In Afrika sind die Todeszahlen an SARS-Covid-19 sehr viel niedriger, das Virus breitet sich langsamer aus, da 60 % der 1,3 Milliarden Menschen unter 25 Jahre alt sind !
        Ihre Angst vor Kindern ist unbegründet, was man mit der Unterrichtsverweigerung und Kitaverweigerung an Kindern unter 10 Jahrenohne eine wiseenschaftliche Evidenz anrichtet ist unverzeihlich.

        • Woher nehmen Sie denn den Zusammenhang, dass sich das Virus langsamer ausbreiten würde, weil die Menschen dort so jung sind?
          Ebenso könnte man heranziehen, dass viele dort nicht zur Schule gehen oder nicht reisen.

          Die wissenschaftliche Evidenz für die Schäden angesichts des Lernens zu Hause mit den durch die Lehrkräfte gestellten Materialien können Sie dann auch gleich noch anführen.

        • Die Frage in Afrika ist doch aber noch mehr als in den Industrienationen, bei denen ja allesamt höhere Todeszahlen wahrscheinlich sind, wie viele Todesfälle tatsächlich korrekt in die Daten einfließen. Die Infrastruktur dort ist kaum nennenswert leistungsfähig, vor allem wenn es um ländliche Regionen geht

          • Die Letalität im Zusammenhang mit Covid-19 symptomatisch zu erkranken um dann an einer SARS zu versterben ist auf Grund des höheren Durchschnittsalters in den Industrienationen deutlich größer.
            Hinzu kommt die deutlich größere Mobilität, die es dem Virus es erleichtert sich schnell über große Entfernungen in unseren Kulturkreis sich weiter anzubreiten.
            Durch die hohe Zahl sehr junger Mitbürger, die deutlich weniger zur Verbreitung beitragen, ist die Ausbreitungstendenz deutlich niedriger als bei uns.

          • @AvL – verwundert allenfalls Sie. Dass die Lebenserwartung in den Industrieländern gegenüber dem Rest der Welt signifikant höher ist, blenden Sie ja erfolgreich aus.

            Gibt es gemessen an der Gesamtbevölkerung z.B. eines Entwicklungslandes nur einen sehr geringen Anteil von über 60-jährigen, dann sterben selbst bei gleicher prozentualer Verteilung wie in den Industrieländern rein zahlenmäßig weniger über 80-jährige unter SARS-COV 2.

            Oder ganz einfach, wer schon mit 65 aufgrund schlechter allgemeiner Lebensbedingungen verstorben ist, kann nicht noch einmal in höheren Lebensalter an CoViD 19 versterben. Tot ist tot.

          • @AvL
            Nur, weil sie Ihre Meinung in andere Worte kleiden, wird sie darum nicht stichhaltiger.

            Es bleibt bisher eine Behauptung, dass Jüngere zur Ausbreitung weniger beitragen.

          • Wenn AvL doch der felsenfesten Meinung ist, dass Jüngere das Virus weniger verbreiten, daneben eher einen asymptotischen Krankheitsverlauf haben und ohnehin eine geringere Letatiltät, dann hilft vielleicht eine Fälschung der Einwohnermeldeamtsdaten, um gegen Covid 19 immun zu sein.

        • Da in Afrika viele Menschen an TBC, Malaria und AIDS leiden, wird möglicherweise die tatsächliche Todesursache gar nicht immer festgestellt werden.
          Zudem sind die Menschen mit Sicherheit schon in jüngeren Jahren durch die schwere körperliche Arbeit gezeichnet, deshalb kann es durchaus sein, dass die 40jährigen bereits anfällig sind für schwere Verlaufsformen. Auch in unserem Land waren ja vor nicht allzu langer Zeit die 60jährigen kränker und gebrechlicher als heute und ein 75 jähriger kam daher wie heute jemand mit 95.
          Die Ausbreitung in Afrika begann außerdem mit zeitlicher Verzögerung zur Ausbreitung in Europa. Da muss man ja erst sehen, was sich noch entwickelt.

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