Nach jahrelanger Diskussion: Landtag beschließt A13 auch für Grundschullehrer

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SCHWERIN. Nach jahrelanger Debatte um eine finanzielle Gleichbehandlung von Lehrern passt Mecklenburg-Vorpommern die Vergütung der Grundschullehrer an die ihrer Kollegen in weiterführenden Schulen an. Vom kommenden Schuljahr an sollen auch die Pädagogen in den unteren Klassenstufen nach den Einkommensklassen A13/E13 bezahlt werden. Der Landtag ebnete am Mittwoch mit der Verabschiedung eines neuen Lehrerbildungsgesetzes den Weg dafür. Neben den Regierungsparteien SPD und CDU stimmte auch die Linke trotz Kritik zu. Die AfD lehnte die Änderung mit Hinweis auf das Abstandsgebot ab.

„Echter Meilenstein“: Bettina Martin, Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Regierungsportal M-V / Ute Grabowsky

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) sprach von einem «echten Meilenstein» in der Bildungspolitik. Die bessere Bezahlung vom 1. August an sei ein Zeichen großer Wertschätzung. Zudem verspreche sich das Land davon, dass sich mehr junge Lehrer für eine Anstellung im Nordosten entscheiden.

Wie andere Bundesländer hat auch Mecklenburg-Vorpommern großen Bedarf an Pädagogen, um das Ausscheiden älterer Lehrer kompensieren und zusätzlichen Personalbedarf decken zu können. Nach Angaben Martins benötigt das Land etwa 600 bis 700 neue Lehrer jährlich. Noch vor wenigen Jahren hatte die Zahl der Neueinstellungen unter 200 gelegen.

Betroffenen Lehrern bringt das bis zu 500 Euro brutto mehr

Nach früheren Angaben ergeben sich für die betroffenen Lehrer Einkommenssteigerungen von teilweise knapp 500 Euro brutto im Monat. Finanziert wird die Einkommenssteigerung aus dem insgesamt 200 Millionen Euro umfassenden «Bildungspaket» des Landes.

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Nach Angaben Martins wird mit der Einkommensanpassung auch das Grundschullehrer-Studium reformiert. Die Ausbildung werde um ein Praxissemester verlängert. Dafür werde das Referendariat für angehende Grundschullehrer von 18 auf 12 Monate verkürzt.

Linksfraktionschefin Simone Oldenburg kritisierte, dass eine solche Verkürzung nur auf Antrag möglich sei. Zudem habe die Landesregierung die Entscheidung für die Einkommensanpassung zu lange hinausgezögert und die nötigen Änderungen im Studium nur unzureichend vorbereitet.

Die Lehrergewerkschaften VBE und GEW fordern seit Jahren „A13 für alle Lehrkräfte“ – bundesweit. Bislang sieben Bundesländer haben der Forderung bereits entsprochen. News4teachers / mit Material der dpa

„A13 für alle“: Schwesig zahlt Grundschullehrern künftig so viel wie ihren Kollegen am Gymnasium (heißt: bis 500 Euro im Monat brutto mehr)

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5 KOMMENTARE

  1. Mecklenburg-Vorpommern sollte zukünftig so um GrundschullehrerInnen werben: „Faires Gehalt, geringes Ansteckungsrisiko – Willkommen in MV.“

  2. Sicher ist es auch kein Zufall, dass in einem Bundesland mit einer Frau an der Spitze ein Frauenberuf endlich die Aufwertung erfährt, die ihm seit Jahren verwehrt wurde! Das ist ein guter Tag für die Geschlechtergerechtigkeit!

  3. Ist das eine bewusste Entscheidung das generische Maskulinum zu verwenden? Mutet ziemlich seltsam an, bei Artikeln über ein Berufsfeld in dem mehrheitlich Frauen arbeiten.

  4. Ich frage mich, wann andere Bundesländer endlich eine faire Bezahlung der Grundschullehrerinnen einführen. In Niedersachsen und Thüringen scheint sich das ja auch abzuzeichnen.

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