Eisenmann besucht Schule – um sich über Digitalisierung zu informieren

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STUTTGART. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann schaut sich am Montag den Unterricht an einer Gemeinschaftsschule an. Vor allem digitale Bildung steht dabei auf dem Lehrplan. Der Besuch war nach einer TV-Talk-Show zustande gekommen.

Informiert sich: Baden-Wüttembergs Kultusmnisterin Susanne Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) kommt am Montag einer Einladung im Zuge der Talk-Show «hart aber fair» nach und besucht eine Schule. Ende Mai hatte sie mit Verena Pausder, Gründerin eines Digitalvereins, im ARD-Polit-Talk über die durch die Corona-Pandemie bedingten Schulschließungen diskutiert. Am Montag will Pausder an der Gemeinschaftsschule Leutenbach (Rems-Murr-Kreis/Baden-Württemberg) eine digitale Unterrichtsstunde halten. Bei ihrem Besuch besucht Eisenmann die Klassen vier und neun und will sich nach Angaben eines Ministeriumssprechers vor allem über den Stand der Digitalisierung an Schulen in Baden-Württemberg informieren.

Seit zwei Wochen läuft der Schulbetrieb nach den Ferien im Südwesten wieder. An 128 Standorten werden die Klassen wegen einer Infektion mit dem Coronavirus oder dem Verdacht einer Infektion vorübergehend nur im Fernunterricht unterrichtet, wie das Kultusministerium Donnerstag mitteilte. 172 Schulklassen sind bislang aus dem Präsenzunterricht genommen worden – in Quarantäne. dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Immer mehr Klassen in Corona-Quarantäne – Koalition streitet um Luftfilter

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9 KOMMENTARE

  1. Sie will eine DIGITALE Unterrichtsstunde halten? Das klingt nicht so, als wenn sie tatsächlich ohne Schutz zu 30 Kindern in einen schlecht durchlüfteten Raum von 50 Quadratmeter gehen will.

    Falls sie doch Präsenz machen will, bin ich sehr gespannt, unter welchen Regeln das stattfindet.

  2. Bitte den kleinsten Raum mit dort üblicher Schülerzahl belegen.
    Fenster offen lassen! Neue REGEL ist noch nicht rausgegeben – 20 – 5- 20!
    Zu den Schülern setzen und komplette Unterrichtseinheit nicht raus lassen!
    So dass die Wirkung auch ankommt , in welcher Form auch immer!

  3. Ach so…. wegen der Digitalisierung kommt sie…. besser sie käme wegen des Infektionsschutzes und aus Fürsorgegefühlen ihren Schülern und Lehrern gegenüber vorbei.

  4. Welche Digitalisierung? Da der Meinung der KMK zufolge der Präsenzunterricht ganz prima läuft, kann man das mit der Digitalisierung doch eigentlich auch lassen.

    (ich habe meinen Namen mal auf „Jan aus H“ geändert, weil es noch einen anderen „Jan“ zu geben scheint)

  5. Kann da nur den Kopf schütteln, ihr werdet sie sicher nicht mit der Realität konfrontieren. Ich denke eher es wird das ganze Schulgebäude die Tage vorher auf Hochglanz gebracht. Sollte es zu kalt sein kommen Heizgeräte von zu Hause zum Einsatz. Die Laptopklasse wird mit Laptops Eurer ganzen Verwandtschaft ausstaffiert. Privates Desinfektionsmittel und Seife wird überall genug rumstehen. Vielleicht kommt sogar ein Lüftungsgerät zum Einsatz, würde mich nicht wundern. Unsere Firma gab mal den 3D- Drucker her als der Landrat in die Schule kam, er stand dann nur zur Show rum. Er meinte noch, wie toll die Schulen doch ausgestattet sind.
    Das ist nicht zielgerichtet. Ihr last Eure Schule das ganze Jahr verlottern und kaum kommt die Obrigkeit wird aufgeräumt. Wie früher bei der Bundeswehr. Zeigt ihr doch die Realität! Oder gibt es irgendwas zu verbergen?

  6. Purer Aktionismus an einem Nebenschauplatz geht am eigentlichen Kernproblem vorbei.

    Priorisierung ist angesagt! Die Schulleitungen und Lehrkräfte stehen in ihrem schier verzweifelten Bemühen auf verlorenem Posten, werden letztlich von ihrer Dienstherrin im Stich gelassen.
    Ich jedenfalls kann mich des Eindrucks nicht erwehren, mir drängt sich sogar vehement der Eindruck auf, dass Frau Eisenmanns Erscheinen zu solchen Lokalterminen (um den Stand der Bemühungen um mehr Digitalisierung in Augenschein zu nehmen) vornehmlich ihrer eigenen Sache, der politischen Imagepflege, dienen soll.
    Es steht selbstverständlich außer Frage, dass Digitalisierung für Distanzunterricht unabdingbar ist und in unserer Situation rasch weiterentwickelt und professionalisiert werden muss.
    Aber es geht hier um die Priorität!
    Ihr Verhalten hat meines Erachtens lediglich Alibifunktion dafür, dass sie sich ja kümmere. Ist das Inkompetenz oder Berechnung? Es grenzt für mich an politisches Versagen.

    Ihr Wegschauen, das eigentliche Problem an sehr vielen Schulen einfach nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, empfinde ich nur noch als schändlich, fast menschenverachtend.
    Es gibt genug Expertise. Man muss nur bereit sein, sehr viel Geld in die Hand nehmen.

  7. „Am Montag will Pausder an der Gemeinschaftsschule Leutenbach (Rems-Murr-Kreis/Baden-Württemberg) eine digitale Unterrichtsstunde halten.“

    Wenn man mal verfolgt, was die gute Frau Pausder in den letzten Monaten im Plauderton abgelassen hat, darf man sich das wohl so vorstellen:
    1. Sie besucht die Schule und macht mal „Winkewinke“ in die Runde und in die Kameras, denn das ganze ist eine Werbeveranstaltung für Sie – Sie ist ja Unternehmerin/Startup-Fachfrau. Und kommt aus einer Unternehmer-Familie.
    2. Sie verschwindet in einen seperaten Raum – das kann für eine Unterrichtsstunde sogar ein fensterloses Kämmerchen sein, denn Sie wird dort ganz alleine sein.
    Sie möchte ja eben das perfekte Distanzlernen/Homeschooling vorführen. Da ist man doch über jeden Zweifel erhaben, wenn man sich dort alleine ausbreitet um zu zeigen, dass man (zukünftig sogar LuL) das alleine beherrschen kann.
    Natürlich nach dem Pausder-Prinzip mit Pausder-Products. ;-))
    3. Sie geht mit Eisenmann ein Tässchen Distanz-Kaffee trinken. Sicherheitshalber schnell raus aus der Schule, damit man nicht noch das Virus hineingeschleppt hat. 🙂
    4. Im Pausder-Plauderton (der ist voll symphatisch, einfach mal auf den Link unten zum n-tv-Video klicken) wird Frau Eisenmann ein wenig eingelullt. Waaaas? Ach halt nein, die ist so ernergisch-powermäßig drauf, das wird ihr nicht passieren.
    5. Dennoch werden sich die beiden verabreden, ihr schönes Gespräch an anderer Stelle und an angenehmeren Orten fortzusetzen.
    Anders als bei Schulgipfeln werden nicht nur „Handlungsstränge identifiziert“, sie werden umgesetzt. (Einfach schon mal was unterschreiben, der Scheuer-Andi kann da eine Anleitung geben … zahlen ja eh die Steuer-Dödel.)
    „Die Gesprächsteilnehmer haben verabredet, sich in diesem Kreis Anfang des Jahres 2021 zu einem weiteren Austausch zu treffen.“ – Nein – DAS war der Schulgipfel (Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, teilt nach dem Schulgipfel mit … zitiert nach: https://www.news4teachers.de/2020/09/schulgipfel-ohne-neue-ergebnisse-beckmann-kultusminister-haben-die-dringlichkeit-der-lage-nicht-verstanden/) … Die Damen werden sich viel schneller wieder treffen, nur wird das nicht durch die Presse gejagt. – Na gut, vielleicht wird Frau Eisenmann da schnell an ihre Grenzen stoßen – das wird die unternehmunglustige Unternehmerin schnell abgeklopft haben. Außerdem wird Eisenmann nur die Hängebrücke zu den wirklich wichtigen Kontakten/Entscheidern in Regierungskreisen sein …. (Muss man Frau Eisenmann nicht sagen, das würde ihr nicht guttun.) – Digitalstaatsministerin Dorothee Bär ist zwar schon in der Kontaktliste (s. unten) – aber die ist ja immer so still … da orientiert man sich besser neu …
    6. Operation „Schulbesuch“ ist ab da ein voller Erfolg! … und ein Selbstläufer, wenn man erst mal den Fuß in der Tür hat. (Alter Unternehmer-Trick.) Und dann taucht die freundliche Frau Pausder wieder hier und da und dort in Berichten und Sendungen auf …
    Die PR-Maschine wird laufen wie eine gut geölte Nähmaschine.

    Und hier der Link:
    https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Lehrer-sind-keine-IT-Dienstleister-article22022683.html
    Es klingt ja zunächst mal gut wenn Frau Pausder so verständnisvoll die Lanze für die Lehrerschaft bricht. Mir ist ja selbst ganz warm ums Herz geworden – ich stand kurz vor der spontanen Selbstentzündung (nur so seelisch) …
    Interessant sind – wie so oft die kleinen Nebensätze – besonders am Ende (Minute 4:00), wenn Sie gefragt wird „Wollen Sie in die Politik gehen, um wirklich auch die konkreten Vorschläge umzusetzen?“

    Tja, jetzt sollte man sich dieses 5-Minuten-Video mal ganz genau anschauen … !
    „Lass mal wieder mehr vom Sofa und einmischen.“ (Pausder, 4:40). – Reporterin: „Das ist aber noch kein Dementi, hör ich da raus.“ – Pausder: „Das ist noch kein Dementi weil ich von meinem Mann gelernt habe ‚Let the gain come to you.‘ Also man kann auch mal den Stein ins Wasser werfen und gucken was passiert.“
    (Und wenn nix gain, wenn der Gewinn nicht zu dir kommt? – Na egal, … dann unternehmen wir halt was anderes. HIHIHI.)

    Sie hat ja schon einen kleinen Stein geworfen in Form eines Buches (Das Neue Land: Wie es jetzt weitergeht!“ – NEIN, nicht kaufen ;-)) Aber das Teil ist zufällig Nö!) erschienen am 8. September 2020, da hat sie sich bestimmt direkt nach dem Plasberg-Auftritt hingesetzt und der Gatte hat mal wieder gesagt „Let the gain come to you. … Verena-Baby, lass mal schnell ein paar Seiten Schwund zusammenzimmern, in diesen Coronazeiten ist was für uns drin!“)

    Noch Fragen???

    Das Video ist vom 8.9.2020.
    Verena Pausder – „Digital-Expertin und Unternehmerin“…
    „Der Erkenntnis Umsetzung folgen lassen …“ (0:55).
    „Im Bereich der digitalen Bildung an den Schulen kenne ich mich besonders gut aus.“ (1:00)
    Echt jetzt?

    Na klar: Selbst zur Schule gegangen und drei Kinder.
    Fertig ist die Expertin.
    (Alle, die schon einmal eine Flugreise unternommen haben, sind doch auch Luftfahrt-Experten.)

    Und weiter „Da haben wir eigentlich mit dem Digitalpakt alle Weichen gestellt …“ (= Zeit für Glücksritter? Mal den Stein ins Wasser werfen? – Notfalls, … naja, hätte ja auch klappen können … vielleicht beim nächsten Mal?)

    Ab Minute 1:20 wirds so richtig – Pardon – KNALLGEIL:
    (Nach der kleinen Randbemerkung, wie wenig Geld im Zuge des Digitalpaktes bisher abgerufen wurde):
    „Da haben wir jetzt Handlungsbedarf, dass diese erste Stufe überhaupt jetzt mal passiert weil dann kommt ja noch die Lehrerfortbildung, die Geräte für alle, die Unterrichtsinhalte und was wir damit eigentlich wollen.“

    OOOOHHHH ich Doof:
    ICH dachte, man überlegt ZUERST was man will, DENKT dann weiter nach (Planung) … Macht dann die Fortbildung für die Leute, die mit der Technik arbeiten … (So wie ein Busfahrer, der erst den Busführerschein macht und dann die erste Fahrt mit Passagieren macht – aber nee, nicht am ewig Alten kleben bleiben: Das Neue Land: Wie es jetzt weitergeht! …)

    Aber ICH bin ja auch kein Unternehmer!
    Ab Minute 2:20 muss ich noch mal schauen, da erklärt uns Frau Pausder, wie sehr doch das Unternehmertum hierzulande verkannt wurde und wird … es sei eher suspekt: „Wir feiern das nicht genug.“
    Klingt für mich sehr seriös, das alles.
    Let’s party – let the gain come to … “

    Achtung Ironie:
    1. Wenn wir Glück haben, wird Schule bald so gewinnorientiert arbeiten wie das Gesundheitswesen – da klappt es auch ganz toll.
    2. Wenn wir alle so richtig richtig Glück haben: Pausder for Kanzleramt.

    https://verenapausder.de/ueber-mich/ :
    „Darüber hinaus engagiert sie sich für das Thema Bildung im Innovation Council der Digitalstaatsministerin Dorothee Bär und im Hochschulrat der CODE University in Berlin. 1979 in Hamburg geboren, lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Berlin.

    Diese Zitrone hat noch viel Saft ….

  8. Sehr authentisch – und aussagekräftig – wäre es ja, wenn …

    … alle Eltern an der Schule, die als Bühne dient, ihre Kinder mit „Bauchschmerzen“ entschuldigen und Frau Pausder zeigen kann, was sie wirklich so drauf hat.
    Nämlich auf Distanz.
    Nämlich unter realen Bedingungen.
    Unter fachkundiger Aufsicht von Frau Eisenmann.

    Plasberg, Bildzeitung und n-tv können auch vor Ort sein …

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