Corona-Ausbruch: 13 Schüler einer Klasse infiziert – Drosten: „Wie erwartet“

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GIESSEN. Offenbar gibt es jetzt bundesweit einen zweiten Fall, bei dem Corona-Ansteckungen innerhalb einer Schule dokumentiert werden können: An der Liebigschule im hessischen Gießen haben sich nach Angaben des Gesundheitsamts 14 Covid-19-Infektionen von Schülern bestätigt – 13 Betroffene besuchen gemeinsam eine Klasse, eine neunte. Ein weiteres infiziertes Kind wurde in einer benachbarten Kita entdeckt. „As expected. 13 of 15 cases in one class. Further tests ongoing“ („Wie erwartet. 13 von 15 Fälle in einer Klasse. Weitere Tests laufen“), so kommentiert Prof. Christian Drosten, Chef-Virologe der Berliner Charité, das Geschehen auf Twitter. Drosten warnt seit Monaten vor Schul- und Kitaöffnungen ohne geeignete Schutzmaßnahmen.

Das Coronavirus ist nicht aus der Welt. Illustration: Shutterstock

„Das Gesundheitsamt ermittelt weiter Kontaktpersonen nach mittlerweile vierzehn bestätigten Covid-19-Infektionen von Schülerinnen und Schülern der Liebigschule Gießen. Dreizehn Fälle betreffen eine neunte Klasse, ein weiterer Fall den Jahrgang elf. Es erfolgten Reihentests“, so heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises Gießen.

„Aufgrund der großen Zahl der Personen sowie deren Aktivitäten recherchiert das Gesundheitsamt weiterhin intensiv. Das Gesundheitsamt befindet sich in enger Abstimmung mit der Schulleitung, der Stadt Gießen als Schulträger sowie dem Staatlichen Schulamt.“

Der Unterricht an der Liebigschule läuft unterdessen weiter: Es gilt lediglich eine Maskenpflicht. „Da Masken im Unterricht getragen wurden, geht das Gesundheitsamt von einer geringen Wahrscheinlichkeit der Weitergabe des Virus aus. Die betroffene Klasse und die Lehrkräfte erhalten ein Testangebot“, so heißt es auf der Seite der Schule.

Der Ausbruch erinnert an den in der Hamburger Heinrich-Hertz-Schule in Hamburg-Winterhude, der vergangene Woche bekannt wurde (News4teachers berichtete darüber). Dort haben sich – nach mittlerweile korrigierten Angaben des Gesundheitsamtes – 33 Schüler und drei Schulbeschäftigte mit dem Corona-Virus infiziert. In einer Klasse deute vieles auf eine Infektionskette innerhalb der Schule hin, räumte der Sprecher der Bildungsverwaltung ein. Geschlossen wurde die Schule allerdings ebenfalls nicht; auch dort wurde lediglich eine Maskenpflicht in den Klassenzimmern erlassen. Auch dieses Geschehen kommentiert Drosten auf Twitter lakonisch: „As expectet“.

Haben die Kultusminister die Übertragungsgefahren in Schulen unterschätzt?

„Fehlende Präventions- und Kontrollmaßnahmen könnten in kurzer Zeit zu Ausbrüchen führen, die dann erneute Schulschließungen erzwingen“, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie, die Anfang August veröffentlicht wurde – und an der Drosten mitgearbeitet hat (News4teachers berichtet ausführlich darüber – hier geht es zu dem Beitrag).

Die Virologen, darunter auch Prof. Jonas Schmidt-Chanasit von der Universität Hamburg und Helmholtz-Forscherin Prof. Melanie Brinkmann, schreiben in dem Papier: „Wir warnen vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen.“ Eine Unterschätzung der Übertragungsgefahren an Schulen wäre kontraproduktiv für das kindliche Wohlergehen und die Erholung der Wirtschaft. Für eine wirksame Unterdrückung der Virusausbreitung in der Gesamtgesellschaft bleibe es weiterhin Grundvoraussetzung, die Viruszirkulation in den Schulen niedrig zu halten.

Virologen raten: Klassengrößen reduzieren

Die Experten schlagen mehrere Maßnahmen vor, um die Übertragungsrisiken in den Schulen zu minimieren. Dazu gehört beispielsweise, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. Zudem sollten aus virologischer Sicht feste Kleingruppen definiert werden mit möglichst geringer Durchmischung der Gruppen im Schulalltag. Die Wissenschaftler sprechen sich außerdem für das „konsequente Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts“ aus. „Dies sollte begleitet werden durch eine altersgerechte Einführung der Kinder in die Notwendigkeit und den Umfang von Präventionsmaßnahmen“, heißt es. News4teachers / mit Material der dpa

Aktuell! Ausbruch an Rostocker Schule: Quarantäne für rund 800 Schüler und 80 Lehrer – Eltern sollen Kinder in ihren Zimmern allein lassen

Seit Schuljahresbeginn: Dokumentierte Corona-Fälle an bundesweit mehr als 1.000 Schulen (und mehr als 300 Kitas)

 

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63 KOMMENTARE

  1. Wenn man bei Google „Gießen, Liebigschule, Corona“ eingibt und auf News klickt, gibt es nur Nachrichten bei Gießener Nachrichten und N4T.

    Ich frage mich, warum überregionale Presse nicht berichtet? Spiegel, Stern, Focus? Nichts…

  2. Dass das kaum in der Presse ist, ist in der Tat merkwürdig… da könnte man ja fast auf die Idee kommen, dass da jemand was unter den Tisch kehren will.

    Insgesamt ist das aber nach wie vor extrem naiv: Es war klar, dass das passiert (siehe die zitierte Studie) und ebenso klar ist, dass die Anzahl der Fälle mit steigenden Infektionszahlen zunehmen wird. Da kann doch die Strategie nicht ernsthaft daraus bestehen, dass man den Kopf in den Sand steckt und die Ereignisse einfach ignoriert. Das kann doch gar nicht funktionieren… es wird nur dazu führen, die nötigen Maßnahmen um ein paar Wochen zu verzögern, was letztlich die Opferzahl (es ist ebenfalls naiv, anzunehmen, dass die Infektionen auf junge Menschen beschränkt bleiben… das wird auch bei den Großeltern ankommen) deutlich nach oben treibt.

  3. Ich habe bei news4teachers schon vor Wochen die (rhetorische) Frage gestellt, warum man in den öffentlichen Medien kaum etwas von den wirklich sehr vielen täglichen Schul- und Kitaschließungen hört.
    Kleines Beispiel: gestern, 16.09.20 fand ich im Internet 45(!) Links zu mindestens 45 Schul und Kitaschließungen quer durch die Republik für diesen Tag.
    Fragen über Fragen….

  4. Wollen wir uns solidarisch zusammenschließen und bundesweit auf die Missstände aufmerksam machen?
    Alle Einzelmaßnahmen versanden und die Verdrängung ist groß. News for teachers ist das einzige Magazin,
    das über die Ohnmacht und den Irrsinn kontinuierlich berichtet.
    Neue Schule mit vielen Infizierten ist eine Schule in Rostock. Der NDR meldet dies.

  5. Irgendwie hab ich noch Vertrauen in unsere Medien. Hab seit vielen Jahren den Spiegel abonniert. Der hat auch nach Relotius bei mir einen Vertrauensvorschuss.

    Aber man kommt ins Grübeln.

    Ich möchte mich aber nicht den Aluhutträgern anschließen.

    Was ist los mit unseren Medien?

    Sitzen da nur Leute, für die als einziges zählt, dass sie ihr Kind tagsüber los sind? Oder sind die kinderlos – und das ist denen völlig egal? Ich verstehe es nicht.

    • Private Medien sind natürlich in erster Linie Wirtschaftsunternehmen – denen die Corona-Krise zusetzt. Wenn’s keine Veranstaltungen gibt, kein Entertainment, kein Fußball, keine Messen, dann verdienen die Verlage weniger, weil’s weniger Anzeigen gibt. So einfach. Und deshalb haben die privaten Medien ein großes Interesse daran, die Krise kleinzuschreiben.

      Die öffentlich-rechtlichen oder ein unabhängiges Medium wie News4teachers sind in der Corona-Berichterstattung kritischer – schlicht: weil sie unbefangen sind.

  6. 11.000.000 Schüler und gut 3.800.000 Kitakinde haben alle bei dieser kontrollierbaren Infektionslage das Recht, einfach ln Ruhe gelassen zu werden. Die Medien repektieren das lediglich.

    • Wie grotesk. Als wäre es ein Qualitätskriterium für Medien, NICHT über Missstände zu berichteten, um die allgemeine Ruhe nicht zu stören. Wo haben Sie das denn her, aus Russland?

      Übrigens: Keiner zwingt Sie, sich auf News4teachers zu tummeln. Ignorieren Sie die Informationen doch einfach – dann erwischt Sie das Coronavirus ganz sicher nicht. Das springt nur auf Mediennutzer.

    • Ich muss ab heute zum zweiten Mal innerhalb von 3 Wochen in Quarantäne, weil Schüler positiv getestet wurden. Was das an Unterrichtsausfall bedeutet, muss ich den Fachleuten hier nicht erklären. Denn meine Klasse und alle, die ich sonst noch unterrichte, gehen nicht in Quarantäne. Somit fällt für diese Klassen auch Homeschooling flach. Die Kinder und Eltern erfahren höchstwahrscheinlich noch nicht einmal vom aktuellen Fall bzw. warum nun schonwieder Fachlehrer fehlen.
      Herr Kruse, oder wie auch immer Sie heißen mögen, ich gehe davon aus, dass Sie als Vater an einer solchen Information interessiert wären, wenn es Sie beträfe. Wenn Sie immernoch von einer „kontrollierten Infektionslage“ ausgehen, dann ist Ihnen echt nicht mehr zu helfen. Kommentieren Sie doch bitte bei „Welt“ oder anderen derartigen Schmonzenblättchen und Tendenzjournalismen. Da sind Sie mit Ihren Ansichten unter Ihresgleichen.

    • 11.000.000 Schüler und gut 3.800.000 Kitakinder (sowie deren Eltern, Großeltern und andere Kontaktpersonen) haben das Recht, vor einer Pandemie geschützt zu werden, die in unserem Nachbarland Belgien 856 Tote pro Mio. Einwohner verursacht hat.

      Hochgerechnet auf die deutsche Einwohnerzahl wären das 71.190 Tote

      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1111794/umfrage/todesfaelle-mit-coronavirus-covid-19-je-millionen-einwohner-in-ausgewaehlten-laendern/

      • @ Tina, wollen die Familien denn geschützt werden. In BW ist die Schulpflicht ausgesetzt, dies wird nicht genutzt. Hier sind die Schüler FREIWILLIG im Regelbetrieb, es wird definitiv Homeschooling angeboten.

  7. Hier in NRW gibt es einen Fall in einer KiTa. Festlegung des Gesundheitsamtes: Die KiTa-Kinder bleiben zu Hause, die Eltern dürfen aber weiter arbeiten gehen und ältere Geschwister dürfen sich weiterhin auf sämtliche Nachbarschulen verteilen. Auch in meiner Klasse sitzen drei. Ich hoffe mal, dass sie es nicht noch weiter tragen…Warum sagt keiner öffentlich, dass Durchseuchung, beginnend bei den Jüngsten, nun das allgemeine Ziel ist?

  8. Man könnte an Dummheit der Entscheider glauben, wenn der Verdrängungsprozess nicht so strukturiert und geplant wirken würde. Erschreckend, dass das möglich ist!. Hätte jemand die Gefahren ernsthaft unterschätzt, würde spätestens jetzt entgegengesteuert.

  9. Besorgter Bürger: Auch ich habe im Großen und Ganzen Vertrauen in die allg. Medien, nur DIES finde ich komisch.
    Ich möchte mich hier trotzdem in aller Deutlichkeit von Querdenkern etc. distanzieren! Habe mit Alu nichts am Hut!

  10. Es wurde gewarnt.
    Es wurde protestiert.
    Es passierte nichts.

    Jetzt häufen sich die Fälle und es passiert immer noch nichts.

    Weiter lustig Durchmischung über Klassen und Kurse und Jahrgänge, zwischen Kita, Grundschule und weiterführenden Schulen über die Geschwister, im Freizeitbereich ohnehin ohne jede Kontrolle und Einschränkung – auf der anderen Seite im Durchzug lernen bwz. lehren und drum betteln, dass wenigstens bei unmittelbarem Kontakt die Maske aufgesetzt wird.

    Ja, es kann keiner behaupten, er habe es nicht gewusst oder wissen können.
    Die Experten haben es deutlich genug gesagt.
    Politik will es nicht anders, wie es aussieht.
    Also wird Krankheit, Rückwirkungen auf die Wirtschaft und Schlimmeres bewusst in Kauf genommen!
    Ein anderer Rückschluss scheint mir nicht mehr plausibel…

    „Schulen sind sichere Orte…“ Irrsinn!

  11. Ich bin auch weit entfernt von der Haltung aller Arten von Corona-Leugnern, ob mit Alu-Hut oder Allround-Spezialisten mit (für jeden Fachbereich vorhandenen) soliden Kenntnissen von Medizinern oder weltenbummelnden sorglosen Supermüttern …

    Ich vertraue grundsätzlich auf die öffentlich-rechtlichen Medien und bislang war ich mir da wirklich sicher.

    Aber …
    auch ich finde es (mehr als?) eigenartig, dass alle öffentlich-rechtlichen Formate seit dem Ende (!) der Sommerferien (wieder irgendwie unpassend) sooooo ruhig sind!

    Je nach Bundesland unterschiedlich – aber grob gesagt vor Beginn der Sommerferien – war nur als ein Beispiel bei „Markus Lanz“ oft das Thema Schule ein Teil und manchmal sogar zentrales Thema der Sendung.
    Das zieht sich so durchs ganze Spektrum von Sendern und Sendungen.

    Seither?
    Nix.
    ???

    Auch als vor etwa 2 Wochen sich Widerstand regte – sogar von Seiten der Schulleiter – fand das kaum Beachtung!

    ???

  12. Der Irrsinn setzt sich fort. An Schulen wird das Virus klein geredet, man freut sich auf das Ende der Masken im Unterricht, Risikogruppen gibt es nicht mehr und manche beschließen Elternabende und Fortbildungen als wären wir nicht in einer Pandemie. In meiner Firma gilt die dringende Anweisung alle Meetings online abzuhalten und im Home Office zu bleiben, die Schulen sind dabei eine verrückte Parallelwelt. Ich bin davon überzeugt, dass die Schulen auch bei weiter steigenden Zahlen offen bleiben. Diese Durchseuchung scheint gewollt, die Kollateralschäden werden akzeptiert. Und die Lehrerverbände, Schulleiter, Lehrer und Eltern spielen mit. Das ist ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit aller.

    • @xy: Die Lehrerverbände, Schulleiter, Lehrer und Eltern spielen nicht mit. Die Funktionsträger waren in der großen Mehrheit gegen den Regelbetrieb, meine Erfahrung aus allen Gremien in den ich mitarbeite. Auch die Schulträger waren entschieden dagegen wegen der wirtschaftlichen Folgen wenn bei ausbreitenden Infektionen Betriebe und evtl ganze Städte und Gemeinden wieder schließen müssen. Alle Einwände wurden bei Anhörungen der Kultusminister ignoriert. Jetzt ist bei vielen nur noch Resignation da und das Warten auf das Scheitern des Regelbetriebs.

      • Es wurde leider nicht ausreichend kommuniziert. So entstand der Eindruck, dass viele Schulverantwortlichen hinter dem Konzept stehen. In Bayern konnte ich auf einer Pressekonferenz nur völlig weichgespülte Schulleiter und Verbandsvertreter sehen. Von Arbeitsschutz keine Rede, dafür auch noch Ablehnung der Maske aus pädagogischen Gründen. Das ist wie die Forderung nach Anwesenheit im Großraumbüro aus finanziellen Gründen.
        Der Protest, wenn es ihn denn gab, war zu leise und zu wenig öffentlichkeitswirksam.

        • @xy: Es stimmt, dass die Verantwortlichen zu leise waren. Die Ministerien haben aber auch gekonnt die Eltern und Lehrer medial gegeneinander ausgespielt.
          Es gibt sicher auch immer welche die dafür sind, bzw Corona leugnen. Bei einer gewerkschaftlichen Umfrage schon vor den Ferien war ich aber überrascht, dass gerade die Schulleitungen für striktere Maßnahmen waren.

    • Nee, wir spielen nicht mit! Aber wir werden nicht gehört!
      Nicht mal über Personalrat und Remonstrationen tut sich was.

      Ja, man kann fast in Resignation abgleiten.

      Aber das verhindern schon die Schüler, die unsere 1000-prozentige Aufmerksamkeit verlangen, damit nicht alles noch viel schlimmer kommt.
      Die ziehen nämlich die falschen Schlüsse und fallen sich inzwischen nicht mehr nur – weil sie sich unbeobachtet fühlten – an den Bushaltestellen oder hinter der nächsten Ecke in die Arme, sondern ganz offen auch auf dem Schulhof und in den Fluren… und wir rennen gegen eine Wand aus Ignoranz, können sie nicht auseinander halten und müssen uns anhören, dass sie ja nicht mehr verpflichtet sind in der Klasse die Maske zu tragen, es also auch nicht zu tun gedenken, nur weil wir ihre Hausaufgaben ansehen wollen. Sie müssen ja nicht.
      Und es gibt auch kein Verbot, gebrauchte Tschentücher auf dem Tisch liegen zu lassen. Egal, wer den hinterher desinfiziert oder ob er überhaupt geputzt wird.
      Und DAS kommt aus den Elternhäusern – oder wurde von diesen zumindest nicht wirkungsvoll korrigiert.
      Also schimpft bitte nicht auf die Lehrer, die angeblich nichts tun.
      Was bitte sollen wir noch tun?
      Wir dürfen ja nicht einmal ganz unmittelbaren Infektionsschutz leisten, indem wir besagte Schüler am Schlafittchen packen und auseinander bringen…
      Und unsere Vorgesetzten dürfen wir nicht öffentlich kritisieren – tun es hier aber dennoch!
      Was bleibt uns anderes???

      • Was ist das für ein Personalrat, der nicht einmal den Arbeitsschutz für die Mitarbeiter festlegen kann?
        Keine Firma würde sich auf so ein Glatteis begeben und Mitarbeiter völlig ungeschützt mit 25 anderen auf 60qm arbeiten lassen. Die Geschäftsleitung würde bei einer Infektion mit einem Bein im Gefängnis stehen.

  13. Was mich wirklich besorgt stimmt, ist, dass es absolut keinen Arbeitsschutz für Lehrer*innen gibt! Der AS wurde einfach komplett abgeschafft, wobei er in allen anderen Bereichen – sei es bei Beamten als Mitarbeiter bei der Stadt oder in der freien Wirtschaft – gilt. Es kann doch nicht sein, dass überall Abstand gehalten wird oder/und die Maskenpflicht gilt und die Schule ein „rechtsfreier“ Raum ist, in dem es das Virus (laut der KM und einiger „Virologen“) nicht gibt! Pause mit 60 oder mehr Kollegen/Kolleginnen im Lehrerzimmer (knapp 80qm), Konferenzen in geschlossenen Räumen (eng beieinander sitzend), Elternabende, Kopierraum mit knapp 4qm…ständig wechselnde Klassen und Kurse mit vielen Kindern, die keine Maske tragen möchten und dies ja nun auch offiziell nicht müssen. Parallel dazu arbeitet mein Mann in einer großen Kanzlei, in der maximal 5 Personen in einer Abteilung arbeiten dürfen/Besprechungen stattfinden dürfen und größtenteils Homeoffice gefordert wird!!! Das sind Parallelwelten!!!

    Mich als Lehrerin betrifft dies nicht nur in meinem beruflichen Leben (ich habe aufgrund steigender Zahlen Angst, mich anzustecken), sondern auch in meinem Privatleben. Ich muss mich ständig fragen: Besuche ich meine Eltern (Risikogruppe) oder treffe ich mich mit Freunden (u.a. Familien mit kleinen Kindern / Schwangere) und könnte ich sie möglicherweise anstecken…
    All das sind Fragen/Sorgen, die andere Arbeitnehmer sich nicht in diesem Ausmaß stellen müssen.

    Medial nehme ich wahr, dass zudem immer mehr Stimmen laut werden, die zwar sagen, dass Virus solle nicht „unterschätzt“ werden, aber dennoch gäbe es ja nur noch wenige schwere Verläufe. Ist es egal, dass auch weniger schwer verlaufende Fälle zu langanhaltenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können? Woher soll man wissen, dass man nicht vielleicht doch schwer erkrankt? Und dann ständig die Aussagen verschiedener Ärzteverbände, die alles verharmlosen (und zudem oft auch gar nicht wissen, dass es in den Schulen keine ausgedünnten Klassen und keinen Abstand gibt) und die gesamte Lehrerschaft als faule Säcke darstellen – langsam wird es auf zu vielen Ebenen unerträglich.
    Zugleich wundert es mich, dass steigende Fallzahlen so gut wie ignoriert werden. Vor einigen Wochen und Monaten hieß es noch: „Bloß nicht die 1000er-Marke an Neuinfektionen überschreiten.“ Dann hieß es auf einmal, dass aber auch diese Zahlen kontrollierbar seien… nun steigen die Zahlen noch mehr und es gibt noch immer keinen Aufschrei o.ä.
    Es ist klar, dass wir lernen müssen mit dem Virus zu leben. In der Schule geben alle ihr Bestes, dass die Kinder lernen und Rückstände aus dem vorherigen Schuljahr aufholen. Aber dennoch: es gibt zahlreiche Konzepte, die sicheren Unterricht möglich machen könnten. Der„pandemieangepasste“ Unterricht ist allerdings ein Witz: alles läuft wie vor der Pandemie, nur muss auf dem Schulhof / den Fluren die Maske getragen werden…wo liegt da der Fehler?

    Die Lehrerverbände mahnen zwar ständig, aber von wirklichen Protest kann keine Rede sein!

    Ich wünschte, man könnte sich irgendwie verbünden, klagen und sein Recht auf körperliche Unversehrtheit beim Dienstherrn einklagen…nur wie???

    • Covidas, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Genau das sind auch meine Ängste. Und wenn man versucht, Abstand zu halten oder sich selbst zu schützen (ich gehöre auch noch zur Risikogruppe) wird man auch im Kollegium belächelt.

  14. Seit mehreren Wochen rufe ich hier zu einer Initiative auf. (Aufbruch2020@gmx.de)
    Von einem Forumsteilnehmer wurde ich dafür gerügt, dass ich dies unprofessionell anginge und nur eine Email Adresse angäbe. Ja so ist das. Das Rundumsorglospaket habe ich nicht zu bieten. Aber es geht ja auch darum diese Initiative zusammen zu entwickeln und die Kompetenzen der einzelnen zusammen zu führen.

    Über diese Initiative bin ich nun mit Eltern Schülern und Lehrern in Kontakt gekommen.
    Wir sind alle mehr als ernüchtert. Wir haben jeden Entscheider NRWs mehrfach angeschrieben. Ebenso Prominente und Tv Sender. Alles ohne Erfolg.
    Die einzige Redaktion die sich nicht wegduckt ist news4teachers. Dafür könnnen wir uns gar nicht genug bedanken, dass Sie Herr Priboschek, uns diese Stimme geben!

    Nach wie vor gibt es dringenden Handlungsbedarf. Der Herbst steht vor der Tür.
    Es wird keine Lüftungsanlagen geben und wir werden weiterhin damit rechnen müssen über die wahren Zustände der Infektionszahlen in den Schulen nicht informiert zu werden.
    Ein entscheidender Punkt des Hygiene Konzeptes für Schulen ist Desinformation und Intransparenz.
    Der Regelschulbetrieb soll uns als erfolgreich und sicher verkauft werden.
    Mit den Öffnungen ohne Arbeitsschutz sollten Fakten geschaffen werden.
    So wie die Studien, die diese Öffnungen ermöglicht haben in einem Zeitraum und unter Bedingungen gemacht wurden, die sich eben nicht auf die Situation jetzt abbilden lassen. So werden jetzt Daten nicht Preis gegeben, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Wir nehmen gerade den schwedischen Weg. Auch dort wurden Kinder nicht getestet und damit waren sie auch nicht krank und kamen als Verteiler nicht in Frage. Die verheerenden Folgen für die Alten und Vorerkrankten sind bekannt.
    Schule soll in diesen Tagen dafür sorgen, dass die Kinder betreut werden und die Eltern die Wirtschaft am laufen halten. Eltern die immernoch nicht verstehen,wie sie durch unsere wirtschaftsambitionierte Politik instrumentalisiert werden, tun mir noch nicht mal mehr leid. Zu viel Ignoranz und Unwissenheit habe ich diesbezüglich in Form von Beschimpfungen eingesteckt. Jeder muss glauben was er verstehen kann.
    Selbstherrliche Ministerpräsidenten, die vom Karl dem Großen abstammen wollen,sind ein Problem unserer Politik, die wir erleben. Inkompetenz und Dummheit sorgt dafür,dass bedachtes und vorausschaunendes Handeln gerade mal ausfällt.
    Viele von ihnen sind der Meinung, dass Schule und Bildung die wichtigsten Themen unserer Zeit mit unseren Kindern sind. Dem kann ich nicht zustimmen. Wem nützt das neue Auto, das Abitur oder ein anderer Abschluss irgendetwas, wenn er ggf einen Verwandten angesteckt hat, der vllt verstirbt. Wer freut sich noch über den Urlaub, wenn man selbst als junger Mensch longcovid mit neurologischen Störungen von dieser unverantwortlichen Schulpolitik zurückbehält.
    Übrigens haben auch Lehrer Familien. Wie der Staat derzeit über die Lehrkräfte verfügt, Maulkörbe verteilt und über die Aussetzung des Arbeitsschutzes die Gesundheit gefährdet kann ich kaum noch aushalten. Es schreit nur noch zum Himmel.
    Die Daten zeigen was wir erwarten müssen. Es ist keine Panikmache sondern Tatsache, dass viele Menschen sehr krank werden mit Langzeit- oder ggf mit Todesfolge. Ob man in die eine oder andere Gruppe gehören word weiss man erst im nachhinein.
    Ich trete unter diesen Bedingungen beim Regelschulbetrieb ohne Arbeitsschutz für eine Aussetzung der Schulpflicht in Pandemie Zeiten ein.

    Auf Twitter haben sich viele Lehrer und Eltern mit diesem gemeinsamen Ziel zusammengefunden.
    Es ist und bleibt ein Problem sich zielgerichtet zu strukturieren.
    Leider bin ich nicht mit den Fähigkeiten ausgestattet, die es braucht um einen professionellen Internet Auftritt zu gestalten. Jedoch gibt es unter ihnen sicher viele kluge Köpfe.
    Daher wäre ich froh wenn sich uns viele Eltern Lehrer und Schüler anschliessen und wie endlich in die Pötte kämen.
    Auch müssen rechtliche Schritte mit kompetenten Juristen gegangen werden und wir haben auchbsie Möglichkeit uns abzusprechen langfristig gemeinsam als Schüler uns Lehrer gemeinsam zu streiken.
    Ja ich weiss dass Lehrer nicht streiken dürfen.
    Jedoch wenn der Widerstand im großen Maßstab erfolgt, was sollen die Kultusminister wohl machen? Die können doch nur froh sein, wenn sie überhaupt noch Lehrer ins Schulamt bekommen und wenn die Lehrer ihren Dienst überhaupt wieder aufnehmen. Dass der Lehrerberuf nicht der attraktivste ist, hat sich wohl spätestens jetzt unter allen Studienanfängern herumgesprochen.

  15. Ich habe den Spiegel und das ARD-Hauptstadt-Studio gebeten über die Aussetzung des Arbeitsschutzes und alternative, sicherere Möglichkeiten der Beschulung zu berichten – nichts. Vielleicht versuchen es mal andere. Die Süddeutsche schweigt u. berichtet nur über Schule in Spanien. So, als hätten wir hier kein Problem.

    In unserer Schule gibt es nach Testung des ersten Corona-Falls einen zweiten. Der habe nichts mit dem ersten zu tun, weil man nicht nebeneinander sitze. Aereosole? Scheint es nicht zu geben. Abgesehen davon, dass die Schülerinnen und Schüler sich ja nicht bewegen im Klassenraum.

    An anderen Schulen in unserer Stadt gibt es auch Folgefälle. Wird aber nicht mehr darüber berichtet, erfährt man nur von Betroffenen.

  16. Wir haben seit den Schließungen der Schulen im März alle sozialen Kontakte nach außen gemieden. Jetzt sind die Sommerferien vorbei und wir sind gezwungen unseren Sohn in die Schule zu schicken. Es dauerte keine zwei Wochen und er zeigte Erkältungssymptome. Wir haben ihn natürlich sofort zuhause gelassen und den Kinderarzt aufgesucht. Die Ärztin hätte ihn nach kurzer Begutachtung eine Unbedenklichkeit für die Schule ausgestellt – ohne Test. Wir haben darauf bestanden. Ich will gar nicht wissen, wie viele Kinder so unbemerkt andere anstecken, nur weil keiner testen will.

    • Deswegen ist die Dunkelziffer vermutlich erschreckend höher, weil Kinder, die nicht schwer erkranken nicht getestet werden. Natürlich wird auch der ein oder andere schnöde grippale Infekt dabei sein, aber im Großen und Ganzen fände man garantiert den ein oder anderen Covid19 Fall.

  17. Ich kenne mittlerweile keine Schule in meiner Stadt, in der es keine Infektionsfälle gibt. Quarantäne für die Klassen? Fehlanzeige. Nur für die Schüler, die direkt daneben sitzen. Test für die Klassen? 3 Tage später, solange mischen sich alle munter weiter. Infektionsketten? Fehlanzeige, ist nicht zu beweisen die könnten sich auch im Supermarkt angesteckt haben. Bericht wenigstens in den lokalen Medien? Null. Corona findet an Schulen nicht statt. Nicht einmal die Eltern der Schüler meiner Schule wissen, dass es an meiner Schule Infektionsfälle gibt.

    • Weil es niemanden etwas angeht, außer den Betroffenen selbst.
      Wenn es Infektionsfälle wären, dann wären die betroffenen Personen nicht in Quarantäne sondern in Isolation.

      • @dickebank
        Was ist daran nicht zu verstehen, dass jemand, der infiziert ist (=Infektionsfall), das Virus jederzeit weitergeben kann? Auch dann, wenn er selber gar nichts von der Infektion merkt. Und ja, das ist auch bei Kindern so.

        Für jede Kopflaus schleppen die Kinder einen Extrazettel an, man muss als Eltern unterschreiben etc. pp. aber bei einer potentiell tödlichen oder heftige Langzeiterkrankungen auslösenden Virus-Pandemie haben die Eltern kein Recht darauf, das zu wissen????????????????????? (Die Anzahl der Fragezeichen spiegelt meine Empörung wieder.)

        Mann Mann Mann…

          • „Darüber hinaus steckt sich ein relevanter Anteil von Personen bei infektiösen Personen innerhalb von 1-2 Tagen vor deren Symptombeginn an (43, 46).“ Ganz schnell zu finden auf den Seiten des RKI…..

          • @NRW-Lehrerin: Geht nicht – der einzige Arzt seines Vertrauens ist AvL selbst. Statt des Pschyrembel hat er aber „Pippi Langstrumpf“ als Leitfaden im Regal stehen.

        • Der Vergleich zu den Läusen kam mir auch schon in den Sinn.
          Da gibt es Maßnahmen, Meldungspflichten, Erklärungen der Eltern bzw. Atteste vom Arzt – also eine Pflicht, diesen zu besuchen, Anschreiben an alle in der Klasse, Aushänge an den Außentüren,
          gleiches auch bei Krankheiten, dann hängt ein Zettel an der KiGa-Tür „Bei uns ist ein Fall von Scharlach aufgetreten“.
          So sind andere Eltern informiert und aufmerksamer.

          Bei Läusen in der Klasse gucken viele Eltern dann beim eigenen Kind doch mal genauer hin. Nicht alle sagen Bescheid, aber als Lehrkraft kann man es am Geruch des Läusemittels, der dann im Raum steht, erkennen, dass mehrere auch davon Gebrauch gemacht haben.
          Gibt es gehäuft Fälle, kommt das Gesundheitsamt und kontrolliert alle Köpfe … und gibt entsprechende Briefe mit nach Hause, denn die Behandlung der Köpfe bleibt Elternsache.
          Mal sehen, wie die Läusezeit in diesem Herbst sein wird, vielleicht fällt sie aus, weil die Kinder aus anderen Gründen alle zu Hause bleiben.

          Jeder, der es locker nimmt, ersehnt sich offenbar die erneuten Schulschließungen und weitere Einschränkungen für alle.

  18. Kann man sich da nicht für eine Sammelklage zusammenschließen? An unserer Schule wundere ich mich, dass die Eltern alle die Füße still halten und keiner was sagt. Meine Tochter geht in Bayern zur Schule. Nach einer Woche der erste Corona Fall. Eine 9.Klasse kam in Quarantäne, die Lehrer die dort unterrichtet haben wurden getestet und mussten bis zum Ergebnis weiter unterrichten unter anderem bei meiner Tochter. Ihr Vater gehört zur Risikogruppe. Sie kann sich kaum auf den Unterricht konzentrieren. Hat Angst sich anzustecken. Sieht, dass die Regeln nicht eingehalten werden, dass nicht gelüftet wird, dass sich die Schüler in der Pause umarmen. Bayern hat zur Zeit die höchsten Zahlen. Die Grenzwerte werden überschritten. Trotzdem wird nicht wie versprochen Distanzunterricht eingeführt. Der Piazolo stellt sich hin und zeigt sich zufrieden mit dem Schulstart. Man ist so hilflos und fühlt sich ausgeliefert. Warum ist so vielen Eltern egal was mit ihren Kindern passiert? Meine Tochter wird ihres Lebens nicht mehr froh, wenn Sie uns die Krankheit nach Hause bringt. Jetzt sollen wir zu Hause Abstand halten… Mein Kind braucht aber gerade jetzt Trost. Wie so das nur im Herbst werden. In der Pause darf im Unterricht die Maske abgenommen werden, im Klassenraum. Dann essen alle und umarmen sich, die Lehrer sind dann weg. Es ist alles die reinste Verarschung… Ich denke an einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht. Hat man da eine Chance?

    • Nein was Schule betrifft haben die Gerichte schon alles abgelehnt. Übrigens treffen sich die Kinder und Jugendlichen auch in der Freizeit und Verein. Kinder haben ein Recht auf ein soziales Leben und gleichaltrige Kinder. Laut GG haben Sie die Fürsorgepflicht, Ihr minderjähriges Kind hat weder die Verantwortung, noch die Pflicht Sie zu schützen. Und es ist schlimm, wenn Kinder dann Angst haben, dass sie schuldig sein könnten, dass ihren Eltern etwas passiert.

      • Und es ist schlimm, wenn Kinder dann Angst haben, dass sie schuldig sein könnten, dass ihren Eltern etwas passiert.

        @Lena R.
        Nein, schuldig sind Leute wie Sie, die ihre persönlichen Freiheitsrechte über das Recht der Allgemeinheit auf Gesundheit und Unversehrtheit stellen.
        Wahrscheinlich haben Sie selbst gar keine Kinder. Ahnung davon, was in einem Kind vorgehen wird, wenn durch eine Infektion, die das Kind weitergegeben hat, ein näher Angehöriger erkrankt oder er gar stirbt, haben Sie jedenfalls nicht!!!

        • @ Mama07, ich habe 4 Kinder 31, 29,24 und knapp 10, nein meine Tochter darf lachen und glücklich sein, zum Reiten, in den Sportverein, und ihre Freundinnen treffen, in unserer Schule sind alle Kinder da und die leben auch so. Mir ist kein Fall bekannt, dass das Angebot zur Aussetzung der Präsenz genutzt wird. Meine Schwiegertochter ist Lehrerin und sie hat kein Problem mit Präsenz. Morgen fahren wir zur Einschulungsfeier des Patenonkels meiner Tochter, Realschullehrer in Wertheim, der auch entspannt unterrichtet.

          • „ich habe 4 Kinder 31, 29,24 und knapp 10“ Tja, Sabine, leider verquatscht, dass wars dann mit „Lena R.“ ,oder?

          • „… meine Tochter darf lachen und glücklich sein, zum Reiten, in den Sportverein, und ihre Freundinnen treffen,…“
            @Lena R. alias Sabine S.
            Sie haben den Urlaub in Skandinavien vergessen!!!

  19. Hallo,
    Ich 35, Mutter von 2 kindern(8 und 5 Jahre),
    Seit über 20Jahren Typ1 Diabetiker mit Folgeerkrankungen habe seit März beide Kinder zuhause, ich habe solche Angst davor mich anzustecken, hinter meinem Rücken wird bestimmt getuschelt, warum die ihre Kinder isoliert… Mir ist bewusst, dass die Kinder ihre Freunde und das soziale Miteinander vermissen, aber was bringt es den beiden, wenn sie mich anstecken und ich eventuell einen tödlichen Verlauf habe….?!! Oder sie stecken auch meine Mutter an, 70 und auch Diabetiker mit vorerkrankung… Am Anfang war es ganz ganz wichtig alle Risikogruppen zu schützen, Oma und Opa auf keinen Fall mehr zu besuchen, jetzt holen Omas und Opas Kinder von Kita und Schule ab, schon seltsam…. Der Herbst und Winter wird uns so um die Ohren fliegen, ich bin gespannt was dann passiert!

    • Mona und Ich bin so sauer, haltet euch an Illy. Am 17.9 hat sie hier auf dieser Seite einen längeren Text geschrieben und darunter ihre email 2020aufbruch@gmx.de verlinkt.
      Direkt darüber hat Manuela Klatt die mail von Markus Lanz verlinkt (Um Öffentlichkeit zu schaffen).
      Da unsere Kultusminister sich, zur Eindämmung einer Pandemie und zum individuellen Infektionsschutz, ein Hygienekonzept nach den Empfehlungen von Berufsverbänden gestrickt hat haben und noch immer den Rat der Wissenschaft (Leopoldina, Aerosolforscher Prof. Kriegel, Ad hoc Kommissionen Sars-Cov2) ignorieren, während die Infektionszahlen steigen, ist zu hoffen, dass die Verwaltungsgerichte nicht mehr so schnell und formaljuristisch urteilen wie, zumindest war das mein Eindruck, in den Corona-Schulverfahren der letzten Wochen.
      Ich bin keine Juristin, habe nur seit ich während meiner Oberstufenzeit Recht als Wahlfach hatte und auch beruflich mit Arbeits- und Gesundheitsschutz (Rechten) zu tun hatte, mich fortlaufend für juristische Angelegenheiten interessiert, aber m.E. werden, was Regelbetrieb Schule angeht, gleich mehrere Grundrechte verletzt.
      1 Recht auf bürgerliche Unversehrtheit
      2 Recht auf Sicherheit
      3 Gleichheit vor dem Gesetz
      4. Schutz der Familie…

      Wenn der Gesetzgeber durch seine Gesetzgebung den Menschen zum Objekt staatlichen Handelns macht, ihn als Subjekt (Individuum) nicht mehr wahrnimmt, verletzt er massiv sein Würde. Er entmenschlicht ihn!
      Von daher gehören Klagen seitens der Eltern und auch der Pädagogen m.M. vor das Bundesverfassungsgericht. Fragt eure Rechtschutzversicherung oder die öffentlichen Rechtsauskünfte. Es gibt auch Verfassungsrechtler in Kanzleien.

  20. Also laut aktueller Auswertungen an unserer Schule haben wir in den vergangenen Wochen nach den Sommerferien schon fast so viel Unterrichtsausfall wie im ersten Halbjahr des letzten Jahres. Ganze Klassen müssen daheim bleiben, da einfach kein Personal da ist. Die, die nicht kommen, wurden verheizt oder sind in Quarantäne, die, die noch kommen, werden mit Klassenzusammenlegung, Massen an Vertretungen und Sonderaufgaben in die Erschöpfung getrieben. Letzte LK, von 35 waren 13 da, inklusive Schulleitung.

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