Corona-Krise: GEW konferiert mit Eltern und Schulleitern über mögliche Lösungen

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DÜSSELDORF. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten die Entscheidung über eine gemeinsame Corona-Strategie auf die nächste Woche vertagt haben, breitet sich laut GEW die Pandemie an den Schulen deutlich weiter aus – auch in NRW: Fast 75.000 Schüler und rund 5.000 Lehrkräfte sind laut Gewerkschaft landesweit in Quarantäne, an jeder fünften Schule findet kein regulärer Präsenzunterricht statt. Stattdessen gibt es Schließungen oder Teilschließungen. Tendenz steigend. Eine Online-Konferenz am Montag will über Lösungen beraten.

Erwartet in der kommenden Woche keinen Durchbruch: GEW-Landeschefin Maike Finnern. Foto: GEW NRW

„Seit Schuljahresbeginn setzt das Schulministerium alleine auf Präsenzunterricht, der teils unter fragwürdigen Bedingungen (Stoßlüften und Zwiebellook) stattfindet und gleichzeitig gegen übergeordnete Coronaschutzvorgaben wie das Abstandsgebot verstößt“, so erklärt die GEW in einer Pressemitteilung. „Distanzunterricht wird nur als letzte Möglichkeit gestattet, wenn die Ansteckungs- und Quarantänesituation dies unumgänglich machen, obwohl viele Schulen inzwischen Konzepte entwickelt haben, die ausgerichtet an den lokalen Erfordernissen und Möglichkeiten bessere schulische Arbeit ermöglichen.“

GEW: „Wir gehen davon aus, dass vorerst nicht mit einer Entspannung der Situation zu rechnen ist“

Ein Bündnis der Bildungsgewerkschaft GEW, Schulleitervereinigung und Elternverbänden will diese Situation nicht länger hinnehmen und lädt ein zu einer Corona-Konferenz aus Betroffenensicht: „Schule in Coronazeiten – Was geht besser?“ „Wir gehen davon aus, dass vorerst nicht mit einer Entspannung der Situation zu rechnen ist und der vom MSB (also dem Ministerium für Schule und Bildung NRW, d. Red.) vorgegebene Weg den Gegebenheiten vor Ort und den Bedürfnissen von Schule und Unterricht weiterhin nicht gerecht wird“, erklärt GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern für den Kreis der Einladenden.

„Die Vertreter*innen der eingeladenen schulinternen Praktiker und  Akteure aus Politik und Verwaltung haben an diesem Abend die Möglichkeit, die Situation der letzten Monate zu analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten  für die schulische Arbeit zu diskutieren“, fügt Harald Willert, Vorsitzender der Schulleitungsvereinigung NRW, hinzu. Klaus Hebborn, Städtetag NRW, hat seine Teilnahme zugesagt. Vertreter des Schul- und Gesundheitsministeriums sind angefragt.

„Wir sind an schnell umsetzbaren, praktischen Lösungen interessiert, die die Komplettschließungen von Schulen verhindern“

„Angesichts der dynamischen Entwicklung sind wir an schnell umsetzbaren, praktischen Lösungen interessiert, die die Komplettschließungen von Schulen verhindern. Eine Reihe von Schulleitungen und Kommunen sind von der Landesregierung ausgebremst worden, als sie das im ganzen Land verordnete Abstandsgebot im Schulunterricht umsetzen wollten. Das ist kaum vermittelbar“, sagt Jutta Löchner, Vorsitzende der Landeselternschaft Gymnasien in NRW.

„Die Teilhabe aller Schüler*innen braucht in Coronazeiten mehr Unterstützung und geht über Bildung und Betreuung hinaus. Neben dem Schutz vulnerabler Lehrer- und Schülergruppen, müssen schulische Therapie- und Förderangebote sowie häusliche Hilfen ausgebaut werden,“ fordert die Vorsitzende der Landeselternkonferenz NRW, Anke Staar.

Übertragung der Konferenz per Live-Stream: Montag, 23.11.2020, 19.00 bis 20.30 Uhr

FACEBOOK: https://www.facebook.com/gew.nrw/live
YOUTUBE: https://youtu.be/WIlIC4sMxKg

Wie Schulleitungen vom Land unter Druck gesetzt werden, Probleme mit Corona zu verschweigen – und zu lügen („Ihre Schule ist sicher“)

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2 KOMMENTARE

  1. Von wem können Schulleitungen denn in diesen Zeiten unter Druck gesetzt werden? Welche Mittel stehen denn den Unter-Durch-SetzerInnen zur Verfügung? Disziplinarverfahren? Lassen Sie sie doch klagen. Ich weiß nicht vor welchem Gericht Sie da z.Z. verlieren könnten, wenn Sie in unserem akzeptieren Rechtsrahmen bleiben. „Solingen“ dürfte ein Einzelfall beiden …

  2. Schulen in NRW werden mit allen Mitteln auf Biegen und Brechen offengehalten. Es wären durchaus Differenzierungen unter den verschiedenen Schultypen machbar. Hier in NRW nicht, weil das Ganze ein Politikum ist und mit den Realitäten, z.B. an Berufsschulen, nichts aber auch gar nichts mehr zu tun hat. Eltern mit minderjährigen Kindern sind ein hohes Wählerpotential! Ich darf mich mit 10 Personen aus zwei Haushalten treffen, aber den Lehrern werden Treffen mit bis zu 32 Haushalten in einem Raum gestattet? Nicht nachzuvollziehen und ein desaströses Verhalten der Landesregierung im Umgang mit Corona. Schule um jeden, absolut jeden Preis?
    Überlasst den Schulen die Organisation und haltet Euch raus!

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