Philologen: Wechselunterricht nur für einige Schüler sorgt für organisatorische Probleme

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MÜNCHEN. Der Bayerische Philologenverband hat die von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigte Einschränkung des Präsenzunterrichts kritisiert, weil damit organisatorische Probleme für die Schulen verbunden sind. „Sicherheit steht an erster Stelle. Wenn die Infektionen nicht zurückgehen, muss gehandelt werden. Allerdings bringen die angekündigten Maßnahmen die weiterführenden Schulen in den nächsten zwei Wochen in eine Schieflage”, sagt Verbandsvorsitzender Michael Schwägerl. 

Wie soll Distanzunterricht und Präsenzunterricht gleichzeitig organisiert werden? Foto: Shutterstock

Geplante Leistungserhebungen ab Klasse 8 würden in den nächsten beiden Wochen bayernweit praktisch nur sehr schwer oder gar nicht zu organisieren sein. „Leider haben sich viele Schüler schon auf die Schulaufgaben vorbereitet, aber das ist wohl der Preis, wenn kurzfristig entschiedene Pandemiemaßnahmen auf das geplante und langfristig angelegte System Schule treffen”, so Schwägerl weiter. Die Forderung der Philologen an das Kultusministerium: Die Erwartungen müssen gesenkt werden.

Gute Konzepte für den Distanzunterricht lassen sich nur bei vollständigen Schulschließungen umsetzen

Noch größere Schwierigkeiten sieht der Verband der Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in den Hot-Spots bei einem Inzidenzwert von über 200, wo die Klassen acht aufwärts bis auf die Abschlussklassen komplett in den Fernunterricht wechseln sollen. Es gebe zwar gute Konzepte für den Distanzunterricht, so meinen die Philologen. Diese ließen sich aber 1:1 nur bei einer vollständigen Schulschließung umsetzen. Der heute angekündigte Fahrplan schreibt aber einen Distanzunterricht ab Klasse 8 neben dem Präsenzunterricht vor. Gerade die Gymnasien werden hiervon sehr betroffen sein.

Schwägerl illustriert dies an einem Beispiel: Die Lehrkraft ist in der Schule anwesend und unterrichtet stundenplangemäß in der 1. Stunde die 5. Klasse, in der 5. Stunde die 7. Klasse und in der 10. Stunde die 12. Klasse. Dazwischen müssen aber noch eine 10. und eine 8. Klasse auf Distanz versorgt werden. Aufgrund oftmals ungenügender technischer Voraussetzungen in der Schule wird hier der Distanzunterricht an seine Grenzen kommen, sagt der Verbandschef voraus. „Wir appellieren deshalb ganz stark an alle Beteiligten, also Schüler und Eltern: Das jetzt für 1,5 Wochen zu praktizierende Modell ist eine Notlösung. Es kann und wird nicht immer Distanzunterricht so stattfinden können, wie er in den Konzepten des Ministeriums und der Schulen gedacht ist”, so Schwägerl.

Gesundheitsschutz für Lehrerinnen und Lehrer wird nicht verbessert

Bei den angekündigten Maßnahmen fehlten zudem Aussagen zur Steigerung des Gesundheitsschutzes bei Lehrkräften. „Die Lehrerinnen und Lehrer sind weiterhin stark unterwegs, sie haben 100 und mehr Kontakte und daran ändert auch der Wechselunterricht wenig. Immer noch aber warten die Lehrkräfte auf genügend FFP2-Masken, die sie dauerhaft schützen können. Wenn nicht jetzt der Zeitpunkt für verstärkten Gesundheitsschutz an den Schulen ist, wann dann?”, fragt Schwägerl. News4teachers

Bayern schränkt den Schulbetrieb massiv ein: Für ältere Schüler Wechselunterricht, ab Inzidenz 200 für sie nur noch Distanzunterricht

 

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47 KOMMENTARE

  1. Ich finde alles toll, was die Kultusminister machen. Egal was, ich bin dafür. Ich bin auch total zufrieden mit der aktuellen Situation in der Schule. Das Drittel an Kollegen, die das anders sehen, sind mir total egal.
    Hier bin ich auch nur, um zu provozieren und um Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber das habt ihr alle ja schon gemerkt, ihr schreibt das ja auch dauernd. Das tut so gut. Dann poste ich unter jedem Artikel hier immer wieder das gleiche und jedes Mal funktioniert es wieder. Dafür will ich jetzt einfach mal Danke sagen.

    • 😀 Ich auch.

      Aber es stimmt ja auch, hier schreiben rund 25-50 Leute unter jedem Artikel immer das Gleiche und sind sauer, wütend, ausfällig, wenn 5 Leute ihre andere Meinung auch wiederholt vertreten.

      Ein Drittel der Lehrer, die Angst wegen Corona haben, zur Arbeit zu gehen, sind mir nicht egal. Aber zählt die Meinung der zwei Drittel, die keine Angst haben, nicht? Seltsame Logik.

      • Auch wenn Sie es immer wieder im Leserforum verbreiten: Es stimmt nicht, dass zwei Drittel der Lehrer „keine Angst“ haben. Laut Umfrage der DAK, auf die Sie sich beziehen, haben ein Drittel der befragten Lehrkräfte angegeben, mit Angst in den Unterricht zu gehen – ein weiteres Drittel macht sich Sorgen um seine Gesundheit. Außerdem stammt die Befragung von Ende Oktober, sodass sich angesichts der steigenden Infektionszahlen durchaus Änderungen im Stimmungsbild ergeben haben könnten. Hier nachzulesen: https://www.news4teachers.de/2020/11/corona-bringt-lehrer-massiv-unter-druck-sie-arbeiten-wesentlich-mehr-zwei-von-drei-unterrichten-zudem-in-angst/

        Herzliche Grüße
        Die Redaktion

        • Kann ich bestätigen.
          Bei uns an der Schule scheint es eine statistische Auffälligkeit zu geben. Alle 110 Lehrer zählen zu dem Drittel mit Angst. Richtig wohl ist bei uns eigentlich keinem in der jetzigen Situation.

        • Ja, liebe Redaktion, da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. So steht es da: 2/3 hat keine Angst, 1/3 hat Angst, 2/3 macht sich Sorgen usw.-usf. Das habe ich doch auch etliche Male verlinkt. Genau so steht es da.

          Hier: „Die meisten Lehrerinnen und Lehrer (66 Prozent) haben wegen Corona keine Angst im Job. Immerhin ein Drittel stimmte aber der Aussage zu, aufgrund der Situation Angst zu haben, zur Schule zu gehen. Zwei von drei Befragten gaben an, sich seit Corona größere Sorgen um die eigene Gesundheit zu machen.“
          https://www.rtl.de/cms/dak-umfrage-lehrer-fuehlen-sich-durch-krise-mehr-belastet-4656960.html

          Natürlich kann sich das Stimmungsbild ändern. Eine neue Studie ist mir aber nicht bekannt.

          • Es stimmt aber nicht, auch wenn Sie eine Spitzenquelle wie RTL bemühen.

            Wörtlich heißt es in der Studie: „Etwa ein Drittel gab an, aufgrund der Situation Angst zu haben zur Schule zu gehen (trifft voll und ganz zu: 7,4%, trifft eher zu: 26,2%). Für einen Großteil der Befragten traf diese Aussage eher nicht zu (40,6%), für ein Viertel überhaupt nicht zu (25,8%). Die Angst sich bei den Schüler*innen mit dem Corona-Virus anzustecken, war verbreiteter als die generelle Angst zur Schule zu gehen: 51,4 % Prozent stimmten dieser Aussage zu (trifft voll und ganz zu 15,7%, trifft eher zu: 35,8%,).“

            „Eher nicht“ ist nicht „keine Angst“. Und wenn 51 Prozent sich konkret vor einer Ansteckung fürchten, dann haben nicht „2/3 keine Angst“, wie Sie hier dauernd behaupten.

            Quelle: https://www.dak.de/dak/bundesthemen/corona-krise-jede-vierte-lehrkraft-burnout-gefaehrdet-2389006.html#/

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • Liebe Redaktion,

            ich kann nur auf die Zahlen verweisen, die ich kenne. In mehreren Zeitungen wurde so berichtet, wie ich schrieb. Wenn man „eher keine Angst“ nicht zu „keine Angst“ rechnen darf; dann darf man doch aber „eher Angst haben“ auch nicht zu „Angst haben“ rechnen.

            In der PDF-Datei auf Ihrer Seite lese ich:
            „Neben den Einschätzungen zum Schulalltag wurde das Schulpersonal nach ihren persönlichen Ängsten und Sorgen befragt. Etwa ein Drittel gab an, aufgrund der Situation Angst zu haben zur Schule zu
            gehen (trifft voll und ganz zu: 7,4%, trifft eher zu: 26,2%). Für einen Großteil der Befragten traf diese
            Aussage eher nicht zu (40,6%), für ein Viertel überhaupt nicht zu (25,8%). “

            Danach wäre es ja auch nicht gerechtfertigt zu sagen, dass 1/3 Angst hat, denn das trifft für 26,2% „eher zu“ und nur für 7,4% „trifft es voll zu“. Aber meinetwegen verweise ich künftig darauf, dass ich zu den 66% der Lehrkäfte zähle, die trotz Corona keine oder eher keine Angst haben, zur Schule zu gehen.

            Mal schaun, was die neueste Umfrage ergibt. Bestimmt gibt es bald wieder eine.

          • War die Umfrage nicht vom 26. Oktober?

            Bei uns ist seitdem die Stimmung auch sehr gekippt. Vor allem, seit unser Landkreis nun auch endlich rot ist und es Infektionen unter Ärzten und beim Krankenhauspersonal gibt.

            Ob wir nun ein Drittel oder zwei Drittel sind oder waren….. die Stimmung kippt. Vermutlich überall.

            Ich persönlich habe schon lange Sorgen, da ich in extrem vielen Kohorten eingesetzt bin, mit Abstand, ohne Abstand, Kinder auf dem Schoß mit Tropfnasen, mit (durchgeweichten) Masken und ohne diese, mit dem lustigen Lüftungs“konzept“, … und letztlich wenig Vertrauen in „meine“ KuMi, die sich jetzt nicht den A abfriert. Minustemperaturen. Als wäre das im Winter nicht vorhersehbar – oder war man im
            KuMi schon – völlig progressiv – auf den Klimawandel mit steigenden Temperaturen eingestellt? Oder wollen uns diese Schelme auf diese Weise beibringen, dass es den Klimawandel nicht gibt und die FfF-Bewegung auch nur lustig ist? Wieder ein Geniestreich, Chapeau, meine Damen und Herren!

  2. Hallo,
    so kann das nichts werden, jetzt kommt die Politik mal den Forderungen der Lehrer nach und schon krätscht ein „Lehrerverband“ dazwischen.
    Ich bin selbst Lehrer und verstehe das nicht so ganz, Hybridunterricht ist grds. leicht umzusetzen, man braucht:
    – Laptop oder PC (wenn nun kommt, dass wir Lehrer keine 200€ dafür haben, dann verstehe ich meine Kollegen nicht mehr, dass kann sich jeder von uns Leisten)
    – Internet (weil unser Festanschluss nicht ausgereicht hat, wurden HandyNetzRouter angeschafft mit entsprechenden Verträgen ging ein paar Tage dann lief es, nur der Lehrer hat immer die Bildfunktion an, spart Daten. Schüler mwd wenn aufgerufen).
    – Videokonferenzsoftware gibt es kostenfrei
    – wenn man jetzt noch einen Visualizer hat, kann man toll unterrichten. Wenn nicht muss man halt mit Libre-Office arbeiten. Geht auch.

    Fortbildung hierfür: 15min max 30min.

    Und weniger Kontakte = mehr SIcherheit!

    Gruß aus Baden
    Zusatzaufwand für uns Lehrer: 2-4%. Effektivität 80%.

    • @Ale: Das Problem ist offensichtlich folgendes: Wenn nur ein Teil der Klassen/ Lerngruppen im Distanzunterrricht beschult wird und der Rest nach Plan:
      a) muss nach dem ursprünglichen Stundenplan unterrichtet werden – das gilt sowohl für den Präsenz- als auch den Distanzunterricht. Präsenz- und Distanzunterricht können sich dabei während des Schultages durchaus mehrfach abwechseln.
      b) muss infolgedessen den ganzen Tag von der Schule aus unterrichtet werden.

      Konsequenz daraus ist, dass die erfolgreiche Durchführung des Distanzunterrrichts von der technischen Ausstattung der Schule – insbesondere von ihrer Internetanbindung – abhängig ist. Das kann schon – je nach lokalen Gegebenheiten – MASSIVE Probleme machen! Die nicht von der Hand zu weisende Befürchtung des Bayerischen Philologenverbandes ist, dass das Ganze schiefgehen wird und dass die Lehrkräfte von den Eltern für fehlende technische Voraussetzungen verantwortlich gemacht werden, für die sie als Lehrkräfte einfach nichts können.

  3. Ich begrüße ja, dass die Schulen bis Klasse 7 offenbleiben. Erst Kinder ab Klasse 8 mögen viele Eltern alleine zuhause lassen.

    Wechselunterricht sorgt nicht nur für organisatorische Problem bei den Schulen. Unterricht in halben Klassen bedeutet in der Regel auch nur halb so viel Unterricht. Da fällt nicht nur ein bisschen Stoff weg, sondern quasi der Stoff eines halben Schuljahres. Das ist schon eine Hausnummer. Bei uns z.B. darf ja im Heimunterricht nichts Neues vermittelt werden, das darf nur im Präsenzunterricht geschehen. Somit ist der Heimunterricht nur eine Art „erweiterte Hausaufgaben“. Machen die dann eigentlich alle? Können die alle machen?

    Verlängerte Ferien, wie nun auch wieder diskutiert wird (Lauterbach), sind ganz nett für Lehrer und Schüler, aber sie bedeuten defacto Schulschließungen. Dann fällt zusätzlich Unterricht aus, aber vor allem stellen sie viele Eltern vor ein immenses Betreuungsproblem. Sollen die Eltern dafür ihre Urlaubstage nehmen? Aber selbst wenn Arbeitgeber das erlauben, es fehlen dann überall Beschäftigte in Größenordnungen. Ob die Lehrer einzuspringen bereit wären, denn die sitzen ja bei verlängerten Ferien zu Hause. Ich glaube nein.

      • Es kann ja schön sein, dass es hier niemanden juckt. Ich denke es juckt in der Gesellschaft spätestens wenn man die Schule verlassen oder keine schulpflichtigen Kinder mehr hat auch niemanden mehr wie mit Lehrern umgegangen wird. Aus der tollen heilen Welt Schule im Elfenbeinpalast kann man ja sehr gelassen auf die Anderen niederblicken. Ich denke wenn das Lehrerimage weiterhin so sinkt wird es nicht mehr lange gehen bis die erste Partei im Wahlkampf an die Verbeamtung von Lehrern Ran geht. Das ist dann zwar reiner Populismus und nicht zielführend, wird aber in der jetzigen Lage einige Wählerstimmen bringen.

        • Hahaha. Ich lach mich schlapp!

          Mal bitte kurz weiterdenken- Was passiert, wenn Lehrkräfte nicht mehr verbeamtet werden?

          Hiermit haben sie eine offizielle Einladung in den Elfenbeinpalast! Um 09:30 Uhr ist Frühstückspause in der Mensa. Ich lade sie zu einem gemeinsamen Frühstück mit etwa 400 Schülerinnen und Schülern ein. Ganz ohne Abstand. Willkommen im Elfenbeinpalast!

          • Sollten Kindergärten, Schulen, jüngere Klassen in meinem Umfeld schließen, bleiben die Eltern zu Hause. Als Sozialarbeiter bin ich in einem großen Schulzentrum tätig, wir haben Schüler ab Klasse 8 ca 1700 Jugendliche, alles ist für digitalen Unterricht vorbereitet, 3 Klassenzimmer sind mit Plexiglas versorgt, ansonsten haben wir Luftfilter von Firmen bekommen. Meine 3 Kinder sind auf Grundschule und Gymnasium. Ganz klar gesagt, die Notbetreuung war schlecht. Wir brauchen keine Betreuung durch Lehrer, sondern Unterricht. Die Grundschüler mussten dann von den arbeitenden Eltern noch unterrichtet werden. Fragen beantwortet, neue Themen erklärt. Kinder in Kl. 5/6 wurden allein gelassen und taten nichts.
            Dieses Mal bleiben mehr Eltern zu Hause, 2 mal Krankschreibung am Telefon, macht 4 Wochen, dies gilt auch für Wechselunterricht.
            Herr Kretschmer aus Sachsen droht mit dem Lockdown, kein Problem, dann bleiben die Eltern mal 4 Wochen zu Hause.
            Das gilt auch für das medizinische Personal, die sich in letzter Zeit viel krank schreiben lassen. Die sind richtig sauer. Klatschen allein reicht nicht. Da ist es weniger der Gesundheitsschutz sondern das Geld, denn wussten Sie, dass der Gesundheitsminister deren Arbeitszeit verkürzt und die Pausen verlängert hat?

    • @Oka: „Unterricht in halben Klassen bedeutet in der Regel auch nur halb so viel Unterricht.“ – Bei uns interaktive Whiteboards mit angeschlossenem Computer in nahezu jedem Klassenraum, Tablet für jede Lehrkraft, leistungsfähiger Internetanschluss.
      Infolgedessen können die Schüler, die sich im Heimunterricht befinden, per Videokonferenz zugeschaltet werden und das Tafelbild sowie mindestens die Stimme der Lehrkraft über die Videokonferenz verfolgen.
      Das läuft natürlich nicht völlig problemlos, aber halbe Klassen = halber Unterricht?
      Äh, nein – bei uns jedenfalls nicht.

      • Aber Oka ist doch Lehrkraft, der weiß das doch viel besser als wir Lehrer. Es fällt ja auch direkt ein halbes Schuljahr aus, wenn wir mal ein paar Wochen Wechselunterricht machen. Dass man mit halben Klassen viel mehr Stoff durch bekommt, das ist der Lehrkraft Oka leider fremd.
        Die Schüler dieser Lehrkraft tun mir irgendwie leid, sie scheint ja den ganzen Tag hier zu schreiben, da bleibt nicht viel Zeit zum unterrichten.

  4. Kann man sich nicht endlich von der Illusion lösen, dass es ein normales Schuljahr sein wird? Wir können alle froh sein, wenn das Gesundheitssystem nicht an den Anschlag gerät und alle dieses Jahr überleben. Vielleicht wäre es gut, wenn die Zahl und Termine der Leistungsnachweise einer Pandemie angepasst würden.
    Wenn der Distanzunterricht ruckelt, dann ist das eben so. Auch in unseren Telkos ruckelt es häufig. Es gibt Wichtigeres. Wenn die Ausstattung fehlt, bekommt der Schüler das Material auf anderen elektronischen Wegen. Das sind ältere Schüler, die können auch einmal ohne Liveschaltung arbeiten.
    Mich nervt dieses Theater um Schulen bei 500 Toten am Tag zunehmend.

    • @xy: „Kann man sich nicht endlich von der Illusion lösen, dass es ein normales Schuljahr sein wird?“ – Die Kultusminister haben Angst, dass die Vergabe der Abschlüsse nicht regulär klappt, dass dadurch das Ausbildungssystem in Mitleidenschaft gezogen wird und dass Distanz- bzw. Wechselunterricht die nicht bzw. zu zögerlich und unvollständig erfolgte Digitalisierung der Schulen gnadenlos aufdecken. Aber am meisten Angst haben sie davor, für all das die Verantwortung tragen zu müssen. Da kann man 500 Tote am Tag anscheinend schon mal vergessen. Jedenfalls wenn man die „richtigen“ Qualifikationen für das Amt eines Kultusministers mitbringt…

      • Genau so sieht es aus. Ich bin in unserem Konzern für die Ausbildung zuständig. Die Ausbildungsverträge für 2021 sind schon unterschrieben, aber wir führen zu Ostern nochmal ein Audit durch ob die Notengebung auch dem Leistungsstand unserer zukünftigen Azubis entspricht. Die eben durchgezogenen Prüfungen konnten nur auf gewohntem Niveau bestanden werden, weil wir selbst die Defizite der Schulen vom Frühjahr aufgefangen haben. Dies durch die Lehrer zu machen war von NULL Interesse und Motivation geprägt, selbst nach wöchentlichen Nachfragen an der Berufsschule. Nocheinmal wird mir das nicht passieren, bezahlt werde ich dafür nicht. Auf die fälligen Absagen sollte man draufschreiben: Bedanke Dich herzlich bei Deinen Lehrern.

      • Und es lässt sich nicht mal ein halbes Jahr verlängern, da ….. tada! zu wenig Lehrkräfte da sind.

        Und nun von vorn.

        Ja, hier ist Flexibilität erforderlich, Anerkennung der Realität und wenn Bildung tatsächlich wichtig ist und Sozialkontakt auch, dann

        a) LD
        b) Wechselunterricht, digital, wenn möglich, es gibt auch Briefkästen für analog
        c) Prüfungen aussetzen, verschieben, reduzieren
        d) Schuljahrverlängerung, vielleicht nur bei einigen (arme Wirtschaft)
        e) in Bildung auch personell investieren / halbe Klassen (na, klingelt da was?)
        f) und endlich mal Ruhe in diesen ganzen Mist bringen

        Wer jetzt noch Worte wie Bildung, Chancengleichheit etc. in den Mund nimmt…. muss sicher noch mal genau hingucken. Soll meine Schule dicht gemacht werden, weil Bayern dicht macht? Aus Gründen der Sicherheit auf jeden Fall, auch wegen der Chancengleichheit? Was ist bei Lehrerausfall? Einiges hier hört sich dramatisch an. Alle Schulen dicht, da die einen lernen können, die anderen niemanden haben, der sie unterrichten kann?

        Es gibt zuviele Worthülsen, die hier bedient werden sollen – immer zu 100% von allen für alle. Das klappt nicht.

        Gibt es noch Ziele? Wenn ja, wie sehen die aus? Geld sparen, Leute sparen, Arbeitsschutz aussetzen, mitFallzahlenkekorden in’s Guinness-Buch? Alle nicht meine.

        • Endlich vernünftige Lösungen:
          Punkte a bis f: Wurden ALLE vorgeschlagen und es wäre auch möglich gewesen. Nur die Lehrer waren total resistent. Es ist keine vernünftige Lösungsfindung möglich. Ich rief JEDEN Montag seit den Sommerferien in der Schule an, wann denn der Unterricht nachgeholt wird, wir waren offen für alle Daten. Ich wurde immer nur vertröstet „ja, das wird gemacht“. Das war JEDEN Montag bis auf den in den Herbstferien und der vor der Abschlussprüfung. Meine Meinung können Sie sich ja jetzt denken. Warum gründen viele Konzerne wie ALDI, EnBW, Audi, grosse Banken und Versicherungen ihre eigenen Berufsschulen? Vielleicht weil die vorhandenen nichts taugen? Wieviel Unterricht ist bei solchen privaten Berufsschulen ausgefallen und wurde nicht nachgeholt? NULL! Wir als RWE-Tochterkonzern werden uns wenn es irgendwie möglich ist auch solchen Instituten zuwenden, wo engagierte Lehrer arbeiten, die übrigens auch in den Ferien unterrichten und die Ausbildung somit flexibler gestaltet werden kann. Diese angestellten Lehrer arbeiten sich übrigen auch nicht zu Tode und sind dazu noch erreichbar, freundlich und nicht so massiv arrogant. Ich denke durch die Blockadehaltung der Lehrer werden sie sich ihren Ast selbst absägen, wenn die finanziellen Nachwirkungen der Pandemie in der Staatskasse durchschlagen.

  5. Als ich die Überschriften und Schlagzeilen sah, dass der so sehnlichst seit Monaten von den Lehrern jetzt endlich stattfindet. Habe ich mich gefreut, dass die Kollegen nun ihre Forderungen wenigstens zum Teil erfüllt bekamen. Ich hatte zwar das Gefühl, dass es wie üblich wieder nicht recht sein könnte. Aber sie haben ja so lange drum gekämpft und auch die Schüler für ihre Anliegen ins Boot geholt, dann muss es ja passen.
    Jetzt lese ich diese Überschrift. Na toll. Es ist jetzt wieder genau das Klischee, Lehrern kann man nichts recht machen, die kriegen den Hals nicht voll genug. Was glaubt Ihr eigentlich wird sich jetzt in der Öffentlichkeit tun? Was werden die Schüler denken, die sich in der Kälte die Füsse in den Bauch gestanden haben? Was denken die Eltern die Euch (zu recht) unterstützt haben?
    Mein Vorschlag: Erarbeitet einfach mit Euren geschätzten 145 Verbänden einen Forderungskatalog, der dann für alle Lehrer gilt. Das machen übrigens die anderen Gewerkschaften auch so. Und wenn der erfüllt wurde, dann sagt Danke und lasst es dann mal gut sein. Das LehrerImage wir immer schlechter durch solche Aktionen…

    • Was ein Quatsch. Bei mir an der Schule hat sich rein gar nichts geändert bisher. Bayern =/= Deutschland.

      Arbeitsschutz wird nachwievor mit Füßen getreten.

      Wenn ein Skilift nur noch zu 10% sicher ist (wenn statt 10 Leuten nur noch 1 Person transportiert werden darf), ein glaubhaftes Institut sagt, dass 1 die maximale Personenanzahl für den Lift ist, dann soll ich mich freuen, wenn in einem von 16 Skigebieten plötzlich statt 10 Leuten nur noch 5 in den Lift steigen?

      • Bitte schön. Dann widerlegen Sie doch meine Aussagen, aber bitte mit einer Quellenangabe.
        Ich denke Andreas wäre da auch interessiert daran.
        Vielen lieben Dank im Voraus…

        • @Dieter Molitor

          Grüßen Sie Andreas, zusammen haben Sie doppelt so viel Zeit für Ihren Unsinn in Dauerschleife.
          Aber ein netter Versuch, denn Sie, lieber Dieter, und Ihre „Freunde im Geiste“ mit ähnlich aufgeschlossener Haltung (Nicht-Eingehen auf Argumente – dennoch immer neue Unsinn-Dauerschleifen startend) immer wieder unternehmen.

          Sie schreiben immer von Ihren tollen Jobs, den tollen Menschen dort und den tollen Erfahrungen.
          Vielleicht ist Ihr Job so toll, weil Sie die tolle Erfahrung gemacht haben, dass die anderen tollen Menschen Ihre Arbeit erledigen (während Sie sich hier umtriebig zeigen, was eigentlich nicht geht, weil doch die Lehrer die sind, die nicht arbeiten)?

          Widerlegen Sie diese Aussagen (, aber bitte mit Quellenangabe), die Sie – zu Recht – an Ihre eigene Strategie erinnern dürften.
          ICH denke, VIELE wären da auch interessiert daran.
          Vielen lieben Dank im Voraus…

          • Die Aufforderung zum Gruss an Andreas ignoriere ich einfach mal.
            Da Sie mal wieder keine Quellenangabe zu Ihren Behauptungen geliefert haben. Hier meine: Unter meinem Namen und in diversen Fachzeitschriften, die in Ihrer Schule zweifellos ausliegen oder Sie selbst abonniert haben, werden Sie mit Hilfe von Google zweifellos etwas finden, darunter auch Referenzlisten von meiner Arbeit, mit Kommentaren von den Auftraggebern.
            Ich erwarte weiterhin und gerne die Quellenangaben zu Ihren Behauptungen.

          • @ Dieter Molitor 10. Dezember 2020 um 11:28

            Sie können auch erwarten, dass Ihnen eventuell doch noch mal ein Licht aufgeht – vielleicht so …

            Ich darf den moralisch-sattelfesten und edelmütigen großen Allround-Meister Dieter mal zitieren:
            „Hier meine: Unter meinem Namen und in diversen Fachzeitschriften, die in Ihrer Schule zweifellos ausliegen oder Sie selbst abonniert haben, werden Sie mit Hilfe von Google zweifellos etwas finden, darunter auch Referenzlisten von meiner Arbeit, mit Kommentaren von den Auftraggebern.“

            Na besser, Sie googeln mal „Quellenangabe“. 🙂 🙂

            Und zum Thema „Referenzlisten von meiner Arbeit, mit Kommentaren von den Auftraggebern“ sei nur so viel gesagt:
            Einige von denen lesen hier seit dem späten Sommer mit und haben schon blaue Flecken vom Schenkelklopfen und chronische Zwerchfellverspannung vom Lachen.
            Ihre Auftraggeber freuen sich schon auf Ihre nächsten Besuche … jetzt wo man
            a) weiß, dass der Witz im Preis mit drin ist.
            b) weiß und versteht, warum Sie aus dem Schulleitungsbusiness „ausgestiegen“ sind.

            Frohes Schaffen weiterhin.

            Und warum wollen Sie Andreas nicht grüßen?

  6. Technisch ist Distanzunterricht lösbar.
    Dennoch werden etliche Kinder dabei langfristig auf der Strecke bleiben.

    Daher habe ich hier schon mehrfach einen Schichtunterricht vorgeschlagen mit einer Halbklasse vormittags und einer Halbklasse nachmittags im wöchentlichen Wechsel.
    Natürlich bei halbierten Schulstunden damit die LuL keinen Zusatzaufwand haben.

    Das wäre auch für Grundschulen umsetzbar.

    Alternative ist ein komplette Schließung der Grundschulen.
    Dann doch lieber jeden Tag ein paar Stunden in Halbklassen.

    Die Kinder können den versäumten Stoff nach Corona aufholen.
    Früher gab es auch Kurzschuljahre.

  7. Was der Philologenverband in Corona-Zeiten so von sich gibt, ist einfach nur noch peinlich und unangenehm… Ich muss da dringend austreten.

  8. Unverständlich und ärgerlich was der Philologenverband da von sich gibt. Hybridunterricht ist leicht zu organisieren. Aber gut, diese Lehrer bereiten auf das Abitur vor und nicht auf das Leben, sorry musste jetzt sein. Die Berufsschulen werden keine haben Probleme auf Distanzunterricht umzustellen.

  9. Die beste schulpolitische Innovation seit Wochen!

    Natürlich ist das kein normales Schuljahr und natürlich wäre reiner Distanzunterricht in sämtlichen weiterführenden Schulen für eine Mehrheit von Schülern und Lehrern eine bessere Alternative.

    Und dennoch gibt es kein Bundesland, was es derzeit besser als Bayern umsetzt! – …und vor allem durch perspektivisch sinkende Zahlen auch schneller wieder Maßnahmen (auch unabhängig von Schule) zurücknehmen kann.

  10. Seit Monaten versuchen Eltern bundesweit sich bei Politiker*innen Gehör zu verschaffen,

    um die Schulsituation in der Pandemie zu verbessern und sicherer zu machen.

    Wir haben deshalb eine Online-Petition geschaltet,

    die aber dringend weiterer Verbreitungswege als der Presseverteiler der Elternverbände bedarf.

    Können Sie/ könnt ihr uns weiterhelfen?

    Wir schaffen es nicht ohne euch! Jedes Kind/jede*r Jugendliche kann unterschreiben – nicht nur Erwachsene!

    https://www.openpetition.de/petition/online/bildungsgerechtigkeit-und-gesundheitsschutz-in-der-pandemie

    Danke, herzliche Grüße

  11. @Fliewatüüt
    Zu a) Wie Sie sicher wissen, wird an Schulen über vorherige Angebote gearbeitet, die ich auch einzuhalten pflege. Darin ist dann auch jeglicher Witz enthalten. Im Angebot habe ich die Witze jedoch nicht als eigenes Los ausgeschrieben. Für jemanden wie Sie ist es inklusive.
    Zu b) Was sollte mein Werdegang damit zu tun haben? Ich denke es ist eher ein Vorteil, dass ich mich mit den Gepflogenheiten an Schulen auskenne. Was meinen Wechsel betrifft, was ist schlimm daran, wenn ich ein lukratives Arbeitsumfeld gefunden habe? Übrigens, dieser Weg steht jedem unzufriedenen Lehrer offen, dann muss er sich nicht mehr unangenehmen Entscheidungen abfinden und verdient noch einen Haufen Geld.
    Viele Grüsse an Andreas, ich finde es gut wie Sie sich für Ihre Auszubildenden einsetzen, denen steht mit solch einem Ausbilder sicher die ganze Welt offen.
    Zufrieden?

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