Studie: Große Mehrheit der Deutschen lehnt längere Schulschließungen ab

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NEUBRANDENBURG. Eine Studie der Hochschule Neubrandenburg zu nicht-pharmazeutischen Corona-Maßnahmen zeigt, dass in der deutschen Bevölkerung vor allem kurzfristige Kontaktbeschränkungen akzeptiert würden. Längerfristige Schließungen von Schulen und Kindergärten stießen auf strikte Ablehnung. Allerdings zeigten sich viele Befragte mit den Pandemie-Referenzwerten überfordert.

Neubrandenburger Wissenschaftler hatten im November mehr als 3.000 Teilnehmer gefragt, welche Maßnahmen sie im Zusammenhang der Corona-Pandemie bevorzugten und welche sie ablehnten. Die Ergebnisse der Studie zeigen im Wesentlichen auf, dass kurzfristige Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen akzeptiert, aber mehrwöchige Schließungen von Schulen und Kindergärten auf genauso starke Ablehnung stießen wie etwa strikte Ausgangssperren.

Eine längerfristige Schulschließung halten die meisten Befragten zwar für eine wirksame Maßnahme zur Pandemiebekämpfung, dennoch lehnt der Großteil sie rigoros ab. Fotos: Tschubby / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) – Carola68 / Pixabay (P. L.)

Eine große Mehrheit der Befragten würde es demnach bevorzugen, wenn die Verantwortlichen auf Schulschließungen ganz verzichten würden. Insgesamt befürworteten lediglich 37 % der Studienteilnehmer diese Maßnahme. Dass sie damit eine wirksame Maßnahme zur Pandemiebekämpfung ablehnen, scheint den Antwortenden dabei durchaus bewusst. Nur 27 % hielten es nicht für erfolgversprechend, wenn Schulen und Kitas zur Eindämmung von Covid-19 geschlossen blieben.

Offenbar wurde in der Studie, dass die Menschen bei der Befürwortung oder Ablehnung von Maßnahmen besonders das eigene Einkommen in Betracht ziehen. Während etwa ein Drittel der Befragten restriktive Maßnahmen nach dem Motto „Sicherheit geht vor“ forderten, lehnten fast zwei Drittel vor allem diejenigen Maßnahmen ab, die Ihnen individuelle Einbußen brächten. Nur ein „kleiner Teil“ sei bereit gewesen, auch einen geringen Rückgang ihres Einkommens in Kauf zu nehmen.

Um die Gesamtwirtschaft machten sich die Befragten überwiegend wenig Gedanken. Für einen potenziellen Rückgang des BIP interessierte sich nur ein geringer Teil. Ob dies im Glauben an eine grundsätzliche Resilienz der deutschen Wirtschaft begründet ist, muss allerdings offenbleiben. Begleitende Tests hätten ergeben, dass kaum ein Teilnehmer die Größendimensionen der BIP-Skalen verstanden habe.

Ebenso waren die Teilnehmer den begleitenden Untersuchungen zufolge kaum in der Lage gewesen, die Dimensionen der Übersterblichkeitsquoten zu erfassen. So spiele die Übersterblichkeitsrate zwar vordergründig eine große Rolle hinsichtlich der Akzeptanz von Maßnahmen, tatsächlich habe sich aber die Beurteilung des eigenen Ansteckungsrisikos als sehr viel bedeutender für die Bewertung einzelner Maßnahmen erwiesen.

Trotz dieser Ergebnisse sei es den beteiligten Forschern keineswegs um ein Bevölkerungsbashing gegangen. Von ihren Ergebnissen erhoffen sie sich vielmehr, dass sie Politikern und anderen Entscheidungsträgern dabei helfen, nachhaltige Entscheidungen zu treffen, welche die Perspektive der Bevölkerung berücksichtigen. Trotz Unsicherheiten über den Effekt von Maßnahmen seien Politiker gezwungen, weitreichende Entscheidungen zu treffen, die mitunter große Einschnitte in die Gesundheit und das wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Leben der Bevölkerung bedeuten. Das Verständnis und die Berücksichtigung der Präferenzen der Bevölkerung könne dabei insbesondere zu einer besseren Akzeptanz von Entscheidungen führen und damit ihre Wirksamkeit erhöhen. (zab, pm)

Mehrheit der Eltern ist für Wechselunterricht und für Maskenpflicht im Unterricht

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34 KOMMENTARE

  1. Auch hier wieder: Wie wurde gefragt?

    Variante 1:

    Lehnen Sie Schulschliessungen ab?

    So pauschal würden die meisten wohl sagen: Ja.

    Variante 2:

    Lehnen Sie Schulschliessungen ab, wenn eine geöffnete Schule zugleich bedeutet, dass die SuS dorthin gehen müssen, obwohl dort die vom RKI geforderten Schutzmaßnahmen nicht im Ansatz umgesetzt werden und es auch keine Ausnahmen für Kinder von Eltern aus Risikogruppen gibt?

    Das würde wohl eine ganz andere Antwort bringen…

    Viel sinnvoller wäre wohl, das ganze deutlich mehr zu differenzieren und z.B. als Auswahl zuzulassen:

    A: Schulen für alle zu
    B: Schulen offen, aber Aufhebung der Präsenzpflicht
    C: Schulen offen und Präsenzpflicht für alle

    • Oh was „zetere“ ich gegen die politischen Entscheidungen in den letzten Wochen zum Thema Schulpolitik/Infektionsschutz an Schulen.

      Trotzdem würde selbst ich mehrwöchige Schulschließungen ablehnen! Denn das Wort beinhaltet „Schule zu, kein Unterricht“.

      Es war also wirklich unklug, die Frage so einseitig zu stellen.

      Auf den Kommentar von @Jan aus H bezogen: Ich persönlich hätte die Antwort-Auswahl sogar noch etwas erweitert.

    • Die meisten Eltern würden B wählen und ihre Kita- und Grundschul Kinder schicken. Was sollen sie auch anderes tun. Viele Arbeitgeber haben ihr Entgegenkommen merklich im ersten Lockdown aufgebraucht und halten an Präsenz fest oder fordern wesentlich mehr Arbeitsleistung. Und auch Homeoffice zu festen Zeiten mit kleinen Kinder und Homescooling (bleibt, so ehrlich muss man sein, ja großteils an den Eltern hängen) ist über längere Zeit absolut keine vertretbare Kindbetreuung. Kinder sind das wichtigste Gut einer Gesellschaft, aber die größten Verlierer der Pandemie. Und Verdienstausgleich zu bekommen wird auch schwerer und für viele Familien über Monate hinweg kaum machbar. Es gibt viele Menschen die nur 2000 bis 2500 Euro Brutto oder weniger verdienen, trotz Abschluss und hartem Arbeitsleben… 67 Prozent davon geht für viele nicht. Ich zumindest weiss, wie privilegiert ich diesbezüglich bin. Es ist schlicht eine Existenzfrage für viele, die eigene Not ist immer näher als die der andere… So ist der Mensch.

    • Sind da die selben Leute gefragt worden, die im Wochentakt in irgendeiner ostdeutschen Stadt mit Reichsbürgeen, QAnonAnhängern und Attila H. In Innenstädten gehen die Coronadiktatur Radau machen?? Und ja, die Drage nach der Art der Frage muss gestellt werden….so wie unsere KMs und übrigen (Un-) Verantwortlichen auch nur die beiden Varianten kennen: Schulen unter möglichst geringen Gesundheitsschutzmaßnahmen komplett offen….oder alle Schulen komplett zu.

  2. Genau deshalb ist die Lösung:
    halb soviel Schulstunden pro Tag, dafür aber täglich.

    Lieber 2 Halbklassen nacheinander wenigstens ein paar Stunden täglich unterrichten.

    Dafür muss der Lehrplan entsprechend halbiert werden.

    Ohne Distanzunterricht in den unteren Klassen.

  3. Dazu: „Studie: Große Mehrheit der Deutschen lehnt längere Schulschließungen ab“

    Oka vertritt z.B. diese große Mehrheit hier unter einer kleinen, lauten Minderheit und verweist nochmal auf neueste Aussagen zu den Schulschließungen:

    „Der Virologe Prof. Christian Drosten von der Berliner Charité nennt bei Twitter eine wichtige Erkenntnis aus der Studie: «Starker Effekt von Schulschließungen». «Starker Effekt von Schulschließungen». Er verweist aber zugleich darauf, dass andere Studien keine Effekte von Schulschließungen finden. Die Autoren der Studie geben zu bedenken, dass die Unsicherheiten bei ihrer Modellierung nicht gering sind..“

    https://www.news4teachers.de/2020/12/internationale-studie-schulschliessungen-sind-mit-am-effektivsten-in-der-pandemie/

    • Die anderen Studien wurden gemacht, als die Infektionszahlen total gering waren. Z. B. Im Sommer.

      Israel hat vor einem halben Jahr die Schulen geöffnet und sofort eskalierten die Infektionen.

      Ähnlich wie in Deutschland nach den Herbstferien.

      In den letzten Wochen war das Bindeglied zwischen Infizierten Familien die Schule.
      Alles andere war dicht.

      Wie kann man da noch Zweifel streuen?
      Echt krank!

  4. Wenn wir die Schulen offen lassen, wird dieser halbe Lockdown nicht wirken. Wir laufen mit offenen Schulen Ende Januar auf den Eisberg.
    Ich bin aber sicher, dass man in den Kultusministerien treffsicher die falsche Variante wählen wird. Es ist ja nicht so, dass viele Kliniken schon am Anschlag sind.
    https://www.ardmediathek.de/daserste/video/panorama/wir-erheben-zahlen-von-infizierten-die-lustig-in-die-schule-gehen/das-erste/Y3JpZDovL25kci5kZS9mMDlkNDg4Zi00OWQ2LTRiMDAtYTRmZS1lMWI5ODU4MzhmZGE/

  5. D: Wechselunterricht
    E: Distanzunterricht für weiterführende Schulen
    F…
    G…
    Etc.

    Es gibt viele Möglichkeiten.
    Leider ist die Schule zu einer Aufbewahrung für viele Eltern geworden, statt Kinder und Jugendliche zu selbstständigen Persönlichkeiten zu erziehen, die man auch mal mit Aufgaben allein lassen kann. Eltern trauen heute ihren Kindern immer weniger zu – ist mein Eindruck. Und so agieren diese dann auch.

    • @BK-Lehrkraft

      „Eltern trauen heute ihren Kindern immer weniger zu – ist mein Eindruck. Und so agieren diese dann auch.“

      Leider ist es manchmal auch andersrum …
      KiGa-Erzieherin sieht KINDESWOHLGEFÄHRDUNG, wenn ein Kindergartenkind mit 5 Jahren Spaß an Laubsägearbeiten hat und zu Hause unter Aufsicht der Eltern mit der SÄGE hantiert und Holzfiguren aussägt!
      Manchmal wäre es hilfreich, wenn auch Erzieher Vertrauen in die Eltern hätten, dass diese die Fähigkeiten ihrer Kinder richtig einschätzen können, ….

      • Beides ist richtig. Da Kinder den Status von Statussymbolen bei einigen annehmen, darf dem kinde eben genausowenig wie dem Mütterpanzer aka SUV etwas passieren. Der Vorteil des SUV ist, es kann Vollkasko versichert werden. Bei den „Blagen und Gören“ bleibt immer ein Restrisiko bei den Erziehungsbemühten hängen, das sich nicht absichern lässt, weshalb dieser Verantwortungs- und Aufgabenbereich gerne im Zuge des Risikomanagements versucht wird an Dritte auszulagern. ist doch nicht so, dass die erwerbstätigen Eltern während ihrer beruflichen Tätigkeit nichts Sinnvolles gelernt hätten.

  6. Ob wir es wollen oder nicht… Wem hilft es, ob wir etwas wollen oder nicht?

    Das einzige, zu dem wir eine Wahl haben:
    Bestmöglicher Infektionsschutz – wie immer der aussehen muss – oder eben kein/unzureichender Infektionsschutz – wenn wir mehr Wert auf persönliches Befinden denn auf Gesundheit legen.

    Das Virus interessiert es einen Sch…, was wir wollen oder lieber wollen oder nicht wollen.
    Es hat Gelegenheiten überzuspringen oder es hat sie nicht.
    Und das ist ihm nicht mal egal. Das ist einfach so. Es ist ein Virus und kein Verhandlungspartner und der Nikolaus ist es auch nicht, nimmt keine Wünsche entgegen.

    Wir haben m.E. nur eine Chance, auf möglichst vielen Ebenen möglichst gut durch diese Zeit zu kommen: Schulen genauso sicher machen wie andere Bereiche des Lebens, damit sie genauso offen bleiben können wie die Krankenhäuser oder Polizeidienststellen.
    Abstand, kleinere, feste Gruppen, Lüftungsgeräte.
    Schule ohne wirksamen Infektionsschutz wird weiterhin dazu führen, dass Kinder, Lehrer, Eltern krank werden und irgendwann dann doch Notmaßnahmen ergriffen werden müssen, die niemand mehr kalkulieren kann. Und die werden genauso „überraschend“ kommen wie die bisherigen, die angeblich „niemand vorhersagen“ konnte.
    Doch, hätte man können. Dazu braucht man kein Virologe zu sein. Es gab genug Menschen, die es vorhergesagt haben – und dies nicht als Kassandraruf, sondern um Schlimmeres vermeiden zu helfen, denkbare Maßnhamen aufzuzeigen und mögliche Lösungen rechtzeitig auf den Weg zu bringen.
    Man wollte es nicht wahrhaben und traute sich nicht, Erkenntnisse und notwendige Schlüsse daraus offen zu kommunizieren. Es gab schon viele vertane Chancen.
    Keiner braucht sich jetzt hinter „kontne man ja nicht ahnen“ zu verstecken.
    Man konnte es nicht nur ahnen, sondern ziemlich sicher wissen.

    Man sollte endlich ehrlich sein – zu sich selbst, aber auch die Politiker zum Wähler: Schule wie immer ist Wahnsinn. Abstriche wird es geben müssen. Sonst wird es gar nichts mehr geben, weil die Systeme kollabieren.

    Und darüber kann sich nicht mal das Virus freuen.
    Aber es hätte dann zumindest wenigstens irgendwann doch weniger Ausbreitungsmöglichkeiten als bisher.
    Das wäre der harte Weg für unsere ganze Gesellschaft, mit vielen vermeidbaren Kranken und Toten mehr, mit viel zusätzlichem Arbeitsausfall und Aufwand für Therapien inklusive aller individueller und gesellschaftlicher Folgen.

    Wenn wir das nicht wollen, stellt sich nicht die Frage, ob wir offene oder geschlossene Schulen wollen, sondern einzig und allein die Frage, wie wir gemeinsam eine Lösung finden, bei der es möglichst wenig individuelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Schäden gibt.

    Spätestens jetzt ist Ehrlichkeit angesagt!

    • @kanndochnichtwahrsein

      Das ist ein sehr guter Beitrag, danke dafür.

      Aber ich fürchte, das wird sich nicht bis zu den „entscheidenden“ Stellen herumsprechen – oder deutlich gesagt: Es wird dort weiter ignoriert werden.

      Eitelkeit statt Ehrlichkeit.
      🙁

  7. Ich gebe Ihnen total recht.

    Ich persönnich bin lieber für längere Schliessungen, da ich Angst um meine Kinder habe. Ich kann auch die Position der Lehrer verstehen und ich denke, das Kinder sehr wohl Treiber sind und das ohne Anzeichen, das ist das gefährliche.

  8. Soweit ich weiß, liegt Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Soweit ich weiß, sind dort die Inzidenzwerte die ganze Zeit deutlich geringer als im Rest der Republik. Könnteces evtl. sein, dass dadurch auch die Antworten der Befragten ein bisschen anders ausfallen, als in Bundesländern, deren Inzidenzwert um ein vielfaches höher ist.
    Ich mein ja nur. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälsch hast. War der Wahlspruch meines Professor beim Thema Evaluation…

    https://www.hna.de/verbraucher/corona-covid-19-coronavirus-studie-oxford-massnahmen-schulschliessung-einzelhandel-hna-kassel-zr-90146837.html

  9. Habe mir gerade mal die Studie und den Fragenkatalog angeschaut. Ich bezweifle, dass den viele normale Menschen überhaupt verstehen. Sorry, hab lange genug selbst Studien durchgeführt.

    • Vermutlich wäre es auch die, die am wenigsten Proteste erzeugt, denn zumindest aus Sicht der Eltern und SuS gibt es damit keine Probleme, weil beides möglich ist. Problematisch ist das für die LuL, da es faktisch doppelte Arbeit bedeutet. Das wäre beim Wechselunterricht aber auch der Fall, von daher halte ich B für die deutlich bessere Lösung, weil sie keinen Zwang zum Risiko beinhaltet.

      Die neue Mutation aus GB zeigt aber, dass es nicht mehr die Zeit für Experimente ist, die das Potential haben, die Infektionszahlen hochzutreiben.

  10. Stellt sich die Frage, inwiefern Mantras mancher Politiker, dass Schulen sicher seien bzw. nicht (übermäßig) zum Pandemiegeschehen beitragen würden, sich hierbei auswirken.
    Wenn die Befragten Schwierigkeiten hatten, Skalierungen richtig einzuschätzen, lässt dies zumindest ein geringeres Verständnis wissenschaftlicher Inhalte und Denkweisen vermuten.

    • @Mondenfee:

      Sehe ich auch so… erlebe es, wenn ich mit mir nicht bekannten Leuten ins Gespräch zu diesem
      Thema komme. Selbst im schulfernen Bekanntenkreis stelle ich eine vergleichsweise einseitige Informiertheit hierzu fest.

  11. Über den Link, „Zusammenfassung der Studie“ unter dem Artikel kann man zur Befragung gelangen. Ich hab die Fragen jetzt mal beantwortet, weil ich wissen wollte, wie die Fragestellung war. Meistens ist aus diversen vorgegebenen Szenarien auszuwählen, welche aus verschiedenen Kombinationen von Möglichkeiten besteht. Diese erscheinen mir persönlich z. T. recht unlogisch oder auch unrealistisch. Bei der Farbgebung der Piktogramme dieser Szenarien, wird z. B. der persönliche Einkommensverlust mit einem roten Viertel- oder Halbkreis dargestellt. Das sticht natürlich sofort ins Auge. Klar dass viele dann sofort darauf klicken, und man kann ja die Kombination ja gar nicht auswählen, dass man z. B. möchte dass die Schulen geschlossen werden, WEIL man dadurch gleichzeitig die Infektionszahlen vermindern UND in der logischen Folge die Wirtschaft sichern könnte. Normalerweise würde ich aus diesen Szenarien überhaupt keins auswählen. Wenn ich so eine Befragung dann aus Neugierde mitmache, beantworte ich dann halt sozusagen aus z. B. drei vorgegebenen Szenarien eines, von dem ich denke, „macht auch keinen Sinn, ist aber das immer noch am wenigsten unlogischste“. So ging es jedenfalls mir. Aber ich bin auch weder Sozialpsychologin noch Statistikerin, vielleicht hab ich es ja nur alles falsch verstanden.

  12. Hört endlich auf Hinz und Kunz über Schule zu befragen. Ach ja, ich vergaß: Von Schule hat ja jeder Ahnung, von den Vollzeitmamas bis zu Helikiptereltern. Es war ja jeder im der Schule. Glaubt ihr, eure Kids übertragen Corona nicht? Aber es geht ja nur um ein paar Lehrer. Die können ruhig Corona kriegen. Haltet endlich die Klappe und befolgt die Regelungen der Regierung! Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben: “ Ach die arnen Großeltern die wir Ostern nicht besuchen können!“ “ Ach, unser schöner Sommerurlaub!“ „Ach, unser schöner Herbsturlaub!“ „Ach, unsere schönen Weihnachtsmärkte!“ „Ach unsere armen Großeltern, die wir Weihnachten nicht besuchen können!“ “ Ach, unser schönes Silvester!“

    • @Ein Lehrer

      Und in ein paar Wochen heißt es dann:
      „Ach unsere armen Großeltern, die wir nur noch auf dem Friedhof besuchen können!“
      und
      „Ach, wenn wir das nur früher gewusst hätten!“
      und
      „Ach, wenn uns das doch mal irgendjemand gesagt hätte!“

      So sind die Leute halt.
      Ach, unsere schöne Gesellschaft.
      🙁

  13. Jetzt liegt es schwarz auf weiss vor und die Regierung sollte sich auch daran halten ! Doch lt. Plan möchte die Regierung einen Lockdown bis mindestens Mai. Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen !

    • Was für ein Unsinn. Wie im Nachbarthema zu lesen ist, will z.B. Herr Laschet die Schulen ganz schnell wieder aufmachen. Von Mai ist nirgends was zu lesen.

      Jedem sollte aber klar sein, dass man die aktuelle Entwicklung bis 10.1. sicher nicht gestoppt bekommt. Dass man sie stoppen muss, steht wohl für die meisten außer Frage, denn sonst haben wir hier wirklich Bergamo 2.0. Niemand will Triage in Deutschland, aber ohne Lockdown kann man das aktuell nicht vermeiden.

      Da ein Datum dranzuschreiben, ist Unfug. Man braucht ein Ziel (z.B. eine Inzidenz von 25 oder so) und das muss man klar kommunizieren.

      Was die Schulen angeht:

      Mich nervt die Schwarz-Weiss-Sicht insbesondere derer, die für die Öffnung sind, denn ihnen ist nicht klar, welcher Zwang und welche Probleme da für andere dranhängen. „Schule auf“ heisst nämlich nicht etwa (wie gerne in der Presse geschrieben), dass die Kinder zur Schule gehen DÜRFEN, es heisst vielmehr, dass sie zur Schule gehen MÜSSEN.

      Warum aber muss jemand, der selbst nicht die Ressourcen (oder auch keine Lust) hat, seine Kinder zu Hause zu beschulen oder dies zu beaufsichtigen, gleich fordern, dass alle anderen, also vor allem auch die, die das problemlos anders machen könnten, ebenfalls zur Schule gehen MÜSSEN?

      Wie ganz oben schon geschrieben: Wenn die Frage lautet, ob man Schulschliessungen will oder Schulöffnungen mit Präsenzzwang für alle, dann bin ich ganz klar für Schulschliessungen. Wenn man aber fragt, ob man Schulschliessungen will oder Öffnung mit oder ohne Präsenzzwang, dann bin ich ganz klar für Öffnung OHNE Präsenzzwang. So können diejenigen, denen das zu gefährlich ist und die das leisten können, Homeschooling machen, während die anderen ihre Kinder in die dann vermutlich nicht ganz so vollen Schulen schicken können. Das nutzt jedem und beugt vielen Konflikten vor.

    • @Rosemarie Mohl:

      Jetzt liegt es Schwarz auf Weiß vor und das VIRUS sollte sich AUCH daran halten!
      Doch laut Plan möchte die Regierung einen Lockdown bis mindestens Mai (!!!????) einfach, um uns zu ärgern und just for fun!
      Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen!
      Das habe ich auch vorhin dem Weihnachtsmann erstmal auf meinen Wunschzettel geschrieben!

      Wie schrieb @Pit (s.o.) so nachdenklich:

      So sind die Leute halt. Ach, unsere schöne Gesellschaft. 🙁

  14. Zwei Klicks in die Studie hinein folgendes Bonbon:
    „Wie hoch schätzen Sie die erwartete Übersterblichkeit aufgrund der Corona-Pandemie innerhalb von 12 Monaten ein?“ – Schön und gut. Die Frage ist doch ab wann und unter der Annahme welcher Maßnahmen? Wenn der Rest ähnlich hochwertig gemacht ist, dann gute Nacht.

    Spannendes Detail übrigens: Die Studienseite ist mit „REOPEN“ überschrieben – ist also bestimmt eine ganz neutrale Erhebung 😉

    • @ busybeaver

      Prof. Axel Mühlbacher der Hochschule Neubrandenburg ist Gesundheits-ÖKONOM!!! – er sieht die Sache aus ökonomischer und pekuniärer Sicht – er ist weder Epidemologe noch Virologe, geschweige denn, dass er von mathematischer Seite her der Experte(?!?) für Exponentialfunktionen oder sonstige Modellierungs-Modelle wäre.

      Auf der Internetseite der Hochschule Neubrandenburg http://www.hs-nb.de/fachbereich-gesundheit-pflege-management/forschung-und-projekte/institute/igm-gesundheitsoekonomie-und-medizinmanagement/
      sagt er deutlich, worauf es ihm ankommt:

      “ Die Vision des IGM – Professur für Gesundheitsökonomie und Medizinmanagement
      Die Aufgaben der gesundheitsökonomischen Forschung und Lehre liegen nicht nur in der ökonomischen Analyse der Gesundheitsversorgung (Mittelverwendung) und der Finanzierung des Gesundheitssystems (Mittelaufbringung), sondern vor allem in der Entwicklung von innovativen Versorgungs-, Organisations-, Finanzierungs- und Vergütungsformen. Angesichts der demographischen Entwicklung und dem medizinisch-technischen Fortschritt stellt sich die Frage, wie bzw. wo die begrenzten Ressourcen im Gesundheitswesen eingesetzt werden sollen. …“

      Wenn das Virus bei hohen Inzidenzwerten in den Schulen freien Lauf bekommt, werden wir die ÖKONOMIE vollends gegen die Wand gefahren haben und die Gesundheit so vieler haben wir dann auch ruiniert.

      Da fällt mir nur das Zitat von Helmut Schmidt ein:
      „Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen.“ 😉

  15. Unter aller Kanone

    http://www.coronapreferences.info/ergebnisse/
    Zitat aus den Studienergebnissen:
    “Die Ergebnisse der Studie könnten Entscheidungsträger in der Regierung und im Gesundheitswesen dabei unterstützen, schwierige Entscheidungen zu Maßnahmen und Folgen einer Pandemie im Sinne der Bevölkerung und auch Bevölkerungsgruppen zu treffen.
    Bei der Analyse und Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass die Gesamtheit der Studienteilnehmer keine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe darstellt.“

    Soso, KEINE BEVÖLKERUNGSREPÄSENTATIVE Stichprobe …… ??????

    ABER: …. Entscheidungsträger in der Regierung … unterstützen, schwierige Entscheidungen zu treffen!!!!

    Ach so, läuft das!
    Und bitte wo ist in den Ergebnissen benannt, DURCH WEN diese Studie FINANZIERT wurde?

    Wie heißt denn der Lobbyist???

    – Eine Förderung durch DFB, BMBF etc. ist es anscheinend nicht ….

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