„Der Lehrplan ist nicht zu schaffen“: Wenn Schüler kaum Deutsch sprechen

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BERLIN. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in Schulen steigt. Viele von ihnen sprechen schlecht Deutsch – eine Herausforderung für Lehrer und Mitschüler. Wie kann unter diesen Umständen guter Unterricht gelingen?

Nicht in allen Klassen können Lehrer davon ausgehen, dass ihre Schüler gut Deutsch sprechen (Symbolbild). Foto: Shutterstock

Philipp Möller kann sich noch gut an den Schulbeginn seiner Tochter erinnern: «Wir haben genau gesehen, wie Klara, die anfangs mit einer Riesenfreude in die Schule ging, jeden Tag ein bisschen frustrierter zurückkam», sagt der Berliner. Der Grund: «Das Sprach- und dadurch das Lernniveau waren so brachial gering, dass die Lehrerin es schwer hatte, da überhaupt Unterricht zu machen. Es gab nur vier oder fünf andere Kinder ohne Migrationshintergrund in der Klasse», erzählt Möller. Viele Mitschüler hätten ein sehr verknapptes Deutsch gesprochen. «Klara wusste teilweise gar nicht, wovon da geredet wird.»

Er selbst weiß aus seiner zweijährigen Arbeit als Vertretungslehrer, wie es ist es, wenn Schüler und Lehrer nicht dieselbe Sprache sprechen, und hat seine Erfahrungen in dem Buch «Isch geh Schulhof» (2012) veröffentlicht.

Auch die Lehrerin Tanja R. (Name geändert) kennt das Problem. An ihrer Schule liegt der Anteil von Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt, bei 80 Prozent. «Schon zu Beginn eines jeden Schuljahres ist klar, dass der Lehrplan nicht zu schaffen ist», sagt sie.

Und das Problem geht über die Grundschulzeit hinaus: «Sprachliche Defizite werden nicht in den ersten vier Jahren ausgeglichen», weiß Bildungsforscherin Nele McElvany, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund. Ihr Institut leitet die IGLU-Studie zu Lesekompetenzen bei Grundschülern in Deutschland. Die Untersuchungen zeigten, dass auch nach vier Jahren substanzielle Unterschiede in den Lesekompetenzen zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund bestünden.

Der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund an allgemeinen und berufsbildenden Schulen liege bundesweit laut Mikrozensus derzeit bei durchschnittlich etwa 37 Prozent, so McElvany. «Wir gehen davon aus, dass er künftig noch ansteigen wird.» Die regionale Verteilung der Schüler sei sehr unterschiedlich. «90 Prozent leben in Berlin oder den westdeutschen Bundesländern.»

Philipp Möller zog nach sechs Wochen die Reißleine. «Wir sind an den Stadtrand gezogen. Es war auch eine Flucht», erinnert er sich. Doch was, wenn eine Flucht nicht möglich ist? Was muss an Schulen passieren, damit ein effektiver Unterricht möglich ist? Wäre es hilfreich, eine bessere Mischung mit Quoten zu forcieren? Oder Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse von der Grundschule zurückzustellen, wie es der CDU-Politiker Carsten Linnemann 2019 forderte?

McElvany lehnt Quoten ab. Sie hält es für «wenig sinnvoll, eine künstliche Zahl festzulegen». Entscheidender als die Herkunft seien die Sprachkenntnisse, und die seien stark abhängig vom sozioökonomischen Hintergrund. «Ich könnte ja zum Beispiel eine Klasse haben, wo bei jedem Kind ein Elternteil im Ausland geboren ist, aber alles Akademiker sind, mit Deutsch als Familiensprache, und die Kinder schon lesen können, wenn sie in die Schule kommen. Da wird super gelernt werden», so McElvany.

„Eltern sollten ihren Kindern Berührungspunkte mit der deutschen Sprache bieten“

Aus ihrer Sicht muss bereits vor der Schule angesetzt werden. «Man muss die systematische sprachliche Förderung im Elementarbereich  ausbauen, damit die Kinder überhaupt eine Chance haben, wenn sie in die Schule kommen», so die Forscherin. Und was, wenn Kinder nicht in die Kita gehen? «Sie sind dann deutlich im Nachteil. Die Berührung mit der deutschen Sprache ist ein Schlüssel», sagt McElvany. Es sei nicht nötig, zu Hause auf die eigene Muttersprache zu verzichten, aber: «Eltern sollten ihren Kindern Berührungspunkte mit der deutschen Sprache bieten. Es kann zum Beispiel eine Maßnahme sein, deutschsprachige Fernsehprogramme zu sehen.»

«Man muss fördern, aber auch fordern», ist Philipp Möller überzeugt. «Man muss auch auf Familien zugehen, damit sie daran mitwirken, dass das Kind die Sprache dieses Landes erlernt. Und wenn es die Eltern nicht können, sollten Angebote gemacht werden, die auch genutzt werden sollten.»

Doch wer stellt wann fest, wie gut ein Kind Deutsch spricht und wie stark es gefördert werden muss? Hier gebe es bundesweit keine einheitliche Linie, sagt McElvany. «Die Länder haben zwar ihre Standards festgelegt, was in der Schule erreicht sein sollte. Die Frage ist aber, wie das erreicht werden soll.»

«Es könnten mehr Menschen mit Migrationshintergrund im Lehrerberuf sein»

Sie wünscht sich einheitliche Standards, die festlegen, welche Sprachkompetenzen Kinder in einem bestimmten Alter haben sollten. Außerdem seien einheitliche diagnostische Testverfahren nötig – auch für Kitas. Daraus könnten dann laut McElvany einheitliche Schlüsse darüber gezogen werden, wo Förderung notwendig ist und wie sie umgesetzt werden kann.

Allerdings sei der Forschungsbedarf noch immer groß, das Thema Sprachförderung sehr komplex. Obwohl Kinder mit anderer Muttersprache an deutschen Schulen kein neues Phänomen seien, sei nur wenig darüber bekannt, welche Art der Förderung wirklich helfe. «Es gibt grundsätzliche Erkenntnisse, aber nicht dieses EINE Förderprogramm.»

Stefan Düll vom Vorstand des Deutschen Philologenverbands hält es für sinnvoll, auch bei der Lehrerschaft anzusetzen: «Es könnten mehr Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Beruf sein», sagt er. «Es gibt Versuche, den Anteil zu fördern, aber der Beruf ist anscheinend noch nicht so spannend für diese Gruppe.»

Zudem könnten auch Lehrer ohne Migrationshintergrund stärker sensibilisiert werden: «Es ist sicherlich hilfreich, in Lehrerfortbildungen darüber aufzuklären, welche Besonderheiten es in verschiedenen Kulturen gibt. So kann man besser verstehen, warum es zu gewissen Missverständnissen oder zu völligem Unverständnis kommt, was Konzepte und Werte betrifft», ist Düll überzeugt.

Aus Sicht der Experten kommt es nicht nur den Schülern zugute, wenn sie die deutsche Sprache beherrschen und entsprechend erfolgreich in der Schule sind. «Wenn man effektiv fördern würde, könnte man nicht nur dem einzelnen Individuum helfen, sondern auch der ganzen Gesellschaft, da diese Potenziale dann nicht verloren gehen», sagt McElvany. Es sei für die Gesellschaft teuer, wenn Kinder Grundkompetenzen nicht erwerben, die sie später in Ausbildung und Beruf benötigen.

Die Berliner Lehrerin Tanja R. dachte bereits ans Aufgeben. «Ich hätte meinen Job fast an den Nagel gehängt», sagt sie. Doch inzwischen unterrichtet sie Willkommensklassen, die zumeist aus Flüchtlingskindern ohne Deutschkenntnisse bestehen, und ist zufrieden. «Es ist ein Schonraum. Hier kann ich die Kinder so auf die Grundschule vorbereiten, dass sie nicht gleich als Problemkinder in der ersten Klasse starten», sagt sie. Und: «Ich muss nicht durch den Lehrplan rauschen, den ich sowieso nicht erfüllen kann. Die Kinder lernen gerne, sind aufnahmefähig und stolz darauf, was sie gelernt haben.» Von Anja Sokolow, dpa

Forscherin McElvany: Warum wir mehr Sprachförderung brauchen – und wie sie aussehen sollte

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52 KOMMENTARE

  1. Vielleicht leicht off-topic aber dennoch: Es ist ein Ärgernis, dass so pauschal von Migrationshintergrund gesprochen wird, man möge sich hier bitte mal ehrlich machen. Mein Kind hat auch Migrationshintergrund (ein Elternteil nicht in Deutschland geboren), spricht im Kindergartenalter variantenreich und komplex zwei Sprachen und steckt Gleichaltrige einsprachig Deutsche in punkte Sprachbeherrschung locker in die Tasche. Dafür haben wir aber auch einiges getan. Auch das ist Migrationshintergrund!

    • Steht doch in Artikel bereits drin, dass eher der sozioökonomische Status über die Sprachfertigkeiten entscheidet und die Unterteilung daher weniger Sinn macht.

      • Noch mehr macht die Herkunft an sich bzw. Die Häufigkeit dieser Herkunft in der Umgebung aus. Brasilianer und Türken mit gleichem ökonomischen Status haben deutlich unterschiedliche Bedingungen, weil man mit Portugiesisch ohne deutsch in Deutschland nicht weit kommt. Mit türkisch ohne deutsch kann man problemlos überleben und kommunizieren.

        In diesem und keinen anderen Sinne ist der Begriff Migrationshintergrund nicht ehrlich.

    • Genauso sehe ich das auch. Wichtig für die Sprachentwicklung von Kindern ist eine gute und altersgerechte Beherrschung der Muttersprache. Ich bin Sonderschullehrerin (Förderbedarf Lernen und Sprache) seit fast 40 Jahren. Ich habe schon oft erlebt, dass lernwillige Kinder ohne Deutschkenntnisse, in kurzer Zeit Kinder aus deutschen bildungsfernen Familien sprachlich „überholt“ haben (sowohl im Wortschatz, als auch in Grammatik). Meine Erfahrung: Wichtig für den Bildungserfolg eines Kindes ist die Einstellung des Elternhauses zu Bildung. Ein Kind, das gute Kenntnisse seiner Muttersprache hat und lernen will, lernt in beneidenswert kurzer Zeit eine neue Sprache, Erwachsenen fällt das leider viel schwerer. Allerdings sollte der Anteil von Kindern nichtdeutscher Herkunft in einer Klasse oder Kindergruppe nicht zu groß sein, da sonst die Sprachvorbilder fehlen und alle Eltern nichtdeutscher Herkunft sollten ebenfalls Zugang zu Sprachkursen bekommen.

    • Es gibt genügend „Muttersprachler“, die nicht in der Lage sind einen Satz fehlerfrei zu Papier bringen.
      Manche „Migranten“ haben ein besseres Sprachverständnis als die „Deutschen“!

  2. Wurde im Artikel auch drauf hingewiesen, dass Migrationshintergrund nicht gleich Migrationshintergrund ist.

    Ich habe das gleiche Problem. 80% in manchen Klassen verstehen die dt. Sprache nicht, haben aber auch keinerlei Motivation, dies zu ändern. Diese SuS sind teils schon volljährig und der Lehrplan ist in diesen Klassen für die Tonne. Die drei SuS mit guten Deutschkenntnissen kommen sich dann vor wie im Kindergarten. Von der Sprache und dem Niveau her. Binnendifferenzierung kaum möglich, da mit vielen Fremdsprachlern auch oft ein sehr extrovertiertes Verhalten einhergeht. Geht man nicht sofort auf sie ein, sind sie extremst ungehalten. Dies sind meine persönlichen Beobachtungen aus einer exremst anstrengenden Klasse. Eine andere ist wirklich sehr lieb, die SuS verstehen aber trotzdem nur 20%, kosten aber 80% der Lehrzeit, während die SuS mit guten Sprachkenntnissen das Interesse verlieren, weil sie aus Zeitmangel seitens der Lehrkraft kaum mehr im Fokus liegen. Die Klassenarbeiten sind dermassen einfach gehalten, um nicht während der Arbeit den Text komplett (er)klären zu müssen, so dass die guten SuS gar nicht mehr lernen, da sie die Eins oder Zwei eh aus dem Ärmel schütteln.
    Trotz miserablen Sprachverständnis werden sie (also die sprachschwachen SuS) so durch die höheren Bildungsgänge geleitet.

    Nur ein Sprachtest vor Antritt würde die Motivation, die Sprache zu lernen, erhöhen. Es besteht ja sonst kein Druck, sie kommen ja durch Niveauanpassung seitens der Lehrer durchs Bildungssystem in vielen beruflichen Schulen. Da kommt nach dem HA10 die FOR und dan FHR… und wenn sie eine duale Ausbildung mit genormten Prüfungsfragen ausgesetzt sind, sind sie komplett überfordert. Vorher wurde Ihnen ja dauerhaft attestiert, dass sie den Anforderungen gerecht wurden.

    Man könnte natürlich als Lehrkraft den Hardliner mimen, doch wenn 80% durchfallen, wird die Bezirksregierung nachhaken, wie das sein kann. Und deren Maßnahmen kann man durchaus als unangenehm bezeichnen. Solange die Statistiken stimmen ist alles schick.
    Probleme werden nach unten durchgereicht. Und wenn da nicht geliefert wird, gibt es Druck.

    • @BK Lehrkraft,
      Sehe ich ganz genau so!!
      In der letzten Notenkonferez waren die Noten unserer VAB Klassen ( alles Förderschüler!) ein großes Thema, da diese ,bedingt durch Corona“, alle meistens viel zu gut waren!
      Wenn diese Schüler,da keiner eine Ehrenrunde drehen wird/ muss sich bei uns in der 2jährigen BFS anmeldet , müssen alle genommen werden, da dort kein Notendurchscbnitt,wie früher, mehr gilt Das heißt, wenn die Bemühungen unserer Klassenlehrer/ SOZPÄDS, sie davon abzuhalten, scheitern, bestehen nächstes Schuljahr viele Klassen zum Großteil aus durchgewunkenen Förderschülern, welche dem dort herrschenden Anspruch nicht gewachsen sind und dadurch bald aufgeben und scheitern oder wir werden gezwungen sein , das Niveau so herunter zu schrauben, dass wir sie mitnehmen können.
      Was das für die am Ende der zwei Jahre stattfindente Abschlussprüfung = entspricht der Mittleren Reife bedeutet, kann sich jeder ausmalen!
      Der Anspruch, egal für welchen Bildungsabschluss ich hier spreche, wird weiter, noch mehr als schon die letzten Jahre sinken. Was sind dann die Abschlüsse wirklich noch wert?

      • Leisetreter:
        Ja, da gerade Berufskollegs eine große Bandbreite an schulischen Angeboten haben, sind sie an vielen Stellen ein Sammelbecken und unglaublich heterogen in jeder Hinsicht!

      • Wir nehmen die SuS, die aus dem normalen Schulsystem gefallen sind. Und wer ist das meistens, der an einem Berufskolleg sich für den Hauptschulabschluss Klasse 10 anmeldet?
        Es sind SuS, die schon im Grunde gescheitert sind, und bei uns aufgefangen werden. Zudem werden Flüchtlinge zu uns durchgereicht.

    • Oder kurz zusammenfasst: Migrationshintergrund ist ein beschönigendes Wort für kulturelle Herkunft aus dem vorderasiatisch-nordafrikanischen Bereich in Kombination mit Bildungsferne

      • War doch schon immer so. Selten ist der Chinese, Inuit oder Inder gemeint. Meist geht es um muslimische Zuwanderer aus dem orientalischen oder afrikanischen Raum.
        Obwohl mittlerweile sogar Osteuropa reindrängt und häufig auch Rumänen und Bulgaren dazu zählen. Das sind dann aber keine Muslime mehr.

  3. Man weiß um diese Probleme und verstärkt sie noch durch den frühen Englisch-Unterricht, der zu einem weiteren Sprachgewirr beiträgt:
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/bildungspolitik-der-fruehe-englisch-unterricht-funktioniert-nicht/13018688.html
    Am Ende dieses Artikels wird beiläufig mitgeteilt, dass es in Berlin schwierig sei, junge Leute zu finden, die einen fehlerlosen Geschäftsbrief auf Türkisch schreiben können. Und das angesichts von Hunderttausenden zugewanderten Türken, von denen ja etliche inzwischen Lehrer oder Unternehmer sind. Das dürfte unter den deutschen Auswanderern in USA eben grundsätzlich anders sein: Da wird’s immer auch Leute geben, die ein korrektes Deutsch schreiben können, andererseits wird man Wert darauf legen, dass die Kinder schon vor Einschulung Englisch lernen, um sich verständigen zu können. Auch deutschstämmige Eltern werden teilweise mit ihren Kindern Englisch reden. Man wird sich eben nicht abschotten, sondern im Berufs- und Privatleben Kontakte mit Einheimischen pflegen. Man wird auch stolz und zufrieden sein, wenn die Kinder später Einheimische heiraten und so in die Gesellschaft des aufnehmenden Landes hineinwachsen. DAS ist Integration.

    • „Auch deutschstämmige Eltern werden teilweise mit ihren Kindern Englisch reden. Man wird sich eben nicht abschotten, sondern im Berufs- und Privatleben Kontakte mit Einheimischen pflegen. Man wird auch stolz und zufrieden sein, wenn die Kinder später Einheimische heiraten und so in die Gesellschaft des aufnehmenden Landes hineinwachsen. DAS ist Integration.“

      Woher nehmen Sie die Behauptung, dass Deutsche (natürlich im Gegensatz zu den doofen Migranten hierzulande) perfekte Auswanderer sind, die sich mit Wonne assimilieren? Ich vermute: Mal eben frei erfunden.

      Schauen Sie sich doch in der Welt um: Es gibt Chinatowns allerorten, ein Japan-Viertel z. B. in Düsseldorf (neben einem marokkanischen Viertel) oder eine deutsche Community auf Mallorca – dass Menschen mit ähnlichem kulturellem Hintergrund sich zusammenschließen, ist keine Macke, sondern schlicht menschlich. Also auch per se erst einmal gar kein Problem.

      • Ich bin auch in verschiedenen Ländern- also als Ausländer- aufgewachsen, da mein Vater an verschiedenen Langzeitprojekten arbeitete.
        Und natürlich lebten auch wir in „Sprachblasen“.
        Trotzdem mussten wir selbstverständlich so schnell wie möglich die jeweilige Landessprache lernen. Schule, Arbeitsplatz…. ohne Sprachkenntnisse läuft halt nichts!
        Das tun viele Migranten auch hier, keine Frage.
        Aber ein großer Teil zeigt auch wenig Interesse. Sonst hätten wir die Probleme nicht. Das zu ignorieren, da politisch inkorrekt, ist nicht zielführend. Es hilft den Kindern genauso wenig wie den Erwachsenen.
        Man kann ja gerne die Augen davor verschließen, dadurch verschwindet das Problem aber nicht.
        Deshalb bin ich für verpflichtende Sprachkurse für alle, die länger als -sagen wir mal ein Jahr- hier leben wollen.

      • Belesen Sie sich mal, Bernd! Das ist nicht frei erfunden. Es gilt sicherlich nicht überall, aber die deutschen Auswanderer gelten (je nach Umfeld) als jene, die sich mit als Erste assimilieren und ihre eigene Sprache aufgeben, meist schon mit der 2. Generation. Beispiel sind dafür besonders die englischen „Aufnahmeländer“, wie USA, Kanada, Australien, Neuseeland – wo auch die meisten Ausländerströme hingingen und immer noch hingehen.

      • Über deutsche Auswanderer kann man gelegentlich lesen, dass sie sich in USA; Kanada, Australien „bis zur Unkenntlichkeit“ assimilieren, und das schon nach 2-3 Generationen. Nur die teils typischen deutschen Namen erinnern dann noch daran. Manche verwandeln deswegen offiziell Umlaute ä, ö, ü im Namen in a, o, u. Die vielen Chinesen in USA haben — soweit ich höre — echte Schwierigkeiten mit der Aussprache des Englischen, was sie an einem sozialen Aufstieg hindern kann. Dass aber die Türken das Deutsche nicht aussprechen können, davon habe ich noch nichts gehört. Es spielt gewiss eine Rolle, ob man den Kontakt zu Einheimischen begrüßt und deren Gepflogenheiten (auch Feste, Speisen und typische Verhaltensweisen) annimmt oder ob man sich von den „Ungläubigen“ lieber fernhält, weil man ständig befürchtet, andernfalls ewige Höllenqualen zu erleiden. Der religiöse Wahn spielt gewiss eine Rolle.

        • Soso, über Deutsche im Ausland liest man „gelegentlich“ immer nur Gutes – während man über Migranten in Deuschland natürlich nur Schlechtes liest. Dann muss es ja stimmen, und kann auf gar keinen Fall an einer selektiven Wahrnehmung liegen.

          Deutschstämmige sind immer toll, selbst beim Auswandern.

          • Liegt halt daran, dass hauptsächlich gut gebildete Deutsche das Land verlassen und eher schlecht gebildete, religiöse Menschen einwandern

          • Hä? Was soll dieser Sarkasmus? Wie geschrieben, Deutsche im Ausland gelten (vor allem im englischsprachigen Umfeld) als Gruppe, die sich mit am schnellsten assimiliert und die deutsche Sprache und Kultur aufgibt.

            Natürlich gilt das nie für alle.

          • @Sina, meine Aussagen beziehen sich nicht nur auf die Auswanderung heutzutage. Diesbezüglich wäre nicht haltbar, was Sie da schreiben.

    • Offen ausgesprochen werden darf die Kontraproduktivität der überbordenden Migrationspolitik von denjenigen, die tagtäglich damit umgehen müssen, nur leider nicht wenn man nicht umgehend als Rassist gebrandmarkt werden will. Erst recht nicht von Lehrern, Erziehern oder Personalern in den Ausbildungsbetrieben…“

    • 50 Jahre sind der richtige Zeitraum: Anfang der 1970er wurde die Anwerbung von Gastarbeitern gestoppt. Alle, die danach kamen, taten das aus eigenem Antrieb. Asyl als Verfolgte haben ja nur wenige bekommen, von den Türken einige politische Oppositionelle (das war auch richtig). Und auch die große Flüchtlingswelle ist schon wieder 5 Jahre her. Diese Kinder sind schon 5 Jahre hier. Aber warum gibt es dennoch die Probleme, die oben im Artikel beschrieben werden? Warum können so viele Kinder kein Deutsch? Immer wieder wird auch hier bei news4teachers davon berichtet. Ist das wirklich ein Versäumnis deutscher Behörden? Ich kann mir das nicht vorstellen, es muss etwas mit den Eltern der Kinder zu tun haben, vielleicht auch mit Parallelgesellschaften. Und mit Art. 6 GG, der den Eltern alle Rechte gibt, aber kaum Pflichten.
      Frau McElvany ist eine Psychologin, die normalerweise die große „Heterogenität“ in den Schulen schönredet. Man schaue mal auf ihre Homepage an der TU Dortmund, z.B. ihren Bericht über die Gemeinschaftsschulen in NRW (ein abgeschlossenes Projekt). Aber was sie laut dem obigen Artikel empfiehlt, klingt eher hilflos: Deutsches Fernsehen gucken, das soll es richten. Die Kita soll es richten. Und mehr Migranten als Lehrer. Einheitliche Standards soll es geben, und das im Föderalismus. Angebote soll man machen, natürlich nur freiwillig, niemand soll gezwungen werden, Deutsch zu lernen. Und das nach 50 Jahren Zuwanderung. Hilflosigkeit pur. Wie macht man das nur in Kanada, USA, Australien?

  4. Vielleicht sollte unsere Regierung endlich auch einmal an der Basis etwas ändern und die Gruppengröße in den Kitas ändern, dann könnten hier schon ganz andere Grundlagen gelegt werden. In unserer Kita sind 90% der Kinder nicht muttersprachlich deutsch. Kinder, in deren Elternhaus wert auf Bildung gelegt wird, lernen oft leichter auch Deutsch, welches ja nun einmal die Grundlage für einen guten Schulstart ist. Bei einer Gruppenstärke von 25 Kindern und kaum kindlichen Sprachvorbildern ist dies für die Erzieher nicht wirklich realisierbar, da viel Zeit für alle anderen Dinge benötigt wird. Seit dem auch noch 6 Zweijährige in den Gruppen sind, fehlt noch mehr Zeit. Mit dem neuen Kitagesetz, welches im Juli in Rheinland-Pfalz in Kraft tritt, fallen auch noch die Sprachförderkurse für die Vorschulkinder weg…, dies ist angeblich in den neuen Personalschlüsseln berücksichtigt. Bei der Berechnung für unsere Kita ist davon bisher noch nichts zu merken, ich bin gespannt, wie es tatsächlich ab Juli weiter geht. Trotz allem wäre eine (inzwischen mehrfach auch wissenschaftlich nachgewiesen) deutlich verbesserte Erzieher/Kind Relation endlich angebracht. Dies würde Folgeprobleme UND Folgekosten drastisch reduzieren.

  5. Jedes gesellschaftliche Problem soll die Schule lösen. Ich habe inzwischen so viele Kinder mit Migrationshintergrund beschult, bei denen es anfangs sprachliche Probleme gab und die nach kurzer Zeit durchaus sehr gut dem Unterricht folgen konnten und später ihren Wunschberuf ausgeübt haben. Warum hat es bei diesen SuS gut geklappt? Aus meiner Sicht waren es der Wille und die Bereitschaft, sich zu integrieren, die Spache zu lernen und der Wunsch, etwas aus seinem Leben zu machen und sich dafür anzustrengen. Diese SuS hatten allerdings Eltern im Hintergrund, die sich total Mühe gegeben haben, selbst Teil unserer Gesellschaft zu werden und die die deutsche Sprache erlernt haben, weil es eine Schlüsselkompetenz ist, die Tür und Tor öffnet.
    Hier in Hamburg gibt es Stadtteile, in denen es Parallelgesellschaften gibt. Dort leben Familien bereits in 2. und 3. Generation in Deutschland, die bis heute kaum Deutsch sprechen und es auch nicht wollen. Darüber spricht fast niemand. Integration kann nur klappen, wenn sich beide Seiten anstrengen. Nicht die Schule allein kann alle Probleme lösen und sich verbiegen und alles tun, um auch wirklich jeden abzuholen.

  6. „Der Beruf ist anscheinend nicht so spannend für die Gruppe“??? Der Beruf ist schon spannend, nur sind die Hürden zu hoch. Ich weiß, wovon ich rede. Bin selbst Migrantin, hab im Ausland 5 Jahre aufs Lehramt studiert, 3 Jahre als Gymnasiallehrerin gearbeitet. In Sachsen angekommen, mein ganzes Studium als Abi anerkannt, Berufserfahrung gar nicht. Ich habe dann an der TUD noch 5 Jahre das höhere LA an GYM studieren müssen plus Ref oben drauf, noch 2 Jahre. Ist doch verrückt. Und dann noch vom Land Sachsen nicht angestellt, bin an einer privaten Schule untergekommen. Wer ist schon bereit, diese Hürden zu schaffen? Ich kenne einige Lehrer aus meinem Land, die es gar nicht versucht haben. Bevor hier über mehr Lehrer mit Migrationshintergrund an den Schulen geredet wird, muss von oben her umgedacht werden. So wird hier nichts.

  7. Es wäre sicherlich auch hilfreich wenn man professionelle DAZ Lehrkräfte als Unterstützung an den Schulen und Kitas miteinbeziehen und anstellen würde. Leider lässt man die Lehrer und Erzieher mit der Verantwortung allein.

  8. Naja Willkommenskultur trifft hier eben auf die Negativfolgen.
    In 20 oder 30 Jahren werden die Quoten noch höher sein. Anstatt zu „fliehen“ wie der Herr im Artikel, sollte man sich den Konsequenzen der Politik dann aber auch stellen und das nicht im gehobenen Speckgürtel aussitzen. Oder planen die Wohlhabenden jetzt abgeschottete Schulbezirke in eine „heilen Welt“, während der Rest mit 90% Migrationshintergrund in den Innenstadtschulen operiert?

    Am Ende kann Schule da wenig helfen. Denn es kommt auf das Elternhaus an. Wenn zu Hause kein Deutsch gesprochen wird, sind die Chancen halt schlecht. Wo kein Integrationswille oder Einsicht vorhanden ist, wird Schule die Defizite nicht auffangen können. Dort wo Eltern um die Notwendigkeit von Sprache Bescheid wissen und den Kindern ein deutsches Sprachumfeld ermöglichen, klappt es hingegen gut.
    Wir sind nun mal ein Land, indem nicht in Familien hinein regiert wird. Freiheit bedeutet auch, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und sich einzubringen. Wenn Eltern das nicht tun, kann man nur bedingt die Defizite aufarbeiten. So entstehen Bildungsverlierer. Aber was ist die Alternative? Die Kinder jetzt von morgens bis abends aus den Familien reißen, da ihr eigenes Umfeld sie nicht fördert?

    Am Ende hoffe ich immer, dass meine Brennpunktschule nicht typisch für andere Schulen steht. Sonst habe ich ernsthafte Angst um die Renten und Pensionen.

    • „Oder planen die Wohlhabenden jetzt abgeschottete Schulbezirke …“
      „Die“ Wohlhabenden können gar nichts „planen“, das sind Verschwörungstheorien. Die sprechen sich nicht alle ab, wie soll denn das bundesweit praktisch gehen? In einer Gesellschaft mit über 80 Mill. Einwohnern entwickelt sich das wie ein Markt: Millionen von unabhängigen Einzelentscheidungen resultieren dann in gewissen Strukturen. Was Sie beklagen, ist die schlichte Tatsache, dass die Eltern individuell aus ihrer Sicht entscheiden und sich überhaupt nicht um die Statistiken oder Wünsche der Bildungspolitiker kümmern. Jeder ist sich selbst der nächste. Und die Fehler der Politik auszubügeln, dazu hat nun schon mal gar keiner Lust, wenn das zu eigenen Nachteilen führen würde.
      Das „Armsein“ hat per se auch nicht erkennbar was damit zu tun, ob die Erstklässler lernen wollen und können. Kinder brauchen nicht viel Geld, sondern dass man sich um sie kümmert. Werden Brennpunktschulen nicht immer durch den Anteil derer definiert, die von Transferleistungen leben? Wer Hartz IV bezieht, hat wenig Geld, aber viel Zeit, sich um die eigenen Kinder zu kümmern. Jedenfalls leuchtet mir das Gegenteil nicht ein.

  9. „nichtdeutsche Herkunftssprache“ bedeutet aber nicht automatisch, dass die Kinder kein Deutsch können. Bei mir können alle (!) Kinder mit nichtdeutscher Herkunftssprache – sie machen etwa 50% aus – Deutsch auf muttersprachlichem Niveau. Dieser Fakt alleine sagt also nicht viel aus.

    Sinnvoll finde ich die Idee, diese Kinder – wenn sie entsprechend jung sind – 1 Jahr zurückzustellen und Deutsch lernen zu lassen im Kindergarten, besser noch in einer wiedereinzuführenden Vorschule, die am Kindergarten oder an der Grundschule angegliedert sein mag.

    Was mehr Lehrer mit Migrationshintergrund dabei bewirken sollen, verstehe ich nicht. Ich habe nichts dagegen. Wer Lehrer werden will, soll Lehrer werden – egal, was für einen sprachlichen Hintergrund er/sie hat. Aber dass Lehrer mit Migrationshintergrund dann mit den Kindern ohne (ausreichende) Deutschkenntnisse in deren Muttersprache kommunizieren könnten, finde ich nun gerade keinen Vorteil. Wer nicht auf Deutsch angewiesen ist, macht sich ja noch weniger die Mühe, Deutsch zu benutzen und dadurch zu lernen.

    • Ich denke, dass es bei der Idee, mehr Lehrkräfte mit sogenanntem Migrationshintergrund zu gewinnen, darum geht, diese als Vorbilder zu haben, als diejenigen, die es „geschafft“ haben. Nicht darum, dass diese mit den SuS in deren Muttersprache reden können.

  10. «Es könnten mehr Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Beruf sein», sagt er. «Es gibt Versuche, den Anteil zu fördern, aber der Beruf ist anscheinend noch nicht so spannend für diese Gruppe.» – Warum nur?

  11. „Zudem könnten auch Lehrer ohne Migrationshintergrund stärker sensibilisiert werden: «Es ist sicherlich hilfreich, in Lehrerfortbildungen darüber aufzuklären, welche Besonderheiten es in verschiedenen Kulturen gibt. So kann man besser verstehen, warum es zu gewissen Missverständnissen oder zu völligem Unverständnis kommt, was Konzepte und Werte betrifft», ist Düll überzeugt.

    Genaaauuuu…. Die Ortsansässigen sollen sich den Zuwanderern anpassen. Das fasst die Migrations- und Integrationspolitik in diesem Land zusammen. Jahrzehnte ist versäumt worden den Einwanderern zu verdeutlichen, dass sie sich als Minderheit einer Mehrheit anzupassen haben. Sprachlich, aber auch bei der Anerkennung der hier für das Zusammenleben der Gesellschaft in Deutschland herrschenden Werte, die leider in den letzten Jahrzehnten immer unwichtiger geworden sind. Stattdessen Hedonismus, Individualisierung im Übermaß und unreflektierter Konsum statt Rücksichtnahme, Fleiß, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, …

    • Rücksichtnahme, Fleiß, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit – sind Werte in Deutschland? Und Migranten pflegen dagegen Hedonismus, Individualisierung im Übermaß und unreflektierten Konsum?

      Wo leben Sie denn?

      • Ich würde sagen, beiden „Seiten“ sind diese Tugenden abhanden gekommen. Lang lebe der Egoismus! ICH bin wichtig, meine Bedürfnisse müssen zu förderst gestillt werden, meine Meinung ist die wichtigste, meine Faust – wenn es sein muss – die stärkste. Nacht dem Motto: „Jeder denkt nur an sich, nur ich denk‘ an mich“ Dieses Land ist in jeder Hinsicht allmählich in Grunde und Boden gewirtschaftet.
        Ich könnte hier einige Beispiele aus meiner Stadt und meinem Alltag dort aufzählen, würde aber den Rahmen sprengen. Ich habe es einfach nur noch satt, wie wenig man aufeinander Rücksicht nimmt, egal woher die Leute stammen. Aber anscheinend ist das heutzutage so, mit Anfang 50 ist man eben diesem Treiben nicht mehr gewachsen.

  12. Die Wertediskussion beziehe ich nicht auf Migranten, sondern ein Werteverfall ist gesamtgesellschaftlich zu erkennen. Und ich lebe übrigens in Berlin.

    • Dann hatte ich Sie falsch verstanden. „Hedonismus, Individualisierung im Übermaß und unreflektierter Konsum statt Rücksichtnahme“ stelle ich nämlich gerade in Migranten-Communities nicht fest – eher eine Hinwendung zur Religion.

      Aber das ist vielen Deutschstämmigen ja dann auch wieder nicht recht.

        • Ah, jetzt mal wieder Zeitungsschnispel, die alles und nichts aussagen, aber Migranten in ein schlechtes Licht rücken sollen.

          Ich könnte spaßeshalber jetzt Berichte präsentieren über Pädophilenringe in Deutschland, die von Deutschstämmigen betrieben werden – nu? Sind Deutschstämmige deshalb pädophil?

          Carsten60 – Sie zelebrieren hier lediglich Ihre Vorurteile, zeigen keinerlei Interesse an einer Diskussion über die echten Probleme – und damit auch nicht an Lösungen. Das ist der Duktus der AfD.

          Dabei zeigt der Beitrag oben sehr wohl Lösungen auf, die im Übrigen auch Kinder aus deutschstämmigen Familien (wo ebenfalls zunehmend Spracharmut herrscht) betreffen würde – eine frühzeitige Sprachförderung, beginnend in der Kita zum Beispiel. Seit 20 Jahren (seit der ersten PISA-Studie) wird darüber in Deutschland lamentiert. Passiert ist wenig.

          Das würde aber bedeuten, dass man mal wegkommt von Schuldzuweisungen und billigen Vorurteilen – toller Deutschstämmiger, böser Migrant – und sich vielleicht mal den eigenen Defiziten stellt, wie: einem brutal unterfinanzierten Bildungssystem, das Bildung praktisch vom privaten Engagement und den individuellen Möglichkeiten der Familien abhängig macht.

        • Soso, der Berliner Tagesspiegel zelebriert Vorurteile, und wenn man ihn zitiert, dann hat das gleich was mit der AfD zu tun. In dem Artikel ging es nicht um ALLE Migranten, sondern um die „frommen“ Araber-Clans, die möglicherweise Leute in die Polizei einschleusen, womit dort Korruption nicht mehr auszuschließen ist.
          Zuvor hatte Bernd ohne jede Begründung das Vorurteil präsentiert, dass eine „Hinwendung zur Religion“ angeblich mehr Rücksichtnahme zur Folge hat. Woher kommt diese Behauptung? Im Iran sind die frommen Mullahs an der Regierung, aber es wird brutal gefoltert und hingerichtet. Jede abweichende Meinung wird unterdrückt. Wie mag es in den dortigen Schulen aussehen? Tolerant gegen „heterogene“ Abweichler? Werden da auch Atheisten gefördert? Oder kommt man dann wegen „Anstiftung zum unislamischen Verhalten“ ins Gefängnis? Und wir müssen uns hier Propaganda für eben diese ach so friedliche Religion anhören. Man sollte auf die Wirklichkeit dort schauen, wo eine streng genommene Religion regiert (gilt auch einige verschrobene Sekten in USA). NIcht das, was in heiligen Schriften steht, ist maßgeblich, sondern die Wirklichkeit.

          • Nicht der Tagesspiegel zelebriert Vorurteile – Sie tun das, indem Sie einen Beitrag über Araber-Clans unter einen Beitrag über Schüler mit Migrationshintergrund stellen.

            Was soll das in einer Bildungsdebatte – wenn nicht übelste Vorurteile bedienen?

          • „Was soll das in einer Bildungsdebatte?“
            In dem Link ging es um Polizeischüler, das gehört wohl noch zur Sek II oder so, ähnlich den Berufskollegs. Von Polizisten erwartet man mehr als vom einfachen Volk. Und Sie wissen, dass Pädophilenringe auch in den Polizeischulen ihr Unwesen treiben? Das wäre ja ein Skandal! Um „gewöhnliche“ Verbrecher ging es nicht, um deren Nationalität schon gar nicht.

  13. Die Geschichte von Philipp Möller und seiner Tochter oben im Artikel zeigt doch auch, warum es einen wachsenden Trend zu Privatschulen geben kann. Da kann man jammern, dass das eine gewisse Segregation zur Folge hat, aber die könnte das kleinere Übel sein gegen das frustrierende „Unterpflügen“ von talentierten und lernwilligen Kindern in solchen Klassen, in denen kaum Deutsch gesprochen wird und in denen sich die gepriesene „Heterogenität“ eben nicht positiv, sondern negativ auswirkt. Sollen wir es hinnehmen, dass solche Kinder geschädigt werden? Anstelle von Privatschulen tut es natürlich auch eine bildungsmäßige Segregation nach Stadtteilen (so wie oben geschildert).
    Und wenn jetzt wieder Bernd ankommen und die offizielle Lehrmeinung verkünden sollte, dann möge Bernd mal schildern, was er anstelle von Philipp Möller denn gemacht hätte bzw. wohin er seine eigenen Kinder geschickt hat (falls es die gibt). Selbst Grünen-Politiker in Berlin wurden schon dabei erwischt, dass sie kurz vor Einschulung ihres ältesten Kindes aus dem Multikulti-Bezirk weggezogen sind. Wasser und Wein – die alte Sache.

    • @Carsten60
      Danke, genau so ist es!
      Ich würde meine Kinder lieber bestmöglichst fördern als ihnen eine schlechte Schulbildung zu „gönnen“. So sind viele Eltern nun mal.

    • Ja, gibt es – drei davon. Und die jüngste in einer Klasse mit 80 Prozent Migrantenanteil. Meine Tochter zählt übrigens auch dazu. Und?

      • Im obigen Artikel ging es darum, ob diese 80 % nun Deutsch sprechen oder nicht. Das Problem sind nicht ausländische Vorfahren, sondern die Weigerung mancher Familien, mit den Kindern Deutsch zu sprechen, und das auch nach längerem Aufenthalt hier. Denn das belastet die Schulen unzumutbar. Darum drehten sich auch die (eher hilflosen) Vorschläge oben im Artikel.

  14. Ich arbeite an einer Grundschule mit 90% Migrationshintergrund und kann vielleicht aus der Praxis berichten.
    Es ist eine besondere Herausforderung im Anfangsunterricht die sehr heterogenen Sprachniveaus zusammenzubringen.
    Es gibt gewaltige sprachliche Unterschiede. Kinder die schon vor der Einschulung lesen können sitzen zusammen mit Kindern die kein Wort deutsch sprechen.
    Manche Familien beherrschen keine Sprache mehr richtig, auch nicht mehr die Herkunftssprache der Elterngeneration.
    Andere haben einen sehr differenzierten Wortschatz.

    Wir sind als Schule darauf eingestellt und haben vielfältige Förderangebote und -gruppen.
    Unser klasseninterner Plan, welcher Schüler wann in welcher Förderung ist ist komplexer als der Vertretungsplan manch anderer Schule.

    Am Ende meiner Elternzeit wurde ich in Teilzeit an eine Dorfschule angeordnet und war überrascht, wie gering die Leistungsunterschiede in der vierten Klasse waren.

    Solche groben Verallgemeinerungen sind also nicht möglich oder sinnvoll. Es geht immer um die einzelnen Kinder, ihre Familien, die Einstellung zum Lernen und die Voraussetzungen, die sie zur Einschulung mitbringen.

  15. Es gibt überall auf der Welt auch immer eine community wo die eigene Muttersprache gesprochen werden kann. Man kann aber deutliche Unterschiede der Sprachkenntnisse in der Landessprache erkennen zwischen jenen die sich nur dort aufhalten und denen die sich unters Volk mischen. Als ich mit meinen Kindern im Ausland wohnte gab es eine Regel: Sobald eine Person im Kreis nicht Deutsch sprechen kann, sprechen allein der Landessprache. In meinem Haus habe ich das sogar von meinen Gästen erwartet. Für mich hat das mit Respekt zu tun.

    Ähnliches sollte auch in Schulen gelten: Es wird ausschließlich während des Unterrichts in der Unterrichtssprache gesprochen und auf dem Campus die Landessprache oder eine Unterrichtssprache. Sprache kommt von sprechen. Es nützt nichts Grammatik und Vokabeln in die SuS reinzuprügeln, wenn nicht ausreichend gesprochen wird.
    Schlechte Sprachkenntnisse sind leider nicht nur bei ausländischen Mitbürgern vorhanden, selbst viele Muttersprachler sprechen schlechtes Deutsch. Auch kann man nicht behaupten, dass Akademiker bessere Sprachkenntnisse haben… Oft sehe ich sogar das Gegenteil. Da wird das Kind teilweise multilingual erzogen. Wir haben Kinder bei uns in der Kita, eine bilinguale Einrichtung, die zu Hause noch zwei weitere Sprachen sprechen bzw hören. Oftmals sprechen sie keine der 4 Sprachen richtig.
    Meine Kinder besuchen eine SESB (Staatliche-Europa-Schule Berlin) dort waren die SuS bisher in Muttersprache und Partnersprache eingeteilt. Seit kurzem gibt es auch eine dritte, Bilinguale Gruppe. Das bedeutet eine Gruppe spricht zu Hause nur Deutsch, die andere nur die andere Sprache und die dritte Gruppe spricht zu Hause beide Sprachen. (Ich glaube die bilingualen Kinder werden nach ihren individuellen Sprachkenntnissen, meist überwiegt eine Sprache, entweder den deutschen Gruppe oder der Partnersprache Gruppe zugeordnet) Deutsch und die jeweilige andere Sprache findet soin halber Klassenstärke statt, sodass die LuL mehr Zeit haben auf die individuellen Bedürfnisse der Gruppe und SuS einzugehen.
    Desweiteren findet die eine Hälfte der Fächer in Deutsch die andere in der jeweiligen Partensprache statt und wird immer von Muttersprachlern unterrichtet. Dieses vorgehen ist motivierend, da so jedes Kind mal einen sprachlichen Vorteil hat.
    Am Ende der Schullaufbahn erreichen i.d.R alle SuS mindestens das B2 Niveau in der jeweiligen anderen Sprache egal ob die Eltern zu Hause die jeweils andere Sprache sprechen oder nicht. Die erste Fremdsprache wird in der 5. Klasse eingeführt.
    Dieses Schulkonzept sollte in ganz Deutschland ausgebaut und eingeführt werden. Das hätte bestimmt auch einen positiven neben Effekt auf den Lehrkräftemangel. Und den deutschen Kindern kann es nicht schaden eine der vielen anderen schönen Sprachen auf hohem Niveau zu sprechen.
    Für mich ist das ein Beispiel von gelungener Integration

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