Ex-Sprachschüler greift Lehrer mit Messer an – Opfer im Krankenhaus

18

MÖLLN. Messerattacke an einer Sprachschule im schleswig-holsteinischen Mölln: Ein früherer Sprachschüler soll einen Lehrer plötzlich angegriffen und schwer verletzt haben. Viele Fragen sind offen.

Die Polizei rückte an. (Symbolfoto) Foto: NicoLeHe / pixelio.de

In einer Sprachschule in Mölln im Kreis Herzogtum Lauenburg hat ein ehemaliger Schüler einen Lehrer mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Es werde wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag in Lübeck mit. Es bestehe aber keine Lebensgefahr. Der 32 Jahre alte Syrer habe den Lehrer am Donnerstag um die Mittagszeit in der Schule angesprochen und angegeben, er wolle sich für einen neuen Sprachkurs anmelden. Während der Lehrer etwas auf einem Formular notierte, soll der Beschuldigte den 44-Jährigen plötzlich mit einem Messer angegriffen und ihm auf Höhe des Ohres in den Kopf gestochen haben.

Anschließend kam es ersten Ermittlungen zufolge zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Dem Opfer sei es gelungen, das Messer mit einer Klinge von 15 Zentimetern zu ergreifen. Bei einem Gerangel um das Messer ging der 44-Jährige laut Behörden zu Boden. Der Angreifer habe sich daraufhin auf ihn gesetzt und habe den Lehrer weiter geschlagen. Kollegen alarmierten die Polizei.

Die Beamten gelang es den Angaben zufolge schließlich mit Pfefferspray, den 32-Jährigen von seinem Opfer runterzuziehen. Der Lehrer wurde mit Schnittverletzungen am Kopf und an den Händen in ein Krankenhaus gebracht. Der Beschuldigte hat sich laut Ermittlern bislang nicht geäußert. Er sollte am Freitagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden. dpa

Anzeige


18 KOMMENTARE

  1. Ich bin geschockt. Feige und brutal.
    Die besten Genesungswünsche für den Kollegen!
    Ich würde es begrüßen, wenn die Redaktion hier dranbleibt und weiter berichtet.

  2. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was solche Nachrichten sollen. Hier wird ein Vorgang geschildert, der ganz klar ein Verbrechen darstellt, aber die Zusammenhänge und wie es eigentlich dazu kam bleiben völlig unklar. Was ist die Vorgeschichte der beiden Männer, was ist das Motiv des Angriffs? Warum sticht man jemanden in den Kopf? Das klingt nicht nach einem ernsthaft versuchten Mord, zumal wenn das Opfer danach noch weiter um die 15 cm lange Klinge rangeln kann. Wieso setzte die Polizei nur Pfefferspray ein? Auch das klingt nicht danach, als wären Täter und Opfer zu dem Zeitpunkt noch ernsthaft im Kampf verwickelt.
    Stattdessen wird, entgegen dem journalistischen Ethos, die Herkunft des Täters zur Beschreibung genannt. Soll das die Leser triggern? Wie man an Carsten60 sieht, scheint es zumindest teilweise zu funktionieren. Aber warum? Wird das Verbrechen geringer oder werden künftige Taten verhindert, wenn sich die Leser jetzt in Spekulationen über Syrer oder Asylbewerber oder 32jährige Männer ergehen? Oder produziert sowas nicht einfach nur sehr zuverlässig Klicks und im besten Fall noch eine volle Kommentarspalte, die dann von den Anzeigenkunden honoriert wird? Aber zu dem Preis, dass man Rassismus und Xenophobie in der Bevölkerung genauso fördert wie ein allgemeines Klima, in dem nicht mehr sachlich und aufgrund von gesicherten Fakten diskutiert werden kann?

    • Sehr geehrter Tacheles,

      die Nachrichten auf News4teachers geben gesicherte aktuelle Informationen wieder. Sie sind nicht dafür gedacht, einen Gerichtsprozess zu ersetzen. Darüber hinaus beinhalten die Nachrichten auf News4teachers alle bekannten Informationen, die im Zusammenhang mit der Tat relevant erscheinen. Und das ist im Kontext dieses Geschehens (Sprachschule/Sprachlehrer) natürlich auch die Nationalität des mutmaßlichen Täters – die hier zu verschweigen, wäre absurd. Dass manche Menschen solche Ereignisse politisch instrumentalisieren, steht auf einem anderen Blatt. Indem wir relevante (sic!) Informationen verschweigen, verhindern wir das aber garantiert nicht.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

    • „Warum sticht man jemanden in den Kopf? Das klingt nicht nach einem ernsthaft versuchten Mord, zumal wenn das Opfer danach noch weiter um die 15 cm lange Klinge rangeln kann.“

      Wenn also zukünftig jemanden in den Kopf schiesst oder mit einem Hammer bearbeitet, dann wissen wir, der wollte den gar nicht umbringen… und dann „rangelt“ das Opfer auch noch mit dem Täter… Sandkastenspiele oder was? Und wieso muss sich das Opfer jetzt nicht auch noch entschuldigen, dass die Geschicht so überdramatisiert wird?

      Also, Tacheles, jetzt mal im Ernst: wer hat ihnen eigentlich ins Hirn …..

    • Also ich finde das klingt nach einem sehr sehr ernsthaften Mordversuch.
      Wenn jemand mit einer 15 cm Klinge irgendwo hingeht, jemanden unter einem Vorwand ablenkt und daraufhin dem abgelenkten die Klinge in den Kopf rammt, dann nennt sich das Mordversuch.

      Übrigens heißt das unabhängig von der Nationalität des Angreifers so.

    • Normalerweise würde man jemanden „xenophob“ nennen, wenn er Ausländer angreift, und nicht dann, wenn er Angst davor hat, von Ausländern angegriffen zu werden. Xenophobie hin oder her: Ich habe nicht das Gefühl bekommen, dass Morde und Mordversuche mit solchen Messern irgendwie gleichverteilt sind über die diversen Nationalitäten (auch, wenn die Täter Schulkinder waren). Aber vielleicht gibt’s dazu ja Statistiken, die diesen Verdacht widerlegen.
      Am besten wäre es, wenn solche Messer als „Waffe“ eingestuft würden, die nicht jeder Idiot mit sich herumtragen darf (schon gar nicht in Schulen). Ein neu gekauftes Küchenmesser muss dann verpackt sein und darf erst zu Hause ausgepackt werden. Auch professionelle Köche müssen nicht ständig Küchenmesser auf der Straße mit sich herumtragen. In manchen Berufen könnte es einen „kleinen Waffenschein“ in dieser Sache geben.

    • Sachlicher und gesicherter können die Fakten eigentlich nicht sein. Nun gilt es zu eruieren, was Leute dazu veranlasst, bei irgendeinem Frust (davon gehe ich aus) gleich mal das Messer zu ziehen und Mord in Kauf zu nehmen. Wenn man nicht mehr thematisieren darf, woher diese Gewaltbereitschaft kommt und wie sie entsteht, dazu gehört nun mal auch die Nationalität und geschichtliche Hintergründe, dann wird man nichts zur Prophylaxe oder Problemlösung beitragen können. Das Ergebnis aus einem „Wegsehen und Verschweigen“ sehen wir bei der Clanbildung, deren Sturkturen nun völlig außerKontrolle geraten sind. Wenn dies beabsichtigt ist, dann weiter so. Ehrlich gesagt finde ich es nicht üblich, dass man stets ein Messer bei sich trägt. Zum Apfel schälen war es sicher nicht gedacht. Für mich handelt sich es hier eindeutig um Mordversuch (hoffentlich bleibt es beim Versuch, dem Opfer gute Genesung!). Und das hat rein gar nichts mit Rassismus zu tun, auch wenn man es noch so sehr dreht und wendet.

      • Volle Zustimmung.
        Wenn man nicht endlich anfängt, Hintergründe und Zusammenhänge bei der gestiegenen Kriminalität in ALLE Richtungen aufzuarbeiten, wird es nie besser.

  3. Aha, Geschlecht, Alter und Nationalität sind also relevant. Wofür? Und warum ist die Herkunft immer nur beim Täter interessant und fast nie beim Opfer? „Dass manche Menschen solche Ereignisse politisch instrumentalisieren“ steht leider nicht nur auf anderen Blättern, sondern wird durch solchen Bild-Journalismus ganz aktiv befördert. Warum erfahre ich nichts über Größe und Gewicht der Männer, über deren Bekleidung und Familienstand?

      • Danke für den Beleg. Man kann die Geschichte also sofort verstehen, wenn man weiß, welche Nationalität der Täter hat. Sonstiges psychologisches Profil? Egal. Motiv und Vorgeschichte? Egal. Soziale Schicht? Egal. Er ist Syrer, dann ist alles klar. Genau wie bei Russen, Afghanen oder Albanern. Dann fühlen sich die Herrschaften wie oben im Thread wieder berufen, mit Kraftausdrücken um sich zu werfen, Xenophobie und Rassismus ein wenig umzudefinieren und zu relativieren, nach schärferen Gesetzen und härteren Strafen zu rufen und das Ganze gleich noch mit ein paar Ausführungen zu „Clanbildung“ zu ergänzen, damit auch klar ist, wer hier bestraft und reguliert werden soll. Es gibt ja (falsch verstandene) Statistiken und so weiter, alles klar, Fall gelöst. Dass es Lehrer gibt, die auch Messer mit mehr als 15cm Klinge im Lehrerzimmer aufbewahren, soll uns hier nicht stören. Wenn’s ein Syrer war, wissen wir, woher die Waffe kam (und natürlich auch, warum es ein Messer war, das erklärt die AfD doch oft genug), warum er sie dabei hatte und warum er auf seinen Lehrer losging.

        Wenn’s jetzt ein Franzose gewesen wäre, oder ein Spanier oder Italiener, das hätte die Sache schon schwieriger gemacht, nicht wahr? Dann hätten wir nach Verbindungen zur Mafia fragen müssen, oder man hätte doch wenigstens noch schnell die Religionszugehörigkeit oder Hautfarbe erwähnen müssen, damit der Mob sich triggern lässt. A propos: Welche Nationalität hatte denn die Erzieherin, die das Kind im Kindergarten ermordet hat? Nur, damit ich den Fall auch richtig verstehen kann.

        Und bitte nicht vergessen: Wenn morgen wieder ein Geisterfahrer auf der Autobahn Leute totrast, 500 Jugendliche in Frankfurt feiern oder sich ein Politiker persönlich an Masken in einer globalen Krise bereichert, unbedingt die Nationalität erwähnen, sonst kann man all das nicht verstehen!

    • Ich habe den n4t-Artikel gestern Abend kurz nach Veröffentlichung gelesen und gleich nach weiteren Quellen gesucht. Das, was hier berichtet wurde, deckt sich mit dem, was zeitgleich in verschiedenen anderen serösen Medien berichtet wurde. Mehr oder weniger war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

      • Ja, zig Nachrichtenportale, von Bild über RTL bis hin zur Augsburger Allgemeinen, schreiben einfach dieselbe Agenturmeldung ab. Ist das Journalismus? Im Unterricht gibt’s für solche Hausaufgaben ganz sicher keine 3 mehr. A propos Unterricht: Als Lehrer weiß ich genau, wie ich mit ein paar gezielt untergebrachten Stichworten auf einem Arbeitsblatt das Thema für die nächste Unterrichtsreihe über mehrere Wochen setze. Ich glaube nicht, dass irgendeinem Journalisten nicht klar ist, was das Thema bei einer Nachricht ist, in der „Syrer“ und „Messer“ auftauchen und welche Klientel damit bedient wird. Von RTL und Welt erwarte ich nichts anderes, bei n4t hatte ich etwas mehr Stil erwartet, zumal die so getriggerte Debatte natürlich gar nichts mehr mit Schule oder Bildung zu tun hat (bildungsferner geht’s ja kaum noch). Seriös wäre es jedenfalls gewesen, entweder entsprechend des Pressekodex‘ (der hier klar verletzt wurde!) die Nationalität zu verschweigen, so lange nicht klar ist, ob die irgendetwas mit dem Fall zu tun hat, oder besser noch einfach mit der Veröffentlichung zu warten, bis tatsächlich die Hintergründe einigermaßen gesichert bekannt sind.

        • Sehr geehrter Tacheles,

          offenbar sind Sie mit journalistischer Praxis nicht vertraut, wie auch? Lassen Sie sich’s deshalb erklären: Die Deutsche Presseagentur (dpa) liefert – als Zusammenschluss der Verlage – den Redaktionen zu, die daraus Nachrichten machen. So, wie sich ein Bäcker allmorgendlich das Mehl für das zu backende Brot liefern lässt, kommen auch bei uns in der Redaktion regelmäßig Agenturmeldungen herein, die wir dann für unseren Bedarf anpassen und veröffentlichen. Die dpa agiert dabei als Teil der Redaktion; ihre Informationen sind verifiziert und bedürfen presserechtlich (anders als externe Informationen) keiner Überprüfung mehr. Die dpa beliefert natürlich nicht nur uns. Von „Abschreiben“ kann deshalb keine Rede sein.

          Die dpa richtet sich in ihrer Berichterstattung, wie News4teachers auch, nach den Regeln des Deutschen Presserats. Im Pressekodex des Deutschen Presserats sind die ethischen Standards für den Journalismus festgelegt. Darin heißt es: „In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“

          Was ist denn ein „begründetes öffentliches Interesse“? Auch das wird ausgeführt:

          „Ziffer 12 und die zugehörige Richtlinie 12.1 enthalten kein Verbot, die Zugehörigkeit von Straftätern und Verdächtigen zu Minderheiten zu erwähnen. Sie verpflichten die Redaktion jedoch, in jedem einzelnen Fall verantwortungsbewusst zu entscheiden, ob für die Nennung einer Gruppenzugehörigkeit ein begründetes öffentliches Interesse vorliegt oder die Gefahr der diskriminierenden Verallgemeinerung überwiegt. Reine Neugier – egal ob angenommen oder tatsächlich vorhanden, egal, ob individuell oder kollektiv – ist kein geeigneter Maßstab für presseethisch verantwortliche Abwägungsentscheidungen.

          Vermutungen über den Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeiten und Taten müssen von Tatsachen gestützt sein. Bloße Spekulationen und Hörensagen sind insofern keine Grundlage für verantwortliche Berichterstattung. Für ein begründetes öffentliches Interesse an der Nennung der Zugehörigkeit von Tätern oder Tatverdächtigen zu einer Gruppe oder Minderheit kann unter anderem jedoch sprechen, wenn zumindest einer der folgenden Sachverhalte vorliegt:

          – Es liegt eine besonders schwere oder in ihrer Art oder Dimension außergewöhnliche Straftat vor. Beispiele: Terrorismus, Organisierte Kriminalität, Mord, Folter, Sprengstoffanschlag (z.B. auf den BVB-Mannschaftsbus 2017).

          – Die Biografie eines Täters oder Verdächtigen ist für die Berichterstattung über die Straftat von Bedeutung. Beispiel: Täter ist Flüchtling und hat auf seiner Migration bereits vergleichbare Straftaten begangen.

          – Der Zusammenhang zwischen Form oder Häufigkeit einer Straftat und der Gruppenzugehörigkeit von Tätern oder Verdächtigen selbst ist Gegenstand der Berichterstattung. Beispiel: Die Redaktion thematisiert den Handel mit bestimmten Drogen an bestimmten Plätzen durch Täter einer bestimmten Gruppe.“

          Alle drei Punkte sind in der Berichterstattung oben berührt. Ein 32-jähriger Ex-Schüler eines Sprachkurses, von dem im Fall oben die Rede ist, kann nur ein Migrant sein – die Information über die Nationalität des mutmaßlichen Täters in diesem Kontext zurückzuhalten, wäre deshalb geradezu lächerlich.

          Quelle: https://www.presserat.de/files/presserat/dokumente/pressekodex/Pressekodex_Leitsaetze_RL12.1.pdf

          Herzliche Grüße
          Die Redaktion

    • Tacheles: WTF? Wenn jemand bei uns zu Gast ist und Leuten in den Kopf sticht, will ich darüber umfassend informiert werden. Was für ein Quatsch, da rechte Gesinnung zu unterstellen!

  4. Die Daten bezüglich Alter, Geschlecht und Herkunft beruhen doch auf der ursprünglichen Polizeimeldung zur Tat. Warum sollten die dpa und die redaktion auf die nennung der Fakten verzichten? Wer sich daran stört, müsste auch darauf dringen, dass von einer mutmaßlichen Tatperson gesprochen werden muss.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here