Wissenschaftler: Distanzunterricht fordert von den Schülern mehr Selbstkontrolle

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BERN. Für den Erfolg beim Homeschooling sind andere psychologische Faktoren bedeutsam als in der Schule, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Bern ermittelt.

Präsenzunterricht ist durch Homeschooling nur schwer zu ersetzen. Ein Diktum, das Lehrerinnen und Lehrer im Zuge der aktuellen Pandemie praktisch vielfach bestätigen können. Wissenschaftler der Universitäten Bern und Konstanz sowie der FernUni Schweiz sind Faktoren auf den Grund gegangen, die den Befund theoretisch bestätigen können. In einer Studie zeigten sie, dass große Langweile und geringe Selbstkontrolle mit mehr Schwierigkeiten von Schülerinnen und Schülern im Homeschooling während der COVID-19-Pandemie zusammenhängen.

Die Homeschooling-Situation bietet verlockende Ablenkungen. Foto: Luisella Planeta Leoni / Pixabay (P. L.)

Das weitgehend selbstorganisierte Lernen und Arbeiten im Homeschooling stelle zusätzliche Anforderungen an die Selbstkontrolle und an den effektiven Umgang mit Langeweile. «Verglichen mit dem typischen Unterricht in der Klasse ist es plausibel, dass das Homeschooling den Schulstoff als langweiliger erscheinen lässt, weil mehr verlockende Ablenkungen verfügbar sind. Schülerinnen und Schüler im Homeschooling sind daher möglicherweise in besonderem Masse von der Pandemie und den einhergehenden Beschränkungen betroffen», sagt Wanja Wolff, Studien-Mitautorin vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Bern. Es bedürfe entsprechend mehr Selbstkontrolle, um den Schulstoff dennoch zu bearbeiten.

In ihrer Studie zu Homeschooling kommen die Forschenden zu dem Schluss, dass Langeweile und Selbstkontrolle mit den selbstberichteten Schwierigkeiten der Schülerinnen und Schüler während des Homeschoolings in der Tat zusammenhängen: Hohe Selbstkontrolle ging mit geringeren Schwierigkeiten und mit einer besseren Umsetzung der Aufgaben im Homeschooling einher. Bei Langeweile wurde der umgekehrte Zusammenhang gefunden: Große Langeweile ging mit vermehrten Schwierigkeiten und einer schlechteren Umsetzung der Aufgaben einher. Damit bestätigten die Ergebnisse der Studie theoretische Annahmen zur Relevanz von Selbstkontrolle und Langeweile für das Verhalten.

Im Klassenraum hingegen, so zeigen die Studien der Berner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, war die Neigung zur Langeweile kein statistisch bedeutsamer Prädiktor mehr für Lernschwierigkeiten. Auch der Zusammenhang von Selbstkontrolle mit den Schwierigkeiten beim Lernen war geringer ausgeprägt. «Eine vorsichtige Interpretation dieses Befunds ist, dass das strukturiertere Umfeld des Klassenraums mit Lehrkräften, Mitschülerinnen und Mitschülern sowie mit etablierten Regeln die Anforderungen hinsichtlich Selbstkontrolle und des Umgangs mit Langeweile für die Schülerinnen und Schüler reduziert», sagt Wanja Wolff. Dies erleichtere den Schülerinnen und Schülern offenbar, sich den Schulstoff effizienter anzueignen.

Die Ergebnisse decken sich nach Angaben des Forschungsteams mit weiteren Befunden, die zeigen, dass große Langeweile und geringe Selbstkontrolle auch eine geringere Einhaltung der pandemiebedingten Verhaltensrichtlinien vorhersagen. Langeweile und Selbstkontrolle komme eine wichtige gemeinsame Rolle bei der Steuerung zielgerichteten Verhaltens zu. Die Tendenz, sich häufig und schnell zu langweilen, erschwere demnach das Befolgen der pandemiebedingten Verhaltensrichtlinien. Die Tendenz, Selbstkontrolle aufzubringen, erleichtere dagegen den Umgang mit diesen Schwierigkeiten und habe somit eine Schutzfunktion.

Den Ergebnissen liegen mehrere empirische Befunde zugrunde. In einer ersten Studie, für die 895 erwachsene US-amerikanische Personen befragt wurden, fanden die Forscherinnen und Forscher Belege für ihre Vorhersagen und konnten die Befunde in einer weiteren Studie mit 574 US-amerikanischen Erwachsenen prospektiv über den Zeitraum von einer Woche replizieren. Überdies zogen die Wissenschaftler eine Befragung von 138 Schweizer Schülerinnen und Schülern zwischen 6 und 21 Jahren heran. Dabei belegten sie auch die besondere Wichtigkeit spezifischer Selbstkontrollstrategien in Form von Wenn-Dann-Plänen auf.

Die Ergebnisse aller Studien deuteten zusammenfassend darauf hin, dass Langweile und Selbstkontrolle wichtige Einflussfaktoren für den individuellen Umgang mit den Herausforderungen der Pandemie seien. Insbesondere im Hinblick auf die Relevanz von Langeweile seien diese Ergebnisse noch weitgehend neu, so die Forscher. «Die neu gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass Langeweile sowohl für Erwachsene als auch für Schülerinnen und Schüler den Umgang mit der Pandemie erschwert», fasst Wanja Wolff zusammen. Besonders hervorzuheben sei der umgekehrte Zusammenhang zwischen Langeweile und Selbstkontrolle: Personen mit hoher Neigung zur Langeweile zeigten häufig auch eine geringere Selbstkontrolle. Übertragen auf die aktuelle Pandemie könne das bedeuten, dass es Personen, denen es aus Langweile schwerer fällt, sich an die Verhaltenseinschränkungen zu halten, häufig auch noch an der nötigen Selbstkontrolle mangelt, um mit den durch Langeweile ausgelösten Impulsen wirksam umzugehen.

Für den Fernunterricht hat Psychologin Wolff einen naheliegenden Tipp parat: «Schlussfolgerungen für den Schulalltag könnten daher sein, die Homeschooling-Situation möglichst ablenkungsfrei zu gestalten und den Gebrauch einfacher Selbstregulationsstrategien einzuüben», fomuliert sie und ergänzt: «Allgemein sollte insbesondere Personen mit stärkerer Tendenz zur Langeweile besonders unterstützend zur Seite gestanden werden». News4teachers

Gastbeitrag: Warum Distanzunterricht als Möglichkeit in die Schulgesetze gehört

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41 KOMMENTARE

  1. Nach meiner Erfahrung gehen geringe Selbstkontrolle und Langeweile im Unterricht mit Gequatsche und Unterrichtsstörungen einher. So oder so in beiden Fällen mit unbefriedigender Erledigung der gestellten Aufgaben. Der relevanteste Unterschied ist der Lehrer als (bedingte) Kontrollinstanz im Präsenzunterricht, die im Distanzunterricht häufig entfällt.

    • Es entfällt aber auch ein gewisser Drang, vor entsprechendem Publikum seine „Unterrichtsstörerrolle“ ordentlich auszufüllen, wenn nicht manchmal gar ein Wettbewerb, wer den Lehrer am höchsten auf die Palme bringt.

      • Das stimmt. Natürlich können die das in gewissen Grenzen auch in den Videokonferenzen machen. Sehr viel verbreiteter dürfte aber das Zocken o.ä. während der Videokonferenzen sein.

    • Demzufolge ist für Kinder, die lernen wollen, ungestörtes Arbeiten im Distanzunterricht vielleicht sogar manchmal besser möglich.

      • Das kann ich nur bestätigen. 2 Klasse und 5 Klasse Gym. Die Beide sind schon jetzt (April) startbereit für die nächste Klassen. Und zufriedener als je zuvor, da viel mehr Freizeit übrig bleibt.
        Aber die ganze Zeit über, also ein volles Jahr wurde den Schulkalender nach konsekvent gearbeitet und ja, ohne Mama als Manager (statt Lehrer) würde es nicht möglich. Auf jeden Fall nicht so gut.

  2. Ist das nicht das was wir eigentlich immer wollten?
    Schüler die in der Lage sind sich mit Selbstkontrolle, Disziplin und Konzentration weitgehend selbständig Lerninhalte zu erarbeiten?????

    Das ist plötzlich der absolute Horror der Kultusministerien. Interessanterweise wurde dieses Vorgehen in den letzten 20 Jahren als das alleine selig machende Vorgehen in der Lehrerausbildung propagiert.

    Bittere Erkenntnis:
    Selbständiges Lerne funktioniert nur bei wirklich guten Schülern.
    Mittelmäßige Schüler müssen viel mehr Arbeit aufbringen.
    Schwache Schüler haben extreme Probleme.
    Das ist im Präsenzunterricht aber auch nicht anders!
    Die Schüler sind zwar da, eben präsent im Unterricht. Der Lehrerfolg ist jedoch auch begrenzt.
    Sie schauen aus dem Fenster, stören und müssen dauernd ermahnt werden.
    Präsenzunterricht bringt für diese Schüler vielleicht 10% mehr Lernerfolg. Lehrer haben eben mehr Ausdauer als Eltern.
    Die guten Schüler kommen aber eher besser weg im Distanzunterricht. Sie können in Ruhe ihre Arbeitsaufträge erledigen. Niemand rennt durch die Klasse, singt oder beschießt seine Mitschüler mit Popeln.
    Distanzunterricht macht eben die Guten noch besser und die Schwachen noch schwächer.
    Stellt sich die Frage was wir brauchen.
    Ingenieure und Ärzte oder Harz 4 Empfänger die den Antrag ohne Hilfe ausstellen können.

    • Das kann ich so nicht bestätigen. Wir haben hier 2 im Vorfeld sehr gute Schüler, einen im Mittelfeld und 2 die eher schlecht waren. Aber alle 5 kommen mit dem Homeschooling gut zu recht. Insbesondere die beiden eher schlechten Schüler kommen wesentlich besser zurecht, weil sie in ihrem Tempo arbeiten, das Lernen mit mehr Bewegung verknüpfen können und mit kleinen Kniffen optimale Lernvoraussetzungen schaffen ( auf dem Fußboden sitzend schreiben, den Tisch so stellen, dass sie nicht alles sehen und dementsprechend nicht abgelenkt sind….). Wichtig ist aber auch eine klare Struktur. Wir stehen jeden Tag vom 1. Tag des Homeschoolings so auf, dass um 8 Uhr Schulstart ist. Entscheidend ist vermutlich wirklich der Punkt der Selbstorganisation – und das lernen Kinder nur noch ganz ganz selten. So wie die Kinder einmal meckern, dass ihnen langweilig ist, wird das volle Bespaßungsprogramm aufgefahren, sei es durch gemeinsames Spiel, Fernsehen oder Computer oder Ausflüge. Sich selbst über eine lange Zeit beschäftigen können die wenigsten Kinder. Auch die Erfahrung, dass man Pflichten erledigen muss oder eben die Konsequenzen für sein Handeln tragen muss, machen immer weniger Kinder. Alles wird ihnen hinterher getragen oder abgenommen, bloß keine schlechten Erfahrungen sammeln. Das sind doch Kinder, die ihr Leben genießen sollen. Diese Haltung rächt sich jetzt. Klar sind es Kinder, aber sie müssen auch Schritt für Schritt wachsen und Verantwortung übernehmen.

      • Aber einen Einwand habe ich doch.

        Die Kinder lernen heute in der Schule nicht, wie man lernt.

        Wie sollten sie denn das alleine herausfinden, wenn jemand ihnen nicht es wiederholt(!) zeigt und zwar mehrere Möglichkeit und Wege.

        Lernen ist ein Prozess, und viele scheitern daran, weil ihnen nie das Lernen gezeig wurde.

        Meine Tochter habe ich reichlich seit der erste Klasse untrstüzt und ihr alles gezeigt, was ich über die Schule und Lernen selbst gelernt habe. Immer habe ich dabei erklärt, sucht sich daraus aus, wecher Weg, Art und Weiße es am besten dir passt.

        Seit dem Februar diese Jahr arbeitet sie auf einmal komplet selbststädig. Ergebnisse und ihre Leistungen sind verblüffend.

        • Das Lernen lernen (=Arbeitseinstellung) ist eher Aufgabe der Eltern. Da die aber aufgrund von Ganztagsunterricht und Berufstätigkeit außen vor sind, wird das nicht unbedingt einfacher.

          Aber: Geliefert wie bestellt.

        • Liebe Monika, BY,

          da muss ich Ihnen leider vehement widersprechen.

          „Lernen“ – das lernen sie sehr wohl!

          Im für alle verpflichtenden, im Lehrplan verankerten, „Lernen lernen“!!!

          Zumindest in Bayern am Gymnasium.

          Dort wird das methodische Rüstzeug auch zum selbstgesteuerten Lernen vermittelt.

          Die SchülerInnen lernen zum Beispiel die verschiedenen Arten des Lesens (skimming versus scanning) kennen, ordnen sich selbst in einem Lerntypentest den verschiedenen Lerntypen zu, erkennen, welchem (meist) Mischtyp sie angehören.
          Begriffe wie „Selbsteinschätzung“, „Zeitdiebe“, … – alles bekannt!

          Bereits die 5. KlässlerInnen wissen, wie man die sog. „Vergessenskurve“ durch rechtzeitiges, planvolles Wiederholen sehr (!!!) abflachen kann.

          Und der Gebrauch einer Vokabellernkartei, gerne auch digital durch eine App, ist verbreitet.

          Auch erfahren die SuS wie sie die verschiedenen Lernkanäle nutzen können, wie sie u.a. zeiteffektiv, effizient Vokabeln ins Langzeitgedächtnis einpflegen können – und noch sehr viel mehr.

          Eine Fülle an Methoden – aber nicht nur in der Theorie, sondern in der praktischen Anwendung und eigenen Erfahrung!

          All dies ist zudem auch in die heutigen, modernen Lehrwerke eingearbeitet, dort seit Jahren fest verankert – meine eigene Unterrichtserfahrung im Englisch-, Geschichts- und Sozialkundeunterricht!

          Es gibt hier in Bayern innerhalb des sog. „Medien- und Methodencurriculums“ verschiedene „Module“ (= Art Lerneinheiten), die systematisch, teilweise aufeinanderaufbauend oder sich ergänzend,
          eine große Fülle an Skills, auch für den Umgang mit Internetquellen, Moodle, Mitschreiben an einem wiki usw. usw. … vermitteln.

          Festzustellen bleibt mir zum Abschluss:

          – 1) Unterschied zwischen „intrinsischer Motivation“ (=eigener Antrieb zum Lernen, Wissensdurst, Selbstmotivation) im Gegensatz zu „extrinsischer Motivation“ (= wegen z.B. notwendigem Abischnitt für Wunsch-Studienfachwahl, Lob) ist und bleibt auch im Distanzunterricht entscheidend für das unterschiedliche Lernverhalten der SchülerInnen.

          In höherem Alter wird wohl vermehrt die intrinsische Motivation den Ausschlag geben – doch es gibt ja immer und überall Ausnahmen.

          Auch am Gymnasium strengen sich die „Kleinen“ noch für „Lobstempel“ im Heft besonders an.

          Fazit:
          „Einen Jagdhund kann man nicht zum Jagen tragen“ – gilt ebenso für’s Lernen!!!

          – 2) Die SchülerInnen haben stets auch eine „Holschuld“ (!!!) bei den Lehrkräften, d.h. nicht nur die Schule muss liefern („Bringschuld“).

          Selbstverantwortung ist also angesagt!!!

          Nicht „Abseilen“ mit windigen, oft fadenscheinigen Begründungen, „Entschuldigungen“ oder „Dienst nach Vorschrift“ – oder gar bewusstem „Unterschleif“ (=Betrugsversuch) durch „copyandpaste“ oder fehlendes „Zitat“ (=Plagiat!) ohne jegliches Unrechtsbewusstsein, scheinbar.
          Bei nur vorgeschobenem Nichtwissen!
          Gottseidank am Gymnasium eher selten, an der Berufsschule oft Alltag!

          • Liebe Gabriele,

            ich freue mich sehr, dass Sie sich gemeldet haben und danke ganz herzlich für ihren Eintrag.

            Es kling wirklich gut. Auf dem Blatt. Und für doppelt kleinere Klassen bestimmt sehr gut in jedem Fach anwendbar. Man kann nicht jedes Fach auf die gleiche Art und Weiße lernen.

            In der Praxis, alles was man sieht ist neuer Stoff von heute auf morgen zu bewältigen, möglichst selbstständig.
            Besonders in der 5. Klasse Gymnasium wird es deutlich. Aber das gilt auch nicht für jedes Gymnasium, genau wie alle aufgezählten Methoden nicht.

            Persönlich habe ich nichts dagegen, das Lernen lernen sollte eigentlich doch die Aufgabe von Eltern sein. Aber für diejenige, die sich das leisten können.

            Sehr viel aber habe ich gegen den Präsenzunterricht – Zwang, wo wenige bis keine verankerte individuelle Förderung in der Realität bestehen.

            Bis zur Pandemie könnte ich so eine Art des Präsenzunterrichts noch einigermaßen rechtfertigen und dulden.
            Jetzt nach allem was geschah und herauskam, schwirig.

        • @ Monika, BY und Hans Hoffmann:

          -1) „Es kling wirklich gut. Auf dem Blatt.“:

          Einspruch!
          Nein, nicht nur auf dem Papier, sondern „Lernen lernen“ ist bewährte Unterrichtspraxis in der Realität!!!
          Die kontinuierliche, systematische Anwendung verschiedenster auch im „Lernen lernen“ vermittelten Lern- und Arbeitsmethoden – aber nicht nur dort! – , die man auch später im Studium oder Berufsalltag braucht.

          Und Lernerfolg ist zudem unabhängig von der Klassengröße!

          Der Lehrer/die Lehrerin ist entscheidend!!!
          Bedeutung der Klassengröße ist zu vernachlässigen! (siehe Hattie-Studie)

          Und Einzelunterricht kann ein staatliches Schulwesen ja überhaupt nicht leisten, nur eine Privatschule bietet diesen Luxus, gegen entsprechende Bezahlung, versteht sich.

          „Kleinere Klassen“ sind immer schon Wunschtraum jeder Lehrkraft – mehr persönlichen Bezug zu LernerInnen – aber Träume sind auch hier Schäume.

          Möglichst kleine Lerngruppen sind ja immer optimal. Aber Jammern allein hilft nix.
          Unermüdliches Argumentieren und Fordern führen evtl. ‚mal zum Ziel – aber wenn überhaupt, Fernziel!

          Die LuL geben wirklich ihr Allerbestes bei den realen Gegebenheiten!
          (Schwarze Schafe gibt’s immer, in jedem Beruf, überall im Leben.)

          Überdies, irgendwelchen „Tagträumen über ideale Lerngruppengrößen und Lernparadiese“ nachzuhängen, ist und bleibt auch nur Traumtänzerei.

          Lernen ist und bleibt nun einmal harte, anstrengende „Arbeit“ – und ist nicht „Fun“.
          Egal wo. Auch später als Erwachsene(r). Devise: „Lebenslanges Lernen“!!!

          -2) „Man kann nicht jedes Fach auf die gleiche Weiße lernen“:

          Da gebe ich Ihnen teilweise, doch lediglich in ganz (!) kleinen (!) Teilen, recht.
          Sicher unterscheidet sich der Bildungsinhalt und entsprechend das Lernprocedere.
          Das Lernen in Mathematik, Fremdsprachen oder Geschichte differiert entsprechend dem Wesensgehalt der Fächer, fachspezifische Methoden kommen zum Einsatz.

          Grundsätzliches ist aber überall gleich!!!

          Hier nur einige, wenige Beispiele:

          wirksames Abspeichern von Lerninhalten ins Langzeitgedächtnis, Aktivieren der Lernkanäle, Vergessenskurve, Beachten des eigenen Lerntypus für Effizienz und Zeiteffektivität, Beziehung zwischen Motivation und dem besten Lernerfolg, den der/die Einzelne – natürlich nur entsprechend seiner/ihrer Begabung für die jeweilige Sache! – erreichen kann, um nicht unter seinen/ihren Möglichkeiten zu bleiben, … .

          -3) Der Gedankengang und der Sinn zahlreicher Aussagen von Monika, BY, erschließen sich mir nicht, entbehren leider der Sachlogik und sind teilweise unverständlich, etwas wirr.

    • Erneut danke dafür…ich brauche groß gar nichts mehr schreiben, denn immer sind Schattenläufer (und einige andere) mir mit einem treffenden Kommentar zuvorgekommen 😉

    • …lediglich eine Anmerkung noch: Zwar gibt es auch im Präsenzunterricht qualitative Unterschiede, wie KuK ihr Geschäft erledigen, aber eben noch viel größer sind diese im Distanzunterricht…wenn die LuL die Technik/Software etc. nach so vielen Monaten nun immer noch nicht richtig beherrschen (was manchmal auch nicht deren alleinige Schuld ist, zugegeben), dann hilft es auch nicht, ein ansonsten guter und leistungswilliger Schüler zu sein,dann haben nämlich alle verloren….ansonsten wie gesagt absolute Zustimmung

  3. Ich würde gerne, dass mehr Menschen sich melden und schreiben, deren Kinder über die längere Zeit in Homeschooling bleiben.

    Ich bin mir sicher, dass alle werden gleiche Erfahrungen erzählen können wie wir, auf jeden Fall die, die sowieso hinter ihren Schulkindern stehen.

  4. Also wir nutzen das Homeschooling seit März 2020 (Aufgrund eines Attestes)

    Unser Einzelfallbeispiel:

    Mein Kind, damals Klasse1, war noch nicht durch mit den Buchstaben, im Lesen war es bei 8 Wörtern pro Minute und beim Rechnen im Zahlenraum bis 10. Schule fand es vom ersten Tag an schrecklich und alles war doof.

    Nun über ein Jahr später klappt das Lesen super, Schreiben geht so, Rechnen bis 100 und Multiplizieren klappt richtig gut. Das haben wir alles zuhause erarbeitet.
    Wir machen „Schule“ immer in der Küche am Tisch, allerdings nicht zu festen Zeiten. Wir haben alles gestestet. Vormittags, nachmittags, abends. Alles war doof. Nun entscheiden wir jedn Tag anders und vor allem nach Wetter.
    An anstrengenden Tagen (bedingt u.A. durch ADHS) machen wir nur ne halbe Stunde. Mehr hat eh keinen Sinn und an den guten Tagen machen wir entsprechend mehr.
    Mein Kind darf mit entscheiden. Wir haben unser Wochenziel und das muss erreicht werden. Mein Kind weiß, wenn es heute mehr macht, dann ist es schon weiter und wenn es fast nix schafft, dann gibt es kein Wochenende, also Samstag und Sonntag wird dann auch gelernt. Was will ich sagen: Durch das Lernen zuhause hat es bereits in der 2 Klasse gelernt seine Zeit einzuteilen.
    Natürlich ist das Lernen immernoch doof und Mama als Lehrerin nervt genauso wie die Lehrerin in der Schule. Aber: weniger Ablenkung, mehr Selbstbestimmung und somit Selbstverantwortung, individuelles Lernen (individuelle Zeiten und individuelles Wiederholen)
    ADHS-freundlichere Möglichkeiten. Rechnen machen wir meist im Stehen oder Gehen dabei auf und ab. Wenn es still stizen muss, ist es nur damit beschäftigt und das Gehirn kommt nicht klar.
    Mir graust natürlich vor dem, was im Präsenzunterricht passieren wird, aber in Klasse 2 hatten wir eine Auszeit vom Schulstreß und ich hoffe einfach, dass später alles gut geht und vielleicht sogar Freude einkehrt.

    • Tochter unserer Freunde ist auch ein ADHS- Kind. Ich kann mir euren Alltag sehr gut Vorstellen und immer wieder feststellen, dass die Kinder viel schlauer sind, als die Gesellschaft sie haben will. Man sollte ihnen nur Zeit lassen und ihnen mehrere Möglichkeiten zeigen.

      Das mit Bewegungsdrang finde ich immer interessant. Das sollte eigentlich bei jedem Kind so sein. Besonders 1. und 2. Klasse. Mein Sohn ist kein ADHS – Kind, trozdem schaukelt er auf dem Stuhl, gerne mal auf dem Tisch sitzt, bewegt sich halt gerne während er sich konzentrieren muss. Und ich lasse es zu. Ergebnisse? Hervorragend.

      In dem Alter war meine Tochter genauso ein Wirbel. Eigentlich ist sie das immer noch.
      Seit sie Zuhause bleibt, ist sie richtig aufgeblüht 🙂

      • Sie dürfen dieses Gekippel, Umhergelaufe und sonstiges motorisches Verhalten gern zulassen. Bei zwei Kindern daheim vermutlich kein so großer Störfaktor. Wenn er mit dem Stuhl umkippt und mit dem Kopf gegen die Schrakkante knallt, ist es einzig Ihr und sein Problem.
        In einem Raum mit bis zu dreißig Personen, in denen Schülerwünsche, Elternerwartungen, Lehrplanforderungen und Sicherheitsvorschriften (Haftung) aufeinanderprallen, ist es definitiv unangemessen.

        • Eben. 30 Personen in einem Raum ab 8 – 14 Uhr.

          Sehr hohes Kvalität des Unterrichts und des Lernens?

          Europas Schulsystem ist veraltet und viele Kinder ledier darunter, die eigentlich sonst ungewohniche Leistungen vorbringen könnten.

          • Ich wollte nicht gleich schreiben rückständig, aber ja das Schulsystem und die Bildungsweise sind rückstädig.

          • @Monika, BY
            Ich gehe mal davon aus, dass Sie zuhause von Ihren Kindern auch gewisse Kompromisse und Rücksichten aufeinander einfordern (müssen). Obwohl Sie dort relativ wenige Personen sind.
            Je mehr Menschen zusammen sind, desto mehr Kompromisse und Rücksichten braucht es halt.
            Und Veraltung bzw. Rückständigkeit hin oder her: Wir sind nun mal alle nicht allein auf der Welt und die meisten von uns werden sich ein ganzes Leben lang mit anderen Meinungen und Wünschen anderer Menschen auseinander setzen müssen. Ob mit Partnern oder in der Familie allgemein oder mit Anordnungen von Vorgesetzten, Bedürfnissen von Kollegen oder Kundenwünschen.
            Wer es sich leisten kann, immer sein eigenes Süppchen zu kochen und sich verhaltensmäßig nie einschränken zu müssen hat entweder einen mir noch nicht bekannten Superjob oder er agiert vieles davon auf dem Rücken seiner extrem toleranten und leidensfähigen Mitmenschen aus.

        • Richtig. Das geht nur zuhause.
          Stuhl kippeln ist hier natürlich schon immer verboten. Füße auf dem Tisch etc, alles verboten. Aber aufstehen und umhergehen lasse ich zu.
          Und wenn der Kopf streikt, dann spaken wir zusammen erst mal völlig ab und dann geht’s wieder los.
          Ich bin mir sicher, dass LuL mehr Geduld haben. Diesbezüglich ist bei mir mit den Jahren alles verbraucht.
          Es freut mich nur, dass wir ohne Ritalin etc gut durch kommen und für die Klasse ist es sicher auch gut ein hibbel weniger dabei zu haben.

  5. Manchmal habe ich echt dass Gefühl, dass es Medien sowie Wissenschaftler gibt, die dafür bezahlt werden solche Beiträge und auch gefakte Befunde zu verteilen.
    Mein Sohn lernt besser und stressfreier als in der Schule vor Ort. Er sagt, er kann sich besser konzentrieren weil keine Ablenkung durch andere Schülerinnen da ist.
    Auch aktuell wird er im Distanzunterricht beschult da es weder von ihm noch von uns eine Einwilligung zu den Selbsttests gegeben hat.
    Könnt euch vorstellen was das für ein Theater war mit der Schule als ich denen Bescheid gegeben habe.
    Von den angeblichen Distanzunterricht für Kinder die entweder selbst Gefährte sind oder mit einem Risikopatient zusammen wohnt sieht auch so gut wie kein Mensch was. Man wird kontinuierlich darauf gedrängt das Kind trotzdem in den Unterricht zu stecken, denn Schule ist ja wichtiger als die Gesundheit…
    Ich hoffe, dass Deutschland es endlich mal schafft, den Distanzunterricht besser zu gestalten und den Zugang hierzu auch einfacher zu machen.

    • Das mit dem Theater in der Schule kann ich mir gut vorstellen.
      Die haben nämlich jetzt gerade genug damit zu tun, die Schüler wieder an eine vorgeschriebene Tagesstruktur und entsprechendes massentaugliches (Sozial-)Verhalten zu gewöhnen.
      Und jetzt dürfen sie wegen ein paar „Daheimbleibern“ (oder vielleicht auch nur einem, aber halt pro Klasse) auch noch mehrgleisig fahren.
      Wie soll das denn flächendeckend funktionieren?
      Unterricht streamen ist nach wie vor technisch nicht so einfach. Ein Klassenzimmer ist und bleibt kein Aufnahmestudio. Es sind ständig zu viele Störgeräusche.
      Das mag funktionieren, wenn der Unterricht weitgehend in „Vorlesungsform“ abgehalten werden kann.
      Vielleicht sollte man sich langfristig überlegen, ob es nicht Sinn hätte, z.B. schulamts- oder bezirksweit (je nach Schulform) „Digitalklassen“ aller Jahrgangsstufen zu etablieren. Mit Lehrern, die das gut können, entsprechend ausgerüstet und eingearbeitet sind.
      Da könnten dann alle hin, die dies möchten (oder krankheitsbedingt müssen). Mit allen Konsequenzen und Verpflichtungen und einer entsprechenden Selbstverpflichtung bei Wechsel, denn schließlich kann sich nicht jede andere Schule an den Lerninhalten der Digitalklassen orientieren, damit nur ja kein Schüler etwas verpasst und lässig hin und her wechseln kann.

  6. Meine Erfahrung im Homeschooling sind ebenfalls positiv.Als es im letzten Jahr plötzlich hieß:Schule zu! War mein Kind von jetzt auf gleich auf sich gestellt und alleine zuhause.Kita zu hieß nicht, Erzieher zuhause. In den Hort durfte sie nicht, weil sie kein Hortkind mehr war. Die ersten Tage waren nicht einfach. Aber sie ist dadurch groß geworden und als ich für eine kurze Zeit ins Homeoffice ging, haben wir das mit der Schule gut gepackt. Fragen gab es, Antworten im www. Ich habe ihr gezeigt, dass man quasie auf alles Antworten findet, gut erklärt, mit Wiederholung und oft sehr anschaulich. Ich muss zugeben, es gab danach Kritik an Lehrern, die das so gut nicht können 🙂 kennt ihr Lehrer Schmidt? Dann wisst ihr, was ich meine. Mittlerweile lernt meine 12jährige gern zuhause. Sie teilt sich die Wochenaufgaben ein und arbeitet sehr zügig und konstruktiv. Sie fragt selten um Rat und wirkt richtig erwachsen. Durch die Möglichkeiten des Internet hat sie sich andere Lernmethoden erarbeitet und interessiert sich mehr für den Lernstoff, der im Unterricht so nicht erklärt werden kann. Der Hauptgrund ist aber, Schule ist nicht mehr schön mit Maske, Abstandsgeboten, kalten Klassenräumen. Mein Pubertier rebelliert dagegen. Nun auch noch die Tests. Fühlt sich das nach Normalität an? Nein!Sie sagt:“Lehrer nuscheln hinter der Maske, viele wirken streng und genervt und hassen uns wohl dafür, dass sie nicht zuhause bleiben können. Videokonferenzen haben genau diese Lehrer ja auch nie gemacht. Die wollen uns nicht sehen.“
    Zuhause kann sie auf dem Balkon in der Sonne arbeiten. Ohne Maske, ohne Druck..ohne Freunde. Aber die warten später im Videochat, std-langes Spiel und Lachen und regelmässige Treffen mit den besten Freunden.Und die nervigen Kids muss man nicht mal ertragen. Wenn das schlecht ist und für Aufregung sorgt, hab ich wohl ein ganz besonderes Kind zuhause ♡

  7. Bei uns läuft der Distanzunterricht mittlerweile gut bis sehr gut. Meine Söhne 14 und 15 konnten sich verbessern. Der Einsatz der Eltern ist jedoch Pflicht.

    Die Programme mussten installiert und erklärt werden. E-Mails versenden, Bilder der Hausaufgaben hochladen, Drucker erklären…! Dafür haben wir einen Monat gebraucht (neben den sowieso anstehenden Aufgaben der einzelnen Fächer).

    In den ersten Wochen habe ich meine Kinder noch sehr begleiten müssen und auf die Abgabetermine hingewiesen. Ein Kalender in den alle Sitzungen/Aufgaben per Hand eingetragen werden kann ich sehr empfehlen. Mittlerweile schaffen sie alles alleine und brauchen nur noch gelegentlich eine Erinnerung.

    Positiv für meine Kinder:
    Individuelles Lerntempo, Ruhe, Lernvideos die man sich jederzeit wieder anschauen kann, Computerkenntnisse, mehr Freizeit, keine Klassenarbeiten (Stress durch Zeitmangel)…

    Negativ:
    Fehlende Klassenkameraden, höhere Bildschirmzeiten haben sich auf die Augen ausgewirkt, Bewegungsmangel (jetzt Sportprogramm für die ganze Familie :))
    Mama ist eine nervige Lehrerin, die man nicht so schnell hinters Licht führen kann um Aufgaben zu verstecken.

    Die Vorteile überwiegen für uns und die Kinder sind gesund! Man muss sich umstellen können und wollen!

    Jedes Kind welches zur Zeit digital gut zurechtkommt und Zuhause lernt, hilft auch denen die den Präsenzunterricht dringend brauchen und keine Möglichkeit für guten Distanzunterricht haben.

    Mutter aus NRW

    • Wir leben in 21. Jahhundert, ein digitales Zeitalter.

      Es ist gerade unnatürlich, dass man keine Wahl und keine Alternative haben könnte, besondrs wenn man mekrt, wie es eigenem Kind gut tut.

      Nur mindestens eine weitere Möglichkeit ohne Zwang.

    • Das mit den Augen haben wir auch. Habe in der Schule angemerkt, das solle man den Eltern auch mal mitteilen. Mit Hinweisen, z.B. öfter rausschauen. In die Weite. Abgebügelt! Nachfrage, wie all das fehlende Französisch bloß nachgeholt werden kann. Abgebügelt! Probleme? Die Kinder müssen sich halt zusammenreißen. Ach, die tun seit anderthalb Jahren nichts anderes. Da steht ein Elefant im Raum und keiner schaut hin.

  8. Liebe LadyBerta, ich schreibe nicht über das Thema Rücksicht.
    Diese Pandemie hat gerade den Kindern gezeigt, wieviel Rücksicht sie auf die andere nehmen sollen, auf ihre Gesundheit und ihr Leben. Deutlicher könnte es nicht gezeigt werden.

    Ich schreibe über das Schulsystem, das schon längst für viele Kinder nicht taugt. Aber man ist gezwungen mitmachen, obwohl man mit allen Sinnen merkt, all das, was vielen Kinder richtig schadet.

    Und es geht eigentlich viel anders. Viel schneller und viel effektiver.

    Wenn man sich nur anschaut, wie heute immer noch Einmaleins beigebracht wird, wird man einfach traurig.

    Zu viel Blätter, zu wenig bis gar nichts mündliche Übertragung ins reale Leben. Ja, genau, überfühlte Klassen, das Programm das für so eine Lernweise keine Zeit lässt usw…

    Meine Kinder haben Einmaleins gleich anfangs zweiter Klasse in einer Woche kapiert, zu Hause, in zweiter Woche befestigt. Für immer. Keine Wunderkinder. Zu viele Kinder können es noch nicht in der 4. Klasse richtig und waren (und sind) in vollem Präsenzunterricht.

    Mit dem Thema Noten habe so ein Gefühl, besser gar nicht anzufangen.

    Nur so viel – eine Spaßgesellschaft lernt um die Noten zu erzielen, eine fortgeschrittene um das Wissen zu erlangen.

    Und genau da liegt der Kern und der Blickwinkel meines Schreibens über das Thema – Heiliger Gral, der Präsenzunterricht.

    Meine Kinder erlangen das Wissen überwiegend zu Hause, seit immer.
    Deshalb sind sie überdurchschnittlich gut. Und vielen im Schulwessen gefehlt das gar nicht. Das muss ich auch leider erwähnen.

    Viele sogar schimpfen, da beide zwei Musikinstrumente sehr gut spielen. Sie sind nämlich überhaupt nicht in der Lage zu verstehen, warum meine Kinder alles so schnell aufnehmen können. Aber zu Hause, nicht in der Schule. Leider. Und dafür verbringen sie leider zu viel Zeit dort.

    Und was am schlimmsten daran ist, die Kinder lieben zu musizieren, Konzerte und alles was sonst mit der Musik zu tun hat, aber das interessiert niemanden, besonders wenig in der Grundschule.

    Beide könnten locker bis max. nur 3 Stunden täglich in der Schule wegen Gruppenarbeit und Sozialisation verbringen. Wir brauchen nur das Thema nach Hause zu bekommen.

    Dieser Pandemie-Zufall und das Lernen zu Hause hat mir nur bestätigt, was ich schon längst ahnte.

    Aber das sind ja wir, und es funktioniert tatsächlich, obwohl ich mir nicht so sicher bin, dass uns so wenig gibt.

  9. Ja Kinder reist euch endlich mal zusammen! Lernen lernt man nämlich nicht mehr, dass ist angeboren! Das ist Grundvoraussetzung für Klasse 1, dass ihr selbstständig alles allein könnt. Warum stellen die Kinder sich so an? Wir schicken doch jeden Sonntag paar Arbeitsblätter. Nach 1,5Jahren müssen sie doch endlich damit arbeiten können! Gibt ja schließlich auch keine Ablenkung durch quasselnde Mitschüler oder nervige Lehrer die eh nichts können, geschweige denn von sozialen Kontakten oder anderen diversen Dingen wie Hobbys und Sport. Eigentlich müssten alle 1er Abitur derzeit schaffen!!!
    Jedes Kind hat ja schließlich Eltern, welche sich ganz vornehmlich um Arbeit, Geschwister, Termine, Haushalt etc. kümmern. Das bisschen Hausaufgaben kontrollieren machen wir VOR dem aufstehen.
    Früher war alles besser. Respektvolle Kinder die auf den Lehrer gehört haben. Arbeitszeiten von 8 bis 13uhr und selbstständige Kinder vorallem die nicht ständig dem Lehrer mit irgendwelchen Fragen auf die Nerven gehen!! Könnte man nur die Zeit zurück drehen…

    • Schwer zu sagen, ob das nun der Versuch war, ironisch zu sein…

      In der Schule wird so gut wie nichts mehr vorausgetzt, was noch vor wenigen Jahren selbstverständlich war (eine Schere bedienen können, Gleichgewicht, räumliche Orientierung, kognitive Fähigkeiten…).

      Man fragt sich inzwischen, warum es überhaupt noch Schuleingangsuntersuchungen gibt. Denn aus den Ergebnissen folgt wenig bis nichts. Jeder wird eingeschult, Schulbegleitungen kommen nur für Kinder, die eine Pistole mitbringen (mehrfach) und den ganzen faulen Zauber mit Lernplänen kommentiere ich gar nicht erst.

      Mir ist daher vollkommen schleierhaft, wie man darauf verfallen kann, dass Schule heute zu viel voraussetzt oder erwartet.

  10. Heute ist es ja schick und cool, die Schule abgebrochen zu haben und noch damit „anzugeben“, dass man in Mathe immer schlecht gewesen sei. Und dieses “ Aus mir ist trotzdem was geworden“…“ Erfolg“ wird ganz anders definiert als früher…Er wird teilweise gleichgesetzt mit der Fähigkeit, mit dem geringsten Aufwand am meisten Geld zu verdienen.

    • Das gilt heutzutage nur bedingt, weil ein halbwegs anständig bezahlter Job ohne Abitur -in wenigen Jahren sogar ohne Bachelor – kaum erreichbar ist. Zudem ist Hartz IV in Kombination mit Schwarzarbeit sehr bequem.

  11. Es kann ja durchaus sein dass es Schülerinnen und Schüler gibt die mit dem Distanzunterricht gut klar kommen aber das betrifft definitiv nicht alle Schüler und ich zum Beispiel habe mich jetzt in einem Halbjahr in manchen Fächern um 3 Noten verschlechtert als noch letztes Halbjahr und bevor jetzt jemand meint, dass ich selbst schuld daran wäre weil ich faul bin dann sage ich auch direkt dass 18 Schüler aus meiner Klasse wegen dem Distanzunterricht nicht versetzt werden obwohl sie im ersten Halbjahr noch gut genug waren. Und gerade in den höheren Jahrgängen ist das nicht immer so einfach und wenn man dann noch Lehrer hat die nie eine Rückmeldung geben oder Fragen erst nach dem Abgabetermin beantworten kann das so nicht funktionieren. Ich sitze jeden Tag 10 bis 14 Stunden an meinem Schreibtisch und versuche verzweifelt die Aufgaben zu lösen was nicht immer funktioniert weil wir teilweise viel zu viele Aufgaben bekommen und alleine in diesem Halbjahr auch schon wieder 2 Lehrerwechsel in deutsch hatten.

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