Karliczeks „Aufholprogramm“: Erst Lernstandserhebung, dann Nachhilfe (zwei bis vier Stunden pro Woche) für förderbedürftige Schüler

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BERLIN. Kinder und Jugendliche mussten und müssen wegen der Pandemie auf viel verzichten. Nun will die Bundesregierung mit einem Milliardenpaket die Folgen abmildern. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält das auf den Weg gebrachte Corona-«Aufholprogramm» für «absolut unzureichend». Auch der VBE äußerte sich kritisch.

Zeigt sich optimistisch: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon
Sorgt sich um die Schüler: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Zusätzliche Freizeitangebote, deutlich mehr Schüler-Nachhilfe, Extra-Geld für den Nachwuchs ärmerer Familien – das Bundeskabinett hat in Berlin ein zwei Milliarden Euro schweres Corona-«Aufholprogramm» für Kinder und Jugendliche beschlossen. Das Geld soll in diesem und im nächsten Jahr fließen und die Folgen der Corona-Maßnahmen bestmöglich abfedern.

«Ohne eine massive Aufstockung dieser Mittel durch zusätzliche Länderprogramme in mindestens gleicher, am besten aber dreifacher Höhe, werden die Fördermaßnahmen nicht wirklich greifen können», sagte Meidinger der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Jetzt seien die Bundesländer in der Pflicht, sehr schnell ergänzende Maßnahmenpakete zu verabschieden. «Allein ein Land wie die Niederlande wendet trotz erheblich geringerer Einwohnerzahl im Vergleich zu Deutschland ein Mehrfaches der Finanzmittel für die Sicherung der Bildungschancen nach Corona auf», sagte der Verbandschef. Er zeigte sich auch enttäuscht darüber, dass noch keine genaueren Informationen zur Ausgestaltung der Programme vorlägen. Die Zeit dränge enorm. «In sechs Wochen fangen in einigen Bundesländern schon die Sommerferien an.»

WAS IM «AUFHOLPROGRAMM» STECKT

Das Programm besteht aus zwei Säulen: Rund eine Milliarde Euro sollen in Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler gesteckt werden. Dafür soll es Sommercamps und zusätzliche Nachhilfekurse geben, unter Mithilfe von Vereinen, kommerziellen Anbietern oder auch pensionierten Lehrern und Nachwuchslehrkräften im Studium.

Eine weitere Milliarde ist für die Aufstockung verschiedener sozialer Projekte vorgesehen, die Kinder, Jugendliche und Familien unterstützen, um auch in diesem Bereich Krisenfolgen abzufedern. Dabei geht es um mehr Geld für Sprachförderung in Kitas in sogenannten sozialen Brennpunkten, weil viele Kinder die Einrichtungen nicht besuchen konnten, um mehr Sozialarbeit an Schulen sowie eine Aufstockung von Freizeitangeboten und kostengünstigen Ferienfahrten.

NACHHILFEBEDARF BEI JEDEM VIERTEN SCHÜLER

Es wird davon ausgegangen, dass rund ein Viertel der rund elf Millionen Schüler in Deutschland Lernrückstände aufzuholen hat, weil sie mit dem sogenannten Fernunterricht kaum oder nur schlecht erreicht wurden. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) plädiert dafür, dass die Länder sogenannte Lernstandserhebungen an ihren Schulen machen, um festzustellen, wer Nachhilfebedarf hat. Im nächsten Schuljahr solle es dann «zwei oder vier Stunden Nachhilfe in der Woche» geben. Das sei machbar, ohne die Kinder zu überfordern, sagte sie am Mittwoch in Berlin. Karliczeks Angaben zufolge soll das in Abstimmung mit der Schule, aber nicht von den Lehrkräften selbst übernommen werden, damit diese nicht zusätzlich belastet werden.

«Die Unterstützung, die durch das Aufholprogramm geleistet werden kann, ist zu begrüßen», erklärte Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Lehrerverbands VBE. «Wenn man sich jedoch ansieht, wer die Förderung übernehmen soll, ist das ein erneuter Offenbarungseid verfehlter Personalpolitik. Anstatt nachhaltige Perspektiven aufzumachen und förderndes Personal in die Schule einzubinden, werden insbesondere außerunterrichtliche Fördermöglichkeiten bezahlt. Der private Nachhilfesektor dankt und profitiert so erneut von der dauerhaften Unterfinanzierung des Bildungssystems vergangener Jahre», erklärte er.

Beckmann kritisierte auch, dass die Maßnahmen an Lernstandserhebungen geknüpft werden sollen. «Was es braucht, ist eine niedrigschwellige Möglichkeit für die Schulen, diese Gelder abzurufen. Wenn nun die Bildungsministerin Karliczek die Abrufung von Geldern aber mit Lernstandserhebungen verknüpft, wird die Realität an Schulen verkannt. Individuell zu erkennen, welches Kind was braucht, ist sicher notwendig und das gehört zur Profession der Lehrkräfte. Standardisierte Verfahren von außen sind in der aktuellen Situation aber nicht hilfreich.»

BUND STELLT GELD BEREIT – LÄNDER SETZEN UM

Mit dem «Aufholprogramm» wird das Rad nicht neu erfunden. Berlin stellt vor allem Geld bereit. Wie es eingesetzt wird, wird in der Fläche entschieden: Die Bundesländer können damit bereits bestehende Nachhilfe- und Sozialprogramme aufstocken. Ein Teil des Geldes geht auch direkt an bundesweite Stiftungen und Bundesprogramme, die Kinder, Jugendliche und Familien mit Beratungs-, Freizeit- und günstigen Urlaubsangeboten sowie Hilfen bei der frühkindlichen Bildung unterstützen. Das sind zum Beispiel das Bundesprogramm «Sprach-Kitas», die «Bundesstiftung Frühe Hilfen» und die «Deutsche Kinder- und Jugendstiftung».

Vereine, Stiftungen, Kinder- und Jugendärzte, Jugendherbergen und Jugendfreizeitanbieter werden nach Angaben von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) über zusätzliche Angebote informieren. «Wir werden sämtliche Kanäle nutzen.»

«FREIZEITBONUS» FÜR 2,7 MILLIONEN KINDER

Teil des «Aufholpakets» ist auch eine Sonderzahlung von 100 Euro für Kinder aus bedürftigen Familien, die sehr wenig Einkommen haben und beispielsweise auf Wohngeld oder Hartz IV angewiesen sind. Dafür sollen 270 Millionen Euro bereitgestellt werden. Rund 2,7 Millionen Kinder könnten also profitieren. Das Geld kann für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden oder für andere Dinge: «Ob das der Kauf neuer Turnschuhe oder Ausstattung ist, um in den Ferien an einem Ferienprogramm teilzunehmen, das wird den Familien überlassen sein», sagte Giffey.

GANZTAGSBETREUUNG AN GRUNDSCHULEN AB 2026

Daneben brachte das Kabinett ein zweites großes Vorhaben auf den Weg, das vielen Familien den Alltag erleichtern soll: 2026 soll der lange angekündigte bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule kommen.

Die Familien- und Bildungsministerin verkündeten Fortschritte bei diesem «Flagschiffprojekt» dieser Regierung, wie Giffey es nannte. Nach langem Streit mit den Bundesländern wegen der hohen Kosten wurde der geplante bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule auf den Weg gebracht. Jedes Kind, das ab 2026/2027 eingeschult wird, soll bis zum Ende der vierten Klasse einen Anspruch auf einen Platz haben. In einigen Bundesländern, vor allem im Osten Deutschlands, gibt es schon flächendeckende Betreuung. In anderen Ländern muss noch viel in Räume investiert werden, außerdem werden genügend Erzieherinnen und Erzieher benötigt. Nach Angaben der Regierung geht es um rund 800.000 noch zu schaffende Ganztagsplätze.

Der Bund ist nach Angaben beider Ministerinnen den Ländern nun sowohl beim Zeitplan – der Rechtsanspruch kommt ein Jahr später als geplant – als auch der Finanzierung des Vorhabens noch einmal entgegenkommen. Er will sich demzufolge langfristig mit mehr als 900 Millionen Euro pro Jahr an den laufenden Betriebskosten für die Ganztagsplätze beteiligen – eine Verdreifachung der ursprünglich geplanten Summe. Die Länder müssen dem Vorhaben im Bundesrat zustimmen. Giffey und Karliczek zeigten sich optimistisch, dass es dazu auch kommen wird.

Der VBE fragt kritisch an, woher denn das Personal für den Ausbau des Ganztags kommen soll. Schon jetzt herrscht in Deutschland ein gravierender Erzieher- und Lehrermangel. News4teachers / mit Material der dpa

Wie lassen sich die entstandenen Lernlücken schließen? GEW warnt davor, Schüler nun „nachsitzen und pauken“ zu lassen

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48 KOMMENTARE

  1. Werden eigentlich die Kinder, die von Note 1-2 auf 3-4 abgestürzt sind, auch gefördert oder eher die, die erst Coronaversetzt wurden und von 4 auf 4-5 runter gingen? Ich gehe eher von letzterem aus, obwohl es bei ersterem dramatisch und bei letzterem erwartbar ist, zumal die Kinder älter wurden und die Noten während der Pubertät oft schwanken und runter gehen.

    • Wenn ein Kind von 8-16 Uhr Schule hat, dann ist es kapazitiv kaum noch dazu in der Lage, irgendwie über die Woche verteilt noch vier Stunden Nachhilfe zu bekommen.

      Die Kopplung an den Lernstand halte ich für falsch, wenn dieser nicht regulär in die Bewertung eingehen darf.

      • Sehe ich genauso. Hier in Hamburg gibt es ja fast nur Ganztagsschulen. Von Grundschule an. Meine ist damit schon absolut am Limit. Ich glaube kaum, dass sie sich noch 2-4 Stunden mehr in der Woche aufdrücken lassen wird.

        Das grössere Problem ist, dass meine Tochter bisher (ist jetzt in der 5.Klasse) selbstständiges Arbeiten nicht gelernt hat. Jetzt muss sie und versteht nicht wieso, weil es vorher ja auch so geklappt hat. Und jetzt sollen wir Eltern das mal eben beibringen, wo wir die ganze Grundschulzeit über komplett ausgebootet wurden, weil alles nur in der Schule stattfand: Keine Hausaufgaben, Unterrichtsmaterialien lagerten komplett in der Schule.

        Es war doch zu erwarten, dass es nicht die ganze Schulzeit so weiter laufen würde. Die weiterführende Schule meiner Tochter meinte sogar sie wäre auf einer der wenigen Grundschulen hier in Hamburg gelandet, die nicht einmal in der 4. Klasse ein Zeugnis mit Noten ausstellt.

        Und ich hab meiner Tochter die ganzen letzten Jahre das Angebot gemacht zu unterstützen wo es geht. Es macht mit sogar riesen Spass. Daran liegt es nicht.

  2. Es ist sicher gut gemeint und kostet insgesam Millionen, aber 2-3 Nachhilfestunden pro Woche ist viel zu wenig. Außerdem darf das nicht freiwillig sein. Wir hatten bei den „Sommerschulen“ schon mehrere Kinder, die es dringend nötig gehabt hätten und nicht daran teilnahmen. Es müssten also die Lehrer entscheiden, wer die Nachhilfe nötig hat und teilnehmen MUSS á la „erweiterte Schulpflicht“.

    Wenn das nicht an den normalen Schulalltag angehängt werden soll, was auch zuviel werden kann für die Kinder, dann müsste das in den Ferien stattfinden. Verpflichtend wie gesagt und dann z.B. 3 Stunden täglich, auf die „Kernfächer“ reduziert.

    • Toll, langsam wird es hier wie in China oder DDR. Lernen, Nachhilfe bis Mitternacht, Ganztagsschule ab der Grundschule, in den paar Stunden Freizeit Klavier, Kinderyoga oder sonstwas, alles von Erwachsenen angeleitet, beaufsichtigt., vom Staat überwacht. Kein freies Spiel, kein freies Denken mehr. Hauptsache alle Eltern können arbeiten Arme Kinder , armes Deutschland. Die Kinder sollen doch jetzt erstmal SPAß nachholen, die Älteren Parties, Freunde treffen, Tanzkurs, Abiturfahrten, Klassenfahrten. Das ist doch sogar wichtiger als der angeblich versäumte Lernstoff. Eigentlich hätte die Nachkriegsgeneration dann nur Looser hervorbringen müssen. Meine Oma hatte zwei Jahre überhaupt keine Schule. Diese Priorisierung des Leistungsprinzips vor allem anderen macht unsere Werte, Traditionen und Gesellschaft kaputt.

      • In Teilen kann ich Ihre Bedenken durchaus nachvollziehen. Aber zu den Werten, Traditionen und der Gesellschaft gehört prinzipiell in Deutschland das Leistungsprinzip – das ist nicht grundsätzlich schlecht, nur wenn es in einen nicht mehr steuerbaren Leistungsdruck bereits bei jüngeren Kindern ausartet. Dass alle Eltern die Möglichkeit haben, arbeiten zu gehen, wenn sie möchten, ist ebenso verständlich – vielleicht erleichtert das gerade bei solchen Kindern das Nachholen des freien Spielens und der Partys, wenn die Eltern ihnen nicht auf Schritt und Tritt folgen können. Insofern wäre ein differenzierteres Urteil Ihrerseits wünschenswert.

        • Leistungsprinzip made in Germany ist okay, aber Leistung als GÖTZE, vor Familie, vor allem? Karriere und Kinder sind so schwer vereinbar, irgendeiner zieht den Kürzeren, da ich auch Schulpsychologe bin, kann ich ihnen viele Beispiele nennen.

      • Aber die Wahrheit ist auch, dass wir dringend wissende junge Menschen brauchen, und zwar viele, sehr viele, viel mehr als Politik und Wirtschaft sich wünschen.

        Diese Pandemie hat es auch zur Erscheinung gebracht, wie dringend und wie viele.

        Wissen ist immer noch das Gut der Minderheit. Deshalb bewegt sich ja die Gesellschaft (Globusebene) seit hunderten von Jahren prinzipiell immer in Kreis, statt fort.

        Leider immer noch nur wenige haben den Mut es zuzugeben, ebenso dass die Schulsysteme rund um den Globus meistens sehr veraltet und ruckständig sind.

        Ganz egal, China, Deutschland oder Portugal.

        Leistungsdruck hat gar nichts mit Deutschland zu tun, sondern mit Kapitalismus.
        Der Profit ist alles was zählt. Die Gesundheit und das Leben der Anderen ist Biligware oder gar um sonst.

        Immer noch nur wenige merken oder wollen merken, was wir mit unserer Heimat, dem Planeten herrichten.

      • @ Unsinn. Wenn Sie genau(er) gelesen und mitgedacht hätten, hätten Sie erkennen können, dass ich mich gerade vor zu viel Belastung der Kinder ausspreche, nämlich wenn sie nach dem normalen Unterricht noch Nachhilfestunden nehmen sollen. Mit 2-4 ist es nicht unbedingt getan, je nachdem wie groß die Defizite sind (das will ich einräumen), eben deshalb sollte es meiner Meinung nach wie die sogenannten Sommerschulen nach der ersten Pandemie in den Ferien stattfinden (a 3 Stunden täglich). Es müssen ja nicht die ganzen Ferien sein. Wenn man 3 Stunden Nachhilfe hat, hat man noch den halben Vormittag, den ganzen Mittag und Nachmittag und noch ein paar Stunden am Abend für die Freizeitaktivitäten, die Sie da nennen. Es muss aber obligatorisch sein, sonst fallen zu viele durchs Raster, die es nötig hätten und um genau die geht es doch!

        Der Vergleich mit der Nachkriegsgeneration hinkt, denn unsere Gesellschaft stellt heute eben doch auch andere Anforderungen an die Heranwachsenen. Man konnte früher selbst ohne Schlussabschluss noch Berufe ergreifen, für die man heute – hier übertreibe ich natürlich – Abitur braucht. (Es verdeutlicht aber die gewachsenen Anforderungen.)

        • Hier bringen Sie das Problem auf den Punkt. JEDES Kind braucht heutzutage Abitur, das suggeriert die Gesellschaft, ohne Abi bist du ein Depp. Ist das Kind leistungsschwach wird es durch Nachhilfe so lange drangsaliert bis es mit ach und krach durchkommt. Natürlich ist an schlechten Leistungen meist der Lehrer schuld. Diese ganze Entwicklung finde ich bedenklich. Unser Land braucht auch Handwerker und Müllmänner, es sind halt nicht alle Einsteins oder Virologen

          • @ Fabian Nochwas: an unserer Schule ist es schon soweit, dass Kollegen gnädige 4- hergeben, um sich den Ärger mit Eltern und Anwälten zu ersparen, wenn das Kind durchfällt. Diese Elternlobby nimmt einfach überhand.

          • @M., schön, dass Sie wieder sachlich geworden sind. An unserer Schule wird man mitunter von der Schulleitung gedrängt, die bessere Note zu geben (auf dem Zeugnis). Womöglich hat die Schulleitung Angst vor den Eltern? Auch jetzt darf niemand von der freiwilligen Wiederholung sprechen, um niemanden auf den Gedanken zu bringen, es tatsächlich zu tun.

  3. „Der VBE fragt kritisch an, woher denn das Personal für den Ausbau des Ganztags kommen soll.“ Genau da liegt das eigentliche Problem. Die Arbeit im Ganztag ist für ausgebildete Erzieher etc. nicht interessant, da es sich um schlecht bezahlte Teilzeitstellen handelt. Auch sind immernoch keine Qualitätsstandards formuliert worden, die für professionelle pädagogische Arbeit grundlegend richtungsweisend sind. Ich bin gespannt, ob sich bis 2026 dahingehend etwas verändern wird.

  4. Frau Giffey und Frau Karliceks waren bei Ihrem Fernsehauftritt in einem voll Rausch und das Eigenlob für sich selbst war nicht zu überhören. Die Pandemie hat alle sozialen Schichten getroffen egal welcher Herkunft.In BW- Mannheim haben wir G8 und dieses Aufholpaket ist für diese Schulart unrealistisch. Die Schülergeneration bei G8 haben schon viel Nachmittagsunterricht, Hausaufgaben zu erledigen, Lernphase für Klassenarbeit und Test zu leisten, Nachbereitung und Vorbereitung der Unterrichtsfächer zuerledigen. Da ist kein Platz für ein Aufholpaket im Tagesablauf bei einem G8 Schüler. Für diese Schülergeneration ist es zusätzlicher Stress und eine Überfoderung zum täglichen Schultag. Wir fordern für BW ein Corona Aufholjahr G 9 ab September 2021 um den Kindern eine angemessene Aufarbeitung der Lernlücken zu gewährleisten.https://www.openpetition.de/petition/online/corona-aufholjahr-im-g9-modus-zur-rettung-der-bildungsqualitaet. Die Schülergeneration ist schon über einen sehr langen Zeitraum in seiner perönlichen Entwicklung und Entfaltung lahm gelegt und dieser Lebensbereich wird mit großer Sehnsucht erwartet und möchte in der Freizeit erfahren und erprobt werden. Bei einem G8 Schulleben bzw. verkürzten Schuljahr bleibt für die persönliche Entwicklung und Entfaltung sehr wenig Zeit und dann noch mit einem Aufholpaket eine Bestrafung für die Schüler bei G8. Die Politik benutzt als Aushängeschild die benachteiligten Schüler und Kinder und die bemühten Kinder bekommen von der Politik kein Gehör und keine Beachtung. Die bemühten Schüler sind ebenfalls auf der Strecke geblieben. Dieses Aufholpaket der Damen ist ein absoluter Fehlgriff und leistet keine
    angemessene Aufarbeitung des Ausnahmezustandes. Die Damen haben sich gerne reden gehört und wie Sie die Zukunkft für Familien voran bringen.

  5. Ich finde das beinahe niedlich (nicht) – hätten die Kultusministerien das Geld doch einfach vor einem Jahr in die Hand genommen und die Schulen allesamt mit Luftfiltern ausgestattet, dann hätte es jetzt nicht solche Aufholprogramme nötig!

    Aber auch DAS konnte in dieser Pandemie ja niemand vorhersehen – über ein Jahr lang erfolgreich weggeschaut und eine ganz eigene Realitätsbubble geschaffen…
    Möglicherweise haben die ihre Luftfilteranlagen in den Ministerien zu stark eingestellt, so dass da der Kopf zu sehr durchgepustet wird?

    Die spinnen die … Politiker – also so manche/r halt.

    Und hey, ich bin immer noch für Luftfilter in Schulen! Und mütend!

  6. Ist ja schön, dass für Förderprogramme jetzt etwas Geld lockergemacht wird. Aber hat die Pandemie nicht deutlich gezeigt, dass Schulen mehr Geld bräuchten, um anständig arbeiten zu können. Vielleicht müsste man dann im Nachhinein gar nicht so viele Löcher stopfen.
    Aber das wäre natürlich deutlich teurer…

  7. Den Fokus setzt hier im Land keiner mehr auf diejenigen, die sich trotz Corona bemühten. Unter welchen Umständen z. T. Eltern das Lernen für ihre Kinder organisieren mussten, davon spricht hier niemand. Manche haben ihr Leben um die Anforderungen der Schule regelrecht herumgestrickt. Gerade die Mütter erbringen neben ihrer Berufstätigkeit z.T. einen übermenschlichen Einsatz, nur, damit ihre Kinder in der Coronazeit eben nicht den Anschluss verlieren. Das würdigt keiner in der Regierung. Da gibt es keinen Bonus, denn der wird wieder schön bei der Steuer abgezogen.
    Auch die Schulen würdigen das im Grunde nicht. Einfach, weil man bei diesen Kindern sagt: „Läuft“!
    Ja, aber auch diese Kinder haben Defizite erfahren. Natürlich haben sie nicht das Pensum erarbeitet, das man normalerweise hätte leisten können. Das fehlt demnächst erst. Das ist aber egal, Hauptsache, man kümmert sich um die, die auch schon vor Corona zu faul für alles waren. Und damit sind auch deren Eltern gemeint.
    Es kann nicht mehr angehen, dass sich Eltern um nichts kümmern und als Konsequenz der Staat alles für sie übernimmt. Diese Klientel muss für nichts mehr die Verantwortung übernehmen. Das macht schon der Staat im Sinne von Förderungen, Hilfestellungen und der Übertragung der Verantwortung auf die Lehrer. Die sollen sich um ALLLES kümmern und die Hilfe bereitstellen. Das kostet alles Geld und Zeit. Beides geht an den Lernwilligen vorbei, denn sie laufen brav unter dem Radar. Sie werden auch irgendwie den Weg in die Berufswelt schaffen und dürfen dann das nötige Geld für die Nachkommen der Lernunwilligen erwirtschaften. Ein Kreislauf ohne Zukunft!

    • Danke für das Kommentar!

      …dazu kann ich nur noch ergänzen:

      die Mütter und Väter, die sich kümmern, nennt man heute gerne abfällig „Helikopter“ und Schüler, die das Pensum trotz Homeschooling ganz gut hinbekommen „Streber“. Nicht gerade motivierend!

      • Helikoptereltern sind Eltern, die ihre Kinder aus übertriebener Sorge ständig überwachen.
        Eltern, die sich in der Pandemie darum kümmern, dass ihre Kinder die Aufgaben machen, sind Eltern, die sich eine Lehrkraft wünscht. Aber bitte überlassen Sie das Korrigieren und Kontrollieren der Aufgaben den Lehrkräften (das ist nicht Ihre Aufgabe, werte Eltern.). Schauen Sie einfach, dass das Kind seine Aufgaben macht und abgibt und die Lehrkraft ist Ihnen dankbar gegenüber.
        Streber, war ich selbst und die wären mir in der Schule lieber, denn auch Streber wissen nicht alles.

        • Danke für ihre Worte! Sie sind eine Musterlehrerin, die sich alle ELtern wünchen.

          Durst nach Wissen und Können nennt man heute gerne Streberei, obwohl sich das Wort, wenn ich mich nicht täusche, vom Verb streben ableitet.

          • @Monika, BY

            Genau.
            Und dieses Verb „streben“ ist ganz und gar nicht negativ zu verstehen:
            >1.
            sich zielbewusst, unbeirrt auf möglichst kurzem Weg und ohne sich ablenken zu lassen an einen bestimmten Ort begeben
            „zur Tür, ins Freie, nach vorne streben“
            2.
            sich unter Anstrengung aller Kräfte, unbeirrt um etwas bemühen
            „nach Reichtum, Erfolg streben“<
            https://www.google.com/search?q=streben&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab

            Für so etwas – nämlich eine rasche Begriffsklärung – nutze ich die digitale Technik gerne mal im Unterricht.
            Kurz mal den Begriff recherchiert, noch zwei, drei eigene Beispielsätze dazu schreiben lassen, die Aufgabe wird dem Alter entsprechend etwas erweitert (Wann hast du zuletzt nach etwas gestrebt? Warum? Wie hat sich das für dich angefühlt? Wie zufrieden warst du selbst mit dem Ergebnis?) und das Wort ist seltener oder gar kein Schimpfwort mehr.
            Wer es dann noch als Schimpfwort benutzt, bekommt auch Feedback, dann aber von der Mehrheit der Klasse.
            😉

          • @Pit 2020
            Ihren Eintrag habe ich meine Tochter lesen lassen.

            Klasse 🙂

            Danke!

        • Das Leistungsprinzip (Lehrer002 19:52) und der Strebervorbehalt (Biene 16:00) sind natürlich typische Gegensätze, unter denen unser Schulsystem leidet, auch im internationalen Vergleich, denn international gibt’s dieses Wort „Streber“ in dieser Bedeutung offenbar sonst nicht.
          Ich fände es doch höchst unfair, wenn etwa SuS, die sich jetzt im Lockdown (ein paar Monate lang) zu Hause selbständig (gilt das selbständige Lernen nicht als wichtiges Ziel?) weitergebildet haben, als „Streber“ gemobbt würden. Im Gegenzug könnten diejenigen, die die ganze Zeit faul waren, jetzt noch belohnt werden mit besonders viel Nachhilfeunterricht und einer gewissen Verhätschelung, so als könnten sie einfach nichts dafür. Hat der Mensch nicht so etwas wie einen freien Willen?

        • @Biene
          Frau Gebauer hatte diejenigen Eltern in einer Zoom-Konferenz vor ca. 3-4 Wochen als Helikoptereltern beleidigt, die sich Sorgen um eine Ansteckung in der Schule machen und nach einer Aussetzung der Präsenzpflicht gefragt hatten.

  8. Danke- jetzt dürfen wir die Lernstände erheben und damit den privaten Nachhilfeunternehmen zuarbeiten?! Frechheit.
    Dabei bin ich froh, wenn ich in den momentanen Szenarien alle geforderten Klassenarbeiten terminiert/ geschrieben und Noten gemacht bekomme.

    Viel Getöse- null Effekt, abgesehen vom Studienkreis- und Schülerhilfe- Konjunkturpaket.

    Dass wir das an der Schule selbst und besser können….geschenkt: Argumente sind bekannt und formuliert.

    • Johannes- Auf die Nummer mit Lernstandserhebung bin ich schon richtig „gespannt“. Hoffe, dass der Kelch an uns BBSlern vorbei geht. In der Regel haben wir unsere SuS ja nur 1-3 Jahre am Bord. Ansonsten wäre nen bißchen Kohle für Luftfilter, Plexiglas und Testkonzepte schon im letzten Herbst besser angelegt gewesen. Insbesondere im Grundschulbereich. Dann hätten wir dies „Theater“ jetzt nicht. Und nen paar mehr Kolleg*innen in allen Schulformen wäre wohl auch cooler. Und nen Coaching für die Giffey, damit sie sich nicht mehr an diesem tollen Förderkonzeptmodell-Tafel-Dings, was sie da in die Kamera gehalten hat, festhalten muss. Aber wie es so schön lautet: Sie hat sich stets bemüht.

    • @Johannes
      „Danke- jetzt dürfen wir die Lernstände erheben und damit den privaten Nachhilfeunternehmen zuarbeiten?! Frechheit. […]
      Viel Getöse- null Effekt, abgesehen vom Studienkreis- und Schülerhilfe- Konjunkturpaket.“

      Waren haargenau meine Gedanken bei der Ankündigung.
      Habe von wenigen Ausnahmen im nawi-Abiturbereich abgesehen nur mäßige bis schlechte Erfahrungen mit dieser „Hilfe“, dazu oft blöde Verunglimpfungen der Unterrichtsarbeit von Laienhelfern erlebt (womit Schüler nach einiger Zeit rausrücken, wenn sie merken, dass die Hilfe doch nicht so toll wie volltönend versprochen und vielfach fehlerbehaftet ist).
      Von den Nachhilfeinstituten kommt oft: Schreiben Sie bitte, was wir mit XY machen sollen, geben Sie Aufgaben mit und mehr.

      Warum kommen nicht ausgewählte Laien als Assistenzen an die Schulen? Selbstverständlich ausgewählt. Für die Deutschnachhilfe ist es schon mal unerlässlich korrektes Deutsch zu sprechen. Da fiele ein Teil der jetzt als Nachhilfe“lehrer“ Arbeitenden schon durch’s Raster (auch Muttersprachler) usw. Aber es blieben nicht nur an Hochschulorten Menschen übrig, die tatsächlich unterstützen können und pädagogisch geschickt sind, ohne dass sie gleich in der Lage wären, eine Klasse zu führen. Oder sie könnten es, haben aber nur ein beschränktes eigenes Zeitbudget. Direkt an der Schule gäbe es fachliche Absprachen, methodische Absprachen, Rückfragemöglichkeiten ohne Riesentamtam, gemeinsame pädagogische Arbeit, Kontakt zu den Sozialpädagogen usw. Man könnte auch zu zweit in eine Klasse gehen, ohne dass es sich gleich um einen I-Helfer handet.

      Aber ich ahne es: Assistenzen an den Schulen wären trotz Niedrigeinstufung teurer als der Nachhilfeindustrie unkontrolliert das Geld in den Rachen zu werfen.
      Fragt sich nur, warum sich das andere Staaten gar als Normalzustand leisten. Anscheinend leisten wollen.

  9. Ich bin auch immer noch für Luftfilter. Wer weiß, wofür die 100paarzerquetsche pro Kind ausgegeben werden. Das Geld würde für die Ausstattung der Schulen mit Filteranlagen reichen.
    Aber aus irgendeinem Grund scheint das gar nicht gewollt zu sein.

  10. Schuljahr verlängern ist die einzige Möglichkeit, dass alle von Fördermaßnahmen profitieren. Aber man schmeißt lieber mit Geld um sich, das man nicht hat und verspricht Nachhilfe durch Lehrkräft, die man nicht hat.

  11. Die bemühten Schüler haben auch ein Anrecht auf Förderung und nicht nur die benachteiligten
    Schüler. Die Familien haben die Hauptlast getragen in der Pandemie und dies über einen sehr langen Zeitraum. Man hat in der Politik nur eine Stimme wenn man benachteiligt ist und die bemühten Eltern sind der letzte Rest. Die bemühten Eltern sind an ihre Grenzen gekommen und müssen sich nach der Krise neu aufstellen und zusammenfinden. Durch die lange Doppelbelastung hat sich die Rollenverteilung sehr verschoben, weil jeder schon seid Monaten
    sein bestes gibt um die Familie und Kinder am laufen hält. Wir sind keine Schauspieler oder Politiker sondern liebevolle und fürsorgliche Eltern die erschüttert sind über die Entscheidungen der Politik. Kinder und Jugendliche haben eine faire Lernentwicklung verdient um diese Krise bewältigen zu können und zwar alle sozialen Schichten. Ist man als Familie nicht anerkannt wenn man ein geregeltes Leben versucht seinen Kindern vor zu leben. Alle haben eine schwere Last getragen…. wer hat eigentlich das Recht zu beurteilen, dass bemühte Eltern keine Wünsche für Ihre haranwachsenden Kinder haben. Jedes Kind hat ein Anrecht in der ersten Lebenskrise der Kinder und Jugendliche auf gerecht verteilte Förderung.

  12. Kann man das Geld nicht für den Eintausch gegen andere Minister*innen verwenden? Nur so eine Idee. Oder in Nachhilfe für politische Führung oder Zuhören oder richtige Entscheidungen Treffen oder so…

    • @gilmore girl

      Aber wohin mit den … ääh … nennen wir es „Austausch-Übrigbleibseln“ aus der Zeit vor der … „Entrümpelungsaktion“?
      Upcycling verbietet sich von selbst!

  13. Das Wort „Lernstandserhebung“ ertrage ich nicht mehr….
    Zu Beginn des jetzt laufenden Schuljahres musste ich in 7 Klassen Lernstandserhebungen durchführen. Leider war im Fach Naturwissenschaften keine elektronische Auswertung, die Vorbereitung und der Aufwand bei der Durchführung immens. Ich hatte wochenlang nicht besseres zu tun, als diese völlig sinnleeren Lernstandserhebungen zu stemmen, zu korrigieren, Eltern gerecht auszuwerten und die Ergebnisse in irgendwelche I’m Nirwana verschwindenden Statistiken einzutragen. Nie wieder werde ich solchen Unsinn mitmachen. Das war nur Schrott. Die Auswahl der Aufgaben könnte auch der Hausmeister gemacht haben. Ich könnte mit meinem eigentlichen Unterricht nicht beginnen, bevor diese Drangsalirerei durch war.
    Bitte verschont uns mit solchem Müll.
    Vom Wiegen wird die Sau auch nicht fett und unser kaputtes Bildungssystem nicht gesund.
    Das ist alles purer Aktionismus, um wem auch immer vorzugaukeln, was doch alles für die Kinder getan WIRD. Zeit- Geld und Ressourcen Verschwendung in Reinform. Mit mir nicht mehr.
    RIKE

  14. Das Wort „Lernstandserhebung“ ertrage ich nicht mehr….
    Zu Beginn des jetzt laufenden Schuljahres musste ich in 7 Klassen Lernstandserhebungen durchführen. Leider war im Fach Naturwissenschaften keine elektronische Auswertung möglich, die Vorbereitung und der Aufwand bei der Durchführung immens. Ich hatte wochenlang nicht besseres zu tun, als diese völlig sinnleeren Lernstandserhebungen zu stemmen, zu korrigieren, elterngerecht auszuwerten und die Ergebnisse in irgendwelche im Nirwana verschwindenden Statistiken einzutragen. Nie wieder werde ich solchen Unsinn mitmachen. Das war nur Schrott. Die Auswahl der Aufgaben könnte auch der Hausmeister gemacht haben. Ich konnte mit meinem eigentlichen Unterricht nicht beginnen, bevor diese Drangsalirerei durch war.
    Bitte verschont uns mit solchem Müll.
    Vom Wiegen wird die Sau auch nicht fett und unser kaputtes Bildungssystem nicht gesund.
    Das ist alles purer Aktionismus, um wem auch immer vorzugaukeln, was doch alles für die Kinder getan wird. Zeit- Geld und Ressourcen Verschwendung in Reinform. Mit mir nicht mehr.
    RIKE

  15. Und schon wieder so ein Mist. Als Lehrer weiß ich sehr wohl, wo die Problemstellungen der Kinder sind, da brauche ich keine Lernstandserhebung, die erneut Lernzeit in Anspruch nimmt. Frau Karliczek kann mich gerne einfach danach fragen, ich sage es ihr.

    Ich würde aber nach einem Jahr Corona gerne auch einmal zu etwas anderem gefragt werden. Feedbackkultur wird doch immer als ein wichtiges Instrument benannt. Wann werden endlich mal wir Lehrer nach einem Feedback für diese Zeit bezüglich der Arbeit Kultusministerien und von Frau Karliczek befragt? Wenn jemand das durchsetzen könnte, das Ergebnis wäre sicherlich interessant.

  16. Auszug Harzburger Zeitung, 06.05.2021

    Zwei Milliarden klingt nach viel Geld, aber für das abgehängte Kind sind das Peanuts. Pro Schüler stehen 150 Euro zur Verfügung.

  17. … und schon bin ich mir sicher, dass ich mich wieder und immer noch im Bildungsystem der BRD befinde. Ahh, grad so wie man’s halt kennt!
    Denn vor der Pandemie ist in der Pandemie und auch nach der Pandemie.

  18. Mich würde viel mehr interessieren, wie die Politik garantieren will, dass die Grundlagen (die jetzt nicht vermittelt werden und hinten runterfallen) die den (Grund)Schülern durch den Distanz/Wechselunterricht fehlen werden, später in den weiterführenden Schulen Berücksichtigung finden. Die Politik denkt von Woche zu Woche. Gestern habe ich durch eine Schulrätin erfahren, dass man damit rechne, dass der vollumfängliche Präsenzunterricht auch im neuen Schuljahr nicht stattfinden wird. Nachhilfeunterricht reicht da nicht aus. Es muss die Möglichkeit gegeben werden, den nicht vermittelten Unterrichtsstoff nachzuholen – für alle SuS. Und wenn sich die Katze in den Schwanz beißt, es sollte mindestens ein halbes Schuljahr angehangen werden.

  19. Ich bin der Überzeugung, dass es in erster Linie wichtig ist, bei Schüler*innen aller Altersstufen die Motivation fürs Lernen aufrechtzuerhalten bzw. wiederzuerwecken. Und dafür zu überlegen, welche Prüfungen/Noten/Nachweise in Nichtabschluss- bzw Nichtübergangsklassen man dafür weglassen kann.
    Mich verwundert, dass Lehrkräfte hierfür sich nur sehr selten zusammenschließen und für ihre pädagogischen Überzeugungen u.a auch auf die Straße gehen.
    Wichtig wäre es auch, ernsthaft die Möglichkeiten zu überprüfen, inwieweit Menschen aus anderen Berufsgruppen wie z.B. Künstler*innen, Sportler*innen, …, die schon lange mit Schule zusammenarbeiten und über pädagogische Erfahrung verfügen, im System unterstützen können. Und zwar gleichberechtigt, denn diese Menschen bringen neben einem Studium vieles mit, was Schüler*innen neue Türen öffnen kann: Kontakte, Bestärkung, Authentizität, Begeisterung, …

  20. So…da haben wir es wieder. In der Summe viel Geld, für jeden „einzelnen“ Schüler 150€. Herzlichen Glückwunsch KMK, ihr habt es wieder geschafft, es sieht nach außen aus wie Gold, innen riecht es eher nach Kloake…wie sagt man so schön … außen hui, innen pfui….Was sollen denn die Eltern und Kinder noch alles stemmen? Erst müssen sie mit dem Druck im Homeshooling, Distanzlernen, Wechelunterricht, Schulen auf, Schulen zu, Gesundheitsgefahr für alle Beteiligten … u.v.m. klarkommen …. und anstatt dieser zutiefst erschöpften Gruppe mal die nötige Pause zur Erholung zu verschaffen, müssen diesen den nächsten Druck aushalten …

    Ich bin dafür, jetzt allen Schülern, außer den Jahrgängen, die die Schulart wechselt und als Abschlussklasse die Schule verlassen, in die Sommerferien zu schicken und im nächsten Jahr dieses Schuljahr nochmal neu, in Ruhe, mit Sicherheitskonzepten, die dieses Wort auch verdienen, zu starten. Die Kinder, die jetzt in der Übergangsklasse bzw. Abschlussklasse sind, sollten in der Schule intensiv betreut werden…

    Die Idee ist in vielen Punkten nicht ausgereift, und viele Dinge müssten dort noch dazu bedacht werden, wer denkt hier mit?

  21. „Aufholprogramm“, Aufholprogramm … ne, das Kind braucht einen griffigeren Namen … am besten international, also englisch … „catch up irgendwas“ … einprägsam soll es sein, einmal hören, nie mehr vergessen und an „Bewährtes“ anknüpfen …!

    Ja-ha, das ist’s: Heiße es nun fortan „die Catch-up-Bridge“, gerne auch „Ketchupbrücke“.

  22. Ich verstehe es einfach nicht. Was hat uns die Pandemie gezeigt? Dass Schüler:innen „zu dumm“ für die Kernfächer sind, oder dass sie das selbstständige Lernen nicht gelernt haben? Ich denke, wohl eher das letztere. Jetzt wird wieder fachlich gepaukt, statt nachhaltig anzusetzen und nachzuholen, was eigentlich verpasst wurde: Die Entwicklung von überfachlichen Kompetenzen, das Entwickeln von Lernstrategien und Selbstregulation.

    Wir brauchen Lerncoaching und nicht Nachhilfe, die am Nachmittag das gleiche macht, was am Vormittag schon nicht klappte.

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