Ethikratmitglied bricht Debatte um Impfpflicht für Lehrer und Kita-Personal vom Zaun

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BERLIN. Der Humangenetiker Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat hat eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Schulen und Kitas gefordert. „Wer sich aus freier Berufswahl in eine Gruppe vulnerabler Personen hineinbegibt, trägt eben besondere berufsbezogene Verantwortung“, sagte Henn der „Rheinischen Post“. „Wir brauchen eine Impfpflicht für das Personal in Kitas und Schulen.“ Lehrkräfte, Erzieher und Erzieherinnen sollten vor allem Kinder unter zwölf Jahren schützen, die keine Impfung bekommen könnten.

ErzieherInnen und Lehrkräfte wurden erst spät in der Priorisierung beim Impfen nach vorne gerückt – jetzt wird über eine Impfpflicht für sie diskutiert. Foto: Shutterstock

Zwar hätten Kinder selbst ein geringes Risiko, schwer an Covid zu erkranken, man müsse aber weiter damit rechnen, „dass sie das Virus in ihre Familien tragen und Menschen aus Risikogruppen infizieren“, sagte der Humangenetiker. Als Beispiel nannte er der Zeitung zufolge etwa Krebspatienten in Familien, die aufgrund akuter Therapien noch gar nicht geimpft werden konnten. Diese Gruppe gelte es jetzt durch eine Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen zu schützen. Eine allgemeine Impfpflicht lehnte Henn aber ab.

Konkrete Zahlen darüber, wie viele ErzieherInnen und Lehrkräfte in Deutschland bislang geimpft sind, gibt es nicht. Für Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland also, schätzt der Deutsche Lehrerverband laut „Rheinischer Post“ den Anteil der Lehrkräfte mit Erstimpfung auf 70 Prozent, mit doppelter Impfung auf 40 Prozent. In Niedersachsen soll die Impfquote laut VBE unter Lehrkräften sogar 90 Prozent betragen.

„Wir halten viel davon, ein Impfangebot für alle Lehrerinnen und Lehrer zu machen“

Bereits im Mai hatte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die Diskussion um eine Impfpflicht für Lehrkräfte vorausgesagt. Er rechne fest damit, dass es eine politische Debatte darüber geben werde, sagte Meidinger seinerzeit. Sein Verband spreche sich zwar gegen eine Pflichtimpfung aus. Seiner Ansicht nach hätte der Staat bei verbeamteten Lehrkräften und entsprechender gesetzlicher Regelung aber wohl die Handhabe dazu, so Meidinger.

Tatsächlich gibt es bereits eine Impfpflicht in Kindertagesstätten, Schulen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen – gegen Masern. Vor der Aufnahme müssen alle Kinder, die mindestens ein Jahr alt sind, nachweisen, dass sie die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen gegen Masern erhalten haben. Personen, die in diesen Einrichtungen arbeiten wollen, müssen ebenfalls eine vollständige Masern-Schutzimpfung nachweisen.

Die GEW hatte sich im Mai als Reaktion auf Meidingers Aussage klar positioniert: Die damalige Vorsitzende Marlis Tepe sprach sich gegen eine Corona-Impfpflicht für Lehrerinnen und Lehrer aus. „Wir halten viel davon, ein Impfangebot für alle Lehrerinnen und Lehrer zu machen“, sagte Tepe (das hatten im Mai noch längst nicht alle Lehrkräfte bekommen).

Der VBE hält im Kampf gegen das Coronavirus das Thema Impfpflicht für wenig zielführend. „Wir wissen von einer sehr hohen Impfbereitschaft unter den Beschäftigten im Bildungsbereich“, sagt Bundesvorsitzender Udo Beckmann. Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher gehören ihm zufolge zu einer Berufsgruppe, die der Impfung entgegengefiebert hat, weil sie einem hohen Risiko ausgesetzt waren, aber auch weil sie sich natürlich ihrer besonderen Verantwortung bewusst sind.

„Der Schutz von Kindern und Jugendlichen muss durch uns alle in allen gesellschaftlichen Bereichen sichergestellt werden“

Der VBE-Chef meint: „Was wir jetzt nicht brauchen, ist eine Diskussion über eine Impfpflicht für eine Berufsgruppe, die mit überwältigender Mehrheit geimpft ist. Vielmehr braucht es die weitere Einhaltung der Hygienemaßnahmen in der Gesamtgesellschaft sowie die Impfung von möglichst vielen Menschen, um spätestens im Herbst Herdenimmunität zu erlangen. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen muss durch uns alle in allen gesellschaftlichen Bereichen sichergestellt werden, nicht nur in Kita und Schule. Darüber hinaus ist es die Verantwortung der Politik, alle technischen Möglichkeiten in Kitas und Schulen auszuschöpfen, um alle in Schule und Kita befindlichen Personen vor Infektionen zu schützen!“ Offenbar hat Beckmann dabei vor allem die Anschaffung von Luftfiltern für die Bildungseinrichtungen im Blick. News4teachers / mit Material der dpa

Druck steigt, Erzieher und Grundschullehrer schnell zu impfen – VBE: Erst impfen, dann Kitas und Schulen öffnen (nicht umgekehrt)

 

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74 KOMMENTARE

  1. Wo war dieses Mitglied des Ethikrates als es noch keine Impfung gab und vulnerable KuK in den Unterricht gezwungen wurden, oder KuK mit vulnerablen Angehörigen? Warum fordert es nicht die lange fälligen Raumluftfilter? Nicht mal der Ethikrat fordert Ethisches.

  2. https://www.aerzte-ohne-grenzen.at/artikel/10-mal-ansteckender-als-covid-19-masern

    Nur eine von vielen Quellen, die den Unterschied zwischen Masern und Covid-19 darstellen. Hier einen Vergleich zwischen den Impfnotwendigkeiten zu ziehen, um eine eventuelle Impfpflicht für Lehrkräfte und Erzieher zu unterstützen, sehe ich grenzwertig. Eine Impfung soll mich, meine Gesundheit, schützen, und nicht Herdenimmunität erzeugen. Lasst das doch bitte die Experten von der Stiko entscheiden, die machen ihren Job grad super.

  3. Eine neue Nebelbombe – da möchte sich wohl wieder einmal einer profilieren und seinen Namen in der Presse lesen … soll er doch mal Kontakt aufnehmen zur Stiko, vielleicht kann er dort was bewegen. Nur nebenbei: Luftfilter könnten auch helfen…

    Erst prügeln sie uns alle ungeschützt in die Schulen, dann wird eine Impf-Pflicht für Lehrer gefordert, ohne daß konkrete und gesicherte Zahlen zu bereits erfolgten freiwilligen Impfungen seitens der Lehrkräfte vorliegen.

    Vergleicht man die im Text genannten Zahlen mit denen der Gesamtbevölkerung (Quelle: Berliner Morgenpost), wird man feststellen, daß die Impfquote bei Lehrern (aufgrund der Altersgruppe später begonnen) bei den Erstimpfungen bereits jetzt höher liegt als bei der Gesamtbevölkerung und bei den Zweitimpfungen ungefähr vergleichbar ist.

    Die Zustände in den Schulen während des vergangenen Jahres werden wahrscheinlich dafür sorgen, daß Lehrer aus reinem Selbstschutz freiwillig eine Impfung bevorzugen.

    Also: Ferien mal abwarten (Zeitfaktor!), dann konkrete Zahlen erheben, und dann überlegen, ob der Vorschlag überhaupt sinnvoll ist. Vielleicht gibt es ja sinnvollere Wege, die Schulen ’sicher‘ zu machen?

    PS: den Hinweis auf die ‚besondere berufsbezogene Verantwortung‘ empfinde ich übrigens unter der gegebenen Umständen als Unverschämtheit!

  4. Herrn Henns Sorgen sind unbegründet. Schulen und Kindertagesstätten sind sicher. Kinder erkranken so gut wie nie schwer. Die Infektionsschutzmassnahmen der Unfallkasse werden eingehalten. Das Lüften, Händewaschen, Abstandhalten unter Erwachsenen und das Tragen eines Mundschutzes, wenn Erwachsene den Abstand nicht einhalten können, die Hände- und Flächendesinfektion sind eingeübt und wirksam. Es gibt kaum nennenswerte Covid 19 Ausbrüche an Schulen und Kitas und die Kinder sind keine Treiber der Pandemie. Jedes Kultusministerium aus sämtlichen Bundesländern hält alle bisherigen Maßnahmen für absolut ausreichend, so dass selbst auf Luftfilter in Schulen verzichtet werden kann, ebenso auf eine Testpflicht an Kindergärten und zunehmend sich auf das Tragen von Masken. Die Eltern der Kinder sind rücksichtsvoll und besonnen und lassen infektiöse Kinder zu Hause. Kinder, die nur Schnupfen haben, werden betreut, da Schnupfen allein kein Merkmal von Corona ist, was ebenfalls in den Verordnungen der Kultusministerien nachlesbar ist. LuL und jeglichem Betreuungspersonal sowie allen Eltern wurde ein Impfangebot gemacht. In einigen Bundesländern war sogar Präsenzpflicht an den Schulen angeordnet, weil eine tatsächliche Gefährdung erkrankter und nicht geimpfter Familienangehöriger als vernachlässigbar angesehen wurde, da die Schulen sicher sind. Insofern ist eine Impfpflicht für Personal ausgerechnet an Schulen und Kitas, die von allen vorgesetzten Kultusministerien als sichere Orte eingeschätzt werden und wurden, nicht nachvollziehbar.

  5. War ja klar: Erst heißt es, Erzieher und Lehrer wären gar nicht gefährdet genug, um früher als andere geimpft zu werden und jetzt soll es plötzlich so wichtig sein, dass die ersten nach einer Impfpflicht rufen.
    Bei der Masernimpfung gilt ja wenigstens noch das Argument, dass man mit der Impfung wirklich auch die anderen schützt. Bei der Corona-Impfung ist aber bekannt, dass auch Geimpfte das Virus weiter geben können (auch wenn das bei den Lockerungsorgien für Geimpfte völlig ignoriert wird). Die Impfung bedeutet also hauptsächlich erst mal mehr Schutz für einen selbst vor einem schweren Verlauf. Und diese Entscheidung sollte doch nun wirklich jedem selbst überlassen sein.

  6. *grübelgrübel*

    Hm, war es nicht so, dass Geimpfte das Virus trotzdem bekommen und auch weitergeben können, weil die Impfung eben nicht die Ansteckung, sondern den eigenen schweren Verlauf verhindert?

    Was würde dann bitte eine Impfpflicht für das oben genannte Personal bringen? Die Geimpften können noch dann trotzdem noch das Virus bekommen und im Zweifelsfall auch weitergeben! Damit wären Kinder unter 12 Jahren und deren Familien und auch ältere ungeimpfte Jugendliche doch auch in keiner Weise geschützt!

    Eine Impfpflicht mit einem Impfstoff, der noch nicht jahrelang erforscht werden konnte, greift schwer in die eigene Entscheidungsfindung und meines Erachtens auch in das Persönlichkeitsrecht der betroffenen Menschen ein. Sollten sich tatsächlich negative Langzeitfolgen bei den Impfstoffen herausstellen, wer übernimmt dann bitte die Verantwortung für die pflichtgeimpften Berufsgruppen? Das will dann wieder niemand! Das kann man ja auch sehr schön daran sehen, dass es für Schul- und Kitapersonal extra schwer gemacht wurde, im Falle einer Infektion im Dienst, Ansprüche an den Arbeitgeber (sprich Dienstherren) zu stellen.

    Unter den gegebenen Voraussetzungen sollte jeder das Recht haben, selbst darüber zu entscheiden, ob er sich einen der Impfstoffe spritzen lassen möchte. Wir gehören ja bald nicht mehr nur mit unserer Arbeitskraft, in unserer Vorbildfunktion ( sogar in der Freizeit), sondern mit Leib und Seele dem Staat! Das ist wie ein Pakt mit dem Teufel!

    • Hallo,
      Niemand wird einen 100%igen Schutz durch die Impfung versprechen, sowas gibt es in der Medizin nicht. Daraus abzuleiten, dass automatisch alle ansteckend sind ist ebenso falsch. Gehen wir von einer Wirksamkeit im Mittel von 70% aus, d.h. 70% erkranken nicht und werden kaum bis nicht infektiös sein. Die restlichen 30% schon, aber gemildert mit geringerer Viruslast. Also bringt es schon was.

      Gruß

      • So, wie Sie das interpretieren, habe ich das weder geschrieben noch gemeint. Mir ist das, was Sie schreiben, schon klar.
        Allerdings wird es eben nicht wenige Geimpfte geben, die trotzdem noch andere anstecken könnten, ebenso wie es auch solche geben kann, die trotz Impfung daran erkranken können. Können Sie voraussagen, wer das sein wird? Können das die Politiker?
        Eine Impfpflicht für das genannte Personal einzuführen, mit den oben genannten Argumenten und damit in deren Selbstbestimmung über den eigenen Körper einzugreifen und sie zu beschneiden, ist einfach nicht stichhaltig, darum ging es mir.
        Für Klinikpersonal und Pflegekräfte habe ich diese Forderung noch nicht so laut gehört, warum nicht? Aber von Lehrkräften und Kita-Personal wird so etwas dann verlangt, wahrscheinlich nur, weil man sich die *zu teueren* Luftfilter sparen will? Das geht mir einfach zu weit, mein Köper gehört immernoch mir!!!
        Ich habe mich übrigens FÜR eine Impfung entschieden (auch aus den von Ihnen genannten Gründen) und habe seit vorgestern auch die zweite Dosis intus, aber das war MEINE Entscheidung und dazu stehe ich auch. Ebenso hat sich mein Kind dafür entschieden, mit Pro- und Kontra-Liste und dem Versuch eingehender Beratung durch mich, meinen Vater (seines Zeichens Arzt) und auch durch die Ärztin im Impfzentrum. Das war SEINE Entscheidung.
        Eine Impfpflicht für die im Moment erhältlichen Impfstoffe lehne ich aber aus den obenstehden Gründen ab!
        Stattdessen sollte die Obrigkeit lieber die Schulen zu wirklich sicheren Lernorten machen und mal sinnvolle, dauerhafte Lösungen erarbeiten (Stichwort: Luftfilter, Plexiglas usw.). Das könnte aber Geld kosten.

        • Hallo,
          Ich glaube wir ticken gleich. Nur versuche ich aufzuklären (ungleich Zwang) z.b. über Novavax als alternativen Impfstoff. Leider lese ich viel zu oft, dass man die oben genannten Zahlen falsch interpretiert und drum versuche ich da Licht ins dunkle zu bringen. Eine Pflicht lehne ich ab. Ebenso bin ich der Meinung, dass es immer ein lebensrisiko gibt.

        • @MeinSenf:

          „Für Klinikpersonal und Pflegekräfte habe ich diese Forderung noch nicht so laut gehört.“

          Oh doch, ganz zu Beginn des Jahres, als sich abzeichnete, dass sich vor allem PflegerInnnen in Heimen dagegen entschieden. Da war Herr Spahn gaaaanz laut mit einer solchen Forderung – und nicht nur er!
          Das wurde damals rechtlich allerdings ganz schnell abgewiegelt. Deswegen kann ich mir bei Leibe nicht vorstellen, dass es in den nächsten Jahren eine generelle Impfpflicht geben wird…und auch nicht für den Berufsstand Lehrer/Erzieher. Wenn schon das Krankenhauspersonal dazu nicht verpflichtet werden kann – wie soll das dann für Lehrer/Erzieher begründet und urchgesetzt werden können? Das sind wieder mal leere Forderungen bzw. ein in den Raum geschmissenes Diskussionsthema, das die Gesellschaft einmal mehr spaltet. Raus kommt dabei nichts – da bin ich mir ganz sicher. Zumindest nicht in den nächsten Jahren. Dazu ist der Impfstoff zu neu. Mein Mann und ich sind auch doppelt geimpft, aus Überzeugung und wir sind froh darüber. Unsere Kinder bekommen noch lange nicht die Möglichkeit dazu… Aber ich würde nie verlangen, dass meine Kinder ausschließlich von geimpften Lehrern unterrichtet werden sollten. Ich verstehe nicht, warum überhaupt für diesen Beruf eine Impfpflicht diskutiert wird!? Weil die Lehrkraft dann mein ungeimpftes Kind nicht anstecken kann? Also bitte… Zum Einen geht das zu einem gewissen Prozentsatz sehr wohl und zum Anderen sind noch 20 andere ungeimpftes Menschlein mit im Klassenraum – da kommt es doch auf die eine Lehrkraft nicht an. In meinen Augen sind das wieder nur hohle Phrasen, um ein allgemeines Meinungsbild einholen zu können.

    • @MeinSenf
      Danke. Genau so sehe ich das auch. Ich hab meine Zweitimpfung gefeiert und auch meine Tochter ist schon erstgeimpft, beides war eine glasklare Entscheidung für mich. -Aber eben MEINE Entscheidung. Dazu lasse ich mich nicht verpflichten.
      Noch ein nicht ganz unwichtiger Unterschied zwischen Masern und Corona: Masern muss nur 1× geimpft werden (bzw. bei kleinen Kindern auf zweimal aufgeteilt), bei Corona wird jetzt schon über die (regelmäßige?) Notwendigkeit von Auffrischungen gesprochen.

    • „Eine Impfpflicht mit einem Impfstoff, der noch nicht jahrelang erforscht werden konnte, greift schwer in die eigene Entscheidungsfindung und meines Erachtens auch in das Persönlichkeitsrecht der betroffenen Menschen ein. Sollten sich tatsächlich negative Langzeitfolgen bei den Impfstoffen herausstellen, wer übernimmt dann bitte die Verantwortung für die pflichtgeimpften Berufsgruppen?“

      Ähnlich möchte ich auch bezüglich der Impfungen für Kinder argumentieren. Einen Impfstoff, der noch keine Langzeitstudie durch hat, bei dem nachgewiesen teils schwerere Nebenwirkungen, wenn auch nur zu einem kleinen Prozentsatz, auftreten KÖNNEN, lasse ich ganz sicher nicht meinen Kindern verabreichen. Auch Covid-19 kann schwere Folgeschäden verursachen, das wissen wir alle. Die Grippe übrigens auch (das ist keine Verharmlosung von Covid-19, aber eine Virusgrippe ist auch nicht immer ungefährlich).

      Es geht doch hier lediglich um eine Möglichkeit, um die finanziell deutlich schwerwiegenderen Luftfiltern herumzuschippern. Die Logik dieser Diskussion ist schon lange den Bach runter. Impfpflicht für Lehrkräfte.. Unglaublich.

  7. Ein Geimpfter/eine Geimpfte das Virus weitergeben. Hier der Fall einer Familie, in der die Mutter als Lehrerin geimpft ist und sich trotzdem infiziert hat:
    Die Wetterauer Zeitung berichtete am 8.7.2021 über eine Familie, in der zwei Kinder in der Kita „Corona positiv“ getestet wurden. Es wurden auch die Eltern getestet, wobei die Mutter als Leherin arbeitet, die bereits geimpft war. Die gesamte Familie war positiv und auch die Schulklasse befindet sich jetzt in Quarantäne.
    https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/corona-ausbruch-wetterau-inzidenz-infektionen-zahlen-tote-virus-friedberg-bad-nauheim-quarantaene-90849464.html

  8. Hmmm…. Sollte es so kommen, dann haben sie wohl an meiner Schule mit mir eine Vollzeitlehrkraft für MINT-Fächer weniger!
    Ich dachte immer, man lässt sich der Gesundheit wegen impfen und nicht für den Job oder sonst irgendwas. Und für die Kinder ist das doch nachweislich wirklich keine schwere Erkrankung, das wurde doch inzwischen häufig genug publiziert. Also kann es nur um mich gehen und ich trage das Risiko gerne für mich selbst. Als freier Mensch in einem freien Land.

    • Ist bei mir genauso…und ich werde sogar für die Prüfungen noch an andere Schulen „ausgeliehen“, weil es da ohnehin schon keine MINT-Fachlehrer mehr gibt.

      Und die so eine Impfpflicht fordern, sind dann die, die nächsten Monat dann über den Lehrermangel in den MINT-Fächern klagen und dass Deutschland technisch ja soweit abgeschlagen ist…

      Wo war eigentlich der Ethikrat als die Lehrer vollkommen ohne Schutz in die Schulen geschickt wurden?

    • Hallo jumawama,
      das stimmt leider nicht – auch wenn die Politiker das gern sagen. Erste Studien gehen von knapp 10% long covid Fällen bei Kindern aus. Ich finde nur den blöden Link nicht mehr, hier ein „äterer“ Link, da sahen die Zahlen noch besser aus. Und nein, ich bin kein Befürworter der Impfpflicht, aber ich bin für faktenbasierte Nachrichten!

      Gruß

  9. Es ist immer blöd, wenn man zu etwas gezwungen wird.
    Bis vor wenigen Jahren wurden Männer zum Wehrdienst oder zum Ersatzdienst gezwungen. Bis zu 18 Monate.

    Da scheint es mir angemessen, dass Lehrkräfte die dem Staat dienen wollen auch bereit sind, sich impfen zu lassen.

    Wenn sie das nicht wollen, müssen sie bereit sein, andere Aufgaben im Staatsdienst zu übernehmen.

    • „Wenn sie das nicht wollen, müssen sie bereit sein, andere Aufgaben im Staatsdienst zu übernehmen.“ Gern doch, mir schwebt ein Job im Einzelbüro mit Luftfilter im Landtag vor. Fragt sich nur, wer dann die ganzen Kinder unterrichten soll. Vielleicht die KuMi?? Oder die Ethikkommission??

      • Oh, da mache ich mit! 🙂

        Bin auch bereit mir mir ein Büro mit einem Mitlebewesen (zur Not tut’s auch ein Mitmensch 😉 ) zu teilen.

          • Au ja, wir dürfen dann sicher an neuen Curricula arbeiten oder den tatsächlichen Bedarf von Schulen in verschiedenen Bereichen ermitteln…

            Oder vielleicht unterstützen wir die lieben KuK dann als Kopiersklaven?

            Das wird ein Spaß! 🙂

    • Wehrpflicht mit Impfpflicht zu vergleichen ist ja wohl nicht Ihr Ernst ?!? Statt Wehrdienst konnte man Zivildienst machen, der ja in keinster Weise „gesundheitsschädlich“ ist…….dass dieser unerprobte und in dieser Form noch nie vorher zugelassene Impfstoff nicht gesundheitsschädlich ist, kann mir aber keiner garantieren. Ich lasse mich definitiv nicht impfen…….wenn die es sich leisten können, eine Lehrkraft mit in der Regel überwiegend 0 Fehltagen dann ans Schulamt oder in die Lehrerausbildung oder so zu setzen…bitte schön. Ist zwar nie mein Ziel gewesen, aber was solls.

    • Wäre nur ungünstig, wenn sie das täten. Ebenso wie Pflegekräfte sind wir nämlich Mangelware (War nicht sogar schon von Goldstaub die Rede?). Auch als Lehrkraft, die dem Staat dient, bin ich ein Mensch. Diese Tatsache wird leider oft vergessen, ebenso wie bei Kindern.
      Ich habe mich impfen lassen, weil ich es wollte und mit dem Impfstoff, den ich wollte. Das zu entscheiden (oder eben auch dagegen) steht jedem zu, egal ob Staatsdiener oder nicht.
      Abgesehen davon, gibt es durch eine Covid-Impfung offensichtlich keine sterile Immunität, anders als bei Masern. Somit ist die Idee von einer Impfung zum Schutz anderer ohnehin fragwürdig.

    • „Da scheint es mir angemessen, dass Lehrkräfte die dem Staat dienen wollen auch bereit sind, sich impfen zu lassen.“

      Wie kommen Sie darauf, dass die Lehrer dem Staat dienen wollen? Das (Bundes-)Land ist lediglich der Arbeitgeber und so wie ich das sehe, jammert der „Staat“ wohl eher herum, dass er viel zu wenige Lehrer hat.

      „Wenn sie das nicht wollen, müssen sie bereit sein, andere Aufgaben im Staatsdienst zu übernehmen.“

      Da wird sich schon etwas finden lassen (und ich war ja auch lange bei anderen Behörden – das ist meist sowieso stressfreier und der Verdienst bleibt ja gleich)… aber wer denkt an die Kinder (wenn noch mehr Lehrer fehlen)?

      https://www.youtube.com/watch?v=IHUNjVAU08w

  10. „Ethikratmitglied bricht Debatte um Impfpflicht für Lehrer und Kita-Personal vom Zaun“

    Ist denn schon wieder Nebel angesagt? Also diese Großwetterlage gerade, mei, mei. Man soll ja kaum noch die Hand vor Augen sehen!

  11. Eine Impfpflicht wegen Corona halte ich genauso für notwendig wie eine Impfpflicht gegen Masern. Es kann nicht sein, dass einige sich nicht impfen lassen und dann alle dafür „leiden“ müssen! Das finde ich egoistisch.

    • Ich gehe davon aus, dass Sie einfach nur den „Sarkasmus on/off“ – Schalter nicht erwähnten? Ansonsten kann man solche Äußerungen wie die Ihrige auch gleich mal in die Tonne kloppen. So ein Blödsinn. Schauen Sie sich mal die Nebenwirkungen der Impfstoffe an. Die verpflichtend zu verimpfen, ohne langjährige Erfahrung mit dem Serum, gleicht dann bei Einigen Russisch Roulette. Es werden Impfstoffe auf den Markt kommen, die wie Novavax z. B., entweder das tote Virus oder nur die Virushülle nutzen, das ist jahrelang erprobt und relativ nebenwirkungsarm. Dann können wir uns gerne über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen unterhalten. Wo leben wir denn hier eigentlich?

      • Da ist nix mit Sarkasmus. Ich sehe das auch so.
        Die Impfung ist wohl mit Abstand der wichtigste Baustein im Kampf gegen Corona. Lehrkräfte die sich nicht impfen lassen und schwer erkranken dürfen nicht auf viel Mitgefühl hoffen, im Gegenteil es sind Virenschleudern und Mutationsförderer.
        Bitte dann doch konsequent sein und den Schuldienst verlassen, ich arbeite gern ein paar Stunden mehr um diese „KuK“ zu ersetzen.

      • Natürlich nicht, denn das Virus wird ja von den Erwachsenen, also von uns Lehrern, in die Schule getragen. Wussten Sie das nicht? Wenn wir Lehrer alle zwangsgeimpft sind, dann sind die Schulen noch viel sicherer, und das sogar ohne Luftfilter.

      • Natüüüürlich nicht, sind doch immer die Lehrer, die das Virus in die Schule tragen. Deswegen behaupten doch derzeit alle KuMi ununterbrochen, alle Lehrer wären nach den Ferien geimpft, das ist die neueste Version von „die Schulen sind sicher“.

        • @Marie

          „… sind doch immer die Lehrer, die das Virus in die Schule tragen …“
          Die scheinbar grundsätzlich unverhältnismäßig große Viruslast einer Lehrkraft wird ja (derzeit mal wieder) als Nebelkerze abgefackelt … weil diese Viruslast ja offensichtlich ein „Game-Changer“ und so immens groß ist. (Hä?)
          Ob ich mir da mal auf ebay einen Übersee-Koffer bestelle? Hoffentlich passt da die ganze Viruslast rein, ich habe die ganze Virus-Schlepperei so satt!
          😉

          • @Pit 2020:

            Wie war das noch mit dem Containerschiff?
            So hättest du deine überdimensionale Viruslast PLUS angehäufte Knete sicher verwahrt. 😉

          • Da fällt mir ein: es gibt doch diese To Do Würfel, wo auf jeder Seite draufsteht, was man jetzt machen soll.

            Ich glaube, so einem haben unsere KuMis auch in ihrem Büro.

            – Kinder sind nicht infektiös
            – Schulen sind sicher
            – LuL tragen das Virus in die Schulen
            – Luftfilter wirken nicht
            – Lüften ist am wirksamsten
            – wir haben gute Hygienekonzepte entwickelt.

            Ich habe da gerade eine fröhliche Spielrunde vor Augen.
            Was für ein Spaß!!!

            Da kann es schon mal vorkommen, dass dies oder jenes plötzlich doch wieder gilt und am nächsten Tag in den Medien verkündet wird.

    • @Quacksalber
      Na wenn man Ihren Ansatz konsequent zu Ende denkt, bedeutet das eine Impfpflicht für alle, die mit nicht impffähigen Personen in Kontakt kommen: Eltern, Kinder und Jugendliche ab 12, Ärzte, ÖPNV, Einzelhandel… also für quasi alle. Aus solidarischen Gründen könnte ich persönlich das durchaus mittragen, gehe aber davon aus, dass ein Großteil der Bevölkerung sich eine allgemeine Impfpflicht verbitten wird. Also bleibt nur die Einsicht: wollen wir alle die Kinder schützen, müssen wohl alle, die es können, die Oberarme für die Impfung freiwillig hinhalten.

  12. Der Ethikrat? Sind das die, die noch vor kurzem erklärt haben, dass es nicht in Ordnung sei, dass Grund- und Förderschullehrer in Priogruppe 2 hochgestuft worden sind, weil Schulen doch sichere Orte seien. Und warum dann jetzt eine Impfpflichtig? Die meisten Lehrer möchten sich gerne impfen lassen, zum Selbstschutz, weil der Staat sie ja nicht schützt durch Filter z.B., aber immer noch haben nicht alle ein Impfangebot erhalten. Die Impfung dient dabei aber doch vor allem dem persönlichen Schutz, denn ansteckend kann man ja trotz einer 8mpf7ng sein. Oder soll den Eltern Ei Schutz vorgegaukelt werden, damit die endlich aufhören Luftfilter zu verlangen, die viel Geld kosten? Die Ethik des EthikrTes würde ich gerne verstehen!

  13. Das Risiko einer Virusübertragung durch Geimpfte sei stark vermindert, so RKI. Aus Public-Health-Sicht würden Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung keine wesentliche Rolle mehr spielen.

    Vor diesem Hintergrund kann ich schon nachvollziehen, dass der Ethikrat das Thema „Impfpflicht“ anstößt und ich persönlich denke, dass da doch noch was auf uns alle zukommen könnte, wenn das Virus endemisch geworden ist und dabei gefährlich bleiben sollte.

    Zwischenzeitlich sind weltweit über 3,5 Milliarden Impfdosen verabreicht worden. Und es werden täglich mehr. Es mangelt noch an Impfstoff bei der weltweiten Seuchenbekämpfung und auch in der EU. Auch vor diesem Hintergrund empfinde ich es befremdlich, dem Recht auf eine Infektion (mit bisher über 4 Millionen Todesfällen) mehr Persönlichkeitsrechtwahrung und weniger Eingriff in die körperliche Unversehrtheit einzuräumen als die Notwendigkeit einer Impfung auch verpflichtend anzuerkennen.

    Corona hat durch die Gesellschaft hinweg offensichtlich bereits heute seinen Schrecken verloren, das kann man wohl konstatieren.

    Wenn ich nicht genau wüsste, dass die Impfbereitschaft der Lehrer(innen) sehr hoch ist, würde ich mich wirklich auch an dieser Stelle nun fragen, ob ich im falschen Film bin.

    Mit den Luftfiltern bekommt man ein probates Mittel an die Hand, Infektionen nicht zwangsläufig komprimiert durch die Schulen rauschen zu lassen, aber letztendlich wird es dennoch mit etwas Zeitgewinn auf die Frage hinauslaufen: Impfung oder natürliche Infektion? Recht oder Pflicht? An die Version, dass das Coronavirus ausrottbar ist, glaubt zwischenzeitlich aufgrund der Mutationen wohl eher niemand mehr – anders als bei den Masern, die durchaus eliminiert werden können bei einer Herdenimmunität von 95 %. Aber auch nur dann.

  14. Als Kompromiss-Lösung schlage ich vor, dass ungeimpfte Lehrer ab einer bestimmten Inzidenz nur noch Distanzunterricht geben.

    Ich weiß, dann würden sich einige Lehrkräfte gerne entimpfen lassen.

    Aber 1 Tag Distanzunterricht pro Woche wäre ohnehin eine gute Sache.
    Vielleicht bekommen dann auch alle Eltern eine 4-Tage-Woche.

    • „Ich weiß, dann würden sich einige Lehrkräfte gerne entimpfen lassen.“

      Oh ja, die kenne ich leider auch zu genüge….

  15. Herrlich – weil so vorhersehbar.

    Erst rumjammern, dass man bei freier Impfstoffwahl höher priorisiert werden will – und jetzt rumjammern wenn eine Impfpflicht diskutiert wird.

    Kennt man irgendwoher:

    Alle wollen den Gürtel enger schnallen, aber jeder fummelt am Gürtel des Nachbarn herum.

    Impfpflicht? Ja super – aber bitte nicht bei uns…

    Sind da etwa doch mehr Aluhüte und Querdenker in den Lehrerzimmern unterwegs? 😉

    Dabei sind die Impfungen doch so super sicher – wo ist also das Problem?

    • Die Impfungen sind nicht so sicher, wie viele denken.
      Dies ergibt sich aus dem Sicherheitsbericht des Paul Ehrlich Instituts.
      Es sind bis zum31.5.2021 in Deutschland bereits über 800 Personen im Zusammenhang mit der Impfung gestorben.
      Außerdem muss man vor der Impfung selbst unterschreiben, dass man über Nebenwirkungen informiert worden ist. Auch Langzeitfolgen sind nicht erforscht, da die Impfstoffe nur eine bedingte Zulassung haben. Dies alles muss man unterschreiben, wenn man geimpft wird.

    • Es gibt da einen Satz, den wohl alle (guten) Pädagogen und Eltern versuchen, an die ihnen anvertrauten Kinder weiterzugeben:

      „Mein Körper gehört mir!“

      Entmündigen lasse ich mich nicht. Schon gar nicht für meinen Job, dafür werd ich viel zu schlecht bezahlt. Die Debatte um eine Impfpflicht für Lehrer/Erzieher zeigt m.E. nur, welche Geringschätzung sozialen Berufen in D beigemessen wird.
      Ich habe mich für mich und mein Kind freiwillig für die Impfung entschieden, weil ich das in Anbetracht der momentanen Situation für richtig hielt und halte. Der Impfstoff wird jedoch immer wieder neu angepasst und die Impfung regelmäßig aufgefrischt werden müssen. Ich möchte dann jederzeit selbst neu entscheiden können, wie ich das Risiko für uns beide (!) bewerte.-So, wie bei allen anderen Impfungen meiner Tochter (außer Masern) auch.

  16. Frankreich führt eine Impfpflicht für medizinisches Personal ein, weil die mit vulnerablen Gruppen arbeiten.
    Deutschland führt eine Impfpflicht für Lehrer ein, obwohl Schulen sicher sind und Kinder nicht gefährdet.
    Medizinisches Personal in D bekommt keine Impfpflicht.
    Bin ich begriffsstutzig oder die da oben bescheu…

  17. Ich finde die Impfpflicht für Lehrkräfte ist zwingend ab A13 geboten.
    Ein Viertel aller Lehrkräfte ist tarifbeschäftigt und wird ohnehin nicht besoldet und in der Primar- sowie Sekundarstufe I hat außerhalb von FöS und GY ebenso so gut wie niemand A13.

    Also lohnt die gesamte Aufregung nicht wirklich.

  18. Eine nationale Impfpflicht ist so wie ein nationaler Atomausstieg (…) – was bringt es bspw. Deutschland wenn in Belgien ein AKW hochgeht? Nix!

  19. Dann führen wir doch gleich noch eine Impfpflicht für Eltern von unter 12jährigen ein. Die können das Virus schließlich auch an ihre Kinder weitergeben, die es dann in Schule, und Kita weitertragen.
    Wie kann jemand Mitglied im Ethikrat sein und dann solche Forderungen raushauen.
    Ich versteh diese Welt einfach nicht mehr.

    • Das passiert halt, wenn jemand aus der Bedeutungslosigkeit auftaucht und dem dann auch gleich der mediale center-court zur Verfügung gestellt wird. Gleiches gilt natürlich auch für andere Berater wie RKI, Leopoldina und Konsorten.

    • Am besten alle Impfverweigerer machen Urlaub in Schottland oder wo sonst die Inzidenz am höchsten ist, solange bis sie ihre Delta Infektionen auskuriert haben.

      • Das hat ja viel mit dem Thema „Impfpflicht für Lehrer und co.“ zu tun!

        Tipp: Lesen, verstehen, dann schreiben.

    • Und bitte auch gleich für alle Aushilfsjobber im Lebensmittel-Einzelhandel. Vulnerable impfunfähige Personen gehen nämlich auch einkaufen. Und natürlich auch die Gemeindemitglieder, damit vulnerable Personen nicht vom Gottesdienst ausgeschlossen sind. Medizinisches Personal selbstverständlich sowieso. Aber auch die regelmäßigen Besucher von Altenheimen, Diskotheken etc.
      Bitte auch alle Menschen unterhalb eines gewissen IQs und Bildungslevels, denn da klappt das mit dem Regeln einhalten oft nicht so recht.
      Und, liebe Redaktion, gleich auch die Journalisten. Immer dies Gedränge unter den Paparazzi, wenn unsere hochgeschätzten KuMis wieder eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse zum besten geben..
      Ach ja, die Politiker gibts ja auch..nee, die dürften sich inwischen so unbeliebt gemacht haben, da kann nicht viel passieren.

      Also eigentlich gleich (fast) alle, oder? Dann klappts auch mit der Herdenimmunität!

      Wollen wir nicht einfach gleich die Entscheidungsfreiheit in jeder Hinsicht abschaffen? Individualität und selbständiges Denken werden ja ohnehin viel zu hoch bewertet..

  20. Lieber Markus K.
    Was ist Ihr Beruf? Stellen Sie sich einfach mal vor, sie wären Erzieherin in einem Kindergarten. Stellen Sie sich vor, Sie hatten während der Pandemie-Hochsaison jeden Tag so zwischen zehn bis zwanzig Kinder im Alter von zweieinhalb bis sechs Jahren zu betreuen. Es sind nicht alle Kinder da, weil „Notbetreung“ ist. Notbetreuung heißt in dem Fall, daß jeder sein Kind bringen darf, der selbst für sich festgestellt hat, daß er es nötig hat.
    Sonst gibt es keine weiteren Kriterien.
    Wieviele Kinder sie also in Pandemiezeiten auf engem Raum ohne
    Abstand, Plexiglas, Luftfilter oder Maske
    zu betreuen haben, hängt allein vom guten Willen der Eltern ab.
    Stellen Sie sich also vor, Sie hätten während der Hoch-Zeiten der Pandemie,
    keinerlei Chance gehabt, die in allen Lebensbereichen eingeforderten Hygieneregeln, einzuhalten, weil Sie nun mal in einem Beruf arbeiten, wo das nicht möglich ist.
    Jetzt stellen Sie sich bitte vor, Sie würden berechtigterweise davon ausgehen, daß die von Ihnen zu Betreuenden keine Krankheitssymptome aufweisen dürfen, um wenigstens einen keine Ansteckung durch Niesen oder Husten Ihres Gegenübers befürchten müssen.
    Noch dazu, weil dieses altersmäßig nur sehr eingeschränkt in der Lage ist, auf die richtige Niesetikette zu achten.
    Aber weit gefehlt. Nein! Man verdonnert Sie dazu, auch verschnupfte, hustende Kinder zu betreuen, weil man es den Eltern nicht zumuten kann, ihre Kinder wegen jedem Schnupfen zu Hause zu lassen oder mit ihnen deshalb zum Kinderarzt zu rennen. Die Kinderärzte beschweren sich, daß das Kita-Personal sich da mal nicht so haben soll.
    Also nehmen Sie auch die erkälteten Kinder wieder auf.
    Das bedeutet für Sie: Täglich mit bis zu 20 Personen in einem Raum. Viele Stunden am Stück, bei schlechtem Wetter. Diese Personen sitzen zum Teil auf Ihrem Schoß und niesen oder Husten Ihnen direkt ins Gesicht.
    Sie leben vielleicht auch noch im selben Haus mit Ihrer fast achtzig-jährigen Mutter und möchten diese selbstverständlich nicht mit dem Virus anstecken.
    Würden Sie es tatsächlich als „Jammern“ bezeichnen, wenn man unter diesen Umständen auf die Idee käme, eine zeitnahe Impfung für sich einzufordern?
    Würden Sie sich vielleicht nicht auch verarscht fühlen, wenn man jetzt daherkommt und ausgerechnet von Ihnen die gesamtgesellschaftliche Verantwortung zum Impfen einfordert.
    Über ein Jahr hat man uns mit dem Märchen von den kaum ansteckenden Kindern, den sicheren Schulen, der Floskel „Keine Treiber der Pandemie“…
    versucht bei Laune zu halten, damit die Eltern weiter zur Arbeit gehen und die Wirtschaft weiterhin brummen kann.
    Selbst den minimalsten Anspruch auf Gesundheitsschutz hat man uns mit diesen Argumenten ein ganzes Jahr lang verwehrt.
    Und jetzt kommen Sie daher und reden von Jammern und wollen ausgerechnet uns die Impfpflicht aufzwingen.
    Gehts eigentlich noch!

    • Und jetzt? Gehen Sie jetzt in den Impfstreik, damit Sie sich an den bösen Eltern und allen anderen rächen können?

      Alle Lügen und Irreführungen und auch Zwänge seitens der Politiker waren und sind beweiten nicht in Ordnung, aber eine zeitnahe Impfung einzufordern als wäre man der einzige von Corona bedrohte Mensch auf Erden, während es Tausende von Alten und Kranken wegen Corona dahinraffte, ist es auch nicht!

      Mir wäre eine Impfpflicht sowas von scheißegal an Ihrer Stelle, weil ich mich sowieso impfen lasse …einmal für mich selbst, dann für die Kinder und letztendlich der weltweiten Pandemie an sich geschuldet. Es gibt immer noch genug Menschen, die sich wirklich nicht impfen lassen können. Die muss man mit auffangen, wenn die Pandemie in den Griff kommen soll.

      Die Impfung sollte eine moralische Verpflichtung sein … für jeden … für diejenigen, die berufsbedingt mit vulnerablen Menschen zusammenarbeiten, aber erst recht!

      Ich habe Verständnis für die Wut, die vergangene Zeit betreffend, aber nicht für Trotzreaktionen diesbezüglich.

  21. @viva
    Das hat nichts mit Trotz zu tun.
    Und natürlich haben ALLE unter der Pandemie gelitten.
    Aber es wird eben nicht für alle eine Impfpflicht gefordert.
    Ich bin übrigens geimpft. Aber das war MEINE Entscheidung!
    Ich habe auch nicht die Absicht, mich an irgendwem zu rächen. Schon gar nicht an den Eltern unserer Kinder, die ich so gar nicht böse finde.
    Ich habe auch nie gefordert schneller als andere geimpft zu werden.
    Vielleicht lesen Sie ja nochmal den Kommentar von Markus K. durch, auf den ich mich bezogen hatte.
    Wenn Sie mich dann immernoch (absichtlich?) falsch verstehen wollen, solls mir auch recht sein.

    • Sorry, vielleicht habe ich etwas derbe gepostet, habe im Moment echt einen tierischen Brass auf Leute, die nicht erkennen, wie wichtig die Impfung ist und Ihren Text nicht richtig gefiltert. Manchmal trifft es leider den Falschen beim Rundumschlag.

      Der Herr Henn war doch auch der, der provokativ in den Raum gestellt hat, Impfverweigeren ein Intensivbettverzicht abzuverlangen, ohne das wirklich Ernst zu meinen. Er wollte wohl erreichen, dass die Leute ihre Impfverweigerung zu Ende denken.

      Von Seiten der Politik wird es vorerst ja überhaupt keine Impfpflicht – auch für bestimmte Berufsgruppen nicht – geben. Offensichtlich sind die Impfquoten so gut, dass man eine Impfpflicht, die gerade eben in diversen Ländern ausgesprochen wurde, hier nicht in Erwägung ziehen braucht. Es soll sich bei echten Impfverweigerern um eine einstellige Prozentzahl handeln, meinte heute Herr Wieler. Hoffen wir, dass das sich auch so bewahrheitet.

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