Corona-Posse: Stadt (Hannover) verriegelt Klassenraum-Fenster, damit sie mobile Luftfilter gefördert bekommt

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HANNOVER. Wie verrückt ist das? Weil die Förderung des Bundes und des Landes Niedersachsen für mobile Luftfilter auf Räume auf schlecht zu belüftende Klassenräume beschränkt ist, will Hannover Schulfenster so umrüsten, dass das Lüften in Klassenräumen schwieriger wird. Das Kultusministerium kritisiert die Stadt dafür. Dabei macht die Posse einmal mehr deutlich, wie wenig sachgerecht die Begrenzung der Förderprogramme ist.

Die Fenster in Klassenräumen geschlossen zu halten, ist ungesund – nicht nur wegen möglicher Coronaviren in der Atemluft. Foto: Shutterstock

Die Stadt Hannover hat angekündigt, mobile Luftfilter für 200 Klassenräume kaufen zu wollen. Die Filter würden in Räumen eingesetzt, die sich nur schwer belüften lassen. Zunächst sollten 40 Geräte beschafft werden, die Filter sollten in Räumen eingesetzt werden, die sich nur schwer belüften lassen. Im vergangenen Jahr war in diesen Räumen für Frischluft gesorgt worden, indem Kippsperren an den Fenstern entfernt wurden. Diese Sperren würden wieder eingebaut. Ohnehin ist an einen flächendeckenden Einsatz der Geräte nicht gedacht: Flächendeckend erhalten die Klassen 1 bis 6 lediglich sogenannte CO2-Ampeln, die den steigenden Kohlendioxid-Gehalt in der Atemluft anzeigen. Diese Geräte haben zwar wenig mit möglicherweise Corona-belasteten Aerosolen zu tun, sind aber deutlich billiger als mobile Luftfilter.

Mit der Ankündigung, Fenstersperren in Klassenräumen wieder zu installieren, um so die Belüftungsmöglichkeiten zu verringern und die Förderung für Luftfilter zu erhalten, hat die Stadt den Unwillen des niedersächsischen Kultusministeriums erregt. Das Ministerium kritisiert das Vorgehen. «Künstlich die Luftzufuhr zu verknappen, um eine Förderfähigkeit für mobile Luftreiniger zu erreichen, widerspräche dem Geiste der Richtlinie und würde den Schutz der Schülerinnen und Schüler schmälern», sagt ein Ministeriumssprecher gegenüber der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung».

«Wir möchten nicht fördern, dass schlechter gelüftet werden kann. Das ist nicht im Sinne des Gesundheits- und Infektionsschutzes»

Der Sprecher mahnt, mit dem Einbau sogenannter Drehkippsperren würden die betreffenden Räume nicht zu Klassenräumen mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit, weil sich die Fenster mit einem Schlüssel öffnen ließen. Fraglich sei, ob eine Förderung für solche Räume überhaupt möglich wäre: «Wir möchten nicht fördern, dass schlechter gelüftet werden kann. Das ist nicht im Sinne des Gesundheits- und Infektionsschutzes.» Stattdessen solle geprüft werden, ob nicht der Einbau von Zu- und Abluftanlagen und Fensterventilatoren besser wäre. Das Ministerium bietet der Stadt jetzt einen fachlichen Austausch über Maßnahmen und Fördermöglichkeiten an.

Die Posse macht einmal mehr deutlich, wie wenig sachgerecht die Beschränkung der Förderprogramme auf „schlecht zu belüftende Räume“ in Kitas und Schulen überhaupt ist. Die liegt offenbar in der zu knapp bemessenen Finanzausstattung der Bundesförderung begründet. Insgesamt 200 Millionen Euro liegen dort parat – der Bedarf, um alle Klassenräume in Deutschland flächendeckend mit mobilen Luftfiltern auszustatten (Kita-Räume nicht eingerechnet), liegt aber bei 1,5 Milliarden Euro, kalkulieren Experten.

Passenderweise lieferte das Umweltbundesamts (UBA) eine Schätzung, nach der 15 bis 25 Prozent der Klassen- und Gruppenräume nicht gut zu belüften seien. Wie kommt das UBA darauf? Die Kultusminister in Deutschland erklären seit fast einem Jahr unisono, die Kitas und Schulen seien dank Fensterlüftung sicher – und das Amt warnt selbst auf seiner Homepage seit vergangenem Herbst grundsätzlich davor, nicht gut belüftbare Räume für den Unterricht zu nutzen. Wo kommen also jetzt auf einmal die nicht gut zu belüftenden Räume her? Das Beispiel Hannover scheint einen Hinweis zu geben.

Wie fragwürdig die aktuelle Kommunikationslinie des UBA ist – lange Zeit hatte es die Kultusminister darin bestärkt, mobile Luftfilter in Klassenräumen überhaupt als sinnvoll anzuerkennen, war dann aber plötzlich umgeschwenkt –, lässt sich an Äußerungen von UBA-Direktor Heinz-Jörn Moriske erkennen. Er behauptete nämlich unlängst in der „Rheinischen Post“: Wenn sich in einem Klassenzimmer zwei Fenster weit öffnen ließen, sei von ausreichender Belüftung auszugehen, selbst wenn kein Durchzug möglich ist. Virenfilter brauche es dann nicht. „Unter diesen Bedingungen können wir den Präsenzbetrieb in den Schulen gut und sicher aufnehmen.“ Fensterfronten mit Oberlichtern, die nur gekippt werden können, reichten hingegen für die Belüftung nicht aus, meint er; hier könnten Luftfilter helfen.

In den Empfehlungen des UBA für die Schulen findet sich aber nichts dazu, dass es ausreichend sei, wenn zwei Fenster in einem Klassenzimmer zu öffnen sind – im Gegenteil: Dort heißt es, „alle Fenster müssen weit geöffnet werden (Stoßlüften)“. Das klingt nach mehr als zwei. Und: „Noch besser als Stoßlüften ist Querlüften. Das bedeutet, dass gegenüberliegende Fenster gleichzeitig weit geöffnet werden.“ Das Problem hier: Es gibt in Klassenräumen in aller Regel keine gegenüberliegenden Fenster.

Folgt man den Erkenntnissen von Aerosol-Forschern, die den Einsatz von mobilen Luftfiltern in Klassenräumen tatsächlich untersucht haben (das UBA selbst hat das nicht getan), so sind Moriskes Behauptungen ohnehin – schlicht falsch.

So riet die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) bereits im Januar, bei der Belüftung von Klassenzimmern – und zwar von allen – auf technische Lösungen zu setzen, die einen kontrollierten Luftwechsel gewährleisten. Der Einsatz technischer Geräte zur Belüftung ist nach Ansicht der Fachgesellschaft grundsätzlich jeder Art passiver Lüftung durch bloßes Öffnen von Fenster und Türen weit überlegen, da bei der technischen Belüftung der Luftaustausch bzw. die Luftreinigung in kontrollierter Art und Weise geschieht. Bei der momentan empfohlenen passiven Lüftung von Klassenräumen mit Außenluft über die Fenster sei dies in einem typischen Klassenzimmer dagegen nicht zu erreichen, da diese stark von Faktoren wie Wind, Temperatur, Fensteröffnungen oder der Lage der Heizkörper abhänge.

In die gleiche Kerbe schlägt ein aktuelles Positionspapier der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). „Ein schneller Luftaustausch durch Fensterlüftung erfordert regelmäßiges Querlüften (6-mal pro Stunde, Durchzug durch Öffnen von Fenstern auf gegenüberliegenden Raumseiten, ggf. auch in benachbarten Räumen) oder ebenso häufiges Stoßlüften (durch vollständiges Öffnen aller vorhandenen Fenster in dem genutzten Raum)“, so heißt es darin. Trotzdem könne die Fensterlüftung physikalisch unwirksam sein, wenn kein Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen und kein ausreichender Wind vor den Fenstern herrsche. Das gilt natürlich für alle Klassenräume – nicht nur für Räume, die über zu wenige Fenster verfügen (und die deshalb grundsätzlich nicht für den Schul- und Kitabetrieb infrage kommen, schon aufgrund des steigenden CO2-Gehalts in der Atemluft nicht).

Die Wahrscheinlichkeit, sich im Unterricht anzustecken, ist ohne mobile Luftfilter im Schnitt mindestens fünf Mal größer als ohne

Eine aktuelle Studie der Universität Stuttgart kommt zu bemerkenswerten Ergebnissen: Luftreinigungsgeräte seien „meist“ wirksamer als die Stoßlüftung, heißt es in dem Papier. Wie viel wirksamer, das haben die Forscher im Rahmen eines Modellprojekts an zehn Schulen ermittelt: In den untersuchten normalen Klassenräumen sank die Infektionswahrscheinlichkeit durch den Einsatz von hinreichend dimensionierten mobilen Luftfiltern ohne Maske von 38 Prozent auf sechs Prozent, mit Maske von knapp zehn Prozent auf unter zwei Prozent – heißt: Die Wahrscheinlichkeit für Schülerinnen und Schüler, sich während des Unterrichts anzustecken, ist ohne mobile Luftfilter im Schnitt mindestens fünf Mal größer als ohne.

Warum Lüften in Gruppenräumen wichtig ist und schlecht zu belüftende Räume deshalb gar nicht für den Unterricht geeignet sind – unabhängig von Corona –, erklärt das UBA selbst auf seiner Seite: „Beim Lüften strömt frische Luft in den Raum und ersetzt die verbrauchte. So wird Feuchtigkeit aus dem Raum abtransportiert, was das Risiko von Schimmelbildung reduziert. Zudem werden Feinstaub, Gerüche und Ausdünstungen aus z. B. Möbeln oder von Kosmetika entfernt. Nicht zuletzt wird CO2 nach außen abgeführt, welches müde machen und die Konzentration verringern kann.“ News4teachers / mit Material der dpa

Vorbild Hamburg! Schulbehörde bestellt 21.000 mobile Luftfilter – alle Klassenräume werden bis Oktober ausgestattet

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21 KOMMENTARE

  1. Sehr gerne würde ich mehr über Energieverbrauch, Kosten und Lärmbelastung verschiedener Belüftungssysteme lernen. In unserer Schule gibt es große Unkenntnis über den Unterschied zwischen Luftfiltern (die keine frische sauerstoffreiche Luft ansaugen) und passiven Lüftungssystemen. Auch hier im Artikel wird das nicht klar unterschieden.

  2. Ja, das ist verrückt.
    Willkommen in Schilda! 🙂

    «Künstlich die Luftzufuhr zu verknappen, um eine Förderfähigkeit für mobile Luftreiniger zu erreichen, widerspräche dem Geiste der Richtlinie und würde den Schutz der Schülerinnen und Schüler schmälern»
    Mein Lieblingssatz in der Posse!
    „Geiste der Richtlinie“, klasse. Da hat sich der Geist also die ganze Zeit bisher unerkannt versteckt!

    Diese Aktion zeigt aber auch, dass trotz Corona in der Pandemie gelernt wurde, nämlich wie man die ganzen §-Verdreher mit ihrer kranken Logik selber an der Nase herumführt, am Besten mit den eigenen Mitteln.
    Das hat außerdem den Vorteil, dass es NULL Euro kostet.
    … wenn das mal nicht zum Breitensport wird 😉 … wäre klug und konsequent, weil doch sonst auch mit den übergewichtigen Kindern argumentiert wird (zuletzt Stamp in NRW).

    Man beachte außerdem:
    „«Wir möchten nicht fördern, dass schlechter gelüftet werden kann. Das ist nicht im Sinne des Gesundheits- und Infektionsschutzes.» Stattdessen solle geprüft werden, ob nicht der Einbau von Zu- und Abluftanlagen und Fensterventilatoren besser wäre. Das Ministerium bietet der Stadt jetzt einen fachlichen Austausch über Maßnahmen und Fördermöglichkeiten an.“
    Na bitte!
    Wirkt doch!

      • Aber wenn jetzt ein Schüler die Fensterscheibe eines der verriegelten Fenster mit einem Fußball einschießt, dann müssen die Fördergelder für die technische Luftreinigung anteilig zurückgezahlt werden, da der Fördergrund ja entfällt, bis der Glaser tätig geworden ist und klima-neutral hergestelltes Glas eingebaut hat.

  3. Das Entscheidende ist doch eher, dass die Fenster normalerweise mit einer Sperre versehen sind, um Unfälle zu vermeiden. Auch dazu gibt es durchaus Vorschriften und wer möchte verantworten, dass Kinder oder Jugendliche aus einem Fenster im 1.-3. Stock der Schule fallen?

    Im aktuellen Rahmenhygieneplan des Landes (7.0 vom 26.8.21) steht dazu:
    „Eine alleinige Kipplüftung ist weitgehend wirkungslos, da durch sie kaum Luft ausgetauscht wird. Aus Sicherheitsgründen verschlossene Fenster müssen daher für die Lüftung unter Aufsicht einer Lehrkraft geöffnet werden.
    Die Öffnungsbegrenzungen an horizontalen Schwingflügelfenstern dürfen allerdings
    aufgrund der hohen Unfallgefahr nicht außer Kraft gesetzt werden.
    Können aufgrund baulicher Gegebenheiten Fenster in einem Raum dauerhaft nicht geöffnet werden, ist der Raum für den Unterricht nicht geeignet, es sei denn, es ist eine effektive raumlufttechnische Anlage (Lüftungsanlage) vorhanden.“

    Der Gemeindeunfallverband NDS schreibt aber in seiner Veröffentlichung für Schulen vor:
    „Fenster müssen so gestaltet sein, dass sie beim Öffnen und
    Schließen sowie in geöffnetem Zustand Schülerinnen und Schüler nicht ge-
    fährden.“ (§10, Abs. 2)
    In der anschließenden Erläuterung werden Sperrsicherungen an Dreh-Kipp-Beschlägen genannt, aber auch: „Die vollständige Lüftungsfunktion muss jedoch bei Bedarf hergestellt werden können.“

    Das Entfernen der Sperren führt zu einer höheren Unfallgefahr, die in Kauf genommen wurde, um eine bessere Lüftung erzielen zu können. Diese kann jedoch ausschließlich unter Aufsicht der Lehrkraft erfolgen.

    Es bestünde die Möglichkeit, mobile Luftfilteranlagen mit Hilfe der Förderung anzuschaffen. Diese werden nun aber verwehrt, weil die normalerweise verpflichtenden Sperren im Zuge der Pandemie entfernt wurden.

    Warum werden Regeln zum Schutz der Schülerinnen und Schüler und zur Arbeitssicherheit aufgestellt?
    Warum gelten sie innerhalb der Schulen nicht?
    Wie kann man Förderrichtlinien erlassen, die mit den geltenden Schutzbestimmungen nicht übereinstimmen?

  4. Unsere GS war letztes Jahr aufgrund von Sanierungsarbeiten eingerüstet. Aus Sicherheitsgründen durften die Fenster nicht geöffnet werden, die Corona-Verordnung widersprach dem aber… Unter großen Bedenken wurden die Fenster geöffnet und gebetet, dass niemand unbemerkt hinausklettert und abstürzt!

    • Es besteht aller Voraussicht nach keine ernsthafte Unfallgefahr, da die SuS ohne Navi sich bei einem Absturz vermutlich verflogen hätten. Ohne Elterntaxi kommen die ohnehin niemals irgendwo an. Darüber hinaus steht Schwerkraft überhaupt nicht in den Lehrplänen der GS, Physik kommt erst ab Klasse 7 oder 8 in der SekI. Also wo ist das Problem?

      BTW wurde ökomenisch oder getrennt nach Religionszugehörigkeit in den jeweiligen Lerngruppen gebetet. Bleibt noch die Frage, ob Schüler und Schülerinnen konfessioneller Schulen besser vor Abstürzen geschützt sind als andere?

  5. Ich kann es kaum noch ertragen, welch ein Hype um die Fensterlüftung gemacht wird!

    Unsere Klässenräume sind lang und schmal. Die meisten haben 2 Fenster, die sich öffnen lassen.
    Die CO2 Ampeln zeigen in diesen Klässenräumen an, dass sich nur bei sehr kalten Außentemperaturen unter -5° bei wenig Wind überhaupt ein Luftaustausch bei voller Besetzung herbeiführen läßt. Dieser dauert meist über die Pause hinaus.
    Ein Querlüften über die Flure, deren Glasscheiben sich nicht öffnen lassen, geht auch nicht.
    Bei wärmeren Außentemperaturen ist das Ergebnis noch schlechter!

    Also unterrichten wir normalerweise bei dauerhaft geöffneten Fenstern.

    @ Pfälzer
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Lärm eines Luftfilters größer ist, als der Straßenlärm und der Krach der U-Bahn, die durch die offenen Fenster hineindringen! Die Sirenen der Einsatzfahrzeuge, die auf dem Weg von der Stadt und der Autobahn zum nahegelegenen Rettungszentrum unterwegs sind, mal nicht mitgerechnet!

    Wenn es, wie zur Zeit, oft regnet, müssen wir die Fenster trotz roter CO2 Ampel schließen, da es sonst sehr nass wird im Innenraum!

    Von den Heerscharen von Wespen, die die „Tage der offenen Fenster“ nutzen, um den Klassenraum aufzusuchen, regelmäßig zu Tumulten unter den Kindern führen („Ich bin allergisch!!!“) und die Aufmerksamkeit der SuS binden, ganz zu schweigen.

    Ein wirklich effektiver Unterricht ist so nicht möglich, auch wenn die Temperaturen mit 14° bis 17° noch erträglich sind!

    Luftfilter bieten keine 100% Sicherheit, aber die Impfungen bieten diese ja auch nicht und werden trotzdem forciert! Und in Grundschulen sind sowieso nur die Erwachsenen geimpft, also einer (oder 2, wenn noch Schulbegleiterinnen mit in den Klassen sitzen) von ca. 26 Personen!
    Jedes bisschen mehr an Sicherheit wird sonst propagiert, nur in Schulen ist es verzichtbar.

    Kein Abstand, schlecht sitzende Masken, eine Hygiene, die eher an einen Gulag erinnert, und eine nachweislich nicht funktionierende Fensterlüftung sollen es, in Kombination mit sehr unsicheren Nasenbohrer- Selbsttest 2mal die Woche, richten!

    Aber wenn es für die Eltern der Grundschulkinder ok ist, was soll es mich dann kümmern!

    Ich hoffe einfach, dass mein Impfschutz ausreichend ist und bin nach diesem Schuljahr mit knapp 67 Jahren endlich raus aus diesem Verein!

  6. „Forderung nach impfkorrigierter Siebentage-Inzidenz

    11:20 Uhr

    In der Diskussion um eine neue Formel für Corona-Auflagen hat sich der Leiter des Covid-19-Registers in Rheinland-Pfalz für eine impfkorrigierte Sieben-Tage-Inzidenz ausgesprochen. Anselm Gitt vom Institut für Herzinfarktforschung am Klinikum Ludwigshafen warnte, das Festhalten an der Inzidenz unterschätze die aktuelle gefährliche Infektionslage. „Diese Zahlen beziehen sich seit Beginn der Pandemie auf die gesamte Bevölkerung und lassen völlig außer Acht, dass sich mittlerweile die Hälfte hat impfen lassen. Korrigiere man dies, erhalte man ein realistisches, allerdings auch bedrohliches Bild“, so Gitt weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz wäre laut dem Mediziner dann im Mittel für die gesamte Bundesrepublik um mehr als den Faktor Zwei höher.“

    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/coronavirus-live-blog-in-bw-100.html

    • Die Politik wird allerdings nur den ersten Satz des Zitates lesen und stolz verkünden: haben wir doch gleich gesagt – Inzidenz kann man weglassen oder auf 200 hochsetzen!

    • KnechtRuprecht- genau dies beschäftigt mich auch schon länger. Im öffentlichen Sprech setzt sich jetzt ein neuer „Slogan“ durch: „Die Pandemie der Ungeimpften“….Ach ne- !?!? Also müssten sich auch die Inzidenzen auf den Bevölkerungsanteil der Ungeimpften beziehen. Die Problematik ist aber mittlerweile, dass sich auch Geimpfte, zwar mit sehr geringem Anteil, infizieren. Da darf man doch keine Unterschiede machen!? Also besser ganz weg von den Inzidenzen. Bin schon janz uffjercht in Anbetracht der Tatsache ab Donnerstag wieder den Lüft- und Test-August zu geben. Ist ja Einschulung. Da empfangen wir erstmal alle SuS gemeinsan und schön ungetestet. Alles im Rahmen meiner pädagogisch und methodisch-didaktischen Kompetenzen als BBS-Lehrkraft.

    • Man könnte auch die Inzidenz der jeweiligen Altersgruppen nehmen, Ihren Vorschlag finde ich allerdings noch besser, da die Jugendlichen erst jetzt impfen lassen können und der vollständige Impfschutz erst während des Herbstes Eintritt.

  7. Um den Schutz der Schüler sicherzustellen, sollten alle Fenster so gestaltet werden, dass Unfallvorschriften eingehalten werden.

    Nicht zu fassen, dass man sich nicht um eine technische Lösung zum Lüften bemüht hat.

    Der Einbau von Abluftventilatoren in die Fenster wäre eine Möglichkeit.
    Alternativ Frischluftwärmetauscher.
    Diese sparen Energie und finanzieren sich somit selbst.

  8. @KnechtRuprecht
    Danke für den Bericht.
    Das entspricht genau dem, was ich die ganzeZeit schon befürchte.
    Viele denken genau andersherum, und wähnen sich in Sicherheit, weil die Inzidenzen ja keine Aussagekraft mehr hätten. Falsch.
    Auch andere Städte haben Untersuchungen durchgeführt, Inzidenzen von Geimpften und Ungeimpften, von Kindern und Jugendlichen untersucht.
    Auch da kam man zu erschreckenden Ergebnissen.

    Aber die Bevölkerung will das ja gar nicht hören.
    Blöde, unangenehme Wahrheiten werden verdrängt.
    Ist ja auch viel schöner auf dem Zug mitzufahren, der die Parolen trägt: inzudenzen brauchen wir nicht mehr, alles ist gut, Krankenhäusern haben noch sooo viele Kapazitäten, Kinder sind in Schulen sicher, wir haben ja die Impfung.
    Ja, berechnen wir die inzidenzen anders, aber bitte richtig.
    Die Wahrheit wir alle einholen.

    • @Darfdaswahrsein

      „Ist ja auch viel schöner auf dem Zug mitzufahren, der die Parolen trägt …“
      Wir alle sitzen in demselben Zug, aber nicht allen ist das klar und viele fühlen sich dort gar nicht wohl, aussteigen geht leider nicht.
      Außerdem standen an Zügen schon öfter ganz doofe Parolen, vor langer Zeit stand auf Zügen auch mal „Weihnachten wieder zuhause.“ (Stimmte ja auch nicht. Das Ergebnis war dann auch schlimm.)

  9. Wir leben in Absurdistan…

    „Luftfiltergeräte gefährden die „Bereitschaft für das natürliche Lüften“, glaubt Neuköllns Stadtrat Liecke. So werden sichere Kitas vereitelt. Aus dem Checkpoint. Von Lorenz Maroldt“

    https://checkpoint.tagesspiegel.de/langmeldung/3Erv0gHvcXZ4FTQChPQ8D6?utm_source=hp-teaser&utm_medium=s&utm_campaign=luftfilter-fuer-kitas-werden-ausgebremst&utm_id=tagesspiegel

    Leider mit Paywall. Aber der Titel sagt schon einiges.

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