Wer will diesen Job noch machen? In jeder 10. Schule (in NRW) ist der Schulleitungsposten unbesetzt

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DÜSSELDORF. Schulleiter fehlen seit Jahren. Nordrhein-Westfalen scheint besonders betroffen. Noch dazu sind viele auf den Spitzenposten ausgebrannt. Die Pandemie hat das noch arg verschärft.

Schulleitungen sind in der Corona-Krise besonders herausgefordert. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

An jeder zehnten Schule in Nordrhein-Westfalen ist der Schulleiterposten unbesetzt. Anfang Dezember hatten von 4845 öffentlichen Schulen landesweit 4361 Schulen – also 90 Prozent – eine Schulleitung, wie aus Zahlen des Schulministeriums in Düsseldorf hervorgeht. Unter den zehn Prozent ohne Schulleiter oder Schulleiterin sind Grundschulen besonders stark betroffen – hier haben unter 2712 Einrichtungen aktuell 307 keine Schulleitung. An landesweit 422 Förderschulen sind 50 dieser Spitzenposten vakant, unter 504 Gymnasien sind es 31. An den anderen Schulformen sind es weniger als 30 offene Leitungsstellen.

Die Landesregierung unternehme größte Anstrengungen, um offene Stellen schnellstmöglich zu besetzen, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). So hätten 2021 rund 500 Nachwuchskräfte an Verfahren zur Eignungsfeststellung teilgenommen, um in naher Zukunft die Aufgabe der Schulleitung zu übernehmen. Damit könnten Vakanzen erheblich reduziert werden. Zudem habe man den Spitzenkräften mehr Leitungszeit eingeräumt. Gibt es keinen Stellvertreter, übernimmt laut Ministerium ein anderes Mitglied der Schulleitung, ansonsten in der Regel der dienstälteste Lehrer. Ab dem 13. Monat eines ununterbrochenen Einspringens gebe es eine Zulage.

«Heute übernehmen sie zusätzlich die Leitung von Testzentren und Nachverfolgungsbehörden»

In der Pandemie sind die Anforderungen an die Schulleitungen nach Beobachtung der Lehrergewerkschaft VBE erheblich gewachsen. «Dabei war das System bereits auf Kante genäht», kritisierte der VBE-Landesvorsitzende Stefan Behlau. Vor Corona seien Schulleiter oft Hausmeister, Mangelverwalter, Verwaltungsfachkraft, Vertretungsreserve und Sanitäter in einer Person gewesen. «Heute übernehmen sie zusätzlich die Leitung von Testzentren und Nachverfolgungsbehörden und sind obendrein noch die Anlaufstelle für den ganzen Corona-Frust.»

Behlau sagte: «Dieses Aufgabenpaket erledigen Schulleitungen in Hochphasen an sieben Tagen in der Woche, oft bis in die Nacht hinein.» Nach einer Forsa-Umfrage vom November im VBE-Auftrag würden 39 Prozent der Schulleitungen ihren Beruf wahrscheinlich nicht oder auf gar keinen Fall weiterempfehlen – 2018 hatten das nur 14 Prozent angegeben. Die Motivation sinke deutlich, warnte Behlau. Die Politik dürfe ihnen nicht immer mehr Aufgaben aufbürden, ohne Entlastungen zu schaffen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte im November beim Deutschen Schulleiterkongress betont, Schulleitungen hätten mehr Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Anerkennung für die täglichen Leistungen «in normalen Zeiten und erst recht in der schwierigen Phase der Pandemie» verdient, wie News4teachers berichtete. Viele Stellen seien dauerhaft unbesetzt, Bewerbungen fehlten. Manche Schulleitungen seien chronisch überlastet und ausgebrannt.

Der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann berichtete, das häufige Umstellen des Schulbetriebs in der Corona-Krise, das Organisieren digitaler Endgeräte und noch dazu viele bürokratische Hürden auf dem Weg zu finanziellen Mitteln gehörten zum Alltag. «Und als würde das nicht ausreichen, sind Schulleitungen immer wieder Opfer psychischer und physischer Gewalt, weil sie das an Corona-Maßnahmen umsetzen, was die Politik und Wissenschaft für erforderlich hält», schilderte er auf Anfrage.

«Es besteht berechtigte Sorge, dass mittel- und langfristig viele Schulleitungen die Reißleine ziehen»

Beckmann zufolge sind Motivationsverlust und Jobmüdigkeit die Folgen. «Und das in einem Ausmaß, dass berechtigte Sorge besteht, dass mittel- und langfristig viele Schulleitungen die Reißleine ziehen und sich dieser Überlastung nicht mehr länger aussetzen.» Schulleiter bräuchten eine Entlastung von Verwaltungstätigkeiten, bedarfsgerechte Leitungszeit und eine personelle Ausstattung mit Lehrkräften und multiprofessionelle Teams, die es ihnen ermögliche, die zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen. Beckmann betonte: «Dass Kernproblem ist, dass die Pandemie auf ein bereits geschwächtes Schulsystem traf.»

Dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands zufolge sind die Vakanzen in NRW besonders hoch. Es gebe keine bundesweiten Zahlen, nach Schätzungen sei von fünf Prozent auszugehen – also deutschlandweit rund 2000 unbesetzten Schulleitungsstellen, sagte Heinz-Peter Meidinger. Auch Sachsen-Anhalt sei deutlich betroffen.

Nicht selten würden Schulleitungen benachbarter Schulen mit einer Vertretung betraut. «Das ist besonders stressig, weil die zwischen zwei Schulen hin- und herpendeln müssen», betonte Meidinger. Dennoch sei das «teilweise eine allgemeine Notfallregelung» geworden. Meidinger forderte ein Maßnahmenbündel. Dazu gehörte langfristige Vorbereitung von künftigen Führungskräften auf ihre Aufgaben, eine deutliche bessere Bezahlung von Schulleitungsstellen und ein Ausbau der Leitungszeiten. Außerdem solle die Autonomie von Schulen gestärkt und der Handlungsspielraum ausgeweitet werden. «Auch das würde Schulleitung langfristig attraktiver machen.» News4teachers / mit Material der dpa

Schulleitungskongress: Frust über Corona-Politik, Anerkennung vom Bundespräsidenten

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45 KOMMENTARE

  1. Dass an Grundschulen besonders viele fehlen, wundert mich nicht.
    A14 ist weiterhin ein zu geringes Gehalt im Vergleich zum Aufwand. Am Gymnasium oder BK hingegen wird man mit A16 schon passender besoldet.
    Dazu gesellt sich an der Grundschule noch Unterrichtsverpflichtung, ein Sekretariat dass vielleicht 3 mal die Woche halbtags besetzt ist. In Summe einfach zu viel Aufgaben für zu wenig Geld.
    Die Lösung für Grundschulen wäre einfach:

    Gehalt auf A15 bis A16 hoch,
    Sekretariat die ganze Woche besetzen,
    Unterrichtsverpflichtung auf Null.

    • In NDS erhält die SL an Grundschulen inzwischen A13 (zuvor noch A12Z),
      also so viel, wie andere Lehrkräfte direkt nach dem Studium.

      Diese Lehrkräfte der anderen Schulformen sind zum Teil an die GS abgeordnet und gehen nach ihren Unterrichtsstunden,
      die SL erteilt bis zu 18 Stunden (also Klassenleitung zwingend) und soll die Schule dann mit den 10 Entlastungsstunden leiten, kein Konrektor, keine pädagogische Leitung, keine anderen Ämter mit Entlastungsstunden, so gut wie keine Entlastungsstunden für andere Aufgaben an der Schule, 1-2 Tage ist das Sekretariat besetzt.

      • Eine regelrechte Frechheit. Wird in NDS ähnlich wie in NRW beamtenrechtlich illegal besoldet? In NRW studieren alle ja noch obendrauf seit 2009 gleich lang, erreichen alle einen Masterabschluss, erreichen alle ein Staatsexamen und werden trotzdem verschieden bezahlt.
        Diese Ungerechtigkeiten setzen sich auch bei den Schulleitungen fort. A14 kam in NRW ja auch erst 2018. Und selbst dann verstehe ich nicht, wieso ein Schulleiter an der Grundschule direkt 2 Gehaltsklassen unter einem Schulleiter am BK oder Gymnasium liegen muss.
        sind die Grundschulen der Sparstrumpf der Regierung? Die Primimäuschen kann man auch mit kleinem Geld abspeisen?… Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr regt mich das Tag für Tag auf. Ich spiele mit dem Gedanken mal einen Infostand vor jeder Uni aufzustellen und den neuen Studienanfängern mal zu erklären auf was genau sie sich da einlassen. Denn viele wissen gar nicht wie wenig Sie den Regierungen eigentlich wert sind.
        Das Versprechen A13 wird diese Legislaturperiode in NRW von der CDU einfach eiskalt gebrochen und trotzdem stellen die sich hin und bewerben ihre weltbeste Bildung. Sorry, da wird mir schlecht. Ein 300 Euro Dienst-Ipad gab es den Sommer geliehen und jetzt soll ich doch bitte glücklich sein meint Frau Gebauer.

        Es schmerzt mich aber noch mehr, dass es in Ländern wie NDS mit direkten Nachbarländern mit A13 ebenfalls zu Null Bewegung kommt. Gibt es keine Partei, die das angehen will? Ansonsten kann ich nur raten: Flieht! Verkauft euch nicht unter wert. Sekt fürs Gymnasium, Wasser für die Grundschule muss man sich nicht mehr bieten lassen. Andere Länder haben auch schöne Schulen

        • Nein, in NRW studieren nicht alle seit 2009 gleich lang. Einige Universitäten, wie Paderborn, haben erst 2011 auf Bachelor / Master umgestellt. 2010 – 2016 gab es noch zahlreiche Studierende, die kürzer (9 Semester) studiert haben. Auch die haben weiterhin kein Anrecht auf A13, da das Gesetz sagt, es müssen mindestens 10 Semester für A13 sein.

        • A14 und Entlastungsstunden wären deutlich fairer. Es macht sicherlich ein Unterschied Schulleiter an einem BK mit 2000 Schüler zu sein oder Schulleiter einer Grundschule mit 150 Schülern. Zum Vergleich: eine Bildungsgangleitung am BK mit 300 Schülern erhält auch nur A14 und muss zusätzlich fast voll unterrichten.

          Wir können uns hier ewig im Kreis drehen es passiert nichts. A13 für alle, Besoldung nach Funktion und Entlastung nach Aufwand. Wäre simple und fair. Nur so funktioniert die Welt nicht.

          • Warum ist die Arbeit für mehr Schüler bitte anstrengender als Schulleitung? Sitzt man dann länger in der Schule? Steht länger am Kopierer? Erklär es mir bitte wieso die Anzhal der Kinder die Besoldung regeln sollen.

            Der eigentliche Verwaltungsaufwand ist exakt gleich. Alle arbeiten zu viel, alle haben Managementaufgaben. Zwei Gehaltsstufen ist einfach zu krass

        • Hier die Erklärung: je größer die Schule, desto mehr Aufgaben fallen an. Ich habe an einem kleinen Gymnasium, einem großen Gymnasium und einem sehr großen Berufskolleg gearbeitet. Ohne Bildungsgangleitung und Abteilungsleitung ertrinkt man als Schulleitung am Berufskolleg. Insbesondere an sehr großen. In anderen Verwaltungen ist es ja zudem auch üblich je nach Größe besoldet zu werden. Das ist nichts neues!

          Ich würde es nicht an der Schulform sondern der Größe und den Aufgaben abhängig machen. Gerade Berufskollegs unterscheiden sich sehr stark. Das kann eine Schulleitung zusätzlich belasten.

          Erklär mir dann ansonsten warum eine Bildungsgangleitung an einem Berufskolleg nur A14 erhalten soll. Die Aufgaben unterscheiden sich kaum von der Schulleitung an einem Gymnasium bei weit mehr Deputat. Im übrigen reden wir dann über 3 Gehaltsstufen.

          Ich stimme dir aber zu. Tauschen möchte da wohl niemand gerne. Egal wie besoldet, die Arbeitsbelastung ist enorm.

    • „ Gehalt auf A15 bis A16 hoch,
      Sekretariat die ganze Woche besetzen,
      Unterrichtsverpflichtung auf Null.“

      Leitungszeit anerkennen,
      Entlastungsstunden je Aufgabe, also auch für Aufgaben an kleinen Schulen (Beauftragungen und Konzepte für eine Menge Schwerpunkte),
      KonrektorIn an jeder Schule,
      Kooperative SL ermöglichen, Zeiten für Kooperation gewähren,
      klare Unterstützungssysteme durch die Landesschulbehörde ausbauen: Abgabe von Rechtsstreitigkeiten, volle juristische Vertretung der SL, Statistikführung etc. in der Landesschulbehörde, in der sich die Abteilungen untereinander vernetzen, statt alle einzeln immer wieder Daten abzufragen, Umsetzungszeit von 1 Jahr nach jeder Änderung des Curriculums, Einarbeitungszeit für jede Änderung einrechnen – die Antragsstellungen ändern sich in 3-Monats-Schritten, offenbar ist in der Behörde Zeit dafür, die Dokumente alle 3 Monate anders zu gestalten,


      und letztlich eine Garantie voller Unterrichtsversorgung mit ausgebildeten Lehrkräften einschließlich aller Förderbedarfen und SoPäd-Stunden + Vertretungsreserve + der Verpflichtung der Landesschulbehörde, innerhalb von 3-4 Wochen eine Vollzeitstelle vertreten zu können … sonst müssen das eben Lehrkräfte der Landesschulbehörde in den ersten 4 Stunden übernehmen und ihre anderen Aufgaben ab 12 Uhr erledigen – das wird ja von SL an Schulen auch erwartet.

      Letztlich müssten die Einsparungen, die in den Schulstandorten erfolgen prozentual auch an anderen Positionen der Schulbehörde erfolgen.
      Dann wird die Arbeitszeit der SL erhoben und im gleichen Maß im Büro angesetzt, da sich alle ganz solidarisch die Mehrarbeitteilen,
      und ein Teil der Stellen dort wird durch 450€-Kräfte ersetzt, entsprechend der Vertretungssituation in den Schulen – Unterricht mit 25 Kindern kann doch jeder, da wird das bisschen Bürokram doch auch halb so wild sein.

  2. Die Schulleitungen müssen vor Ort den Unsinn umsetzen , den die Kultusminister verzapfen , auch wenn sie ihn als solchen erkennen . Das möchte sich niemand antun .

    • Das sieht ganz so aus, ja. Wie wäre es denn, wenn die Schulbehörden Mitarbeiter aus den Ministerien und Landesinstituten als kommissarische Schulleiter einsetzen würden? Es müsste doch dort viele Leute mit einer Lehrerausbildung geben. Ein bisschen Praxis schnuppern kann nicht schaden. Dann würden die wenigstens mal die andere Seite kennenlernen und dann später ihren Kollegen und Vorgesetzten berichten, was so alles an Unsinn verlangt wird.

    • Kann ich fast zustimmen! Wobei ich beobachte: Heutzutage werden gerne diejenigen SL, die nicht unterrichten wollen (oder können) oder wirkliche Karrieristen (ich nenne sie immer „Politkommissare“), die die SL-Stelle als Sprungbrett ins Schulamt ansehen, weil man da dann auch aus der Schule draußen ist und nichts mehr mit Schülern zu tun haben muss. Leute, die einen Hintern in der Hose haben, nicht kuschen und ungemütlich werden, indem sie hinterfragen BEKOMMEN eine SL-Stelle schon gar nicht.

  3. Habe nach 10 Jahren in Schulleitungsfuntionen die Tätigkeit vorerst abgegeben. Mache jetzt etwas Unterricht, arbeite vor allem in Kommissionen und in der Wissenschaft. Super- man kann gestalten, ist trotzdem an der Basis und arbeitet selbstbestimmt. Kostet uns ein A, war die beste Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt.

      • Wer lesen kann…. davon abgesehen, ist für mich Unterricht nicht ausschließlich „vor [der] Klasse…“. Da gibt’s doch inzwischen ein ganz anderes Verständnis von Unterricht, nicht wahr? Die Herausforderung im Moment ist, das und die Mitbestimmung, was unterrichtliche Prozesse angeht, mit den SuS gemeinsam zu gestalten. Klappt auch bei mir nicht immer so.
        Außerdem ist nicht jede*r, der übern Tellerrand schaut und sich auch anders einbringt, ein Karrierist oder unfähiger Schulflüchter. Wenn man etwas gestalten will, muss man -auch diese- Gelegenheiten nutzen. Ist viel mehr Arbeit, zugegeben. Macht aber zufriedener als z. B. hier nur zu klagen.

        • Meine mangelhaften Lesekompetenzen möge man geruhen, mir nachzusehen.

          Warum bloß fühlt der Leser dieser Zeilen sich erinnert an Heines „Englische Fragmente“ und die dort gebotene Beschreibung eines „müßigen Lord(s), der wie ein satter Gott auf hohem Roß einherreitet und auf das Menschengewühl unter ihm dann und wann einen gleichgültig vornehmen Blick wirft, als wären es winzige Ameisen, oder doch nur ein Haufen niedriger Geschöpfe, deren Lust und Schmerz mit seinen Gefühlen Nichts gemein hat – denn über dem Menschengesindel, das am Erdboden festklebt, schwebt Englands Nobility wie Wesen höherer Art, die das kleine England nur als ihr Absteigequartier, Italien als ihren Sommergarten, Paris als ihren Gesellschaftssaal, ja die ganze Welt als ihr Eigenthum betrachten“?

          Ist es das erwähnte „andere Verständnis von Unterricht“? Die „Mitbestimmung, was unterrichtliche Prozesse angeht, mit den SuS gemeinsam zu gestalten“? Der „Tellerrand“, über den zu schauen nur Wenigen vergönnt ist, wenn sie nicht „Karrierist[en]“ oder „Schulflüchter“ sind? Die Rezeption meines Sätzchens als unzufriedenes Gemeckere? Spüre ich da etwa eine Verteidigungshaltung, die eingenommen werden zu müssen geglaubt wird? Oder ist das eher als berufsbedingter Reflex zu verstehen, der auch „zufriedener macht“? Ich bin ganz verwirrt …

      • Und clever dazu….!!

        Wer eine Diebstherrin, wie die Gebauer hat kann nur noch innerlich imigieren…

        So viel kannst du gar nicht an Drogen kosumenieren, dass du den ministeriellen Scheiß verträgst und dann auch noch in die Praxis umsetzt.

        Wer einen Idioten und vollkommenen ignoranten (ich verzichte mal großzügig auf das gendern….die Damen werden es mir verzeihen oder sogar goutieren) und ahnungslosen Chef hat, weiß, was ich meine.

  4. Dazu kommt noch eine Verantwortung, die der Arbeitgeber zu tragen hätte. Stichwort Arbeitsschutz.
    Das Schulsystem eine Baustelle zu nennen, wäre zynisch. Ruine trifft es wohl eher.

    • Denken Sie tatsächlich eine Schulleitung trägt Verantwortung wie ein Arbeitgeber? Dazu gehört, dass die Firma jederzeit Liquide ist um die Gehälter auszubezahlen, steuerliche Verpflichtungen, Marketing um Aufträge zu erhalten, Versicherungsthemen, das eigene Gehalt fällt auch nicht pünktlich vom Himmel. Finanzielle Mittel vom Schulträger zu erhalten ist auch etwas Anderes als Geld durch seine eigene Leistung zu verdienen.
      Wer es wagt eine Schulleitung mit einem Arbeitgeber aus der Wirtschaft zu vergleichen, lebt in einer Welt ausserhalb jeglicher Realität.

  5. Also was das Geld angeht…ich war als Konrektorin 12 Monate im Amt und bekam erst dann die lächerliche Zulage zu meinen A12. Als Schulleiterin dann genauso. Erst 12 Monate mit A12+Zulage gearbeitet und nach dieser Zeit A13. Somit habe ich 2 Jahre kostengünstig die Posten ausgefüllt, wesentlich mehr geleistet, Zeit und Kraft investiert und wenig Privatleben gehabt. Würde ich heute nicht mehr machen, auch wenn der Job an sich mir viele Jahre Spaß gemacht hat.

    • @Lisa:
      Genau das ist das System, in dem wir uns bewegen….
      Wir versuchen das mal auf die Bundesliga zu übertragen:

      Ein Spieler, der von einem Provinzverein aus der 3.Liga zu Bayern München berufen wird und dort einen 3-JahreVertrag unterschreibt, wir erst in den letzten 2 Monaten – nach 26 Treffern, einer gewonnenen Meisterschaft usw. – als voll-leistender Profi bezahlt.

      Vorstellbar????
      Ok…wir verstehen uns.

    • Ohne SL werden etliche der Arbeiten zudem kostengünstig von Kolleginnen mit A12 übernommen, welche sich bereit erklären, neben ihrer Klassenleitungs- und Unterrichtsverpflichtung auch noch Organisations-und Leitungaufgaben einer nicht vorhandenen SL mit A14 zu übernehmen. Einerseits um die kommissarische Leitung durch Konrektor:innen, die meist auch noch eine eigene Klassenleitung inne haben, zu entlasten und andererseits um das Schiff bzw. die eigene Schule irgendwie „über Wasser“ zu halten. Dafür werden sie mit 1-2 Std. Entlastung abgespeist – bei A12- wie gesagt, als Teil des „Leitungsteams“.

  6. … so, mal schauen, was es heute gibt, tipptipp … wehwehweh Punkt njusfootiiitschas Punkt de eh

    Ah, aha … mh, echt? Schulleiter fehlen, aha … hm? Naja — Mamaaaa!!

    Was is‘, Dil? Ich bin hier unten im Keller

    Darf ich Schulleiter werden?

    Was darfst du?

    Ob ich Schulleiter werden kann?

    Du? Echt jetzt? Seit wann?

    Ha ja, warum nicht.

    Pff, naja, wenn das wirklich dein Lieblingsberuf mal ist, dann kannst du das schon mal machen. Gestern wolltest du aber noch Flohzirkus-Direktor werden.

    Man muss mit der Zeit gehen. Und das juckt dann auch weniger.

    Ja, jaja, wie du meinst. Aber erstmal Klasse 7 schaffen!
    [Waschmaschine an … rumpeldipumpel …]

    Ja, aber die suchen jetzt!

    Was suchst du?

    Die suchen mich!

    Dich besuchen? … ne, heute nicht mehr!

    Morgen aber!

    Hä, was … ja, morgen ist ok. Nach dem Essen dann. Ich muss jetzt weitermachen hier unten!

    Ok! – Top, also dann „Liebes Kulturminersterium,
    ich schreibe Innen, weil ich den Job als Schulleiter machen kann. Aber erst ab morgen sagt Mama. Schule ist aus um ein Uhr, dann kann ich nach dem Mittagessen anfangen. Ich helfe allen immer gerne, z.B. auch Fraulau, wenn sie nicht weiter weiß.
    Mit freundlichen Grüssen, Dil Uhlenspiegel
    PS: Mein Klasse 6 Zeugnis mach ich dazu. Manche Noten sind aber wegen Privahtschutz geschwärzt. Ich bitte um Verständnis.“

  7. Ich hätte eine kurze Frage als Aussenstehender. Welche Zusatzqualifikation benötigt ein Schulleiter eigentlich? Eventuell betriebswirtschaftliche Kenntnisse oder Leitungsfunktion von Erwachsenen, die eine höhere Bezahlung gerechtfertigten oder kann das jeder?

    • @Andreas

      Lieber @Andreas,
      wenn Sie derselbe „Andreas“ sind wie @ Andreas 19. Dezember 2021 um 20:01, dann müssten Sie doch in der Lage sein das herausfinden zu können, oder etwa nicht?
      „das eigene Gehalt fällt auch nicht pünktlich vom Himmel“ – Informationen auch nicht. Aber so clever, wie Sie sich hier im Forum wiederholt präsentiert haben … wollen Sie uns ernsthaft suggerieren, Sie wüssten nicht wie man gezielt im Internet recherchiert?

      • Vielen Dank. Diese Stellenbeschreibungen habe ich doch tatsächlich selbst gefunden. Nur was soll der Quatsch? Da steht nur etwas von Fähigkeiten. Wer bezeugt diese Fähigkeiten? Welche Weiterbildung vom Lehrer zur Schulleitung wird verlangt oder welches Aufbaustudium? Wie soll ein Bewerber seine „Fähigkeiten“ nachweisen? In keinem Unternehmen wird ein Personalreferent mit seinem Studium Personalleiter oder -controller. Das geht nur mit Weiterbildung, die auch belegt werden kann. Schulleiter kann dann ja offensichtlich jeder werden, ein Nachweis der Fähigkeiten ist wohl nicht erforderlich. Wenn dazu keine höhere nachweisbare Qualifikation nötig ist, weshalb dann mehr Geld?
        Ein Büro mit Vollausstattung wird es dann ja auch geben, also wird das häusliche Arbeitszimmer und die private EDV-Ausstattung auch obsolet, ist ja auch eine Anerkennung.
        Meine Frage bezog sich darauf welche nachweisbare Qualifikation nötig ist und nicht irgendwelche Fähigkeiten. Darauf habe ich leider von den Fachleuten keine Antwort bekommen.

        • Also in „meinem“ Bundesland (für andere weiß ich es nicht) müssen zwei Schulleiterlehrgänge durch die Bewerber nachgewiesen werden, zu denen man sich auch nicht selbst so anmelden kann, sondern für deren Teilnahme man erst in der Beurteilung als geeignet empfohlen werden muss, um sich überhaupt auf eine (Stellvertreter)Schulleiterposition bewerben zu dürfen.

          Davon ab: natürlich können auch Leute in Unternehmen ohne entsprechende Ausbildung in entsprechende Positionen gehoben werden – Beispiele gibt es täglich. Ob das gut und die Regel/Ausnahme ist sei dahingestellt, denn das entscheidet der Chef (überspitzt formuliert: und wenn das seine 20 Jahre jüngere Neuehefrau werden soll, dann wird sie das auch) – im ÖD dagegen gibt es nicht einmal diese Möglichkeit, weil die Vorgaben formal festgeschrieben werden.

          Im Übrigen gibt es einen Bewerbungsprozess, wo sich auch verschiedene Kandidaten bewerben können und auch nach ihrer Qualifikation ausgewählt werden.

          „Wenn dazu keine höhere nachweisbare Qualifikation nötig ist, weshalb dann mehr Geld?“

          Als würde es in der Wirtschaft keine unterschiedlichen Aufstiegs-/Verdienstmöglichkeiten nach Verantwortung und Tätigkeitsbereich geben…

      • Vielen Dank, jetzt wurde mir geholfen. Auch ein Dank an manche Kommentatoren, meine Ansicht über die Meisten hier hat sich wieder voll bestätigt. Gibt es irgendwie die Möglichkeit jemanden blosszustellen, sofort drauf. Eben, wie in der Schule vor der Klasse und wehren können sich die Schüler ja erst nach der Schulzeit.

  8. Ein Grundproblem ist, dass die juristische Generalverantwortung der meisten Dinge, die an einer Schule passieren, bei der Schulleitung liegt, aber nicht die Ressourcen vorhanden sind, um dieser Generalverantwortung überhaupt gerecht zu werden. Viele sind daher nicht mehr bereit, ihre berufliche und finanzielle Laufbahn auf der Schneide einer Rasierklinge zu verbringen. Das gesamte Berufsbild „Schulleitung“ ist darauf ausgelegt, dass die Aufgaben überhaupt nicht bewältigt werden KÖNNEN. Das war bereits vor der Pandemie so, jetzt ist das, wie so viele andere Dinge ganz besonders offensichtlich.

  9. Wieso sollten SL Posten von LuL besetzt werden? LuL sind hierfür gar nicht ausgebildet. Es herrscht LuL Mangel, … Das macht doch gar keinen Sinn. Wäre es nicht besser – zumindestens mittelfristig – SL Stellen mit Verwaltungsfachexperten zu besetzen? Die Spezifika kann man sich ja bestimmt aneignen!?
    Mehr Geld macht ungeeignete Leute nicht kompetenter.

    • Das funktioniert in der „freien Wirtschaft“ ja auch immer so gut, wenn die Chefs von außen kommen?!?!
      Schulen sind besondere Gebilde- auch Behörden- da ist es fast kriminell, zu sagen, Spezifika könne man sich aneignen. Funktioniert bei den Bildungsminister:innen ja auch so toll!

      • Ich will keinen Vergleich mit der „freien Wirtschaft“ ziehen, sondern verweise auf andere Behörden und Ämter. Darüber hinaus werden viele Kommunen von Bürgermeisterinnen oder Bürgermeistern geleitet, die was anderes gelernt haben und FahrlehrerIn, LaborantIn, kaufm. AngestellteR waren. Meistens klappt das ganz gut. Warum also soll das nicht auch in der Schule funktionieren?
        Und ja, in der freien Wirtschaft werden Chefposten von extern besetzt. Das ruckelt zuweilen die Belwgschaft aus der Komfortzone und ist nicht immer angenehm, aber oft auch erfolgreich.
        Wenn von den LuL niemand SL werden will, warum soll das nicht jemand anders machen?

  10. @Redaktion
    In Berlin fehlt jetzt wahrscheinlich noch eine Schulleiterin an einer Grundschule. Vor wenigen Wochen gab es in Berlin einen kurzen Zeitungsartikel. Darin ging es um einen Brandbrief einiger Lehrer einer Neuköllner GS. Die Stellungnahme der Schulleiterin (sinngemäß): Sie kann gar nicht verstehen, was einige wenige Kollegen bewogen haben könnte, anonym solch einen Brandbrief zu schreiben. Seitdem hat man in den Medien nichts mehr zu diesem Brandbrief gehört und auch n4t hat anscheinend nichts zu den Hintergründen in Erfahrung bringen können. Schade.
    Gestern dann die Nachricht: Diese Schulleiterin wird Bildungssenatorin in Berlin. Ich finde es ja prinzipiell gut, dass endlich mal jemand aus der Praxis dieses Amt übernimmt, aber ich habe doch eine Menge große Fragezeichen in meinem Kopf.

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