Flüchtlingskinder: „KMK-Taskforce“ zu ukrainischen Schülern nimmt Arbeit auf

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Eine neue Taskforce der Kultusministerkonferenz (KMK), die sich um eine bundesländerübergreifende Koordination bei der Aufnahme ukrainischer Kinder und Jugendlicher an Schulen kümmern soll, hat am Freitag ihre Arbeit aufgenommen. Geleitet wird das mit Vertretern aller 16 Bundesländer besetzte Gremium vom ehemaligen rheinland-pfälzischen Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann (SPD), wie die KMK mitteilte.

Wieder was zu tun: Hans Beckmann. Foto: Sven Teschke / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 DE)

«Wir wollen schnell helfen und dazu gemeinsame Fragen identifizieren, koordinieren und klären, die alle Länder betreffen», sagte die KMK-Präsidentin und schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Bei ihrem ersten Treffen habe die Task Force unter anderem über die mögliche Beschäftigung ukrainischer Lehrkräften oder Erzieher gesprochen. Außerdem ging es den Angaben nach um eine Fortsetzung der Beschulung nach ukrainischem System, zum Beispiel durch Online-Plattformen.

«Unser gemeinsames Ziel ist es, die schutzsuchenden Kinder und Jugendlichen, die nach Deutschland kommen, an unseren Schulen willkommen zu heißen und rasch eine unkomplizierte Beschulung für sie zu ermöglichen», sagte Prien. dpa

KMK-Präsidentin rechnet mit „vielen Hunderttausend“ zu beschulenden Flüchtlingskindern  

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Mika
2 Monate zuvor

Das MBJS in Brandenburg hat auf seiner HomePage bereits die Seite „Ukraine aktuell“ eingerichtet und dort den Bereich „Unterstützung für Schulen und Lehrkräfte“ veröffentlicht. Wenn man das anklickt, bekommt man so wertvolle Tipps wie „den Kindern Zeit geben“, „Spendenmittel einwerben und die Scheu davor ablegen“ und großartige Hinweise der Art, dass man „folgende Dinge beachten/vorrätig haben/wissen/… sollte: Ansprechpartner für Kinder- und Jugendgesundheitsprobleme wie Läuse oder Traumasprechstunden“.Zum Schluss wird dann noch die Möglichkeit erwähnt, dass für jede Familie eine Ausfertigung des Grundgesetzes (in russischer Sprache) bestellbar ist.
Na wenn das mal nicht ne großartige Unterstützung für die Lehrkräfte und Schulen ist… kannste Dir echt nicht ausdenken, sowas…
Falls die „Taskforce“ der KMK ähnlich großartig arbeitet: lasst es bleiben und steckt das Geld den betroffenen Familien direkt zu, ist wirkungsvoller!
https://mbjs.brandenburg.de/ukraine-aktuell/unterstuetzung-fuer-lehrkraefte-und-schulen.html

Realist
2 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Kurz: Es gibt noch wohlklingende Tipps, auf die jeder klar denkende Mensch auch ohne Kultusministerium gekommen wäre. Materielle Unterstützung im Sinne von Personal, Finanzmittel usw. gibt es nicht (oh doch: Grundgesetz in russischer(!) Sprache für Ukrainer…). Die materielle Unterstützung haben die Lehrkräfte bitte selbstständig zu organiseren bzw. zu erbetteln („ohne Scheu Spenden einwerben“), für so etwas hat das Kultusministerium wohl weder Lust noch Zeit noch Geld. Ist wohl auch unter deren Würde…

Walter
2 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.
Russische Textausgabe – zur Zeit vergriffen –
https://www.bpb.de/shop/buecher/grundgesetz/
Wird als PDF nicht zur Verfügung gestellt.

Palim
2 Monate zuvor

Argh!
Wenn ich das lese, schwillt mir schon wieder der Kamm:
„Wir wollen schnell helfen und dazu gemeinsame Fragen identifizieren“

Die könnt ihr haben:
– Wo kommen die zusätzlichen Lehrkräftestunden her, sodass den neuen Kindern in eigens dafür vorgesehenen DaZ-Stunden die deutsche Sprache vermittelt werden kann? DaZ-Stunden, die sogar in Erlassen benannt werden, aber normalerweise nur zum Schuljahresbeginn beantragt und bewilligt werden können, um dann vom Vertretungsunterricht aufgezehrt zu werden. Gäbe es diese Reserve als ständige Versorgung, hätte man nun einen Grundstock, auf den man zurückgreifen und über den man schneller Vorgehensweisen verbreiten könnte. Warum gibt es eine solche Reserve nicht?
– Welche zusätzlichen Personen übernehmen die Betreuung im sozial-emotionalen bzw. psychischen Bereich?
– Woher kommen zusätzliche Räume an Schulen, die schon jetzt keine ausreichenden Klassenräume haben?
– Welche anderen Aufgaben sollen weggelassen werden hinsichtlich der neu hinzukommenden Aufgaben der Integration dieser Schüler:innen?
– Wer übernimmt die Kosten für Materialien, die zusätzlich in den Schulen benötigt werden, wer stellt und bestellt Materialien für Schüler:innen?

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die schutzsuchenden Kinder und Jugendlichen, die nach Deutschland kommen, an unseren Schulen willkommen zu heißen und rasch eine unkomplizierte Beschulung für sie zu ermöglichen“
Das klingt nach Fähnchen schwenken – und das war es dann, den Rest regeln die Schulen dann schon,
zusätzlich zu noch mehr Abfragen, noch mehr Auflagen, noch mehr Anträgen…
… die alle auch zu nichts führen, außer zur noch höherer Belastung.

„Wir wollen schnell helfen …“
Ja, macht doch mal:
– Lehrkräfte einstellen, weit mehr als bisher, sodass neben der Besetzung des Pflichtunterrichts auch alle anderen Stunden besetzt werden können UND es eine Vertretungsreserve gibt UND Lehrkräfte, die sich um Integration, DaZ und Inklusion kümmern können – im Rahmen ihres Deputates und nicht als außerunterrichtliche Aufgabe,
– zusätzliche pädagogische Mitarbeitende einstellen,
– Schulpsycholog:innen mindestens nach dem Kind-SchuPsy- und Lehrkraft-SchuPsy-Schlüssel wie in BY einstellen,
– Funktionsstellen zur Koordination an JEDER (!) Schule besetzen (kleine Schulen – eine volle Stelle, große Schulen je Jahrgang eine Stelle) – zu sofort aus schuleigenem Personal, das diese Aufgabe ja ohnehin seit Jahren übernehmen muss,
– den Schulen eine Summe als Soforthilfe für zusätzliche Ausstattung bereitstellen, sowohl Bestuhlung als auch Materialien, pro angemeldetem neuen Kind, unbürokratisch, die Zahl-Abfrage des Landes muss ausreichen, (die Abrechnung zwischen Land und Kommune könnt ihr dann intern – ohne Schulbeteiligung – später diskutieren und organisieren, jetzt geht es um schnelle Hilfe!)
– Personal einstellen oder freistellen, das in den kommenden 6 Wochen koordiniert, wie ältere Kinder aus der Ukraine weiterhin auf die Datenserver dort zugreifen können, um mit dortigem Material ihre letzten Schuljahre zu beenden und einen Schulabschluss zu erhalten, ggf. den ukrainischen, wie sie Geräte dafür zur Verfügung bekommen und diese Informationen flächendeckend an alle Schulen geben – Geräte spätestens Ende April,
– Personal einstellen oder freistellen, dass bei aufkommenden Notwendigkeiten (Inklusion, Integration … was auch immer) sofort reagieren kann und zentral Materialien zusammenfasst und Materialien erstellt / zur Verfügung stellt, auf das alle anderen Lehrkräfte unentgeltlich und in kürzester Zeit zugreifen können, (tatsächlich haben einige BL ihren Lehrkräften bereits Übersichten über TaskCards u.a. zur Verfügung gestellt – ein gelungener Anfang der Unterstützung!)
– ukrainische Lehrkräfte in D mit Geräten und Arbeitsplätzen (und Handy+PKW) versorgen, sodass sie Kontakt zu den SuS aufnehmen können und diese zusätzlichen betreuen können – digital, ist in Flächenländern vermutlich einfacher, sofern die Schulen WLan haben (hätten),
– Urkainerinnen (oder Studierende der Slawistik) einstellen, die an zentraler Stelle telefonisch, per Mail und per Videokonferenz erreichbar sind und für kurzfristige Absprachen (Anmeldungsgespräche) oder Übersetzungen (Schriftstücke aller Art) oder bei Konfliktgesprächen dolmetschen können,

„Wir wollen schnell helfen …“
Ja, macht mal. Wir nehmen euch beim Wort!
Es ist Freitagnachmittag. Ungefähr zu dieser Zeit erreichen die Schulen die neuen Corona-Bestimmungen, die ab Samstag gelten und bis Montag kommuniziert und umgesetzt sein müssen.
Montag ist der 21.3., wir freuen uns alle auf die umfassende, schnelle, gelungene Unterstützung in unseren Schulen.

Pension
2 Monate zuvor

Nun hat man Hans Beckmann- den Ausputzer von Steffi Hubig- mit dieser Aufgabe betraut. Sagt alles. Noch 5 Jahre bis zur Pension. Davon 1 Jahr im Krankenstand- den Rest absitzen.
Dahin kommt man nach 35 Dienstjahren. Traurig.

dauerlüfterin
2 Monate zuvor

Die KMK will tätig werden, zu Hülf‘!

Mika
2 Monate zuvor

„«Wir wollen schnell helfen und dazu gemeinsame Fragen identifizieren, koordinieren und klären, die alle Länder betreffen», sagte die KMK-Präsidentin und schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU).“
Das läuft dann vermutlich so ab:
16 Kultusminister und KultusministerInnen sitzen in Präsenz um einen riesigen Tisch (ja, Wladimir würde neidisch gucken, denn dieser Tisch ist noch größer als alles, was er so kennt). Karin Prien hat die Leitung übernommen. „Zettel raus, liebe Kolleginnen und Kollegen! Jeder schreibt eine Frage auf, von der er oder sie denkt, dass diese relevant ist. Und nicht abgucken!“
Die um den Tisch Sitzenden sehen verstört nach vorn. Von allen Seiten ist unwilliges Gemurmel der Art: „Echt jetzt? Das war aber nicht angekündigt!“, „Och nö, da hab ich jetzt keinen Bock drauf…“ und auch ein „Ich muss mal aufs Klo!“ zu hören.
„Ich bin hier grad die Chefin, und es wird jetzt gemacht, was ich sage!“ Frau Prien teilt ungewohnt durchsetzungsfreudig wolkenförmige Zettel aus. „Macht jetzt, umso schneller sind wir fertig.“
Astrid-Sabine: „kann ich einen blauen Zettel haben? Der gefällt mir besser als der rosane, und ich mochte auch schon als kleines Mädchen blau viel lieber als rosa!“
Frau Prien seufzt und tauscht den Zettel aus. Britta sieht herablassend zu Astrid-Sabine rüber, ein durchaus hörbares „Kindergarten!“ murmelnd. Nach circa drei Minuten bemerkt Frau Prien, dass Theresa träumend aus dem Fenser sieht. „Theresa, warum arbeitest Du nicht?“ Theresa zuckt zusammen und sagt: „Mir fällt nichts ein!“.
Nach ungefähr einer Viertelstunde sammelt Frau Prien die Zettel ein, heftet sie an das Flipchart und liest aus dem bunten Wölkchenhimmel vor:
„Sollen die ukrainischen Kinder am Sportunterricht teilnehmen, wo die doch sicher keine Sportklamotten mitgebracht haben? Und was ist mit dem Schwimmunterricht?“
„Gibt es das Grundgesetz auch auf ukrainisch? “
„In meinem Bundesland beschweren sich die Lehrer und Lehrerinnen und geschlechtlich diverse Lehrkräfte, dass die Klassen so voll sind. Wie können wir sie davon überzeugen, dass das garnicht stimmt?“
„Was wäre ein cooler Name für so eine länderübergreifende Taskforce?“
„Was gibt es heute zum Mittag?“
Kaum hat Frau Prien das ausgesprochen, bemerkt sie die Unruhe in der Klasse. Sie blickt auf und das Chaos könnte kaum größer sein. Theresa hängt hin- und herschaukelnd in der Tür, während andere vor sich auf dem Tisch diverse Bremsscheiben betrachten. Helmut ruft: „Theresa, ich brauche Taschentücher, Taschentücher, ganz viele!!!“
Schwarzpädagogisch haut Frau Prien den Laptop auf den Tisch. Langsam beruhigt sich die Lage.“Ich sehe schon, so wird das nichts. Wir werden also eine Arbeitsgruppe gründen, welche diese Aufgabe lösen kann. Ich hab da schon einen tollen Namen: ‚Taskforce Ukraine: Aus dem Krieg in die Schule‘. Nachem diese dann gemeinsame Fragen identifiziert hat, können die noch einen Richtlinienkatalog erarbeiten, der so wichtige Fragen wie ‚Wer ist der Ansprechpartner bei Läusebefall‘ beinhaltet. Damit sollten die Schulen arbeiten können. Ein bisschen denken sollen die Lehrer und Lehrerinnen und geschlechtlich divers aufgestellten Unterrichtenden ja auch noch. Mittagspause!“

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

@Mika, liegt an Dir,
Deine Arbeitsanleitung war nicht differenziert genug und v.a. zu wenig auf das Glorreiche Publikum heruntergebrochen; die SuS wurden nicht genügend Ihrer Person entsprechend einbezogen.

Liebe @ Mika, danke für den Lacher!

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

@ Mika – 2
Ein Schüler hat mir vorhin den „Tisch“ gezeigt, zwar zu einem anderen Thema, so doch.
Aufschlussreich auch die Kommentare

https://nitter.pussthecat.org/Afelia/status/1495004127159586821#m

TaMu
2 Monate zuvor

https://amp.tagesspiegel.de/wissen/flucht-nach-berlin-die-ukraine-will-keine-schulische-integration-in-deutschland/28169516.html

Die Ukraine möchte ihre Kinder online selbst weiter beschulen. Bei allem, was ich über die geflüchteten Familien höre, steht über allem die sofortige Rückkehr in die Ukraine zu den Vätern, Freunden und Angehörigen. Ich fände es gut, wenn die ukrainischen Kinder nach ihrem Lehrplan lernen könnten, eventuell in speziellen Räumen, falls sie in ihrer Unterkunft keine Ruhe hätten, und deutsch-ukrainische Freizeitangebote zu machen. Diese Menschen sind „lediglich“ vor Bomben geflohen. Sie hatten niemals vor, in unsere Sozialsysteme einzuwandern. Sie werden eher in Zelten leben und ihr Land wieder aufbauen, sobald das möglich ist, als hier zu bleiben. Sie haben noch eine Perspektive in ihrer Heimat.
Bei bisherigen Flüchtlingen war das nicht möglich oder in Aussicht. Aber nach drei Wochen Krieg in der Ukraine sollte man noch nicht von einer Situation ausgehen, die die Menschen zum Hierbleiben zwingt und sie von ihrem eigenen Bildungssystem abkoppeln. Das empfinde ich auch als Demütigung gegenüber dem ukrainischen Bildungssystem.

Lanayah
2 Monate zuvor

Die Kinder sind bereits da. Mir hat niemand einen Stuhl dazugestellt. Bereits darum musste ich mich selber kümmern. Übersetzungstätigkeiten übernimmt derzeit ein Schüler, der glücklicherweise russisch spricht. Material ist vorhanden dank der ehrenamtlichen Tätigkeit von Eltern, die Schultaschen gesammelt und gefüllt haben. Ich finde die ganze ehrenamtliche Hilfe großartig. Von staatlicher Hilfe ist bisher nichts angekommen. Viele Familien nehmen privat Menschen aus der Ukraine auf. Toll! Ich frage mich aber, warum jetzt nicht auch die Jugendherbergen zum Zug kommen, die ja aufgrund der ausfallenden Klassenfahrten Verluste machen.

Ohne mich
2 Monate zuvor

Von heute 207000 Flüchtlingen in D sollen die Hälfte Kinder und Jugendliche sein-davon vllt. die Hälfte schulpflichtigen. Macht bisher ca. 30000 SuS. Ergibt 1000 Schulklassen bzw. 30000 Lehrerwochenstunden. Aber schaffen wir. Durch Corona dezimiert, verheizt und demoralisiert. Die Task force wird anordnen und Schulen spuren. Und die paar Stühle passen doch noch dazu.