Schülerin stirbt an Diabetes-Schock auf Klassenfahrt – zwei Lehrerinnen angeklagt

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MÖNCHENGLADBACH. Nach dem Tod einer 13-jährigen Schülerin auf einer Klassenfahrt in London nach extremer Überzuckerung ermittelt die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach wegen fahrlässiger Tötung – mit einer Unterbrechung seit bereits zweieinhalb Jahren. Mitschüler sollen bei dem Aufenthalt darauf hingewiesen haben, dass es dem zuckerkranken Mädchen nicht gut gehe. Die begleitenden Lehrkräfte sollen sich zu spät um die Schülerin gekümmert haben. Jetzt wurde gegen zwei Lehrerinnen Anklage erhoben, so berichtet die „Rheinische Post“.

Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen sind in den Schulgesetzen der Länder geregelt. Foto: Shutterstock
Das Gericht hat zu urteilen. Foto: Shutterstock

Der Anwalt des Vaters der verstorbenen Schülerin hatte bereits 2019 Anzeige aufgrund der Schilderungen von Mitschülerinnen gegen die insgesamt vier begleitenden Lehrkräfte erstattet. Demnach hatte sich die 13-Jährige bereits am Ankunftstag nach dem Essen übergeben. «Die Bemühungen der Kinder, einen Lehrer ausfindig zu machen, schlugen am Donnerstag fehl», sagte der Anwalt seinerzeit. Als sich das Mädchen ständig weiter übergab, halfen ihm die Kinder zur Toilette und stellten schließlich einen Eimer hin, als die Mitschülerin immer schwächer wurde, wie der Jurist erklärte.

Am nächsten Morgen seien dann mehrere Kinder zu den Lehrern gegangen und hätten die Lage geschildert. Niemand habe nach dem Mädchen geschaut. «Die Kinder haben sich bemüht, selber damit fertig zu werden.» Sie sollten in Absprache mit einer Lehrerin auf die 13-Jährige aufpassen. Erst Samstagvormittag soll dann eine Lehrerin bei der kranken Schülerin erschienen sein – weil die Abreise bevorstand. Da sei das Mädchen so schwach gewesen, dass es sich nicht mehr selbst aufrichten konnte, sagte der Anwalt. Erst dann sei ein Rettungswagen bestellt worden.

Das Mädchen starb nach seinen Angaben am Sonntag um 14 Uhr im Krankenhaus. Der Anwalt wirft den Lehrkräften „Nachlässigkeit, die großen Schaden angerichtet hat“, vor. In Unterlagen für die Klassenfahrt sei vermerkt gewesen, dass das Mädchen Diabetikerin Typ 1 war. Sie trug dauerhaft eine Insulinpumpe.

«Inwieweit das zutrifft und wie sich der Sachverhalt tatsächlich gestaltet, ist Gegenstand der Ermittlungen», erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft damals. Die stellte das Verfahren dann aber zunächst ein. Dass das Mädchen an Diabetes Typ I litt, war zwar in der Schulakte vermerkt. Den beschuldigten Lehrkräften sei aber nicht nachzuweisen gewesen sei, dass sie von der Krankheit des Mädchens Kenntnis gehabt hätten.

Vor Antritt der Klassenfahrt hätten die chronischen Krankheiten der Schüler abgefragt werden müssen

Auf Bestreben des Vaters wurden die Ermittlungen dann doch wieder aufgenommen. Nach erneuten Zeugenbefragungen und Nachermittlungen kam die Staatsanwaltschaft jetzt zu dem Ergebnis, dass vor Antritt der Klassenfahrt die chronischen Krankheiten der Schüler hätten abgefragt werden müssen. Dazu wären sie aber gemäß einem Erlass des Schulministeriums verpflichtet gewesen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Gegen die anderen beiden Lehrkräfte sei das Verfahren erneut eingestellt worden.

Der Vater glaubt laut Bericht, seine Tochter hätte gerettet werden können, wenn ihr damals in London rechtzeitig geholfen worden wäre. „An Diabetes stirbt man doch nicht“, so wird er zitiert, „nur wenn einem keiner hilft“. Auch ein medizinisches Gutachten habe ergeben, dass der Tod der Schülerin vermeidbar gewesen wäre, wenn ihre Ketoazidose früher ärztlich behandelt worden wäre. News4teachers / mit Material der dpa

Debatte nach Tod einer Schülerin: Wie weit geht die Aufsichtspflicht von Lehrern auf einer Klassenfahrt? Was Anwälte für Schulrecht sagen

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Alex
1 Monat zuvor

Der Vater hätte doch im Voraus mal darüber reden müssen?

Bei diesem Verlauf muss man sich über den Lehrermangel nicht wundern.

Ganz ehrlich, dass Land NRW kann froh sein, wenn ich überhaupt wegfahre, wo nichtmal eine 24 Std Schichtzulage etc gezahlt wird. Ich kann ja froh sein, wenn das Jugendherberge Einzel-Zimmer durchgeht.

Max
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Der Vater hatte nicht mal das Sorgerecht, geschweige denn viel Kontakt zu seiner Tochter. Die Eltern sind getrennt. Und ratet mal, wer den Lehrern keine Schuld gibt: Genau. Die Mutter.

Abgesehen davon kann es auch gut sein, dass die Schüler nicht die Wahrheit sagen. Teenager machen sowas, wenn sie Angst haben, Ärger zu kriegen. Ich kann mich da noch gut an mich und ALLE in meinem Alter damals erinnern.

Klassenfahrt- nicht mit mir
1 Monat zuvor

Noch ein Grund- das juristische Risiko, natürlich NICHT der tragische Tod des Mädchens, nicht auf Klassenfahrten zu fahren.

trotzki
1 Monat zuvor

Im Raum steht doch die Aussage, dass die minderjährigen Schüler am Donnerstag angeblich keine der vier Lehrkräfte ausfindig machen konnten und sich erst am nächsten Morgen mit Verspätung jemand nach dem Kind geschaut hat.
Wen dem so ist, ist dass eine grobe Vernachlassigung der Aufsichtspflicht, die hier unter anderm dramatische Folgen gehabt hatte.

Katinka
1 Monat zuvor
Antwortet  trotzki

Ja, ich verstehe auch nicht, wie sie von Donnerstag Abend bis Samstag Vormittag keine Lehrkraft gesehen haben kann. Sind die Lehrkräfte zwischendurch mit den anderen auf Ausflügen gewesen und das kranke Mädchen ist in der Unterkunft geblieben oder was? Ich verstehe das überhaupt nicht. Die fliegen ja nicht Donnerstag hin und überlassen die Kinder sich selbst, um am Samstag oder Sonntag zurückzufliegen…?

Außerdem, wenn das Mädchen eine Insulinpumpe hatte, scheint diese ja nicht funktioniert zu haben, oder warum war sie dann so stark überzuckert? Sie müsste doch auch in der Lage gewesen sein (zumindest anfangs?), ihre Werte abzulesen?

Als Elternteil würde ich IMMER nochmal 100% sicherstellen, dass die begleitenden Lehrkräfte Bescheid wissen und die Basics über mögliche Komplikationen im Hinterkopf haben, egal was im Schülerakt steht. Was nützt es, wenn es da drin steht, die Lehrkraft es möglicherweise vielleicht sogar mal gesehen hat, aber keine Ahnung hat, welche Symptome auf Komplikationen hinweisen?

Wir hatten auch mal eine an der Schule mit DM 1 und viele wussten nicht von ihrer Erkrankung. Auch die bei der Klassenfahrt begleitende Lehrkraft hat es nur nebenbei mehr oder weniger durch Zufall erfahren. Die Schülerin war schon älter und konnte ihre Krankheit sicher gut managen, aber wenn doch mal was ist (grad auf Reisen – anderes Essen, mehr Bewegung, weniger Schlaf, was auch immer), reagiert man ggf. doch schneller, wenn was ist, als Lehrkraft, sofern man von der Krankheit Kenntnis hat.

Für mich bleiben da einige große Fragezeichen, bei den Lehrkräften, bei den Eltern und bei dem Kind selbst. Es ist alles sehr schwer nachvollziehbar.

Sissi
1 Monat zuvor

Eine Diab1 müsste eigentlich im Schülerbogen dokumentiert werden ( und damit hätten die KuK schlechte Karten). – Oder ist das auch wieder in jedem BL anders ?

Alx
1 Monat zuvor
Antwortet  Sissi

Steht im Artikel. War vermerkt.

Nicole
1 Monat zuvor

Das ist wirklich seht tragisch und hätte verhindert werden können. Mein Beileid an die Eltern.

Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist, dass die Lehrer nicht mal gucken gegangen sind, das ist wirklich fahrlässig, wenn es wirklich so war.

Mein Sohn hat leider auch mit 6 Diabetes Typ 1 bekommen. Deshalb bin ich bei den Klassenfahrten bis zur 6. Klasse mitgefahren, weil ich die Verantwortung keinem Lehrer zumuten wollte. In der 8. Klasse wäre mein Sohn das 1. Mal dann allein mitgefahren, weil er sich selbständig um seinen Diabetes kümmern konnte in dem Alter. Mit der Lehrerin hatte ich ausführlich über alles gesprochen und mein Sohn hätte auch sein Handy mitgenommen, damit er uns zu jeder Zeit, auch nachts, hätte um Rat fragen können. Leider wurde mein Sohn vorher krank und konnte nicht mitfahren. Erst mit 16 hatte er wieder Gelegenheit zu einer Fahrt, das erste Mal allein ohne Eltern und er hat es so genossen. Alles hat super geklappt und es war so aufregend, dass er nicht mal Zeit hatte, uns anzurufen:-).

Mit 13 kann man sich schon gut selbst um den Diabetes kümmern, aber ich kann es auch überhaupt nicht nachvollziehen, dass der Vater vorher nicht mit den Lehrern gesprochen hat – das ist in meinen Augen ebenfalls verantwortungslos. Außerdem verstehe ich nicht, warum die Tochter ihre Eltern nicht angerufen hat.
Außerdem lernt man als Diabetiker, ständig den Blutzucker zu kontrollieren und weiß auch in der Regel, was zu tun ist, wenn man überzuckert ist, nämlich Insulin spritzen und immer wieder kontrollieren nach bestimmten Abständen.
Es scheint so, dass das Mädchen nicht sicher im Umgang mit ihrem Diabetes war, da hätten die Eltern sie auf gar keinen Fall allein fahren lassen dürfen. Es ist einfach nur schrecklich, wenn so etwas passiert.

Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass wir vor der Klassenfahrt einen Fragebogen ausfüllen mussten, in dem auch Krankheiten angegeben werden mussten.

Heinz
1 Monat zuvor

Ich kann nicht glauben, dass die Lehrer von Donnerstag bis Samstag nicht nach dem Mädchen gesehen haben und es auch grundsätzlich nicht gesehen haben in den Tagen? Was ist das denn für eine komische Klassenfahrt? Hier kann doch irgendetwas in den Pressemitteilungen nicht stimmen.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Heinz

Ich tippe eher darauf, dass in den Beschreibungen der Jugendlichen was nicht stimmen kann. 4 LK, die über Tage „untergetaucht“ sind, klingt schon seehr dubios. Spätestens bei den gemeinsamen Mahlzeiten sollte doch jemand greifbar sein. Außerdem frage ich mich, warum eine Diabetikerin, die sogar schon eine Insulinpumpe hat, nicht realisiert, dass sie einen Zuckerschock hat. Selbst wenn keine LK „zu finden“ war, die Jugendlichen haben alle ein Handy, da wäre doch ein Anruf zu Hause und Bitte um dringende Hilfe möglich gewesen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

@Anne und @Heinz

Ich sehe das genauso. Lehrkräfte, die verschwinden? Nee.
Spätestens wenn die Kids schlafen müssen, ist wer da – sonst ist die Hölle los.

Außerdem haben die KuKs sicher etwas mit den Kids unternommen. Da kommt man schon mal ins Gespräch.

Auf der anderen Seite – für nicht mal einen ganzen Tag nach London? Prima Klimawandel! Aber so etwas ist natürlich Stress – vor allem für Kids mit Erkrankungen.

Ich vemute eher, dass die Kids – ganz typisch – ohne Ende alle Süßes in sich reingestopft haben (ist halt ne Klassenfahrt!) und dass das schief ging.

Ich halte das für einen extrem traurigen Unglücksfall.

Enjoy your chicken Ted!
1 Monat zuvor

Fazit: keine Klassenfahrt als Lehrkraft, niemals. Sicher ist sicher. Traurig.

Martin
1 Monat zuvor

Nützt nichts, wenn es wie in Schleswig-Holstein zu den Dienstpflichten gehört.
Mich stressen Klassenfahrten zunehmend – ganz davon abgesehen, dass ich als TZ-Kraft 5 Tage fahren und meine Frau (selbst berufstätig) irgendwie arbeiten, zwei Kinder betreuen und den Haushalt führen soll während meiner Absenz.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin

@Martin

Der Stress geht ja schon beim Einsammel und Einfordern des Geldes los.

Seit Jahren ist bekannt, wann gefahren wird und (meist) wohin und irgendwie scheint das wie Weihnachten doch immer plötzlich und unerwartet zu sein.

Abgesehen davon, dass die Reisen nie weit genug sein können – mit Luxus ohne Ende und kosten darf es nichts.

Ansprüche ja, Pflichten nein.

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Das wiederum mache ich nicht. Klassenfahrten sind kein Urlaub, den können die Eltern mit ihren Kindern selber machen. Ich fahre nur in Entfernungen <4 Stunden Busdauer, damit Eltern im Zweifel ihr Kinder auch abholen kommen können, wenn diese sich in extremer und gefährdender Weise daneben benehmen.
Man muss auch nicht weit fahren. Die Kinder mosern vorher, die Eltern sind nur am meckern und hinterher kommt man zurück und alle sind glücklich und fanden es toll. Die Entfernung ist für das gelingen einer Klassenfahrt überhaupt nicht ausschlaggebend, auch wenn Eltern das so sehen.

Nicole
1 Monat zuvor

Der Diabetesarzt unseres Sohnes meinte, dass eine Insulinpumpe auch die Gefahr birgt, dass die Kanüle verstopfen kann. Vielleicht dachte das Mädchen, dass sie Insulin gepritzt hatte über die Pumpe und es kam aber nichts an. Der Vater hätte definitiv die LuL anweisen müssen, einmal am Tag das Mädchen zu fragen, wie hoch der Blutzucker ist.

Aber egal, wie die Schuldfrage ausgeht, das Mädchen wird dadurch nicht wieder lebendig, ich denke beide Seiten trifft Schuld. Für die Zukunft kann man aus diesem Fall lernen, damit so etwas nicht mehr passiert. Und man sieht wieder, dass gute Kommunikation Leben hätte retten können.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Nicole

„ Der Vater hätte definitiv die LuL anweisen müssen, einmal am Tag das Mädchen zu fragen, wie hoch der Blutzucker ist.“
Der Vater KANN die Lehrkraft nicht anweisen, da er nicht deren AG ist.
Ich verstehe nicht, wieso die Schülerin nicht von einem Einzelfallhelfer/ in begleitet wurde. Lehrkräfte sind keine Mediziner, und wenn jemand an einer Krankheit leidet, die derart schnell tödlich endet, finde ich es merkwürdig, dieses Kind auf eine Fahrt zu schicken, an der niemand teilnimmt, der Warnzeichen richtig deuten kann. Ich selbst würde ein Diabetes1-Kind nicht ohne Einzelfallhelfer mit auf Fahrt nehmen, bevor es 16 ist und man ihm zutrauen kann, derlei Situationen richtig zu deuten und entsprechend zu handeln.
Dessen ungeachtet kann ich persönlich, aber das ist meine ganz persönliche Ansicht, mir nicht vorstellen, dass eine Lehrkraft ein Kind auf einer Klassenfahrt mehr als 48h nicht sieht, insbesondere, wenn durch andere Kinder Hilfe angefordert wurde.
Lassen wir bitte die Gerichte ihre Arbeit machen. Das Geschehene ist für alle Betroffenen furchtbar und traumatisch, und Vorverurteilungen helfen keinem.

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Nicole

Ob hier beide die Schuld trifft, finde ich, kann man nicht sagen.
Die Geschichte kann so, wie sie dargestellt wurde einfach nicht passiert sein. Man müsste wissen, wie es wirklich gelaufen ist, um über Schuld oder Unschuld der Kollegen zu entscheiden.

Katie
1 Monat zuvor

Haben die Eltern nicht vorher das Gespräch mit den begleitenden Lehrkräften gesucht und sie über die chronische Erkrankung und mögliche Probleme informiert?
Warum hat das Kind nicht Kontakt mit den Eltern aufgenommen?
Wurde zusätzlich zur Punke auch automatisiert der Blutzuckerwert gemessen?
Hier hat mit Sicherheit nicht nur eine Seite Versäumnisse aufzuweisen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Katie

@Katie

Und vermutlich war die Schülerin vorher nie in irgendeinem Unterricht der Klassenlehrkraft, die vermutlich nicht mit auf Klassenfahrt war.

Da ist so vieles unklar und schwammig bis schwurblerisch…..

Bei uns wissen – gerade bei einer Insulinpumpe – alle Lehrkräfte Bescheid! Und es gibt IMMER SuS, die das wissen und sofort sagen, wenn man als Vertretung nicht informiert ist.

Elma283
1 Monat zuvor

Wieso haben die begleitenden Lehrer über einen Tag lang nicht nach dem Mädchen gesehen? Sollten sie sich wirklich nicht gekümmert haben, sind sie zurecht angeklagt und nicht für den Beruf geeignet.
Im übrigen schaut man sich als Lehrkraft auch vorher die Gesundheitsbögen an, bevor man fährt.

Metalman
1 Monat zuvor

Hier kommt -wie es bei Unglücken ja immer ist- wahrscheinlich einiges an tragischen Umständen zusammen.

Meine Frage ist, hat das Mädchen, oder haben die Eltern, vor der Klassenfahrt bewusst und ausdrücklich auf das medizinische Problem des Mädchens hingewiesen? Einfach auf die Schülerakte zu verweisen reicht nicht und geht an der Realität vorbei. Vielleicht hätten die KuK sich selbst erkundigen müssen, aber wahrscheinlich ist das im Stress des Alltags einfach versäumt worden. Also waren die Eltern eigentlich in der Verantwortung, den Klassenlehrer darauf direkt per Mail etc. hinzuweisen. Ist das geschehen?

Egal wie ist mir unverständlich, dass ein krankes Mädchen tagelang alleine bleibt, ohne dass sich ein Lehrer nach ihm erkundigt. Das darf und kann nicht so sein.

Was ich mich auch frage ist, warum das Mädchen nicht die Eltern kontaktiert hat und sei es per SMS. Oder dass die Eltern – gerade wenn ein gesundheitliches Problem da ist – nicht die Tochter irgendwann mal kontaktiert haben.

Dennoch, man hat eben die Aufsichtspflicht. Ich hatte auch schon „kotzende“ SuS auf der Klassenfahrt. Hab dann aber mit den Schülern gesprochen und natprlich regelmäßig nachgeguckt. Alles andere kann eigentlich nicht sein. Schon gar nicht bei 13-Jährigen.

Kritischer Dad*NRW
1 Monat zuvor

Ohne Schuldzuweisung muss die Frage erlaubt sein, wie ein bestehender ministerieller Erlass an dieser Schule möglicherweise ignoriert werden konnte.
Über die Kostenregelungen und Genehmigungsverfahren der Dienstreise samt innerschulischem Ausgleich war man doch sicherlich auch im Vorfeld gut informiert.

laromir
1 Monat zuvor

Hatte auch schon Fälle, da wusste der Klassenlehrer Bescheid, hat aber den anderen KuK einfach nichts gesagt. War zum Glück nicht auf Klassenfahrt, sondern im Normalbetrieb. Kommt man sich trotzdem ziemlich doof vor, wenn es dem Sus nicht so gut its und man „zufällig“ die Info über Diabetes bekommt.

Andreas.Müller
1 Monat zuvor

Klingt für mich unglaubwürdig, dass über einen so langen Zeitraum niemand nach minderjährigen SchülerInnen sieht. Wenn es aber tatsächlich so war, dann ist das doch in jedem Fall eine Pflichtverletzung.

Käsekuchen
1 Monat zuvor

Ich versteh auch nicht, warum der Vater nicht die Schule informiert hat. Hatte ja auch früher was in der Schule passieren können… Und bei einer Klassenfahrt sowieso.

Natürlich hatten die Lehrer besser reagieren müssen, aber den Vater versteh ich auch nicht so ganz.

Peter
1 Monat zuvor

Schade das n4t immer mehr zum Bildzeitung-Stil übergeht. Immer nur Sensationsnachrichten zu Corona und eben so etwas wie in diesem Beitrag. Klassenfahrten haben eine sehr hohe pädagogische Bedeutung und immer weniger Kolleginnen und Kollegen nehmen diesen immensen Aufwand auf sich. Dieser Beitrag ist hier wenig hilfreich!

Alla
1 Monat zuvor
Antwortet  Peter

@Peter
„Klassenfahrten haben eine hohe Bedeutung und immer weniger Kolleginnen und Kollegen nehmen diesen immensen Aufwand auf sich. Dieser Beitrag ist wenig hilfreich!“

Als wüsste nicht jede/r Lehrer/in um die riesige Verantwortung, die er/sie bei einer Klassenfahrt übernimmt! 18 bis 24 Stunden im Dienst (ohne Lohnausgleich) über mehrere Tage, ein immenser Schlafmangel, teilweise müssen sogar die Kosten von der Lehrkraft getragen werden, um das zu wissen brauchen wir N4T nicht!
Wenn alles gut geht, ist man nach einem Wochenende Schlaf wieder gut drauf und kann die positive Bedeutung der Klassenfahrt schätzen. Gab es Probleme, einen Unfall, muss man sich zeitnah um einen Anwalt bemühen!
Ich habe Klassenfahrten geliebt und gehasst! Die Ängste vor und während der Fahrt, ja nichts zu übersehen, allen Kindern gerecht zu werden, niemals meine Aufsichtspflicht zu verletzen, auch nicht auf der Toilette, beim Zähneputzen und unter der Dusche, nur ja nicht zu fest zu schlafen, immer hellwach und konzentriert zu sein, und daneben der Mehrwert, endlich mal Zeit zu haben um mit den Kindern in Ruhe sprechen zu können, ganz entspannt und gechilled ohne Leistungsdruck…..

Alla
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

Übrigens,,
nach einer relativ ruhigen Klassenfahrt weiß ich mehr über das Ehe- und Familienleben mancher SuS-Familien, als es sich die Eltern wünschen mögen!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

Gut, dass die Eltern nichts über das Ehe-und Familienleben der LuL wissen… Obwohl doch, wenn man sie als Nachbarn kennt!

trotzki
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

Wie sagte mal ein bekannter Grundschullehrer zu den Eltern seiner Schüler.
„Glauben sie bitte nicht alles, was die Schüler über mich erzählen, ich glaube auch nicht alles, was die Schüler über sie erzählen.“

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  trotzki

Henne oder Ei?

Alla
1 Monat zuvor

Wenn das alles so war wie beschrieben, also z.B. von 4 LK niemand gefunden werden konnte, 2 Tage keine LK nach dem Kind sah usw. handelt es sich um eine Verletzung der Aufsichtspflicht! Das Mädchen war erst 13 Jahre alt!

An der GS fahren wir normalerweise Anfang Klasse 4 auf eine 5-tägige Klassenfahrt, eine LK und eine weitere Begleitung fahren mit. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass die Begleitung einen Jugendgruppen-Leiterschein hat oder pädagogisch vorgebildet ist. Sonst darf ich dieser Person nämlich nicht einmal kurz die Aufsicht übertragen, wenn ich z.B. zur Toilette muss….

2 Erwachsene haben Aufsicht von 6 bis 22 Uhr, die Nachtaufsicht machen wir abwechselnd. Im Abendkreis wird gesagt, welcher Begleiter in der Zeit von 22 bis 6 Uhr zuständig ist. Dessen Zimmertür darf nicht abgeschlossen sein, damit er zur Not wachgerüttelt werden kann. Zum Glück geht es meist nur um Bauchschmerzen wegen zu hohem Süßigkeitenkonsum (irgendwie werden immer Süßigkeiten hineingeschmuggelt), oder Heimweh.
Von 20 bis 22 Uhr wird auch alle 30 Minuten nachgesehen, ob es in den Schlafzimmern der Kinder ruhig ist und ob alle Kinder in ihren Betten sind. Sollte ein Kind nicht im Bett sein, werden die Toiletten inspiziert.

In der Mittagspause ist ein Erwachsener in seinem Zimmer, bei geöffneter Tür, um die Kinder, die im Haus sind zu beaufsichtigen und geht alle 15 Minuten auch durch die Gänge. Der andere Erwachsene ist draußen bei den Kindern, die auf dem Spielplatz sind.
Es muss den Kindern jederzeit ersichtlich sein, wo sie einen Betreuer innerhalb von Minuten erreichen können!

„Zählapelle“ finden nicht nur zu den Mahlzeiten sondern auch am Anfang und am Ende jeder Unternehmung statt, also etwa 7 mal am Tag.
Ist ein Kind unpässlich, muss ein Erwachsener so lange bei ihm bleiben, bis es abgeholt wird oder wieder am Gemeinschaftsleben teilnehmen kann. Je nachdem wie die Eltern, die sofort informiert werden müssen entscheiden.

Vor der Klassenfahrt muss ein Gesundheitsbogen ausgefüllt werden, in dem alle Allergien, Erkrankungen und einzunehmenden Medikamente mit genauer Zeit und Dosierung angegeben sind und die LK müssen von den Eltern eingewiesen werden. Das muss von beiden Seiten unterschrieben werden. Ebenso muss eine Kopie des Impfausweises vorliegen und die Kopie der Krankenkassenkarte, falls das Kind zum Arzt muss. Auch eine Telefonnummer unter der die Eltern jederzeit erreicht werden können ist erforderlich.

All das wird natürlich nicht jeden Notfall verhindern. Eine rechtliche Grauzone ist schon dann gegeben, wenn ein Begleiter bei einem erkrankten Kind in der Jugendherberge bleiben muss, während der andere mit den restlichen Kindern alleine z.B. zum Strand geht. Verletzt sich dort dann ein Kind und der einzige Begleiter kümmert sich dann darum, verletzt er die Aufsichtspflicht gegenüber dem Rest der Klasse, weil er nicht sicherstellen kann, dann alle anderen im Blick zu haben…..

Bei Kindern mit Diabetes bestehen wir darauf, dass ein Elternteil zusätzlich mitkommt oder innerhalb kurzer Zeit kommen kann, um sich bei Problemen um das eigene Kind zu kümmern. Sollte das Kind damit super zurecht kommen, müssen die Eltern das unterschreiben, damit wir rechtlich auf der sicheren Seite sind, sollten wir etwas übersehen!

So schön und wichtig Klassenfahrten für die Kinder (und auch Lehrer) sind, so glücklich sind wir LK auch, wenn wir nach 5 Tagen alle Kinder wieder wohlbehalten bei ihren Eltern abliefern können. Ein „Urlaub“ ist das für keinen Lehrer!

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

„… wenn wir nach 5 Tagen alle Kinder wieder wohlbehalten bei ihren Eltern abliefern können. Ein „Urlaub“ ist das für keinen Lehrer!“

Richtig. Würde man einen Freiberufler mit entsprechender Qualifikation mit so einem Unterfangen beauftragen, müsste man diesem für diesen Zeitraum wohl mindestens 10.000€ zahlen: Mo 09:00 bis Freitag 12:00 = 99 Stunden, Stundensatz ca. 100€ wg. „Rund-um-die-Uhr-Dienst“, d.h. Schichtzulage, Erschwerniszulage und natürlich Gefahrenzuläge (persönliche juristische Haftbarkeit droht bei schuldhaften Verfehlungen).

Es ist immer wieder erstaunlich, wie billig sich Lehrkräfte eigentlich verkaufen und welche Erwartungshaltung der Gesellschaft den Lehrern gegenübersteht.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

@Realist: Ich erkenne den Mehraufwand bei Klassenfahrten absolut an. Und ich finde, es sollte für Lehrer eine zusätzliche Aufwandsentschädigung für solche Fahrten geben. Schon alleine damit diejenigen Lehrer, die sich dafür bereit erklären auch mehr erhalten, als diejenigen, die sich verweigern.
Ihre Rechnung ist jedoch unrealistisch. Man muss in so einem Fall einen angemessen Vergleich ziehen, und die Vergütung im Bereich Kinder- bzw. Jugendfahrten ist weit entfernt von den von Ihnen genannten Stundensätzen.
Zudem sollte jedem, der Lehrer geworden ist, aus seiner eigenen Schulzeit bekannt sein, dass Klassenfahrten Bestandteil von Schule sind.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Nun ja, es kommt etwa dem gleich, einen Säugling mit noch ein paar älteren Geschwistern zu haben….
Alle paar Stunden stillen/füttern, nicht in Ruhe duschen, essen ect können, nachts Geschrei, bockiges Kleinkind, diskutierender Teenie, Aufsichtspflicht vernachlässigen weil gerade was dringend ist, allen gerecht werden und sich von der Gesellschaft anhören wie doof Eltern doch heutzutage sind und was sie alles falsch machen. Ich weiß, drei Kinder sind nicht zwanzig Kinder – aber da ist auch nicht unbedingt noch ein Betreuer (Papa) und der Säugling schafft alleine mehr Schlafmangel als zehn Viertklässler. Und egal für wie Assi manche Eltern gehalten werden, so als ob sie den ganzen Tag im Bett liegen ect. Keiner, der ein Baby hat kommt um diese Sachen drumherum. Auch die größte Assifamilie muss laufend füttern, wickeln, Geschrei aushalten, schmusen, Liebe spenden, denn sonst überlebt der Säugling nicht oder wird schwer krank. Ja, solche Fälle gibt es auch. Prozentual zur Bevölkerung aber aller seltenst. Soll heißen, die aller aller aller meisten Eltern mit Baby/Kleinkind leisten harte Arbeit. Und werden oft noch für Assis erklärt, da reicht es schon am Amt zu hängen.
Es ist immer wieder erstaunlich wie billig sich Eltern/Mütter eigentlich verkaufen und welche Erwartungshaltung der Gesellschaft den Eltern/Müttern gegenübersteht… 😉
Ansonsten: Kenne Klassenfahrten von der Schule als Mutter auch so, wie Alla es beschrieben hat.

Martin
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Als Vater und Lehrer kann ich Ihnen gar nicht genug sagen, wie sehr Ihr Vergleich fast in jedem Aspekt hinkt …

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin

@Martin
So, wieso denn??

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Du bist doch freiwillig Mutter geworden. Wieso hast du dir das überhaupt angetan?

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

@Alex
Lehrer wird man nicht freiwillig?

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Absolute Zustimmung. Kenne keinen, der auf einer Dienstreise ähnlich schlecht abgespeist wird.
Als Dank steht man dan noch vor Gericht. Brutal.

Es bleibt wie es ist:
Man tritt unseren Berufsstand mit Füßen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Bravo, Alex! Vielleicht haben Sie nicht verstanden, worauf ich hinaus wollte. Genau Ihren Satz von 25.März 2022 um 14.35 Uhr hören Mütter seit allen Zeiten, wenn sie Anerkennung für ihre Arbeit wollen. Und das kommt dann von Lehrenden, die finden sie werden zu billig abgespeist, wenn sie sich mal der großen Aufgabe stellen, die Kinder „privat“ zu haben. Das heißt : Kein Feierabend, keine Privatsphäre, kein „ich“, kein Rückzug, schlechter Schlaf, „ich kann nicht schlafen“, „mein Bett ist nass“, kein getrenntes Schlafzimmer damit Mann es nicht hört wenn Baby nachts versorgt werden muss und am Morgen entsprechend ausgeruht ist. Und mit einem Bein im Knast bzw in der Schuld stehen Eltern auch – gerade in unserer aufgeklärten Gesellschaft heute. Ich finde meine Kinder seit dem Schulalter garnicht mehr anstrengend, weil selbständiger, kommunikativer. Ich hatte auch mal 15 Reit Kinder bei mir drei Tage zum Zelten. Die waren auch recht selbständig und haben mich auch schlafen lassen. Wenn ich da an Strandbesuche mit meiner damals dreijährigen Tochter denke, die ständig drohte im Getümmel verloren zu gehen und immer stumpf ins Meer lief. Ich meine, Kinder zw 1,5 und 4 Jahren sind am anstrengensten und sind am meisten Gefahren ausgesetzt. Da reicht es schon, ein Baby und ein Kleinkind zu haben und alleinerziehend zu sein und das kommt der Aufgabe ein Dutzend Viertklässler zu betreuen zumindest ähnlich gleich. Das bei Klassenfahrten die Nachtstunden als Arbeitsstunden verrechnet werden sollen, wie oben weiter vorgeschlagen, kommt mir auch irgendwie bekannt vor. Ich glaube auf ihre Nachtarbeit wollten Mütter auch schon aufmerksam machen.
Aber ich antworte jetzt mal stellvertretend für narzistische männliche Junggesellen auf eure Forderung : “ Ja klar, ihr faulenzt auf dem Spielplatz und quatscht während die Kleinen spielen und lasst andere für euch auf dem Bau malochen. Frauen… äh… Lehrer*innen arbeiten nicht, sie lassen arbeiten. Die Männer reißen sich den A**** auf, damit die Frauen.. äh… Lehrer*innen mit den Kindern babadudu spielen können. Und machen dann einen Aufriss wenn die verzogenen Gören nerven, dass habt ihr doch selbst verschuldet. Ich würde die einfach erziehen! “
😉

Bauklötzchen*
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra
Sie klingen reichlich verbittert. Ich entschuldige mich stellvertretend für wen auch immer, dass Sie die schwere Bürde eigener Kinder tragen müssen. Lassen Sie Ihren Frust doch bitte in Eltern-Foren raus, vielleicht erhalten Sie dort wertvolle Tipps, Ihre Herausforderungen leichter ertragen zu können.
Ich kann Ihren Beiträgen leider nichts der Sache Zuträgliches entnehmen. Jedem hier ist klar, dass Kinder und Jugendliche, egal welchen Alters, ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit und Mühe abverlangen. Es wäre doch mal wirklich an der Zeit, dass Elternhaus und Schule dahingehend zusammenarbeiten und sich mit gegenseitigem Respekt begegnen. Aus Ihren Worten kann man davon nichts spüren. Sie leben hier Ihre Pauschalverurteilungen aus und das steht Ihnen nicht gut zu Gesicht.
Wie dem auch sei – ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern einen sonnigen, erholsamen Sonntag! 🙂

Alla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Liebe Indra Rupp
An den unglaublichen Schlafmangel mit einem Kleinkind und einem 2-Jährigen, der gerade vor Eifersucht am Rad drehte, kann ich mich noch gut erinnern.
Irgendwann einmal musste ich ins Rathaus – irgendein Bürokratiekram. Ich könnte mich beim besten Willen nicht mehr an meinen Nachnamen erinnern. Nur mein Mädchenname kam mir noch ins Gedächtnis. Zum Glück konnte ich mich gerade noch daran erinnern, wo mein Personalausweis war! Da konnte ich meinen Nachnamen dann ablesen! 🙂
Mütter leisten schon Unglaubliches! Schade, dass das kaum anerkannt wird!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@ Bauklötzchen*
Na, Sie haben ja Vorurteile! Ich genieße meine Kinder, habe sie erst mit 4 in den Kiga gelassen und sie sind sehr sozial kompetent. Mein 15jähriger Sohn hilft mir und unterstützt mich, was in seinem Alter garnicht selbstverständlich ist und meine geistig behinderte Tochter ist ein Sonnenschein. Ich spreche hier nicht für mich, sondern für Frauen und speziell für den Beruf „Mutter“. Lehrer in diesem Forum fordern eine 24h-Schichtzulage oder an anderer Stelle 10.000Euro für die unsägliche Zumutung, die Kinder auf einer Klassenfahrt 24h am Tag zu haben. Ich Vergleiche das mit dem Job „Mutter“, der auch 24h am Tag geht und in etwa und unter bestimmten Voraussetzungen ähnlich aufwendig und anspruchsvoll ist und ernte hier tatsächlich komplett altbackene Antworten, die so besser in die 50er gepasst hätten. Mann, der Kinder betreut=große Leistung (10.000 Euro, 24h-Schichtzulage). Mutter, die darauf hinweist, dass sie das gleiche leisten muss = die hat wohl ihre Kinder nicht lieb oder warum beschwert die sich?
Wir sind also immer noch in einer Zeit, wo dem Beruf Mutter keine Achtung zukommt und Muttern hinterm Herd schön still und dankbar sein soll. Jeder darf darauf hinweisen, dass er in seinem Job harte Arbeit leistet, außer Mütter, denn das sieht dann so aus als hassen die ihre Kinder. Am besten holen wir gleich das Jugendamt. Wie kann eine Mutter nur erzählen, dass ein Säugling Schlafmangel verursacht… das hat die deutsche 50er Mutti gefälligst toll zu finden und wie bei einer Persilwerbung in die Kamera zu lächeln. Fleißig sein, nicht klagen, keine eigenen Wünsche haben, nicht selber denken, dass ist die Vorzeigemutti. Ist genau das nicht immer die Anforderung an Mütter gewesen und hat das nicht den Emazipationsprozess erschwert? Ich kann eure Kommentare noch weiter ausführen: Wie verbittert müssen Mütter sein, die arbeiten gehen wollen, wozu habe die Kinder bekommen, wenn sie die also garnicht wollen. Oder andersrum : Hausmann =moderner Mann, Hausfrau =Heimchen am Herd! Bisschen mehr reflektion, bitte!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Hey Alla, das war bestimmt Eisenmangel – hatte ich auch vom Stillen und hatte dadurch jeden Monat mein Portemonnaie irgendwo vergessen oder verloren 😉

Maren
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Also ich als Alleinerziehende weiß mit Sicherheit,was Mütter leisten.Würde das aber nicht mit einer Klassenfajrt vergleichen,wo man Verantwortung für 20 oder mehr fremde Kinder hat.Beides ist auf seine Weise fordernd.Finde nicht,dass man das gegeneinander aufwiegen kann/sollte.

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Entschuldigung Frau Rupp, aber was sie hier vergessen sind folgende Dinge:
-Es handelt sich um IHRE Kinder, und nicht um unsere!
-Für uns ist das tatsächlich ein Job, ich glaube kaum, dass Sie die von Ihnen genannten Dinge für das Nachbarskind machen würden. Sie erwarten aber, dass wir die Dinge für fremde Kinder erledigen, die Sie für ihre eigenen erledigen.
-Wenn alles gut läuft bekommen Sie ihre Entschädigung im Alter, wenn sich jemand um sie kümmert, wenn Sie im Altersheim sind, oder anderweitig auf Hilfe angewiesen sind.

Schlimm, dass man das so überhaupt erwähnen muss, aber wie kommt man nur auf die absurde Idee, die Arbeit mit seinem eigenen Kind mit der Arbeit eines normalen berufstätigen Menschen zu vergleichen?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Heinz
Sie wollen als Lehrer A13 verdienen und sich dann nicht mal um unsere Kinder kümmern, wenn sie Ihnen Schulpflichtmäßig – egal ob Unterricht, Klassenfahrt, ect – anvertraut werden MÜSSEN (!!!), weil es ja nicht eigene Kinder sind? Aua

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

Der Vergleich hinkt halt einfach.
Die Arbeit der Eltern ist sehr wichtig und stressig. Dafür entscheidet man sich als Familie normalerweise auch selbst. Ein Kind in der heutigen Zeit kann man durchaus als Luxus bezeichnen. Das kostet Geld und Nerven.

Klar kann man bei beidem sagen „…ist man freiwillig geworden.“. Dann müsste es aber auch kein Geweine geben, wenn Lehrer eben keine Klassenfahrten und Ausflüge machen. Das sollte keine Selbstverständlichkeit sein. Das ist eben kein Urlaub. Für sein Kind ist man v. A. selbst als Eltern(-teil) verantwortlich. Für die 20-30 SuS (bei mehrfachen Klassen auch mehr) sind eben die LuL 24-Stunden verantwortlich. In einer Zeit, in der LuL oft absolut nicht gewertschätzt und für alles gesellschaftlich negative verantwortlich gemacht werden, ist das nicht ohne. Dazu muss/sollte man natürlich selbstverständlich alle möglichen Problematiken im Kopf haben und wie Mediziner, Therapeuten und Psychologen auf jedwige Situation reagieren können. Falls sich bestimmte SuS aufführen und abgeholt werden müssen, muss man trotzdem die Kontrolle behalten und sowohl die Störenfriede, als auch die anderen SuS weiterhin beaufsichtigen. SuS von der Klassenfahrt vorab auszuschließen wird natürlich auch sofort angefochten. Sie mitzunehmen stellt ein erhöhtes Risiko dar.

Hierbei geht es auch nicht darum irgendwie den „Job Mutter“ oder „Job Vater“ herabzuwürdigen. Ich erwarte von einem Piloten auch nicht, mich (oder 1-30 Kinder) nach dem Flug noch durch Ausflüge zu bespaßen und rechtlich privat zu haften. Bei einer 4-Tages-Fahrt sieht das wiederum evtl. anders aus.
Wie ist es eigentlich dort rechtlich? Ebenso bei Pfadfindern (Zelteln)? Sind diese auch durchweg im Graubereich angesiedelt?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Klassenfahrten gehörten schon immer zur Schule dazu und jede Lehrkraft weiß das beim Berufsstart.
Ein paar Kleinkinder können aufwendiger sein als eine Horde größerer Kinder.
Im Sterben liegende Angehörige pflegen oder auch schwerstbehinderte Kinder kann die Aufgabe, sich um Säugling und Kleinkind zu kümmern noch um ein vielfaches toppen! – und ist auch wieder ein typischer Frauen/Mütter/Schwiegermütterjob, für den Niemand jemals das bekommen würde, was die Lehrer hier im Forum für ihre Leistung erwarten.

Was mich hier schaudern lässt, ist die Missgunst, nur weil ich das belanglos verglichen habe. Ich habe mich nicht beschwert, bin nicht frustriert und verbittert, habe niemanden pauschal verurteilt. Ich habe nur aufgezählt, was so im Alltag incl Schlafmangel und 24h-Bereitschaft zw Alleinerziehende Mutter mit mehreren Kleinstkindern und der Situation der Klassenfahrt vergleichbar an Aufwand wäre. Zudem habe ich die Aussagen von mir bekannten Machomännern zitiert, die garnicht finden, dass Hausfrauen überhaupt Arbeit haben aber wohl doppelmoralisch empört zustimmen würden, dass für die Klassenfahrt jede Nachtstunde mit Extrabonus besoldet werden sollte – zumindest bei männlichen Lehrern.
Dafür werde ICH (!) hier pauschal verurteilt, MIR (!) wird respektlos begegnet und dann wird MIR(!) noch vorgeworfen, dass das der Zusammenarbeit zw Eltern und Lehrkräften nicht zuträglich ist. Außerdem wird MIR (!) suggeriert, ich wäre mit meinen Kindern überfordert, würde meine Mutterschaft bereuen und meine Kinder ablehnen und das NUR (!), weil ich es gewagt habe zu erwähnen, dass ich den Aufwand der Kinderbetreuung nachvollziehen kann, weil es da Parallelen zur Arbeit als Mutter gibt. Dafür muss ich als Mutter runtergemacht werden? Warum? Weil ich behaupte, Schlafmangel ebenfalls zu kennen? Geht das gegen die Würde einer Lehrkraft, mit einer Mutter /Hausfrau verglichen zu werden? Wer schadet hier dem Verhältnis? Die Mutter, die sich auf Augenhöhe stellt oder der Lehrer, der das als Erniedrigung seiner selbst versteht? Wisst ihr eigentlich, wie hochgradig Frauenverachtend/Mütter verachtend das ist? Im Grunde ist auch egal, ob der Vergleich hinkt oder nicht. Das ich hier als Mutter nicht befugt bin, zu vergleichen, sagt alles und ist unendschuldbar!

Also, von daher entschuldige ich mich jetzt aufrichtig ^^!
Es steht (vor allem männlichen) Lehrkräften zu, 10.000 Euro zu erhalten und mit Preisen ausgezeichnet und angebetet zu werden, wenn sie fünf Tage lang Kinder über Nacht betreuen mussten. Das solltet ihr einfordern und für eure Wertschätzung kämpfen, denn euer Berufsstand wird ja mit Füßen getreten^^.
Für Mütter dagegen schickt es sich nicht auch nur zu erwähnen („… sowas kenne ich /tue ich Zuhause auch!“) welche Art von Arbeit und Aufwand sie Zuhause hat.-> Eine gute Mutter tut immer so, als macht alles Zuhause garkeine Arbeit, denn sonst wertschätzt sie ihr Muttersein nicht und ist unterste Schublade. <-Vor allem hat sie nicht den hart arbeitenden Männern reinruzureden,die Abends um 22 Uhr auf der Klassenfahrt noch nach den Zehnjährigen sehen mussten und tatsächlich Nachts von einem Kind geweckt wurden und sich sogar mit Fieber messen beschäftigen mussten. Wie kann da eine Mutter nur denken, sie leiste dasselbe und meint, sie könnte die gleiche Wertschätzung fordern (wenn auch ohne 10.000 Euro haben zu wollen). Das steht ihr echt nicht gut zu Gesicht ^^

OH je, jetzt müsst ihr echt die Wertschätzung eures Berufstandes retten. Wer hätte gedacht, dass Lehrer gegen Aufwertung von Müttern und Emanzipation sind. Ja, das ist jetzt eine pauschale Verurteilung. Allerdings schreibt ihr hier, wenn auch anonym, quasi stellvertretend für euren Berufsstand, zumindest wird es so von Lesenden aufgefasst. Am besten mal klar stellen, dass nicht alle Lehrer so denken wie ihr, um euren Kollegen nicht zu schaden.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Es gibt aber einen gewaltigen Unterschied zwischen Lehrkräften und Eltern:

Lehrkräfte sind Profis, d.h. sie machen Klassenfahrten und die damit verbundene „Rund-Um-Betreung“ inkl. aller (Haftungs-)risiken nicht aus Spaß oder weil die Kinder alle so liebe Menschen sind, sondern sie machen das PROFESSIONELL, d.h. sie verdienen damit ihr Geld. Und wenn irgendwann das „Chance-Risiko-Verhältnis“ nicht mehr stimmt, dann werden solche Fahrten nicht mehr gemacht. Die Überstunden bezahlt einem keiner, alleine schon aus diesem Grund sind Klassenfahrten ein Verlustgeschäft, wenn man die aufgewendete Lebenszeit mit einrechnet. Wenn dann noch die Risiken eskalieren, dann lohnt sich das Ganze nicht mehr. Wenn die soziale Gruppenerfahrung für die Kinder so wichtig ist, dann können deren Eltern ja gemeinsam in der Ferien verreisen. Hindert sie ja keiner dran.

Bauklötzchen*
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra
Es wird nicht besser 😉 Sie interpretieren (ich möchte jetzt „unterstellen“ vermeiden) ziemlich viel zwischen den Zeilen. Bleiben Sie doch einfach ruhig und sachlich, dann wird Ihren Worten mehr Achtung entgegengebracht. Und: Ja, Sie pauschalisieren! Ein Forist rechnet hier eine Aufwandspauschale vor (Die, wie ich denke, überspitzt sein sollte.) und Sie unterstellen jeder Lehrkraft eine solche Denke. Kein Einziger hier spricht Ihnen hier Ihre eventuell übermenschliche Aufopferung für Ihre Kinder und Angehörigen ab. Das spielt aber in der Diskussion um rechtliche Belange bei einer Klassenfahrt überhaupt keine Rolle. Der Ton in dem von Ihnen Geschriebenen ist einfach sehr aggressiv. Und das bemerke ich ausschließlich darauf bezogen. Ich kenne Sie ja nicht. Und Sie kennen die Ängste und Sorgen von Lehrern nicht, wenn es um rechtliche Dimensionen bei Klassenfahrten und -ausflügen geht. Das ist nämlich mitnichten Teil der Ausbildung und selbst auf Nachfrage bekommt man keine präzisen Aussagen vom Dienstherren, geschweige denn rechtliche Vertretung, sollte doch mal etwas schiefgehen. Das ist eine Grauzone, die eigentlich auch Eltern zu denken geben sollte. Insofern: Wir sind alle auf der selben Seite. Wir wollen, dass es Ihren Kindern und unseren Schülern gut geht. Und: Ja, dazu gehört gegenseitige (!) Wertschätzung. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag 🙂

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Sorry, aber ich finde ihre Ironie und Polemik alles andere als angebracht. Sind sie etwas verwundert, dass Sie mit ihrem haltlosen Vergleich keine jubelnde Zustimmung erhalten?
Mag ja sein, dass Sie mit solchen Kommentaren in irgendwelchen Eltern-WhatsApp-Gruppen viel Zuspruch bekommen, wo man mal wieder schön Lehrerbashing betreiben kann, aber haben Sie wirklich erwartet, dass dies auch in einem Lehrerforum passiert?

Ich kann sämtliche Ihrer Erläuterungen in keinster Weise nachvollziehen, weil sie vor Polemik nur so strotzen. Sie rechtfertigen alles damit, dass es anderen Menschen (wie Ihnen) ja noch schlechter geht. Was kommt als nächstes? Ein Vergleich mit den Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich sagte doch … Die Erwartungen sind halt da. Schule soll Klassenfahrten machen.
Die Bedingungen an Schulen (Integration, Inklusion und gesellschaftlicher Wandel sind nur einige von vielen Sachen) haben sich halt auch geändert. Es wird immer alles erwartet …
Wie Realist bereits schrieb können die SuS ja auch mit den Eltern Ausflüge machen – gerne dann auch als Gruppenverband.
Wenn das Ganze auch rechtlich nicht so problematisch wäre, dann wäre das auch eine andere Nummer. Aber die Erwartungshaltung und die rechtlichen Rahmenbedingungen sind halt nicht sonderlich prickelnd. Vom Geld mal sowieso abgesehen, aber das wäre eher eine Art Wertschätzung …

Ich spreche auch keinen stressigen Mutterjob, wenn sie schon darauf bestehen, dass Väter anscheinend kaum was machen, jemanden ab? (Vielleicht sollte man dann auch überlegen mit wem man Kinder macht – nichts gegen Sie, nur ein genereller Gedanke)

Nichts destotrotz hinkt der Vergleich halt einfach grundlegend.
Wenn ich an einem Wochenende einen Pilotensimulator 12 Stunden lang spielen würde, würde ich auch nicht erwarten, dass mich jemand wie ein Pilot mit Wochenendzuschlägen bezahlt. Stressig mag das – wenn man sich genug reinsteigert -wahrscheinlich trotzdem sein.
Das ist dann Freizeit/Hobby. (Habe einfach mal den Vergleich gemacht, da dieser auch absurd ist – denke den Sinn kann man entnehmen)

Das Eine hat rein gar nichts mit dem Anderen zu tun.
Klar ist der „Beruf“ Mutter stressig. Der Vergleich ist allerdings nicht sinnvoll, da die Rahmenbedingungen grundlegend anders sind.

Angelika
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Hallo Indra, (die Lehrer können gern diese Zeilen unbeachtet lassen.)
Kinderlos und nicht im Lehrberuf tätig kann ich Sie sehr gut verstehen. Da ich ab und an in Lehrerzimmern gesessen habe, fiel mir dort mancher „anbetungswürdige“ Lehrer auf. Insofern hat mich ihre Schilderung amüsiert – und ebenso die Kommentare von Grundschullehrerinnen, sobald ein „Anbetungswürdiger“ verschwunden war. Da fielen dann schon mal Sätze wie „Der Pfau schlägt Rad“ und andere, die Frauen schon mal vom Stapel lassen, wenn sie unter sich sind. – Hat übrigens nichts mit Lehrerbashing zu tun.

Schattenläufer
1 Monat zuvor

Unser Schulhof ist mit einer Linie abgegrenzt.
SuS, welche auf Klassenfahrt wollen, erkläre ich immer, dass dieser Strich für mich das am weitesten entfernte Reiseziel darstellt.
Klassenfahrten mögen sich auf manche Aspekte des schulischen Lebens positiv auswirken.
Wenn man den Aufwand für die Planung, inklusive der Beantragung beim Ministerium, die entstehende kostenlose Mehrarbeit, die völlig fehlende Unterstützung durch die Ministerien, die entstehende Verantwortung durch die, eigentlich nicht zu erfüllende, Aufsichtspflicht und die nicht vorhandene Rückendeckung bei tragischen Vorkommnissen abwägt, lässt das alles nur einen Schluss zu.
Klassenfahrten sind von den Ministerien einfach nicht gewollt.

Cornelia
1 Monat zuvor

Also ich dachte bei Allas Schilderung auch spontan so ähnlich wie Indra Rupp. Vor allem das mit der permanenten Aufsichtspflicht. Ich habe zwar noch keine mehrtägigen Klassenfahrten mit Schülern gemacht, und ich möchte die Ausführungen von Alla in keiner Weise herunterspielen ( das macht meiner Auffassung nach auch Indra Rupp nicht),die sind vollkommen richtig und sehr detailliert beschrieben. Mein Mann berichtete ähnliches über Klassenfahrten, die teilweise bis zu 10 Tage dauerten, und das in vielen Schuljahren. Meine eigenen Erfahrungen beschränken sich auf Schulausflüge und Lerngänge. Aber auch da war ich jedesmal froh, wenn alles gut ging und bin es heute noch. Auch gab es damals schon “ schwierige“ Eltern.
Weitere Erfahrungen beziehen sich auf die Zeit danach mit eigenen Kindern. Da muss ich sagen: wo Indra Rupp recht hat, da hat sie recht.
Und sicher kann man nicht alles 1:1 vergleichen. Aber ähnlich ist vieles schon. Jede Situation ist natürlich anders, ein behindertes oder schwieriges Kind zählt oft durchaus für 3. Und jedes weitere Kind geht nicht so einfach nebenher, wie es früher hieß. Dann sind auch Kleinkinder extrem verschieden. Meine eigenen waren sehr bewegungsfreudig und äußerst bald auf den Beinen. Meine Älteste war noch keine 5 Monate alt, als sie im Kinderwagen stand und sich am Verdeck fest hielt. Nein, das ist kein Fake. Mit 6 Monaten lief sie an den Regalen entlang und räumte aus. Mit 8 Monaten dann die ersten freien Schritte. Die Kinderärztin sagte, das ist zu früh. Ich solle alles aus dem Weg räumen, an dem sie sich hochziehen kann. Nach meinem Einwand, sie ziehe sich auch an mir und am Türrahmen hoch, meinte sie, dann können Sie nichts machen. Andere Eltern fragten mich, ob ich mit ihr trainiere….Die Jungs waren fast genau so früh dran. Weiter ging es dann zum Klettern. Ich konnte mich kaum umdrehen, da hatten sie sich schon wieder in gefährliche Situationen begeben. Sie waren eben einfach besonders grazil und bewegungsfreudiger als andere Kinder. Wir stellten uns darauf ein und machten das beste daraus. Es forderte natürlich extrem viel Einsatz, sie waren eben keine Schlafmützen. Selbst mit Schlafsack und im Dunkeln schafften sie es mit knapp 2Jahren, ohne Leiter auf das Stockbett zu klettern.
Nur die Jüngste lernte, aufgrund ihrer Behinderung, erst mit 5 Monaten laufen.
Haben Kinder zu viel Antrieb und man muss sie ständig bremsen, ist es sehr stressig, haben sie zu wenig Antrieb und man muss sie ständig antreiben, ist es gewiss auch nicht leicht. Nur ein Aspekt unter vielen, was die Erziehung erschweren kann.
Im übrigen denke ich auch, wie Bauklötzchen*, wichtig ist gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern, und gegenseitiger Respekt.
Oft gibt es diese Übergriffigkeit, jeder weiß es besser, wie man erzieht, oder wie man unterrichtet, das verdirbt am meisten die Freude am Unterrichten oder am Erziehen der eigenen Kinder.

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  Cornelia

„Nur die Jüngste lernte, aufgrund ihrer Behinderung, erst mit 5 Jahren laufen“ muss es natürlich heißen.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Cornelia

Aber darum geht es doch nicht, oder?
Warum sollte man den Vergleich des Aufwands und der rechtlichen Rahmenbedingungen „Eigene Kinder erziehen vs. Klassenausflüge“ machen?
Wozu soll das führen/dienlich sein?
Das würde mich einfach mal interessieren, wie so ein Vergleich zielführend wäre.

Mit der Zusammenarbeit und dem gegenseitigen Respekt bin ich sofort bei Ihnen.
Auch bei der Anerkennung und Verständnis bei Problemen und schwierigen Kindern für viele Familien. Darüber kann man gerne sprechen, wie Sie und Indra das machen. Aber den Vergleich verstehe ich nicht. Beides ist wichtig und zu wertschätzen. Der Vergleich hinkt aber meiner Meinung nach einfach stark.

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Was ich schrieb, ist eine Assoziation, die sich mir beim Lesen der Kommentare von Alla aufgedrängt hat. Dem darauffolgenden Kommentar von Indra Rupp konnte ich deshalb zumindest zu Teilen voll zustimmen.
Es geht mir nicht um einen Vergleich in allen Details,diese sind ja sehr verschieden. Aber die Intensität der beiden Aufgaben und der Aufsichtspflicht ist eben in den genannten Beispielen meiner Ansicht nach durchaus vergleichbar.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Cornelia

Aber auf was wollen Sie dann hinaus?
Das steht halt eben als Frage offen …

Klar ist „Mutter“ und „Vater“ sein stressig.
Aber warum sollte man das Vergleichen?
Ich stelle im Lehrerberuf auch keinen Vergleich mit einem Vollzeit-Sozpäd., Psychologen, Coach, Ernährungsberater, Suchtberater usw. usw. und fordere den Lohn von allen zusammen, obwohl das an manchen Stellen halt zur Arbeit dazu gehört.

Ich erwarte von keinem Elternteil, dass es mit 30 Kindern Ausflüge macht, über alle Eventualitäten bescheid weiß und rechtlich dafür haftet. Und das auch noch als Selbstverständlichkeit.
Beim „Job Elternteil“ hat man die Aufsichtspflicht für SEIN eigenes Kind und normalerweise bemängelt das (privat) auch niemand und klagt etwas ein. Beim Lehrerjob hat man die Aufsichtspflicht über 15-30 ANDERE Kinder. Das sehe ich als WESENTLICHEN Unterschied.

Aber klar finde ich es schön, wenn Eltern mit einem zusammen arbeiten und nicht gegen einen. Man will ja normalerweise beidseitig das Beste für das Kind.
Ich finde es auch super, wenn die Kinder rechtzeitig in der Schule sind, gut erzogen sind, die Eltern sich bei Problemen ggf. um Abholung kümmern, Essen bei Bedarf einpacken und die Hausaufgaben auch mal ansehen bzw. das Schulheft und mit den Kinder auch mal Lesen und Rechnen üben.
Verstehe aber auch, wenn es nicht jeder immer schafft und es auch Probleme geben kann/gibt. Dann kann man vllt. selbst einiges auffangen, wenn man dafür Kapazitäten hat.

Aber die Selbstverständlichkeit für alles finde ich oft erstaunlich. „Ausflüge gehören zur Schule dazu“ – aber weeeehe es passt mal was nicht in den Kragen…dann aber 😉
Oder in Richtung „ist ja nur mal kurz wohin gegangen, nichts großartig – eigentlich sogar bezahlter Urlaub und mal so nebenbei gemacht“.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Jede(r), der/die schon mal eine Klassenfahrt als verantwortliche Lehrkraft mitgemacht hat, weiß, was das bedeutet 24/7/30.

Jede(r), der/die schon mal eigene Kids großgezogen und betreut hat, weiß, das das bedeutet 24/7/deutlich weniger als 30 Kids.

Somit ist alles gesagt.

Ich könnte natürlich noch die immensen Summen anführen, die von der Lehrkraft vorgestreckt werden müssen, da die einen oder anderen Eltern das verbaselt haben und verbaseln und überhaupt nicht zu erreichen sind und man auf dem Geld (Zinsloses Darlehn wird Spende) sitzen bleibt.

Ich könnte natürlch noch den ganzen Ärger vorweg (abgesehen vom Geld) anführen, der sich darauf bezieht, dass das Reiseziel nicht genehm ist und die Art der Unterbringung ja gar nicht geht…..

Ich könnte noch anmerken, dass der Unterrichtsausfall dieser Lehrkraft/Lehrkräfte ja planbar ist. Das heißt, für alle Stunden in allen Klassen in jedem Fach müssen vorab Aufgabenpläne / Arbeitspläne mit ABs und Lösungen erstellt werden, damit der Unterricht stattfinden kann. Also wird der Unterricht auch vorbereitet – zusätzlich zu einer Klassenfahrt echt lustig.

Ich könnte noch anmerken, dass es gar nicht so lustig ist, wenn auf der Klassenfahrt Kids rauchen und Alkohol konsumieren, sie von Zecken gebissen werden oder sonst etwas Derartiges geschieht. Im Bestfall sind genügend Aufsichten dort, dass man mit dem einen oder anderen Kid zum Arzt kann. Sonst heißt das Notarzt. Und wer – bitte – passt auf die anderen Kids auf?

Ich könnte noch anmerken, dass auch bei „nur“ einem Arm-Bein-was-auch-immer-Bruch eine Lehrkraft bei der entsprechenden Person bleibt. Lustig für die andere Lehrkraft, die dann plötzlich (und das ist nicht erlaubt!) die Aufsicht über die restlichen 59 Kids hat. Ab 14 Kids zwei Aufsichten – was ja ohnehin schon nicht geht, da sonst die Schule dichtgemacht werden muss (rattaratta – ja, bei 60 Kids müssten um die neun Lehrkräfte bzw. Aufsichtspersonen mit).

Es ist ein Megaspagat und man kann sich freuen, wenn alle heile zurückkommen. Und auch abgeholt werden. Es gibt doch echt Eltern, die das vergessen!

Eine Kollegin hat mal auf einem Elternabend gesagt: Ich fahre mit Ihren Kindern, wohin Sie wollen. Bitte kümmern Sie sich drum. …… Klar, dass sie nie eine Klassenfahrt gemacht hat, oder?!

Indra Rupp
1 Monat zuvor

Nee, Riesenzwerg, damit ist nicht alles gesagt und wenn ihr euch schon so auf den Schlips getreten fühlt, weil ihr mit Hausfrauen verglichen werdet (und das nebenbei eure Einstellung über Hausfrauen deutlich macht) und du noch deine Wut auf Eltern hier rauslässt, dann hier auch einmal ein Klassenfahrt Beispiel von mir als damalige Mutter eines Viertklässlers:
GS, 40 Kinder bzw 2 Klassen, 3Lehrerinnen und ein Praktikant, 5 Tage (davon Tag 1 Anreise, Tag 5 Abreise und somit nur halbe Tage. Betreuungsschlüssel also 1:10,im Falle, dass eine Lehrerin bei einem Kind wegen Beinbruch ect bleiben muss immer noch ein Betreuungsschlüssel von 1:13. Also nicht 24/7/30 sondern 24/4/10!
Vergleich Mutter 24/365/3! Nun nehme man noch den Kitabereich zum Vergleichen um einschätzen zu können inwiefern drei Kleinstkinder bezüglich Personalschlüssel mehr Bedarf haben und die Zahlen drei und zehn nähern sich. Davon ab : Ein Säugling, der die – sagen wir mal – ersten acht Wochen Nachts alle zwei Stunden aufwacht ist nicht durch eine ganze Klassenfahrtshorde zu toppen!

Ich könnte noch anmerken, dass mir in deinen Beschreibungen noch ganz viele andere Parallelen zum Job „Mutter“ auffallen, vor allem der Satz :“ Und wer, bitte schön, passt so lange auf die (anderen) Kinder auf?“

Ich könnte noch anmerken, dass es nicht respektlos ist, Vergleiche zu ziehen, denn Bemerkungen wie „… das kenne ich auch… das ist in etwa, wie bei….“ könnten auch Verständnis und Empathie ausdrücken. Schaut euch meinen harmlosen ersten Kommentar an. Wenn ihr da soviel Antipathie reinlest, dann weil ihr das so wollt und zwar, weil ihr es entwürdigend findet, mit Müttern auf eine Stufe gestellt zu werden. Respektlos ist in Wahrheit Moralapostel @Bauklötzchen*, der*die mich als Mutter /Person mit “ lass deinen Frust in Eltern Foren ab, da kann dir vielleicht jemand helfen, wie du deine unerträgliche Bürde als Mutter ect ect“ persönlich angreift und somit das selber am besten kann, was er*sie anprangert .

Ich könnte noch zu deinem letzten Beispiel anmerken, dass Eltern nicht die Aufgaben von Lehrkräften bezüglich Klassenfahrtplanung übernehmen wollen, zumal Lehrkräfte mitunter das zehnfache dieser Eltern verdienen. Anders sieht es in Waldorfschulen aus, wo die Elternmitarbeit von vornherein Teil der Bedingungen und so abgesprochen ist und nicht von einer einzelnen Lehrkraft individuell entschieden wird.

Ich könnte zuletzt noch anmerken, dass ich Lehrerinnen kenne, die gerne auf Klassenfahrt fahren. Zum einen, weil sie gerne an die Nordsee fahren, zum anderen, weil sie sich freuen, dass es in ihrer Beziehung zu den Kindern mal nicht um Noten, Büffeln und Leistungsdruck geht. Sie lieben das, genau wie andere Erlebnisse/Ausflüge und alles, wo man sich mal auf menschlicher, unbeschwerterer Seite zeigen kann und nicht immer nur die, mit dem Rot Stift, ist. Obwohl es anstrengend ist! Und die haben auch entsprechend Empathie für Eltern, die ihren Elternjob lieben, obwohl er anstrengend ist. Ja, wir haben ein richtig gutes Verhältnis. Nach den ersten Tagen mit der neuen ersten Klasse habe ich gefragt, ob es anstrengend ist und die Antwort war „Ja! Das ist doch was ganz anderes, als die Viertklässler davor.“ Und beim ersten Eltern Stammtischplaudertreffen „Soll ich dazu kommen? Ich komme da auch wohl hin“ – “ Das können Sie gerne machen, müssen Sie aber nicht. Sie müssen nicht dafür extra Ihre Freizeit opfern.“ (hat sie dann auch nicht gemacht). Aber das waren ja auch alles gesunde Gespräche, die fanden nicht in Foren statt…

Bauklötzchen*
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra
Bitte zitieren Sie mich richtig. Ihre Worte lassen tief blicken. Dabei will ich es nun auch belassen, denn zu einem sachlichen Austausch sind Sie nicht (mehr) in der Lage. Mit allem Respekt, den ich für Sie aufbieten kann, Ihr „Moralapostel“ Bauklötzchen 😉

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich ergänze noch diesen Beitrag von mir :
Genauso empathisch natürlich auch umgekehrt – > Kind vergisst Schulranzen mit zur Schule zu nehmen 🙂 – > klingeling :“ Hallo, Frau Rupp, Sie sind doch wohl bei dem Wetter nicht losgeradelt den langen Weg? Er kann doch auch bei den Anderen mit reinschauen…“

Aber noch ein paar weitere Kommentare hier von bestimmten Leuten und ich fange an, den Schüler*innen im Artikel ihre Story zu glauben…

@Bauklötzchen*
Sie sind zwar ein Moral Apostel aber zeigen hier selber keine Moral, dafür ganz deutlich eine ganz große Lehrermacke: Nämlich suggestiv zu sein! Wenden Sie das bei Ihren Schüler*innen und deren Eltern auch an um sie zu manipulieren und zu beeinflussen, so wie Sie den Lesenden hier vorgaukeln, ich würde das tun, was eigentlich Sie hier machen? Wer trotzdem noch selber denken möchte – einfach alles noch einmal objektiv durchlesen!

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„Aber noch ein paar weitere Kommentare hier von bestimmten Leuten und ich fange an, den Schüler*innen im Artikel ihre Story zu glauben…“
Und die SuS hatten ALLE weder Handy, noch sozialen Kontakt zu irgendeiner Person in dieser Zeit?
Sorry, aber das kann ich mir einfach nicht vorstellen … Anruf bei einer Notfallnummer, Anruf bei den Eltern (egal welchen!), Ansprechen auf der Straße um Hilfe, im Hotel/Jugendherberge die Zuständigen ansprechen, bei der Schule anrufen, in ein Geschäft gehen, usw. … Darauf ist kein einziger SuS gekommen? Wo sind die aufgewachsen? Da gibt es soo viele Möglichkeiten und offene Fragen…
Warum haben die Eltern nie angerufen? Gar keiner der Eltern? (Auch hier hätte man doch mal erwähnt, dass es jemanden extremst schlecht ginge?)
Nehmen wir einfach mal an, dass die Lehrer alle einen Unfall hätten. Was wäre dann gewesen?
Also sogar ganz ohne LuL hätte man hier doch erwarten können, dass man in der Zeit als Klasse/SuS gehandelt hätte?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra Rupp

Erst heute wieder da. Klassenfahrt.

„Nee, Riesenzwerg, damit ist nicht alles gesagt“

– habe ich auch nicht behauptet. Es gibt noch viel zu sagen und zu schreiben, aber das scheint mir der Mühe nicht wert. Ich habe den Eindruck, dass hier ganz andere Gründe für Ihre vielen Kommentare vorliegen.

„und wenn ihr euch schon so auf den Schlips getreten fühlt, weil ihr mit Hausfrauen verglichen werdet (und das nebenbei eure Einstellung über Hausfrauen deutlich macht)“

– hier bitte bei MIR bleiben – ICH fühle mich weder auf einen Schlips getreten noch habe ich ein Problem damit, mit Hausfrauen verglichen zu werden und was MEINE Einstellung Hausfrauen gegenüber betrifft, ist hier noch nie zur Sprache gekommen.

Ich bin von einer „NUR“Hausfrau (meiner nicht berufstätigen Mutter) aufgezogen und erzogen worden. Ich bin ihr sehr dankbar dafür, dass sie erst arbeiten ging – halbtags vormittags – als ich aus dem Gröbsten raus war und ihre Arbeitszeit aufstockte – ganztags – als ich alt genug war und viele Dinge – Hausaufgaben, Mittag machen etc. – selber hinbekam. Das Kochen habe ich von ihr gelernt und bin damals sehr stolz darauf gewesen – heute koche ich anders, aber das interessiert vermutlich nicht. Sie trug zu meiner Selbstständigkeit bei – hoch die Daumen für meine Kompetenzen – hoch die Daumen für ihre Kompetenzen!

„und du noch deine Wut auf Eltern hier rauslässt,“ – hier schwappt offensichtlich nicht mein Ton mit, sondern, mit Verlaub, Ihrer. Ich lasse hier keine Wut raus

– das war (ich habe es extra noch einmal nachgelesen) keine Wut, es war eher sachlich/ironisch.

„dann hier auch einmal ein Klassenfahrt Beispiel von mir als damalige Mutter eines Viertklässlers:
GS, 40 Kinder bzw 2 Klassen, 3Lehrerinnen und ein Praktikant, 5 Tage (davon Tag 1 Anreise, Tag 5 Abreise und somit nur halbe Tage. Betreuungsschlüssel also 1:10,im Falle, dass eine Lehrerin bei einem Kind wegen Beinbruch ect bleiben muss immer noch ein Betreuungsschlüssel von 1:13. Also nicht 24/7/30 sondern 24/4/10!“

– Das ist prima. Solche Klassenfahrten machen Spaß. Wird aber leider immer weniger. Im obigen Beispiel von mir ist aber 4 die MUSS-Zahl. Die REAL-Zahl war geringer. Das Beispiel, das ich beim Schreiben vor Augen hatte, habe ich auch nicht ganz so ausgeführlich beschrieben. Ich versichere Ihnen – es war schlimm! Und genau hier ging der Betreuungsschlüssel nicht auf. Es kommt nämlich auch immer darauf an, wo man sich im Falle eines solchen Falles befindet – oder wohin man unterwegs ist.

„Vergleich Mutter 24/365/3! Nun nehme man noch den Kitabereich zum Vergleichen um einschätzen zu können inwiefern drei Kleinstkinder bezüglich Personalschlüssel mehr Bedarf haben und die Zahlen drei und zehn nähern sich. Davon ab : Ein Säugling, der die – sagen wir mal – ersten acht Wochen Nachts alle zwei Stunden aufwacht ist nicht durch eine ganze Klassenfahrtshorde zu toppen!“

– Hier antworte ich nur mal auf den letzten Teil. DOCH, denn ein Säugling, der zwischendurch mal schläft, kann es nicht mit SuS aufnehmen, die reihum schlafen und wach sind.

„Ich könnte noch anmerken, dass mir in deinen Beschreibungen noch ganz viele andere Parallelen zum Job „Mutter“ auffallen, vor allem der Satz :“ Und wer, bitte schön, passt so lange auf die (anderen) Kinder auf?““

– Ich habe nie abgestritten, dass es beim Lehrerberuf diesbezügliche Parallelen gibt. Wäre ja auch ein wenig sinnbefreit – von Erwachsenen betreute Kinder – das hat immer ähnliche Parallelen.

„Ich könnte noch anmerken, dass es nicht respektlos ist, Vergleiche zu ziehen, denn Bemerkungen wie „… das kenne ich auch… das ist in etwa, wie bei….“ könnten auch Verständnis und Empathie ausdrücken.“

– da stimme ich vollkommen zu! (Es ist u.a. ja eben auch die Lesart, die eine Rolle spielt.)

Schaut euch meinen harmlosen ersten Kommentar an. Wenn ihr da soviel Antipathie reinlest, dann weil ihr das so wollt und zwar, weil ihr es entwürdigend findet, mit Müttern auf eine Stufe gestellt zu werden. Respektlos ist in Wahrheit Moralapostel @Bauklötzchen*, der*die mich als Mutter /Person mit “ lass deinen Frust in Eltern Foren ab, da kann dir vielleicht jemand helfen, wie du deine unerträgliche Bürde als Mutter ect ect“ persönlich angreift und somit das selber am besten kann, was er*sie anprangert .

„Ich könnte noch zu deinem letzten Beispiel anmerken, dass Eltern nicht die Aufgaben von Lehrkräften bezüglich Klassenfahrtplanung übernehmen wollen, zumal Lehrkräfte mitunter das zehnfache dieser Eltern verdienen.“

– Ja. Das wäre möglich. Nicht möglich ist m.E. die Rechnung. Außerdem (Achtung Ironie!) ja auch Eltern geben, die einfach Spaß daran haben, in ihrer FREIzeit die Klassenfahrt zu organisieren (Ende Ironie). Das vom Gehalt abhängig zu machen, halte ich für nicht zielführend. Wir machen allein für eine Klassenfahrt jede Menge Überstunden. Das fängt mit den Vorbereitungen an, geht beim Geldeinsammaln weiter, ebenso bei den ganzen Bescheinigungen, die von Elternseite unterschrieben eingereicht werden müssen und dann ist man dort wirklich 24/7 im Einsatz.

Und vergessen wir bitte nicht, dass die Klassenfahrt selbst bezahlt wird.
Und vergessen wir bitte nicht, dass der Unterricht vorbereitet wird.
Und vergessen wir bitte nicht, dass die Überstunden nicht bezahlt werden.
Und vergessen wir bitte nicht, dass es keine einzige Stunde dafür frei gibt.

„Anders sieht es in Waldorfschulen aus, wo die Elternmitarbeit von vornherein Teil der Bedingungen und so abgesprochen ist und nicht von einer einzelnen Lehrkraft individuell entschieden wird.“

– DAS würde ja bedeuten, wenn sich das gesamte Kollegium einig ist, dass Eltern diese Aufgaben übernehmen, ist das in Ordnung – unabhängig vom Gehalt.

„Ich könnte zuletzt noch anmerken, dass ich Lehrerinnen kenne, die gerne auf Klassenfahrt fahren. Zum einen, weil sie gerne an die Nordsee fahren, zum anderen, weil sie sich freuen, dass es in ihrer Beziehung zu den Kindern mal nicht um Noten, Büffeln und Leistungsdruck geht. Sie lieben das, genau wie andere Erlebnisse/Ausflüge und alles, wo man sich mal auf menschlicher, unbeschwerterer Seite zeigen kann und nicht immer nur die, mit dem Rot Stift, ist. Obwohl es anstrengend ist! Und die haben auch entsprechend Empathie für Eltern, die ihren Elternjob lieben, obwohl er anstrengend ist.“

– Ja. Und ich finde es gut, dass Sie das anmerken. Es geht doch im Grunde immer nur um Klassenfahrten, die irgendwie schief laufen, wo etwas passiert, wo jemand zu Schaden kommt, …. . Und dann die Lehrkraft schuld ist – was ja gar nicht anders sein kann. DAS ist das Thema – und ich kann verstehen, dass KuKs keine Lust mehr haben, neben all den anderen Halbgefängnisaufenthalten, den Überstunden und dem „alles nur faule Säcke“-Gemecker wirklich nicht mehr wollen und können.

Sie beschweren sich zurecht über die geringe Wertschätzung von Eltern und ihrer Arbeit.
Wir machen nichts anderes, als uns auch zu beschweren, weil wir die Sündenböcke der Nation sind.

Und zum Thema ELTERNStammtisch – da gehe ich als Lehrkraft nur hin, wenn ich extra eingeladen werden – unabhängig von Freizeit oder nicht. Denn der Stammtisch ist für Eltern – die dürfen sich da gerne auch mal auskoxxen.

Und ja – es gibt Eltern, die vergessen, ihr Kind vom Bus abzuholen. Und wer wartet dann mit ihnen? Dreimal dürfen Sie raten.

Pension
1 Monat zuvor

Klassenfahrt? Nicht mit mir!
Ale Teilzeitkraft schon grad gar nicht.

Indra Rupp
1 Monat zuvor

@Bauklötzchen*

Gerne kann ich Sie noch einmal „richtig“ zitieren :

„… ich entschuldige mich stellvertretend für wen auch immer, dass Sie die schwere Bürde eigener Kinder tragen müssen. Lassen Sie Ihren Frust doch bitte in Eltern-Foren raus, vielleicht erhalten Sie dort wertvolle Tipps, Ihre Herausforderungen leichter ertragen zu können… “

Das war Ihre Reaktion auf folgende Aussage von mir :“… es [ die Klassenfahrt] kommt etwa dem gleich, einen Säugling mit noch ein paar älteren Geschwistern zu haben…[ folgend vergleichende Beispiele] Alle paar Stunden füttern/stillen, keine Zeit in Ruhe zu duschen/essen ect…“

Woraus entnehmen Sie da, dass ich möchte, dass sich jemand bei mir dafür entschuldigt, dass ich Kinder habe und es angeblich als schwere Bürde empfinden würde,sowie angeblich frustriert bin und Hilfe brauche damit ich das“ ertragen“ kann? Genau DAS suggerieren Sie mit einem Tarnmänntelchen aus pseudonetten Worten und der Absicht, dass ich für die letzte Assimutter gehalten werden soll und Sie als „Täter“ dabei ganz unschuldig und angeblich höflich bei weg kommen.

Das ist hochgradig suggerierend, heuchlerisch, verachtend und respektlos. Die höfliche Schreibweise ist ein Alibi, genau wie Ihre“ sonnigen“ Grüße am Schluß und soll den eigentlich sarkastischen Inhalt, der Lesenden suggeriert, sie würden einer „Assimutter“ antworten, legitimieren, so dass Sie sich hinter angeblicher Freundlichkeit verstecken und doch was unfreundliches sagen können.

Antworte ich aufgrund dieses indirekten, mit Tarnmänntelchen ausgestatteten, demütigenden Angriffes entsprechend in Abwehr, konstruieren Sie mit viel pseudo Höflichkeit den weiteren Verlauf, um mich dorthin zu bringen, wo Sie mich als Show für die anderen Lesenden haben wollen. Nämlich in die Rolle der Assimutter, die unschuldige Lehrer angreift.

Sie sind allerdings nicht die erste Lehrkraft, bei der einem die Nackenhaare zu Berge stehen, wenn er*sie was „nettes“ sagt.

Wie ich schon anderswo schrieb, ist suggerieren eine ganz große „Lehrer Macke“, denn das Suggerieren erfordert emotionale und kommunikative Intelligenz, die Lehrkräfte in der Regel haben und wird vor allem in Bereichen, wo man versucht sich im sozialen Miteinander Autorität zu verschaffen bzw sich zu behaupten (sprich :vor allem in der Schule) eingesetzt.

Niemand mit solch einer Neigung sollte einen sozialen Beruf ausüben!

Angelika
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das habe ich auch gedacht.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Angelika

@Indra Rupp
„Wie ich schon anderswo schrieb, ist suggerieren eine ganz große „Lehrer Macke““
„Niemand mit solch einer Neigung sollte einen sozialen Beruf ausüben!“

Verstehe ich nicht so wirklich?
Kommt auf die Suggestion drauf an … Wird doch auch bei Psychologen, Sozialarbeitern, Erziehern, Hypnotiseuren (Medizinisch und Psychologisch), Mentalisten, Medizin/Heilpraktikern, Coaches usw. eingesetzt? Auch als Elternteil gibt es Suggestionen – viele machen das sogar unterbewusst. Es gibt Suggestionen, welche schlecht sind und welche, die gut sind.

Ich empfinde die Aussage von Blauklötzchen auch nicht sonderlich als Suggestion.
Die obige Aussage ist einfach offensiv angreifend. Das ist eine (negative) Unterstellung direkt Ihnen gegenüber. (Auch nicht direkt an anderen Eltern adressiert) Das ist auch jedem hier im Forum ersichtlich, was das bedeutet. Dass das nicht die feine Art ist, ist denke ich den Meisten klar.

Ihr Text, Frau Indra Rupp, kommt mir (subjektiv) allerdings schon so vor, als ob sie gerade etwas „Lehrerbashing“ betreiben würden. Vielleicht auch nur als Abwehrhaltung. Aber Sie wurden hier direkt angegriffen und projizieren das auf „viele Lehrer“ (Zitat „nicht die erste Lehrkraft“) und „große Lehrer Macke“, welchen zur nicht Eignung reicht (Zitat „Niemand … sozialen Beruf ausüben“).

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Was mich jetzt umtreibt ist die Frage, ob es zu dem Unglücksfall schon neue Ergebnisse und Erkenntnisse gibt.

Liebe Redaktion – wurdet ihr schon fündig?