Stark-Watzinger zu alarmierender Lese-Studie bei Viertklässlern: Nicht hinzunehmen

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Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger fordert mit Blick auf eine aktuelle Studie zur Lesekompetenz von Viertklässlern, dass es nicht wieder zu flächendeckenden Schulschließungen kommen darf. «Es ist nicht hinzunehmen, dass Viertklässler beim Lesen ein halbes Schuljahr verloren haben. Dabei ist Lesen eine der wichtigsten Grundkompetenzen», sagte die FDP-Politikerin am Dienstag.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass sie weiter abgehängt werden“: Bundesbildungsministerin Bettina Stark Watzinger (FDP). Foto: BMBF / Hans-Joachim Rickel

Eine repräsentative Studie des Instituts für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund zeigt, dass Viertklässler während der Corona-Pandemie beim Lesen deutlich zurückgefallen sind. Unter fast 4300 getesteten Grundschülern wiesen Kinder der vierten Klassen 2021 nach gut einem Jahr pandemiebedingter Einschränkungen eine «substanziell geringere» Lesekompetenz auf als Viertklässler 2016. Im Durchschnitt fehlte ihnen ein halbes Schuljahr. News4teachers berichtet aktuell über die Studie des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der TU Dortmund.

Sozial benachteiligte Schüler seien besonders stark zurückgefallen, sagte Stark-Watzinger. «Wir dürfen nicht zulassen, dass sie weiter abgehängt werden.» Die Bildungsministerin verwies auf das Corona-Aufholprogramm des Bundes, mit dem Länder beim Abbau von Lernrückständen unterstützt würden, und auf das sogenannte Startchancen-Programm der Ampel-Koalition. Die Studie belege, dass dies dringend nötig sei.

Das Programm hatten SPD, Grüne und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart. Mehr als 4000 allgemein- und berufsbildende Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler sollen mit einem speziellen Investitionsprogramm gestärkt werden. News4teachers / mit Material der dpa

Zwei von drei Lehrkräften nennen Aufholprogramme von Bund und Ländern unzureichend

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Realist
2 Monate zuvor

„Corona-Aufholprogramm des Bundes“

Zwei Milliarden Euro für zwei Jahre. Irgendwie fehlt mir da der Faktor 50. Dieses! Wochenende! beschließen! Sonst ist es wohl doch nicht so wichtig…

Mika
2 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Nun ja, wenn man so überlegt, dass die Bundeswehr jetzt jährlich 2% des BIP erhalten soll, sind das pro Jahr und Soldat rund 400.000€ (laut Destatis 2021 um die 180.000 SoldatInnen, BIP rund 3600 Mia €). Laut Bildungsfinanzbericht 2021 des statistischen Bundesamtes wurden pro SchülerIn an den staatlichen Schulen 8200€ ausgegeben.
Ich denke, die Schulen und das gesamte Bildungssystem sind ähnlich runtergewirtschaftet wie die Bundeswehr, und Bildung ist mindestens ebenso wichtig! Sollten da nicht zumindest annähernd gleiche Investitionen erfolgen?

Realist
2 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Zusätzlich kommt noch Folgendes:

Während man für den Bereich Schule keine „technologische Abhängigkeit“ will und daher auf Behelfslösungen für Videokonferenzen usw. ausweicht (Stichwort: BBB), die nichts kosten dürfen und auch eine dementsprechende „Qualität“ liefern, verlässt man sich bei der Bundeswehr selbstverständlich auf die technologische Abhängigkeit vom großen Bruder mit der Beschaffung der F-35. Ich schätze mal Stückpreis ca. 150 Millionen.

Kann man alles machen, nur dann soll die Politik halt einfach einmal ehrlich sagen:

Bildung ist uns nicht so wichtig, Hauptsache billig. Andere Sachen sind wichtiger.

Aber bitte nicht immer die Sonntagsmärchen von der „Bildungsrepublik Deutschland“ verbreiten.

Man tut so, als ob Bildung irgendeine Priorität hätte, und wenn dann alles nicht wie gewünscht funktioniert, dann ist nicht etwa Personalmangel, Unterfinanzierung, Sanierungsstau und mangelhafte technische Ausstattung die Ursache, nein, es sind die faulen S…, die nur auf die Pension warten, wenn sie nicht zufällig krankgeschrieben oder in den Ferien sind oder ab und zu mal eine halben Vormittag unterrichten…

Sissi
2 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Tja wir laufen noch halbwegs,

obwohl wir noch schlechter gewartet werden
und das Bestellwesen, hier:
von Junglehrern statt Panzerketten auch komplett versandet.
Insofern muss Mikas Rechnung mindestens zweit- oder drittvorrangig gesehen werden; zuerst die Drosselung der Spritpreise und dann die Heizkostenzuschüsse,
– ( Mika gibts schon eine Vergleichsberechnung – neue Ölpreise – Luftfilter? )
weil sonst irgendwann der Hausmeister kündigt
und bei der Bundeswehr anheuert, weil dort die Toiletten nicht andauernd verstopft sind und für das Anzünden des Mülleimers Bundverweis- äh ein Termin mit R.V. drohen.

Palim
2 Monate zuvor

„«Es ist nicht hinzunehmen, dass Viertklässler beim Lesen ein halbes Schuljahr verloren haben. Dabei ist Lesen eine der wichtigsten Grundkompetenzen», sagte die FDP-Politikerin am Dienstag.“

Tja, und nun?
Ich hätte da auch ein paar Vorschläge.

Einer davon wäre, mal offen einzugestehen, dass grundlegende Bildung nicht gewährleistet werden kann in einem Bildungssystem, in dem eklatanter Lehrkräftemangel herrscht.

Anschließend wäre es schön, wenn man sich nicht mit Betroffenheitsbekundungen abwechselt, sondern sich um schnellstmögliche Abhilfe kümmert, indem man den Schulen Personal zugesteht und man weitreichende Ausbildung und Einstellung sofort umsetzt.

Mit den Ergebnissen auch dieser Studie kann man deutlich erkennen, dass die benachteiligten Kinder diese Hilfen besonders dringend benötigen … aber das will man nicht hören und findet es nur interessant, wenn man mit dem Verweis auf Benachteiligte Öffnungs-Wünsche in der Pandemie begründen will.

Kurzum:
Ihr wollt Leseförderung?
Dann bezahlt sie auch!

Maren
2 Monate zuvor
Antwortet  Palim

@Palim gut gesagt!

Emil
2 Monate zuvor

Es ist nicht hinzunehmen, dass die Kumis es in 2 Jahren nicht geschafft haben, Schulen Pandemie sicher auszurüsten. Luftfilter für jede Klasse in D Kosten etwa 1 Milliarde. Das ist 1/100stel des gerade aufgeworfen Militärbudgets.
Noch Fragen, Frau Bundesbildungsministerin??????

Honigkuchenpferd
2 Monate zuvor

Aleidis, von edlem Wesen 15. März 2022 um 22:44
Die schlechteren Lesefähigkeiten haben ganz klar etwas mit dem Distanz- bzw. Wechselunterricht zu tun, denn beides bedeutete vor allem ganz viel Unterrichtsausfall. Und den konnten die Eltern eben nicht auffangen. Dazu gehörte eben auch viel Lesen. Das haben viele Eltern sicherlich zu Hause nicht geschafft und die Lehrer online ja auch eher nicht. Das ist doch ganz klar. Man hat doch am PC nicht die Kinder vorlesen lassen und selbst wenn, dann war die Aufmerksamkeit der anderen eher gering.

Eltern kann und konnte man das nicht aufbürden. Eltern sind keine Lehrer (zumeist). Und jetzt sage bitte auch niemand mehr, „Lehrer kann jeder“. Kann eben doch nicht jeder.

Aleidis, Sie haben Recht !!

Halleluja
2 Monate zuvor
Antwortet  Honigkuchenpferd

Wenn Mama und Papa in ihrer Freizeit Bücher und Zeitung lesen, passiert das von ganz alleine.
Wenn sie ihre Freizeit vor dem Handy verbringen, dann eben nicht.
Muss man wollen.
Und wenn man das nicht will, ist weder Corona noch die Schule schuld.

Sissi
2 Monate zuvor
Antwortet  Halleluja

Das dachte ich mir auch:
Wir schieben jetzt einfach BA.1 und BA.2 alles ins Rucksäckchen: Lernrückstände, mangelnde Lesekompetenz, Lehrer, die davonlaufen oder gar nicht erst kommen, IT- probleme besonders bei der sonst faxen lassenden twitterlady, – die seuchenmäßig die Schulen anstecken- …………………das ist ! praktisch !.
Müssen sich die Glorreichen nicht mehr damit befassen

D. Orie
2 Monate zuvor

Es werden wohl wieder leere Versprechungen bleiben. Das kennen wir ja alle zur Genüge. Richtig @Palin: „Kurzum: Ihr wollt Leseförderung? Dann bezahlt sie auch!“ Nur noch hinzuzufügen sei: Und zwar bald! Und wirklich! Und echt! Und auf allen Ebenen!

Klaus
2 Monate zuvor

Ist doch ganz einfach:
youtube weg
Handys ab 18 Jahre
Sendeschluss im Fernsehen um 24 Uhr
Spielkonsolen, PC Spiele usw. ab 18 Jahre.
Mehr Lesestoff im Unterricht als virtuelles rumgezauber
usw.

… dann wird auch wieder gelesen

mama51
2 Monate zuvor
Antwortet  Klaus

🙂 …da ist was dran!

Am Post von „Halleluja“ und D.Orie aber auch!

Alla
2 Monate zuvor
Antwortet  Klaus

OMG, Klaus!
Machen Sie sich nicht unglücklich! Spielekonsolen an Schulen sind doch der Weisheit letzter Schluss! Muss unbedingt kommen! Gab es schon einen Artikel von N4T zu! Die Kommentatoren waren einhellig dafür! Ist die beste Bildung überhaupt! Wischen auf dem Tablet ist eine Kernkompetenz!
Lesen wird komplett überbewertet! Mit einem entsprechenden Endgerät oder evtl. einer entsprechenden App kann man sich doch alles vorlesen lassen!
Leider gehen mir die Ausrufezeichen aus.
Deshalb noch schnell: Ironie off!