Ende der Sommerwelle nicht in Sicht – Experten erwarten schwierigen Schuljahresbeginn

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BERLIN. In den vergangenen beiden Jahren schien Corona in den Sommermonaten fast verschwunden. In diesem Jahr ist das anders. Was bedeuten die vielen Infektionen für das kommende Schuljahr? «Wir wissen alle nicht, wie der Herbst wird, und Distanzunterricht muss möglich sein», sagt die neue NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU). Bislang verbietet das Infektionsschutzgesetz des Bundes den Ländern flächendeckende Schutzmaßnahmen in Schulen wie Einschränkungen des Präsenzunterrichts oder Maskenpflicht.

Experten warnen vor einem schweren Corona-Winter. Foto: Shutterstock

Trotz hochsommerlicher Temperaturen kommt die laufende Corona-Welle nicht zum Erliegen. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz der nachgewiesenen Infektionen sei in der vergangenen Woche wieder leicht angestiegen, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend. «Der Anstieg betraf vor allem Bundesländer in der Mitte und im Süden des Landes, und insbesondere die Altersgruppen ab 70 Jahre.» In der Woche zuvor war die Inzidenz laut RKI weitgehend unverändert geblieben.

«Momentan beobachten wir in unserem Modell, bedingt durch die Schulferien, eine Dämpfung der Sommerwelle»

Entwarnung könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geben, sagt Ulf Dittmer, Leiter des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Essen. «Die Welle ist noch nicht gebrochen.» Auch die Modellierungen eines Expertenteams um Kai Nagel von der TU Berlin legen diesen Schluss nahe. «Momentan beobachten wir in unserem Modell, bedingt durch die Schulferien, eine Dämpfung der Sommerwelle. Nach den Sommerferien geht unser Modell davon aus, dass die BA.5-Welle durch Reiserückkehrer:innen und auch durch den Schulbeginn wieder Auftrieb bekommt.» Die Modelle zeigten dann eine längere Phase mit vielen Neuinfektionen an.

Damit ist klar: Die zwei Jahre lang von praktisch allen Kultusministern verbreitete Behauptung, «Schulen sind nicht die Treiber der Pandemie», ist falsch.

Helfen die vielen Infektionen der vergangenen – und der kommenden – Wochen wenigstens dabei, die Immunität der Bevölkerung zu verbessern und die Lage im Herbst und Winter zu vereinfachen? Das ist den Experten zufolge fraglich. «Die hohen Fallzahlen jetzt haben natürlich bei vielen Menschen die Immunität via Infektion noch mal angestoßen, andererseits haben wir es doch mit Varianten mit hohem Immunfluchtpotenzial zu tun», sagt Hajo Zeeb vom Leibnitz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. «Man kann sich also nicht sonderlich sicher fühlen in Bezug auf Infektionen im Winter, wenn man jetzt im Sommer infiziert war, es gibt ganz klar Re-Infektionen.»

Grundsätzlich verbesserten die zahlreichen Infektionen der Sommerwelle die Immunitätslage der Bevölkerung für Herbst und Winter jedoch, sagt Virologe Dittmer. Aber nicht alle sind gleich gut geschützt. «Weniger gut vor schweren Verläufen schützen können wir allerdings weiter Patienten, die stark immunsupprimiert sind, zum Beispiel Nierentransplantierte», sagte Dittmer. Bei diesen Gruppen spreche die Impfung wegen des unterdrückten Immunsystems weniger gut an. Abgesehen davon bereiteten vor allem die Personalausfälle im Gesundheitswesen und anderen kritischen Bereichen Sorgen, sagte Dittmer.

Für den Schulbetrieb gibt es in den meisten Bundesländern so gut wie keine öffentlich gemachten Vorkehrungen für das kommende Schuljahr. Das Infektionsschutzgesetz des Bundes verbietet den Ländern, eine flächende Maskenpflicht in Schulen einzuführen oder den Präsenzunterricht einzuschränken – ob es daran Änderungen geben wird, ist völlig unklar. Auch eine Testpflicht wie in den Vorjahren ist in den meisten Bundesländern unwahrscheinlich. Hessen zum Beispiel hat angekündigt, lediglich mit freiwilligen Tests innerhalb der ersten beiden Wochen ins Schuljahr zu starten, wie News4teachers berichtete. Danach ist offenbar kein besonderer Coronaschutz mehr vorgesehen.

«Ende Juli wollen wir zuerst die Schulen und danach die Öffentlichkeit über die Corona-Regeln zum Schulstart informieren»

In Nordrhein-Westfalen, das als erstes Bundesland bereits am 10. August ins neue Schuljahr startet, gibt es noch nicht einmal konkrete Planungen. «Wir haben einen Corona-Koordinierungsstab eingerichtet“, so erklärte die neue Schulministerin Dorothee Feller (CDU) vergangene Woche in einem Interview mit der «Rheinischen Post». «Ich bin sehr froh, dass sich daran auch das Gesundheitsministerium beteiligt, damit eine frühe Abstimmung stattfindet. Außerdem sitzt dort die Expertise für den Infektionsschutz. Und auch das Familienministerium ist eingebunden. Ende Juli wollen wir fertig sein und dann nach den Gesprächen mit allen Beteiligten zuerst die Schulen und danach die Öffentlichkeit über die Corona-Regeln zum Schulstart informieren.» Feller betonte aber auch: «Wir wissen alle nicht, wie der Herbst wird, und Distanzunterricht muss möglich sein.»

Bereits seit einigen Wochen steigt die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, wieder an. Mit Stand vom Mittwoch liege ihre Zahl bei 1330, schreibt das RKI unter Berufung auf Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi). Eine Woche zuvor waren es 1238. Auch die Sterbefallzahlen stiegen an, allerdings bisher nur leicht.

Wie stark die Belastung der Intensivstationen in den kommenden Wochen zunehmen wird, ist schwer abzuschätzen. «Ich glaube nicht, dass die 1500 Patienten überschritten werden», sagt Andreas Schuppert von der RWTH Aachen. «Das steht aber unter dem Vorbehalt, dass die Welle sich nicht weiter aufsteilt, sondern nur noch flach bis abnehmend verläuft. Mit der momentan vorherrschenden Mutante sei die Liegezeit im Vergleich zu Delta und vorher deutlich kürzer, auch der Anteil beatmungspflichtiger Patienten sei deutlich niedriger.

Auf den Normalstationen im Krankenhaus ist die Lage laut RKI momentan relativ stabil. In der vergangenen Woche habe es insgesamt 3300 neue Krankenhausaufnahmen aufgrund einer schweren Atemwegsinfektion und Covid-19 gegeben. Zuvor waren es 3100. Alte Menschen ab 80 Jahren seien weiterhin am stärksten von schweren Krankheitsverläufen betroffen.

Unverändert hoch ist laut Wochenbericht auch die Zahl der Menschen, die wegen einer akuten Atemwegserkrankung einen Arzt aufsuchen. In der zurückliegenden Woche seien 1,2 Millionen Arztbesuche aus diesem Grund verzeichnet worden, bei Erwachsenen sei die Zahl bis zu dreimal höher als in dieser Jahreszeit üblich. Das RKI führt die hohe Zahl darauf zurück, dass außer Sars-CoV-2 auch Rhino- und Parainfluenzaviren zirkulierten. Bei Erwachsenen dominiere Sars-CoV-2. Den Berechnungen zufolge habe die Zahl der Corona-Infizierten mit Symptomen in der vergangenen Woche bundesweit bei 1 bis 1,6 Millionen gelegen – das ist noch einmal höher als zuletzt berichtet (800 000 bis 1,3 Millionen).

In medizinischen Behandlungseinrichtungen sowie in Alten- und Pflegeheimen würden erneut deutlich mehr Ausbrüche registriert, schreibt das RKI weiter. Aktive Ausbrüche gab es zuletzt in 157 medizinischen Behandlungseinrichtungen (Vorwoche: 108) und in
300 Alten- und Pflegeheimen (Vorwoche: 235).

Der bei Weitem überwiegende Anteil der Infektionen geht laut RKI auf die seit Mitte Juni dominierende Omikron-Subline BA.5 und die ihr zugeordneten Subtypen zurück. Ihr Anteil an den analysierten Proben liege inzwischen bei 87 Prozent, andere Varianten seien fast vollständig verdrängt, heißt es im Wochenbericht. Die BA.2 Sublinie BA.2.75, die sich in Indien und einigen anderen Regionen ausbreitet, sei in Deutschland bisher viermal in den Stichproben nachgewiesen worden. News4teachers / mit Material der dpa

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37 Kommentare
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Schattenläufer
4 Monate zuvor

Wieso einen schwierigen Schulbeginn???

Wir haben doch bewährte Konzepte!!!

Macht das Fenster auf und los geht es.
Corona gibt es nicht!
Falls doch außergewöhnlich viele faule Lehrer krank werden dann muss der Rest eben mal in die Hände spucken.

Fakten sind Hate
4 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ich freue mich schon auf die zusätzlichen Urlaubstage.

Moment. Die Urlaubstage haben nur die Geimpften erhalten. Ich musste hingegen mit 0 Krankheitstage die letzten 2 Jahre durcharbeiten.

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Urlaubstage? Wovon sprechen Sie?

Schattenläufer
4 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Den Mist verzapft er bei jedem zweiten Corona Post.
Soll heißen, dass die Lehrer sich über das vorspielen von Symptomen im Falle einer Corona Infektion Freizeit erschleichen sollen.
Nachdem er dann alle hinterhältig angefeindet hat, muss er noch betonen, dass er ein ganzer Kerl ist an den jede Krankheit einfach abprallt.
Zusätzlich lässt er einfließen dass er ein Durchblicker ist der sich die unnötige Impfung erspart hat und trotzdem keine Infektion bekommen hat.
Muss man gar nicht beachten. Da scheint geistig nicht mehr zu holen zu sein 🙂

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ach soooo, verstehe.
Danke @
Schattenläufer

mississippi
4 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Das denkt meine Kusine auch. Jetzt hat die ganze Familie Sommergrippe. Man testet sich nicht, sonst könnte was anderes herauskommen. Wäre mir ja egal, wenn man nicht munter überall weiter ohne Maske herumliefe, ohne abzuklären, ob es nicht Corona ist und die über 90jährige Tante nur mit Grippostad behandelt und nicht zum Arzt bringt.

Sissi
4 Monate zuvor
Antwortet  mississippi

Leider kein Einzelfall und genau das, was RV vorschlägt.
Er war ja offensichtlich bei der Abschlussfahrt, deren Teilnehmer wir gerade abbekommen, nicht dabei. ->RV- Dampfgeplaudere

Bavarianteachy
4 Monate zuvor
Antwortet  mississippi

Kann ich ähnlich in meiner Klasse beobachten:
Vor allem seit der vergangenen Woche (eine haben wir noch bis zu den Sommerferien) husten und schniefen die Kinder ohne Ende (und Rücksicht).
Getestet wird da keines; man will kein Ergebnis haben und damit den Sommerurlaub riskieren.

Manche sind tagelang krank gemeldet. Ohne ärztliche Bescheinigung ab dem dritten Fehltag, versteht sich.

Und ich habe mich den KollegInnen angeschlossen, die sich hüten werden, auf einer solchen Bescheinigung zu bestehen, weil die Eltern nicht zum Arzt gehen werden, da dieser vermutlich einen Test durchführen würde.
Wir befürchten, dass dieses Kind dann lieber wieder für einen Tag (oder ein paar Stunden bis zur Abholung durch die Eltern) in die Schule geschickt würde – Bazillen und Viren verbreitend, bis man es am nächsten Tag wieder krank melden könnte.

Georg
4 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ich wüsste auch nicht, wo die Politiker ein Problem sehen sollten.

mississippi
4 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Und wenn ihr ukrainische Schüler bekommt: Einfach einen Stuhl dazustellen, mehr Geld hat das Land nicht.

TaMu
4 Monate zuvor

Läuft doch prima am Schuljahresbeginn, wer krank ist, bleibt zu Hause und alle anderen, also die mit engem Kontakt zu jemandem mit Corona, die mit leichten Erkältungssymptomen, die mit dem positiven Test vor fünf Tagen und alle anderen, gehen frei von Masken, Tests und anderen unerfreulichen Maßnahmen zur Schule, in Betreuung und überall hin. Das setzt sich fort… wer krank ist, bleibt zu Hause etc siehe oben. Natürlich bricht dadurch der Schulalltag, die Kindertagespflege, die medizinische Versorgung und der öffentliche Nahverkehr ganz oder teilweise zusammen. Zu meinem großen Erstaunen wird das aber von der Mehrheit toleriert im Gegensatz zu privaten Schutzmaßnahmen VOR diesem Zustand. Das steht anscheinend gerade noch Krankenhäusern zu. Vorsichtsmaßnahmen in der Kindertagespflege wie Kind zu Hause lassen, wenn ein Elternteil Corona hat oder Tests für Eltern und Kinder führen nur zu Ärger, weil MAN das ja nicht mehr muss. Sollte jedoch die Tagesmutter erkranken und ausfallen, ist das für die Eltern mittlerweile etwas Normales, womit wir alle leben müssen und sie arrangieren sich. Dass die Tagesmutter ihren Ausfall selbst bezahlen muss, ist ihnen egal. Auch die Zahlung durch das Infektionsschutzgesetz verhindert die finanzielle Notlage nicht. Dass reihenweise Tagesmütter aufhören, weil sie dieses Haifischbecken verlassen, merkt die große Masse an Eltern erst, wenn sie gar keine Betreuung mehr bekommen, weil die Plätze fehlen, weil Tageseltern diese Situation schon finanziell nicht stemmen können und sich lieber einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz suchen, der häufig nichts mehr mit Kindern zu tun hat.
Im Blindflug gegen die Mauer? Nein danke.

Ich muss da mal was loswerden
4 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Dann kümmern sich die Eltern vielleicht auch mal wieder selbst mehr um ihre Kinder.

Sissi
4 Monate zuvor

Es ist den Leuten zum Teil wirklich nicht anzulasten, wenn sie sich unvorsichtig verhalten:
“ Grundsätzlich verbesserten die zahlreichen Infektionen der Sommerwelle die Immunitätslage der Bevölkerung für Herbst und Winter jedoch, sagt Virologe Dittmer.“
Dittmer nimmt zwar dann Immungeschwächte aus, geht aber weder auf jederzeit wieder mögliche Infektion nach Omicron ein noch auf minimalen Schutz ? gegen Urtyp oder neue Varianten.
Der Informationsdschungel ist den Leuten zu dicht; hier müsste dringend etwas geschehen.
Klar, jeder sollte sich in Eigenverantwortung informieren,
die in Freiheit geäußerten Ansichten/ Meinungen geben aber auch die Möglichkeit, sich die angenehmste rauszusuchen, Freiheit pur, die viele dann – erkrankt – büßen müssen.

Jeder hat es selbst in der Hand, darf sich dann im Herbst über DU nicht beschweren, wenn er jetzt kein Fest auslässt und seine Freiheit in vollen Zügen ohne Maske mit Maßkrug für4 Leute genießt, dann Urlaub am Allincl.büffet mit Übernachtung am Flughafen macht. –
Alles gut so, in Ordnung?
Wenn es nur diese Eigenverantwortungsgenies treffen würde – dann ja.
So, werden, so lange die Freiheitsliebhaber zudem noch Gelbförderung erhalten, die Vernünftigen an der A-Karte gehörig teilhaben, weil das Virus nicht auf Depp-oder-nicht-Depp achtet.

Ein Beispiel für für jeden verständliche Info

https://www.focus.de/gesundheit/news/omikron-infektion-schon-durchgemacht-so-schnell-koennen-sie-sich-wieder-anstecken_id_54033659.html

Muss man aber erstmal lesen, Schwurblern zuhören ist einfacher
( Superbsp. hier im forum, DirkZ, Larissa, Kynne….; es geht nie um Inhalte, sondern ums Nebelkerzlern)

Jan
4 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Der beste Weg, andere mit (guten) Argumenten zu überzeugen, ist, sie als Deppen zu beleidigen!

Sissi
4 Monate zuvor
Antwortet  Jan

Ach @ Frust-Jan; aus Bayern sind Sie jedenfalls nicht.
Depp nennt man hier auch einen Menschen, den mag echt mag, der sich aber dumm/der Lage nicht angemessen/etwas erschwerend…..verhält.
Sie dürfen ruhig weiter nach Anlässen für Ihre Nebelkerzlerei suchen.
Etwas zum Them mit – ausnahmsweise-Substanz käme aber besser.

Jan
4 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Mag sein, dass das in Bayern so ist. Aber darum gehts Ihnen doch gar nicht.

Rüdiger Vehrenkamp
4 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Also tragen Sie überall Maske, vermeiden weiterhin Kontakte und testen Sie sich täglich? Sie verzichten auf Restaurantbesuche, Kino, Konzerte, Schwimmbad, See, Volksfeste? Jedenfalls sollten Sie all das tun, wenn Sie das, was Sie hier predigen, auch wirklich so meinen.

Sie können natürlich Ihr Leben weiterhin mit angezogener Handbremse leben, aber bitte hören Sie auf, dies anderen Menschen vorschreiben zu wollen. Corona ist Teil unseres Lebens geworden und wird es gemeinsam mit anderen Infektionskrankheiten bleiben. Dauerhaft, für immer. So wie andere Viren. Das ist kein „Geschwurbel“, sondern Realität. Wer diese verkennt, schwurbelt sich seine eigene Welt vor. Was zu Beginn der Pandemie legitim war, ist es nach 2,5 Jahren und Einführung der Impfungen einfach nicht mehr.

Im Übrigen sparen wir Geld und vermeiden Abfall, wenn wir Masken und Coronatests endlich und komplett zu den Akten legen. Gleiches gilt für Distanzunterricht, der gerade Schülerinnen und Schüler aus Familien mit bildungsfernem Hintergrund immer mehr abgehängt hat. Das kann niemand mehr ernsthaft wollen. Wer dies verkennt, zündet selbst Nebelkerzen. Jedenfalls verhagelt die Forderung nach Distanzunterricht und/oder Lockdowns die Sicht auf die ärmsten Familien.

Last edited 4 Monate zuvor by Rüdiger Vehrenkamp
Sissi
4 Monate zuvor

Wer sich an den Textbausteinen weiter abarbeiten will, tue das; mir ists mittlerweile zu blöd – verkehrte Welt !
Ich arbeite inzwischen ohne Handbremse im KH, das ja keine Probleme hat – wie RV der Allwissende sagt – Vollgas weiter.
Mit einem hat er Recht; viel Freizeit bleibt nicht.

gehtsnoch
4 Monate zuvor

Früh abgestimmte NRW-Coronaregeln zum Schulstart
Hat schon jemand je ein Coronavirus sehen können? Nein, also wenn nicht 40° Fieber, nur geringe Symptome etc. -> dann auch in die Klassen und nichts mit Faulenzen oder Isolation (die laut heutigen Nachrichten ja sowieso ersatzlos und testfrei abgeschafft werden soll).

Sissi
4 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Meinen Sie diese Nachrichten ?

“ Kassenärztechef Andreas Gassen hat gefordert, alle Isolations- und Quarantänepflichten wegen Covid-19 aufzuheben, um Personalengpässe zu entschärfen. »Wir müssen zurück zur Normalität. Wer krank ist, bleibt zu Hause. Wer sich gesund fühlt, geht zur Arbeit«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (NOZ). »So halten wir es mit anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe auch.« “ – Quelle : Spiegel

Bei uns geht der Schuss nach hinten los, …. Keine Überminute mehr, wenn Schicht aus, dann aus….weitere Kündigungen……alles zu Lasten der Patienten
Der Grippevergleich von Gassen ist einfach unterirdisch ( was er auch schon gesagt bekam ) .

Ich muss da mal was loswerden
4 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

»Wir müssen zurück zur Normalität. Wer krank ist, bleibt zu Hause. Wer sich gesund fühlt, geht zur Arbeit«

Na klar, das funktioniert ja auch mit anderen Krankheiten schon richtig klasse heutzutage. Eltern schicken ihre kranken Kinder in die Schule, damit sie sich nicht selbst darum kümmern müssen und nicht schon wieder bei der Arbeit fehlen. Und schleppen sich dann selbst ein paar Tage später krank zum Arbeitsplatz – wo sie die Kollegen anstecken und sie selbst unproduktiv rumhängen. Das ist – b.t.w. – ein Abmahnungsgrund und ich würde bei uns in der Firma keine Sekunde zögern solche Kollegen wirklich abzumahnen. Die Produktivität leidet mittel- und langfristig dadurch viel mehr.

Und jetzt mischt man noch einen hochansteckenden Corona-Virus bei. Fertig ist das Chaos a lá Gassen….

Sandta
4 Monate zuvor

Ganz ehrlich? Mir macht das Angst.
Im Frühjahr hatte ich Corona — ich war in meinem ganzen Leben noch nie so krank. Ich konnte erst nach 6 Wochen wieder arbeiten und bin froh, kein Long Covid davon getragen zu haben.
Ich habe wirklich Sorge, dass ich da beim nächsten Mal, und das wird unweigerlich kommen, nicht so gut mit weg komme oder einen meiner Lieben anstecke.
Kein gutes Gefühl, dass meine Gesundheit (und meine Arbeitskraft) anscheinend so wenig wert ist.

Rüdiger Vehrenkamp
4 Monate zuvor

In meinem Umfeld infizieren sich gerade all diejenigen, die Corona bislang nicht erwischt hat. Meist symptomfrei oder milde Verläufe. Und wer immer noch glaubt, er könne sich Corona auf Ewig entziehen, lebt in einer Blase, die mit der Realität nichts zu tun hat.

Im Grunde geht es nur noch darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Aktuell ist dies nicht der Fall. Zu Hochzeiten der Pandemie waren über 5000 Betten belegt. Einen solchen Anstieg verzeichnen wir aktuell nicht, trotz hoher Inzidenzen und quasi keinerlei Maßnahmen.

Während in einigen Bundesländern bald die Ferien erst beginnen, hören sie in anderen auf und mitten in hochsommerlichen Temperaturen schwadronieren wieder einige über eine Maskenpflicht an Schulen. Ich kann hier nur noch den Kopf schütteln, denn was genau haben die Masken und Tests langfristig gebracht, außer Kosten und Abfall zu verursachen? Nichts.

Lassen Sie sich impfen bzw. boostern, mehr Schutz wird es nicht geben. Alles andere sind Verzögerungstaktiken. Oder tragen Sie weiterhin freiwillig Maske, testen Sie sich täglich oder stündlich. Eine Infektion verhindern Sie langfristig nicht damit.

Last edited 4 Monate zuvor by Rüdiger Vehrenkamp
Tom
4 Monate zuvor

So ist es. Die Kurve abzuflachen hilft dem Gesundheitsystem, bewahrt aber wenige vor covid, egal ob akut, post oder long. Da bringen auch Daumen runter nichts….

TaMu
4 Monate zuvor

Ich kann Ihnen aus einer mehrwöchigen Zeit im Krankenhaus berichten, dass immer weniger Betten belegt sind. Das liegt nicht an den plötzlich so gesunden Menschen, sondern am fehlenden, erkrankten und immer häufiger länger und selbst schwerer an Corona erkrankten Pflegepersonal. Die Leute erholen sich nicht mehr so flott nach der zweiten oder dritten Infektion und schaffen keine komplette Schicht mehr. Da werden auf den Stationen die Betten nicht belegt, das heißt, operiert wird nur noch im Notfall. Auch unter den Ärzten und Ärztinnen und den Reinigungs- und Versorgungsteams sieht es so aus.
Gestorben wird vielleicht nicht mehr so oft an Corona, aber wegen Corona, weil die Patienten mit anderen Erkrankungen nicht mehr in Kliniken aufgenommen werden, bevor sie sich zum Notfall entwickelt haben. Ich glaube, das entgeht der feiernden, maskenfreien Gesellschaft. Wenn es beim Feiern allerdings schief läuft und jemand plötzlich im Krankenhaus landet, dann darf der Partner nicht mit hinein ohne Test und bei positivem Test sieht man seine Leute auch nicht mehr. Im Krankenhaus ist total Schluss mit lustig. Da sieht und erlebt man den Ernst der Lage am eigenen Leib und ist noch privilegiert, dass man es überhaupt geschafft hat, behandelt zu werden. Ich war nach meinen Erlebnissen fassungslos, dass während meiner Behandlungszeit ab 1.5. die Maßnahmen nochmal so sehr gelockert worden waren. Als ich im Juni nach Hause durfte, wurde unter starkem Pflegemangel nur noch die halbe Station belegt. Auf die Klingel wurde bei Bettlägerigkeit oft frühestens nach einer halben Stunde reagiert, weil zwei Pflegekräfte mit einer Station mit Frischoperierten und Genesenden alleine waren.
Auch daran muss man sich dann gewöhnen, Herr Vehrenkamp. Ich bin froh, dass ich es in der besten Phase des Jahres hinter mich bringen konnte. Jetzt wird es mit jedem Tag schlimmer. Wer jetzt überall mitten im Trubel feiert und die neue Realität nach Corona toll findet, kann nur hoffen, kein Krankenhaus zu brauchen.

Kätzchen
4 Monate zuvor

Könnte mich nicht erinnern, dass jeder Masern hatte. Könnte mich nicht erinnern, dass jeder die Pest hatte .Könnte mich nicht erinnern, dass jeder Grippe hatte. Alles hochansteckend. Und es wird auch nicht jeder Corona bekommen. Nur kein Neid. Was mir mehr Sorgen macht, ist, dass die wachsende Dummheit der Menschheit nicht mehr aufzuhalten ist.

Sissi
4 Monate zuvor
Antwortet  Kätzchen

Denken Sie bitte weiter und erklären Sie uns faktenbelegt Ihre Denke ?
Danke

Kätzchen
4 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Es ging um die Ansteckung. Damit argumentieren hier ja viele. Corona wäre so ansteckend, dass es jeden erwischt. Die Pest zeigte, dass es nicht so ist.

Kätzchen
4 Monate zuvor
Antwortet  Kätzchen

Man sollte sich testen. Das ist Eigenverantwortung. Funktioniert eben nicht. Das ist ja das Problem. Deshalb müssen Maßnahmen angeordnet werden.

Ich muss da mal was loswerden
4 Monate zuvor
Antwortet  Kätzchen

Yep, es gibt kein einziges Virus auf dieser Welt, mit dem die Menschheit zu 100% durchseucht wurde. Auch Corona wird es nicht schaffen, auch wenn es die „Jünger des Omikron“ immer gern so hätten…

Kätzchen
4 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Die Masernimpfung ist noch nicht so lange Pflicht. Warum wurde sie zur Pflicht? Weil sich viele nicht impfen ließen. Deshalb kehrten die Masern zurück. Leider ist das bei vielen Krankheiten so. Sie kehren wieder zurück.

Larissa Keks
4 Monate zuvor
Antwortet  Kätzchen

Liebe Sissi, das müssten Sie doch wissen. Ich dachte, Sie haben medizinisches Wissen?
Virus ist nicht gleich Virus.
Deshalb funktionieren auch Impfungen bei den meisten Krankheiten genauso so, dass man die Erkrankung nicht mehr bekommt. Funktioniert bei Viren, die kein hohes Mutationspotenzial haben.
Bei Erkältungsviren funktionieren Impfungen leider eher mäßig.

Kätzchen
4 Monate zuvor
Antwortet  Larissa Keks

Trotzdem haben bei den großen Grippe Epidemien sich nicht alle angesteckt. Das Immunsystem ist eben komplizierter als mancher denkt.

Sissi
4 Monate zuvor
Antwortet  Kätzchen

@ Kätzchen
Dürfte auch in Anbetracht der Mutationen eins der Hauptprobleme sein.
Drum fehlt auch weiter der Larissa-Beleg ;
aber egal, manche hören sich gerne schreiben.
Sollte Gassen sich durchsetzen müssen viele diesbezüglich nachsitzen;
Könnte sonst eng werden – viel zu lernen, vlt auch -endlich einmal- übers Immunsystem.

@ Frau Keks: Aberglaube gehört nicht zu meinem Fachgebiet, vlt bei DrDirkZ oder RV anfragen

Uwe
4 Monate zuvor

Wir sind inzwischen bei Omikron. Wer sich mit Alpha bis Delta NICHT infiziert hat wird sich NIE mit Alpha bis Delta infizieren (weil es die nicht mehr gibt). Gilt übrigens auch für Omikron. Die Idee jede Erkältung und jede Influenza mitzunehmen und damit irgendetwas sinnvolles zu erreichen ist fast schon irre. Korrigiere mich: Die Idee ist vollkommen irre.

Tom
4 Monate zuvor

Es hat sich nichts geändert: die bösen Reiserückkehrer sind schuld. Oder platt formuliert: immer die Anderen… Ich kann echt schon lange nicht mehr so viel essen, wie ich kotzen könnte….

Tom
4 Monate zuvor
Antwortet  Tom

Hier ist ja noch ein Tom unterwegs. Ist nicht tragisch, ich denke mir einen neuen Namen aus. VG