Lehrermangel: GEW spricht von „Systemversagen“ (und droht Protestwelle im Herbst an)

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POTSDAM. Der Lehrermangel an den Schulen trifft nicht nur die Kinder und Jugendlichen. Auch in den Lehrer-Kollegien sei die Stimmung wegen der hohen Belastung angespannt, sagt die Gewerkschaft GEW. Im Herbst könnten Lehrer in Brandenburg deshalb auf die Straße gehen.

Die GEW macht mobil. Illustration: Shutterstock

Das Brandenburger Bildungsministerium hat für das kommende Schuljahr weniger Lehrkräfte neu gewonnen als benötigt. Insgesamt seien 1380 ausgebildete Pädagogen und Seiteneinsteiger unbefristet eingestellt worden, teilte das Bildungsministerium mit. Damit seien rund 460 Vollzeitstellen noch nicht besetzt. Daher seien unter Berücksichtigung der Teilzeitquote noch knapp 500 Stellen an den Schulen ausgeschrieben.

«Dennoch wird an allen Schulen die Stundentafel und damit der Kernunterricht sichergestellt», betonte Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD). Wenn an einer Schule Lehrer fehlten, könnte es aber passieren, dass zusätzlicher Unterricht etwa im Ganztagsangebot oder bei den Wahlpflichtfächern bis zu einer Neueinstellung zurückgestellt werde oder Lerngruppen gemeinsam unterrichtet werden müssten. «Dabei kann auch die Obergrenze der Schülerzahl überschritten werden, um den Unterricht zu gewährleisten», erklärte der Minister.

Angesichts des Lehrermangels spricht der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Günther Fuchs, von einem «Systemversagen». «Das ist eine völlig neue Dimension – und der Minister hat keine Antworten», kritisierte Fuchs. Aus Sicht der Gewerkschaft fehlen unter Einrechnung aller Anforderungen sogar 1100 Lehrer.

«Dann gehen die Kollegen auf die Straße – die Stimmungslage ist mies in den Schulen»

Die GEW verhandelt mit Freiberg über Maßnahmen gegen den Lehrermangel. Dabei gehe es um die Arbeitszeit, Anreize für ältere Pädagogen, später in Rente zu gehen und eine bessere Weiterbildung der Seiteneinsteiger ohne pädagogische Ausbildung, sagte Fuchs. Die Gewerkschaft schlage vor, dass Lehrer freiwillig mehr arbeiten könnten, wenn dies über Arbeitszeitkonten später ausgeglichen werde.

Lehrern im Alter ab 63 Jahre sollten Teilzeitmodelle oder bei Vollzeit Bonuszahlungen angeboten werden, um sie länger an den Schulen zu halten, erklärte Fuchs. «Das Geld dafür ist ja da, weil Hunderte Lehrerstellen nicht besetzt sind.» Das Ministerium habe für das Ziel einer Einigung über die Maßnahmen bis Mitte Oktober angegeben.

Fuchs drohte mit öffentlichen Protesten, wenn die Verhandlungen scheitern sollten. «Dann gehen die Kollegen auf die Straße – die Stimmungslage ist mies in den Schulen», kündigte der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs am Freitag an. Ein wesentlicher Knackpunkt sei dabei die Wochenarbeitszeit, betonte Fuchs: «Wenn die Unterrichtsverpflichtung um eine Stunde erhöht werden soll, brechen wir die Verhandlungen ab.»

«Die eine Stunde Mehrarbeit entspricht in Summe der Einstellung von 800 zusätzlichen Lehrern. Damit wären wir durch die Tür»

Dies hatte der Bildungsexperte der mitregierenden CDU-Fraktion im Landtag, Gordon Hoffmann, vorgeschlagen. Wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft seien, müsse man diskutieren, die Wochenarbeitszeit der Lehrer zeitlich begrenzt um eine Stunde anzuheben, forderte er. Diese Mehrarbeit müsse bezahlt oder auf einem Arbeitszeitkonto zum späteren Ausgleich vermerkt werden, sagte Hoffmann: «Die eine Stunde Mehrarbeit entspricht in Summe der Einstellung von 800 zusätzlichen Lehrern. Damit wären wir durch die Tür.» Minister Freiberg lehnt aber solch eine verpflichtende Erhöhung wie im Nachbarland Sachsen-Anhalt bislang ab. «Das verpflichtend anzuordnen, ist nicht mein Weg, denn diese Stunde fehlt dann ja bei den anderen Aufgaben der Lehrer», meinte er.

Der Lehrkräftemangel erstrecke sich inzwischen auf alle Schulformen und Fächer, berichtete die zuständige Abteilungsleiterin im Ministerium, Regina Schäfer. Besonders problematisch sei derzeit die Situation an den Oberschulen im Bereich Frankfurt (Oder).

Nach den Berechnungen des Bildungsministeriums wäre angesichts zahlreicher Pensionierungen und wachsender Schülerzahlen mit Tausenden Schülern aus der Ukraine die Neueinstellung von mindestens 1900 Lehrkräften notwendig gewesen. Unter den Neueinstellungen seien 490 Seiteneinsteiger, berichtete das Ministerium. Damit steigt deren Anteil bei den insgesamt 21 600 Lehrkräften auf 18 Prozent, nach gut 15 Prozent im Vorjahr.

Freiberg wollte angesichts des Lehrermangels ältere Lehrkräfte dafür gewinnen, bei einer reduzierten Zahl der Unterrichtsstunden später in Rente zu gehen. Da sich dafür aber im ersten Anlauf zu wenige Lehrkräfte interessierten, wurde das Projekt auf kommendes Jahr verschoben. Die Neueinstellung von Lehrkräften werde aber im laufenden Schuljahr fortgesetzt, sagte Freiberg. «Wir stellen ausgebildete Lehrkräfte jederzeit ein», betonte er. Das Problem allerdings: Es gibt sie nicht auf dem Arbeitsmarkt. News4teachers / mit Material der dpa

KMK-Kommission sagt 20 Jahre Lehrermangel voraus – sie empfiehlt: Mehrarbeit für Lehrkräfte, Hybridunterricht, größere Klassen

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Mika
10 Monate zuvor

An allen Schulen wird die Stundentafel sichergestellt? Was für eine Farce!
Abminderungsstunden jeglicher Art wie für Klassenleitung, Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, überwiegenden Unterricht in der SEK 2, Ganztagsstunden (AGs, die von Lehrern angeboten werden, weil sonst für das mickrige Honorar keiner kommt), usw. wurden und werden bis auf Null zusammengekürzt! Klassenleitung muss man aber weiterhin machen, und die Förderpläne müssen ebenfalls geschrieben werden. Und eine AG, die man mit viel Liebe und Mühe aufgebaut hat und in der Kinder aufblühen, macht man dann vermutlich trotzdem weiter, sich selbst ausbeutend. Die Klassen werden größer, weil man zwar laut Klassenteiler zwei Klassen bilden könnte, aber die Lehrer für die zweite Klasse fehlen. Große Klassen sind Mehrarbeit für die Kollegen: es macht einen erheblichen Unterschied, ob ich einen Deutsch-LK mit 32 oder mit 15 SuS habe.
Und trotz aller Kürzungen bei der Entlastung der Lehrer muss meine Brandenburger Schule den Unterricht in einigen Fächern und Jahrgangsstufen gegenüber den Vorjahren reduzieren und Lehrer werden fachfremd eingesetzt. Kann ein Kunstlehrer sinnvoll Mathe unterrichten? Das geht auf Kosten des Kollegen, der sein Bestes gibt und sich einarbeiten muss, und auf Kosten der Kinder. Zeitliche Entlastung zum Einarbeiten in Inhalt und Methodik/Didaktik des neuen Fachs ist nicht drin.
Wir flicken nur noch Löcher. Ich vermisse die ehrliche Betrachtung und Kommunikation der Situation. Die Stundentafel muss endlich dem Angebot an Lehrkräften angepasst und die Kollegen zeitnah entlastet werden, sonst brechen die weg. Es macht keinen Sinn, mit ganz viel Druck den Anschein des „Wir kriegen das hin“ erhalten zu wollen und mitten im Schuljahr resigniert festzustellen, dass die Kollegen reihenweise dauerkrank werden. Ich habe dieses Realitätsverleugnungsgesäusel so dermaßen satt!

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Tjah, dann ist man eben krank. Ist dann halt so. Da um Missstände keinerlei ehrliche Debatten mehr geführt werden (sondern höchstens scheindemokratische „Debatten“ mit vorher festgelegtem Ausgang, der da lautet: “ Ja, nur jetzt halt diese eine Ausnahme, duese Pflicht, dieser Stuhl dazu, aber bald, aber bald wirds besser“) – ist es schlicht das beste, den Karren richtig vor die Wand fahren zu lassen.

Nur das zwingt die oberen Chargen (BzReg und höher) endlich mal ARBEIT entsprechend ihrer fetten Saläre und freien Dienstpläne zu leisten.

ginny92
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Leider sieht es so aus als ob tatsächlich dies die letzte Möglichkeit wäre. Allerdings sollte man dazu sagen, dass es keiner Lehrkraft gefällt und sie es traurig macht zu sehen was passiert.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Ja, dann ist man krank. Und weiß, dass der eigene Unterricht in der Oberstufe nicht abgedeckt werden kann, weil alle Lehrer voll bis Anschlag sind. Wenn man dann so wie ich 2 Kurse in 12 und zwei in 11 hat, und in jedem der 12er Kurse schriftliches Abi ansteht, fällt es doppelt schwer, die eigene Erschöpfung ernst zu nehmen und macht weiter, bis man zusammenbricht. Es ist nur noch zum Heulen. Und Herr Minister spricht von „die Stundentafel ist gesichert“…. Unfassbar!

Christabel
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Das sagen sich im Moment ganz viele ältere Lehrkräfte, weil sie den Job einfach nicht mehr schaffen. Die Möglichkeit, mit 63 aufzuhören, scheint wie eine Erlösung. In NRW wird die sogenannte anlasslose Teilzeit nicht mehr gewährt, also hört man auf, bevor die Gesundheit völlig zerrüttet ist. Das ist einfach nur dumm vom Schulministerium, besser einige Ältere mit einer halben Stelle als gar keine mehr, oder? Aber immer größere Klassen mit Korrekturfächern, Prüfungen und Klassenleitung sind nur noch ein Albtraum. Wir brauchen auch nicht dauernd zu betonen, dass uns der Job Spaß macht, man schafft die Belastung einfach nicht mehr, es fühlt sich an wie ein dauerndes Überlebenstraining. Die jüngeren KuK können sich das nicht vorstellen, wie sehr die Belastbarkeit so ab Ende 50 abnimmt.

Alex
10 Monate zuvor
Antwortet  Christabel

So pauschal stimmt das nicht, meine anlasslose TZ ging in diesem Schuljahr ohne Probleme durch. Ich habe allerdings auch nur wenige Stunden reduziert, aber das hilft auch schon.

dickebank
10 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Welche Bez.-Reg. hier in NRW hat denn da gegen Frau Feller rebelliert?

Alex
10 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Das verrate ich wohl besser nicht :-). Allerdings wurde, soweit ich weiß, die Regelung dahingehend abgemildert, dass die Bedingungen an der jeweiligen Schule entscheidend wären. Da wir Kollegen haben, die aus der Wiedereingliederung kommen, war es wohl machbar.

dickebank
10 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Na dann! Viel Spaß mit der gewonnen freien Zeit.
Ich hoffe einmal das es an „deiner“ Schule ein passendes Teilzeitpapier gibt und dieser Beschluss der Gesamtlehrkräftekonferenz auch umgesetzt wird.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es nicht mehr möglich ist, während der Dauer einer mehrtägigen Klassenfahrt/Exkursion auf volle Stundenzahl aufzustocken bzw. sich entsprechend des Teilzeitanteiles ablösen zu lassen.

ginny92
10 Monate zuvor
Antwortet  Christabel

Man hat so oft das Gefühl,dass den Verantwortlichen die Logik abhanden gekommen ist. Ansonsten würden viele Dinge gar nicht erst diskutiert.

Regenwerner
10 Monate zuvor

ja, weil unattraktiv.
Überall Verbesserungen:

montags und freitags homeoffice, verkürzte Std. (teilweise 32 Std. Wochen)
Bildungsurlaub bis zu 14 Tagen irgendwo in Südspanien?
wo das nicht geht (zb. Handwerk: 4-Tage Woche, 7 Std. Tage etc.)
dann schenkt der Chef den Dienstwagen, Weihnachten gibt es eine teure Uhr, dazu Bonus von 8000 oder die Inflationsprämie von 3000

und Schule alles gleich.

Problem: SUS sehen das (bei den Eltern, Freunden, Bekannten)
Lehrer ( bei Partnern, Freunden, Bekannten, Familie)

schwierig da, wo es nur Lehrkräfte sind 😉

Realist
10 Monate zuvor
Antwortet  Regenwerner

Wenn an einer Schule Lehrer fehlten, könnte es aber passieren, dass … Lerngruppen gemeinsam unterrichtet werden müssten. «Dabei kann auch die Obergrenze der Schülerzahl überschritten werden, um den Unterricht zu gewährleisten»

Wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft seien, müsse man diskutieren, die Wochenarbeitszeit der Lehrer zeitlich begrenzt um eine Stunde anzuheben, forderte er.“

Richtig erkannt. ALLE Lösungsmöglichkeiten, die den Politikern einfallen bestehen letztendlich aus MEHRarbeit die Lehrkräfte (genau wie die SWK-Vorschläge vom Jahresanfang). Und die „zeitliche Begrenzung“ der Erhöhrung der Unterrichtsverpflichtung darf man sich bis 2035 vorstellen, denn so lange wird der Lehrkräftemangel MINDESTENS bestehen bleiben.

Nur noch Dumme und Idioten werden unter diesen Bedingungen Lehrkraft. Die Gründe haben Sie passend beschrieben (4-Tage-Woche, Homeoffice, …). Dazu aktuell mindestens 16% realer Einkommensverlust im Landesdienst, von denen nächstes Jahr höchstens ein Drittel ausgeglichen wird (man wird laut nach dem „Solidarbeitrag“ der Landesbeamten rufen, der Staat macht jetzt schon wieder ein fettes Minus).

Während wir noch in das offene Messer gelaufen sind, dank mangelnder Information, weiß Gen Z dank Internet mittlerweile bestens Bescheid und sagt sich:
„Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“

Demnächst dann nur noch Lehrkräfte, die keinen Master schaffen („Bachelor-Lehrer“) oder woanders gescheitert und zu alt für einen Neuanfang in der „freien“ Wirtschaft sind (Seiteneinsteiger, Quereinsteiger) oder die „Vorzüge“ des Lehrersein genießen wollen (unbegrenzte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, also die Dauerkranken).

Leistungsfähige, intelligente Studierende werden das Lehramt meiden wie die Pest…

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Umgekehrt gibt es einen hohen Anreiz, vom Leistungserbringer im Lehramt in das „andere Lager“ zu wechseln….hmmmh….

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Regenwerner

Naja, also zu Ihren drei Punkten:
Zu 1. Möchten Sie wirklich in die jeweilige Landesregierung eingeladen werden oder etwas kleiner ins Schulamt, um einen warmen Händedruck zu bekommen evt. eine Urkunde? Da fände ich es schon schöner vom Kollegium und der SL sehr persönlich verabschiedet zu werden. SL werden vom Schulamt verabschiedet evt. mit Glück noch einen Blumenstrauß obendrauf.
Zu 2. Soll die Landesregierung für jede Schule das Weihnachtsfest bezahlen? Das wäre schon recht teuer und würde dem Landesrechnungshof zu Recht nicht wirklich gefallen. Auch viele Firmen veranstalten nicht immer für Ihre Mitarbeiter Weihnachtsfeiern…..
Zu3. In NRW ist das 13. Gehalt mit eingepreist. Ja, es gibt keine 100 % wie früher, aber unter den Tisch fällt es auch nicht ganz.

Bei Verbesserungen der Rahmenbedingungen wäre ich ganz bei Ihnen, Entlastungsstunden, mehr Arbeitskräfte, Entbürokratisierungen ja, auf jeden Fall. Aber immer nur nach mehr Geld zu rufen, ist nicht zielführend und manchmal auch vermessen…..

Rainer Zufall
10 Monate zuvor

Das Problem ist nicht, wenn die Zuständigen Optionen sammeln, aber dann müssen sie diese auch glaubwürdig machen.
Warum sollten die Länder mehr Lehrkräfte ausbilden, wenn die fehlenden Kräfte durch zusätzliche Stunden kompensiert werden? Wie viele braucht es VERBINDLICH für eine erfokgreiche Inklusion? Wie soll der Lehrberuf attraktiv gemacht werden? usw.

Ausschließlich an Mehrarbeit zu appellieren und danach wage zu bleiben, funktioniert nicht

Frau Tolle
10 Monate zuvor

gibt auch Lehrer, die kündigen. Headhunter werben ab und es geht in die Wirtschaft.
Was macht das mit einem Kollegium?

Es geht nur über eine Angleichung und Gerechtigkeit innerhalb unseres Systems.
Da driftet derzeit zu viel auseinander.
Regenwerner beschrieb das schon.

Früher haben alle in ihren Berufen 40-60 Std. gearbeitet, mindestens 5 Tage die Woche und sind vor Ort gewesen mit einem Kollegium.

Jetzt geht das in Richtung 2-Klassen Gesellschaft und im Lehrerberuf wird es tendenziell schlechter.

Warum nicht 4-Tage Woche und ein paar Std. weniger.
Projektgruppen von Sozialpädagogen betreuen usw.

Attraktivität ist das Stichwort

Aleidis, von edlem Wesen
10 Monate zuvor
Antwortet  Frau Tolle

Wer als Beamter kündigt und dann in die freie Wirtschaft geht, wird sich noch umsehen. Das macht nur, wer keine Ahnung von den Bedingungen in der freien Wirtschaft hat.

Bla
10 Monate zuvor

Geht dabei oft noch nicht mal um die Bedingungen in der freien Wirtschaft, sondern um den Finanzausgleich und die Abgabe der Beamtenrechte. Also Pension, Rentenrückstände/Nachzahlungen, Private Krankenversicherung (einfach wegen den 50% Zuschuss jeweils in die andere „Gruppierung“).
Würde gerne wissen, wievielen Menschen genau das die Hürde für „den Exit“ darstellt.
Gibt es dazu Studien? Staatlich beauftragt und gefördert? Ne? Komisch. Hat schon seinen Grund.

447
10 Monate zuvor

Kommt drauf an.
Zum Teil und für notorische Minderleister mag das gelten.

Wie gesagt: Komnt drauf an.
Vor allem auf die Leistungsfähigkeit, persönliche Konfliktbereitschaft und natürlich die Rechtschutzversicherung.

Diese Überidentifikation mit dem Unterdrücker durch AN, die sich noch was drauf einbilden sich maximal ausbeuten zu lassen…und sich dann Lehrern (ausgerechnet, haha!) gegenüber als irgendwie „hart“ darzustellen…ist halt bissl lächerlich.

Es gibt (mittlerweile) genug gute Arbeitgeber.
Und nicht alle Lehrkräfte waren ihr ganzes Leben lang in Schule-Uni-Schule.

Nur so als kleine Erinnerung.

Fakten sind Hate
10 Monate zuvor

Angeblicher Lehrermangel.

Ich habe schon mehrfach mitbekommen, dass Vertretungsstellen ausgeschrieben werden und die Schulleitungen es noch nichtmals schaffen, den abgelehnten Bewerbern auch abzusagen. Auch die angenommenen Bewerber warten teilweise mehr als eine Woche auf eine Zusage. Die Schulleitungen sind dann empört, wenn die Bewerber dann schon eine andere Arbeitsstelle gefunden haben. Hinzu kommt dann auch noch, dass die Bezirksregierung die Vertretungsanträge nicht zeitnah bearbeitet. Der Bewerber wartet also wieder eine Woche.

Palim
10 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Welche Vorstellung haben Sie denn, auf welchen Wegen die Vertretungslehrkräfte angestellt werden?
Die wenigsten Schulleitungen sind allein verantwortlich, es müssen vorab zig Anträge gestellt werden, bevor sie Stellen überhaupt genehmigt werden.
Die Schulen dürfen Ost die aufwändigen Bewerbungsverfahren bewältigen, am Ende stellt das Land ein, da gibt es weitere Hürden, in NDS erfolgt auch erst dann die Überprüfung, ob die Kandidat:innen geeignet sind.

Die Schule hat über den gesamten Zeitraum Lehrkräftemangel und muss neben der Siche nach geeigneter Vertretung auch den Unterricht aufrecht erhalten.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Das ist nur alles nicht das Problem des Bewerbers, sondern die Pflicht des „Arbeitgebers“.

Der eine ist unten und will was (Job z.B.), der andere ist oben und Chef – dann hat „Chef“ (bzw. hier Chef-Institution) seinen Teil AUCH zu erfüllen.

dickebank
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Nur ist die SL nicht der Arbeitgeber …

447
10 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Ich weiß.
Wollte nur auf die Kurzform hinaus: Es ist sehr in Mode gekommen, bei Führungsversagen einen auf „demokratisch“ zu machen (sonst natürlich nicht), nach dem Motto: „Untergebener/Antragssteller, es geht halt nicht, sag/mach DU doch, wie es besser geht!“… wahrscheinlich wieder so ein governance-Trick bzw. framing-Trick.

Denn genau für die Lösung solcher Probleme haben Führungskräfte Geld und Macht. Was auch ok ist – nur dann eben: „You had ONE job…“-meme hier einsetzen.

dickebank
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Die SL steckt doch auch nur zwischen Stamm und Borke.

Der Schwachsinn beginnt hier in NRW doch schon vorher. Die Schulen ermitteln ihre Bedarfe und melden diese bei der Bez.-Reg. an. Diese als personalbewirtschaftende Stelle prüft die Bedarfe mit Hilfe der SchIPS-Daten. Die Diskrepanzen zwischen den Berechnungen der Bez.-Reg. und denen der Schulleitung sind jedes Mal einen großen Lacher wert. Stellt die Schule eine Unterversorgung fest, kommt die Bez.-Reg. mit Sicherheit darauf, dass die Schule über 100% versorgt ist.

Aber gehen wir einmal davon aus, dass ein tatsächlicher Bedarf festgestellt wird und der Schule eine weitere Planstelle zugewiesen werden soll. Im Vorfeld müssen die zukünftigen Stellen vom Parlament genehmigt worden sein und die Mittel zur Personalbewirtschaftung in den etat eingestellt sein. Danach werden die genehmigten Stellen anhand der Schülerzahlen in den einzelnen Regierungsbezirken – Düsseldorf, Köln, Münster, Arnsberg und Detmold – proportional zugewiesen. Logisch ist, dass OWL als kleinster Bezirk die wenigsten Stellen zugewiesen bekommt. In den Bezirken werden dann die zugewiesenen Stellen danach auf die einzelnen Schulkapitel (Schulformen) umverteilt. Erst danach erfolgt die Zuweisung auf die einzelnen Schulen. Wenn dann feststeht, dass tatsächlich eine oder zwei Stellen ausgeschrieben werden dürfen, dann geht ja erst das eigentliche Verfahren – wie weiter unten dargelegt – los.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Sie tun da etwas sehr typisches: Sie argumentieren in genau dem Rahmen, in dem die Probleme entstanden sind.

Ihrer Beschreibung stimme ich zu, ja, das läuft so ab – genau DAS ist ja das Problem.

dickebank
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Ich argumentiere doch gar nicht, ich habe lediglich den Status quo beschrieben.
Aber einen Lösungsvorschlag habe ich dennoch, nur der gefällt den allerwenigsten Eltern und Bildungspolitikern. Gebt den Schulen mehr Autonomie und schafft die unsägliche Trennung zwischen innerer und äußerer Schule auf.

Die Länder geben nur noch die Bedingungen und die Anforderungen für den MSA sowie die Hochschulreife im Sinne von Zielvereinbarungen vor.
Nach der sechsjährigen Grundschule kommt die vierjährige SekI – entweder als kooperierter oder integrierter Schulform mit vier oder fünf Anforderungsniveaus – und bei entsprechender Qualifizierung eine zweijährige gymnasiale Oberstufe, die sich in einen beruflichen und einen allgemeinbildenden Teil aufteilt.

Schulträger mit alleiniger, umfassender Zuständigkeit für Personal, Gebäude, Ausstattung usw. werden die Landkreise und kreisfreien Städte. Lediglich die Schulaufsicht verbleibt bei den Ländern. Die Schulträger weisen den Schulen in ihrem Zuständigkeitsbereich feste Budgets zu, die diese eigenständig verwalten. Neben der pädagogischen Leitung gibt es eine kaufmännische Leitung korrespondierend zu den Krankenhäusern. Die Tätigkeit der Leitung wird durch einen Verwaltungsrat, der mit je fünf gewählten Mitgliedern paritätisch besetzt ist und aus politisch Verantwortlichen und Eltern- und Schülervertretern (Mindestalter 14 Jahre) zusammengesetzt wird, kontrolliert.

Fazit: Der Schlüssel zum Erfolg heißt Autonomie!

dickebank
10 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Die Schule muss hier in NRW zunächst die Stelle bei der Bezirksregierung beantragen. Wird diese genehmigt, muss sie sich den Text der Stellenanzeige genehmigen lassen. Ebenfalls bedarf es der Zustimmuung der Schulkonferenz, die durch den Eilausschuss vertreten wird. Danach darf die Stellenanzeige dann auf LEO bzw. OLIVER (Portale) veröffentlicht werden.
Nach Ende der Bewerbungsfrist muss die auswahlkommission der Schule die eingegangenen Bewerbungen sichten und eine Reihenfolge festlegen, in der die Kandidaten eingeladen werden. Erst danach kommen die Bewerbungsgespräche. Im Anschluss mus die Auswahlkommission festlegen, wem die Stelle als Erstes, Zweites usw. angeboten werden soll. Jedem, dem die Stelle angeboten wird, hat einen Tag Bedenkzeit, um zuzusagen oder abzusagen. Bei Absage muss der zweite informiert werden – zeitliche Abfolge wie beim Ersten. Das geht so weiter durch die Linie, wenn die Schule Pech hat, erhält sie von keinem eine Zusage und das Verfahren endet ohne Einstellung.

Sagt aber einer der Kandidataen doch zu, geht der Vorgang zurück an die Bezirksregierung, die die Unterlagen des Bewerbers erst einmal prüft. Sollte die Bewerbung nicht moniert werden, gehen die Unterlagen an den Bezirkspersonalrat des zuständigen Schulkapitels, der bei Personalangelegenheiten zustimmungspflichtig ist. Erfolgt seitens des BPR kein Veto wird der Vertrag bzw. die Ernennung ausgefertigt und auf dem Dienstweg der Schule zugestellt. Zustellung bedeutet, die SL bekommt die Dienstpost nach der Schulleiterdienstbesprechung (Befehlsausgabe) übergeben – dafür wird bei einer sparsamen Verwaltung doch kein Geld ausgegeben:)

Noch Fragen?

Btw erst bei der Übergabe des Vertrages bzw. der verpflichtung muss der Bewerber angeben, ob er Vollzeit oder Teilzeit arbeiten möchte.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Das Prozedere ist unendlich aufwändig und unendlich frustrierend, wenn die Stellen dann leerlaufen…..Vertretungsstellen sind da vergleichsweise einfach zu besetzen….

dickebank
10 Monate zuvor

Das System ist ausgerichtet auf ein Überangebot an Bewerbungen. In den 90ern als das Gros der Boomer in den Arbeitsmarkt drängte hat diese Art von Verhinderungstaktik ja auch bestens funktioniert. Und was früher gut war, das kann doch heute nicht schlecht sein:)
Das haben wir schon immer so gemacht!

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Ich kann mich noch gut an den tagelangen Aufwand erinnern, als wir eine Stelle für eine sozialpädagogische Fachkraft als Landesbedienstete ausschreiben durften. Die Bewerbungen wurden zunächst in der Bezirksregierung auf Zulässigkeit geprüft und eines Tages kam dann der Postbote mit einem riesigen Paket, in dem sich rund 60 Bewerbungen befanden. Wir haben Tage gebraucht, die zu lesen und zu sortieren und eine dokumentierte, rechtssichere Auswahl festzulegen. Dann die Auswahlgespräche mit 5 Personen unsererseits und die munteren Diskussionen, für welchen Kandidaten wir uns entscheiden. Glücklicherweise hat die erste Wahl auch direkt zugesagt….aber puuhhh…..

447
10 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Alles richtig.

Dann muss solcher Unsinn eben ersatzlos gestrichen/zusammengestrichen werden.

Illusorisch, ich weiß.
Also ist es noch nicht schlimm genug.

dickebank
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Die Einstellungsregelungen sind aber auch bei anderen Behörden und Wirtschaftsunternehmen nicht anders. Es ist halt alles auf maximale Rechtssicherheit ausgerichtet.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Ist ja nicht in Stein gemeisselt, sondern menschengemacht.

Genau solche Probleme sollen Führungskräfte lösen. Das ist ihr Job: Führen.

Dafür erhalten sie (zu Recht) Privilegien, Geld und Macht.

Wie gut sie den machen sehen wir ja regelmässig.

Fakten sind Hate
10 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Das gilt bei Planstellen, jedoch nicht bei Vertretungsstellen, um die es hier geht.

Dort sieht es abgekürzt Folgendermaßen aus: Die Stelle ist ausgeschrieben. Der Bewerber bewirbt und die Schulleitung entscheidet sich für einen Kandidaten. Auf dem dreiseitigen „Antragsformular“ gibt der Schulleiterin die Daten des zu vertretenden Lehrers an, sowie die Vertretungszeit ggf. über eine Ringtausch an. Die Schulleitung kreuzt abschließend an, dass sie die Handlungsempfehlungen zu Personalmaßnahmen berücksichtigt (salop formuliert) und der Bewerber am geeignesten ist. Auf Seite drei finden sich dann einige Punkte (Strafverfahren, Entlassung aus Beamtenverhältnis, Nichtbestehung der Staatsprüfung), die der Bewerber mit seiner Unterschrift versichert.

Das Formular geht an die Bezirksregierung, die das Okay an die Schulleitung zurückgibt. Das dauert in der Regel schon zwei Wochen. Anschließend erhält der Bewerber die Vertragsunterlagen mit dem Hinweis, dass noch ein erweitertes Führungszeugnis beantragt werden muss und vorher die Vertretungsstelle nicht angetreten werden darf.

Die Beantragung und Zusendung dauert wohl wieder eine Woche. Die Bezirksregierung gibt das Okay. Mittlerweile gilt aber glücklicherweise, dass der Vertretungslehrer bereits vor Einreichung des Führungszeugnisses die Stelle annehmen kann.

dickebank
10 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Nur der Markt an Vertretungslehrkräften ist so gut wie leergefegt.
Es sind nur wenige, die sich lieber mit einer zeitlich befristeten Vertretungsstelle begnügen und keine der wie Sauerbier angebotenen Planstellen einnehmen.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Die Crux liegt auf beiden Seiten. Und ich gebe Ihnen insofern Recht, dass es viele Schulen nicht schaffen, den angelehnten oder aussortierten Bewerbern abzusagen. Ich weiß das deshalb so genau, da ich auf meine Ablehnungsemails, die ich immer auch begründe, sehr oft noch mal ein (positives und oft überraschtes) Feedback bekomme. Sehr oft geben sich die Bewerber große Mühe, haben ein persönliches Anschreiben, in denen sie Bezug auf unsere Schule nehmen und da haben sie eine ordentliche Absage mit Begründung verdient. Das kostet aber auch viel Zeit und die habe ich auch nicht einfach so rumliegen….!

Auf der anderen Seite erleben wir es jedes Mal, dass eingeladene Bewerber, für die wir uns zu dritt dann viel Zeit (ja, auch Unterrichtszeit) reservieren, dann einfach nicht erscheinen, ohne Absage. Da wartet man dann und ärgert sich.

Wir sind dazu bei Vertretungsstellen dazu übergegangen, schon in der Ausschreibung auf den Termin der Vorstellungsgespräche hinzuweisen und wickeln die Zusage bzw. die Absagen unmittelbar nach Ende der Gespräche ab. Manchmal ist es aber auch so, dass Bewerber noch zu anderen Vorstellungsgesprächen eingeladen sind und sich Bedenkzeit erbeten. Dann müssen die anderen Bewerber, die vielleicht auf Platz 2 oder 3 liegen sich gedulden…..das ist dann für alle echt doof.

Vor Jahren wurden Vertretungsstellen noch in den Schulämtern koordiniert und das war für die Schulen super entlastend. Man rief bei Bedarf an und bekam dann jemanden zugewiesen. Heutzutage muss jede Schule selber sehen….und nach den neusten Regelungen sind wir sogar angehalten aufzupassen, dass keine Vertretungsketten entstehen, d.h. Wir müssen genau dokumentieren, für was der Bewerber im Unterricht eingesetzt wird. Es ist zum kotzen!

ginny92
10 Monate zuvor

Was die Politik nicht versteht ist es ist nicht „die eine Stunde“ mehr vor der Klasse. Es sind die 60-120 Minuten Vorbereitung darauf, wenn es fachfremd ist sogar mehr. Die Stunde am Elternsprechtag mehr die man macht, die Konferenz die man mehr macht, den Förderplan den man mehr macht …..
Es geht halt einfach nicht um 45 min.

Karl Heinz
10 Monate zuvor

Protestwelle
Das klingt mittlerweile schon einfallsllos und aus der Zeit gefallen.

Klar wäre es mal interessant, was wohl passieren würde, wenn
Eltern und Lehrkräfte den Schulterschluss vollziehen, wenn wirklich die Schulen geschlossen blieben.
Wenn das Wörtchen wenn nicht wär…

In LSA warten die Lehrkräfte noch immer auf die große Klage gegen die Regelung der sog. Vorgriffsstunde, die mittlerweile zum Schuljahresende kumuliert ausgezahlt werden soll, so dass deutlich mehr bei der Steuer hängen bleibt…
Hier zeigen sich die Gewerkschaften derzeit nicht gerade von ihrer starken Seite…

btw – nach allem was man dazu erfährt, funktioniert das Modell Vorgriffsstunde in LSA auch nicht.

Aleidis, von edlem Wesen
10 Monate zuvor

Das ist ja einfach nur lächerlich, die GEW und andere haben die letzten 10 Jahre und mehr nur auf 1 Mittel gesetzt, um den Lehrermangel zu beseitigen: mehr Gehalt. Das gab es auf verschiedenen Wegen, z.B. A13 für alle, Verbeamtung und anderes. Es hat nichts gebracht, der Lehrermangel ist hoch wie immer und höher, denn von den „Gratifikationen“ profitierten ja nur die, die sowieso schon Lehrer waren oder Lehramtsstudenten.

All das hat aber niemanden angelockt, Lehrer zu werden, der es bislang nicht vorhatte. Weil es eben doch nicht um das Geld geht/ging, wie andere schon schrieben. Für einen Studenten, der erstmals ein Gehalt bekommt, machen 3500 oder 4000 keinen so bedeutenden Unterschied. Der findet auch 3500 toll, sonst hätte er eh was anderes studiert.

Wen will die GEW in Brandenburg auf die Straße rufen? Brandenburg hat die meisten seiner Lehrer inzwischen auch verbeamtet. Streiken dürfen die nicht; in ihrer Freizeit demonstrieren? Dass ich nicht lache!

Hornveilchen
10 Monate zuvor

Da haste Recht. Wen soll die GEW bitten, für die Lehrer zu demonstrieren oder gar zu streiken? Die Erzieher?

ABCD
10 Monate zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Die GEW als Ansprechpartner für Lehrerinteressen kann ich mir kaum
vorstellen.
Die Schulen wurden in der Vergangenheit unter Beifall der GEW mit so vielem belastet, was den Lehrern weder einleuchtete noch gefiel, dass ich mir vorkomme, als müsste ich den Bock zum Gärtner machen, wenn ich ausgerechnet die GEW bitte, für pädagogische Lehrer- und Schülerinteressen einzutreten.

Leo Lausemaus
10 Monate zuvor

@ Aleidis, das will doch jetzt keiner mehr wissen, das Ziel ist erreicht, mehr Geld, für was anderes reicht es nun nicht mehr, deshalb müssen jetzt Klassengrößen und Stundensoll erhöht werden. GEW, VBE und sooooooo viele Kommentatoren hier haben dabei mitgemacht.

Fakten sind Hate
10 Monate zuvor

Die Gehaltserhöhungen mögen auf dem Papier recht beindruckend sein, jedoch sind sie dank der Geldentwertung dies schon lange nicht mehr.

In NRW bekam ein A13Z-Lehrer (verbeamtet, single, ohne Kinder) vor ca. 15Jahren etwa 2700netto (minus Krankenkasse). Heute sind es bereits 3700 netto (minus KV).

Wenn man sich fragt, wofür man so viel Geld braucht, steht sicherlich das Haus auf der Wunschliste. Heute ist maximal nur noch eine Eigentumswohnung für den berbeamteten Single drin. Noch schlimmer steht es mit dem angestellten Single. Dieser erhält heute 2700netto und würde schon im Gewässer der Ausbildungsberufe landen.
Dass so wenige Lehrer werden wollen, verstehe ich bereits mit Blick auf den Lohn. Die internen Probleme sehen die Bewerber noch nichtmals.

Einer
10 Monate zuvor

Eine Stunde Mehrarbeit entspricht nicht 800 Lehrerstellen.
Wenn die OP-Schwester eine Stunde mehr arbeiten werden dadurch auch keine Chirurgen ersetzt.
Es werden immer Lehrerstellen und Stunden einfach kumuliert, was einfach nicht geht. Lehrer sind hochspezialisiert in ihrem Fach.

Meinetwegen
10 Monate zuvor

Es wird keine Protestwelle geben, maximal eine Kommentarwelle. Aber das wird sein wie ein Sturm im Wasserglas. Die Lehrergewerkschaften sind schwach, ihre Mitglieder träge und durch den Beamtenstatus zahnlose Tiger. Sie wollen es allerdings selber so und werden bald wieder rufen, warum die Gewerkschaften nichts täten?!

Torsten
10 Monate zuvor

Vielleicht sollte man das ganze Beamtenturm abschaffen. Dann gibt es die Möglichkeit von Streik und weniger Ungerechtigkeit!
Ich bin Grundschullehrer (64) und im Angestelltenverhältnis,streiken jedoch nicht, denn die Arbeit mit den Kindern ist mir wichtiger als die Straße. P.S. Ich bekomme E11!

Fakten sind Hate
10 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Ich hoffe für Sie, dass Sie für die viel besungene „gleiche Arbeit“ auch auf E13 gehoben werden.

Oberkrämer
10 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Das heißt, Sie warten darauf, dass die Dienstherren selbst ein Einsehen haben, dass Sie eigentlich mehr verdienen müssten? Wo ist sowas jemals passiert? Sorry, aber wenn es für Sie bei E11 bleibt, sind Sie auch selbst schuld. Oder sollen die anderen für Sie streiken? Und die Schüler der anderen, das ist Ihnen dann egal?

dickebank
10 Monate zuvor
Antwortet  Oberkrämer

Das mit der Schuldzuweisung ist so eine Sache. Die Einführung der paralleltabelle ist schon lange eine Forderung der tarifbeschäftigten Lehrkräfte. Dieser Punkt wurde bis jetzt aber im Rahmen der Tarifrunden zwischen TdL und Tarifunion, die ja nicht nur für Lehrkräfte sondern den gesamten ÖD der Länder mit der Ausnahme Hessen verhandelt, durch die Verbände, die im dbb organisiert sind, vom Tisch gefegt.
Die Paralleltabelle betrifft nämlich lediglich die angestellten/tarifbeschäftigten Lehrkräfte.
Die Begründung für die Eingruppierung in E11 besteht darin, dass der Eingruppierte keine „grundständige“ Lehrkraft ist. D.h. diese Lehrkraft verfügt z.B. als Anerkenner (ursprüngliche Form des Seiteneinstiegs hier in NRW) über ein zweites Staatsexamen im GHR-Lehramt, hat aber kein grundständiges Lehramtsstudium absolviert Für Seiteneinsteiger mit Lehrbefähigung für die SekI+II gilt diese Regelung übrigens nicht, diese werden direkt in E13 eingruuppiert.

Conrad
10 Monate zuvor

Wenn die GEW von Systemversagen spricht, möchte ich ihr entgegenhalten, dass sie selbst am System, wie es sich heute darstellt, mitgewirkt hat. Statt eine Protestwelle im Herbst anzukündigen und die Hände in Unschuld zu waschen, sollte sie besser fragen, wie viele unselige Reformen, die den Lehrerberuf ständig schwerer und unansehnlicher machten, sie selbst seit Jahren und Jahrzehnten mit angekurbelt hat.
Jede schöne Theorie hat sie unterstützt, egal, wie unrealistisch und unruhestiftend sie war und wie groß die ständige Mehrbelastung der Lehrer. Auf Kritik und Klagen gab es immer nur eine Antwort: Zum Gelingen fehlen nur bessere Rahmenbedingungen.
Dass so manche Reformidee in sich nicht stimmte und deswegen an der Realität scheitern musste, wurde ausgeschlossen. Nichts, was sich schön anhörte und erstrebenswert war, konnte Webfehler haben und in die Irre führen.

Wer heutzutage den Lehrermangel beheben will, muss schon mehr tun als nur auf bessere Rahmenbedingungen schielen. Er muss die Sinnhaftigkeit des Berufs wieder herstellen. An ihr gibt es gro0e Zweifel.
Was zählt sind sichtbare Erfolge und nicht schöneTheorien. Erfolgsgeschichten ziehen Mitarbeiter an, nicht aber Berichte von Pleiten, Pech und Pannen oder Überlegungen, wie ein marodes Unternehmen ohne Änderung der Geschäftsstruktut zu retten sei.

Oberkrämer
10 Monate zuvor
Antwortet  Conrad

Stimmt!