Schulsozialarbeit: Aufgerieben zwischen Ansprüchen der Lehrkräfte und dem Selbstbild

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DRESDEN. Schulsozialarbeit kann in der Schule große Potenziale entfalten. Ein Forschungsteam aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Praktikerinnen und Praktikern hat in einem dreijährigen Forschungszyklus die Schulsozialarbeit in Sachsen untersucht.

Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter sitzen häufig zwischen allen Stühlen (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Mit der vierten Befragungsrunde ist jetzt das Forschungsprojekt Schulsozialarbeit in Sachsen in Zeiten der Corona-Pandemie“ zu Ende gegangen. Dabei beantworteten über 100 Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter Fragen zu ihren Arbeitsbedingungen und beruflichen Belastungsfaktoren, zur Qualität der Kooperation mit der Schule sowie zur Lern- und Entwicklungssituation junger Menschen. Das Projekt solle, so die Autorinnen und Autoren, nicht zuletzt Impulse zur Weiterentwicklung des Handlungsfeldes geben.

Insgesamt zeigen die Daten der Abschlussbefragung eine Diskrepanz zwischen den Aufgaben und professionellen Selbstverständnissen der Fachkräfte und den real gegebenen Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten an den Schulstandorten. Wenngleich sich bestimmte konkrete Bedingungen tendenziell verbessert hätten, beispielsweise die Ausstattung mit digitaler Infrastruktur und mit Sachmitteln, arbeiteten Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter häufig unter mehrfach belastenden Bedingungen.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. So seien etwa schulische und sozialpsychologische Unterstützungsbedarfe der jungen Menschen konstant hoch. Ein deutlicher Teil der Fachkräfte sehe sich angesichts der Notwendigkeit der Bewältigung tagesaktueller Anforderungen in einem „defensiven Modus“. Eine Arbeit, die über Schadensbegrenzungen hinausgeht und die es erlaubt, das eigene Tätigkeitsfeld aktiv und kreativ zu gestalten, sei kaum möglich. Die Fachleute seien im Zuge einer defizitären personellen Besetzung meist nicht in der Lage, erweiterte sozialpädagogische Angebote im Bereich non-formaler Bildung und Prävention zu unterbreiten.

Die Kooperation mit Schulleitungen und Lehrpersonen habe sich im Vergleich zur vorpandemischen Zeit tendenziell weiter verbessert. Allerdings agierten auch Lehrerinnen und Lehrer angesichts des personellen Mangels häufig im Krisenmodus, der die Schulsozialarbeit direkt oder indirekt berühre. Noch immer seien Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter in deutlichem Umfang in genuin schulische, also für sie fachfremde Aufgabenbereiche einbezogen. Noch immer scheint es der Untersuchung zufolge stark von Ressourcen und der Offenheit von Schulpädagoginnen und -pädagogen abzuhängen, ob und wie mit der Schulsozialarbeit kooperiert wird. Verbindliche und praxisgestaltende Vereinbarungen seien vorfindbar, aber noch immer nicht die Regel.

Zudem wird von den Fachkräften eine gravierende Mangelsituation in Bezug auf weiterführende psychotherapeutische und psychiatrische Hilfen beschrieben, wodurch Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter trotz dringender Notlagen junge Menschen oft nicht weiter vermitteln könnten. Angesichts der Tatsache, dass es sich zumeist um akute und alle Lebensbereiche umfassende Problematiken handele, sei die gegenwärtige Situation des Mangels für betroffene Kinder und Jugendliche ausgesprochen prekär.

Constanze Berndt, Professorin für Soziale Arbeit und Schule an der Evangelischen Hochschule Dresden, schlussfolgert aus den Ergebnissen der Studie: „Unsere Befunde verweisen nicht nur auf die Notwendigkeit, die Schulsozialarbeit qualitativ und quantitativ auszubauen, damit derzeit häufig stark belastete Fachkräfte gehalten und die sozialpädagogische Arbeit aufgabengemäß und entsprechend dem professionellen Anspruch der Fachkräfte geleistet werden kann. Im Zuge der Gesamtsituation an Schulen braucht es zudem ressortübergreifende Lösungsansätze und eine stärkere Anerkennung sozialpädagogischer Arbeit als komplementärem, nonformalem Bildungs- und Erziehungsangebot für junge Menschen. Schulsozialarbeit kann und will mehr leisten und gestalten, als Kinder und Jugendliche in krisenhaften Einzelfallsituationen zu unterstützen. Eine Voraussetzung dafür ist, dass sie als sozialpädagogische Profession diese Anerkennung und Unterstützung selbst erfährt.“ (zab, pm)

Schulsozialarbeit an Berufskollegs: Immer wichtiger, aber nach wie vor unsystematisch

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Mika
10 Monate zuvor

Willkommen im Alltag Schule: Mangelverwaltung wohin man auch schaut. Es ist ein Trauerspiel.

Klaus Müschenheimer
10 Monate zuvor

Schulsozialarbeiter – das sind doch die, die immer im Lehrerzimmer vorm Laptop sitzen und warten bis Feierabend ist …

Andre Hoger
10 Monate zuvor

In welcher Traumwelt leben Sie?

Stefan Sommerlich
10 Monate zuvor

😀 Wenn man keine Ahnung, hat einfach mal die Klappe halten. Ich frage mich warum jemand es überhaupt nötig hat, so einen Kommentar wie diesen hier zu schreiben?!

Übrigens sitzt kein Schulsozialarbeiter und keine Schulsozialarbeiterin vor dem Lehrer*innenzimmer, denn wir haben eigene Beratungszimmer ;P Klaus Müschenheimer, warum verbringen Sie eigentlich Ihre Zeit auf so einer Seite, wenn Sie doch nur provozieren wollen? Beste Grüße, ein Schulsozialarbeiter aus Leipzig

potschemutschka
10 Monate zuvor

Es gibt wahrscheinlich , wie überall, solche und auch andere. An meiner Schule hatten wir bisher immer tolle Sozialpädagogen, die eine große Hilfe für die Lehrer waren und einen guten Kontakt zu Eltern und Schülern. Sie werden allerdings auch von den Lehrern wertgeschätzt! (Zusammenarbeit auf Augenhöhe)

Lera
10 Monate zuvor

Das Hauptproblem mit den Sozialpädagogen ist, dass ihnen im Studium eingeredet wird, es wäre gaaaanz unprofessionell, den Lehrern die größten Störer von der Backe zu halten.

Das wäre aber eigentlich genau das, was mir TATSÄCHLICH helfen würde.

Den Präventions- und Gruppenquatsch brauche ich genauso wenig wie einen Boxsack im Flur – der sorgt nämlich für MEHR Störungen statt weniger. Aber das sind dann wahrscheinlich professionelle Störungen.

Andre Hoger
10 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Schulsozialarbeit nicht verstanden – 6 setzen!

Lera
10 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hoger

Doch, doch, ich hab ganz genau verstanden, dass ein wesentlicher Teil des Studiums der sozialen Arbeit darin besteht, normative Argumente zu internalisieren, um die junge Profession vor der Vereinnahmung durch die Niederungen der Ebene (aka Praxis) zu bewahren – ein wunderschönes Beispiel liefert Nick.

Er schreibt:

A
Wir sind nicht für die Lehrer da.

B
Die Lehrer haben uns nichts zu sagen.

C
ALLEINE sind wir für gar nichts zuständig – wenn also Lehrer was wollen: Lass sie mal schön selber machen.

Das ist natürlich NORMATIV gesehen alles korrekt, nur ist es leider meilenweit davon entfernt, PRAKTISCH NÜTZLICH zu sein.

Ich hab auch echt viel Verständnis dafür, dass eine junge Profession sich stark um sich selbst dreht und sich im Feld abzugrenzen versucht. Aber diese ideologiegeschwängerte Trotzigkeit, diese im Brustton der Überzeugung vorgetragene Arbeitsverweigerung, sobald die Gefahr besteht, dass man sich versehentlich doch mal nützlich machen könnte, ist schon dreist.

Andre Hoger
10 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Also bitte, erstmal Schnappatmung ausschalten. Und dann: Informieren und das eigene Bild verändern lassen. Oder es bleibt bei Ihnen wie es ist, dann bleibt es auch bei der 6.

Lera
10 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hoger

Kurzgesagt:
Wer eine andere Meinung hat, ist uninformiert.

Nice!

Nick
10 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Herzlichen Dank erstmal für das Zitat von oben. Ich würde mich Herrn Hoger anschließen. Das Prinzip von Schulsozialarbeit wurde leider nicht verstanden.
Die von mir genannten Maxime wurden leider verkürzt dargestellt.

A Ich schrieb wir sind in erster Linie für die Kinder da.
D.h. nicht das mich der Lehrer nicht interessiert, immerhin ist er Teil des Unterstützungs- und Erziehungssystem des Kindes mit dem ich arbeite.

B Schulsozialarbeiter sind den Lehrern weder von der Kompetenz noch inhaltlich unterstellt. Das haben sie korrekt verstanden, ein Lehrer hat nichts anzuordnen. Gleichberechtigt können wir allerdings agieren und Lösungen im Sinne des Schülers suchen.

C Prävention ist Aufgabe aller, auch meine. Als Schulsozialarbeiter lasse ich das auch niemanden alleine machen der meine Hilfe anfordert.

Die Schulsozialarbeit ist meiner Meinung nach ein toller Ansprechpartner für Lehrkräfte. Aber bitte auf Augenhöhe. Und das heißt auch sich selbst über die jeweilige Konzeption zu informieren. Ich informiere mich ja auch zu aktuellen Unterrichtstehmen und den Vorgaben die an Schulen bestehen.

Nick
10 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Ehrlicherweise ist der Beitrag sehr schade. Die Sozialpädagogen an einer Schule sind

A in erster Linie nicht für die Lehrer und deren Befindlichkeiten da, sondern für die Kinder. Stichwort Einzelfallhilfe.

B Bei Schulsozialarbeitern handelt es sich auch nicht um einen Beruf der einer Lehrkraft unterstellt ist. Weder fachlich noch inhaltlich.

C Präventionsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Schulsystems, und der ist von allen Berufsgruppen zu leisten.

Und abschließend sei gesagt ein Kind oder Jugendlichen als Störer zu bezeichnen und als Mensch auf ein unerwünschtes Verhalten zu verkürzen und nur anhand dessen zu bewerten bzw. abzuwerten ist wirklich traurig.

Ilker
10 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Prävention fängt in erster Linie zu Hause, also bei der Erziehung an. Im Schulsystem sind die sogenannten verhaltensauffälligen Kinder leider keine Einzelfälle, sondern bilden mittlerweile an vielen Schulen die Mehrheit. Die meisten Lehrkräfte müssen dann nicht nur mit den Kindern zurecht kommen, sondern auch mit den Eltern, die die „Erziehung“ an die Lehrkräfte bzw. Schule abgeben. Am besten sollen die Kinder ohnehin nicht erzogen, sondern gleich mit guten Noten versorgt werden. Die auffälligen Kinder sind ja nach Meinung vieler Eltern „unterfordert“ und stören deshalb die anderen Kinder in Ihrem Lernwillen und somit den Unterricht. Von Respektlosigkeit, fehlender Empathie und Schamlosigkeit ganz zu schweigen.
Wenn alle Beteiligten, also Eltern, Lehrkräfte und gerne auch die Schulsoziarbeit an einem Strang ziehen, und die Kinder merken, dass es die Erwachsenen sind, die im Prinzip das Sagen haben und Respekt verdienen, kann es besser werden. Sie müssen verstehen, dass es zu Ihrem sowohl aktuellen/schulischen als auch späterem Wohl, z.B. in der Ausbildung/Arbeit dient.

Lera
10 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Antwort hier:
https://www.news4teachers.de/2023/08/schulsozialarbeit-anerkennung-und-verbindlichkeit-durch-schule-als-gluecklicher-zufall/#comment-540209

Ergänzend:
„Und abschließend sei gesagt ein Kind oder Jugendlichen als Störer zu bezeichnen“

Jupp, das habe ich. Achtung, krasse Erkenntnis: Menschen stören manchmal andere Menschen.

„und als Mensch auf ein unerwünschtes Verhalten zu verkürzen“

Ja, kann man da rein interpretieren, wenn man bösartig ist. Aber gut, die Verwendung des Begriffs „Störer“ triggert natürlich die Worthülsen.

„und nur anhand dessen zu bewerten bzw. abzuwerten ist wirklich traurig.“

Genau. Wer bei mir stört, wird natürlich NUR noch dafür bewertet. Arbeiten gucke ich dann zB gar nicht mehr nach. Ich schreib nur drunter: hat gestört.

Andre Hoger
10 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Das sind die negativen Beispiele des Lehrertums… Augen auf bei der Berufswahl.

Stefan Sommerlich
10 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Noch so ein Vorurteil, mit dem man mal aufräumen müsste. Klingt so als ob Sie Lehrerin oder Lehrer sind. Ich fände es mal spannend mit Ihnen das Schulgesetzt anzuschauen?! Vielleicht brauchen Sie den Quatsch nicht, aber ich denke, dass es den Kindern gut geholfen hat, mit denen ich zusammen gearbeitet habe. Jede Woche stehen Lehrer*innen vor meiner Tür und schieben ein Kind bei mir ab. Ritzen, Gewalt zuhause, Mobbing, sexueller Missbrauch, Drogenmissbrauch, Rechtsradikalismus, alles Themen mit denen ich jeden Tag zu tun habe, weil die Lehrkräfte sich überfordert fühlen OBWOHL das schon immer und seit neustem noch mal ausdrücklich ebenfalls im Schulgesetz als ihre Aufgabe verankert ist. Schauen Sie doch mal dort nach. Verstehen Sie mich nicht falsch, es ist auch meine Aufgabe sich um notleidende Kinder zu kümmern. Aber der Gesetzgeber hat es nicht ohne Grund noch mal explizit als Ihre Aufgabe formuliert. Und dort sitzen sicher ein paar kluge Köpfe (darunter sogar ein paar ausgebildete Lehrer*innen).

Grüße
Sommerlich

Ilker
10 Monate zuvor

Lehrkräfte müssen leider teilweise störende/auffällige Kinder zu Ihnen schicken, um in den 45 Minuten Unterrichtszeit wenigstens einigermaßen unterrichten zu können. Das sollte die Hauptaufgabe einer Lehrkraft sein. War ja auch so jahrzehntelang im Schulgesetz verankert. Durch die Pädagogisierung besonders der letzten zwei Jahrzehnte, was nicht unbedingt von Vorteil war, hat man sich nun gedacht, dass noch mehr pädagogisiert werden kann, und zwar dass die Erziehungsaufgabe zusätzlich auf die Lehrkräfte abgewälzt wird, was ohnehin in den letzten Jahren immer mehr wurde.
Von den 45 Minuten können die ersten 5 bis 10 Minuten aufgrund von Verspätungen und dadurch verzögerter Begrüßungszeit schon mal abgezogen werden. Bis alle ihre Schulmaterialien wie Bücher, Hefte etc. parat haben, vergehen auch nochmal 5 Minuten. Dann die ständigen Ermahnungen, um einigermaßen Ordnung in den Unterricht zu bringen und und und. Es wurde mal nachgewiesen, dass durch Störungen und Unterbrechungen heutzutage nur noch effektiv ca. 18-19 Minuten Unterricht stattfindet.
Die Schulsozialarbeit weiß ich selbstverständlich zu schätzen. Es ist schön und hilfreich, wenn ein guter Austausch bzw. eine gute Zusammenarbeit statt findet.

Mariechen
10 Monate zuvor

Die Lehrkräfte fühlen sich nicht überfordert, sie sind! überfordert. Und zwar häufig maßlos überfordert und das wären Sie auch. Das Schulgesetz braucht kein Lehrer mit Ihnen anzuschauen, denn wir wissen was da drin steht. Klar hat der Gesetzgeber es als unsere Aufgabe formuliert, obwohl die ,klugen Köpfe‘ genau wissen, dass viele Dinge in der Praxis nicht umzusetzen sind.

Ilker
10 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Richtig. Die wahren „klugen Köpfe“ sind in den Klassenzimmern und versuchen, ein Mindestmaß an Unterricht herauszuholen und den SuS etwas nicht nur schulisch beizubringen, sondern auch etwas für das Leben mitzugeben. Es sind oftmals eben nicht die „klugen Köpfe“, die Entscheidungen treffen, sondern Verwaltungsschulabsolventen und/oder (schlechte) Lehrkräfte, die nicht mit dem Schulalltag klar gekommen sind und nur sehr kurz im Schuldienst waren. Im Prinzip keine Ahnung vom Unterrichten haben.

Caro
10 Monate zuvor

Ich habe weder die Zeit, noch das Beratungsimmer mit eienem Telefonanschluss, um mich mit den Problemen einzelner Kinder angemessen befassen zu können.
Oft fehlt mir für einzelne Maßnahmen auch die rechtliche Grundlage bzw. auch das Fachwissen.
Das haben Sie gelernt, das ist Ihre Aufgabe.

Problemfälle zwischen Tür und Angel durchwursteln, bis spät abends noch von zuhause aus herumtelefonieren (falls überhaupt noch jemand erreichbar ist – auch ein vormittägliches Problem des Lehrers) und dann auf unzähliche Mauern aus Schweigepflichten etc. zu stoßen kann ich dann wirklich auch alleine.
Vielen Dank!
Dann können wir Ihr Beratungszimmer gerne auch wieder als Ausweichraum oder Elternsprechzimmer nehmen.

Ilker
10 Monate zuvor
Antwortet  Caro

Sehr gut!

Bla
10 Monate zuvor

Ich setze mich gerne mit Ihnen hin und wir gehen das Schulgesetz gemeinsam durch.
Dann gehen wir aber bitte auch im Anschluss die Realität durch und klären, was der Unterschied von „Fordern“ und Realität ist. Was der Unterschied von „Wunsch“ (wollen) und Realität (sein) ist. Was der Unterschied von „Aufgaben verankern/formulieren“ und „Durchführbarkeit der Aufgabenzielen und Stellung der geeigneten Rahmenbedingungen“ ist.

Im Schulgesetz steht noch so einiges andere, was nicht umgesetzt wird und teilweise nicht umgesetzt werden kann. Dazu sogar einige (absichtlich) schwammigen Sachen.
Man achte auch mal auf den Einbezug der Eltern und des Staates. Auch dort ist einiges formuliert, was eben nicht auf die Realität angewendet wird.

Würden wir die Gesetze 1:1 so anwenden, dann wäre Schule schlicht weg nicht möglich. Zumindest nicht sinnvolle Beschulung.

Also bleiben wir mal auf dem Teppich. Ansonsten müssten Soz.-Päds. Wunderheiler sein. Dann hätte man auch kein Problem mit „schwierigen“ Kindern. Wenn die Kids auch alle Zielvereinbarungen immer einhalten würden, dann wären Soz.-Päds. zwar sehr effektiv und äußerst hilfreich. Man bräuchte allerdings dann immer nur „einen Besuch“. Das ist doch Quatsch „so zu spielen“. Vor allem gegeneinander.

Ilker
10 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Richtig!

Mika
10 Monate zuvor

Die Schulgesetze sind ja nun je nach Bundesland verschieden. Wo in Ihrem Schulgesetz steht denn, dass die Lehrkraft sich als Therapeut für „Ritzen, Gewalt zuhause, Mobbing, sexueller Missbrauch, Drogenmissbrauch“ zu betätigen hat, anstatt Unterricht zu machen? Meiner Aufgabe, mich darum zu kümmern, dass der Schüler bei solcherlei Problemen einen fachlich kompetenten Ansprechpartner hat, bin ich nachgekommen, wenn ich den Schüler an Sie vermittelt habe. Als „Abschieben“ würde ich das nun nicht gerade bezeichnen.
Aber okay, Sie können stattdessen natürlich auch Mathe für mich unterrichten mit den 29 anderen, und ich kümmere mich dann (leider dafür nicht qualifiziert) um das eine Kind.
Also, welcher Passage Ihres Schulgesetzes entnehmen Sie, dass ich therapeutisch tätig zu sein habe?

Lera
10 Monate zuvor

„Ritzen, Gewalt zuhause, Mobbing, sexueller Missbrauch, Drogenmissbrauch, Rechtsradikalismus, alles Themen mit denen ich jeden Tag zu tun habe,“

Wirklich unverschämt, dass Sie sich als Sozialarbeiter mit Sozialarbeit beschäftigen müssen!

„weil die Lehrkräfte sich überfordert fühlen“

DAS ist also die Ursache, die Schuldfrage ist ja dann schon mal geklärt.

„OBWOHL das schon immer und seit neustem noch mal ausdrücklich ebenfalls im Schulgesetz als ihre Aufgabe verankert ist.“

Genau. Weiß ja jeder, dass Schulgesetz und Praxis immer perfekt übereinstimmen. Insbesondere die Aufgaben, die Lehrer so haben, sind ausnahmslos leicht zu bewältigen und da fehlt auch nie Zeit.

Schön, dass allen im „Team“ das klar ist und sich keiner blöd anstellt! Wäre nämlich sonst echt ein sch… Team.

Freiya
10 Monate zuvor

Wozu SIND SIE denn da, wenn nicht genau dafür: Kindern in absoluten Notlagen ein Ansprechpartner zu sein?

GriasDi
10 Monate zuvor

Warum soll es den SozialarbeiterInnen nicht genau so gehen wie den Lehrkräften? Viel zu viele „nicht-genuine“ Aufgaben und kein klar umrissenes Aufgabenfeld. Unterricht ist ja nur noch Nebenaufgabe.

ohje
10 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Weil das Gehalt nur die Hälfte dem eines Lehrers entspricht? 😀

Bayer
10 Monate zuvor
Antwortet  ohje

Kommt genau wie beim Lehrer auf die Ausbildung/ Studium etcpp. an;
Wir haben finanziell Gleichgeordnete mit Studium soziale Arbeit und andere, die teis erst in die Sozialarbeiterei einsteigen…..

GriasDi
10 Monate zuvor
Antwortet  ohje

Was hat das mit dem Gehalt zu tun?

HellaWahnsinn
10 Monate zuvor
Antwortet  ohje

Wo ist denn das Problem?

Lehrermangel = leichter Wechsel in den leichten (Scherz) Lehrerjob bei doppeltem (echt jetzt?) Gehalt.
Dann bis morgen im Lehrerzimmer!

Mariechen
10 Monate zuvor
Antwortet  ohje

Was hat das mit dem Gehalt zu tun. Ich will unterrichten können.

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  ohje

Augen auf bei der Berufswahl…

Ilker
10 Monate zuvor

In meiner Tätigkeit als Lehrer habe ich leider sehr wenige, um nicht zu sagen, zu wenige gute Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter kennen gelernt. Viele wirkten unsicher und oft überfordert, weil sie teilweise zu sozialpädagogische Vorstellungen haben und an der Schulrealität an „Problemschulen“ scheitern.

An einer Grundschule mit Förderzentrum, also an einer problematischen Grundschule mit extremen Verhaltensauffälligkeiten und hohem Gewaltpotential unter den Kindern hatten die Lehrkräfte die Möglichkeit, störende Kinder zu der Sozialarbeiterin bzw. zum Sozialarbeiter, je nachdem wer gerade an dem Tag dort war, mit den Unterrichtsaufgaben zu schicken, damit die „Störer/innen“ in einem „sozialpädagogischen“ Umfeld die Aufgaben weiter bearbeiten konnten. Der Raum war teilweise überfüllt, der anwesende Sozialarbeiter entsprechend überfordert.
Ich habe im Gegensatz zu den anderen Lehrkräften vermieden, die Schulsozialarbeit in Anspruch zu nehmen, weil es für mich als Lehrer eine Art Kapitulation bedeutet. Stattdessen habe ich die „Störer/innen“ dermaßen streng gemaßregelt, dass sie völlig perplex und „verängstigt“ da saßen oder vor die Tür gehen mussten. Perplex, weil sie eine konsequent strenge Maßregelung gar nicht mehr gewohnt sind. Die anderen, ruhigen, fleißigen, gut erzogenen SuS, die einfach nur lernen wollten, haben sich am Ende der Stunde mit den Worten: „Vielen Dank Herr ….., endlich mal ein Lehrer, der durchgreift. Wir konnten endlich mal in Ruhe und konzentriert arbeiten!“ bedankt. Das habe ich auch an anderen Schulen so erlebt.
Nur ein Mal hatte ich einen der Störer zur Schulsozialarbeit geschickt, damit ich nicht immer laut werden muss. Der Schüler kam wieder zurück und sagte, dass niemand da sei. Daraufhin bin ich wieder mit ihm zur Schulsozialarbeit gegangen und musste feststellen, dass ihre „Sprechstunden“ nur dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr hatten.

Ich habe in den letzten 14 Jahren an allen Schulformen, also von der Grundschule bis zum Gymnasium und Berufsschule unterrichtet. Dabei habe ich viele (extrem) schwierige Schulen und somit auch viele Sozialpädagog/innen und Schulsozialarbeiter/innen kennen gelernt. Die allermeisten der schwierigen Schülerschaft hat diese gar nicht ernst genommen, sodass jene im Prinzip mit ihren sozialpädagogischen Ansätzen gescheitert sind. Auch bei den Eltern der entsprechenden Klientel.

Ich habe meine Schülerschaft bisher immer sehr gut im Griff, weil sie genau wissen, dass ich zwar bei Bedarf sehr streng sein kann, dabei auch immer fair bleibe und bei der Notengebung niemanden benachteilige. Auch die auffälligen SuS kennen nach kurzer Zeit ihre Grenzen. Ein Blick reicht dann oft.

Es ist leider sehr bedauerlich, jedoch muss man als Lehrkraft eine gewisse Härte an den Tag legen, um nicht zu scheitern. Im Prinzip leisten viele Lehrkräfte mittlerweile (im Unterricht) Erziehungs- und Sozialarbeit.

Ich bitte darum, mich hinsichtlich der Schulsozialarbeit nicht falsch zu verstehen. Ich möchte hierbei auch kein Bashing betreiben. Ganz im Gegenteil, ich finde sie sogar als Unterstützung für die Lehrkräfte sehr wichtig. So wie es aber den Lehrermangel gibt, herrscht im Bereich der Schulsozialarbeit auch ein Mangel. Viele sind an mehreren Schulen gleichzeitig tätig und können schwer alle „Probleme“ unter einen Hut bringen.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor

Ich glaube, viele Lehrer wissen gar nicht so genau, was ein Schulsozialarbeiter so macht und mit welcher Expertise er zur Seite stehen kann. Da bedarf es Aufklärung und vieler Absprachen, damit das Zusammenspiel funktioniert.
Unsere Schulsozialarbeiterin bietet ein breit gefächertes Angebot. Angefangen von der pädagogischen Insel (zu der Lehrer Schüler anmelden können), in der Fehlverhalten, Streit, Trauer, etc. bearbeitet wird. Dann Elternberatung rund um soziale Leistungen. Sie leitet den Schülerrat, bietet Pausenaktivitäten an, koordiniert Sozialtrainings und bietet sie z.T. selber an, unterstützt bei runden Tischen (wenn sie vorher mit eingebunden war), nimmt an Stadtteilkonferenzen teil, Initiiert Projekte mit anderen Schulen für einige Kinder, leitet die Pausenspielausleihe und den Toilettendienst, usw…..habe bestimmt noch etwas vergessen, ach ja und beantragt und koordiniert Lern- und Sprachförderung.

Sie hat ein klar umrissenes Konzept, indem man alles nachlesen kann. Was gar nicht geht, was Lehrer aber gerne würden, ist „Tür auf, Kind rein,Tür zu“.
Einen großen Teil ihrer Aufgaben dreht sich um die Arbeit am und mit dem Kind, aber sorgsam geplant.

Caro
10 Monate zuvor

Ja nee, is klar! „Tür auf, Kind rein, Tür zu!“ geht nur bei mir!

Ob gestern Abend der Rettungsdienst die Oma im Wohnzimmer wiederbeleben musste oder Schülerin X sich wieder geritzt hat oder die zwei kleineren Geschwister vom Jugendamt mit Amtshilfe durch die Polizei aus der Familie heraus geholt wurden oder „einfach nur“ der Familienhund eingeschläfert wurde – alles zu mir rein!

Ich werde eine Coping-Möglichkeit und einen Raum dafür schaffen.

Auch, wenn für diese Stunde eine Klassenarbeit angesetzt wurde und die Zeit drängt.
Kann ich doch verschieben, kein Thema!
Und um die Elternbeschwerden wegen der verschobenen Arbeit, wegen der das eigene Kind schon drei Nächte lang nicht schlafen konnte, kümmere ich mich auch gern am Nachmittag.
Natürlich unter Wahrung der Schweigepflicht und des Datenschutzes!
Ich stehe auch gerne der Schulleitung Rede und Antwort, die verlangt, dass in Parallelklassen generell identische Arbeiten zur genau selben Zeit geschrieben werden müssen. Alles kein Thema!

Hauptsache, auf der Homepage steht, dass wir Schulsozialarbeit haben, an die sich jeder im Problemfall wenden kann!

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Caro

Sie scheinen sehr frustriert zu sein und vollkommen überlastet. Kommunizieren Sie das, der Schulleitung, in der LK, fordern Sie einen eigenen Tagesordnungspunkt in jeder LK, vernetzen Sie sich mit anderen Schulsozialarbeitern, schreiben Sie ein Konzept zu Ihrer Arbeit…..
Augenhöhe ist wichtig und richtig!

Mika
10 Monate zuvor

So sehr ich viele Ihrer Beiträge schätze, aber das war jetzt der typische Schulleiter- Abwürgespruch: Sie sind wohl sehr frustriert, schreiben Sie doch mal ein Konzept!
Caro hat sehr deutlich das Problem beschrieben: wären nicht Sie als Schulleitung zuständig, ein Konzept zu entwickeln, um Abhilfe zu schaffen? Und dieses Konzept umzusetzen, um Caro die originäre Arbeit einer Lehrkraft (unterrichten) zu ermöglichen?
Sie sind doch sonst so sehr auf Augenhöhe mit Ihren Lehrkräften?!

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Schade, so sollte das nicht rüber kommen….

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor

Tatsächlich dachte ich, dass Caro eine Schulsozialarbeiterin ist….Sorry für den Irrtum

BTW: SL ist nicht dafür da, Konzepte zu schreiben, sondern zu lenken, zu initiieren, usw….

Lera
10 Monate zuvor

Niemand ist für irgendwas da, außer Lehrer (und Frosta), die sind für alle(s) da.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Lera

🙂

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Caro

So isses! Als Klassenleitung hat man halt auch diese Aufgabe: Kummerkasten. Nur so kennt man doch seine Kinder und kann Beziehung aufbauen.
Mir hat Sozialarbeiter*in bei einzelnen, hochproblematischen Kindern geholfen, ein Konzept zu erstellen. Bei uns machen sich Kinder selbst Termine, wenn sie zur Sozialarbeiterin wollen/müssen. Sozialarbeit unterstützt bei Klassenteambildungsprojekten. Aber kein Lehrer schickt Kinder oder „schiebt ab“. Dafür ist der Besinnungsraum da, der von Lehrern beaufsichtigt wird und Schüler auffängt, die das Lernen in der Klasse verunmöglichen.

Lera
10 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

„Aber kein Lehrer schickt Kinder oder „schiebt ab“.

Dafür ist der Besinnungsraum da, der von Lehrern beaufsichtigt wird“

Also:
Keiner schiebt ab.

Und für das Abschieben ist der Besinnungsraum da.

OK, soweit, so widersprüchlich.

Des Pudels Kern ist dann: „der von der Lehrern beaufsichtigt wird“.

DARUM geht es.

Das Abschieben ist gar nicht das Problem.

Nur halt nicht zu den Sozialarbeitern.

Es ist natürlich vollkommen einsichtig und offensichtlich alternativlos, dass Lehrkräfte (zumal in Zeiten des Lehrkräftemangels) Schüler im Besinnungsraum beaufsichtigen statt zu unterrichten.

Denn nur so können die Sozialarbeiter ihren – offenbar grundgesetzlich verankerten -Rechtsanspruch auf ein ausschließliches Agieren in geplanten Situationen verwirklichen.

Verwunderlich ist daran nur, dass die Sozialarbeiter es verwunderlich finden, wenn Lehrer das nur für begrenzt nützlich halten.

Andre Hoger
10 Monate zuvor

„Tür auf, Kind rein,Tür zu“: Das will User/in Lera ja gerne haben.

HellaWahnsinn
10 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hoger

Können Sie die entsprechende Aussage von @Lera bitte wörtlich zitieren?

Andre Hoger
10 Monate zuvor
Antwortet  HellaWahnsinn

Das Hauptproblem mit den Sozialpädagogen ist, dass ihnen im Studium eingeredet wird, es wäre gaaaanz unprofessionell, den Lehrern die größten Störer von der Backe zu halten.
Das wäre aber eigentlich genau das, was mir TATSÄCHLICH helfen würde.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hoger

Nein, das würde Ihnen gar nicht helfen, denn um wie viele Kinder soll sich der Schulsozialarbeiter denn eigentlich gleichzeitig kümmern?
Es braucht eine gutes und sinnvolles Konzept, es geht bei Ihnen in der Schule um Classroommangement, um Regeln und Konsequenzen. Ein Teil dieser Konsequenzen kann ein Termin mit der Schulsozialarbeiterin sein….aber für ein Abschieben von Kindern, die sich daneben benehmen, ist diese Profession nicht originär zuständig.

Andre Hoger
10 Monate zuvor

Genau, dass will User/in Lera ja hat sie im Zitat ja deutlich gesagt.

Lera
10 Monate zuvor

„Nein, das würde Ihnen gar nicht helfen, denn um wie viele Kinder soll sich der Schulsozialarbeiter denn eigentlich gleichzeitig kümmern?“

Um wie viele Kinder kümmern sich denn die Lehrer so?

Und dürfte ich vielleicht noch selbst entscheiden, was MIR helfen würde?

Vielen Dank.

Lera
10 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hoger

Jupp, und ich bin der festen Überzeugung, dass das in den meisten Fällen von Unterrichtsstörung auch pädagogisch die absolut angezeigte und angemessene Reaktion darstellt.

Die Botschaft ist dann nämlich ganz klar: Du hast hier nicht die Macht zu bestimmen, ob 25 andere Kinder etwas lernen können und deine Kaspereien interessieren hier niemanden.

Tja. Oder man gibt dem Affen Zucker, ganz viel Aufmerksamkeit, eine tägliche Bühne und gelegentlich gibt es dann eine „geplante Intervention“ – natürlich während die anderen Mathe haben.

potschemutschka
10 Monate zuvor

„… aber sorgsam geplant.“ – genau das ist der Punkt! Es lässt sich eben im Schulalltag meist nicht planen, welche Kinder mit welchen Problemen in welcher Stunde besondere Zuwendung brauchen, weder für die Lehrer noch für die Sozialpädagogen.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Eine Schulsozialarbeiterin ist nicht für die ad hoc Sachen zuständig. Wenn sich ein Kind gegen die Regeln bei uns benimmt, dann hört es immer den Satz: „das wird Konsequenzen haben! Ich werde überlegen welche es sind und informiere dich.“ Die KuK meldet dann ggf. bei der Schulsozialarbeiterin das Kind in der pädagogischen Insel an…..die nimmt sich dann dem Problem an und entscheidet mit der KuK weitere Maßnahmen…..

Lera
10 Monate zuvor

„Eine Schulsozialarbeiterin ist nicht für die ad hoc Sachen zuständig.“

Liebe Frau Rektorin,
wäre ich bei Ihnen Lehrkraft, würde ich Ihnen postwendend eine sehr lange Liste präsentieren, wofür ich eigentlich gar nicht zuständig bin.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Und ja, es lässt sich planen, wenn wir bereit sind Druck raus zu nehmen. Das ist erstmal neu, aber total entlastend für alle Seiten

potschemutschka
10 Monate zuvor

Wie nimmt man Druck raus, wenn ein Schüler plötzlich ausrastet und mit Sachen um sich wirft? Bringt man dann sich und die Klasse in Sicherheit und lässt den Schüler allein im Klassenraum wüten?

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

In akut gefährdenden Situationen greifen wir zum Telefonhörer und lassen das Kind umgehend abholen.

potschemutschka
10 Monate zuvor

Wer holt das Kind ab und wann? Die Eltern sind nicht immer sofort erreichbar (gehen nicht ans Telefon, sind berufstätig oder haben längeren Anfahrtsweg …), wohin in der Zwischenzeit mit einem z. B. agressiven Kind?
P. S. „Das wird Konsequenzen haben.“ – dieser Satz hilft bei einigen Kindern auch nicht, denn die Konsequenzen, die wir anbieten können sind nicht sehr wirkungsvoll und werden auch von manchen Eltern umgangen.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ja, unsere Mittel sind schwach! Es steht immer die Schulpflicht gegen den § 53 der Ordnungsmaßnahmen. Aber ein aggressives Kind muss reglementiert werden. Wenn Eltern nicht erreichbar sind, steht das entgegen der Vereinbarung und das geht so gar nicht. Wir verwahren diese Kinder dann im Verwaltungsbereich, das ist nicht schön, aber das ist für uns das Mittel der Wahl. Nun haben wir aber einen „Schulhund“ und kommt jedes Kind runter….
Wir rufen Eltern an, lassen das Kind abholen und wenn das mehrmals vorkommt, schränken wir die Schulzeit ein, soweit, wie wir es leisten können. Einhergehend ist da meist der Ausschluss aus der OGS. Meist folgt ein AOSF, sehr zeitnah…..

potschemutschka
10 Monate zuvor

@Fräulein Rottenmeier
Leider handhaben das nicht alle Schulen so konsequent. Warum? Haben die Angst vor den Eltern, vor dem Schulamt oder ….?

Marie
10 Monate zuvor

Über das Verwahren der Kinder im Verwaltungsbereich wäre unsere Sekretärin bestimmt mega begeistert (zumal einige dieser Kinder dort ganz gewiss nicht brav sitzen blieben).

Marie
10 Monate zuvor

Bei den betreffenden Kinder gehen die Eltern schon gar nicht mehr ans Telefon, wenn sie die Schulnummer dort sehen.

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Marie

@Marie
Das haben wir auch öfter erlebt.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Das hatten wir tatsächlich noch nicht….

Marie
10 Monate zuvor

Eines unserer speziellen Kinder hatte sich in der Pause mal so sehr an der Hand verletzt, dass wir einen umgehenden Arztbesuch für notwendig hielten. Leider ging die Mutter eben nicht mehr ans Telefon, weil sie nicht mehr hören wollte, wie sich ihr Kind daneben benimmt. Nach vielen vergeblichen Versuchen haben wir dann die Tante erreicht.