SPD-Chefin Esken fordert Anreize für Frauen in Jobs (und mehr Kinderbetreuung)

10

In der Debatte um den Fachkräftemangel hat die SPD-Vorsitzende Saskia Esken mehr Anreize für die Erwerbstätigkeit von Frauen gefordert. Es brauche mehr Frauen, die in Vollzeit tätig seien oder im Teilzeitjob mehr Wochenstunden leisteten, sagte Esken der «Rheinischen Post». «2,5 Millionen Frauen sind in Deutschland teilzeitbeschäftigt. Wenn die nur eine Stunde pro Woche mehr arbeiten würden, entspräche das 70.000 Vollzeitkräften.»

Mehr Investitionen in Kitas und Schulen gefordert: die SPD-Vorsitzende Saskia Esken. Foto: SPD

Damit Frauen mehr arbeiten können, seien erheblich mehr Investitionen in Kitas, in Schulen und in die Tagespflege nötig, sagte die SPD-Chefin. Auch die Betreuung von Älteren werde oft von Frauen übernommen. «Und wir brauchen Anreize wie zum Beispiel Vergünstigungen bei der Einkommensteuer für Menschen, die ihre Teilzeit aufstocken. Das käme insbesondere Frauen zugute.» Die SPD wolle dazu ein Konzept vorlegen. «Der erste Schritt wäre aber, das Ehegattensplitting abzuschaffen und stattdessen ein Familiensplitting einzuführen. Wir sollten endlich damit aufhören, ein Modell zu fördern, das Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert.»

Ihr Co-Parteivorsitzender Lars Klingbeil hatte bereits als Alternative zur Kürzung des Elterngelds vorgeschlagen, das Ehegattensplitting für neue Ehen abzuschaffen – dem hatte aber FDP-Chef Christian Lindner eine Absage erteilt. Beim Ehegattensplitting wird das gemeinsame Einkommen eines Paars halbiert, die darauf entfallende Einkommensteuer berechnet und die Steuerschuld anschließend verdoppelt. Das nützt vor allem Paaren, bei denen einer viel und der andere wenig verdient. News4teachers / mit Material der dpa

Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz: „Das Versprechen wird nicht eingelöst“

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

10 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Egvina
11 Monate zuvor

Wie ich es liebe, dass immer davon ausgegangen wird, Frauen würden nur deshalb in Teilzeit oder gar nicht arbeiten, weil sie ihre Kinder nicht wegorganisiert bekommen. Es gibt reichlich Familien, die sich doch tatsächlich selbst um Kinder kümmern WOLLEN und sie tatsächlich ganz bewusst nicht 9 Stunden täglich in Betreuungseinrichtungen unterbringen wollen.

GEW-nee!
11 Monate zuvor
Antwortet  Egvina

Nein so etwas?! Das ist ja ganz abstrus. Und egoistisch. Und später wollen sie dann auch noch ihre Senioren selbst betreuen, statt der Wirtschaft zur Verfügung zu stehen. Womöglich ist ihnen der Mensch und das Zusammensein mit ihm wichtiger als der Job? Unfassbar!

gehtsnoch
11 Monate zuvor

Nun mehr berufliche Anreize für die Frau von der SPD-Frau.
Angedachte Vergünstigungen bei der Steuer – wer Teilzeit aufstockt – ist aber für die Sozialabgabenentwicklung eher schädlich. Von der späteren Rente für genau diese Frauen aber mal ganz zu schweigen, denn bei den heutigen Beziehenden von Grundsicherung im Alter bilden Frauen mit fast 60 Prozent die größere Gruppe.

Btw., wie war das mit ihrem ermittelten Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro für Bildung aus März?

Georg
11 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Das Sondervermögen ist bei der Bundeswehr.

Anne
11 Monate zuvor

Liebe Frau Esken, damit ich mehr arbeiten würde, braucht es keine Kinderbetreuung. Ich arbeite nämlich nicht Teilzeit, weil ich kleine Kinder habe. Ich arbeite Teilzeit, weil die Arbeitsbedingungen in Schulen so schlimm sind, dass mehr Stunden meine Gesundheit ganz ruinieren würden. Irgendwann muss man die Reißleine ziehen, wenn man halbwegs gesund in Pension gehen will, und das habe ich getan.

Georg
11 Monate zuvor
Antwortet  Anne

Wie halten Ihre (männlichen) Kollegen dann die Vollzeit aus?

potschemutschka
11 Monate zuvor
Antwortet  Georg

@Georg
Die haben wahrscheinlich eine teilzeitarbeitende Frau zu Hause. 🙂

Anne
11 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Gar nicht, der arbeitet auch Teilzeit.

Fräulein Rottenmeier
11 Monate zuvor

Frau Esken propagiert etwas, was sie selber doch so ganz anders gelebt hat. Die hat – so kann man es im Stern nachlesen – viele Jahre lang ihrem Mann beruflich den Rücken freigehalten und hat sich um die Kinder gekümmert. Erst als ihre politische Karriere begann – da waren die Kinder aus dem gröbsten raus – trat ihr Mann etwas zurück, um sie zu unterstützen. Die Gute hat also auch vom Ehegattensplitting profitiert…..

Ich staune immer wieder, wie man für sich etwas in Anspruch nimmt und für andere etwas anderes fordert.

Es irritiert mich auch immer wieder, wie die Politik davon ausgehen kann, dass es jedermanns erstes Lebensziel sein kann, sich der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen und so viel wie möglich zu arbeiten….
Für mich persönlich gelten andere Primaten…..aber mich fragt ja keiner 😉

Georg
11 Monate zuvor

In Wasser predigen und Wein saufen sind die heutigen Politiker jeder Partei sehr gut.