Wozu noch auf Lehramt studieren? Geht auch ohne: An Schulen unterrichten bereits 60.000 Quer- und Seiteneinsteiger

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WIESBADEN. Um den Unterrichtsbetrieb sicherzustellen, sind Schulen zunehmend auf Lehrkräfte angewiesen, die keine Lehramtsprüfung abgelegt haben. Auch solche Kollegen könnten ein Gewinn sein, erklären Gewerkschaften. Sie formulieren aber Bedingungen.

Das Lehramtsstudium dauert in der Regel fünf Jahre, dazu kommen zumeist anderthalb Jahre Referendariat. Das lässt sich abkürzen. Illustration: Shutterstock

Der Anteil von Quer- und Seiteneinsteigern in den Lehrerkollegien deutscher Schulen steigt. Im Schuljahr 2021/22 hatten 8,6 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen keine anerkannte Lehramtsprüfung abgelegt, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Rund 60.800 der bundesweit insgesamt 709.000 Lehrkräfte waren demnach Quer- und Seiteneinsteiger. Im Schuljahr 2011/2012 hatte der Anteil laut Statistik noch bei 5,9 Prozent gelegen. Damals seien rund 39 300 der insgesamt 669.800 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen Quer- sowie Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger gewesen. Der Anstieg ist nach Angaben des Bundesamtes eine Folge des Lehrkräftemangels.

«Lehrkräfte im Quer- und Seiteneinstieg sorgen schon heute dafür, dass der Unterrichtsbetrieb läuft»

Als Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger bezeichnet man Menschen, die über kein abgeschlossenes Lehramtsstudium verfügen und die ohne ein Referendariat in den Schuldienst übernommen werden. Bei Quereinsteigerinnen und -einsteigern besteht im Gegensatz dazu die Pflicht eines Referendariates. An den beruflichen Schulen hatten im Schuljahr 2021/22 laut Statistik 20,8 Prozent der insgesamt 124.000 Lehrkräfte keine anerkannte Lehramtsprüfung.

Bildungsgewerkschaften sehen die Entwicklung mit Sorge. «Lehrkräfte im Quer- und Seiteneinstieg sorgen schon heute dafür, dass der Unterrichtsbetrieb läuft», teilte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Maike Finnern, mit. Aber sie bräuchten Unterstützung. «Die Kultusministerien müssen unverzüglich Hochschulen, Studienseminare, Schulämter, Landesinstitute und Personalräte an einen Tisch holen, um gemeinsam hochwertige berufsbegleitende Qualifizierungsangebote für Quer- und Seiteneinsteigende zu entwickeln.»

Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Gerhard Brand, erklärte, Kollegen aus anderen Berufen könnten ein Gewinn für die Schule sein – «wenn es wenige Personen wären, die gut vorbereitet, berufsbegleitend qualifiziert und angemessen begleitet werden könnten». Diese Bedingungen gebe es aber nicht. Die Quote von Lehrkräften ohne Lehramtsprüfung sei vor allem an solchen Schulen hoch, die als Arbeitsort weniger attraktiv seien, gab Brand zu Bedenken. «Dort also, wo wir die höchste pädagogische Qualität bräuchten, haben wir die höchste Anzahl an Menschen, welche die pädagogische Qualifizierung, wenn überhaupt, erst berufsbegleitend erhalten.»

Trotz des hohen Bedarfs an ausgebildeten Lehrkräften ist die Zahl der Lehramtsabsolventinnen und -absolventen mit Master- oder Staatsexamensabschluss rückläufig, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Prüfungsjahr 2022 hätten rund 28.700 Lehramtsstudierende ihre Abschlussprüfungen bestanden – mehr als zehn Prozent weniger als noch zehn Jahre zuvor. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrermangel wächst sich aus – Bildungsminister: „Ohne Seiteneinsteiger läuft gar nichts“

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Realist
9 Monate zuvor

„Die Quote von Lehrkräften ohne Lehramtsprüfung sei vor allem an solchen Schulen hoch, die als Arbeitsort weniger attraktiv seien, gab Brand zu Bedenken. «Dort also, wo wir die höchste pädagogische Qualität bräuchten, haben wir die höchste Anzahl an Menschen, welche die pädagogische Qualifizierung, wenn überhaupt, erst berufsbegleitend erhalten.»“

Was wäre denn die Alternative? Diejenigen, die das „Einbahnstraßen-Studium“ Lehramt trotz aller Warnungen noch abschließen (oder aufnehmen) wollen noch zusätzlich dadurch zu bestrafen, dass sie an die „unattraktiven“ Schulen versetzt werden? Neben den Anforderungen eines Master-Studiums mit anschließendem Referendariat mit effektivem Stundenlohn weit unter Mindestlohn (unter der Gefahr des (endgültigen) Durchfallens), während andere mit einem fachfremden Bachelor-Studium praktisch sofort mit A12 verbeamtet werden? Wobei der Bachelor-A12er dabei nicht nur eine faktische Übernahmegarantie hat, sondern einen Einkommensversprung (auch unter Berücksichtigung einer höheren Anzahl an Dienstjahren für die Pension!) hat, den ein A13er praktisch nie wieder aufholen kann?

Wer studiert dann noch auf Lehramt? Deutlich längeres Studium, Durchfallens-Risiko mit schlechteren Berufschancen außerhalb des Lehramts dank „Einbahnstraßen-Studium“, geringeres Lebenseinkommen, effektives Arbeiten unter Mindestlohn (Referendariat!) und dann noch die unattraktiveren Schulen?

Und demnächst wird wahrscheinlich eine Ausbildung reichen für das Lehramt (duales Studium wird ja schon angedacht).

Da bleibt für Gen Z doch nur die bekannte Schlussfolgerung:
„Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“

Karl Heinz
9 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Ihre „Argumentation“ erinnert ein wenig an Dennis Hohloch.
Wo – außer in Brandenburg, werden Seiteneinsteiger*innen denn noch verbeamtet?
In LSA muss man definitiv noch das Ref. nachholen, wenn man verbeamtet werden will. Inkl. zweitem Unterrichtsfach.
Gemessen am Alter der meisten Seiteneinsteiger*innen kaum eine realistische Option für die Masse…

Was sie betreiben, ist also Spiegelfechterei!

laromir
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

In Hessen werden Quereinsteiger verbeamtet. Nach ein paar Seminaren und ein paar Prüfungen.

Karl Heinz
9 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Ok
Sie müssen sich aber also zunächst einmal behaupten.
Sas ist schon noch was anderes als oben behauptet…

Freund
9 Monate zuvor

Leider verdiene ich trotz abgeschlossenem Magister-Studium deutlich weniger als ein/e Lehramtsabsolvent:in. Aber im Unterricht wird von mir die gleiche Leistung verlangt.

Jo Ta
9 Monate zuvor
Antwortet  Freund

Ja. Lehramt erhält xa. 1000 Euro mehr fuer den gleichen Job als eine Akademikerinund mit Master oder PhD und kann verbeamtet werden. Referendariat ist kein Garant fuer Unterrichtsqualität. Und Unterrichtende, die schon ein Leben lang unterrichten, koennten ein Methodenupdate vertragen.

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Jo Ta

Methodenupdate? Schon mal was von Fortbildungen gehört?

QuerRein
9 Monate zuvor
Antwortet  Freund

Nie ein Referendariat in Erwägung gezogen? Klar, wieder 2 Jahre noch weniger, aber dafür danach keinen Unterschied mehr. ‍♂️

Meyi
9 Monate zuvor
Antwortet  QuerRein

Wofür REF? Ich höre nur schlechtes… also wofür?

unverzagte
8 Monate zuvor
Antwortet  Meyi

Die damals noch zwei Referendariatsjahre möchte ich, Riesendank an alle fähigen Mentor*innen, trotz aller Anstrengung – und Ausbeutungen nicht missen.

Reflektionen zum Unterrichtsgeschehen von Fachkolleg*innen sind unersetzbar.

Ureinwohner Nordost
9 Monate zuvor
Antwortet  QuerRein

Was für ein „keinen Unterschied“ mehr.

Sie glauben an was?

An Entlastung?

🙂

Eli
9 Monate zuvor
Antwortet  QuerRein

Haha, laut LASUB könnte ich sonstwas für Weiterbildungen machen oder auch ein Ref. Nichts würde sich an meiner E-Stufe und damit am Wenigerverdienst ändern. Egal, in Sachsen zählt Vorbildung. Nicht geleistete Arbeit.

Eli
9 Monate zuvor
Antwortet  Freund

Das geht mir leider auch so. Ich habe ein Diplom und verdiene deutlich weniger. Und darf noch danke sagen, so meinte das zumindest das LASUB.
Also: Danke liebes LASUB, dass ich die selbe Arbeit leisten darf, immer einspringe, mittlerweile 5 Fächer gebe und dafür mit 2 Entgeltstufen weniger belohnt werde. Gern habe ich auch auf eine Höherstufung der Erfahrungsstufen verzichtet.
Was glaubt Ihr eigentlich warum so viele Seitis wieder aufhören?

RSDWeng
8 Monate zuvor
Antwortet  Eli

Weil sie sich das Unterrichten viel einfacher vorgestellten hatten…

unverzagte
8 Monate zuvor
Antwortet  RSDWeng

Weil erstaunlicher Weise niemand wirklich Bock hat, der verantwortliche A…. der Nation zu sein, der fast jedes akut gesellschaftliche Problem per Handreichung unter mangelhaften Bedingungen zu wuppen hat .

Quiet Quitter01
8 Monate zuvor
Antwortet  Eli

Naja…..mir drängt sich eher der Eindruck auf, daß man dachte das sei ja nun ein cooler Job mit wenig Arbeit, ausserdem muss ja schon noch einen Unterschied zu voll ausgebildeten Lehrkräften geben.

Fred
9 Monate zuvor
Antwortet  Freund

Na ja,Augen auf bei der Berufswahl,oder? Ich habe auch einen Fachmaster und einen Lehramtsmaster studiert. Beides! Und ein Ref gemacht. Warum studieren Sie nicht noch Lehramt nach? Und qualifizieren sich dann weiter. Dann klappt es auch mit der Bezahlung.

Just
9 Monate zuvor
Antwortet  Freund

Ich kenne einige Lehrer, die vorher Mathematiker, Physiker, Chemiker und Informatiker waren und den Arbeitgeber gewechselt haben. Sie waren vorher als Mitarbeiter an Universitäten mit befristeten Verträgen ( Honorarverträgen ).Auch ich zählte aus einen ähnlichen Bereich, vorher im dem großen Bereich der Bau- und Fachplanung für die Haustechnik. Danach war ich fast fast 20 Jahre in der Erwachsenqualifizierung tätig. Jetzt bin ich Mathematiklehrer an einem Gymnasium und daß als Rentner. Der Weg dahin war nicht einfach, man wurde im Nordosten von den eigenen Kollegen als 2. Wahl oder als Lückenfüler betrachtet. Jetzt arbeite in Teilzeit, das heißt 20 Unterrichtsstunden die Woche. Meine Klassen, die ich habe sind mit einmal ruhige und leistungsbewusste Schüler und Schülerinnen geworden.

unverzagte
8 Monate zuvor
Antwortet  Just

Freut mich für Ihre Klassen: Ich würde auch lieber mit pädagogisch sehr praxisversierten Kolleg*innen ohne Lehramtsstudium zusammen arbeiten, als zwei oder mehr Klassen zeitgleich „unterrichten“ zu müssen.

Quiet Quitter01
8 Monate zuvor
Antwortet  Freund

Naja, Sie haben aber eben nicht Lehramt studiert

Alter Pauker
9 Monate zuvor

Tja, die sinkenden Leistungen der Kids haben natürlich nichts mit der sinkenden Qualifikation der Leute zu tun, die vor den Klasaen stehn, oder? Lehrer sind es ja immer seltener…..

Seitenwürstchen
9 Monate zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Hahahaha – seit wann gibt es derart viele Seiteneinsteiger und seit wann sinken die Leistungen rapide. Denke zum PISA Schock waren max. 1-2% Seiteneinsteiger am Start. Aber Hauptsache man findet einen Doofen den man verantwortlich machen kann. Dann muss man nicht vor der eigenen Tür kehren…

Im übrigen…“nach dem „PISASchock“ 2001 gehörte Deutschland zu den wenigen Staaten, die sich kontinuierlich verbessert haben“ (Quelle BMBF)

Ich fand schon als Schüler die meisten Lehrer Scheibenkleister, nun da ich Einblick in die pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten vieler grundständig ausgebildeter Lehrer und Lehrerinnen habe, kann ich nur sagen mein Gefühl und meine Erfahrungen als Schüler haben mich getäuscht.

Es ist alles noch viel schlimmer in und an Schule. Machtmissbrauch, Unfähigkeit und Faulheit vieler grundständig ausgebildeter Lehrer und Lehrerinnen sind nicht zu leugnen. Die motivierte Hälfte schleppt die oben beschriebene Hälfte mit durch und macht deren Arbeit teilweise mit. So ein System muss früher oder später kollabieren.

Wünschte Walraff würde den ganzen Laden mal hops nehmen.

Ohne die tollen Schüler hätte ich schon längst hingeschmissen.

Beste Grüße

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Seitenwürstchen

Was genau haben Sie denn für Einblicke in die Schule?

Seitenwürstchen
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Arbeite als Klassenlehrer an einer Grundschule und sie?

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Seitenwürstchen

Ebenfalls! Grundständig ausgebildet. Ich würde sagen: Schule wechseln, denn meine Kolleginnen betreiben weder Machtmissbrauch, noch sind sie unfähig oder faul. Ganz im Gegenteil. Wir gehen alle über unsere Grenzen hinaus und das treibt viele dazu Stunden zu reduzieren. Also wie gesagt: ich empfehle Ihnen dringend mal einen Schulwechsel.

Realist
9 Monate zuvor
Antwortet  Seitenwürstchen

Es ist alles noch viel schlimmer in und an Schule. Machtmissbrauch, Unfähigkeit und Faulheit vieler grundständig ausgebildeter Lehrer und Lehrerinnen sind nicht zu leugnen. Die motivierte Hälfte schleppt die oben beschriebene Hälfte mit durch und macht deren Arbeit teilweise mit. So ein System muss früher oder später kollabieren.“

Ihre Kollegen sehen das sicher genauso wie Sie…

GriasDi
9 Monate zuvor
Antwortet  Seitenwürstchen

Zitat:
„Die motivierte Hälfte schleppt die oben beschriebene Hälfte mit durch und macht deren Arbeit teilweise mit.“

Wie in jedem anderen Beruf auch.

uesdW
9 Monate zuvor
Antwortet  Alter Pauker

92% der Unterrichtenden Lehrkräfte haben ein Lehramtsstudium.
Und diese 8,6 Prozent sind jetzt schuld am Rückgang des Niveaus.

Oweia. Mit ihrer Aussage greifen sie m.E. das Niveau der ausgebildeten Lehrkräfte an.

Walter Hasenbrot
9 Monate zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Die sinkenden Léistungen haben wohl eher damit zu tun, dass viele Stellen gar nicht besetzt werden können.

Alisia
9 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Und noch viel eher mit der sinkenden Qualität der Schülerschaft.

Aleix
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Jeder weiß, wie´s gemeint ist. Aber Sie sind „irritiert“ und wollen daraus einen „Qualitätsstempel“ machen? Man kann es auch übertreiben mit der politisch korrekten Ausdrucksweise.

Unverzagte
9 Monate zuvor
Antwortet  Aleix

Jeder? Ich nicht.

Keke
9 Monate zuvor

Das wird noch alles in Tränen enden…

Wenn die Wertschätzung weiter so abnimmt und viele Lehrkräfte nach dem Ref erstmal nur über Zeitverträge angestellt werden, obwohl es einen Lehrermangel gibt, zusätzlich zu den sowieso nicht so tollen Bedingungen an den Schulen, dann wird das Interesse an einem Lehramtstudium weiter abnehmen und das zu Recht.

Tafelschwamm
9 Monate zuvor

Ja, gerade im Haupt- und Realschulbereich ist es fatal, Lehrkräfte ohne pädagogische Ausbildung in Klassen zu stellen. Ich mache diesen Job seit 10 Jahren an einem sozialen Brennpunkt – Quer- und Seiteneinsteiger können ein Gewinn sein, der Schuss kann aber auch derbe nach hinten losgehen! Manche gehen mit wehenden Fahnen unter, machen einem nur Arbeit, legen einem Steine in den Weg und sind kein Gewinn für Schulentwicklung.
Ohne eine entsprechende Weiterbildung geht es schlichtweg und ergreifend nicht! Lehren ist kein Job, den jeder Hanswurst machen kann. Bildet man die Leute entsprechend aus, könnte das tatsächlich funktionieren – aber auch nur dann! (Wie gesagt, es gibt auch Glücksgriffe. Jene sollen sich bitte nicht angesprochen fühlen)

Jo Ta
9 Monate zuvor
Antwortet  Tafelschwamm

Ihre Formulierungen Zeugen von vorzüglicher pädagogischer Ausbildung. Da koennen sich die Sus glücklich schätzen, eine so emoathische und wohlwollend Lehrkraft in ihrem Leben zu haben.

Dejott
9 Monate zuvor
Antwortet  Jo Ta

Die Formulierungen zeugen von Erfahrung.

Alisia
9 Monate zuvor
Antwortet  Tafelschwamm

Leider habe ich den Eindruck, dass auch das Lehramtsstudium keine (sinnvolle, praktisch orientierte) pädagogische Ausbildung darstellt.

Meine Mutter ist Professorin und einige ihrer Kollegen haben auch viel mit angehenden Lehrern zu tun. Die berichten immer wieder, wie sich die Studierenden nach dem ersten Praktikum in der Schule nur noch gerade so durchschleppen, da sie erkannt haben, dass was die an der Uni lernen für den späteren Berufsalltag so gut wie nutzlos ist.

Meiner persönlichen Erfahrung als Schülerin nach macht es in der Realität fast keinen Unterschied ob jemand eine „pädagogische Ausbildung“ hat oder nicht. Ich wurde von vielen grottenschlechten Lehren mit zweitem Staatsexamen und von absolut fantastischen Quereinsteigern unterrichtet. (Natürlich auch umgekehrt.)

Ich fände es gut wenn die pädagogische Ausbildung an den Hochschulen etwas anwendungsbezogener/sinnvoller aufgebaut wäre. Vielleicht würden sich dann auch Schüler und Referendare nicht mehr konstant gegenseitig quälen.

Generell kann ich aber nicht erkennen was an (ausreichend qualifizierten) Quereinsteigern schlechter sein soll als an „regulären“ Lehrern.

Mari
9 Monate zuvor
Antwortet  Alisia

Alisia, du hast vollkommen Recht!
Diese Aussagen kommen nur von „Lehramtlern“, die nichts anderes als Missgunst für die Seiteneinsteiger wünschen. Menschen ohne REF werden von diesen Menschen im Lehrerzimmer als Mensch zweiter Klasse gesehen. Das liegt aber auch am Arbeitgeber!

Dejott
9 Monate zuvor
Antwortet  Alisia

Kann ich nicht bestätigen. Im Referendariat lernt man sein Handwerkszeug. Umso fataler hier zu kürzen.

Alisia
9 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Wo habe ich vorgeschlagen das Referendariat zu kürzen? Ich stimme absolut zu, dass das ein sinnvoller Ausbildungsschritt ist.

Mir ging es vielmehr darum, dass Referendare am Anfang fast nichts über (vom Arbeitsaufwand her realistische, funktionierende) Unterrichtsdidaktik etc. zu wissen scheinen. Am Ende haben sie sich aber meistens zumindest stark verbessert.
Da fragt man sich als Schülerin, die diese ungelenken ersten Schritte ertragen musste schon unwillkürlich was die in den letzten fünf Jahren an der Uni so getrieben haben…

PS: Ich gebe den Referendaren hier nicht die Schuld aber der Gedanke, dass das Lehramtsstudium nicht unbedingt gut auf Lehrer-sein vorbereitet drängt sich schon auf.

MB aus NRW
9 Monate zuvor
Antwortet  Alisia

Als Lehrer mit 2.Staatsexamen, der den ganzen klassischen Weg (Studium und Referendariat) gegangen ist, kann ich das mit den kaum brauchbaren bis nicht vorhandenen pädagogischen Inhalten im Studium nur bestätigen.

Im Ref wurde es ein bisschen besser, leider war da auch der Fokus auf einzelne „Lieblingsthemen“ der Fachleiter sowie vor allem auf das unfassbar aufwendige, bis ins letzte Detail verschriftliche Vorbereiten reiner Showstunden (Unterrichtsbesuche und Examen)…die wirkliche Praxis lernt man in der Praxis.

Hier spricht niemand, der gefrustet ist, weil er es nicht gepackt hat, ich habe Studium und Ref so schnell es ging und mit nur mindestens guten Noten beendet, besonders toll vorbereitet habe ich mich nicht gefühlt…kurz formuliert: die wirklich relevanten Inhalte, vor allem die pädagogisch relevanten (und als solche habe ich z.B. nicht Platons Höhlengleichnis, ein komplettes Semester über den Jena-Plan oder das Rechnen in irgendwelchen n-dimensionalen Unterräumen irgendwelcher Vektorraum-Konstrukte etc. empfunden) hätte man locker (!) in einem halben Jahr (das ist 1/14 der Ausbildungdzeit!) lernen können und es wäre so viel Zeit für so viele sinnvolle Dinge gewesen…

Alisia
9 Monate zuvor
Antwortet  MB aus NRW

Genau dass meinte ich!

„auf das unfassbar aufwendige, bis ins letzte Detail verschriftliche Vorbereiten reiner Showstunden“

Ich saß in einigen von denen als Schülerin…

Waren alles gute Unterrichtsstunden, aber jeder Laie dürfte klar sein, dass kein Lehrer normalerweise auch nur halb so viel Zeit in die Unterrichtsvorbereitung investieren kann.

Meiner Erfahrung mit Referendaren nach waren die meist super wenn der Unterricht minuziös mit riesigem Aufwand vorbereitet war und ziemlich planlos wenn nicht.
Das war für uns Schüler auch frustrieren und dieser Frust entlud sich nicht selten darin, dass ein Teil der Klasse es den armen Referendar mit voller Absicht noch schwerer machte…
So eine Situation ist für niemandem ideal.

Ich bin bei den meisten Studiengängen absolut dagegen, die akademische Ausbildung gegen lauter Anwendungsfächer auszutauschen aber beim Lehramt wo es wirklich Sinn machen würde (der Studiengang führt immerhin zu genau EINEM einzigen, sehr „angewandten“ Beruf) scheint mir, dass es zu wenig realitätsnahe Anwendung gibt. Sonst müssten Referendare ja tatsächlich auf den Schuldienst vorbereitet sein.

Realist
9 Monate zuvor
Antwortet  Alisia

Meine Mutter ist Professorin  …“

Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen: Die Personen von allen, die am wenigsten didaktisches und pädagogisches Talent hatten, waren allesamt Hochschullehrer. Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen folgen da allerhöchstens mit größtem Abstand…

Tamara Klemm
9 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Und die blödesten Kinder sind in der Regel Lehrerkinder.
So ein blöder Kommentar!

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Tamara Klemm

Da geht noch mehr! Nur zweimal „blöd“ in einem Kommentar untergebracht und auch noch zwei Sätze dafür verschwendet: Tamara, Sie sind doch zu viel mehr „blöd“ in der Lage!

Alisia
9 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Kann ich als gegenwärtige Studentin zumindest teilweise bestätigen, ist hier aber irrelevant.

Meine Mutter ist BWLerin, hat mit Pädagogik/Didaktik also nichts am Hut und zum Studium gezwungen hat ihre Studierenden auch keiner.
Zudem sollte man als erwachsener, studierfähiger Mensch in der Lage sein auch ohne ideale Unterrichtsvorraussetzungen zu lernen. Von 12jährigen kann man eben nicht erwarten, dass sie das Lernen bereits perfekt erlernt haben, dafür ist die Schule ja gerade da.

Generell ging es mir einfach darum, dass meine Mutter durch ihre Tätigkeit and der Hochschule eben auch Kontakt zu Kollegen/Freunden hat, die (als ITler) hauptsächlich mit Lehramtsstudierenden zu tun haben, welche mit ihrem Studium größtenteils absolut unzufrieden sind.

Hauptkritikpunkt ist da die an der Realität komplett vorbeigehende, unzureichende pädagogische Ausbildung.

Lachmöve
8 Monate zuvor
Antwortet  Alisia

Ich habe mir in der Vergangenheit gern die Beiträge von Kollegen angesehen. Natürlich gibt es in jedem Beruf positive und negative Seiten. Wenn jedoch das Arbeitsklima oder die Rahmenbedingungen nicht stimmen , dann sollte man handeln. Ich bin auch als Seiteneinsteiger in den Schuldienst gekommen. Was ich durch die Beiträge vieler Kollegen entnehme- können sie vielleicht auch nicht wissen- dass in den Berufsschulen der Fachunterricht von berufserfahren den Lehrern durchgeführt wird. Sicherlich gibt es auch hier Personen, die nicht immer die pädagogische Fähigkeit besitzen, aber diese haben auch nicht alle Kollegen mit Lehramt. Doch etwas stört mich inzwischen: schreiben, antworten Sie doch bitte respektvollen, denn jeder hat andere Erfahrungen gemacht. Gern würde ich meine Erfahrungen mitteilen, doch um dann beleidigt zu werden? Nein, bitte mehr Qualität, was wir ja auch von unseren Schülern fordern.

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Tafelschwamm

… gerade im Haupt- und Realschulbereich ist es fatal…
und vor allem im Primarbereich. Da werden Studenten als Fachlehrer bezeichnet und auf die IDötzchen losgelassen. 1. Klasse – Königsklasse! Der Alphabetisierungsprozess, die Erarbeitung des Zahlenraums bis 10 und die Elternarbeit erfordern ein hohes Maß an didaktischem Wissen und Können und das lernt man im Ref. Mir graust es, wenn ich die Scherben anschließend zusammenkehren muss. Das Ganze endet im Desaster. Wir haben nach Klasse 4 immer weniger Kinder, die die Grundlagen nicht beherrschen. Warum wohl? Ich erlebe Quer- und Seiteneinsteiger, die ziemlich von sich überzeugt sind. Wenn ich dann auf die vielen ‚Kleinigkeiten‘ hinweise, sehe ich nur völlig verdutzte Gesichter.

NetterMisanthrop
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Wenn immer weniger Kinder die Grundlagen nicht beherrschen, dann ist das doch gut, oder?

Sorry, da habe ich wohl auf eine Kleinigkeit hingewiesen.

Sehe ich ein verdutztes Gesicht?

MfG

Ein Querseiteneinundaussteiger aka Drehtürpatient

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  NetterMisanthrop

Betonung liegt wohl auf Aussteiger, oder?
Verstehe diesen seltsamen Post nicht.

nurmalso
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Der nette Misanthrop wies auf eine doppelte Verneinung im voraufgegangen Post hin, die die Aussage zu einer anderen als der intendierten machte.

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  nurmalso

Korinthenkackerei. Kommt immer dann, wenn einem sonst nix einfällt.

uesdW
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Und wenn die Zahlen oben stimmen, liegt der Anteil der Lehrkräft immer noch über 90%. Das sind doch die Experten. Ja, das Niveau sinkt, aber das Ganze jetzt auf die Quereinsteiger zu schieben, ist daher lächerlich.

Ich erlebe aber auch ausgebildete Lehrekräfte, die total von sich überzeugt sind.

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  uesdW

Ich schiebe die Misere nicht auf die Quereinsteiger. Nicht ausgebildete Lehrkräfte machen die Sache aber auch nicht besser.

Walter
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Der Zeittotschläger ist einer der anstrengendsten Jobs, die es überhaupt gibt.

Lieber spät als nie
9 Monate zuvor
Antwortet  Tafelschwamm

Das gilt genauso für die Grundschule. Wenn die Grundlagen nicht stimmen geht nichts.
Viele denken, dass die zu vermittelnden Inhalte in der Grundschule jeder kann. Aber ohne das Wissen darum, wie die Grundlagen vermittelt werden müssen, wird es ein Desaster. Und das Wissen darum, welche Fehler (in Mathe) auf welche Defizite hinweisen und wie man das wieder korrigieren kann, ist auch wichtig. Ohne begleitende Ausbildung beim Quereinstieg ist es in keiner Schulform zu schaffen

NRW Nord Lehrerfreund
9 Monate zuvor

Lückenstopfermentalität und die Frage ist, wie lange sie bleiben. Viele gehen nach ein paar Monaten schon wieder und unattraktive Schulen / Arbeitsplätze haben umso mehr.

Was kann man machen?

Projekttage/Digitaltage

Stunden optimieren, Zusammenlegen+

homeschooling 40% (wie homeoffice auch in Betrieben ca. 2 Tage mindestens)

ggf. über 4-Tage Woche nachdenken

Dann hat es noch mit den Löhnen zu tun. Derzeit gibt es eine Stagnation bei hohen Lebenserhaltungskosten (ca. 300-500 E pro Monat) Das merken Lehrkräfte natürlich auch. Eine Inflationsprämie gab es bisher nicht.

Da sind andere Branchen schlichtweg weiter und dann natürlich attraktiv für Arbeitnehmer:innen.

Dann braucht sich keiner wundern, warum neue Arbeitnehmer nicht die Schule aufsuchen, oder wat?

Tabea Mu
9 Monate zuvor

Meinst du die 3000 Prämie zur Inflation?
Weihnachtsgeld hier 100 und woanders bis zu 10 000 und mehr

wahnsinn und dafür 43-60 Stunden

Tamara Klemm
9 Monate zuvor

Ist es nicht vielmehr so, dass in ALLEN Bereichen Arbeitskräfte fehlen? Handwerk, Pflege, Dienstleistungen, … – natürlich gibt es Bereiche, die bisher NULL attraktiv waren (Schichtarbeit, grottenschlechte Bezahlung, keine Flexibilität in den Arbeitszeiten) und es ist gut so, dass hier Zugeständnisse gemacht werden.

Ich sehe aber beim Vergleich mit Lehrern einen dicken, fetten, entzündeten Hinkefuß: die Ausgangslage ist im Vergleich zum Busfahrer/Bäcker/Schichtarbeiter geradezu paradiesisch.
Nur, weil sich das Gap zwischen den gepimperten Lehrern und den anderen verkleinert, ist das noch lange kein Grund, zu argumentieren, dass wegen den menschenunwürdigen Bedingungen in den Schulen niemand Lehramt studiert.

Nochmal: es fehlt an allen Ecken und Enden!

Natürlich kann man Lehrer bezahlen und sie müssen gar nichts mehr arbeiten. Man kann auch Adminkräfte einstellen (woher nehmen?) und – natürlich wegen dem nötigen Abstand – schlecht bezahlen. Aber was hilft das? Genau: nichts. Die Gesellschaft wird sich ein weiteres Geldbeutelaufhalten nicht leisten können (wer mag kann gerne was zum Kreislauf rund um eine Inflation nachlesen), ebenso wenig wird es sich die Gesellschaft nicht leisten können, Lehrkräfte für teuer Geld auszubilden, um dann 60% in Teilzeit einzusetzen. Weil (ich wiederhole mich gerne): Arbeitskräfte fehlen an allen Ecken und Enden.
Auch wenn Lehrer en masse in andere Berufe abwandern (was nicht passieren wird, weil die cleveren den Braten riechen: woanders muss man auch/mehr arbeiten und obwohl man vielleicht das eine oder andere Zuckerl neu bekommt, werden doch viele Zuckerl wegfallen), haben wir welche Situation? Genau. MANGEL an Arbeitskräften.

Ich hätte noch nicht gelesen, dass es ein Problem ob einer Landärzteschwemme, eines Richterüberschusses, einer Polizistenplage oder einer Pflegerflut gäbe. Ebensowenig kann man sagen, dass das Land nicht weiß, wohin mit den ganzen Elektrikern, Bäckern oder Instandhaltern.

Was ich aber merke ist, dass Lehrer nach wie vor einen nicht allzuguten Ruf haben. Das mag daran liegen, dass sie alle außerhalb der eigenen Profession schlecht reden, als minderqualifiziert ansehen und mit Dauernörgeln einen Bannkreis um jedes Lehrerzimmer ziehen, der weit weit über die Schulmauern hinaus zu spüren ist. Kein Wunder, dass junge Menschen hier besonnen Abstand halten. Ich würde sagen: Hier wurde ein Berufsbild erfolgreich kaputtgejammert.

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Tamara Klemm

Auch Sie tun es: Sie vergleichen „normale“ Berufe mit dem oberen Mittelfeld wie Ärzte, Rechtsanwälte, Ingineure.

Lehramt hat in der BRD die gleichen Voraussetzungen und Investitionen.

Grundkurs Realitäts-Kapitalismus:
Wenn der ganze Lehrer nicht deutlich mehr Geld und/oder Respekt bekommt als der halbe Elektriker, Dachdecker usw. (alles ehrenwerte Berufe, geht nicht ums Dissen) – wird dieses Marktungleichgewicht sich ausgleichen.

Und je ineffizienter und unter je mehr Repression das geschieht – umso schädlicher wird das ablaufen.

Tamara Klemm
9 Monate zuvor
Antwortet  447

Warum ist Lehrer kein „normaler“ Beruf?
Lehrer haben studiert (wie auch Kunsthistoriker oder Juristen) und sind zum Großteil verbeamtet (wie Richter, Polizisten und manche Ingenieure).
Leider kann ich Ihrem Einwurf nicht folgen.
Aber ja: Lehrer denken stets, ihnen würde eine Sonderrolle und Sonderbehandlung zustehen.
Warum, verstehe ich allerdings nicht.

dauerlüfterin
9 Monate zuvor
Antwortet  Tamara Klemm

Offensichtlich hauen Sie hier nicht nur etwas raus, das nicht einmal Halbwissen ist, es mangelt auch noch am Textverständnis. Jeder desavouiert sich eben wie er kann

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Tamara Klemm

Sie verstehen, glaube ich, so einiges nicht. Sie können weder die Arbeitsbedingungen noch das Gehalt von Lehrern mit einem Busfahrer oder Schichtarbeiter vergleichen. Warum ist Ihnen doch wohl hoffentlich klar. Wie kommen Sie auf die Idee, dass Lehrern eine Sonderrolle zusteht? Man merkt Ihren Missmut gegenüber Lehrern und das hat meist damit zu tun, dass man selbst schlechte Erfahrungen in der Schule gemacht hat oder aber die eigenen Kinder. Bei vielen Leuten wird da was getriggert, hat aber dann mit Ihnen zu tun.

Tobias N passt hier nicht zusammen
9 Monate zuvor
Antwortet  Tamara Klemm

wie kommen sie auf eine Schnappsidee ehrenvolle Berufe wie Busfahrer mit Lehrern zu vergleichen. Früher wurde lange Jahre studiert, um in die Schule zu gehen

Da können wir auch Vorstandsvorsitzende mit Schulleiterin vergleichen oder Abteilungsleiter mit Koordinator… sind dann mal ebenb 80 000 Euro pro Jahr Unterschied, aber ihrer Meinung ja alles egal und gleich, nech

Lehrer werden mittlerweile unterbezahlt wegen der Inflation

Torsten
9 Monate zuvor

„Ohne Quer- und Seiteneinsteiger geht es nicht.“ Das stimmt, jeder soll jedes Bildungsministerium und jede Schule froh sein, solche zu bekommen.
In manchen Berichterstattungen werden Quer- und/ oder Seiteneinsteiger als niedrig und herabwürdigend dargestellt, „unter Wert verkauft“.
1. Diese werden nicht gezwungen, an Schulen zu arbeiten.
2. Sie wollen sich eine neue berufliche Perspektive schaffen.
3. Nicht jeder/ jede mit einer hochqualifizierten, pädagogische Ausbildung/ Studium ist automatisch eine gute Lehrkraft! Wird aber gern so gesehen!
Auch meine Frau und ich mussten, aus der ehemaligen DDR kommend und dort studiert (Grundschule), am eigenem Leibe spüren.
Weil du kein Abi hast, ist dein Studium nichts wert. Weil du zur falsche Zeit (Jahrgänge 1958 und 1961) am falschen Ort geboren, hast du eben Pech gehabt. Da musst du mit weniger Anerkennung und weniger Geld ( E11 ) leben und bist mal eben hier im Westen Deutschlands ein Quereinsteiger.
Die Entscheidungsträger einfach mal überlegen:
Lasst nach erfolgreichem Abschluss der 10. Klasse die Leute ( wer möchte ) zum Studium Grundschullehramt gehen und sie sind 2 Jahre früher an den Schulen. Entschlackt die Studiengänge und prüft, was ein zukünftiger Lehrer wirklich im Studium braucht/ wissen muss. Und wenn dann noch mehr Praxiserfahrung während des Studiums hinzukommt, dann wird es relativ schnell an Grundschulen mehr Personal geben. Und bitte: Sie verdienen dann genauso viel Anerkennung, wie die, die noch 2 Jahre länger bis zum Lehramtsstudium benötigen.

Kevin Stein
9 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Wenn das die Lösung sein soll, dann bedeutet das nur, dass Lehrer ab sofort Schmalspurakademiker sein werden, die zurecht weniger verdienen (A13 wird das dann zukünftig nicht mehr; dürfte ansonsten den „richtigen“ Akademikern im ÖD nämlich nicht vermittelbar sein). Ab diesem Moment werde ich sicherlich nicht mehr zugeben Lehrer zu sein, um nicht mit den Halbgebildeten verwechselt zu werden.

Mari
9 Monate zuvor
Antwortet  Kevin Stein

Ich bin mir sicher, dass ERZIEHER besserer Grundschullehrer sind 🙂

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Mari

Auf jeden Fall! Da kommt die Politik ja jetzt auch drauf. Es geht auch nicht mehr um Lehrern, sondern nur noch um Erziehung. Woher nehmen Sie denn diese Sicherheit? Lassen Sie mich raten: Sie sind Erzieherin…

Kevin Stein
9 Monate zuvor
Antwortet  Mari

Keine Ahnung, ich habe als Sek2er mit Grundschulen nichts am Hut, aber scheinbar will man dort, dass A13, kaum, dass es eingeführt wurde, wieder abgeschafft wird.

Alter Pauker
9 Monate zuvor
Antwortet  Mari

Ja, klar, ‚besserer’….. .
Damit haben Sie Ihre Aussage schon selbst zerlegt.

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Genau! Nach Klasse 10 zum Studium Grundschullehramt. Das mit den Kleinen kriegt man schon hin. ABC hat man drauf, Lesen klappt auch einigermaßen und im Zahlenraum bis 100 kann man auch rechnen. O Manno, wenn ich sowas lese, muss ich … !

Erzieherin
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Unterstufenlehrkräfte der ehemaligen DDR haben genau das getan – und wir waren bzw. sind keine unfähigen Deppen, bei denen die Kinder nichts lernen.
Und bevor jemand jault: mir gehts nicht um Glorifizierung des zum Glück abgeschafften Systems.

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Erzieherin

Unterstufenlehrkräfte der ehemaligen DDR? Ne, klar! Noch nicht mitbekommen, dass sich die Gesellschaft seit dieser Zeit massiv verändert hat. Das was damals vielleicht??? funktioniert hat, funktioniert heute jedenfalls nicht mehr. Die Welt hat sich eben weitergedreht. Guten Morgen!

Erzieherin
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Offensichtlich bin ich mehr im Hier und Jetzt als Sie.

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Erzieherin

Nein, denn Sie fabulieren über die Vergangenheit und die ehemalige DDR.

potschemutschka
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Die Welt hat sich weitergedreht, richtig1 Nur komisch, dass vor 30-40 Jahren die meisten Schüler am ende der 4. klasse besser lesen und rechnen konnten als heute. Im Osten auf jeden fall (eigenes Erleben) und im westen, so liest man hier, wohl auch. Nennt sich das fortschritt?

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ach ja: Potschemutschka und die heile Welt im Osten. Früher in der DDR war alles besser und so…. Ne, klar. Diese Diskussion hatten wir doch schon. Ich sag ja: die Welt hat sich verändert. Guten Morgen!

potschemutschka
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Bitte arbeiten Sie an Ihrer Lesekompetenz. Ich schrieb, dass es vor 30-40 Jahren in Ost und West besser um die Lese- und Rechenkompetenzen bestellt war (im Westen vermute ich es allerdings nur a hand von Kommentaren bei n4t und persönlichen West-Bekanntschaften).
q. e. d.?

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Vor 30 bis 40 Jahren hatten wir andere gesellschaftliche Bedingungen. Sie drehen die Zeit nicht mehr zurück!

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Könnte man vielleicht – so unter Pädagogen – etwas wertschätzender miteinander umgehen? Danke!

447
9 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Mit den Machtmitteln der DDR-Lehrerschaft – easy.

Lehrer ohne Einfluss, die SuS immer mehr scheibchenweise „gleichgestellt“ werden…na ja, ob Kinder auf die hören ist schlicht Zufall oder Charisma.

Und Kinder die nicht hören, lernen weniger, da sie eben auf Lernhinweise (mal abseits jeder Pädagogik) eben auch nicht hören, sobald das unbequem wird oder Arbeit macht.

Das wird dann noch durch zu gute Noten zugedeckt, fertig ist der Apfelkuchen.

potschemutschka
9 Monate zuvor
Antwortet  447

@447
? Was wollen Sie eigentlich sagen? So richtig kann ich Ihnen nicht folgen. Ehe ich etwas Falsches in Ihren post interpretiere, bitte noch einmal etwas klarer formulieren. Danke!

447
9 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich will damit sagen: Geben Sie Lehrern die Machtmittel, die DDR-Lehrer hatten – dann bekommen Sie auch entsprechende Bildungsergebnisse.
Wieso waren DDR-Kinder trotz des Politmülls so gut gebildet? Man müsste ja eigentlich das Gegenteil erwarten.

Schule war „Expertendiktatur“ – nicht Eltern oder Schüler, sondern letztlich Lehrer bestimmten, was in Schule wie abläuft.

Simple Erkenntnis: Unabhängig von der ideologischen Verpackung (die SuS mitmachen, aber nicht ernst nehmen, egal welches Sxstem) erzielt eine Organisation dann gute Ergebnisse, wenn sie fachlich gut geleitet wird.

potschemutschka
9 Monate zuvor
Antwortet  447

Okay, jetzt verstehe ich, wie Sie das meinen. Allerdings waren nicht alle „Machtmittel“, die Lehrer hatten, immer förderlich. Aber nicht alle (ich würde sagen, die wenigsten) Lehrer haben diese Machtmittel missbraucht (meine persönliche Erfahrung – und ja, manche haben andere Erfahrungen gemacht). Auf jeden Fall wurde der Bildung und damit den Lehrern und Erziehern in der gesamten Gesellschaft, auch von den meisten Eltern, ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt. Die DDR hatte ja kaum andere Rohstoffe. Das Motto vieler Menschen, auch von Lehrern, Eltern und Schülern war, nach meinen Erfahrungen: „Die Gedanken sind frei …“ Man hat sich halt irgendwie arrangiert. Den Stellenwert der Lehrer kann man gut am „Lehrertag“ in der DDR erkennen (12. Juni), vor allemwenn man mit dem gestrigen „Internationalen Lehrkräftetag“ vergleicht. (Man kann auch „Lehrertag“ in Asien, USA, Australien googeln)

potschemutschka
9 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

*… mit dem „Lehrkräftetag“ in der BRD (gestern) vergleicht …

Bücherleser
9 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

@447
Ihrem letzten Absatz stimme ich übrigens voll zu.
„Die Gedanken sind frei, …“ unabhängig von ideologischer Verpackung.

Kevin Stein
9 Monate zuvor
Antwortet  447

Ich will damit sagen: Geben Sie Lehrern die Machtmittel, die DDR-Lehrer hatten – dann bekommen Sie auch entsprechende Bildungsergebnisse.“

Das hatte nicht nur mit den Machtmitteln der Lehrkräfte zu tun, sondern generell mit den Machtmitteln des Staates.
Aus meiner eigenen Erfahrung (und wir reden nicht von Erfahrungen aus den tiefen 60ern, sondern von kurz vor dem Ende der DDR) kann ich Ihnen sagen, dass, wenn Sie etwas als Schüler in der Schule angestellt hatten, ihre Eltern auf der Arbeitsstelle von offiziellen Persönlichkeiten mit Ihrem Verhalten konfrontiert wurden, aber auch Sie als Schüler, wenn Sie etwas außerhalb der Schulzeit (was überhaupt nichts mit der Schule zu tun hatte) anstellten, in der Schule von den Lehrern/Direktor konfrontiert wurden (und zwar nicht unter Berücksichtigung des „Datenschutzes“ irgendwo alleine im Büro, sondern vor der ganzen Klasse).

Und: in der Schule(!), in die ich ging, gab es nicht einen einzigen Ausländer, nicht einen einzigen(!).
Probleme, die es heute gibt, die waren früher gänzlich unbekannt, weil sie schlicht nicht existierten.

Wer also hier anfängt von „Damals in der DDR…“, der könnte genausogut darüber anfangen zu schwadronieren, wie gut die Prügelstrafe zur Kaiserzeit funktionierte.

Bücherleser
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

@Mariechen
Horterzieher der DDR hatten eine Lehrbefähigung für ein Fach bis Klasse 4. Die konnten den Kleinen die Anfänge des Lesens, Schreibens und Rechnens meist besser beibringen als, an die Grundschule abgeordnete, Gym-Lehrer heute. An meiner Grundschule wurden jedenfalls keine Gym-Lehrer in der 1. oder 2. Klasse eingesetzt. Warum wohl? Für ausgebildete Grundschullehrer war das zum Teil frustrierend, weil sie „ihre“ Klasse meist nach 2/3 Schuljahren wieder abgeben mussten und die Gym-Lehrer die Früchte der vorangehenden Arbeit bis Klasse 6 genießen konnten. Da aber Mangel an Grundschullehrern in Berlin schon ewig herrscht, hat man es akzeptiert. Allerdings weigerten sich (zu Recht) die Horterzieher mit DDR-Ausbildung Vertretungsunterricht zu leisten, da ihnen die Lehrbefähigung nach der Wende nicht anerkannt wurde. Vor der Wende haben sie das gern und gut getan und dadurch so manchen Unterrichtsausfall (Grippesaison u. ä. ) verhindert.
Sie haben Recht, die Welt hat sich weitergedreht!

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Also schlagen Sie das Abitur nach der 10. Klasse vor? Das wäre die Konsquenz des Vorschlags. Wie geht’s dann weiter? MSA ab 7./8. Klasse? Quali ab 6./7. Klasse?
Oh man …

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Nein, Thorsten meint man braucht kein Abi um das kleine Einmaleins zu vermitteln, denn das kann man in Klasse 10 schon. Also quasi mit Realschulabschluss an die Uni.

Marie
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Nach der Logik bräuchte ich auch kein Abi, um bis Klasse 10 zu unterrichten. Sollte man nämlich am Ende derselben doch alles beherrschen.

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ich interpretiere Thorsten. Es reicht eben nicht die Inhalte halbwegs zu verstehen.

vhh
9 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Wikipedia hat mir gerade geholfen, den Ansatz ’nach der 10.Klasse‘ halbwegs zu verstehen (Unterstufenlehrer). Mir ist völlig egal, ob jemand mit Abitur oder ohne guten Unterricht macht, auch was diese Person verdient ist mir egal. Sie waren vermutlich ca. 1980 mit dem Studium fertig und konnten mit einigen Jahren Erfahrung im neuen System starten, so dass die Erfahrungen für den Unterrichtserfolg wichtiger waren als die formalen Voraussetzungen. Dazu der sehr solide FOS-Abschluss als Vorbildung, ein stark verschultes Studium, das konnte vor 40 Jahren funktionieren, in einer weitgehend homogenen Gesellschaft, mit detaillierten Unterrichtshilfen, die bis zu Tafelbildern gingen. Auch im Westen war es da noch deutlich einfacher.
Nun zur heutigen Situation: heterogene Gesellschaft, extrem leistungsheterogene Klassen von Förderkind bis Hochbegabung, LRS, Sprachprobleme, differenziertes Material ist meist selbst zu erstellen, 50% der Aufgaben einer Lehrkraft sind nicht unterrichtsbezogen, Elternarbeit usw. In diese Situation sollen dann 20jährige geworfen werden, die sich mit 16 Jahren für ‚lieber noch ein paar Jahre Schule‘ entschieden haben? 50% meiner Schüler gehen eher weiter zum Berufskolleg, als nach der 10.Klasse Entscheidungen zu treffen.
Die Idee mag reizvoll aussehen, aber ‚das braucht doch keiner, kann man weglassen‘ ist kein Argument. Man lernt im Studium nicht Fachwissen, man lernt, sich faktenbasiert mit komplexen Fragen zu befassen. Das ist für die Probleme heutiger Grundschulen sicherlich eine Kernkompetenz, denn komplex ist die Aufgabe auf jeden Fall.

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  vhh

Sehr richtig! Und im Ref lernt man sich und den Unterricht genau zu reflektieren! Aber woher soll man wissen, dass das wichtig, wenn man nicht studiert hat und kein Ref hat?

potschemutschka
9 Monate zuvor
Antwortet  vhh

@vhh
Eine Frage zu Ihrem vorletzten Absatz (heutige Situation): Auf all das bereitet das heutige Lehramtsstudium vor (extrem heterogene Klassen, Inklusion, verschiedenste Förderbedarfe, Elternarbeit, Migration,…)?
Oder geht es Ihnen nur darum, dass diese Unterstufenlehrer zu jung sind? Kommt das „andere“ also mit zunehmendem Alter von allein?
Ist es für die Grundschule nicht wichtiger mehr Fachdidaktik (plus Kenntnisse in Lernpsychologie u. ä.) statt Fachwissen auf Hochschulniveau zu beherrschen? Für das Gymnasium sollte/kann die Gewichtung dann anders herum sein.

vhh
9 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Fachwissen als Einstieg in komplexe Probleme (s. Kompetenzerwerb anhand von Fachproblemen), denn allein das Wissen um Fachdidaktik hilft leider nicht viel, sie muss auch sinnvoll umgesetzt werden. Dieses Umsetzen bzw die Anleitung dazu hat man mir nie erklärt, Auseinandersetzung mit einer komplexen Frage schon.
Vorbereitung durch heutiges Studium: Richtig, wenn es gut läuft, aber die Ausbildung zum Unterstufenlehrer nach Klasse 10 war, nach meinen Informationen, stark verschult und müsste es für 16jährige wohl immer noch sein. Man kann natürlich erlernbare Handlungsmuster für ‚Problemfälle‘ vermitteln, aber wird das der Komplexität und Individualität gerecht? Ich befürchte, der Ansatz ‚unterrichten in der Grundschule ist ein weitgehend schematischer Prozess wie ein Handwerk‘ funktioniert in der heutigen extrem individualistischen Gesellschaft mit ihren Erwartungen nicht mehr.
Ein Teil kommt tatsächlich ‚von allein‘ (besser gesagt tägliche Übung), aber dazu braucht es Selbstreflexion, die Auseinandersetzung mit den Problemen -> eingeübt im fachwissenschaftlichen Studium.
Natürlich ist auch eine andere Ausbildung (z.B. dual) denkbar, aber die müsste an den Schulen, nicht in einem verschulten Studium stattfinden. Mehr Fachdidaktik ist schön, aber theoretisch vermittelt? Niemand kann ein Auto reparieren, nur weil er alle technischen Handbücher auswendig kennt.

Bücherleser
9 Monate zuvor
Antwortet  vhh

Ein duales Studium wäre auf jeden Fall, vor allem für den Primarbereich sinnvoll ( meine Meinung).

Walter
9 Monate zuvor
Antwortet  Bücherleser

Interessanter Ansatz. Problem wäre die Ausgestaltung integrierter „Berufsausbildung“.

Meinetwegen
9 Monate zuvor

Na, warum nicht Lehramt? Es gibt zwei Gründe:

(1) Ohne Ausbildung verdient man weniger. Viele Seiteneinsteiger müssen sie berufsbegleitend nachholen. Nur wenn sie sie nachgeholt haben, verdienen sie gleich viel. So kenne ich das.

(2) Ausbildung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du im Berufsalltag bestehst und einen guten Job machst. Ausbildung ist keine Garantie dafür, aber sie erhöht die Chancen, dass das so ist.

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Meinetwegen

Weil man sich beim Lehramt – in einigen Bundesländern mal mehr und mal weniger – bindet.
Warum sollte man bitte nen 1. + 2. StEx machen? Ohne 2. StEx keine „vollwertige Ausbildung“.
Als angesteller Lehrer verdient man ebenso weniger. Der Lohn im Ref ist ein Witz, v. A. wenn man überlegt, wie lange man schon „gezielt“ studiert hat bzw. studiert haben sollte.
Man hat dementsprechend mit einem M.A. einfach bessere Alternativmöglichkeiten -> Je nach Fachrichtung und Studiengang natürlich.

Zudem vermischen Sie hier irgendwie Seiteneinsteiger mit Quereinsteiger? Beides ist ja möglich und dann kann (/muss) man auch als Quereinsteiger in das Ref für Quereinsteiger eben gehen.

2. Kann sein, muss halt nicht. Ist v. A. auch personenabhängig. Das bisschen Pädagogik an der Uni ist oft nur bedingt gewinnbringend. Das meiste holt man sich an pädagogischen Wissen und Kompetenzen sowieso danach.

Mari
9 Monate zuvor
Antwortet  Meinetwegen

Ausbildung kannst du unzählbar viele Arbeitgeber haben und auch irgendwann Selbstständig sein. Als Seiteneinsteiger ist man kein Beamte und kann so auch eine Nebentätigkeit ausüben.
Wieso also Lehramt? Weil FAULE Menschen sich auf den Status ausruhen wollen 🙂

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Mari

Lassen Sie mich raten: Sie sind Seiteneinsteiger oder PF und jetzt wahnsinnig neidisch auf das Geld, die Sicherheit und den in Ihren Augen lauen Job? Warum? Weil Sie, ähnlich wie die Politik, keinen blassen Schimmer von den Belastungen im Unterricht und der Vor- und Nachbereitungszeit haben. Also keine Ahnung von nix und hier Lehrerbashing betreiben.

Alter Pauker
9 Monate zuvor
Antwortet  Mari

Es ist unerträglich, dass jemand, der kein korrektes Deutsch kann, hier meint großkotzig den Lehrer spielen zu können!
Ich denke Twitter/X wäre passender für Sie!!!!!

Hornveilchen
9 Monate zuvor
Antwortet  Mari

In Berlin werden nun auch die Seiteneinsteiger verbeamtet. Ich nehme an, nach ihrer Qualifizierung.

Nebenberufliche Tätigkeiten sind für alle möglich, meine ich, und für alle genehmigungspflichtig. Eigentlich.

dickebank
9 Monate zuvor
Antwortet  Meinetwegen

Das Lehramtstudium ist das eine, der Vorbereitungsdienst das andere.

Die Unterscheidung zwischen grundständigen Lehrkräften und Seiteneinsteigern ist der ausschlaggebende Faktor für die spätere Eingruppierung. Ob der Vorbereitungsdienst berufsbegleitend oder vor dem Berufseinstieg erfolgt ist nebensächlich.

Die Frage, ob der höchste Hochschulabschluss (Master) nun an einer geistes-, ingenieur-, naturwissenschaftlichen oder sonstigen Fakultät verliehen worden ist, ist müßig. Folglich solten die staatlichen Prüfungsämter für Lehramt (Staatl. Prüfungsamt I) abgeschafft und wie bei allen anderen Studienfächern außer den Rechtswissenschaftlern und Medizinern in die Hände der Universitäten gegeben werden.

Rainer Zufall
9 Monate zuvor

Ich finde, hier wird Potezial untertrieben.
Im Referendariat lernte ich Kolleg*innen aus der Werkstatt bzw. der Großküche kennen, die unglaublich viele Ideen und know-how aus der Praxis mitbrachten, was jenseits der Kolleg*innen vor Ort lag.

Die frage ist, ob diese pädagogische Fortbildung und – fast wichtiger – in ihren Expertise-Bereichen eingesetzt werden

Berufspädagoge
9 Monate zuvor

Für ein Studium der Berufpädagogik braucht man früher (bis ca. 1995) an meiner Uni natürlich das Abitur und einen einschlägigen abgeschlossenen Beruf in seiner Fachrichtung, um dann diese studieren zu dürfen. Ein gymnasiales Zweitfach daneben war natürlich verpflichtend (kein Sport!). Dieses Studium in der Regelstudienzeit zu absolvieren – fast unmöglich! Danach die Rangelei um die wenigen Referendariatsplätze und der übliche Spießrutenlauf … An beruflichen Schulzentrum dürfen wir dafür heute viele verschiedene Berufe mit vielen unterschiedlichen Lernfeldern (nicht „nur“ Fächer – gern auch jedes Schuljahr ein paar neue) unterrichten. Ach, Schüler ohne Hauptschulabschluss unterrichten wir ebenso, wie wir Gymnasisten zum Abitur führen. Diese Breite an Anforderungen schaffen nicht alle Gymnasiallehrer/innen und da will man immer mehr Quer-/Seiteneinsteiger einstellen? Viele davon beherrschen perfekt ihr Fachgebiet, sobald aber Flexibilität durch Veränderungen notwendig ist, müssen die Berufspädagogen einspringen! Nur scheinbar wird an einen Beruflichen Schulzentrum die gleiche Arbeit gemacht. Alles dies muss sich auch weiterhin (oder noch stärker) in Gehaltsunterschieden widerspiegeln, um einigermaßen Gerechtigkeit zu wahren.

Chris
9 Monate zuvor

Wenn heute ein Abiturient fragt, was er studieren soll, um ins Lehramt zu kommen, sage ich ihm, dass er passend für die Wirtschaft studieren und dann den Quereinstieg anstreben soll.

Gründe:
– Er legt sich nicht von Beginn des Studiums an auf einen Arbeitgeber fest und geht damit nicht voll ins Risiko von diesem einen Arbeitgeber am Ende nach 10 Jahren mit 2. Staatsexamen in der Tasche nicht eingestellt zu werden.
– Der Quereinsteiger bekommt den Vorbereitungsdienst mit E13 voll bezahlt, der Referendar hingegen muß nebenbei noch kellnern gehen, um sich das Referendariat überhaupt leisten zu können.
– Der Quereinsteiger muss den Vorbereitungsdienst nur mit Note 4,0 bestehen, er muss sich nach dem 2. Staatsexamen nicht erneut notenscharf (Ordnungszahl) bewerben.

Dejott
9 Monate zuvor

Natürlich können Quereinsteiger wertvoll sein. Dennoch grummelts in den Kollegien. Zumindest nach meiner Erfahrung in Sachsen.
Warum: Eine große Anzahl an Quereinsteigern war eben auch nicht geeignet. Überfordert.
Die Ausbildung der Quereinsteiger war besonders in den Anfängen völlig unzulänglich.
Die Kollegin müssen die Quereinsteiger eben auch mittragen und unterstützen.
Ärgerlich auch, wenn Quereinsteiger ohne grundständige Ausbildung verbeamtet werden können-ältere Kollegen und Kolleginnen mit grundständiger Ausbildung aber eben nicht.
Ich finde, dass der Kultus sich häufig keine Platte macht, was den inneren Betriebsfrieden angeht. Hauptsache das Klassenbuch wird ausgefüllt und die Statistik wird besser. Besonders im Umgang mit den Lehrkräften sollte man sich im Kultus endlich Gedanken machen. Wird aber nicht passieren. Den Dankeschönbrief, der einmal im Jahr kommt, nimmt niemand ernst.

Mariechen
9 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

So ist es: mittragen und unterstützen und die Fehler anschließend wieder ausbügeln.

Lisa
9 Monate zuvor

Natürlich kann es mit Seiteneinsteigern gut klappen, besonders mit denjenigen, die einen Beruf vorher gelernt haben und nicht gleich „von der Schule in die Schule“ gegangen sind. Es gibt viele Menschen, die auch schon vorher Erfahrungen mit Jugendgruppen haben – freiwillige Feierwehr, Sportverein. Etc. Und : zumindest wir haben noch gelernt, dass es unter all den Begabungen au.ch eine pädagogische Begabung gibt. Vermutlich ist diese Sichtweise nicht mehr aktuell. Das ist wie mit Künstlern, man kann Kunst studieren und eine künstlerische Laufbahn einschlagen, doch man kann auch ohne das ein begabter Künstler sein. Oder man weiß sehr viel, ist aber selbst nicht kreativ, dann wird man eher Kritiker. Wenn man etwas liebt, eignet man sich das Handeerkszeug eh an, das liegt im eigenen Streben.

Wutbürger
9 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Menschen mit ihren Ansichten sind der Tod einer jeden Fachqualifikation.

Sie haben schon mitbekommen, dass es darum geht Menschen für die persönliche und gesellschaftliche Zukunft zu bilden und nicht nur darum mit Kindern zu kuscheln?

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Ich finde Lisas Ansichten gar nicht so daneben, sie hat nirgrndwo von „kuschrln“ geschrieben, sehr wohl aber davon, dass angehende Lehrer sich erst einmal testen sollten, ob sie überhaupt mit Jugendlichen klarkommen – und diese mit ihnen. Finde ich absolut empfehlenswert, auch das ein von der Schule in die Schule nicht unbedingt der Bringer ist – unterstütze ich!

Wutbürger
9 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Ich finde Lisas Ansichten gar nicht so daneben, sie hat nirgrndwo von „kuschrln“ geschrieben

Nein, das habe ich geschrieben, weil das, was Lisa schrieb, darauf hinausläuft. Jemand im Sportverein oder Freiwilliger Feuerwehr kann alles oder nichts sein: Professor (habe ich aber noch nie gesehen) oder arbeitsloser Alkoholiker (habe ich schon gesehen).
Was ist aber die konkrete fachliche Qualifikation von „freiwillige Feuerwehr“ und „Sportverein“ (selbst eine besondere pädagogische Eignung spreche ich ab)? Ein erweitertes Führungszeugnis mit dem Nachweis kein Pädophiler zu sein kann man auch so beantragen, dazu muss man nicht extra bei der freiwilligen Feuerwehr sein.

sehr wohl aber davon, dass angehende Lehrer sich erst einmal testen sollten, ob sie überhaupt mit Jugendlichen klarkommen

Das passiert bei Lehrern: nennt sich Referendariat. Da wird man ca. 2 Jahre aufs Strengste getestet und danach 3 Jahre als Beamter auf Probe, also insgesamt 5 Jahre. Übrigens: bei „Freiwilliger Feuerwehr“ und „Sportverein“ gibt es keinerlei Überprüfung, ob diese Menschen im Umgang mit Kindern geeignet sind.

Finde ich absolut empfehlenswert, auch das ein von der Schule in die Schule nicht unbedingt der Bringer ist – unterstütze ich!

Vielleicht sollte ein Arzt auch erst selbst einmal Krebs durchgemacht haben, bevor er Krebspatienten behandeln darf oder der Polizist sollte selbst erst einmal Krimineller gewesen sein, bevor er das Verbrechen bekämpft oder @redaktion, bitte schließen sie die Seite, wenn Sie ein paar Jahre als Lehrer gearbeitet haben, können Sie gerne weitermachen oder im Kindergarten sollten nur Leute arbeiten, die selber Kinder haben oder … oder … oder …

Es ist schlicht ein Blödsinnsargument.

Canishine
9 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Pädagogische Kompetenz hilft dabei zu erkennen, wann man mit den Schülern auch mal „kuscheln“ darf. Die Fachdidaktik eher nicht.

Wutbürger
9 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

Sie redet nicht von pädagogischer Kompetenz, sondern vom kompletten Ersatz und Abrede der fachlichen Qualifikation:
freiwillige Feierwehr, Sportverein. Etc“ unterrichten dann… Beantworten Sie mir bitte die Fragen: In welchem Bundesland gibt es die Fächer „freiwillige Feuerwehr“ und „Sportverein“? Also ich kenne keines.

Oder hier: „Das ist wie mit Künstlern, man kann Kunst studieren und eine künstlerische Laufbahn einschlagen, doch man kann auch ohne das ein begabter Künstler sein. Oder man weiß sehr viel, ist aber selbst nicht kreativ, dann wird man eher Kritiker. Wenn man etwas liebt, eignet man sich das Handeerkszeug eh an, das liegt im eigenen Streben.“

Ganz offensichtlich benötigt man als Lehrer keine Nachweise für die Qualifikation. Ohnehin, so die Kommentatorin, ist dieser Nachweis ja ohnehin wenig wert und sagt überhaupt nichts aus.
Aber klar, Opa Erwin aus dem Sportverein zieht sich bestimmt die Kenntnisse in Physik und Informatik mal so eben nebenbei rein…

Na gut, wenn man mich dann nicht mehr länger an den Schulen braucht, dann werde ich jetzt Arzt, denn ich habe viel Krankenhausserien gesehen und das Hauptkriterium ist ja eh nicht die fachliche Ausbildung (ich lese dann halt ein paar Medizinbücher nebenbei), sondern dass ich empathisch mit den Patienten umgehen kann und das habe ich als Lehrer jawohl mehr als genügend bewiesen.

Canishine
9 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Nach meinem Verständnis spricht Lisa einen Aspekt des Lehrerberufs an, der neben der sicherlich wichtigen fachlichen Qualifikation eben auch eine wichtige Rolle spielt und der unter anderem mit dem Entwicklungsstand der Lehrerpersönlichkeit zu tun hat. Deshalb wird aus einer fachlich und kompetenten Person zwar ein guter Lehrer, aber nicht zwangsläufig ein guter Pädagoge.
Ich habe aber hauptsächlich auf Ihre recht harsche (wütende?) Kritik reagiert, nicht darauf, dass Sie für die Notwendigkeit einer guten (fachlichen) Qualifikation eintreten.

Just
9 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Ich habe mein erstes Studium schon 1978 abschlossen und ein weiteres in den Jahren der Umbrüche bis 1991. Noch ein weiteres erfolgte auf anraten meines Arbeitgebers,um einer gewissen Kaste der Architekten die Stirn bieten zu können. Mit einigen großen Baufirmen war dann im Jahr 2022 Schluß. Als habe ich dann als Dozenten und Nachhilfelehrer meine Brötchen für meine Familie mit verdient. Dann kam das was sich keiner vorstellen kann, die Schüler und Schülerinnen fragten mich ob ich es mir vorstellen könnte, als Lehrer zu arbeiten. Ich habe den Sprung gewagt und es war keine falsche Entscheidung. Aber Unterstützung und gute Hilfestellung, leider Fehlanzeige. Eine Besserung kam erst dann, als ich für ein anderes Bundesland entschieden habe. Nun bin ich zwar Rentner, aber weiterhin als Fachlehrer für Mathematik und Physik an eimem staatlichen Gymnasium tätig. Hier fühle ich mich wohl , von den SuS und Kollegen gleichermaßen geachtet. Auch ich kann mir vorstellen dass die gesamte Studienlandschaft von Grunde auf geändert werden muss.

Teacher Andi
9 Monate zuvor

Es wird ziemlich dynamisch werden an den Schulen. Die Planungssicherheit mit den verbeamteten Lehrern und den braven Angestellten, die froh waren, überhaupt einen Job zu bekommen, ist vorbei. Die Folgen dieser Hilflosaktion sind noch gar nicht überschaubar, aber das sind wir ja bei den Entscheisungen der Glorreichen 16 gewohnt.
Die Quereinsteiger brauchen Mentoren, ach, dafür haben die Schulen also Ressourcen? Oder wird da wieder wie selbstverständlich den ausgebildeten Lehrern eine weitere Zusatzaufgabe aufgedrückt? Eben genau dieses Vorgehen, das den Lehrerberuf unattraktiv macht? Wie vorausschauend!
Quereinsteiger können jederzeit kündigen, und viele werden es auch tun wenn sie merken, dass Unterrichten doch nicht so einfach ist, wie sie sich vorgestellt haben und wie der Dienstherr es ihnen schmackhaft gemacht hat. Die Quereinsteiger werden doch in der Regel eine fundierte Ausbildung haben (oder etwa nicht, man kennt eigentlich noch keine verbindlichen Voraussetzungen) mit der sie in der freien Wirtschaft mehr verdienen und mehr Standortsicherheit haben. Die sind dann schnell weg.
Wenn man den Lehrerrberuf entakademisiert bleibt zu befürchten, dass das jetzt schon niedrige Niveau noch mehr absinkt und die Bildung, Deutschlands „höchstes Gut“, neben allen Stärken auch noch wegfällt. Die Folgen werden erst in Jahren zu spüren sein, wenn die Ministerriege wieder eine völlig andere ist und keiner sich verantwortlich fühlt. Langfristigkeit in der Planzng ist bei unserer Regierung schon lange nicht mehr zu erkennen.
Und noch was, sollten sich die Schülerzahlen wieder schlagartig nach u ten bewegen, wer wird dann entlassen und sitzen die fertig ausgebildeten Lehter dann wieder auf der Straße, wie bereits erlebt?
Man sieht schon, dies ist wieder nur eine hilflose Aktion ohne Nachhaltigkeit und ohne die wahren Ursachen der Unattraktivität des Lehrerberugs anzugehen. Ja, liebe Minister, so wird das nichts.

Tabea Mu
9 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

ein Seiteneinsteiger, der in einem Unternehmen homeoffice bis zu 3 Tagen bekommt und einen saftigen GeldBonus oben drauf mit 35 Std. pro Woche, wird sich das schnell überlegen.

wie ungerecht das seit 2020 wurde……gibt solche und solche Jobs

Realist
9 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Es wird ziemlich dynamisch werden an den Schulen. Die Planungssicherheit mit den verbeamteten Lehrern und den braven Angestellten, die froh waren, überhaupt einen Job zu bekommen, ist vorbei.“

Stimmt. Wir haben auch angestellte Quereinsteiger. Die stellen ganz gezielte Forderungen an den Unterrichtseinsatz und den Stundenplan mit dem verdeckten Hinweis, dass sie auch woanders gebraucht werden…

Timo Ref
9 Monate zuvor
Antwortet  Realist

4 Tage Woche und homeofficeTag für Korrekturmöglichkeit? 😉

Just
9 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Aber ich kenne solche und solche Leute, die sich sehr wenig Gedanken machen, was miit den SuS wird. Auch ich habe eine Schule erlebt, da waren die Lehrer auf der Flucht. An dieser Schule war ich als so genannter Zweitlehrer im befristenten Einsatz.

Wutbürger
9 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Quereinsteiger werden doch in der Regel eine fundierte Ausbildung haben (oder etwa nicht, man kennt eigentlich noch keine verbindlichen Voraussetzungen)

Also ich kann sagen: nein, brauchen sie nicht. Weder verfügen sie über eine Ausbildung in den Fächern, die sie unterrichten sollen, noch werden sie in einem Referendariat auf den Unterricht vorbereitet.

Ich lese hier immer nur: Pädagogik hier, Pädagogik da… meine Mutti an der Uni sagt, dass die Lehrer gar nicht so viel Pädagogik lernen; Erzieher sind viel bessere Pädagogen… und diesen ganzen weiteren Schwachsinn. Als ob es in der Schule nur darum ginge Kinder zu bespaßen…
Es geht aber um Bildung und ich sehe, zumindest in meinen Fächern, „Lehrer“, die absolut keine Ahnung von der Materie haben, die sie unterrichten sollen. Die Zeiten, in den ein Seiteneinsteiger, der Physik oder Informatik unterrichten soll, Physiker oder studierter Informatiker war, sind längst vorbei. Wir haben wirklich Zustände, wo Menschen Kinder in diesen wirklich gesellschaftlich relevanten Bereichen bilden sollen, die absolut keine Ahnung davon haben. Das ist keine Übertreibung – ich sehe das jeden Tag mit meinen eigenen Augen.

Und wenn hier (im Artikel, Kultusminister und einigen Kommentaren) das promotet wird: welche konkreten Fächer sollen und können die Handwerker und Küchenmitarbeiter unterrichten? Ich will kein Rumgeschwafel, sondern ich will die Frage konkret beantwortet haben!

Ich möchte auch wissen, wie man den Reputationsverlust für ordentliche Lehrkräfte kompensieren möchte, wenn die keine Lust mehr darauf haben langjährig für einen Beruf ausgebildet zu werden, der ganz offensichtlich so minderwertig ist, dass er keine Ausbildung voraussetzt? Warum sollte einer noch so dumm sein und ein aufreibendes MINT-Studium durchziehen, wenn der Küchenhilfe ihm dann den Job wegschnappt?
Das muss man sich einmal vorstellen, ich darf keinen eigenen Handwerksbetrieb eröffnen, nicht einmal als Florist (obwohl ich sicher auch ein begabter Heimgärtner bin), aber in die Schule darf jeder.

Ich könnte so dermaßen im Strahl …

M. Pech
9 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Sicherlich in Teilen richtig, aber viel zu allgemein und damit verunglimpfend denjenigen gegenüber, die einen guten (qualifizierten) Job als Seiten- oder Quereinsteiger*in machen. Kann nämlich auch anders gedreht werden: wenn ich sehe, wie einige Menschen mit Zertifikatskurs teilweise Informatik unterrichten, wird mir Angst und Bange 😉
Viele andere machen es aber ganz hervorragend – das lässt sich meiner Erfahrung nach nicht so verallgemeinern.

Wutbürger
9 Monate zuvor
Antwortet  M. Pech

Darüber rede ich: wer ein Zertifikatskurs hat, der ist kein Informatiklehrer. Informatiklehrer haben Informatik studiert.

Oder haben Sie schon einmal von einem Zertifikatskurs Geschichte, Deutsch usw. gehört? Ich nicht!

M. Pech
9 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Mich stört weiterhin die Verallgemeinerung, das ist zu einfach gedacht. Es gibt sehr fähige Informatiklehrer – mit und ohne Zertifikatskurs und auch mit und ohne Informatikstudium. Ich habe nicht direkt Informatik studiert, wohl aber ein Studium, welches viele Inhalte mit Informatik teilt. Ich unterrichte Informatik. Sicherlich nicht „perfekt“, aber doch fundiert und so, dass meine Lernenden die „großen Ideen“ implizit kennengelernt haben. Leider darf ich als Dipl. Ing. (FH) jedoch nicht am OBAS teilnehmen – diese pädagogische (handwerkliche?) Qualifizierung fehlt mir also, um mich wirklich „Lehrer“ nennen zu dürfen. Ist das mein Fehler? Ich meine nein, das System denkt für meinen Geschmack an dieser Stelle nämlich ebenso zu einfach: kein Master, kein OBAS, kein Lehrer. Wäre ich geeignet? Ich denke ja (und auch die BR meint, dass ausreichend Studienleistungen erbracht wurden).

Daher meine Voreingenommenheit, wenn Beurteilungen nur auf „kann/kann nicht“ , „geht/geht nicht“ oder „hat/hat nicht“ reduziert werden. Die Zwischentöne sind durchaus relevant.

Kevin Stein
9 Monate zuvor
Antwortet  M. Pech

Ich habe neulich einen Artikel über jemanden gelesen, der wurde, obwohl er ohne Medizinstudium illegal als Arzt im Krankenhaus arbeitete, wegen seiner Arbeit gelobt. Bedeutet das nun, dass man nun entsprechende Qualitätsnachweise (ergo eine abgeschlossene Ausbildung) vergessen sollte? (Spoiler: der Artikel befasste sich dann auch mit seinem Strafverfahren vor Gericht)
Scheinbar gibt es ja in jedem Beruf talentierte und untalentierte X und Y.

Oder aber Sie hätten noch einen Master in Informatik gemacht?
Ganz ehrlich, mit Dipl (FH) sind Sie auf dem Stand des Abschlusses eines Bachelors und ich finde nicht, dass man da Kompromisse machen sollte (und ob der Master dann von einer Uni oder FH wäre, ist im Jahr 2023 tatsächlich egal).

Teacher Andi
9 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Ich verstehe Ihre Entrüstung, denn ich bin als ausgebildeter Lehrer nach 6 Jahren Studium und 2 Jahren Referendarzeit lange Zeit ohne Stelle gewesen, musste andere Berufe ausüben, umschulen, mich weiterbilden, die Zeit mit freiberuflichen Tätigkeiten überbrücken, um letzendlich irgendwann wieder in den Lehrerberuf zu kommen (mit viel Eigeninitaitive, und in einer anderen Schulart), was ja mein Berufswunsch war, aber leider nach 8 Jahren befristeter Tätigkeit zu alt für die Verbeamtung. Meine Wut ist mindestens genauso groß wie Ihre.
auch ich sehe eine Abwertung des Lehrerberufes mit diesem Vorstoß, zumal er ja in der breiten Öffentlichkeit noch immer teilweise einen schlechten Ruf hat.
Allerdings muss ich Ihnen widersprechen: also eine Küchenhilfe wird wohl kaum in den Lehrerberuf kommen, mit fundierter Ausbildung meine ich eigentlich eine fachgerechte, wenn auch nicht pädagogische Ausbildung, aber zumindest auf einem gewissen Niveau. Das dürfte wohl Voraussetzung sein. Ob in Grundschulen ein Einsatz auf „nur Hausfrauen“ oder „Ungelernten“ Niveau stattfinden kann, das kann ich nicht beurteilen, aber sicher ist die Grundschulausbildung elementar wichtig und nicht zu unterschätzen, und in den weiterführenden Schulen ist dies sowieso undenkbar.
Wissen Sie was? Ich bin froh, dass man in der freien Wirtschaft flexibler ist, ich konnte da, als ich keine Lehererstelle bekommen habe, bei einer großen Sportartikelfirma unterkommen mit der Fächerverbindung Sport und Englisch. Es war keine kaufmännische Ausbildung notwendig, und ich habe mich jahrelang gut geschlagen, entgegen aller Vorbehalte gegen Lehrer. Ich bin diesem Unternhemen heute noch sehr dankbar. Vielleicht sollte die Lehrerausbildung auch ein bisschen flexibler werden, und vor allem mehr auf den pädagogischen Stellenwert focussiert. Der Dientsherr in Form von Kultusministeriem, Ministerialräte und sonstiges realittätsfernes Monopol sollte der Vergangenheit angehören. Dann kann das wieder was werden.

Wutbürger
9 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

„Allerdings muss ich Ihnen widersprechen: also eine Küchenhilfe wird wohl kaum in den Lehrerberuf kommen, mit fundierter Ausbildung meine ich eigentlich eine fachgerechte, wenn auch nicht pädagogische Ausbildung, aber zumindest auf einem gewissen Niveau. Das dürfte wohl Voraussetzung sein.“

Aber das ist doch genau, was passiert und von einigen gefordert wird:
„Technik, Hauswirtschaft, Kunst und Musik sollen an Sachsen-Anhalts Sekundarschulen künftig auch Nichtakademiker unterrichten können. Auf die erste derartige Ausschreibung in diesem Sommer gingen 170 Bewerbungen ein, wie das Bildungsministerium in Magdeburg auf Nachfrage mitteilte. Die Bewerberinnen und Bewerber kämen überwiegend aus dem Bereich Handwerk und Gastronomie.“

Hierbei muss ich mich insoweit korrigieren, dass es sich tatsächlich nicht um Küchenhilfen handelt, sondern um z.B. Köche. Mittlerweile würde ich aber beinahe behaupten, dass ich nur zuvor gegriffen haben, da die Voraussetzungen ja immer weiter heruntergefahren werden.

Und genau das ist doch die Frage: Was soll „gewisses Niveau“ überhaupt noch bedeuten? Gar nichts, weil „gewisses Niveau“ inzwischen für eine durchgehende Dequalifizierung steht.
Schauen wir uns doch an, wie es begonnen hat:
+ Lehrer konnte nur werden, wer ein Lehramtsstudium+Referendariat machte
+ Lehrer konnte nur werden, wer ein Fachstudium mit mind. Uni-Master mit zurechenbaren Fächern+Referendariat machte
+ Lehrer konnte nur werden, wer ein Fachstudium mit mind. FH-Master mit zurechenbaren Fächern+Referendariat machte
+ Lehrer konnte nur werden, wer irgendetwas mit Master studiert hatte
+ Lehrer konnte nur werden, wer irgendetwas mit Bachelor studiert hatte (Brandenburg)
+ Lehrer konnte nur werden, wer irgendetwas mit Meister gelernt hatte (Sachsen-Anhalt)
+ Was kommt wohl als Nächstes?

„Ich bin froh, dass man in der freien Wirtschaft flexibler ist, ich konnte da, als ich keine Lehererstelle bekommen habe, bei einer großen Sportartikelfirma unterkommen mit der Fächerverbindung Sport und Englisch.“

Der Vergleich ist, finde ich, etwas unpassend, denn zum Einen wurden Sie bestimmt nicht entsprechend ihres Abschlusses eingesetzt und bezahlt und zum Anderen waren Sie ja im sportlichen Bereich tätig.
Ich denke, es wird ja auch kaum jemand etwas gegen die ersten drei Punkte haben, die ich aufgelistet habe.

„Vielleicht sollte die Lehrerausbildung auch ein bisschen flexibler werden, und vor allem mehr auf den pädagogischen Stellenwert focussiert.“

Ich fordere genau den entgegengesetzten Weg: vielleicht sollten alle Lehramtsstudiengänge komplett gestrichen werden (seien wir ehrlich, so wie es aktuell läuft, sind sie eh obsolet). Zukünftige Lehrer studieren ihre Fächer wie die ganz normalen anderen Studienfächer*, also werden erst einmal Ingenieure, Physiker, Germanisten usw., und bekommen anschließend die pädagogische Ausbildung in dem Referendariat, ergo: jeder Lehrer ist ein Seiteneinsteiger und jeder muss ein 2. Staatsexamen machen.

*eventuell mit angepassten Fächerkombinationen, so dass es weiter möglich ist 2 Fächer zu studieren; sicher gibt es da noch andere Möglichkeiten, aber wir verlieren uns jetzt im Kleinklein das zu diskutieren

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor

Das System sollte in Krankenhäusern Schule machen: Kein Medizinstudium oder Pflegeausbildung mehr nötig, um mit Patienten zu arbeiten

*Ironie off*

O. Birkenstock
9 Monate zuvor

Für die Tätigkeit als Sozialpädagoge gibt es keine klassische Sozialpädagogik Ausbildung. Ohne Studium darf man sich dann allerdings nur als Sozialhelfer, Pfleger oder Alltagshelfer ausbilden lassen.

M. Pech
9 Monate zuvor

Warum wird eigentlich in 80-90% der obigen Kommentare gegen die Seiten-/Quereinsteiger geschossen? Die sind doch nicht für die Probleme in der Schule verantwortlich, sondern können offenbar einen Teil (!) der Lösung darstellen. Mit einer vernünftigen Qualifizierung (OBAS nach entsprechender Anerkennung von Studienleistung) haben sie doch alles, was gebraucht wird. Und ja, tatsächlich haben diese Menschen auch fachrelevant studiert und möglicherweise auch schon (wertvolle) Arbeitserfahrunng gesammelt. Aber es ist wie in der Gesellschaft leider momentan zu häufig: getreten wird am liebsten nach unten.
Die Probleme kommen doch eindeutig aus maroden Systemen, Verantwortungsweitergeberei und mangelnden staatlichen Investitionen ins System. Und eben NICHT durch diejenigen Menschen, die nun auch in eben diesen Systemen (unter den gleichen, schlechten Bedingungen) arbeiten.

Also: Kollegien sollten sich solidarisieren statt sich gegeneinander zu stellen, um so gemeinsam und mit lauter Stimme die notwendigen Änderungen zu fordern und auch aktiv anzustreben.
Aber das ist halt der schwierigere Weg – auf „die anderen“ schimpfen wie immer der einfachere.

Welcher dieser beiden Wege nun zu einem positiven Ergebnis führen kann, muss jede*r für sich selbst ausmachen.

Teacher Andi
9 Monate zuvor
Antwortet  M. Pech

Eigentlich wird nicht unbedingt gegen die Quereisteiger geschossen, sondern gegen die Problemlösung der Kultusministerien und dass sie nicht das Übel bei der Wurzel packen, sondern jetzt hilflose Notfalllösungen anbieten, die nicht durchdacht sind und den Quereinsteigern kaum Vorteile birngen: keine Planungssicherheit, denn sie können von Schule zu Schule geschickt werden, Kündbarkeit und wahrscheinlich Zeitverträge (ich habe das lange mitgemacht, ist frustrierend), weniger Gehalt für dieselbe Arbeit, Mentoren werden nötig sein, was wieder die Lehrer zusätzlcih machen müssen, bürokratischer Aufwand ist vorprogrammiert, so dass man u.U. jedes Schuljahr monatelang auf sein Gehalt warten mus (alles schon mitgemacht). Zudem wird bei Vielen bald das Aha-Erlebnis kommen, dann nichts wie weg, mitten im Schuljahr. Was dann? Sie werden sehen, zielführend ist das Ganze nicht, obwohl sicher einige Quereinsteiger gute Lehrer werden. Trotzdem werden sie irgendwann gegen die Gehälter der Beamten rebellieren, was wir angestellten studierten Lehrer nicht gewagt haben.
Alles in allem habe ich keine Kehrtwende seitens der Kultusministerien bezüglich Fehlereingeständnisse und mehr Wertschätzung der Arbeit der Lehrer vermerkt, und genau das ist es, was den Lehrerberuf unattraktiv macht. Aber die hohen Damen und Herren sind ja über jede Kritik erhaben und klopfen sich abermals auf die Schultern, 60.000 Quereinsteiger eingestellt zu haben. Wie das Ganze ausgeht, ist erstmal egal.

Wutbürger
9 Monate zuvor
Antwortet  M. Pech

Die sind doch nicht für die Probleme in der Schule verantwortlich, sondern können offenbar einen Teil (!) der Lösung darstellen. Mit einer vernünftigen Qualifizierung (OBAS nach entsprechender Anerkennung von Studienleistung) haben sie doch alles, was gebraucht wird. Und ja, tatsächlich haben diese Menschen auch fachrelevant studiert und möglicherweise auch schon (wertvolle) Arbeitserfahrunng gesammelt.

Das Problem ist, dass sie ein Teil des Problems, über kurz oder lang, werden:
a Seiteneinsteiger mit gleicher Qualifikation haben wir schon längst hinter uns gelassen. Wir reden hier von Menschen, die BWL studiert haben und nun Informatik unterrichten sollen, weil sie mal etwas mit Excel gemacht haben.

b Selbst das Studium als Zulassungskriterium haben wir inzwischen hinter uns gelassen. In Brandenburg reicht inzwischen ein Bachelor, IRGENDEIN Bachelor. In Sachsen-Anhalt, weiß nicht, reicht inzwischen Teller abwaschen ohne sie dabei fallen zu lassen als Einstellungsvoraussetzung…

c Lassen Sie sich wirklich einreden, dass diese Leute fachlichen Unterricht (also die Vermittlung von Wissen) besser beherrschen als die Leute, die das fünf Jahre an einer Universität studieren mussten? Wägen Sie mal für den Informatikunterricht (total unbedeutend im 21. Jahrhundert in einer Industrienation) ab: Informatikstudium vs Teller abwaschen… Informatikstudium, Teller abwaschen…
Vielleicht bin auch einfach ein bisschen doof, aber ich sehe da tatsächlich kein Gleichgewicht.

d Und jetzt nehmen wir einmal an, wir haben jetzt wirklich die motivierte Schleckermitarbeiterin, die seinerseits zu den Erzieherinnen rüber gemacht hat, und die rockt die Schule für E8 oder sie rockt auch nicht, aber auch das ist egal, denn E8 ist viel billiger als A13.

Warum sollte noch jemand Leute nach A13 bezahlen, wenn es viel billiger geht? (…und billig, ey, da stehen die KuMis d’rauf)

Warum sollte jemand einen A13 Informatiklehrer bezahlen, wenn ein Jahr vorher die Schleckermi…Erzieherin als Aufsicht im Computerraum genauso für Ruhe sorgt?

Warum sollte man ohnehin einen qualifizierten Lehrer in einem Fach einstellen, wenn die Parallelklassen nur beaufsichtigt werden (aus den Augen, aus dem Sinn.. bis 15 Uhr). Das könnte nur für Unruhe unter den Eltern sorgen, die das auch wollen und wenn dann auch noch die Noten bekommen würde, wie bei einem richtigen Lehrer wären, weil man dann im richtigen Unterricht richtig mitmachen müsste…

M. Pech
9 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Okay, wir scheinen uns in vielen Teilen also sehr einig zu sein. Das ist doch auch mal nett in einer Artikelkommentarspalte.

Bayer
9 Monate zuvor
Antwortet  M. Pech

Außerdem spielt es mMn überhaupt keine Rolle mehr, mit welchem Material, Quereinsteigerinnen, Erzieherinnen,….geflickt wird.
Wenn Betriebe, egal ob Abiturienten oder Mittelschüler, D, Mathe….tests machen lassen, um sich ein Bild zu verschaffen und manche nur einstellen, weil sie sie brauchen ? Dann ist das nicht Querseinsteigern, sondern verfehlter Glorreicherei zuzuordnen.
Wenn Betriebe 5 Schulabgänger im Assessmentcenter ein Problem lösen lassen -wollen und 4 davon ständig am Handy hängen,
dann sollte man erkennen, wo derzeit die eigentliche Hauptproblematik liegt. LuL müssen darum kämpfen, ihre Uinhalte überhaupt noch weitergeben zu können, Quereinsteiger auch.
Wissen an sich verliert immer mehr an Bedeutung.
Irgendwann gibt’s das Abitur für 😉 Lesen- und Schreibenkönnen. Manche unserer zugewanderten Auszubildenden sprechen und schreiben nach 2 Jahren besser Deutsch als Einheimische; wohers wohl kommt?

Canishine
9 Monate zuvor

In einigen Beiträgen wurde schon die Frage der Sinnhaftigkeit der „klassischen“ Lehrerausbildung aus der individuellen Perspektive gestellt: Lohnt sich diese noch, wenn ich als Seiteneinsteiger einfacher in den Beruf komme und gleichzeitig flexibler (für den Arbeitsmarkt) ausgebildet bin? Daran schließt sich die Frage nach dem Mehrwert der Lehrerausbildung für den Lehrerberuf an. Bin ich mit dieser Ausbildung besser auf den Beruf vorbereitet?
Ich sehe ein Problem darin, dass mit einer leichtfertigen Einstellung von Quereinsteigern, z.B. um Löcher zu stopfen, die Veranwortlichen selbst die Sinnhaftigkeit der Lehrerausbildung zunehmend in Frage stellen: Wenn es Quer- oder Seiteneinsteiger genauso gut können wie „normale“ Lehrer, dann ist die Lehrerausbildung tatsächlich sinnlos. Wenn sie es jedoch nicht so gut können, dann sind sie ggf. eine zusätzliche Belastung für das Schulsystem und damit für die Ausbildungsqualität der Kinder. Diese Frage sollte von verantwortlicher Seite beantwortet werden, mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen.
Meiner Meinung nach unterscheiden sich Lehrämtler und Quereinsteiger (oder sollten sich unterscheiden) weniger in ihrem Engagement oder ihrer pädagogische Begabung als vielmehr in der Kenntnis des pädagogischen und didaktischen Handwerks. Die Ausbildung darin muss gewährleistet sein und sollte nicht den Schulen überlassen werden. Sollte dieser Unterschied allerdings nicht bestehen, dann muss die Lehrerausbildung tatsächlich gründlich überarbeitet werden.

RuPa
9 Monate zuvor

Habe über 40 Jahre Diensterfahrung in der sog. Hauptschule, dann NMS, nun MS – Austria…Ich kann euch nur 1-es sagen: Rauf u.runter mit Einsteigern v.links/rechts/oben oder unten…Solange die Arbeitsbedingungen v.Lehrern nicht dem Wohl derselbigen dienen, wird sich das kein junger Mensch ‚mehr geben’…
Ca.25 Lehrer in EINEM Raum. DER Arbeitsplatz…Mini-Tisch und Sauerstoffmangel inklusive, man kann sich da ‚extrem gut‘ auf die geistige Arbeit konzentrieren…4 PC’s für alle ( etwas veraltet, aus dem Ausschuss eines Krankenhauses ), für Mitteilungen a.d.Eltern u.Klassenbuch digital, verwendet der brave Lehrer sein Privathandy ( Privat-Laptop,…), Dienst-Hardware…?? Was ist das?? , Schüler, die extrem verhaltensauffällig, frech, anmassend bis untergriffig sind…sie TUN dies, gibt KEINE Konsequenzen…das wissen sie…auch die Eltern, die sich immer mehr, immer weniger um IHRE Kinder kümmern/wollen…das ist für diese oft Sache der Schule. Schule soll alles richten. Eltern tragen Null Verantwortung, bzw.rennen Sturm, wenn sie meinen, dass man ihrem Sprössling Unrechtes antut…etc.
Dazwischen wird immer noch gefragt: WIE VIEL ARBEITET EIN LEHRER?? Komisch, dass immer weniger diesen super-chilligen, überbezahlten mit kaum Arbeit nicht mehr machen wollen!!?? Eigentlich müsste dieser Job TOTAL ÜBERRANNT SEIN!! Wieso eigentlich NICHT???
Na, dann mal überlegen…
Leute, es geht echt bergab…

Alexander aus NRW
9 Monate zuvor

Thema Seiteneinsteiger:
Hier lohnt sich mal ein genauer Blick auf Förderschulen, insbesondere privater Träger:
Für ausgebildete Lehrer anscheinend so unattraktiv, dass
selbst Eingangsklassen gänzlich ohne Sonderpädagogen auskommen müssen. Stattdessen lediglich Fachlehrer*innen bzw teilweise sogar erst angehende.
Die dort eingesetzten Fachlehrer rekrutieren die sich in erster Linie aus Heil- und Erziehungspflegern oder sonstigen pädagogischen ‚kleinen Ausbildungen‘.
Abitur oder akademische Abschlüsse sind eher die Ausnahme.
Leider spiegeln sich die fehlende Kenntnisse seh häufig bei der Unterrichtsvermittlung wieder.
Einige Schulleitungen scheinen diesbezüglich auf beiden Augen blind zu sein bzw ignorieren diesen Umstand.
Es geht in erster Linie nur noch darum, die Klassen zu besetzen und den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. Die SuS müssen um jeden Preis bis Nachmittags in der Schule gehalten werden- was währenddessen im Klassenraum stattfindet bzw eben nicht stattfindet, die Vermittlung von Unterrichtsinhalten oder praktischen Kenntnissen interessiert nicht.