FRANKURT/MAIN. Körperlich erschöpft, emotional ausgebrannt, chronisch überlastet: Eine Umfrage der hessischen GEW zeichnet ein bedrückendes Bild vom Vorbereitungsdienst. Viele angehende Lehrkräfte arbeiten deutlich mehr als vorgesehen, fühlen sich von Unterrichtsbesuchen unter Druck gesetzt und zweifeln an ihrer Berufswahl. Mitten in dieser Anspannung kämpft sich Jan Steckelbroeck durch drei Halbjahre Dauerstress, Schlafmangel und Prüfungsdruck – und schafft es am Ende doch, weiterzumachen. Seine Geschichte zeigt, wie hart der Weg ins Lehrerzimmer geworden ist.

Jan Steckelbroeck hat sich durchgebissen. Er hat das zweite Staatsexamen hinter sich und bewirbt sich gerade in Frankfurt um eine feste Stelle als Lehrer. Andere schaffen das nicht: Sie geben auf, brechen das Lehramtsstudium oder den Vorbereitungsdienst ab und suchen sich einen anderen Job. Was hielt den Ethik- und Informatik-Lehrer bei der Stange?
Nach Angaben des Hessischen Kultusministeriums gibt es aktuell im Bundesland rund 5.000 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst – früher hieß diese Zeit Referendariat. Eine große Umfrage des Landesverbands der GEW zeigt, wie belastend diese Phase erlebt wird.
Neun von zehn angehenden Lehrkräften gaben an, körperlich und emotional erschöpft zu sein. Die Befragten, offiziell Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiVs), arbeiten im Schnitt deutlich mehr, als vorgesehen ist. Viele berichten, dass die intensive Vorbereitung auf Unterrichtsbesuche, der hohe Dokumentationsaufwand und zusätzliche Verpflichtungen dafür sorgen, dass sie wöchentlich auf Arbeitszeiten kommen, die in anderen Ausbildungsberufen untypisch wären. Fast alle fühlen sich durch die häufigen Unterrichtsbesuche stark beansprucht, und ein großer Teil hat aufgrund der Dauerbelastung seine sozialen Kontakte reduziert.
Steckelbroeck kann das gut nachvollziehen. «Man startet in den Vorbereitungsdienst mit dem Narrativ: Das wird die schlimmste Zeit Deines Lebens», erzählt der 30-Jährige. Diese Auffassung sei an der Uni, im Studienseminar und unter jungen Kollegen Konsens.
Drei Halbjahre Dauerstress
Der Vorbereitungsdienst dauert in Hessen – noch – 21 Monate. Die Neulinge laufen erst drei Monate mit, dann unterrichten sie drei Halbjahre lang an drei Tagen insgesamt zehn bis zwölf Stunden in verschiedenen Klassen. An den beiden anderen Tagen drücken sie im Studienseminar selbst die Schulbank.
In dieser Zeit werden sie 16 Mal im Unterricht besucht und 14 Mal bewertet. Steckelbroeck beschreibt, dass hinter jeder Stunde Unterricht in dieser Phase enorme Vorbereitung stecke. Manche kämen mit weniger Zeit aus, andere bräuchten mehr, doch die intensive Planung sei für alle Teil des Alltags. Die GEW-Erhebung bestätigt, dass gerade die Unterrichtsbesuche für viele LiVs zu den Hauptbelastungsfaktoren gehören und erheblich zum Gefühl der Überforderung beitragen. Viele angehende Lehrerinnen und Lehrer berichten, dass ihnen kaum Zeit zur Erholung bleibt und dass die Ausbildung ihre mentale Gesundheit spürbar beeinträchtigt.
«Das war unglaublich hart», sagt Steckelbroeck heute. «Man ist immer unter Druck.» Als zentrales Problem sieht er die widersprüchlichen Erwartungen: «Man will den Schülern etwas beibringen. Man will selbst etwas lernen. Und dabei muss man ständig performen.» Die Gleichzeitigkeit dieser Anforderungen sei kaum zu bewältigen.
50-Stunden-Wochen
In seiner Seminargruppe hätten etwa zehn Prozent den Vorbereitungsdienst abgebrochen, sagt Steckelbroeck. Offizielle Zahlen dazu nennt das Kultusministerium nicht. Doch die Umfrage zeigt, dass Überforderung weit verbreitet ist. Viele der Befragten berichten von Arbeitswochen, die deutlich über der regulären Ausbildungszeit liegen. Ein erheblicher Teil fühlt sich durch den Vorbereitungsdienst überfordert, und viele erleben negative Auswirkungen auf ihre mentale Gesundheit.
Auch Steckelbroeck stand kurz vor einem Abbruch – kurz vor Weihnachten 2024. Vor den Ferien mussten noch Klassenarbeiten geschrieben und korrigiert werden, gleichzeitig bereitete er sich parallel auf zwei anstehende Unterrichtsbesuche vor. Vier Nächte in Folge schlief er kaum. Für einen Moment schien ein Job in der IT-Branche eine realistische Alternative.
Dass er dennoch blieb, führt er auf sein Umfeld zurück. Seine Freundin, Kollegen und Kommilitonen hätten ihn unterstützt, ebenso seine Mentorin an der Schule und seine Ausbildungsleiterin am Studienseminar. Die GEW-Befragten berichten in großer Mehrheit ebenfalls von guter Unterstützung durch Mentorinnen und Mentoren sowie durch ihre Ausbilderinnen und Ausbilder. Die Belastung entsteht nach Einschätzung der Gewerkschaft also weniger durch unzureichende Betreuung, sondern durch strukturelle Bedingungen wie Unterrichtsbesuche, Vorbereitungsaufwand und zusätzliche Verpflichtungen.
Steckelbroeck hebt hervor, dass er im Unterschied zu vielen seiner Kolleginnen und Kollegen nicht für Vertretungsstunden eingesetzt wurde. Das habe ihn entlastet. Der wichtigste Grund aber, nicht aufzugeben, seien für ihn die Schülerinnen und Schüler gewesen. «Der Job macht einfach so Spaß!», sagt er mit Nachdruck.
Die Hälfte zweifelt am Berufswunsch
Nicht bei allen halten solche Motive. Ein Fünftel der Befragten denkt darüber nach, die Ausbildung abzubrechen. Jede oder jeder Zweite zweifelt zumindest zeitweise daran, ob die Entscheidung für den Lehrerberuf die richtige war. Auch das Studium selbst bereite zu wenig auf den Schulalltag vor, findet Steckelbroeck. Der Realitätsschock komme meist im ersten Praxissemester. «Da realisiert man, dass die Theorie sehr weit weg ist von der Praxis.» Fachwissen nehme im Studium zu viel, Didaktik zu wenig Raum ein. GEW-Landesvorsitzender Thilo Hartmann verweist darauf, dass ohnehin nur etwa die Hälfte derjenigen, die ein Lehramtsstudium beginnen, auch wirklich bis zum Ende der Ausbildung durchhalten.
GEW warnt vor zusätzlicher Verschärfung
Die Gewerkschaft äußert sich angesichts der Belastung besorgt über Pläne der Landesregierung, den Vorbereitungsdienst von 21 auf 18 Monate zu verkürzen, ohne den Ausbildungsumfang zu reduzieren. Hartmann warnt, dies werde die Ausbildung weiter verdichten und die Arbeitsbelastung der LiVs und ihrer Ausbilderinnen und Ausbilder erhöhen. Auch Mentorin und Hauptpersonalratsmitglied Susanne Nissen kritisiert die Pläne deutlich und betont, eine fundierte Ausbildung brauche Zeit und verlässliche Rahmenbedingungen. Bereits die letzte Novellierung des Lehrkräftebildungsgesetzes habe zu starker Verdichtung geführt.
Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass sich viele angehende Lehrkräfte im Laufe ihrer Ausbildung gegen den Beruf entscheiden. Wenn das Land den Lehrkräftemangel bekämpfen wolle, müsse es die Qualität der Ausbildung stärken und nicht weiter schwächen. Dazu gehörten aus Sicht der GEW bessere Rahmenbedingungen in den Seminaren, eine sinnvolle Reduktion der Unterrichtsverpflichtungen im Vorbereitungsdienst und ein Ausbau psychologischer Unterstützungsangebote.
«Der Spaß am Unterricht hat mich getragen»
Für Jan Steckelbroeck überwiegt trotz allem der Wunsch, im Beruf zu bleiben. Entscheidend seien für ihn die Unterstützung in seinem Umfeld und vor allem die Freude an der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern gewesen. «Der Spaß am Unterricht hat mich getragen», sagt er. Und er hofft, dass die Bedingungen für künftige Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst so gestaltet werden, dass auch andere diesen Weg gehen können, ohne an ihre Grenzen zu geraten. News4teachers / Auf der Grundlage eines Features von Sandra Trauner, dpa
Vorbereitungsdienst: So überlastet, dass sie ihre sozialen Kontakte einschränken









Ob das Durchhalten dann so gut ist?
Die junge Generation fordert immer mehr Veränderung im Schulleben ein.
Viele hier stecken in ihrer Blase seit 1990, sehen die Veränderungen höchstens mal bei den Nachbarn, wenn diese morgens komischerweise nicht das Auto kratzen müssen oder die Brötchen an die Tür gehängt werden. Man glaubt gar nicht, was es bedeutet, eine 35-Stunden Woche zu haben. Das müsst ihr euch mal in Lebenszeit umrechnen!
Die Ersparnis des Homeoffice ganz zu Schweigen.
Deshalb:
4-Tage Woche
30 % Homeschooling / online-Unterricht
Gehalt um 17 % rauf, statt der geforderten 7 (am Ende dann 2% Realist?)
DB & GK online!
Ob das Durchhalten gut ist? Fragt die richtige. Ich kann Ihnen sagen, wie Sie 5 h jede Woche einsparen können.
Nicht hier Posten?
Das stimmt, tatsächlich!!!
Hasi bleibt auch daheim und ich darf schön aus der Einfahrt schaukeln.
Im Grunde müssen die Deputate gesenkt werden, damit wir von den 41 h runterkommen.
4 Tage Woche ist ja machbar, definitiv. In der Kita, Pflege und Krankenhaus geht es ja auch!!!
Mein Mann verdient sogar doppelt und wir kriegen diese kläglichen 1-2 % ab.
Irgendwie sind auch die Technikgewerkschaften besser dran!
Wir brauchen etwas Homeoffice!!!
Nominell 41 Stundenwoche.
Mal abgesehen davon, was Hasi schaukelt, stimme ich prinzipiell zu, aber Homeoffice, wie Sie es verstehen (statt Unterricht in Präsenz) ist unsinnig. Homeoffice machen wir eh alle (Korrekturen, Vorbereitung usw.). Mir wäre eine Erfassung und Anerkennung dieser Tätigkeiten als Arbeitszeit wichtig.
Das ist völliger Blödsinn, weil Homeoffice im eigentlichen Sinn zuhause bleiben und arbeiten heißt. Wenn ihr nach der Schule am Abend noch 3 Stunden korrigiert, ist das sicher Arbeitszeit, aber kein Homeoffice in Reinform.
Es geht doch um die Jobs in den Betrieben, wo es 2,3, 4 volle Tage im Homeoffice zuhause gibt ohne Nachteile wie Fahren, Zeit, Geld & Co.
Besonders für Mütter ist Homeoffice aktuell attraktiver als 5 Tage in Schulpräsenz zu stecken.
Die 4 Tage Woche wäre da nur ein Ausgleich, oder.
Sie sagen es, kein Homeoffice in Reinform. Bitte mäßigen Sie Ihren Ton.
Na Homeoffice ist Homeoffice und keine halbe Sache.
Schon blöd, wenn Lehrer nicht diesen Vorteil von Homeoffice genießen und sogar nach der eigentlichen Arbeit zuhause noch korrigieren müssen 🙁
Eben nicht. Mobiles Arbeiten ist nicht mit HO gleichzusetzen.
Es ist kein Genuss.
Nein, 6 Stunden in der Schule, dann noch einmal 3 Stunden am selbstbezahlten Schreibtisch und dazwischen Fahrzeiten von 1-2 Stunden hin und zurück ist KEIN HOMEOFFICE.
Die Verblödung geht ja mittlerweile so weit, dass behauptet wird, dass Lehrkräfte mit einer halben Stelle ja glücklich sein sollten, da sie pro Woche zwei Tage reines Homeoffice ohne Fahrzeiten hätten…
Korrigieren ist Teil der Arbeit. Und Lehrer können korrigieren wo sie wollen.
Wäre es den Foristen lieber, 4 Tage bis 17.30 Uhr in der Schule präsent zu sein und dann an 1 Tag 8 Stunden zuhause zu korrigieren? Auch in der unterrichtsfreien Zeit. Da ist nämlich schon 100% homeoffice bei gleichzeitiger vollkommener Nichterreichbarkeit
Dann arbeitet doch im Kollegium einen solchen Plan aus.
7.30 – 17.30 an vier Tagen macht abzüglich der halben Stunde Mittagspause 38h. Da ich in den Ferien größtenteils arbeiten muss, bleibt dann für Freitag ein Vier-Stunden-Tag.
Gern doch, bin ich dabei
Es gibt dann keine Ferien mehr, nur noch 30 bis 35 Urlaubstage wie bei jedem anderen Angestellten auch, also genau 6-7 Wochen, der Rest ist Präsenz, kann man dann ganz geschickt mit Ganztags- und Ferienbetreuung verbinden. Offenbar wollen das Viele hier.
Nach der eigentlichen Arbeit??? Wenn Sie nur die “eigentliche” Arbeit zählen würden, hätten Sie 26×45 Min. die Woche, abzüglich unterrichtsfreier Zeit bleibt da dann nicht mehr viel. Oder wie meinen Sie das? Die Stellenbeschreibung für Lehrer umfasst nun mal die Arbeit zuhause, das Problem ist, dass immer mehr Aufgaben draufgepackt werden, und das muss aufhören.
Natürlich ist das Homeoffice. Wir können uns die Zeit vollkommen frei einteilen. Übrigens: Ca. 24% aller Arbeitnehmer arbeiten ganz oder teilweise im Homeoffice, mehr nicht. Und in diesen 24% sind natürlich auch alle Lehrer enthalten.
wenn schon Redakteure in Deutschland 36 Stunden Wochenarbeitszeit mit Homoeffice genießen, warum sollen dann Lehrer noch 41 Stunden arbeiten???
5 Stunden pro Woche, ist im Grunde 1 ganzer Arbeitstag!
Echt Monika?
Das sind doch auch Steuergelder, warum haben die dann 36 Stunden und Lehrer 41???
Oder sind die Lehrergewerkschaften alle zu lasch.
Ihr müsst ja auch 6 Jahre länger arbeiten als viele in der Wirtschaft. Wahnsinn 😀 😀
ach du meine Güte :-O
Wenn Sie nicht so langsam von der KI ersetzt werden, wie es aktuell in vielen Redaktionen passiert. Dann heißt es: 7 Tage/Woche frei! Wetten das es dann auch wieder nicht recht ist!
Sobald ich zuhause am Schreibtisch sitze, ist es Home Office. Lehrer haben das schon immer gemacht.
Wieso nicht für Väter?
Sie probierts immer wieder.
Wir haben schon ca. 30% Homeoffice bei freier Zeiteinteilung. Und falls einige faule Säcke hier es nicht begreifen: Eine 4 Tage Woche bei 12 Wochen Ferien ist nicht sachgerecht, Lehrer müssen schon auch für Ihr Geld arbeiten.
siee oben Redakteure, TV
auch Verwaltung. Alle weniger als ihr.
Man, justiert Eure Bots mal neu. Es nervt nur noch.
So wie jeder. Ich würde mal jedem empfehlen, der hier über seine ach so harten Arbeitsbedingungen jammert, mal spaßeshalber (sic) eine längere Auszeit zu nehmen und einen Drei-Schichten Job (inkl. Wochenendschichten) in der, ach so freien Wirtschaft zu nehmen. Ein Jahr!!! Und nicht vier Wochen als Ferienjob um sich dann als Kenner der Arbeitswelt aufzuspielen. Ja, ich kenne beide Seiten. Alles hat seinen Preis. Im Endeffekt war ich immer dankbar für die, im Gegensatz zur Industrie, doch recht angenehmen Arbeitszeiten, die ich mir immerhin selbst einteilen konnte. Schlußendlich waren es eher bestimmte Kollegen oder intigrante Leitungen die einem dem Job verleidet haben. Denke das, wenn die Abeitslosenzahlen in der Industrie steigen, der Lehrerberuf für viele wieder sehr attraktiv werden wird. Unkündbarkeit und ein regelmäßiges Gehalt (plus späterer Pension) hat auch seine Vorteile.
Wie viel Schulerfahrung haben Sie? Online-Unterricht hört sich toll an und ist vielleicht für Erwachsenenbildung und Oberstufenschüler bedingt gut. Aber nicht für Grundschüler und bis Mittelstufe. Der soziale Umgang miteinander, die Bindung an eine Lehrkraft, vor allem in der Grundschule, ist die halbe Miete. Es geht eben nicht ausschließlich um reine Wissensvermittlung. Außerdem sollen die Schüler ja nicht permanent online sein. Schon mal was von digitaler Demenz gehört? Das größte Problem heutzutage ist die mangelnde Konzentrationsfähigkeit, gepaart mit mangelnder Lese- und Verständniskompetenz.
Aber da werden die Ewiggestrigen doch betonen, dass es Ihnen auch nicht geschadet habe, sie sich keinen bessern Vorbereitungsdienst für sich hätten vorstellen können usw. Aber wehe, die Schülerschaft entspricht nicht mehr dem eigenen Bild von vor 30 Jahren ….
“Man startet in den Vorbereitungsdienst mit dem Narrativ: Das wird die schlimmste Zeit Deines Lebens”
DEM würde ich widersprechen, es ist dem Narrativ von “Löcher” deutlich näher 😉
„ Aber da werden die Ewiggestrigen doch betonen, dass es Ihnen auch nicht geschadet habe, sie sich keinen bessern Vorbereitungsdienst für sich hätten vorstellen können usw.“
Da bin ich ja froh, dass es außer Ihnen keine Ewiggestrigen zu geben scheint: Sie sind der Einzige, der in diesem Forum bisher die Worte „Es gibt nichts Besseres“ in Bezug zum Vorbereitungsdienst/Referendariat gebracht hat.
Und ja, es ist schon erstaunlich, dass frühere Generationen das Ref bestanden haben – waren die damaligen Bedingungen doch nicht besser als heute und der Blick der Prüfer aufgrund der Vielzahl der Bewerber deutlich strenger.
„waren die damaligen Bedingungen doch nicht besser als heute und der Blick der Prüfer aufgrund der Vielzahl der Bewerber deutlich strenger.“
Sicherlich waren die damaligen Bedingungen nicht besser, aber der Blick auf die Referendare war deutlich unterschiedlich. Ich habe in einem Seminar mein Referendariat absolviert, was neu gegründet war. Alle Seminarleiter waren neu und unorientiert. Das führte im Effekt zu höheren Ansprüchen mit deutlich niedrigeren Noten. Niemand (wirklich niemand) bekam aus unserem Seminar damals eine der raren Stellen, denn die Bestnoten waren ab 1,7…..was es damals unmöglich machte, eine Stelle zu ergattern…..andere Seminarstandorte benoteten deutlich anders….
Was die Härte angeht, bin ich da eher bei „wie früher“…..denn unsere Referendare werden schulisch nicht über Gebühr belastet, sehr gut begleitet und unterrichten auch nicht mehr als üblich…..
Insgesamt ist es eine harte Zeit, aber nun ja …..ist halt so….von nix kommt nix…..
Wahre Worte. Vielleicht ist ja nicht nur die Schülerschaft, sondern auch die Lehrerschaft etwas, vorsichtig gesagt, “empfindlicher” geworden? Ehrlich: Viele der jungen Kollegen hätte ich mir nicht außerhalb der Blase Schule vorstellen können.Fragt sich ob man bestimmten Charakteren nicht schon lange vorher einen beruflichen Wechsel hätte anraten sollen? Mal ehrlich. So richtig fängt der Tanz doch erst nach dem Referendariat an 😉
“Da bin ich ja froh, dass es außer Ihnen keine Ewiggestrigen zu geben scheint”
Daumendrück! 🙂
Ne, das stimmt so pauschal nicht. Das Referendariat ist heute wesentlich schwieriger aufgrund der massiven Professionalisierung des Lehrerberufs, was natürlich dann die Anforderungen im Referendariat betrifft. Das sollte auch so sein, denn bei dem Stress sollte man wirklich nur die Leute durchlassen, denen eine enorme Stressresistenz auch zuzumuten ist.
Und was heißt “massive Professionalisierung” konkret? Dringt das auch bis zur Schülerschaft durch oder sehe nur ich das anders?
Klingt leider danach, dass Sie Ihr eigenes Referendariat noch härter und frustrierender gewesen sein muss als die Darstellungen aus dem Artikrel.
Oder Sie haben Löcher nicht gelesen 😉
Naja wir sehen eben den Lehrermangel und hören dann von den jungen Leuten, der Beruf sei zu schlecht bezahlt und zu stressig.
Was soll man da noch sagen?
Für viele ist es ja auch schwierig und bei uns jammern die jungen Mütter und wollen auch lieber, wie der Ehemann, ins Homeoffice.
Es hat sich viel getan und online Unterricht geht manchmal, aber Homeoffice?
Vielleicht sollten wir wirklich die 4 Tage Woche einführen! 🙂 🙂
ganz genau Marie
Studium bis 30, Pension ab 60! Und ein 13. und 14. Monatsgehalt wie überall in Handwerk und Industrie 😉
“Seine Geschichte zeigt, wie hart der Weg ins Lehrerzimmer geworden ist.”
Was heißt denn ‘geworden ist’?
Der war schon immer so.
Als die sog. Boomer in der Ausbildung waren, hat man über Härten bereits radikal vorgesiebt – ohne Rücksicht auf Verluste – damit nicht so viele Lehrer ins Bewerbungsrattenrennen kamen. Und im Gegensatz zu heute hatte man nach dem Referendariat deutlich schlechtere Chancen, in den Schulduienst zu kommen.
Also ertrug man das Referndariat mit mieser Perspektive – da würde ich es lieber heute machen…
Ja, ich auch….damals war klar, dass man in ALG II ging….einige orientierten sich sofort um, andere gingen Kellnern…..Ich bin in die Erwachsenenbildung gegangen und habe alles in einer Fortbildungsakademie unterrichtet was nur eben ging….hab eine wissenschaftliche Hilfskraftstelle an der Uni ergattert und angefangen meine Doktorarbeit zu schreiben…..
Und dann gab es die Springerstellen…..eine davon bekam ich (3 Jahre nach dem Referendariat)……diese führte zu einer Planstelle…..juhu, endlich drin….
Das ist doch heutzutage gar keine Frage mehr…..aufregen? echt jetzt??
Das glaubt einem keiner mehr von den jungen Leuten. Eine ziemlich schräge Zeit.
Eigentlich war es eine überaus wertvolle Erfahrung. Ich habe in den knapp 3 Jahren sooooo unendlich viel gemacht, so viele völlig unterschiedliche Menschen kennengelernt (u.a. meinen Mann 🙂 ), habe mich in vielen verschiedenen Arbeitskontexten beweisen können und trotz 3 gleichzeitigen Jobs ausreichend Zeit gehabt das Leben so richtig zu genießen…..war im Nachhinein einfach besser, als einfach in den Lehrerjob zu rutschen…..
Aber – und das ist doof – fehlen mir nun die drei Jahre, um mit 64 meine 40 Dienstjahre voll zu haben…..das wird Abzüge geben, wenn ich dann gerne gehen möchte (so mein Plan)
drei Jahre sind doch nur 6 Semester .. ähm Halbjahre , das geht so schnell vorbei (wenn man gesund bleibt)
Sie meinen, dass es nicht so schlimm ist mit 67 noch vor einer Klasse zu stehen? Ich bin mir nicht so sicher, ob ich das so kann….erste Verschleißerscheinungen bemerke ich an mir schon….
Das ist doch kein Problem mit 67 vor der Klasse zu stehen, sie müssen nur nicht reingehen.
Sie Schlingel, Sie…..
Bei uns merken alle über 53, dass es nicht mehr so fluppt wie früher, sie gestresster, genervter sind und deutlich länger brauchen, ihr bisschen Resilienz zu aktivieren.
Wir sind platt, erschöpft und müde – die unendliche Dauerüberlastung mit ihren unfassbar vielen neuen “Herausforderungen” hinterlassen nun mal Spuren.
Die Abzüge von der Pension werden so groß nicht sein, bei Angestellten sieht es anders aus, sehe ich an meiner Rentenberechnung.
Falls für die 2 Jahre Ref wegen Nichteinstellung Beiträge an die Rentenversicherung gezahlt wurden, werden diese auf eventuelle Rentenansprüche angerechnet… und ebenfalls auf Pensionsanspruch. Also Rente und Pension; kommt hin! (NRW)
Der Unterschied ist, auf die Pension werden die zeiten des Vorbereitungsdienstes als berufsförderliche zeiten komplett angerechnet.
Bei der Nachversicherung zur DRV werden vom Land aber nur die AG-Anteile nachgezahlt. Es fehlt der AN-Anteil, da die Länder clever genug sind alle Anwärter und Referendare zu verbeamten. Nachgezahlt wird in jedem Fall, auch dann wenn der Betreffende nach dem bestandenen Examen als tarifbeschäftigte Lehrkraft einen neuen Vertrag bekommt.
Da die Bezüge im Vorbereitungsdienst so niedrig sind, hat der Anwärter/Referendar keine Möglichkeit den AN-Anteil zu zahlen.
Bei den Juristen läuft der Vorbereitungsdienst zum Teil anders. Die Rechtsreferendare in BaWü wurden angestellt und mussten alle Abgaben an die sozialen Sicherungssysteme bis auf die Rentenversicherung zahlen. Folglich hatten sie Anspruch auf ALGI nach dem Vorbereitungsdienst, konnten während des selben in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Und wenn sie nach dem Vorbereitungsdienst nicht in den Staatsdienst als beamte übernommen worden sind, hat das Land sie bei der sowohl mit dem AG- als auch dem AN-Anteil nachversichert.
Und nach dem ganzen Mist jahrelange Tätigkeiten als KV. Von wegen Einsatz am Heimatort! Ich war mal ein Jahr bei einer sogenannten “Lehrerfeuerwehr”. Jede Woche eine andere Schule. Fachfremdes Unterrichten die Regel. Das ist über 30 Jahre her. Und die Klientel an den Förderschulen war damals schon verhaltenskreativ genug. Hat aber auch viel Spaß gemacht. Selbstmitleid war wenig konstruktiv.
3 Jahre war schon gut. Bei mir hat es 8 gedauert, bis ich mich mal bewerben durfte, und das auch nur, weil ich zustimmte, auch eine Stelle im nur Sek I-Bereich anzunehmen.
Die wissenschaftliche Hilfskraftstelle an der Uni hatte ich sicher, für zwei Jahre, Diss schreiben und so. Und… als ich in meinem ersten Sprachkurs für DaZ stand vor polnischen Spätaussiedler*innen, befristet für 6 Monate, habe ich die Stelle an der Uni abgelehnt. Hat keiner verstanden, aber es war die richtige Entscheidung. Ich hatte schon vier Jahre als studentische Hilfskraft im gleichen Institut verbracht und wollte raus. Und wollte unterrichten.
Als ich dann nach langer Zeit eine Stelle bekam, war das 20 Jahre lange erst einmal Hauptschule und ich glaube, ich erwähnte das hier schon mal, habe so ziemlich alles unterrichtet, aber seltenst das, was ich studiert hatte.
Meine Ausbildung im Studienseminar war hinsichtlich unserer Einstellungschancen sehr realitätsbezogen. “Wir wissen alle, dass Sie eigentlich keine Chance haben, als Lehrer*in eingestellt zu werden. Dennoch geben wir unser Bestes, damit sie diese Berufsausbildung erfolgreich abschließen. Das sollten Sie auch tun.”
Es kamen oft Menschen von der Agentur für Arbeit ins Seminar, um uns zu beraten. Und wir haben einige Exkursionen zu größeren Firmen gemacht, in denen wir mit dort angestellten “Lehrer*innen” in Kontakt gebracht wurden, um zu erfahren, wo und wie man uns evtl. gebrauchen könnte.
Von ca. 90 Referendar*innen bekamen 7 direkt eine Stelle; alle hatten Musik als Fach.
Tja, da darf man erst nicht rein und Jahrzehnte später zittert man, ob man wirklich auf Antrag vor der Regelantragsgrenze wieder raus darf… Hat zum Glück geklappt.
Und Jahre später stellte man Lehrer mit dem Fach „Musik“ blind ein…..was ja bis heute so ist….zumindest an Grundschulen…..
Sie gehören offenbar zum Schweinezyklus davor, denn ich habe überhaupt nur Grundschullehramt studiert (wusste nicht, was ich nach dem Abi machen sollte), weil mein Vater in der Zeitung las, dass Grundschullehrkräfte dringend gesucht werden……bin dann nächsten Tag in die die Uni gefahren und habe mich eingeschrieben…..und habe meine Entscheidung tatsächlich nie wieder hinterfragt…..war ja auch das richtige für mich….
Nach dem Studium erzählte man uns im Seminar, dass wir ja zu den Glücklichen gehören würden, denn egal wie wir abschneiden würden, eine Stelle hätten wir alle sicher…..je näher die Prüfung kam, desto schmallippiger wurde die Seminarleiter und äußerten Bedenken, ob wir alle wohl eine Stelle bekämen. Der Tag der Zeugnisübergabe war dann auch betrübt, denn wir wussten alle, dass wir keine Stelle bekamen und trafen uns am nächsten Tag auf dem Arbeitsamt wieder…..da saßen wir dann alle gemeinsam….war nicht lustig….
Die Erfahrung kann ich auch teilen, zu meiner Zeit wurde noch heftigst für das Lehramt geworben, ein Berufsberater hat mich dann (leider) völlig von meinem ursprünglichen Berufswunsch abgebracht, so dass ich Lehramt studierte, mit dem Ergebnis, dass nach der Ref.Zeit nicht mal 5% der Referendare eine ordentliche Stelle bekamen. Irgendwie hat man das Gefühl, dass unsere Politiker nicht vorausschauen können, trotz der vielen teuer bezahlten Experten, und auch aus ihren Fehlplanungen nichts lernen, denn dieses Szenario wiederholt sich in regelmäßigen Abständen. Ich kann über die Berufsberatung nicht auch noch Werbung bei Abiturienten machen, wenn die Aussichten derart schlecht werden, und man eigentlich wissen müsste, dass ein Abiturient erst nach 6-8 Jahren einsatzfähig ist.
Was es damals übrigens auch nicht gab, waren Wohnungen…..nur mal so nebenbei….
Bei uns war nicht mal so ein Angebot vorhanden, man wurde einfach fallen gelassen. Ich hatte Glück und habe, aus eigenem Antrieb und mit viel Engagement, eine Stelle bei einer bekannten Firma bekommen. Diese Zeit möchte ich nicht missen, man erweitert seinen Horizont, indem man auch mal aus den Schul- und Unimauern herauskommt, und man erfährt, dass Fleiß und Einsatz auch belohnt wird, was im Schuldienst eher nicht der Fall ist. Da zählt oft die Affinität zum Dienstherrn.
Stimmt, damals hat man viele guten und engagierten Lehrer einfach auf die Straße gesetzt, um heute jeden Heuler zu nehmen. Meine demütigende Ref.Zeit möchte ich nicht nochmal erleben, sie hat geprägt, aber auch eine Meinung über den ganzen Vorgang im Bildungswesen und der Lehrerausbildung hinterlassen, die nicht sonderlich gut ist.
Exakt. Ein Spaziergang war es nie, es hängt immer daran, in was für einer Schule man landet und ob man gute Seminarkräfte hat. Und das mit der seelischen und körperlichen Erschöpfung? Ganz ehrlich, die erste Vollzeitstelle war schlimmer als das Ref! Und auch heute bin ich noch immer an den meisten Tagen tiefenerschöpft. Wenn du das Ref schon nicht verkraftest, wirst du den Job nicht dein Leben lang schaffen. Ich bin kein Fan von “Wir haben das auch überlebt. Stellt euch nicht so an.”, tatsächlich ist das Ref aber erst der Anfang. Das Einzige, was wegfällt ist der Notendruck, aber Stress, hoffe Arbeitszeiten, Nacht- und/oder Wichenendarbeit sind an der Tagesordnung. Was sich ändern müsste, wäre nicht nur das Ref, sondern die gesamten Arbeitsbedingungen. Das Ref ist nämlich nur das Trainingslager für die 30-40 folgenden Dienstjahre.
Genau so ist es. Das Ref ist keine solle Erfahrung, nicht unbedingt www egen der Arbeitsbelastung, sondern oft wegen komischer Ansprüche an den Unterricht, überzogenen Forderungen etc. Aber wenn die Refis bei uns fertig sind und sofort mehr Stunden bekommen oder gleich volles Deputat, dann krabbeln sie erstmal auf dem Zahnfleisch. Von daher: die Bedingungen müssen die alle verbessert werden, Arbeitszeiterfassung ist nötig und Entlastung bei zusätzlichen Aufgaben und für Orga etc. Von daher: die Belastung im Ref ist anders gelagert, was sie Arbeitszeit angeht, wird es aber nicht besser. Zudem werden bei uns wegen Lehrermangel einige am Ende einfach durchgewunken, einige Dinge wurden in der Ausbildung schon gestrichen, Zeit an sich verkürzt, extra Projekte, Aufsichten, Begleitung Klassenfahrt usw. So gut wie alles gestrichen. Wir hatten das im Ref noch. Hat keiner gefragt. Nach w Examen gleich an in die LK. Hat auch keiner gefragt. Heute sollen sich die frischen LuL erstmal eine Weile einleben, bis man ihnen die Sek ll zumutet. Vom daher ist alles nicht heftiger als früher. Was aber nicht bedeutet, dass ich das alles gut heiße.
Arbeitszeiterfassung … ist doch einfach … und Gesetzlich könnte der Gesetzgeber Arbeitszeiten definieren, die der Wirklichkeit entspechen.
15 Stunden bei 10 Stunden Anwesenheit. passt doch. oder? Oh wie geht das dann, wenn ich keine Klassenarbeiten, Tests oder Klausuren mache ? … Kein Ding, dann sind es 15 Stunden Anwesenheit davon 5 als Maler, Schreiner und ITler.
Bin gerade im Ref. Muss tatsächlich sagen, ich freue mich sooooo sehr auf die Vollzeitstelle.
Aktuell habe ich 14 Wochenstunden in der Schule plus die 7h, die ich im ZfsL verbringe, welches gut 1-1,5h Fahrtweg pro Strecke von mir entfernt ist. Ich schlafe momentan so um die 4-5h pro Nacht, täglich. Weil ich mich auch ständig neu sortieren darf, weil hier wieder die Mentoren was anders haben wollten, da nochmal was umgeändert werden muss, und meine Vorbereitung und Reihenplanung für die Katz ist. Zusätzlich gibt’s dann auch kein Lehrwerk an der Schule, an dem ich mich orientieren kann, auch um einfach mal eine sinnvolle Struktur kennenzulernen. Also, jeden Tag wird alles nochmal selbst erstellt, bearbeitet usw. und alles wird über den Haufen geworfen. Zusätzlich der ganze Schreibkram, den ich im Studium schon furchtbar fand. Bin eher der Klausur-Mensch gewesen & nicht der Hausarbeiten-Typ. Wenn du dann noch Pech hast & nicht mit deinen Mentoren/Fachleitungen usw. klarkommst, menschlich, wird’s einfach sehr schwierig.
Ich weiß, dass es später wahrscheinlich nicht unähnlich sein wird, dass ich doch nochmal was umändern muss, dass ich viel zu tun und zu organisieren habe.
Aber ich werde da auch nicht mit 1600€ (wovon ja noch die PKV gezahlt werden muss) abgespeist für eine eigentliche (momentane) 50h Woche. Das ist einfach keine Relation, wenn man bedenkt, dass ich zwei Hochschulabschlüsse besitze. Und tatsächlich hält mich dieser Lichtblick, dass man später vernünftig für die harte Arbeit entlohnt wird, momentan am Ball.
Hab aktuell auch schon mehrfach überlegt, ob ich das wirklich schaffen kann. Ob man nicht abbrechen sollte. Aber, ich weiß, dass es anders geht. Ich hab vor dem Ref ein Jahr als Vertretungslehrerin gearbeitet, ebenfalls 14h. Fächer, die ich nicht mal studiert habe, unterrichtet. Und da hab ich gemerkt, wie schön der Beruf ist. Wie viel Spaß mit das alles gemacht hat. Und ich weiß, dass es an einer anderen Schule, unter anderen Bedingungen, wieder ähnlich schön werden kann.
Ich freue mich auf meine erste, stressige Vollzeitstelle. Denn aktuell denke ich: Alles ist besser als das.
Ja, das schöne Thema regelstudienzeit, die zu Boomer-Zeiten so gut wie nicht einzuhalten war. War aber im Nachgang ein 1A-Ausschlusskriterium.
So ist es! Der Druck war schon immer enorm und Beschweren war auch nicht drin. Gerade im Grundschulbereich ist der Druck wesentlich geringer, weil ein Job sicher ist. Bei uns hieß es damals: Schnitt mindestens 1, ansonsten gibt’s vielleicht einen 10 Stunden Vertrag.
Das ist schon richtig. Aber ich finde, dass das Klientel zumindest an der Sek1 enorm schwieriger geworden ist. Ich habe vor 28 Jahren relativ problemlos unterrichten können. Das ist definitiv nicht mehr möglich. Zumindest in der Stadt ist das so.
Bei den zahlreichen mutmachenden Beiträgen wundert mich das nicht.
also jetzt mal Hand aufs Herz:
ist der Vorbereitungsdienst und das alles tatsächlich “schwerer” geworden??
anhand welcher Indikatoren will man das objektiv nachweisen??
Oder sind die jüngeren Generationen nicht mehr fähig, den an sie gestellten Ansprüchen gerecht zu werden – wie es die hartgesottenen Senioren immer wieder gern behaupten?
Oder ist die Vorbereitung auf den Vorbereitungsdienst einfach nur unzureichend?
Oder ist Opfer sein nicht nur Diss, sondern auch Hype?
Ob die jüngere Generation “nicht mehr fähig” ist, bezweifle ich. Sie sieht nur, dass sich die Arbeitsbedingungen für Akademiker fast überall massiv verbessert haben, mehrere Tage echtes Homeoffice Standard sind, und fragt sich dann, ob sie wirklich 40 Jahre oder mehr in einem Arbeitsumfeld aushalten soll, dass durch stetig zunehmende Ansprüche, was Schule noch alles zu leisten hat, massive Unterfinanzierung (43 Milliarden pro Jahr, siehe andere Artikel auf N4T), immer mehr kognitive und soziale Probleme bei der zu beschulenden Klientel, immer mehr Druck und Kontrolle durch vorgesetzte Behörden, eine Kaskade von medialen Kampagnen (Pensionen, Erkrankungen), Digitalisierung, die oft genug nicht richtig funktioniert (wenn man sich auf die vom Schulträger bereitgestellten System verlässt) und einer Bildungspolitik, die praktisch jedes schulisch Problem auf Kosten der Lehrkräfte (Arbeitszeit, Gesundheit) lösen will.
Da fragt sich Gen Z zu Recht: Was soll das?
Ganz genau Realist. Wenn wir woanders Homeoffice 3 Tage haben schön zu Hause, 35 Stunden Woche und Gleitzeit, dann gehen wir doch nicht in die Schule 😀 😀
Und die 6 Jahre mehr ackern als in der Wirtschaft. Ihr glaubt es nicht 🙂
Vielleicht sollten alle so denken und handeln und die Arbeit mit euren Kindern ablehnen.
“ist der Vorbereitungsdienst und das alles tatsächlich “schwerer” geworden??” – Früher hat der Vorbereitungsdienst in der Regel 24 Monate gedauert, jetzt wurde er als Folge des Lehrermangels (fast?) überall deutlich verkürzt, um die Absolventen ganz schnell in Beruf und möglichst Vollzeit zu kriegen, jedoch ohne die Anzahl der Unterrichtsbesuche, sprich Prüfungssituationen zu reduzieren oder die Ansprüche zu senken.
Diagnose: Eine ziemlich brutale Arbeitsverdichtung.
Und nach dem Referendariat wirds nicht besser. Die Überwachung nimmt ab, aber die Arbeitszeit macht nochmal einen Sprung nach oben.
Nach 3-4 Jahren kommt die Routine, das ist in jedem Beruf so, und die erleichtert die Arbeit sehr. Außerdem ist man nicht mehr so aufgeregt vor der Klasse, also etwas stressfreier.
Dafür kommen dann aber diverse andere Aufgaben in der Schule dazu und man hat mehr Verantwortung. Ist zwar dann anders als am Anfang, kann aber genau so stressig sein.
Es würde schon sehr hilfreich sein und entlasten, wenn die Lehrproben nicht derart realitätsferne Ansprüche stellen würden. Ich denke mit Schrecken an die Ausarbeitung der Lehrproben, wochenlanges Suchen nach Material (es gab damals noch kein Internet), die Stunde bis ins Kleinste detailliert vorgearbeitet, sogar die möglichen Schülerantworten mussten dokumentiert sein, Tafelanschriebe im Voraus geplant, Viele haben die Tafel vorher schon präpariert/markiert, damit das Tafelbild exakt den Vorstellungen des Seminarlehrers entsprach. Völlig utopisch für die reale Unterrichtsvorbereitung. Was waren wir erleichtert, als wir endlich ohne Druck seitens der Seminarlehrer unseren Unterricht vorbereiten und abhalten konnten, der anfangs sicher holprig war, trotz der “perfekten” Vorbereitund der Seminarlehrer, aber wir dann mit eigenen Ideen und sehr oft auch spontanen Entwicklungen im Unterricht vor die Schüler treten konnten.
Hier wäre eine Prise Verstand und Realitätssinn angebracht. Davon abgesehen waren die ausgewählten Seminarlehrer nicht immer die besten Pädagogen, eher “hochgediente” Beamte.
Das war Gymnasium, in der Berufsschule und Fachoberschule habe ich allerdings andere Erfahrungen gemacht, aus Sicht des Kollegen.
Zustimmung:
UB (45 min) mit einer 15seitigen Ausarbeitung für eine “Show-Stunde” als reale Unterrichtsvorbereitung???
Meine letzten Unterrichtsentwurf habe ich vor 10 Jahren geschrieben, im Rahmen der Schulleitungsprüfung. Da war ich heilfroh, dies mal von der Pike auf gelernt zu haben…..
Ich fand es spannend, sich mal wieder mit einer Unterrichtsstunde so intensiv auseinanderzusetzen…..klar nichts für jeden Tag, aber die Gedanken dahinter sind schon sehr sinnvoll….
Der reale Unterricht leitet sich mMn von diesen exklusiven Unterrichtsstunden ab. Immer im Hinterkopf zu haben, wie guter Unterricht (mit allen pädagogischen, didaktischen und methodischen Entscheidungen) geht, das lernt man nur, wenn man sich mit einigen exklusiven Stunden sehr intensiv auseinandersetzt. Ja, es sind showstunden…..
Jeder Fachleiter möchte einen anderen Entwurf haben. Das was ich damals gelernt habe und (mit gutem Gewissen) weitegegeben habe, wurde dann von den heutigen Fachleitern als falsch beurteilt. Die sind doch alle nicht ganz dicht…
Im übrigen hat die Planung einer einzelnen Stunde, in der im “Gleichschritt” für alle Kinder etwas vorbereitet wird, entspricht doch gar nicht mehr dem heißen Scheiß, dass alle in ihrem Tempo sich die Inhalte selbstständig erarbeiten sollen 😉
In Technik hatte ich einen Sonderpädagogen als Fachleiter. Die Anforderungen an die Unterrichtsentwürfe waren wesentlich aufwendiger als alle anderen. Ich habe jedesmal geflucht. Später hat mir genau das mehr geholfen als der andere geforderte Unfug.
Nana. Die Fachleiter sind Lehrer. Also peers. Und exzellent ausgebildet.
– wieso kritisiert ein Nicht-Fachleiter die Fachleiter. Der Nicht-Fachleiter hat keine Ahnung und kann das gar nicht beurteilen
– wie kann es sein, dass Lehrer zwar unfehlbar sind, viele aber nicht gut finden, was Fachleiter machen?
– hat man als Nicht-Experte jetzt ein Recht auf Meinung oder nicht?
– gilt das für alle oder nur für Lehrer?
Also waren meine Fachleiter damals Peers ohne Ahnung? Hat sich der Entwurf so geändert, dass zwei verschiedene Fachleiter (heute) jeweils etwas anderes am Entwurf meckern? Wer ist unfehlbar? König Rollo?
Ne peer group hat jo so überhaupt nix mit einer Seminargruppe gemein.
Fachleiter sind häufig keine richtigen Lehrer.
Der wirklich heiße Scheiß ist „schüleraktivierendes Lehren“…. Früher hätte man dazu handlungsorientierter Unterricht (Gudjons lässt herzlich grüßen) gesagt….
Das nur am Rande……
Bei mir waren die Vorgaben für einen Unterrichtsentwurf in allen drei Fächern nahezu identisch…..also ich hatte damit dann auch kein Problem mich darauf einzustellen….
Aber ich habe von unserer ABB schon gehört, dass aktuell gar keine Vorgaben mehr für die Entwürfe gelten, man also auch nicht mehr viel Wert darauf legt, weil in Zeiten von KI sich die KI die Gedanken um guten Unterricht macht und nicht der/die LAA…..das finde ich ……schwierig…..
Tja, man unterrichtet nicht Lehrerzentriert, nicht Schülerzentriert sondern ganz eindeutig Prüferzentriert. Immer wieder erhellend wenn Prüfer und Mentor unterschiedliche Vorstellungen von “gutem” Unterricht haben.
Ich hätte mir ein bisschen mehr Praxisbezug und Tipps aus dem Erfahrungsschatz der Seminarlehrer gewünscht, diese ganze Theorie zu gutem Unterricht hat man schon zur Genüge genossen. Und ehrlich gesagt, ich habe meine Stundenentwürfe nicht mal mehr ansatzweise gebrauchen können, wohl auch, weil sie auf ein ganz bestimmtes Buch zugeschnitten waren.
Das war bei uns tatsächlich anders. Unsere Seminarleiterinnen sind tatsächlich in Vorleistung gegangen und haben uns eine sehr gute Stunde in ihrem Fach gezeigt nebst Unterrichtsentwurf. Die Stunde wurde im Anschluss analysiert und in die Bestandteile zerlegt. Das war schon ziemlich richtungsweisend. Danach sind wird dann über die ganze Ref-Zeit zu den anderen Referendaren gereist und haben uns reihum deren Stunden angeschaut. Auf die Art haben alle etwas davon gehabt. Zwischendrin gab es auch immer wieder Tipps und best practice Beispiele.
Und, was wirklich echt toll war, dass wir uns in den Gruppen sehr stark unterstützt haben und oft zusammengehockt haben, um eine Stunde einer akollegin zu planen…..
Also ich fühlte mich tatsächlich zu unterstützt und zum Ende gut ausgebildet….
Dann hängt das von der jeweiligen Seminarschule ab, jedenfalls haben unsere Seminarlehrer nicht auf Augenhöhe gearbeitet und man spürte deutlich die Order “kegelt die Lehramtsanwärter raus, wir haben zu viele”.
Der Artikel spricht etwas sehr Wahres an: Wenn an den Universitäten ein großer Teil der Lehre von Personen mit jahrelanger Schulerfahrung abgehalten werden würde, müssten Referendare sich nicht (fast) alles zum guten Unterricht innerhalb weniger Monate draufschaffen. Es gibt an der Universität einfach viel zu wenig Know-How. Dabei ist die Vermittlung zwischen Theorie und Praxis wirklich einfach, wenn man Schulunterricht kennt.
Lass mich raten … Uni … Wo sollen die Lehrer/innen für diese Bildungseinrichtung inzwischen herkommen, wenn schon nicht für die Schule genug da sind?
Oder anders, Lehrer/in und WissMit oder Lehrer/in und Prof gleichzeitig jeweils halbtags funktioniert doch überhaupt nicht. Auch im Uni-Lehrbetrieb ist nicht nach 8 Stunden Schluss. (Zumindest nicht bei jenen, die intrinsisch motiviert, sich mit ihren Studis oder dem Forschungsgegenstand beschäftigen.) Erste Lehreinheit 9 Uhr letzte 21 Uhr Ende.
Und spätestens seit “#IchBinHanna” und “#ProfsFürHanna” sollte auch klar sein, dass das Beschäftigungsumfeld im Hochschulbetrieb von der formalen Seite (6 Jahre WissZeitVG voll & Promotion nicht fertig => Berufsverbot, weil keine Festanstellung) (12 Jahre WissZeitVG Drittmittel-hüpfen => Berufsverbot, weil keine Festanstellung) weder für den Mittelbau noch für andere Bereiche besonders “lustig” ist. Und der Bereich Technik und Verwaltung ächts natürlich auch, denn dort wird TzBfG alle 2 Jahre “Ohne Sachgrund” neu aber andere Personen befristet.
Wenn das liebe Geld nicht wäre, dann ….
Aber Geld ist nun mal das beste Tauschobjekt, egal ob bar oder giral , virtuell .
Der junge Mann wird in den kommenden fünf Jahren zwar mit weniger Druck aber mindestens genauso viel Arbeit haben wie im Referendariat. Wenn er für einige Jahre an eine andere Schulform abgeordnet wird, mit Pech diese Zeit noch oben drauf. Bei Informatik und Ethik könnte ihm aber das erspart bleiben. Die fächerkombination ist aber leider selten. Hoffentlich findet er etwas.
Das Referendariat war schon immer anspruchsvoll, anstrengend und mit Druck gefüllt. Allerdings ist auch der Job nach dem Ref nicht viel leichter. Von meinen Zweifeln an der Resilienz der jungen Kollegen mal abgesehen ist das Ref deutlich leichter geworden: KI hilft bei der Erarbeitung von Material, auch beim Schreiben der Entwürfe. Es stehen auch ganze Stundenentwürfe im Netz, was die Arbeit massiv erleichtert.
Fun fact: Wenn du nach dem Ref guten Unterricht machen willst, nimmt die Belastung auch kaum ab. Die Prüfungen fallen weg, der Rest bleibt.
Meine Pädagogin im Ref hat damals zu mir gesagt, dass Besuchsunterricht natürluch Zauberstunden sein und man so keinen regulären Unterricht durchführen wird. Spannend fand ich ihre Aussage, dass nicht nur wir Lehrkräfte das nicht schaffen würden, sondern auch die Kinder solche Stunden mit ständiger Aktivität auf Dauer nicht überstehen würden.
Die Aussage finde ich immer wieder beruhigend, wenn ich wegen allen möglichen anderen Verpflichtungen keinen vermeintlich “guten” Unterricht vorbereitet bekomme.
Das haben alle hinter sich, die Lehrer geworden sind. Und früher musste man sich auch noch schickanieren lassen.
Und glaubt mir: das wird ja nicht weniger im Job.
Das haben alle hinter sich, welche die grundständige Lehramtsausbildung absolviert haben. Seiteneinsteiger (zumindest in BB) dürfen ohne alles sofort ans Kind. „Pädagogische Grundqualifizierung“ kommt später…
Ja, es ist nun mal viel Stress. Und als angehender oder tätiger Gymnasiallehter/in schläft man wenig und arbeitet viel. Und wenn man dann noch zusätzlich etwas Gutes für seine Klassen machen will( Theaterbesuche,
Auslanfsaustausch, Klassenreisen etc , der hat wenig private Zeit.
Wer seinen Schüler/innen nicht helfen will und nicht an sie, sondern vorzugsweise an sich denkt, der soll sich einen anderen Beruf suchen. Auch ok.
Also Selbstausbeutung als Berufsprinzip?
Anderer Vorschlag: Wessen Lebensziel es ist, anderen auf Kosten des eigenen Lebens und der eigenen Gesundheit “etwas Gutes” zu tun, der soll sich als Entwicklungshelfer bei den Ärmsten der Armen in Indien, Zentralafrika und Ostasien entfalten. Dort werden solche Leute dringend gesucht!
Besser nicht. Läuft auch immer nur für 2 Jahre. Allerdings kann man dort als “mit ausreisende Ehefrau” sich in den Dorfschulen ehrenamtlich völlig frei entfalten, ohne Schulrat.
Wenn Sie sich selbst halt so wenig Wert zuschreiben und sich ausschließlich durch fake-Anerkennung von Abhängigen bzw. Vorgesetzten definieren…hoffentlich blenden Sie weiter tapfer aus, dass jeder Tag “schneefrei” oder “hitzefrei” bei der Durchsage Jubelstürme durch das ganze Schulgebäude sendet, so etwas wie ein “Theaterbesuch” (den Sie dann mit viel Tamtam organisieren) jedoch höchstens ein “puh, besser als Unterricht”-Lächeln auslöst.
“Wer seinen Schüler/innen nicht helfen will und nicht an sie, sondern vorzugsweise an sich denkt, der soll sich einen anderen Beruf suchen.” – Meiner Ansicht nach das völlig falsche Leitbild für jeden, wirklich JEDEN helfenden Beruf. Selbstverständlich denke ich an meine Schüler*innen – das ist mein Job (äh, nein… NICHT mein Leben…). ABER ich denke auch an mich – und wenn ich zu dem Schluss komme, dass ich etwas nicht ohne Überforderung und im Rahmen der mir zugeteilten Ressourcen leisten kann, dann denke ich selbstverständlich ZUERST an mich.
Denn wenn etwas wirklich wichtig ist, dann werden doch sicher hinreichende Ressourcen dafür zur Verfügung gestellt, oder? (…) Oder?
Die Vorstellung hatte ich auch mal – über zehn Jahre.
War für alle da, 24/7, war ja so gewollt und mit Nachdruck in diese Richtung “geprägt” worden.
Hab mich selbst vergessen.
Burnout und Therapie.
Nun – _eck mich.
Ich habe mit dem, was ich machen muss, immer noch genug zu tun und immer noch zu wenig Frei- und Erholungszeit.
Und ich bin sicher, die Glorreichen finden aich weiterhin vollkommen unnütze Aufgaben und Verordnungen, mit denen sie uns beschäftigen können.
Ich kann bestötigen, dass der Druck hoch und die Arbeitszeit lang ist, Zeit für Privates bleibt kaum, DOCH:
Das bleibt ein Arbeitszeit- Leben lang so.
Dann sind es eher über 50, oft 60 Wochenstunden, Wochenende ist meist Arbeitszeit.
Der Prüfungsdruck weicht anderen Zwängen: Vorgaben, Erwartungen von Eltern und Vorgesetzten, Papierkram, Sachzwänge, Aufführungen …
Zeit bleibt Mangelware, auf viele Aufgaben ist man nicht vorbereitet.
Ist also vielleicht gar nicht so unpassend, wie der Vorbereitungsdienst läuft:
Wer ihn nicht übersteht, taugt nicht als Lehrkraft, denn danach werden die Pflichten mehr und schwieriger, die Verantwortung größer!
Naja, ich hatte in meinem Vorbereitungsdienst massive Probleme. Wurde nur von wenigen Kollegen als Lehrkraft akzeptiert und bekam auch ein extrem schlechtes Gutachten der Schulleitung. Bin auch einmal durch die Prüfung durchgefallen. Danach wurde es an einer anderen Schule definitiv entspannter.
Was ein Unfug.
Die Hauptkompetenz ist “lügen”.
Ein rein oder fast rein auf Schulung/Realität/Arbeitstechniken/Schulrecht fokussiertes Referendariat würde allen Beteiligten mehr bringen.
“Ist also vielleicht gar nicht so unpassend, wie der Vorbereitungsdienst läuft:
Wer ihn nicht übersteht, taugt nicht als Lehrkraft, denn danach werden die Pflichten mehr und schwieriger, die Verantwortung größer!” – Tja. Man könnte glatt zu dem Schluss kommen, dass die Absolventen dazu gebracht werden sollen, permanente Überforderung und überbordende Arbeitszeitentgrenzung als vollständig kritikbefreiten Normalfall anzusehen und dies ein ganzes Arbeitsleben lang nie mehr zu hinterfragen. Aber sagen Sie, was meinen Sie selbst; Ist das in Ihrem Fall gelungen?
Kleine Lösungshilfe: “…über 50, oft 60 Wochenstunden, Wochenende ist meist Arbeitszeit”.
Ich habe am Ende meines Refs schlechteren Unterricht gehalten, als am Anfang. Absolute Willkür und der ständige Druck haben mir Selbstvertrauen und Intuition genommen.
Dann kam der Tag, an dem ich zur selben Stunde vom Seminar gesagt bekam, das wäre zu kleinschrittig, von der Fachleitung, es wäre nicht kleinschrittig genug. Es war in gewisser Weise eine Erleichterung. Ich hatte endlich schriftlich, dass ich es nicht richtig machen konnte.
Mein Berufsleben begann mit der Schneekatastrophe. Nach zwei Jahren hatte ich einen Ehemann weniger, dafür meinen Abschluss. Die Arbeitsstunden zählen? Für so etwas war die Zeit zu kostbar. Die Belastung der Berufsanfänger ist also nicht neu. Zum Glück wird es heute jedoch thematisiert.
Übrigens: Junge Unternehmensberater verbringen ebenso regelmäßig halbe Nächte im Büro.
Intetessante Vergleichsstellung – Unternehmensberater ersaufen allerdings in Geld (und damit auch sozialer Anerkennung).
Und können mit fünfzig gesund in Rente gehen, da sie genug Kohle angehäuft haben.
Gegenfrage, warum überfordern immer noch so viele Anwärter*innen und referendar*innen die ZfsL?
Würden die oben genannten Personen sich “ordentlice” Arbeitsgelegenheiten in zukunftsfähigen Berufsfeldern suchen, hätte das ganze elend ein absehbares Ende.
5000 LiV in Hessen?
Kaum glaubhaft diese Zahl…
Ich habe vor einigen ein immens hartes Referendariat gehabt. Inkl. Mobbing vonseiten eines unfähigen und nicht pädagogischen Schulleiters. Ich habe es geschafft und man muss tatsächlich an seine Grenzen und über seine Grenzen hinaus gehen. Aber es ist irgendwie auch wichtig, dass genau geprüft wird, wen man da eigentlich einstellt. Das Referendariat ist richtig. Bestimmte Rahmenbedingungen können sich dennoch ändern. Ich könnte Lieder von Überlastung und Psychoterror im Referendariat singen. Trotzdem brauchen wir eine strenge Qualitätskontrolle für den Beruf der Lehrerin und des Lehrers.
In den 1980ziger Jahren war der Druck kaum anders wie heute . Belastend waren auch fachfremde Unterrichte, die eine besonders intensive Vorbereitung erfordert en. Meinen Vorbereitungsdienst habe ich im Emsland an einer berufsbildenden Schule abgeleistet. Auch Kündigungen gab es damals.
Ich glaube der jungen Referendarin. Das stimmt schon so.Allerdings ist mit der einen oder anderen Sache z.B.Unterrichtsbesuche ja auch absehbar zeitnah Schluss. Da kann man irgendwie noch die Zähne zusammenbeißen, wenn ich das auch für völlig demotivierend und sinnlos für das Wachsen unserer Junglehrer finde. Das was wirklich gebraucht wird,lernen sie erst in der Praxis. Mich wundert es sehr, warum da nicht noch ganz andere Sachen zum echten Grund werden. Ich bin eine leidenschaftliche Grundschullehrerin, was ich mir durch immens viel Engagement und Durchsetzungswillen bis zum Zusammenbruch incl.Wiederaufstehens aufgebaut habe. Da gab es besonders am Anfang,aber auch mehrfach zwischendurch, den Wunsch alles hinzuschmeißen.Auch jetzt nerven mich noch immer die geringe Wertschätzung,die Überbelastung,die Bürokratie….von oben und die schlechten Arbeitsbedingungen .Wenn wir Lehrer nicht mit so viel Idealismus, riesigen Zeitaufwand (eine knapp 60h Woche ist der Durchschnitt), Selbstoptimierung, Engagement und täglich mit dem Einsatz unseres eigenen privaten Geldes den Unterricht gestalten würden,wäre schon alles zusammengebrochen! Wenn Lehrer sich an die normale Arbeitszeit mit den vorhandenen Mitteln halten würden, Halleluja! Aus und vorbei! So könnte ich nicht arbeiten, wäre noch mehr kaputt und vorallem demotiviert! Die Kinder würden über Tische und Stühle gehen, wenn wir nur mit dem arbeiten würden, was uns im Unterricht zur Verfügung gestellt wird. Ich habe gelernt, mir meine Motivation und den Spaß selbst zu bereiten. Es geht nur unter hohem zeitlichen und finanziellen Privatzuschüssen in die Schule, aber auch mit vielen Ideen, manchmal kleinen Verrücktheiten, viel Anschaulichkeit beim Lernen, praktisch handelnd, in Bewegung, Tiefgang…die Anerkennung besonders durch die Kinder, deren Eltern, Kollegen mitunter auch die Schulleitung,selbst ,zu erarbeiten. Was gibt es Schöneres als Kinder mit leuchtenden Augen, die sich schon am Montag freuen, dass du Freitag bei Ihnen bist, Kinder die freudig aufspringen, wenn du in der Tür stehst, liebevolle Kinderzeichnungen und kleine Briefchen, neugierig lauschende Zweitbesetzungen (Lehrer, Referendare, DAZ…)oder immer wieder Anerkennung, was man doch für tolle Ideen hat, immer mit einem Lächeln und einer Portion Verrücktheit, Lachen in die Schule kommt. Lehrer ist ein wirklich sehr harter Beruf mit einem hohem Zeitaufwand! Wenn man sich jedoch für diesen Beruf berufen fühlt, so wie ich, dann schafft man es ,zumindest nach vielen Jahren Schuldienst, die Ärgernisse für sich mit einem Zwinkern raffiniert umzuwandeln oder abprallen zu lassen. Heute kann ich sagen:”Lehrerin ist mein Traumberuf! ” Die Butter nimmt mir heute keiner mehr vom Brot. Ich habe schon fast alles erlebt und viele Igel gekämmt! Alles was leichter, als das bereits Erlebte ist, macht mir keine Angst mehr. Es ist zu schaffen! Das habe ich mir mit viel Kraft und Schweiß hart erarbeitet! Ich lass mich nicht mehr von Wichtigtuern … beirren, weiß was ich kann und will,vorallem was ich nicht will! Rhetorik ,Schlagfertigkeit, aber auch Dankbarkeit, Geduld, Kraft, Empathie und ganz viel Liebe gehören in unserem Beruf dazu. Ich habe mir geschworen vorallem auf meine Gesundheit aufzupassen, die ist wirklich permanent in Gefahr. Ich hoffe nicht mehr auf Dankbarkeit von oben. Es ist die Freude der Kinder und die Dinge, die ich mit ihnen tue, weiche mich reich und glücklich machen! Für den Lehrerberuf muss man innerlich brennen, nur dann entfacht man das Feuer in den Kindern und in sich selbst. Ich bin froh, nicht mehr Berufsanfänger zu sein und so langsam schwinden auch bei mir die Kräfte. Ich kann nur die Politik auffordern, geht besser mit euern Lehrern um, entlastet sie, macht nicht immer wieder demotivierende Dinge mit ihnen, Wertschätzung sollte groß geschrieben werden.Spart nicht an der falschen Stelle! Junge Leute, nicht so schnell aufgeben! Das muss wohlüberlegt sein! Ihr wachst lebensverändernd an den Aufgaben. Ihr könnt so viele junge Leben enorm bereichern, manches sogar retten! Wir brauchen gute Lehrer! Lasst euch nicht entmutigen!