Start Politik Zuhören, Stifthalten, Schneiden und Kleben: Immer mehr Schulanfänger können das nicht

Zuhören, Stifthalten, Schneiden und Kleben: Immer mehr Schulanfänger können das nicht

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WIESBADEN. Stifte richtig halten, zuhören, schneiden: Einst meist selbstverständlich in Grundschulen, heute nicht mehr – stellt die GEW Hessen fest. Sie überreicht dem Kultusministerium eine Resolution. Was sagt das Kultusministerium? Es verweist auf die Eltern. 

Motorikmängel (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Eine Resolution mit Unterschriften von fast 1.100 Grundschullehrerinnen und -lehrern für bessere Arbeitsbedingungen ist von der Bildungsgewerkschaft GEW dem hessischen Kultusministerium übergeben worden. Die Darmstädter und Dieburger Initiatorinnen kritisieren darin Kürzungen im Landeshaushalt, wie die Gewerkschaft mitteilte. Außerdem fordern sie «ein anderes Problembewusstsein und mehr Unterstützung» vom Ministerium.

Ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden trat nach eigenen Angaben ins Freie und nahm die mehrseitige Resolution entgegen, samt mehr als 40 Seiten mit Unterschriften vor allem aus Südhessen, aber auch aus anderen Landesteilen.

Resolution: Stifte halten nicht mehr selbstverständlich

In der Resolution heißt es laut GEW, Zuhören, Stifte halten können, Schneiden und Kleben seien bei Grundschülern nicht mehr selbstverständlich. Sprachdefizite und Angststörungen nähmen zu. Die Bedürfnisse der Schulkinder würden immer größer.

Die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Heike Ackermann erklärte, viele Lehrkräfte an Grundschulen seien an ihrer Belastungsgrenze angelangt. «Seit Jahren fordern wir kleinere Klassen, mehr multiprofessionelle Teams und mehr Zeit für die pädagogische Arbeit.» Grundschule sollen laut Ackermann immer mehr leisten: «Demokratieerziehung, Digitalisierung, Integration und Inklusion sind nur zu stemmen, wenn die Bedingungen daran angepasst werden.»

Im nächsten Schuljahr 2026/2027 tritt zudem die erste Stufe des Rechtsanspruchs auf eine ganztägige Förderung von Kindern im Grundschulalter in Kraft. Dann werden sich der GEW zufolge die Herausforderungen noch verschärfen.

Ministerium: Mehr Deutschförderung

Der Ministeriumssprecher sagte, die Resolution werde noch intern bewertet. Generell seien die Herausforderungen für Lehrkräfte wesentlich vielfältiger geworden. «Wir begegnen dem in Hessen unter anderem schon ein Jahr vor der Einschulung mit einer verpflichtenden Deutschförderung für Kinder mit Sprachdefiziten, dazu gibt es in der zweiten Klasse eine Stunde mehr Deutsch», ergänzte der Sprecher.

Das Land setze in Schulen auf mehr Wertebildung, multiprofessionelle Teams und den Einsatz von Sozialpädagogen. Die schulpsychologische Unterstützung sei gerade weiter ausgebaut worden. «Aber auch die Elternhäuser sind bei der Erziehung gefordert und müssen mit an einem Strang ziehen», betonte der Sprecher. News4teachers / mit Material der dpa

Schuleingang: Kinder haben mehr Probleme mit Artikulation und Feinmotorik

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Frühstücksbuffet
3 Monate zuvor

Warum ist das so? Es ist doch schon vor gefühlt 20 Jahren gefordert und beschlossen worden, dass in Kindergärten nicht nur betreut und gespielt wird, sondern auch Vorbereitung auf die Schule erfolgen soll. Sogar vor 30 Jahren möchte ich meinen. Warum jetzt diese Meldung? (siehe Titel)

Mika
3 Monate zuvor

Weil es ganz doll übergriffig ist, wenn Kinder dazu aufgefordert werden, sich am Bildungsangebot „basteln“ zu beteiligen. Nach Auffassung des hiesigen Jugendamtes hat jegliche Aufforderung, sei es, etwas zu trinken (bei 30Grad im Schatten), zu warten, zuzuhören, sich an den Tisch zu setzen etc. zu unterbleiben, weil dies einen Eingriff in die freie Willensäußerung des Kindes und damit eine Kindeswohlgefährdung darstellt. Eine Freundin von mir arbeitet in der Kita… Mich wundert’s nicht, dass Kinder bar jeder feinmotorischen Fähigkeiten in die Schule kommen.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ui!

Das kommt ja auch noch hinzu!

Die heutige Übergriffigkeit Er(ziehender)wachsener!

Und hält man sie an der Kapuze fest, weil sie gerade Bock haben vor ein Auto zu laufen und der Hörkanal nicht eingeschaltet ist – Klage!

Ein feiner Job – die Arbeit mit Kindern (unter diesen Bedingungen!)

Möhrenmädchen
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Um den Umgang mit Schere und Stift zu lernen, brauche ich nicht zwingend ein vorgefertigtes Bastelangebot. Und wenn das hiesige Jugendamt wirklich diese Schiene fährt, dann hat es den Begriff der Kindeswohlgefährdung wohl einfach nicht verstanden.

mama51
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

..und wenn ein Zwerg nicht gewickelt werden “möchte”, dann sitzt er halt stundenlang in seiner Sch….???
Sorry, da fällt mir aber gar nix mehr ein…

Rainer Zufall
3 Monate zuvor

Ich schätze, weil sich Kitas unter anderem jahrzehntelang als Pol gegen Eltern und Schulen behaupten mussten, Persönlichkeit, Spiel und Kindheit gegen die Anforderungen des Lebens verteidigten.

Jetzt fällt zunehmend die Förderung der Eltern flach, die Schulen passen ihre Erwartungen jedoch nicht an, beschweren sich lieber ununterbrochen, anstatt etwas am Lehrplan zu ändern.

Läuft wohl darauf hinaus, dass Kitas ihre bisherige Funktion und ihre Inhalte überarbeiten werden, um Entwicklungsstand und Perspektiven der Kinder zu dienen – sonst wären sie ja Schulen 😛

Ulla
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Am Lehrplan ändern heißt, ich zeige auch Drittklässlern noch, wie man eine Schere hält?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Ulla

Nein.

Aber ich schätze, Sie wollen sich lieber bis zur Rente darüber aufregen, dass Ihr Unterricht nicht mehr zu der Schülerschaft passt. Klingt ehrlichgesagt stressig

Ulla
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Die Lehrpläne wurden in den letzten Jahren schon mehrfach angepasst und die Anforderungen herunter gesetzt.
Außerdem machen wir Lehrer ja nicht die Lehrpläne.

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  Ulla

Das zeige ich sogar Fünft- oder Sechstklässlern noch. Dafür fällt Schuhe zubinden ja weg, da die meisten Badelatschen tragen.

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Im Kindergarten kann man die Eltern bitten, ihren Vorschulkindern Schnürschuhe statt Schuhe mit Klettverschlüssen zu kaufen. Und den Kindern erklären, dass Fußballschuhe gut sitzen sollten, kann motivierend wirken. – Ich kenne es von Viertklässlern, dass sie wiederholt Erwachsene darum bitten, ihre Fußballschuhe fester zuzuschnüren.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Die Schulen können nix am Lehrplan ändern…. Und wieder zeigen Sie Ihre Unwissenheit was das Thema Schule betrifft.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Mit “Schulen” meinte ich die Bildungspolitik und die Lehrpläne in Abgrenzung zu den Kitas. Ich denke niemand glaubt, dass Schulen ihre eigenen Lehrpläne erstellen.

Sofern ich dieses Missverständnis ausräumen konnte, würde ich mich über Ihre Rückmeldung zu meiner eigentlichen Aussage freuen 🙂

laromir
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Die Erwartung soll also sein, dass die Kinder ohne jegliche Feinmotorik, Sprachkenntnisse und in Windeln in der Grundschule aufschlagen und die Grundschule das dann macht. In der Sek machen wir dann Grundschule und in der Oberstufe kommen wir max. bis zum Realschulabschluss? Und Abi gibt es nur noch mit G12 bis 15? Natürlich völlig flexibel und an die Wünsche der Kinder angepasst. Volljährig ist man dann auch erst mit 25, frühestens.
Lehrplan wir auf Essen, atmen und Pippi und Kacki machen reduziert. Und Sozialverhalten ist schon supi, wenn alle ohne Verletzungen noch nach Hause kommen. Ein Traum, wird sicher ein Knallerkonzept.

Sonneblume614
3 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Nein, die Schulzeit soll ja nicht verlängert werden. Wir senken das Niveau und werfen ihnen die Schulabschlüsse hinterher.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Sonneblume614

Oder grundlegende Fähigkeiten werden gefördert, die in der heutigen Zeit nicht mehr als gegeben betrachtet werden können.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wer fördert wann diese grundlegenden Fähigkeiten?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  laromir

“Die Erwartung soll also sein, dass die Kinder ohne jegliche Feinmotorik, Sprachkenntnisse und in Windeln in der Grundschule aufschlagen und die Grundschule das dann macht.”
Solche Fälle gibt es bereits!

Ich würde nicht von “Erwartung” sprechen, aber die Grundschullehrkräfte wären wahrscheinlich dankbar, wenn die Bildungspolitik solche Fälle nicht ausblenden oder als “Eigenverantwortung” an eben die Eltern reicht, die dieser nicht gerecht wurden.
Während Sie fleißig Strohmänner bauen, brauchen die Kolleg*innen in der Grundschule echte Unterstützung, keine veralteten Erwartungen, immer seltener zutreffen

Chrisuelle
2 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wenn man das erste halbe Jahr den Umgang mit Stift und Schere mit den Kindern üben muss, geht das zu Lasten des Lehrplans.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor

Ich bin sicher, dass seit Jahren darüber gesonnen wird, welche Schneide-App datenschutztechnisch und verletzungsfrei eingesetzt werden kann.

Vermutlich ist auch schon – in Anlehnung an die kleinen Seniorenanimateure in Tanz und Gesang – ein Maschinchen gebaut. Hier wird garantiert hinter verschlossenen Türen heftig über m/d/w sowie die Außenfarbe gestritten.

Und sonst – Chatty!

Vergessen wir nicht – Stifte sind out, allenfalls zum Werfen, Zerbrechen und ins Auge stecken verwendbar.

Scheren sind per se gefährlich und können zarte Eigenfinger, aber auch den Bauch gegenüber verletzen.

Seien wir doch froh, dass diese gemeingefährlichen Gegenstände gar nicht erst mitgebracht werden.

Nur für den Fall: Ironie inside

Opossum
3 Monate zuvor

Ab Coronazeiten sehe ich viele Kindergärten in unserer Stadt in Überlebensmodus. Mangel an Erzieher, Erkältungszeiten, wo viele Gruppen zusammengebracht oder gar geschlossen für einige Tage werden… Unter solchen Umständen ist es fast unmöglich Kinder, die keine Freude am Basteln haben, dazu zu animieren, weil meistens noch viele Kinder 3-6 jahre alt eine Aufsicht brauchen.

TaMu
3 Monate zuvor
Antwortet  Opossum

Die Erkältungs- und damit die Schließzeiten gab es schon vor 20 Jahren. Das hat mit Corona wenig zu tun, das ist lediglich noch dazugekommen.

Möhrenmädchen
3 Monate zuvor

Ganz einfach: So, wie die Schulen die “Versäumnisse” der Kita auffangen müssen, so müssen wir Kitas die “Versäumnisse” der Familien auffangen. Kindergartentauglichkeit gab´s früher vielleicht mal. Heute bringen viele Kinder viel weniger mit, was die Kitas dann erstmal aufholen müssen, bevor es an die Scheren geht. Und ich setze noch früher an: Auch die Krippen haben schon mit Kindern zu tun, die eigentlich ein ganz anderes “Skillset” mitbringen müssten, um “Krippentauglich” zu sein. Und so zieht es sich dann leider durch bis zur Schule.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor

“Aber auch die Elternhäuser sind bei der Erziehung gefordert und müssen mit an einem Strang ziehen”
Achso! Warten wir mal ab, ob und wie die Eltern dem nachkommen werden. Daumendrück!

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Gar nicht, da die betroffenen Eltern hier nicht mitlesen.

Muss man also irgendwo – extra für Sie diese Formulierung! – größere Geschütze auffahren:
Jährliche Zwangstestung und -untersuchung von Kindern, Kita-Pflicht, mehr Personal bzw. keine ausführliche Dokumentation in Kitas (Diese frisst nämlich unglaublich viel Kapazitäten.), weniger Elternvetorechte, Einschulung nur nach Eignungstest, weniger Kindergeld (stattdessen Gelder direkt in Einrichtungen), …

Falls hier das Argument kommt, dass es gar nicht ausreichend Personal gäbe, möchte ich vorwegschicken, dass das, was hier euch vorstellt, noch viel personalintensiver wäre.

Mama hoch 3
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es gibt sicher Eltern, die meinen, dass sie die Kinder nur in den entsprechenden Einrichtungen abgeben müssen und dann habe sie nichts mehr zu tun.
Es gibt aber auch heute noch Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern und viel mit ihnen machen. Wir haben unsere Kinder nach kurzer Zeit aus der Kita genommen , weil sich unser Kinder dort schrecklich gelangweilt haben, weil eben nicht gebastelt oder vorgelesen wurde. Sie hatten zu Hause viel mehr Anregung und da sie im Sportverein und in der Musikschule waren und wir regelmäßig andere Kinder zu Besuch hatten, hatten sie auch immer genügend Sozialkontakte.
Aber da die Wirtschaft und die Politik immer mehr danach schreien, dass die Kids möglichst früh und lange betreut werden soll, damit beide Elternteile Vollzeit arbeiten, ist es doch kein Wunder, dass viele Dinge, die früher zu Hause gelernt wurden, heute ausgelagert werden müssen. Ich kann alle Eltern verstehen, die einfach nur noch geschafft sind. Wenn sie morgens vor der Arbeit ihre Kinder wegbringen nach 8 Stunden oder bei Überstunden noch mehr ihre Kinder wieder abholen, dann noch schnell was einkaufen müssen, evtl. noh mit dem Kind zum Sport gehen, wo ist dann noch Zeit für irgendwas? Mir tuen die Kinder leid, die heute schon so früh einen so langen Tag haben…
Würden die Kinder mehr Zeit zu Hause verbringen, dann wäre durch die Eltern auch eine viel individuellere Förderung möglich. Aber es möchte niemand finanziell von seinem Partner abhängig sein, seine Rente riskieren,…
Es sind doch nicht nur die Eltern Schuld, sondern eine Familienpolitik, die nicht Familienzeit unterstützt und dass sich Eltern um ihre Kinder kümmern, sondern nur den Ausbau von Betreuungseinrichtungen, damit alle arbeiten.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

Dann belassen wir doch einfach alles so und geben Eltern mehr Geld?
“Tolle” Idee.

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

Sie haben aus ihrer Sicht natürlich völlig recht. Aber leider haben wir es mit Eltern zu tun, die vielfach überhaupt nicht arbeiten. Wenn Kinder nach Hause gehen wollen, weil sie krank sind, klingeln sie um 10 Uhr die Eltern aus dem Bett. Nein, das sind keine Einzelfälle.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

Nachtrag: Es sind doch in der Regel gar nicht die Kinder, deren Eltern arbeiten, um die es besonders schlecht steht. An meiner Schule sind es diejenigen Kinder, deren Elternteile nicht arbeiten.

“Kita-Pflicht” ist wahrscheinlich das Wort, das Sie triggert, stimmt’s?
Das möchte ich gern konkretisieren. Damit meine ich, dass eine Kita-Pflicht angeordnet werden können sollte, wenn die Testungen und Untersuchungen ergeben, dass Kinder die Minimalstandards nicht erfüllen, obwohl sie keine angeborenen motorischen und/oder kognitiven Einschränkungen aufweisen.

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Kita Pflicht existiert in der Schweiz schon länger – verpflichtend 2 Jahre vor der Einschulung für alle Kinder ab 4.

Soweit ich weiß, fährt die Schweiz sehr gut damit.

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

Das wird ja gern erzählt. In den allermeisten Familien arbeitet aber eins der Elternteile immer noch Teilzeit. So wie es vor 30 Jahren bei uns auch war.

In Berlin war es immer schon üblich, dass Kinder vor 3 Jahren in Kita, KiLa oder Großpflegestelle gehen.

Trotzdem hatten wir Eltern genug Zeit, die Kinder zu Hause zu fördern und Zeit mit ihnen zu verbringen.
Es müssen andere Gründe vorliegen.

Ich unterhalte mich viel mit jungen Eltern und auch Erziehern und Grundschullehrerinnen.

Herauskristallisiert hat sich dies:
– Sehr viel weniger Kinder aus Mittelschichtsfamilien, in denen Wertevermittlung und Förderung (Vorlesen, Bewegung, Basteln etc) zur “Grundausstattung” gehören
– Medienzeitfresser bei Kindern und Eltern
– mehr Alleinerziehende
– falsch verstandene bedürfnisorientierte Erziehung

Das ergibt eine toxische Mischung für alle: Kinder, Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

“Gar nicht, da die betroffenen Eltern hier nicht mitlesen.”
Achja, sonst würden die sich an den Kopf fassen, “Achso!” rufen und alles so machen wie es der Schule passt.
Vielleicht sollte das Kultus ein Tiktokvideo dazu machen.

Zwangstestung, die nicht dokumentiert wird klingt nicht sonderlich ergiebig…

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Dokumentation ist nicht gleich Dokumentation.
“Ausführliche Dokumentation in Kitas” (andauernd alle alles) ist nicht gleich “Zwangstestung/-untersuchung (halbjährlich) dokumentieren”.

Aber sehr gerne habe ich das jetzt extra nochmal für Sie aufgeschrieben. Nennt sich wohl Binnendifferenzierung. Sollte hier allerdings nicht notwendig sein unter lauter Fachleuten.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie ziehen doch….. Alle in verschiedene Richtungen.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Eigentlich müssten Ihnen diese Zustände ja gefallen, weil sie ja genau auf der Schiebe Kindermitbestimmung usw. fahren.

Haben Sie eigene Kinder? Wie sind Sie bei denen vorgegangen?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Es gefällt mir nicht sonderlich, Entscheidungsträger*innen weiter Zeit damit zu verlieren beabsichtigen, Eltern zur “Eigenverantwortung” aufzufordern, anstatt dessen Mangel anzuerkennen und tatsächlich etwas zu unternehmen.

Anders als manche hier im Forum bin ich kein großer Fan davon, über Strafen zu phantasieren – Unterstützung von Kindern, deren Eltern nicht helfen können/ wollen, halte ich da für ergiebiger.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Können Sie bitte den ersten Satz noch einmal in verständliche Form bringen.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die Situation gefällt mir nicht.

Verstehen Sie, warum Unfassbar Partizipation mit Vorläuferfähigkeiten vermischt?

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Was genau gefällt Ihnen nicht und wie lauten Ihre Vorschläge, um diese “Situation” (was genau und wie) zu verbessern?

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

… und auf welche Aussage von @unfassbar beziehen Sie sich mit Ihrer Frage:
“Verstehen Sie, warum Unfassbar Partizipation mit Vorläuferfähigkeiten vermischt?”
Ich konnte keinen entsprechenden Kommentar finden.

Kleopas
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Und was gedeutet “etwas zu unternehmen”? WAS GENAU soll man unternehmen?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Kleopas

Schulen zu unterstützen – hoch umstritten, ich weiß (augenroll)

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie können nicht gegen das Elternhaus/Herkunftsfamilie “anerziehen”. Der Einfluß der Familie ist immer größer.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Cuibono

Bei Listenhunden müssen die Eigentümer die Eignung nachweisen.
Für Kinder reicht es aus, nicht zu verhüten.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Deshalb ist der Satz trotzdem richtig!

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Jup.
“Tun sie aber nicht.” ebenso.

Sich die Abwesenheit eines Problems zu wünschen, ist eines politischen Amtes unwürdig. Das wäre ja so, als würde der Innenminister sich Straftaten wegwünschen, der Gesundheitsminister die Kranken oder die Wirtschaftsministerin den Klimawandel…

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Na dann… muss ich ja eigentlich gar nicht mehr auf irgendwelche Regeln hinweisen. Sie tun es sowieso nicht Sorry, aber Sie sind echt ne Knalltüte.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

“dann… muss ich ja eigentlich gar nicht mehr auf irgendwelche Regeln hinweisen.”
Welche Regel soll dies sein, die Eltern verpflichtet, die Vorläuferfähigkeiten ihrer Kinder zu einem gewissen (konkreten?) Maß aufzubauen?

Sie können mich gerne für eine Kanlltüte halten, aber wie viele Jahrzehnte beabsichtigen Sie noch, sich völlig fruchtlos darüber zu beschweren, dass die Eltern nicht genug liefern?
Oder erwarten Sie jetzt den großen Wurf, weil das Kultusministerium nochmal freundlich erinnern will – anstatt konkrete Unterstützungsmaßnahmen zu planen?

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich beschwere mich nicht. Dennoch weise ich Eltern immer wieder freundlich auf Ihre Elternpflichten hin.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Ich auch. Freut mich, dass wir da einer Meinung sind 🙂

Allerdings finde ich es ein wenig dürftig, dass DAS der Plan der Bildungspolitik seien soll, wenn Kindern trotzdem nicht die Vorläuferfähigkeiten mitgegeben werden…

Kleopas
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie wollen wohl feixen und indirekt das hier unterstützen:
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/eltern-und-schule-wenn-misstrauen-das-lernen-der-kinder-gefaehrdet-110791838.html
Uneinsichtige Eltern haben ggfs. uneinsichtige Kinder. Entweder nimmt man das hin oder man entmachtet die Eltern. Was schlagen Sie denn vor? Vielleicht einfach mehr multiprofessionelle Teams? Und warum können die das Problem lösen?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Kleopas

“Sie wollen wohl feixen und indirekt das hier unterstützen”
Nö.

“Entweder nimmt man das hin oder man entmachtet die Eltern.”
Wenn Sie das so sehen, das Kultusministerium möchte zunächst wohl die Eltern animieren, am selben Strang zu ziehen (vielleicht aber ist das auch der erste Schritt der Entmachtung?)

Kleopas
3 Monate zuvor

“Grundschule sollen laut Ackermann immer mehr leisten: «Demokratieerziehung, Digitalisierung, Integration und Inklusion sind nur zu stemmen, wenn die Bedingungen daran angepasst werden.»”
Wieso gehört die Digitalisierung hierher? Ohne Feinmotorik kann man doch digitale Geräte überhaupt nicht bedienen. Also warum muss das in der Grundschule sein?

Kleopas
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das wird einfach von interessierter Seite behauptet. Tatsächlich kann man aber gewisse Dinge auch noch in höherem Alter (so ab 10 Jahre) lernen. In der Grundschule geht es doch um die “Basiskompetenzen”, nicht um alle angeblichen “Schlüsselkompetenzen” der Welt.
Und was ist mit der Feinmotorik beim Bedienen digitaler Geräte? Eine Tastatur erfordert gewisses Geschick, oder? Mit dem kleinen Finger an eine falsche Taste zu kommen kann merkwürdige Folgen haben.

Kleopas
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Da lese ich was von Zugangsbeschränkungen zu “sozialen” Medien. Aber die sind doch kein Thema für die Grundschule? Bevor jemand lesen und schreiben kann, kann er doch gar nicht bei den “sozialen” Medien mitmischen. In dem Link von Leopoldina wird auch von Medienkompetenz geredet, aber was ist gemeint? Auf Seite 35 steht als Handlungsempfehlung:
“Für Kinder unter 13 Jahren sollte ein striktes und wirksames Nutzungsverbot gelten.”
Warum also das alles schon in Kita und Grundschule? Ich habe doch selbst gesagt, ab 10 Jahren kann man immer noch was lernen, es ist noch nicht zu spät.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie kommen Sie jetzt eigentlich auf Sexualerziehung? Strohmann oder … Freud’sche Gedankengänge im Zusammenhang mit social media? Letzteres noch ein Grund mehr für no social media bis 14!

Kleopas
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sexverbote werden ja nicht diskutiert, wohl aber Social-Media-Verbote. Auch die Leopoldina beteiligt sich daran, man kann inzwischen zahlreiche Forderungen in dieser Richtung lesen. Das kann man nicht mehr mit flapsigen Sprüchen abtun. Bevor Kinder flüssig lesen und schreiben können, sind X, TikTok & Co ohnehin sinnlos. Da geht es doch um Texte.

Susanne M.
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Also meine Kinder hatten diese Themen und Warnungen vor Mitschnakern auch ohne Digitalisierung in der Grundschule.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nee, schwimmen lernen die Kinder so nicht. Aber sie verstehen besser, welche Gefahren Wasser birgt und dass es wichtig ist, schwimmen zu lernen, wenn man gern, nicht nur in der Badewanne, baden will.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie haben natürlich Recht, Nicht-Schwimmen-Können ist ein Grund für die Zunahme der Badeunfälle. In Ihrem link stehen aber auch noch andere Gründe, aber egal. Ich führe mal “Ihre Logik” weiter:
Theoretische Hinweise auf gefährliche Situationen bringen, Ihrer Meinung, nach nicht viel. Es braucht mehr praktische Erfahrungen/Können/Übung…. Da komme ich wieder auf die von Ihnen in die Diskussion gebrachten Sexualerziehung in der Schule/Kiga …
In den letzten Jahren steigt die Zahl von sexuell übertragbaren Krankheiten in DE…. Brauchen wir also mehr praktischen Sexualunterricht?
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/geschlechtskrankheiten-2025-anstieg-von-syphilis-gonorrhoe/
Jetzt bitte nicht sagen, dass ist abstrus. Sie haben diese Ablenkungsmanöver zum Thema begonnen!

H. F.
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

// Weil Medienkompetenz – eine Schlüsselkompetenz im 21. Jahrhundert – von Anfang an vermittelt werden muss und nicht irgendwann draufgesetzt werden kann. //

Sehr interessante Vorstellung von “Medienkompetenz”. Beobachten Sie doch mal Kinder im Grundschulalter bei der Benutzung von Smartphones und Tablets und dann schreiben sie mal konkret auf, welche Kompetenz dort geschult und genutzt wird, und zwar ohne Buzzwords.

Medienkompetenz haben wir früher (TM) auch ohne digitale Endgeräte erlernt und ich behaupte besser, als heute. Medienkompetenz ist nicht an Digitalität oder das Vorhandensein digitaler Geräte gebunden.

Abgrenzung
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es gibt auch analoge Medien. Medienkompetenz beeinhaltet nicht ausschließlich den Umgang mit digitalen Medien.

Und bevor ein Kind schwimmen lernt, hat es idealerweise Schwimmflüge an.

Genauso können Kinder im Umgang mit Medien ihren Fokus erstmal auf analoge Medien richten und zuhören trainieren (mit analogen Hörpsielen, zum Beispiel Tonies), lesen, schreiben, Textverständnis trainieren mit Zeitschriften und Büchern. So und hierbei auch Schritt für Schritt und spielerisch das verstehen und kritische hinterfragen der Inhalte. Die Kinder können Selbstverständlich auch Filme, Serien und Videos in Maßen konsumieren, hierbei sei aber auf hochwertige Produkte zu achten (kein Cocomelon, dass das Gehirn von Kleinkindern schädigt). Auch hier in Begleitung von Erwachsenen und Freunden und am Besten mit Gesprächen und Refelexion über das gesehene und erlebte. Und genau aus diesen Gesprächen wächst erstmal das Bewusstsein über gute Medieninhalte und solche, die man vermeiden sollte.

Bevor Kinder mit fremden im Internet Chatten und sich in sozialen Netzwerken gegenseitig mobben, sollten sie in der realen Welt gute und wertschätzende soziale Umgangsformen miteinander lernen. Erst wenn diese erlernt werden, können Kinder diese auch ins Internet übertragen (und müssen trotzdem auch hier mit vielen Menschen umgehen können, die das nicht gelernt haben.)

Die Entwicklung der Medien hat eine eigene Medienevolution. Warum baut man Medienpädagogik nicht genauso auf?

Also zum Thema digitale Kommunikation:

Kinder lernen ZUERST, wie man Briefe und ggf. SMS schreibt und auch hier schriftliche soziale Umgangsformen.

Erst im Alter ab 14 (wenn sie Strafmündig sind) sollten sie dann Zugang zu anderen Messengern sowie sozialen Netzwerken haben. Hier muss aber ein Gesetz verabschiedet werden, dass Mobbing im Internet eine Straftat ist. Sodass die Jugendlichen einerseits besser davor geschützt sind, andererseits aber auch wirklich Konsequenzen zu spüren bekommen, wenn sie in sozialen Netzwerken andere Menschen bloßstellen (z.B. Nackbilder von Mitschüler:innen posten etc).

usw.

ich weiß, das meine Gedanken nicht ganz geordnet hier sind.

Den Kommentar der Redaktion über mir finde ich sehr befremdlich und unreflektiert.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es soll auch noch Menschen geben, die mit der Hand schreiben, malen, Dinge herstellen/reparieren (mit verschiedenen Werkzeugen), statt wegwerfen und neu kaufen, die Bücher und Zeitungen/Zeitschriften lesen: Zugegeben, eine aussterbende Spezies. Das Benutzen von Werkzeugen wird überschätzt, dsas machen Roboter oder Billig-Arbeitskräfte aus dem Ausland. muss man nicht können, man braucht nur Geld, um andere dafür zu bezahlen.Das ist die moderne Welt und sehr nachhaltig. 🙂

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie schrieben:
“Und leben in einer Welt, in der niemand mehr Briefe oder SMS schreibt?”
Darauf bezog sich mein Kommentar! Und im Artikel geht es u. a. um “Stifthalten, Schneiden, … So what?

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ach so, dann ist das natürlich super, wenn jede Kita mit Tablets ausgestattet würde….wegen Medienerziehung…..total wichtig in dem Alter….gehts nich?

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ja! Kopf, Herz, Hand!

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja nun, aber die Leopoldina empfiehlt ein Verbot von Smartphones in Kita und Schule bis zur zehnten Klasse.
Ist die Leopoldina-Empfehlung nun lebensfremd oder sinnvoll? Ich verstehe die Argumentation der Redaktion diesbezüglich nicht.

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Damit kann aber sicher nicht (das hoffe ich doch sehr) eine Kita gemeint sein….
Ich fände es schrecklich, wenn Kinder in der Kita mit digitalen Medien in Berührung kommen würden…..ein Grund wäre es, meine Kinder da abzumelden….

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Und Kita Tablets sind besser, weil??? Oh bitte…..

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Und, wer gibt den lieben Kleinen Handy und Tablet? Und Sie glauben ernsthaft, dass Schule mit „so geht Medien“ Kinder und Jugendliche von den Verlockungen von Social Media und Co abhalten kann? Dann müssten erstmal Eltern und Erwachsene, auch Politiker übrigens, ihre Rolle als Vorbild reflektieren.
Social Media ist ne Industrie, da wird Geld verdient – dort kann nur gesetzliche Regulierung zumindest ansatzweise Kinder und Jugendliche schützen…

Wenns die Schule allein richten könnte, hätten wir keine SuS mit Ernährungsproblemen, da gesunde Ernährung sowohl in Grund- als auch weiterführender Schule im Unterricht thematisiert wird.

Aber mit der Begründung: „Die Eltern schaffen es nicht“ kann Schule alles drübergeholfen werden, was gesellschaftlich schief läuft – ich nenne das „Erziehung zur Hilflosigkeit“ und zwar bezogen auf die Eltern!

Ulla
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Leider verstehen viele Eltern unter Medienerziehung, ihrem 2-jährigen Kind unbeaufsichtigt ein Tablet in die Hand zu drücken.

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Kinder brauchen…..
– zunächst mal menschliche Kontakte
– brauchen Anleitung zu den Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben
– brauchen authentische Vorbilder und Anleiter für ihr Weltwissen
– brauchen reale Freunde
– brauchen Anregungen für ihren Kopf, für ihr Herz und für ihre Hände
– brauchen Menschen, die ihnen Orientierung geben und Rahmen setzen

Und brauchen bestimmt keine digitalen Medien, die ihnen irgendwas vorgaukeln…..!!!

H. F.
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

// Sorry, Kinder wollen (und brauchen) – altersgerechte – Einführungen in die Welt, die sie tagtäglich erleben. //

Alles zu seiner Zeit. Ich kann Ihnen nur Neil Postman empfehlen: Das Verschwinden der Kindheit. Wer die Kinder zu früh an die Welt der Erwachsenen führt, nimmt ihnen die Kindheit.
Gibt es heute vielleicht auch als E-Book, falls Sie keine Papiermedien mehr konsumieren.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  H. F.

🙂 … als Hörbuch wäre es für manche noch besser. Es gibt ja Menschen, die haben es nicht so mit dem Lesen.
Gibt es vielleicht auch eine Kurzzusammenfassung der wichtigsten Punkte aus dem Buch? Ich frage für einen “Freund”!

Ulla
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Digitalisierung in der Grundschule ist wichtig. Bei uns wird ab der 1. Klasse mit Tablets gearbeitet.
Aber das eine sollte das andere nicht ausschließen. Wenn Kinder zwar prima wischen und tippen können, aber nicht wissen, wie man einen Stift hält, läuft irgendwas falsch.

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Ulla

Was arbeiten Sie da? Mit Anton? Mit Book creator? Das hat nichts mit Medienerziehung zu tun, sondern nur mit Nutzung von „hilfreichen“ Apps…..das erfordert maximal eine Stunde, den Kindern beizubringen, wie sie sich einloggen und wie man die App bedient…..
Medienerziehung bedeutet das verantwortungsvolle Umgehen mit Medien…..das ist schon was anderes…

Ulla
3 Monate zuvor

Antolin, Book Creator, sinnvoll recherchieren, Videos und Musik selbst erstellen….
Es gibt sehr viele Möglichkeiten.

Nadine
3 Monate zuvor

Vielleicht sollte man endlich die offenen Kitakonzepte, in denen Kinder 5 Jahre lang machen können was sie wollen, wieder abschaffen.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Nadine

Dann werden die Eltern zu Hause mehr Deutsch sprechen und mit den Kindern basteln?

Ich habe zweifel, dass alle diese Kinder mit Problemen aus Kitas mit offenen Konzepten stammen sollen, aber vielleicht hat die Forschung bereits oder in Zukunft belastbare Erkenntnisse dazu

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Es gibt/gab dazu schon Forschungen. einfach mal lesen, was die Uni Tübingen dazu schreibt. Dort steht auch, dass bildung immer im zusammenhang mit herrschender Politik/ideologie steht, aber man kann sich das ja trotzdem mal objektiv ansehen und sich den ideologischen Kram wegdenken. Also los, einfach mal lesen, auch wenn es schwer fällt.
https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/47787/pdf/Liegle_Ludwig_Vorschulpaedagogische_Forschung_in_der_DDR.pdf

Möhrenmädchen
3 Monate zuvor
Antwortet  Nadine

Wenn die Kinder machen können, was sie wollen, dann wird das Konzept aber auch nicht im Sinne des Erfinders umgesetzt.

Nadine
3 Monate zuvor
Antwortet  Möhrenmädchen

Ich habe zuviele Kitas gesehen in denen das Konzept schlecht umgesetzt wurde. 5 Minuten Sitzkreis und dann durften alle hin wo sie wollten.Teilweise waren selbst unter 2 jährige sich selbst überlassen in irgendwelchen Räumen ohne Erwachsene. Offene Turnräume ohne Aufsicht, Küchen in denen die Kinder sich bedienen konnten wir sie wollten ohne etwas wegzuräumen oder wegzuwischen etc. Kinder die nach 5 Jahren 4 Bilder in der Mappe hatten und zu denen mir niemand den Entwicklungsstand mitteilen konnte.
Wenn im Kindergarten schon keine Vorbereitung auf die Schule stattfindet, können Eltern das auch nicht mehr nach einem 8 Stundentag leisten.

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  Nadine

Wenn das offene Konzept, dass ich auch sehr kritisch sehe, in manchen Kitas tatsächlich so umgesetzt wird, wie Sie es beschreiben, dann handelt es sich m.E. um Kindswohlgefährdung.
Offene Turnräume ohne Aufsicht, Küchen in denen Kinder sich bedienen konnten, wie sie wollten…., UNTER 2-JÄHRIGE, SICH SELBST ÜBERLASSEN IN IRGENDWELCHEN RÄUMEN OHNE ERWACHSENE.
Das hat mit offenem Konzept nichts mehr zu tun. Das ist pure Verantwortungslosigkeit.
Da ist jemand offenbar völlig ahnungslos oder macht sich gerne ‘nen schlanken Fuß.
Unter-Zweijährige haben in allen Kitas, die ich kenne, ihre eigenen Räumlichkeiten. Nennt man Krippe und umfaßt die Betreuung der Kinder von 0 bis drei Jahren. Die offenen Konzepte, die ich kennengeletnt habe, schlossen nie die Krippe mit ein. Krippe war immer ein Ding für sich. Da war nix mit offenem Konzept.
Aber mag sein, dass es wo anders anders läuft. Mich wundert ja inzwischen nichts mehr.

Gelbe Tulpe
3 Monate zuvor

All dies habe ich in den 1980ern auch erst in der ersten Klasse gelernt, also nichts Neues.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

… und ich erst mit Ende 20, lange nach dem Studium.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ehe es zu Missverständnissen kommt – ich meinte natürlich meine digitalen Kompetenzen 🙂 Mit Schere, Stift, Papier konnte ich schon im Vorschulalter umgehen. Das gab es alles zu Hause und im Kindergarten. Beide Eltern arbeiteten Vollzeit, trotzdem strickte, häkelte, stickte und nähte meine Mutter noch abends und am Wochenende. Geld war knapp. Schon mit 4 Jahren häkelte ich meinen ersten Topflappen und Puppenkleidchen. In der GS hatten wir Nadelarbeit und Werken. Mit meinem Vater bauten wir am Wochenende ein Vogelhäuschen …. Hmm, woher nahmen unsere Eltern die Zeit für solche Dinge?

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Aber Stifte werden doch gar nicht gehalten, nicht einmal artgerecht. Die Auszubildenden von heute wollen gepampert werden:)

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Ach ja, wer kennt noch diese Bedeutung des Wortes “Stifte? 🙂

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wieso, das weiß doch jeder Techniker, Nieten ohne Kopf werden als Stifte bezeichnet

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Der ist gut! Und passt leider oft!

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Immer, wenn ich wieder einen Haufen Kartons mit neuen Geräten in die Schule bekomme, dann wünsche ich mir einen Stift.

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Na sowas. Und ich konnte das in den Siebzigern bereits.
Also Stift halten, Schneiden, Kleben.
Und das ganz ohne Kindergarten. Und wir hatten auch keine Mutter, die sich für sowas sonderlich viel Zeit nahm. Die hatte sie nämlich nicht, mit fünf Kindern, Haushalt und Garten. Wir liefen eher so nebenher, bekamen aber offenbar alles für die Schule Notwendige trotzdem mit. Keine Ahnung wie. Wir hatten halt Stifte und Papier und malten öfter. Oder wir schnitten irgendetwas aus, weil wir, wer weiß was, basteln wollten.
Und abends saß die ganze Familie oft um den Küchentisch und spielte “Mensch ärgere dich nicht”, “Kniffel” oder sonstige Brett- und Würfelspiele. Grauenhaft langweiligen Kram halt. Wie haben wir das gehaßt. (Muss ich extra “Ironie” hinzufügen?)
In der ersten Klasse begannen wir erst mal mit großflächigen Schwungübungen, bevor wir mit dem “richtigen” Schreiben lernen begannen. Nach den großflächigen, kamen kleinere Schwungübungen. Ich erinnere mich gut an Zeilen mit Schleifen obenrum und Schleifen untenrum als Hausaufgabe.
Irgendwann gingen sie einem wie von selbst von der Hand und das half dann widerum beim Schreiben lernen.
Im Kindergarten, in dem ich später arbeitete, konzentrierte man sich auf die Basics. Die Kinder waren meist nur am Vormittag da.
Es gab jeden Tag einen “Stuhlkreis”. Da wurden Lieder gesungen.
Oder Fingerspiele gemacht – also ein gesprochener oder gesungener Text, begleitet von Gesten mit einzelnen Fingern oder der ganzen Hand. Gut für die Feinmotorik. Und bestimmt wurden da im Hirn auch irgendwelche Synapsen verknüpft durch Sprache verbunden mit bestimmten Gesten und Bewegungen.
Dann gab es Kreisspiele. So altmodisches Zeug, wie “Ich bin in den Brunnen gefallen” oder “Mein rechter, rechter Platz ist leer”.
Auch hier fand auf spielerische Weise Sprachförderung statt, durch das Aufsagen sich widerholender Textbausteine, aber gleichzeitig auch eigene Ideen der Kinder, die bei jeder Spielrunde mit eingebaut wurden.
Bsp.: Ein Kind springt in die Kreismitte und sagt: “Ich bin in den Brunnen gefallen.” Alle: “Wie tief denn?” Kind: “1, 10, 100, 1000m oder, von mir aus, 22, 7, oder eine Million Meter.” (sucht sich jedes Kind selber aus.) Alle: “Wer soll dich denn da wieder herausholen?” Kind: “Wer am besten Fahradfahren, Blumen pflücken, Motorrad fahren, Schuhe binden…”etc.pp. kann. (Denkt sich wieder jedes Kind selber aus.) Alle führen das Angewiesene gestisch aus, und das Kind sucht sich aus, wer es aus dem Brunnen “retten” darf. Derjenige “fällt” dann als nächstes in den Brunnen.
Es gibt unzählige solcher Spiele. Nahezu täglich fand früher so ein Spielekreis statt und alle saßen mit im Kreis. Keiner wurde gezwungen, bei einem Spiel mitzuspielen. Aber alle nahmen am Stuhlkreis teil. Wir ermunterten jedes Kind dazu, es doch wenigstens mal zu versuchen. Wer sich allein nicht traute, den unterstützten wir. So kamem nach und nach auch schüchterne Kinder zum Zuge und trauten sich irgendwann aus sich heraus.
Weniger sprachbegabte Kinder erlangten Sicherheit durch die sich stetig widerholenden Textbausteine, die sich ihnen mit der Zeit einprägten und die sie, je öfter sie sie hörten und widerholten, besser aussprechrn konnten.
Mindestens einmal wöchentlich gab es ein Bastelangebot.
Eine Erzieherin holte während des Freispiels, je nach Art und Schwierigkeitsgrad der Bastelarbeit, ein, zwei oder mehrere Kinder an den Tisch Dann wurde ausgeschnitten, gemalt und geklebt. Und früher oder später kam jedes Kind auch mal dran.
Klar riss man kein Kind, dass gerade in eine Beschäftigung versunken war, heraus und zwang es zum Basteln.
Aber sobald die Gelegenheit paßte, kamen auch die dran, die sich von sich aus wohl eher nicht darum gerissen hätten.
Im letzten Jahr vor der Einschulung, fand ein- bis zweimal wöchentlich die sog. “Vorschule” statt. Da konnten, bis auf wenige Ausnahmen, nahezu alle bereits gut mit der Schere ungehen und einen Stft richtig halten. Das mit dem Kleber wurde geübt. Da kam es, bei der Verwendung von Uhu oder Kleister, dann doch noch zu der ein oder anderen Kleber-Überschwemmung.
In der Vorschule wurde am Mengen- und Zahlenverständnis gearbeitet.
Es wurden die Grundformen (Kreis, Viereck, Dreieck) vermittelt.
Wir arbeiteten mit Reimen, was reimt sich, was nicht?
Wir “zerlegten” Wörter in Silben, indem wir sie klatschten usw.
Basics eben.
Die Angebote waren verbindlich. Jeder machte mit. Das war ganz übler Zwang und die Kinder waren am Ende der Kiga-Zeit schwer traumatisiert. Dafür konnten sie ‘nen Stift halten, mit Schere und Kleber umgehen, hatten ein Mindestmaß an Konzentrationsfähigkeit, konnten Mengen und Zahlen im Bereich bis etwa fünf oder sechs zuordnen, ihren Namen in Druckbuchstaben schreiben und Verantwortung für ihren eigenen Kram übernehmen.
Ja, es war alles ganz furchtbar. Damals. Als es noch “feste Gruppen” und verbindliche Angebote gab. Darum waren die meisten Kinder spätestens zum Schuleintritt psychisch ja so schwer gestört. Weil sie im Kindergarten tagein tagaus zu Zeug gezwungen wurden, dass ihnen durchweg gegen den Strich ging.
Lauter geknechtete, kleine Nervenbündel, die sich keinen Mucks mehr machen trauten, weil sonst der Rohrstock auf sie nieder fuhr.
Sind wir froh, dass diese Zeiten der Unterdrückung, des Zwangs und der totalen Ignoranz des kindlichen Willens vorbei sind.
Ein Hoch auf unsere moderne, progressive Kita-Padagogik.
Läuft. (Hier ein Daumen hoch-Symbol dazudenken.)

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Alles Spätzünder hier, ich konnte das schon anfangs der 60er.

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Naja, es ging mir mehr um das “bei Schuleintritt”.
Gelbe Tulpe meinte, sie hätte das in den 80ern auch erst in der ersten Klasse gelernt.
Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass es bereits in den Siebzigern üblich war, die oben genannten Fertigkeiten bei Schuleintritt vorauszusetzen.
Glaube ich zumindest.
Keinesfalls wollte ich mich in irgendeiner Weise brüsten.
Dennoch: Wäre ich Mitte bis Ende der Fünfziger zur Welt gekommen, hätte ich es auch schon Anfang der Sechziger gekonnt. Ätschbätsch und Zungerausstreck. 😉

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Anny get your gun. Alles was du kannst das kann ich viel besser, viel besser als du
Obwohl der westfälische Komperativ “viel besser als wie du” lautet.

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Ich immer und alles dreimal besser und schneller als wie du. So. Jetzt hab ich’s dir aber gegeben.
Sogar MIT westfälischem Komperativ. Weil, ich kann sogar Fremdsprachen. Da guckst du, was?
PS: Zukünftig sind wir dann aber wieder per Sie. Ich laß mich schließlich nicht von jedem duzen. 🙂

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Ich bin Gesamtschullehrer gewesen, da kann man sich im höheren Alter nicht mehr so ohne Weiteres ungewohnten.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Und im übrigen ist der Songtitel dem genannten Musical entnommen. Also ist das du nicht persönlich gemeint.
Sie verstehen?

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Umgewöhnen

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Soll das hier ein Wettbewerb werden? Ihr seid beide nicht auf der Höhe der Zeit! Wettbewerb ist out! Marsch in die Ecke und schämt euch!

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Meistersinger, Nürnberg.
Danach sängerwettstreit auf der Wartburg.
Und für Sie dann ein gemeinschaftliches Rudelsingen im Advent.

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Da muss noch ein Zwinkersmylie hinterher. 😉

Rüdiger Vehrenkamp
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Das was seinerzeit Sitft und Papier waren, wird heute durch Tablet und Handy ersetzt. Wir hatten schon Dreijährige in der Betreuung, die ganz bewusst in Apps auf bunte Grafiken tippen konnten, aber malen, was basteln oder schneiden? Dazu waren sie nicht in der Lage. In solchen Familien ist auch immer irgendein Medium am laufen: Tablet, TV, Smartphone… Ruhe im Kinderzimmer? Gibts nicht, die Paw Patrol muss mitlaufen, wenn nebenbei das Tablet bedient wird.

So entstehen hippelige, unruhige Kids, die sich nicht in Ruhe mit etwas beschäftigen können und ohne Dauerberieselung Ausfallerscheinungen zeigen.

Kleopas
3 Monate zuvor

Man muss halt Prioritäten setzen. Auch die alternativlose “Kultur der Digitalität” hat einige unerwünschte Nebenwirkungen. Dazu fragen wir dann unseren Apotheker.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Ach ja, diese Spiele-Nachmittage, kenne ich auch noch: Mensch-ärger-dich-nicht, Halma, Dame, Mau-Mau, später Romme, gemeinsame Kreuzwort-Rätsel, … Der Fernseher wurde erst abends zum “Sandmännchen” angemacht.

Susanne M.
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Bei meinen Kindern war das noch bis 2007 so.

Ulla
3 Monate zuvor

Die meisten Kitas machen eine gute Arbeit.
Trotzdem frage ich mich, ob es wirklich zu viel verlangt ist, dass Eltern ihren Kindern gelegentlich vorlesen, mal ein paar Sterne zu Weihnachten ausschneiden oder ihnen Ausmalbilder geben. In den meisten Familien meines Freundeskreises sind beide Elternteile berufstätig, und diese Dinge klappen trotzdem.

Rüdiger Vehrenkamp
3 Monate zuvor
Antwortet  Ulla

Um ihre Frage zu beantworten: Viele Eltern überlassen die Freizeitbeschäftigung ihrer Kinder lieber dem Handy oder Tablet. Dann haben Mama und Papa ihre Ruhe, Junior ist beschäftigt und da es sowieso überall heißt, wie wichtig Medienerziehung und der Umgang mit digitalen Medien sind, haben diese auch kein schlechtes Gewissen dabei.

potschemutschka
3 Monate zuvor

Anekdotische Evidenz: Vor kurzem waren mein Mann und ich auf einer Veranstaltung, wo auch ein großer “Bastel- und Maltisch” für Kinder bereitgestellt war. Wir schauten mal, was die Kleinen (GS-Alter die meisten) dort so alles unter Anleitung gestalteten. Mein Mann (kein Pädagoge) meinte zu mir: “Warum halten die (fast) alle, die Stifte und die Schere so komisch (Faustgriff oder verkrampft)?” Das fiel ihm, als Außenstehender, auf! Mich dagegen wunderte das kaum, denn das kannte ich von meinen Schülern. Ihnen das im Schulalter abzugewöhnen ist fast unmöglich. Dieser Umgang mit “Werkzeugen” hat sich oft schon verfestigt, wenn die Kinder eingeschult werden. Wahrscheinlich sind sie auch deshalb so schnell ermüdet, wenn sie mal etwas schreiben, malen oder schneiden sollen. Diese falsche Handhaltung ist sehr anstrengend.Vielleicht ist es besser, wenn sie den Umgang erst in der Schule richtig lernen?
Früher lernten die Kinder das aber schon im Kindergarten oder auch zu Hause.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

P.S.: Diese seltsame verdreht/verkrampfte Stifthaltung ist mir auch schon öfter bei jungen Erwachsenen aufgefallen, wenn die irgendwo mal eine Unterschrift leisten müssen. Das tut beim Zuschauen weh!

Kleopas
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich habe diese verkrampfte Haltung immer dann, wenn ich eine Unterschrift auf einem elektronischen Gerät leisten muss, wo sehr wenig Platz dafür ist und wo der Stift so scheinbar widerstandslos und von alleine lossaust. Das sieht dann immer ganz furchtbar aus. Ist das jetzt der neue Trend beim Schreiben in der Schule? In meiner Grundschulzeit konnte ich noch richtig lesbar schreiben, mit Füllfederhalter.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Kleopas

Mit den Dingern komme ich auch nicht klar. Am liebsten würde ich da nur 3 Kreuze machen. 🙂

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ergänzung: Besonders interessant wird dann das handschriftliche Ausfüllen von Formularen (ja gibt es manchmal heute noch 🙂 ), wenn dann bei den jungen Damen noch diese überlangen künstlichen Fingernägel dazu kommen…
Aber geht irgendwie alles, ob das “gesund” ist … ? Zum Glück muss man ja immer weniger mit seinen Händen machen. Smartphone kann man auch gut mit diesen Fingernägeln bedienen. Was sagen eigentlich Orthopäden dazu?

potschemutschka
2 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Apropos “überlange künstliche Fingernägel”: Ich bekomme immer ganz schlimmes Kopfkino, wenn ich diese bei einer unserer Putzfrauen in der Schule sah, oder wenn ich Mütter von Kleinkindern mit diesen Fingernägeln sehe.

Jule Sticksel
3 Monate zuvor

Ich bin in den 80er Jahren in den Kindergarten gegangen. In unserer Gruppe waren 20 Kinder, mit zwei Erzieherinnen, manchmal auch drei. In der Gruppe unserer Tochter waren 25 Kinder, mit zwei Betreuungskräften. Wir hatten damals eine “Vorschule”, in der die zukünftigen Schulkinder noch speziell auf die Schule vorbereitet wurden. Unsere Tochter hatte das nicht. Fazit: Die Bedingungen sind im Laufe der Zeit schlechter statt besser geworden. Schade.

Chrisuelle
2 Monate zuvor

Meiner Meinung nach hat diese Entwicklung viel mit dem System der offenen Gruppen in den Kitas zu tun. Dort fehlt den Kindern der Rhythmus und die bessere Übersicht der Erzieher. Angeleitete Bastel- Mal-Angebote, ein Morgenkreis, bei dem man still sitzen muss, finden nicht mehr statt. Gemeinsames Basteln, Malen, Turnen und Spielen in einer Gruppe stärken nicht nur das Sozialverhalten sondern führen auch dazu, dass die Erzieher innerhalb der Gruppe die Entwicklung der Kinder besser im Blick haben und entsprechend fördern können.
Das heißt ja nicht, dass Kinder auch mal eine andere Gruppe besuchen können.