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Polizeipräsidentin: Zu viele Bewerber kommen mit schlechtem Deutsch aus der Schule

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BERLIN. Viele Bewerber bei der Berliner Polizei scheitern an den Deutschtests. Es gebe ein Problem mit den Bildungsniveaus, mit denen junge Menschen aus der Schule kämen, sagt die Polizeipräsidentin.

Kehrt marsch! Foto: Polizei Berlin / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Die Berliner Polizei hat größere Probleme bei der Suche nach genug Nachwuchs – und leidet dabei besonders unter den schlechten Deutschkenntnissen der Bewerber. «Wir haben ein ganz erhebliches Problem der Deutschkenntnisse, ganz unabhängig von Nationalitäten», sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Das sei auch ein Problem anderer Arbeitgeber in Berlin.

«Ich will kein Schulbashing betreiben, aber es gibt ein Problem der Bildungsniveaus, mit denen die jungen Menschen aus den Schulen kommen», sagte Slowik Meisel weiter. Viele Bewerber würden schon bei den schriftlichen Computertests durchfallen und das liege zu 80 Prozent an «mangelnden Deutschkenntnissen».

Anforderungen keineswegs zu hoch

Die Anforderungen seien aber keineswegs zu hoch und ließen sich auch nicht senken, betonte sie. «Sonst sehen wir einfach höhere Abbruchquoten.» Diese seien bei der Berliner Polizei bisher in Relation zu anderen Polizeibehörden und anderen Berufen etwas niedriger. Die Berliner Polizei biete daher eigene und freiwillige Nachhilfekurse für die Bewerber im Fach Deutsch an und hoffe so auf eine Besserung.

Das Thema macht der Polizei schon seit vielen Jahren zu schaffen. Früher war neben dem schriftlichen Deutschtest auch der praktische Sporttest immer ein Hindernis für einen Teil der Bewerber.

Von den jährlich 1.224 Plätzen in der Ausbildung des Nachwuchses für die Polizei wurden im vergangenen Jahr nur 936 Plätze besetzt, wie Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte. Zugleich werbe die Polizei mit allen Möglichkeiten und auf allen Kanälen um Nachwuchs. Aber es gebe große Konkurrenz beim Kampf um junge Auszubildende, gerade in Berlin mit den Bundesbehörden und der Bundespolizei. News4teachers / mit Material der dpa

Jeder dritte scheitert am Sporttest: Polizeigewerkschaft klagt über unfitte Bewerber

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Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

„Ich will kein Schulbashing betreiben, aber es gibt ein Problem der Bildungsniveaus, mit denen die jungen Menschen aus den Schulen kommen“

Ich will ja kein Kita- und Elternbashing betreiben, aber es gibt ein Problem der Vorläuferfähigkeiten , mit denen junge Menschen in die Schulen kommen….

Frau Fröhlich
1 Monat zuvor

Das Problem liegt nicht bei den Schulen, sondern ist systemisch. Die beste Schule kann nicht kompensieren, was im Bildungssystem gerade alles schief läuft.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Frau Fröhlich

Da widersprechen Sie sich aber…..Schule ist System…..also müsste systemisch da geschaut werden…..ABER
Im Bildungssystem läuft es deshalb nicht rund, weil es mit einem Klientel zu tun hat, welches eben nicht ins System passt…..und da muss man nach ganz unten schauen, was in den Familien eigentlich nicht rund läuft…..oder
Das System passt sich nach unten hin an…..keine gute Alternative!

Oldfashion
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Unser System hat über einen langen Zeitraum aus sog. Bordmitteln – freiwillig, aber dafür oft und natürlich ohne Entlastung, Förderung angeboten.

Als die Schüler spitz hatten, dass sie da etwas tun, sprich lernen, sollen und das verdammt ernstgemeint und dennoch nett gemacht war, waren sie raus.

Man muss auch schon lernen wollen….

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann passen aber diese Polizei-Bewerber auch nicht ins System. Die wurden also nur nicht genügend gefördert? Das alles, trotz immer mehr individueller Förderung in den Schulen in den letzten Jahren? Früher wurde weniger individuell gefördert und es fielen weniger bei der Prüfung durch? Das passt doch alles nicht (ins System)?

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Genau, das System sollte sich auf die veränderte Schülerschaft einstellen, und das erfolgt eben mit mehr Anleitung und Unterstützung.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Aber anscheinend kommt am Ende nicht das gewünschte Resultat heraus. Woran liegt es, dass jetzt vermehrt Bewerber für den Polizeidienst, Fahrschüler, … durchfallen, als früher? Sind die alle “dümmer” als früher? Das glaube ich nicht. Woran liegt es dann?

Andreas Schwichtenberg
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Meine These: Es wird viel mehr konfuses Gelaber gemacht statt wirklich gelernt.
Ich kann das für Grundschulen nicht sagen, aber in bayerischen Gymnasien wird in Mathe und Physik der Stoff immer weniger, aber gleichzeitig immer schlechter gelernt.
Ich vermute deshalb, weil die Begleittexte in Schulbüchern, die irgendwie das Verständnis entwickeln sollen, den Roten Faden verdecken und letztlich unbrauchbarer Laberschrott sind.
Das führt dazu, dass Schüler kein brauchbares Nachschlagewerk mehr haben und auf die Unterrichtsmitschriften angewiesen sind. Die Mitschriften entstehen aber fast immer unter Zeitdruck und oft ohne Verständnis (das entsteht ja erst gerade), so dass die Schüler (Abschreibe)Fehler nicht erkennen können. Sie können also nirgens nachschlagen und weichen deshalb auf youtube oder AI aus mit spannenden Ergebnissen.

Die “anwendungsbezogenen” Aufgaben kommen dann noch dazu, die im Regelfall mehr Sprachrätzel sind und Verwirrung erzeugen. Da wundert es nicht, wenn verwirrte Schüler rauskommen.
Es ist schwierig dagegen anzukommen, auch, weil man jedes Jahr Klassen bekommt, deren Schüler längst aufgegeben haben zu verstehen was sie rechnen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Dann mal her mit der Ressource Zeit!

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und wie reagiert das System? Keine Ahnung, was Sie noch weiter nach unten korrigieren wollen? Machen wir demnächst Trainingsspiralen für Toilettenbenutzung, den Schleifenführerschein, das Stifthalteprogramm, An- und Ausziehtraining bevor wir überhaupt einen Buchstaben und eine Zahl thematisieren?
Dann schlage ich vor, dass die ersten zwei Jahre der Grundschulzeit für diese Dinge daraufgehen sollen und wir erst in Klasse 3 mit schulischenThemen anfangen…..auf den weiterführenden Schulen kann man sich dann um den Rest kümmern….
Ist das so Ihre Vorstellung?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Also doch einheitliche, verbindliche Bildungs- und Erziehungspläne für den Kindergarten, abgestimmt auf das Alter der Kinder, auf wissenschaftlicher Grundlage (Entwicklungspsychologie)? Mein Reden seit Jahren. 🙂

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das is ja sooo DDR-Style…. Nee, das lassen wir mal besser bleiben…

Bernd Brunnet
11 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Sehr schön! Bessere Förderung! Digitalprüfung! Kein Wunder wenn die Bewerber scheitern! Keine Lesefähigkeit,keine Schreibfähigkeit,von Rechenfähigkeit ganz zu schweigen!
Digitalisierung in den Schulen ist der Killer der Bildung! Statt sie als Ergänzung zu betrachten wird sie verabsolutiert! Siehe Führerscheinprüfungen dort fallen bis zu 50% bei der theoretischen Prüfung durch! Bei einer Dachdeckerprüfung in Duisburg fielen schon vor Jahren 15 von 17 bei der theoretischen Prüfung durch! Wenn nur noch geschlossene Formate vorherrschen, darf man sich über die desolaten schriftlichen Ergebnisse nicht wundern!
Zudem individuelle Förderung bei heterogenen Klassen mit verschiedener Leistungsfähigkeit, wie soll das gehen bei günstig gerrchnet 30 SuS in der Klasse? 45 Minuten ergibt 90 Sekunden Zeit pro Schüler in der Stunde! KI eine Hilfe? Iwo, ausser den Anbietern glaubt das kein Mensch! Diktate werden fast nirgendwo mehr geschrieben , bis Klasse 8 maximal. Rechtschreibung bis Klasse 6 maximal!
Warum prüfen also Staat bei Polizei und Verwaltung dies? Wie in der Wirtschaft, der Chef kann keinen Kaffee kochen, deswegen braucht er eine Sekretärin für das Kaffeekochen und für das Diktat! Nur einen Aufsatz können die Personaler, die haben BWL oder Verwaltung studiert, nicht bewerten, bei einem Diktat hat man ja eine Vorlage!

AvL
1 Monat zuvor

Immer schön den Schwarzen Peter weiter an andere schieben. Eines ist klar, der Auftrag an Grundschulpersonal ist die Vermittlung der Grundlagen. Und das gelingt immer schlechten, siehe Vera und andere Überprüfungssysteme. Vielleicht reichen diese Methoden ohne eine strukturierte Systematik nicht mehr aus, diese Grundlagen zu vermitteln. Da könnte man auch die Methodik weg vom eigen initiativen Lernen verlassen und mit mehr Anleitung in der Gruppe arbeiten.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Eben, der schwarze Peter wird weitergereicht….nichts anderes wollte ich mit meinem ersten Kommentar ausdrücken….
Die Berufswelt schaut auf die weiterführenden Schulen, diese auf die Grundschulen und die Grundschulen? Die schauen in die Röhre….denn sie haben die Aufgabe, alle Kinder so zu fördern, dass die weiteren Schulen und schließlich die Berufswelt mit ihnen etwas anfangen kann.
Das geht aber nur sehr bedingt. Je mehr Zeit Schulen für die eigentlich vorausgesetzten Vorläuferfähigkeiten verwenden müssen, desto weniger Zeit bleibt für Lesen, Schreiben, Rechnen und andere Kompetenzen. Das ist die Methode ziemlich wumpe…..jede scheitert am Faktor Zeit….
Ein Dilemma also, welches Grundschulen nicht lösen können, auch wenn sie sich noch so sehr zur Decke strecken….

Friesennerz
1 Monat zuvor

Ich staune. Hier ist ja nicht die Rede von Kindern einer Grundschule. Hier ist ja die Rede von Jugendlichen mit 16, 17, 18 Jahren. Und die haben schlechte Deutschkenntnisse?

Aber wovon ist die Rede? Rechtschreibung? Grammatik? Wortschatz? Das bleibt ja leider unklar.

Susanne M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Friesennerz

Viele Bewerber würden schon bei den schriftlichen Computertests durchfallen und das liege zu 80 Prozent an mangelnden Deutschkenntnissen. Ich nehme an, dass sie die Fragen nicht oder nur zur Hälfte verstehen und daher nicht beantworten können.

Harzer
1 Monat zuvor
Antwortet  Susanne M.

Ich nehme eher an, es geht um die Rechtschreibung. Die Info fehlt tatsächlich im Beitrag!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Harzer

“…Das Diktat als Teil des Auswahlverfahrens umfasst rund 200 Wörter und wird am PC geschrieben. Wer als Bewerber ohne Abi – also für den mittleren Polizeidienst – dabei mehr als 14 Fehler mache, sei durchgefallen, erklärte Gewerkschafter Ziolkowski. Bei der Bewerbung für den gehobenen Dienst dürfen es nicht mehr als 11 Fehler sein. ” Es ist kein schwieriges Diktat”, sagte Ziolkowski…”
(Andreas Kopietz “Nicht mehr als 14 Fehler” in “Berliner Zeitung” vom 28. Januar 2026)

Harzer
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Also geht es eigentlich nur um die Rechtschreibung. Ich finde das übertrieben. Wir hatten inzwischen 5 oder 6 Reformen der Reform von 1996. Wer soll denn da noch durchsehen, was aktuell gilt?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Harzer

Sie hätten also kein Problem damit, wenn Sie eine Zeugenaussage, einen Unfallbericht oder eine Anzeige bei der Polizei unterschreiben sollen und diese strotzt nur so von Rechtschreibfehlern? Oder noch schlimmer von grammatikalischen oder Satzbaufehlern? Und jeder jeder gute Anwalt der Gegenseite zerreißt diese dann in der Luft?

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Zumal unsere (Gymnasial)SuS es schaffen, Sätze sowohl orthographisch als auch grammatikalisch so zu verhunzen, dass man beim besten Willen nicht mehr weiß, was der Künstler damit sagen wollte…

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

🙂

Oldfashion
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Nun, wegen der Bloßstellung und Unzumutbarkeit vom Lernen und Üben gibt es keine bewerteten Diktate bei uns.

Dennoch sollen eigentlich viele in den Polizeidienst, obwohl der Test nahezu alle rauskickt.

Wenige haben verstanden, das RS wichtig ist. Zu viele halten das für Drang und Drill und das geht in Schule nicht.

Bitte das Bildungsministerium / Senat mal darauf ansprechen.

Sieht so aus – Verschwörungsteorie! – als sollte die Polizei durch unser Schulsystem abgeschafft werden ….

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Friesennerz

Das muss auch unklar bleiben.

Um JEDEN Preis.

Mannkannesnichtfassen
1 Monat zuvor
Antwortet  Friesennerz

Aus Erfahrung: es mangelt an allen diesen Dingen. Das betrifft auch Abiturienten.

ed840
1 Monat zuvor

Gibt in der Tat auch Berichte, dass ein nicht unbedeutender Anteil der Bewerber*innen am Deutschtest für den gehobenen Polizeidienst scheitert.

Steißtrommler
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Gibt es den einfachen Polizeidienst eigentlich noch?

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Bewerbungen sind nach meinen Informationen nur ab mittlerem Dienst mit mind. erweiterter Berufsbildungsreife möglich.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Nein, die Wachmeisterlaufbahn gibt es in keinem Bundesland mehr und auch nicht bei der BPol. Bei der BPol und in einigen Bundesländern gibt es noch die Polzeimeisterlaufbahn, erkennbar an den blauen Sternchen auf den Schulterklappen für den mittleren Dienst.

Konfutse
1 Monat zuvor

Ich will ja kein KuMi-Bashing betreiben, aber so lange die Anforderungen immer weiter sinken und so lange ich ich jeden durchreichen soll, obwohl null Leistung und Kenntnisse erbracht werden müssen, bitte ich die Reklamationen nach oben zu reichen..

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor

Wer hätte aber das gedacht, dass die jahrelange Nivellierung nach unten gravierende Folgen hat….
Nur mal nebenbei – zur Erinnerung: Berlin ist eines der Länder mit dem “längeren gemeinsamen Lernen”, das ja zur Zeit von manchen Seiten als Allheilmittel und bester Weg in die Zukunft verkauft wird, Rot-Grün-Linke im Verbund mit der GEW hätten sowas am liebsten bis zur 10.Klasse!!! Geht´s noch? All dieser Einheitsbrei führt zur allgemeinen “Bildungsgerechtigkeit” auf unterstem Niveau – schon oft vorhergesagt von den vermeintlich ewiggestrigen, alten, erfahrenen Lehrkräften, die eine Beschulung auf dem momentan passenden Level für zielführender halten (Wobei das Level sich mit der Zeit sehr wohl ändern kann, aber dafür gibt es dann den Anschluss nach dem Abschluss!). Ja, genau diese altmodischen Lehrkräfte wundern sich überhaupt nicht mehr über das stetig sinkende Niveau, wenn sie die “böse Zuordnung” zu einer Schulart nach der 4. Klasse durch pädagogische Experten für sinnvoll halten. Und dann wird die verbindliche Grundschulempfehlung aus der linken Ecke als “Selektion” diffamiert – ein Wortgebrauch, der übrigens zeigt, wie wenig Wissen über diesen unsäglich schlimmen Vorgang an den Rampen von Ausschwitz bei der linken Ecke vorhanden ist, wenn sie das auf die Schulempfehlung übertragen.

447
1 Monat zuvor

Ich persönlich bin eine sehr moderne Lehreinheit geworden.

Dies gefällt allen gut.

Und darum geht es ja in der Schule: Gefühle.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Rene Descartes sagte einst:
“Ich denke, also bin ich.”
Postmodern heißt es jetzt:
” Ich fühle, also weiß ich.”
(Thomas Fasbender)
🙂

ed840
1 Monat zuvor

In Berlin erreichten bei IQB-2022-Deutsch 22,3% der Probanden nicht die Mindeststandards für den ESA, nicht mitgerechnet die 4% zieldifferent unterrichteten SuS. An den Gymnasien erreichten 38,5% der SuS nicht den Regelstandard für den MSA.

In Sachsen verfehlten 8,4% den Mindeststandard für den ESA (zieldifferent unterrichte SuS <1%) , an Gymnasien erreichten 17,9% nicht den Regelstandard für den MSA.

Durchschnittspunktzahl bei IQB-2022-Lesen in Berlin 451 Pkt, in Sachsen 503 Pkt, bei der Teilgruppe mit Migrationshintergrund Berlin = 395 Pkt, in Sachsen = 464 Pkt. Der soziale Gradient beim Lesen betrug in Berlin 47 , in Sachsen 37.

Indra Rupp
1 Monat zuvor

Was für ein Unsinn!
Selektion ist einfach ein Begriff, der vieles bedeuten kann, genau wie Missbrauch! Missbrauch ist eine Zweckentfremdung, man kann also vieles missbrauchen, ohne das je etwas sexuelles im Spiel war.
Nun verraten Sie mir noch eines :
Warum haben die Kinder damals auf dem Dörfle mit 8 Jahrgängen in einer (!) Klasse so gut Sütterlin und Co gelernt, wenn doch Ihrer Meinung nach das gemeinsame Lernen das Problem ist?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Haben denn ALLE Kinder damals auf dem Dörfle in einem Raum mit 8 Jahrgängen so gut Sütterlin und Co gelernt?

Steißtrommler
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Eben nicht. “Die Doofen” (Zitat eines Zeitzeugen, den ich befragte!) haben beim Lehrer die Kartoffeln gerodet und den Stall ausgemistet.
Dafür gab’s dann den Schulabschluss nach Klasse 8.

Indra Rupp
1 Monat zuvor

Was ich damit meine :
Aufgrund dessen, dass es früher noch wenig Aufstiegs Möglichkeiten gab und Kinder, nur weil sie aus armen, Arbeiter – oder Bauernfamilien stammen automatisch nur zur Volksschule durften, hatten wir dort entsprechend auch gymnasial geeignete Kinder, hochbegabte Kinder oder allgemein Kinder mit hohem IQ zusammen mit mittelmäßigen und schwach leistenden Kindern und – aufgrund fehlender Möglichkeiten – teilweise auch behinderten Kindern, sofern diese zur Schule durften. Derlei auf dem Land aufgrund schlechterer medizinischer Versorgung oder Inzucht mitunter auch mehr als heute.
Da diese Schulen aber nicht Gesamtschulen hießen, sondern Volksschulen oder Hauptschulen und offiziell alle dort “dumme Bauern – und Arbeiterkinder” waren, fiel eben nicht auf, dass das eigentlich viel mehr Schulen für alle waren als jemals danach!
Die Selektion begann erst später mit dem eigentlich guten Vorsatz, auch Bauern – und Arbeiterkindern alle Möglichkeiten zu geben. Nur wurden dadurch diejenigen, die diese Fähigkeiten nicht hatten, zurück gelassen und bei denen konzentrierten sich die Probleme – auch schon vor Jahrzehnten – zumal auch alles andere, was Schwierigkeiten bereiten könnte ( DAZ, ESE) dorthin “abgeliefert” wurde. Umso mehr die Chancen für begabte Kinder verbessert wurden, umso weniger interessierten noch die Übrigen. Das die Probleme trotzdem noch nicht so groß wie heute waren, lag daran, dass auch die gesellschaftlichen Probleme noch nicht so groß waren.
Auch heute sind die sogenannten Gesamtschulen nur Pseudogesamtschulen, weil dort zwar alle hindürfen aber nicht hingehen. So selektiert sich die Gesellschaft in Gym oder Privat – und sogenannte “Resterampe”.
Mit dem Anstieg an allgemein gesellschaftlich sozialen Problemen dazu ein Teufelskreis oder Sog oder Strudel, der immer mehr Selektion und Ghettoisierung anrichtet und wiederum Probleme verschärft und wiederum zu noch mehr Selektion führt.
Wir haben also heute Gesamtschulen, die in Wahrheit Brennpunkt-Hauptschulen sind und vor hundert Jahren hatten wir Hauptschulen, die in Wahrheit Gesamtschulen waren.
Wettern Sie also nun gegen das gegliederte oder das nicht gegliederte System?
Und wenn Sie argumentieren wollen, die früheren Schulen hätten trotz Heterogenität funktioniert, weil die Kinder anders waren – dann müssen Sie aber auch erwägen, dass heutige Schulen nicht funktionieren, weil die Kinder heute anders sind und das nicht auf das Konzept selber schieben.
Soll heißen, hätten wir ausschließlich das gegliederte Schulsystem ohne Inklusion beibehalten, dann müsste eben genau dieses jetzt für Zustände und schlechte Ergebnisse herhalten und das wäre genauso unfair, wenn der eigentliche Grund Ghettoisierung mit 80-90% Migrations Anteil oder Wohlstands – oder Armutsverwahrlosung oder 70 h daddeln pro Woche oder anderes die Ursache ist.
Das Selektieren mag auf den ersten Blick die einfachere Lösung sein – bis Ihnen die entstandene, chancenlose Parallel Gesellschaft mit Kriminalität und Leistungsbezug auf die Füße fällt!
Bei uns auf dem Dorf schränken sich zumindest teilweise Selektionsmöglichkeiten von selber etwas ein. Deshalb können Migranten bei uns gut Deutsch, bilden keine Ghettos und können integriert werden bzw integrieren sich selber.
In der nächstgrößeren Kleinstadt gibt es die Selektionsmöglichkeiten in Fußweg Nähe mit dem Ergebnis, dass die Grundschule und Oberschule im Zentrum einen zu hohen Migrations Anteil haben und man dort kein Deutsch und dann auch nichts anderes mehr lernen kann und auch die letzten Idealisten gehen, wenn sie können, weil sie die Bildungs-und Berufschancen ihres Kindes nicht dafür “opfern” wollen. Die taufen mitunter ihr Kind nur deshalb katholisch, damit es eine Chance auf die katholische GS nebenan hat und diese GS muss auch nur als Alibi ein paar von den “Anderen” mit rein lassen und darf da noch die Besten aussuchen.
Es bräuchte halt eine große Portion Mut, das Problem zu beheben!
Mut, hohe Schulden für Bildung auszugeben, auch wenn das Ergebnis noch in weiter Ferne liegt und Mut, zu integrieren, damit sich das später bezahlt macht und Ghettos sich von selber erübrigen , auch wenn selektieren erstmal von jetzt auf gleich den schnelleren Effekt hat.
Dann hätten wir später sogar genug junge Menschen, die unsere Rente finanzieren.

447
1 Monat zuvor

Da naht Abhilfe!

“Haftbefehl im Deutschunterricht” (news4teachers berichtete) schliesst diese Lücke umgehend!

Tja, da “kratzt” sich mancher “am Yarrak” (© “Haftbefehl”), aber so sieht es aus:

Eine kurze google-Suche bringt eine Flut von Lobeshymnen aus dem Kultur-, Wissenschafts- und Journalismusbetrieb von zertifizierten Wissenschafylern mit akademischen Abschlüssen über den “virtuosen Umgang” (© FAZ-Bericht, Kulturteil) des Künstlers mit der deutschen Sprache – welcher schwurbelnde Wissenschaftsfeind würde dem was entgegnen können ?
Da meckern höchstens verknöcherte Lehrer, siktir lan!

Die thematische Nähe zum Polizeiberuf ist natürlich auch unübersehbar.

Beste Grüße,
Ihre “Bildungsinitiative ‘Schland 2035”.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  447

So progressiv wie Sie möchte ich auch sein können. Dummerweise trauere ich dem Leistungsprinzip nach und versuche es im Rahmen des Lehrplans noch durchzuziehen.

Melusine
1 Monat zuvor

Dass das Deutschniveau sinkt, wurde schon ihn vielen Vergleichstests festgestellt. Wie soll auch eine kaputtgesparte Schule es schaffen, die Defizite der Schüler auszugleichen? Jeder, der meint, das funktioniert, indem man einfach die Anforderungen erhöht, soll mal versuchen, 30 Schüler individuell zu fördern, wenn einem mindesten 5 bis 8 Verhaltensauffällige permanent versuchen, den Unterricht zu stören. Dazu kommem massenhafter Unterrichtsausfall und Eltern, die lieber mit dem Anwalt drohen, als ihre Sprösslinge zum Lernen zu bewegen. Ich saß auch mal mit 40 Kindern in einer Klasse, aber wir konnten uns angemessen und respektvoll verhalten und länger als 5 min konzentriert leise arbeiten.

Stine
1 Monat zuvor
Antwortet  Melusine

Ich habe mich auch gefragt, wie wir das früher hingekriegt haben. Bei uns hängen 3 Kopfhörer. Kann das Kind aufsetzen, wenn es Ruhe braucht. Also es mag ja Kinder geben, für die das auch sinnvoll ist. Aber wenn irgendwann 25 Schüler die Kopfhörer bräuchten, damit Konzentration möglich ist, läuft doch was falsch… ich war total baff, als mein Kind am “Schneefrei-Tag” zuhause ganz viele Aufgaben erledigt hat und meinte, endlich kann ich mich mal konzentrieren, keiner stört…

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Melusine

Am Geld liegt es nicht oder nicht nur. Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten in die Bildubg immer mehr Geld gepumpt und Pisa ist trotzdem nach unten gegangen.

Hans Malz
1 Monat zuvor

Also da müssen die Schulen doch aber was machen. Das geht gar nicht.

Ale
1 Monat zuvor

Bin Lehrer und stimme der Aussage “wie haben ein Problem des Buldungsniveau” zu. Leider. Wir sind in der Grundschule zu sehr von den Basics weggekommen. Wir haben das Niveau und die Methodik immer weiter “hochgefahren”, was die guten Schüler stärkt, und die schwachen immer weiter abhängt. Dazu werden die Anforderungen an die Eltern immer mehr. In der GS bitte Back zu Basics! Und diese ausführlich, tief und wiederholend.

Stine
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Ich will gar nicht mal sagen, das Niveau – aber die Lehrer sollen irgendwie noch Projektunterricht wuppen und dies und das, dafür fällt ja was weg. Die guten Schüler holen es irgendwie zuhause auf, sofern die Eltern das leisten können, aber das ist doch nicht zielführend. Back to Basics trifft es sehr gut!!

Oldfashion
1 Monat zuvor

Stimmt – es gibt Bildungsstandards.

Und?

Niemand kann zum Arbeiten gezwungen werden. Und damit ist alles gesagt.

Wer nicht lernt und nicht peilen will, dass man Deutsch braucht….

Heterogenität halt eben auch mit allen Konsequenzen bei oder eben auch gerade nicht bei der Polizei…

Realist
1 Monat zuvor

Selber schuld, wenn die Polizei keine LRS-Bescheinigungen anerkennt.

Alternativ könnte man den Test auch an Texten von Haftbefehl orientieren. Schließlich sollte man nur abprüfen, was (demnächst?) im Lehrplan steht.

Ignaz Wrobel
1 Monat zuvor

Das Sozialverhalten dieser Schulabsolventen hat sich auch derart geändert, dass diese , wenn sie die polizeiliche Ausbildung abgeschlossen haben, es eben in der Gesamtheit weniger gelernt haben, Konfliktsituationen deeskalierend zu lösen. Wir beobachten hier Veränderungen bei Einsätzen, wo bei fehlender sofortige Übernahme bei Entfernung des Ehepartners aus seiner häuslichen Wohnung bei eskalierenden Ehestreit mit Hilfe von massiven körperlichem Polizeieinsatz von bis zu 8 Personen, der mit einer einschnürenden Fixierung an der Trage Fixierte männliche Ehepartner nicht sofort übernommen wird, mit einem polizeilichen Ermittlungsverfahren reagiert wird wegen einer möglichen “unterlassenen Hilfeleistung” reagiert wird, wenn der so behandelte nicht sofort klinisch übernommen wird. Diese Absolventen haben gar nicht gelernt abzuwarten, bis eine Beruhigung des “Ingewahrsamkeit “genommenen eingetreten ist, um ihn weiter medizinisch zu betreuen. Das muss alles ruckzuck und zack gehen. Da haben die entsprechenden Rechtsverteidiger schon mal mehr zu tun.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Sorry! Ich verstehe leider nicht so ganz, was Sie sagen wollen und was das mit der Rechtschreibung der Polizei-Bewerber zu tun hat. Sie schreiben über bereits ausgebildete Polizisten – was lief bei der Polizei-Ausbildung schief? Den Rechtschreib- und andere Tests haben die aus Ihrem Beispiel ja offenbar bestanden. Oder plädieren Sie für zusätzliche Tests des Sozialverhaltens bei den Bewerbern?

Ignaz Wrobel
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

OK, das Problem mit der mangelhaften Vermittlung der Rechtschreibfähigkeiten ist aus meiner Sicht einer in Teilen fehlenden bis vernachlässigten strukturierten Vermittlung dieser Kenntnisse in der Schuleingangsphase geschuldet.
Hinzu kommt aber noch die zunehmend fehlende Vermittlung von Sozialverhalten im häuslichen Umfeld, weil die Kinder immer mehr über das Internet miteinander kommunizieren und sich dort virtuell austauschen. Wir Menschen benötigen aber soziale Kontakte, um nicht zu vereinsamen und um Sozialverhalten zu erlernen, siehe von Psychologen und Soziologen das gute verständlich verfasste Buch “Happy Brain” zum Thema Soziale Vereinsamung durch übertriebene Internetkommunikation. Hinzu kommt, dass die Vermittlung von sozialverträglichen Verhalten durch die Eltern und den Bekannten und Freundeskreis in Folge dieser zunehmenden virtuellen Kommunikation im Internet aus meiner Sicht die Ausbildung von empathischen Verhalten anderen Mitmenschen gegenüber beeinträchtigt bis schädigt.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Was Sie beschreiben, trifft leider auf zu viele Schulabgänger zu , nicht nur auf Polizei-Bewerber.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ja leider, es ist wichtig, dass Kinder verantwortungsvoll sich gegenüber Mitmenschen verhalten lernen im sozialen Umfeld der Schulen und die Mitschüler und sich selbst durch direkte Interaktion positiv beeinflussen.

Ignaz Wrobel
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Nachtrag: Der Autor heißt Dr, Ben Rein.