DÜSSELDORF. Neun Organisationen der Behinderten-Selbstvertretung, Elternvereine und Sozialverbände haben eine Kommunalaufsichtsbeschwerde gegen den Landschaftsverband Rheinland (LVR) eingereicht. Sie halten den Beschluss zum Bau einer neuen Förderschule für körperlich-motorische Entwicklung im Rhein-Sieg-Kreis für rechtswidrig und sehen Verstöße gegen das nordrhein-westfälische Schulgesetz, gegen den Vorrang inklusiver Bildung sowie gegen die Pflicht zur sparsamen Haushaltsführung. Der Fall könnte sich zum bundesweit wirkenden Fanal entwickeln: Wird der Streit um die Inklusion künftig vor Gerichten ausgetragen?

Neun Verbände wenden sich mit ihrer Beschwerde an das nordrhein-westfälische Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, das für die Kommunalaufsicht über den LVR zuständig ist. Anlass ist ein Grundsatzbeschluss der politischen Gremien des Landschaftsverbands aus dem Oktober 2025. Damals hatte der LVR dem Bau einer neuen Förderschule für körperlich und motorisch beeinträchtigte Kinder im Rhein-Sieg-Kreis zugestimmt. Nach der aktuellen Planung sollen Baukosten von rund 97 Millionen Euro anfallen, zuzüglich der Kosten für den Grunderwerb. Vorgesehen sind 180 Schulplätze.
Die Beschwerdeführer halten diesen Beschluss für rechtswidrig. Sie sehen darin unter anderem Verstöße gegen schulrechtliche Vorgaben, insbesondere gegen den Vorrang der inklusiven Bildung. In der Pressemitteilung heißt es, der Beschluss verstoße „gegen mehrere Bestimmungen des Schulgesetzes“. Zudem werde die Pflicht zur sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung missachtet.
Konkret werfen die Verbände dem LVR vor, vor der Entscheidung keine ausreichende inklusive Schulentwicklungsplanung vorgenommen zu haben. Der Landschaftsverband hätte gemeinsam mit den betroffenen Kommunen prüfen müssen, „wie gute Bedingungen für körperbehinderte Schüler an den allgemeinen Schulen vor Ort geschaffen werden können“. Nach Auffassung der Beschwerdeführer sei der LVR mit seinen Förderschulen nur dann zuständig, „wenn Eltern die Förderschule anwählen, obwohl ihnen vor Ort ein Angebot guter inklusiver Schule für ihr Kind zur Verfügung gestanden hätte“. Eine solche Voraussetzung sei nicht systematisch überprüft worden.
Zusätzlich stellen die Verbände die Bedarfsplanung infrage. Die Schülerzahlprognose für den geplanten Neubau beruhe nach ihrer Darstellung auf veralteten Berechnungsgrundlagen. Angesichts der geplanten Investitionssumme sei dies besonders problematisch. Die Beschwerdeführer sehen darin einen weiteren Verstoß gegen die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit.
„Bisher sehen wir weitgehendes Nichtstun unter dem Vorwand, dass es ein vorgebliches Elternwahlrecht gebe“
Unterzeichnet ist die Kommunalaufsichtsbeschwerde von einem breiten Bündnis aus Behinderten-Selbstvertretung, Sozial- und Elternverbänden, darunter der Landesbehindertenrat NRW, der Sozialverband Deutschland (SoVD) NRW, der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen, die LAG Selbsthilfe NRW sowie mehrere Initiativen für gemeinsames Lernen. Die Zusammensetzung verdeutlicht, dass es sich nicht um eine Einzelinitiative handelt, sondern um eine koordinierte Intervention gegen die aktuelle Schulbaupolitik des LVR.
Der Konflikt um den geplanten Förderschulneubau ist Teil einer landes- und bundesweiten Debatte. Wie News4teachers bereits im September 2025 berichtete, investieren Kommunen und Landschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen derzeit Millionen in neue Förderschulen, während inklusive Angebote an allgemeinen Schulen vielerorts unterfinanziert bleiben. In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisierten Verbände damals: „Die Kommunen, die unisono beklagen, dass sie für eine Unterstützung des Gemeinsamen Lernens in ihren Schulen kein Geld haben, haben offenbar keine Probleme damit, stattdessen erhebliche Summen in ausgrenzende Förderschulen zu investieren.“
Der LVR geriet dabei besonders in den Fokus. Das Schulbauprojekt im Rhein-Sieg-Kreis wurde als „eklatantes Negativbeispiel“ bezeichnet. Die Verbände warnten: „Stattdessen soll das Sondersystem der ausgrenzenden Förderschulen, an denen junge Menschen mit Behinderung dann ‚unter sich bleiben‘, offenbar auch noch aus- statt abgebaut werden!“ Der Neubau widerspreche dem schulgesetzlichen Auftrag zur inklusiven Schulentwicklung.
„Das Sonderschulwesen wird gestärkt und die Segregation von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen zementiert.“
Elterninitiativen wie mittendrin e. V. kritisieren seit Jahren, dass das formale Elternwahlrecht häufig als politische Begründung für Untätigkeit herangezogen werde. Die Vorsitzende Eva Maria Thoms sagte dazu: „Bisher sehen wir weitgehendes Nichtstun unter dem Vorwand, dass es ein vorgebliches Elternwahlrecht gebe. Dabei müsste erst einmal ein flächendeckendes Angebot an inklusiven Schulen in akzeptabler Qualität geschaffen werden, bevor man von einer ‚Wahl‘ sprechen könnte.“
Ein Sprecher des Schulministeriums erklärte seinerzeit dazu: „Aus Sicht der Landesregierung sind die Schulen des gemeinsamen Lernens und die Förderschulen für die sonderpädagogische Förderung gleichwertige Lernorte.“ Die Entscheidung über Schulgründungen liege bei den Kommunen, der Bedarf ergebe sich aus dem Wahlverhalten der Eltern. Kritiker halten diese Argumentation für eine politische Ausweichbewegung. Sie verweisen darauf, dass das Schulministerium gesetzlich verpflichtet wäre, die inklusive Schulentwicklung aktiv zu steuern und die Kommunen zu einer gemeinsamen und inklusiven Schulentwicklungsplanung anzuhalten. Solange es flächendeckend an qualitativ guten inklusiven Angeboten mangele, könne von einer freien Wahl der Eltern keine Rede sein.
Die Kobinet-Nachrichten, ein Medium für betroffene Familien, kritisierten mit Blick auf die landesweite Entwicklung: „Das Sonderschulwesen wird gestärkt und die Segregation von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen zementiert.“ Die Rede ist von einem „erstaunlichen Wildwuchs beim Bau zusätzlicher Förderschulen durch die Kommunen“.
Auch auf internationaler Ebene wird Deutschland seit Jahren ermahnt. Der UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen stellte vor gut zwei Jahren fest: „Der Ausschuss ist besorgt über die mangelnde vollständige Umsetzung inklusiver Bildung im gesamten Bildungssystem, die Verbreitung von Sonderschulen und -klassen sowie die verschiedenen Hindernisse, denen Kinder mit Behinderungen und ihre Familien bei der Einschreibung und dem Abschluss eines Studiums an Regelschulen gegenüberstehen.“
Vor diesem Hintergrund erhält die Kommunalaufsichtsbeschwerde gegen den LVR eine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung. Sie richtet sich nicht nur gegen ein konkretes Bauprojekt, sondern stellt grundsätzliche Fragen nach der Steuerung der inklusiven Schulentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Ob das zuständige Ministerium den Beschluss beanstandet oder überprüfen lässt, ist offen. Klar ist jedoch: Der Streit um den Ausbau von Förderschulen und den stockenden Ausbau inklusiver Strukturen wird zunehmend auch auf juristischem Wege geführt. News4teachers
Sparsame Haushaltsführung? Dann kann man auch die Pflicht, zur Schule zu gehen, abschaffen. Dann ist auch individuellerer Unterricht möglich.
“Dann kann man auch die Pflicht, zur Schule zu gehen, abschaffen.”
Wenn Sie so weit übertreiben müssen, um annährend einen Punkt zu haben…
(Für brandneue Sonderschulen waren aber wohl 100 Millionen Euro übrig…)
Naja, mit 97 Millionen könnte man schon eine Menge anderes anfangen…..auch was Inklusion anginge…..aber wir können andererseits davon ausgehen, dass es sich dabei großteilig um Fördergelder vom Land oder Bund handelt….
“Die Kommunen, die unisono beklagen, dass sie für eine Unterstützung des Gemeinsamen Lernens in ihren Schulen kein Geld haben, haben offenbar keine Probleme damit, stattdessen erhebliche Summen in ausgrenzende Förderschulen zu investieren.”
Jup, so läuft das Spiel “Keine Behinderten in meiner Klasse” 🙁
Wäre schon spannend, wenn Gerichte sich da tatsächlich einmischen müssten, da würden die ganzen lahmen Ausreden, nichts zu tun, wohl nicht weit reichen…
Man muss auch mal an die Lehrer denken . Die schon mit vielen Schülern schon sehr überfordert sind. Dann auch noch Schüler mit Einschränkungen. Wie sollen die das alles stemmen.
Die MÜSSEN das bereits stemmen.
Das Land hat da offenbar weniger Interesse, diese Lehrkräfte zu unterstützen, stattdessen werden neue Sonderschulen gebaut :/
Ich halte es für sparsamer, Bedürfnisse und Notwendigkeiten zu bündeln. Die Nachfrage wird wohl auch dafür sprechen. Wurde im Rahmen der politischen Inklusionsbemühungen eigentlich in dem Kreis auch eine Förderschule geschlossen?
Es gibt einen Rechtsgrundsatz, der besagt, man soll/darf Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandeln. Alleine daraus lässt sich ableiten, dass man “ungleiche Kinder” an “ungleichen Schulen” beschult.
Jedes Kind ist ungleich. Herzliche Grüße Die Redaktion
Also braucht jedes Kind einen Privat-Lehrer für sich allein?
Nein. Herzliche Grüße Die Redaktion
Sondern?
Gerne mal nachlesen, welche Ideen Kolleg*innen dazu haben: https://www.gew-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/07/Multiprofessionelle-Teams-in-Bildungseinrichtungen.pdf
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wer bezahlts?
Der, der von den späteren Steuerzahlungen erfolgreicher Schulabsolven*innen profitiert: der Staat. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2024/08/institut-der-deutschen-wirtschaft-zeigt-auf-investitionen-in-kinder-rechnen-sich-fuer-den-staat-in-form-von-spaeteren-steuereinnahmen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Macht er seit 2015, als das Thema Inklusion aufkam, aber nicht. Der Staat, c‘est nous. Bedeutet: es gibt keinen gesellschaftlichen Druck (und dahinter steht der fehlende gesellschaftliche Wille) zur Umsetzung.
Ich persönlich wünschte mir diesen Druck und ich wünschte mir ein funktionierendes Schulsystem, welches jeden entsprechend seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen fördert. Meine Erfahrungen, die ich seit meinem Ref in der Bundesrepublik Deutschland dazu gemacht habe, haben mich jedoch diesbezüglich eher desillusioniert. Der Markt unter Führung der Wirtschaft regiert halt, und das zunehmend weniger sozial. Also ist mir „müsste“ oder „sollte“ inzwischen ziemlich wumpe, weil ich mit „so isses“ jeden Tag versuchen muss, meinen SuS gerecht zu werden, und das mit größtenteils NULL Unterstützung irgendwelcher Fachkräfte aus dem MPT-Bereich. Das ist irrsinnig kräftezehrend, und man verzeihe mir, dass ich mich daher nicht in „müsste“ oder „sollte“ begebe, sondern mache, was ich kann. Allein mit meinen Kollegen, weil sonst keiner da ist.
Hauen Sie gern drauf auf mich wegen fehlendem Kämpfertums oder weiß ich was – ich bin’s von Ihnen gewohnt.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika
Wenn jedes Kind “ungleich” ist (übrigens eine seltsame Formulierung – besser wäre mMn. alle Kinder sind unterschiedlich) und jedes Kind soll bestmöglich individuell gefördert werden … wie gelingt das mit 1 Lehrer wohl am besten? In einer Klasse mit stark unterschiedlichen Schülern? Oder in einer Klasse, in der die Unterschiede nicht ganz so gravierend sind? Und jetzt bitte nicht “multiprofessionelle Teams” als Antwort bringen. Ich möchte eine Antwort, die die realen Bedingungen der Schulen zum jetzigen Zeitpunkt berücksichtigt.
Ich habe ja nichts gegen “Träumereien” für bestmögliche Inklusion (Zukunftsmusik), aber die Schüler sind jetzt in den Schulen und sie sollen jetzt bestmöglich gefördert werden. Wie kann das jetzt bestmöglich (mit zu wenig Ressourcen) umgesetzt werden?
Gerne mal die Kolleg*innen fragen: https://www.vbe.de/positionen/inklusion/multiprofessionelle-teams-in-der-schule
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es gibt aber nur selten multiprofessionelle Teams, verdammt noch mal! Es gibt ja nicht einmal ausreichend Sonderpädagogen für durchgängige Doppelbesetzungen in den Klassen.
Wenn keine Stellen dafür geschaffen werden, kann es keine multiprofessionellen Teams geben. Das ändert aber nichts daran, dass hier die Lösung liegt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und was passiert mit den Schülern bis irgendwer irgendwann die Stellen schafft? Bis dahin werden noch mehr Schüler zu Bildungsverlierern und noch mehr Lehrer werden “aufgeben”.
Für 100 Millionen Euro (wie im oben beschriebenen Fall) könnten Sie etliche multiprofessionelle Teams bezahlen. Herzliche Grüße Die Redaktion
Erst einmal müssen genügend ausgebildet werden. Gibt es dazu eigentlich Zahlen, wieviel Sonderpädagogen der verschiedenen Fachrichtungen, wieviel Sozialpädagogen, Schulpsychologen…. im Verhältnis zum Bedarf ausgebildet werden/ wurden? Mehr Geld wäre gut, aber mehr Fachkräfte wäre noch viel besser! Geld unterichtet/ fördert keine Kinder!
Sie wollen offenbar nicht, dass sich etwas ändert. Wie wäre es, erstmal die Menschen zu beschäftigen, die durchaus zu haben wären: Lerntherapeut*innen, Gesundheitsfachkräfte, Verwaltungshelfer*innen etc.
Jeder Büromensch, der (zum Beispiel) einem Sozialpädagogen die bürokratischen Aufgaben abnimmt, schafft damit ein Plus an pädagogischer Arbeitskraft. Es gibt kein Krankenhaus, das nur aus Ärzten besteht – hat Gründe.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sind diese Menschen alle derzeit arbeitslos? Also Logopäden, Schulpsychologen, Ergotherapeuten … wohl eher nicht. Ansonsten wären Wartezeiten von mehreren Wochen auf einen Termin bei denen nicht die Regel!
“Verwaltungshelfer” ? Hmmm, die fehlen ja auch schon an verschiedenen Behörden (zumindest hier in Berlin). Auch da sind die Wartezeiten auf einen Termin enorm. Also wo verstecken sich denn diese ganzen Hilfs- und Fachkräfte? Wieviele Sonderpädagogen gibt es eigentlich z. B. momentan in DE? Gibt es dazu Zahlen? Oder wenigstens aktuelle Zahlen für ein Bundesland im Verhältnis zu den Schülern mit Fö-Bedarf? Anhand solcher Zahlen könnte man dann vielleicht mal sachlich diskutieren und nicht nur träumen.
“Sind diese Menschen alle derzeit arbeitslos?” Nein – selbstständig (unter zum Teil prekären Bedingungen). Herzliche Grüße Die Redaktion
“Sie wollen offenbar nicht, dass sich etwas ändert.”
Wie kommen Sie denn darauf? Ich will, dass die Schüler, für die ich 5 Jahre Sonderschulpädagogik studiert habe, die ich 40 Jahre lang unterrichtet habe – die bestmögliche Förderung/Unterstützung erhalten. Ich will, dass sich die Verschlechterungen für einen Großteil dieser Schüler, die ich leider in meinen letzten Dienstjahren beobachten musste und die ich auch den vielen Kommentaren hier entnehme, sich endlich zum Besseren ändern und nicht noch weiter verschlechtern!
Warum treten Sie dann jeden konstruktiven Vorschlag, den die Lehrergewerkschaften machen, in die Tonne?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich sehe das nicht als „Vorschlag in die Tonne treten“, sondern als realistische Betrachtung des politischen Willens zur Umsetzung derselben. Wie gesagt, der Link ist von 2016. So wahnsinnig viel hat sich seitdem nicht getan.
Mich würde mal eine aktuelle Einschätzung der Lehrerverbände dazu interessieren.
Weil zuerst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden müssen (Ressourcen)! Die Billigvariante, auf Kosten der Schüler, Lehrer, Erzieher … funktioniert nicht, auch wenn es viele gern so hätten!
“Macht er seit 2015, als das Thema Inklusion aufkam, aber nicht. Der Staat, c‘est nous. Bedeutet: es gibt keinen gesellschaftlichen Druck (und dahinter steht der fehlende gesellschaftliche Wille) zur Umsetzung.” (Mika)
Anscheinend funktioniert Ihre Vorstellung seit über einem Jahrzehnt nicht, dass ein Parallelsystem (ohne Schüler*innen ?) aufgebaut werden soll, bevor es in Praxis die Arbeit aufnehmen soll.
Wie viele Jahrzehnte wollen Sie die Zuständigen noch verschwenden lassen?
Bitte überdenken Sie Ihre Wortwahl, liebe Refaktion.
Sie sind mit Ihrer Kritik bei den Lehrkräften an der falschen Stelle. Wir tun jeden Tag alles, um jedes Kind individuell zu fördern, und geraten damit jeden Tag an unsere Grenzen. Kritik von außen, nach dem Motto “Man muss doch einfach nur mehr Personal einstellen” hilft uns überhaupt nicht. Das liegt nicht in unserer Hand.
Wir kritisieren keine Lehrkräfte – im Gegenteil. Wir unterstützen Lehrerinnen und Lehrer und ihre Verbände dabei, die Zustände an den Schulen öffentlich zu machen. Wir kritisieren ein System, das (Schüler, Eltern und) Lehrkräfte an Grenzen bringt, weil es keine professionelle Unterstützung bietet. Wie ein Krankenhaus, das nur aus Ärzten besteht und sich wundert, dass der Betrieb nicht läuft. Und diese Kritik richtet sich selbstverständlich an die Politik, die die Ressourcen bereitstellt (oder eben nicht).
“Man muss doch einfach nur mehr Personal einstellen” – ist erstmal genau das, was die organisierte Lehrerschaft in Deutschland fordert. Zu Recht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wenn Sie uns Lehrern schreiben, dass wir jeden Vorschlag der Gewerkschaften “in die Tonne treten”, was ist das denn dann außer Kritik? Wir wollen das gleiche wie die Gewerkschaften (z.B. mehr Personal), sehen aber die praktische Umsetzbarkeit nicht.
Wir haben das nicht “uns Lehrern” geschrieben – sondern einer bestimmten Leserbriefschreiberin.
Die praktische Umsetzbarkeit von Reformvorschlägen nennt sich Politik. Und am Anfang steht das Geld: Es ist eine politische Entscheidung, ob zum Beispiel fünf Milliarden Euro jährlich in das Dienstwagenprivileg fließen – oder in die Schulen. Natürlich sind Ressourcen nicht alles. Aber alles ist nichts ohne Ressourcen. Dafür kämpft die organisierte Lehrerschaft in Deutschland. Und wir unterstützen sie dabei.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dann konfrontieren Sie doch bitte einmal die zuständige “Politiik” mit den gesammelten Werken (Kommentaren) hier bei n4t.
Immer mehr habe ich den Eindruck, dieses Medium hier ist ein Placebo, nach dem Motto: “schön, dass wir mal drüber gesprochen haben!” Ihr Bildungsportal scheint genauso wenig Wirkung zu haben, wie Lehrerstreiks und Brandbriefe von Schulen und Eltern.
Mein Vorschlag: ein Themenmonat bei n4t mit Interviews aller 16 KuMis zu den meistdiskutierten n4t-Artikeln! Trauen Sie sich das?
Sie verwechseln uns – wir sind ein Medium, keine Aktivist*innentruppe. Die Initiative zur Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen muss schon von den Lehrkräften selbst ausgehen. Dann aber unterstüzten wir journalistisch gerne.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„ Sie verwechseln uns – wir sind ein Medium, keine Aktivist*innentruppe.“
Nu, dafür sind Sie jedoch hier im Forum ziemlich aktivistisch in Richtung „eine Schule für alle“ unterwegs. Die Journalisten, mit denen ich (aus anderen Zusammenhängen) sonst zu tun habe, sind da deutlich distanzierter.
Das nennt man Kommentar – wir wissen schon, was wir tun. Herzliche Grüße Die Redaktion
Wie soll das denn von uns Lehrern ausgehen? Wir sind in Gewerkschaften organisiert, die Schulleitungen schreiben Brandbriefe an die Ministerien. Streiken dürfen wir als Beamte nicht
“Wir sind in Gewerkschaften organisiert” – und wo sind die Aktionen für bessere personelle Ausstattung an Schulen?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dann recherchieren Sie doch mal für uns, was wir tun können. Wie gesagt, streiken dürfen wir nicht.
Ich war bisher auf jeder Demo vor dem Schulministerium, geändert hat sich nichts.
Und selbst demonstrieren geht ja nur außerhalb der Unterrichtszeiten.
Dann wäre es – erster Schritt – womöglich sinnvoll, nicht die anzumeckern, die die Missstände öffentlich machen (wie uns).
Zweiter Schritt: Allianzen bilden. Lehrkräfteverbände arbeiten mehr gegeneinander als miteinander, Eltern und Schüler stehen gegen Lehrkräfte und umgekehrt – “teile und herrsche”, das klappt in der Bildung für die Politik super.
Dritter Schritt: In die (demokratischen) Parteien gehen. Demokratie funktioniert nur, wenn die Bürgerinnen und Bürger aktiv und regelmäßig mitspielen.
Vierter Schritt: In der Öffentlichkeit für das eigene Anliegen werben. Wie soll eine Mehrheit verstehen, worum es geht, wenn es ihr niemand (volksnah) erklärt? Ein Transparent auf einer Demo hochzuhalten – reicht dafür nicht.
Tatsächlich erleben wir wenig davon in der (und für die) Bildung. Häufig fehlt es schon am Grundverständnis, dass in der Schule alle im selben Boot sitzen – Lehrkräfte, Eltern und Schüler.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Fast alles davon tue ich schon. Und fast in keinem Betrieb sitzen die Beteiligten so sehr zusammen in einem Boot wie in den Schulen. Ich habe noch nie erlebt, dass die Eltern geschlossen gegen die Lehrer arbeiten und umgekehrt. Das wäre schlimm.
Ich sage nochmal: Die Verantwortung für die schlechte Personalsituation liegt nicht bei uns Lehrern, sondern in der Politik. Ich habe meinem Neffen gesagt, dass es keinen schöneren Beruf gibt als Grundschullehrer. Jetzt wartet er schon seit fast zwei Jahren auf einen Studienplatz. Er hat ein Abi von “nur” 2,5, durch die praktische Sportprüfung ist er beim 1. Mal durchgefallen. Gerade überlegt er, was anderes zu machen. Schade.
Lesen Sie mal das Forum genau. Die meisten wollen keine Inklusion, weil es zu wenige Lehrkräfte gibt. Und neue Lehrkräfte sollen bitte in neue Sonderschulen und bloß nicht in die Inklusion – Hauptsache keine Kinder mit Behinderung in der eigenen Klasse.
WAS sollen die denn über die Gewerkschaft fordern? Die haben doch, auf Kosten der Kinder, was sie wollen 🙁
Dann fordern Sie doch zur Abwechslung mal Verbesserungen für die Kinder und Lehrkräfte in Inklusionsklassen, anstatt schlechte Politik zu verteidigen, dass es keine Inklusion geben soll
Vielleicht sollten alle Lehrer mal handschriftliche Briefe an ihre jeweiligen KuMis schreiben? Wie hat denn Ihre Abgeordnete eigentlich damals (letzten Sommer) auf Ihren handschriftlichen Brief reagiert? 🙂
Dass Sie von politischer Partizipation nichts halten, geben Sie ja regelmäßig zum Besten:
“Immer mehr habe ich den Eindruck, dieses Medium hier ist ein Placebo”
““Sie wollen offenbar nicht, dass sich etwas ändert.”
Wie kommen Sie denn darauf?”
Tja, wie kommt nur irgendwer zum Schluss, dass Ihre völlig inhaltsleeren Frageketten folgenlos bleiben und nur vom nächsten fruchtlosen Versuch gefolgt werden, den Status quo schlechtzureden sowie Brandbriefe, Initiativen und Brandbriede zu untergraben…
Ich dachte, Bürger*innen der damaligen DDR wären stolz auf ihr Demokratiebewusstsein, aber wenn Sie bereits das Konzept eines Briefes über Monate ins Wanken bringt… :/
Jo. Und, ist das gesellschaftlich gewollt? Wenn ja: warum macht das dann keine Landesregierung? Warum kämpft keine Opposition dafür? Müsste doch ein Selbstläufer zum Wahlen gewinnen sein…
Weil es unsere Gesellschaft mit perspektivischen Entscheidungen offenbar nicht so hat…
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wer genau ist in diesem Fall die Gesellschaft? Die Eltern, die Lehrer, die Politiker, …?
Die Wählerinnen und Wähler der Politiker*innen, denen Rente wichtiger ist als Bildung. Herzliche Grüße Die Redaktion
Das glaube ich nicht, die Wähler sind meist auch Eltern oder Großeltern,. Aber keine der Parteien hat Bildung als ein Kernthema. Wie also soll man seine Wahlentscheidung danach ausrichten? Nur Kleinparteien, wie z. B. “Volt” kämen da in Frage, können aber nichts ausrichten. Wenn also kann man wählen?
Die Mehrheit bekommt offenbar, was sie will – besser: nicht will. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2023/11/hae-deutsche-wollen-mehr-bildungsgerechtigkeit-brennpunkt-schulen-besser-ausstatten-das-will-die-mehrheit-aber-nicht/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Das glaube ich nicht”
Warum? Sie selbst sind doch gegen Inklusion, bis die Inklusion auf einen Schlag umgesetzt werden kann. Warum sollte das die Mehrheit der (Groß-)Eltern anders sehen, wenn schon Sie als ehemalige Sonderpädagogin dagegen sind, aktuell etwas zu verbessern?
Vielleicht lesen die alle nicht n4t?
Mit Schulpolitik kann man keine Wahl gewinnen, aber verlieren. Außerdem sind die Effekte frühestens in zehn Jahren und nicht bis zur nächsten Wahl sichtbar.
Bezahlen vielleicht, aber herzaubern nicht. Es gibt schlicht keine Leute, die sich das antun wollen.
Es gibt nicht genügend Lehrkräfte – mit anderen Berufsgruppen (außer Sozialpädagog*innen hier und da) hat man’s in Schule ja noch nicht versucht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das ist faktisch einfach falsch. Es gibt an fast jeder Schule “Sozial- und Sonderpädagogen, aber meist nur ca. eine Person pro 300 Kinder.
… was eben, und darum geht es hier, kein multiprofessionelles Team ist.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und genau das ist unser Problem.
Würden wir bei der Polizei niemals als Ausrede durchgehen lassen, der Bildungspolitik wird es verziehen, z.T. hier im Forum sogar nach dem Mund geredet 🙁
Sie meinen die 97 Mio für die Förderschule?
Nun ja, Sie müssten zuvor die anderen Schulen barrierefrei umbauen – da reichen die 97 Mio lange nicht aus. Für MPTs ist da nichts übrig.
Wir haben es so oft geschrieben: wenn man Inklusion ernst nimmt und jedes Kind in der Regelschule entsprechend seinen Bedürfnissen und seinen Fähigkeiten fördern will, kostet das viel mehr als der Bau und der Betrieb von Förderschulen. Also scheint der gesellschaftliche Konsens zu sein, Förderschulen zu bauen.
Der Markt regelt‘s halt, nicht wahr?
Die 100 Millionen sind eine einmalige Investition für die bauliche Errichtung einer Förderschule und werden von der betroffenen Kommunen geleistet und sind daher nicht vergleichbar mit dauerhaften und regelmäßigen Investitionen in multiprofessionelle Teams, deren Einsatz die Länder tragen. Das sind also völlig unterschiedliche Kostenträger und kann nicht als Entschuldigung dafür dienen, dass das Land die inklusiven Schulen personell nicht auskömmlich ausstattet. Für mich einer der Gründe, warum es nach wie vor Förderschulen gibt.
Überhaupt finde ich diese Aufrechnerei echt schwierig. Zumal doch Einigkeit darüber bestehen dürfte, dass Inklusion immer kostenintensiver ist. Und darum geht es doch auch nicht, es fehlt ein gemeinsames Verständnis eines inklusiven Bildungssystems und in Folge eine konzeptgesteuerte Entwicklung von Inklusion, räumliche und personelle Standards und verlässliche Ressourcen. Das „Wie“ und der Erfolg der Umsetzung sind entscheidend.
“Das sind also völlig unterschiedliche Kostenträger” – sind es. Am Ende sind es aber Bildungsausgaben des Staates und bei denen liegt Deutschland im Verhältnis zum BSP unter allen vergleichbaren Industrieländern (trotz solcher Investitionen). Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2024/09/deutsche-bildungsausgaben-unter-oecd-schnitt-trotz-kita-ausbau-und-gratis-hochschulen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es ist aber leider eine unrealistische Lösung, weil das Personal nicht da ist. Aber man wird ja noch träumen dürfen.
“Weil das Personal nicht da ist.” Das Personal ist aber da – es gibt nur keine Stellen an Schulen.
Beispiel Lerntherapie: “Lerntherapeuten und Lerntherapeutinnen sind eine unverzichtbare Stütze im Bildungssystem, da sie Kindern und Jugendlichen mit Lernstörungen helfen, ihre schulischen Herausforderungen zu meistern. Ob Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), Legasthenie, Rechenschwäche (Dyskalkulie) oder andere Lernstörungen – Lerntherapeutinnen bieten individuelle Förderprogramme und sind eine wichtige Ressource für betroffene Familien. Doch trotz ihrer bedeutenden Arbeit kämpfen viele Lerntherapeutinnen mit schwierigen Arbeitsbedingungen, mangelnder Anerkennung und strukturellen Problemen.” Gerne hier nachlesen: https://www.lernfoerderung.de/blog/lerntherapeuten-und-lerntherapeutinnen-haben-es-schwer/
Und wenn es dann doch mal – befristete – Stellen für Unterstützungskräfte gibt, werden sie ruckzuck wieder gestrichen. Gerne hier nachlesen: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/annaberg-aue-schwarzenberg/schule-assistenten-stellen-gestrichen-protest-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Frage: Wenn die Arbeisituationt der Lerntherapeuten so prekär ist, diese aber wie es scheint, eine gute Ausbildung haben – warum wechseln diese nicht als Quer- oder Seiteneinsteiger als (Sonderschul)Lehrer an die Schulen? Dort herrscht Fachkräftemangel und es würde den Schulen enorm helfen (multiprofesionelles Team hin oder her). Ihre Ausbildung würde doch sicher zu einem großen Teil anerkannt werden?Sie würden auf jeden Fall die Kollegen entlasten und andere Perspektiven (Fachwissen) in die Kollegien tragen. Welche Hürden gibt es, dass kaum (?) ein Lerntherapeut diesen Schritt geht? Haben Sie dafür auch irgendwelche Gründe gefunden?
Es gibt eben nicht genug Personal. Allein in NRW fehlen knapp 3000 Grundschullehrer (gerne nachlesen bei Google). Diese fehlenden Kollegen müssen wir anderen ausgleichen.
Eine Sozialpädagogin und eine Lerntherapeutin zusammen können keine Klasse leiten.
Schon mal von Arbeitsteilung gehört? Gerne hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsteilung
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich habe echt keine Lust mehr mich hier zu rechtfertigen. Anscheinend hat die Redaktion wenig Ahnung vom Schulalltag. Fehlendes Personal lässt sich nicht durch Arbeitsteilung ersetzen.
Durch Entlastung an einer Stelle werden Ressourcen an anderer Stelle frei. Nur weil Sie das aus Ihrer Schule nicht kennen, heißt das nicht, dass es eine solche Arbeitsteilung nicht gibt – fragen Sie mal in Ihrem Krankenhaus vor Ort, ob dort nur Ärzt*innen beschäftigt sind. Oder ob Unterstützungspersonal (Verwaltungskräfte, Pfleger*innen, Fachkräfte aller Art) dafür sorgt, dass Ärztinnen und Ärzte behandeln können. Und nicht die Betten machen müssen.
Sie müssen sich auch nicht rechtfertigen. Sie wollen von uns doch Rechtfertigungen dafür, dass wir das Schulsystem kritisieren – die bringen wir.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Unsere Schule hat “multiprofessionelle” Leute, aber die bilden kein Team, sondern die Sozialarbeiter*in konzentriert sich auf ihre pädagogischen Hobbies mit bestimmten Buchstabenfolgen.
Ihr Dünkel könnte Teil des Problems sein. Herzliche Grüße Die Redaktion
Seltsam, dass Sie nicht mit Sozialarbeitern im Team arbeiten können.
Vielleicht können Ihnen Ihre Kolleg*innen einen Tipp geben, wie Sie Ihrer Arbeit nachkommen können?
Ihr Link ist von 2016. Bis jetzt wurde herzlich wenig davon umgesetzt, ja auch nur geplant und mit Stellen hinterlegt.
Realistisch betrachtet ist das gesellschaftliche Interesse an individueller Förderung im Bildungsbereich eher vernachlässigbar.“Multiprofessionelles Team“ ist zum Joker im Buzzwordbingo verkommen.
Die Wirtschaft macht inzwischen Druck, zumindest hier in BB – vielleicht tut sich ja jetzt ein bisschen was.
Das läuft hier wie beim Thema Inklusion: Dass die Politik das System totspart, wird als Beweis dafür genommen, dass Inklusion nicht funktionieren kann.
Wir können das Spiel auch weiter spielen: Bildung geht nicht – wie Bildungsstudien seit 25 Jahren belegen.
Pünktliche Züge kann es auch nicht geben – wie die Bundesbahn beweist.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das habe ich nicht gesagt. Ich sage, dass der gesellschaftliche Wille nicht da ist und demzufolge die Politik keinen Anlass sieht, sich ernsthaft damit zu befassen und (in Regierungsverantwortung) tatsächlich Gelder dafür bereitzustellen. Sie schreiben es doch selbst: die Stellen werden nicht mal geschaffen.
Dann lesen Sie gerne mal die Kommentare hier, um ein Stimmungsbild einzuholen: Ein großer Teil der Bevölkerung (darunter auch Lehrkräfte) meint, dass billige Schulen reichen – weil es ja, wenn Kinder scheitern, am fehlenden Willen der Eltern (oder der Kinder selbst) liegt. Wieso dann Geld in Schulen pumpen?
Sowas kommt von sowas: https://www.news4teachers.de/2026/01/leistungsgerecht-von-wegen-herkunft-entscheidet-immer-staerker-ueber-einkommen-und-bildungschancen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das ist jedoch nun mal Realität, auch wenn die Ihnen und mir nicht gefällt.
Was die Lehrkräfte betrifft: die sind in der Situation, dass sie mit dem Ist-Zustand arbeiten müssen und schon dermaßen über dem Limit sind, dass alles, was im top kommt, einfach zu viel ist. Unter meinen jetzigen Arbeitsbedingungen weigere ich mich auch, noch mehr Förderausschussverfahren, Fortbildungen, …, absolvieren. Das ist einfach Selbstschutz und Schutz der mir bisher anvertrauten SuS. Ich verstehe jeden Kollegen, der sagt: stop, unter diesen Bedingungen kein EmSoz-Kind mehr in meine Klasse als ich jetzt schon habe.
Nicht „im“, sondern „on“ top…
Manchmal mag ich ja meine Texterkennung;-)
Hier hat meines Wissens noch niemand behauptet, dass Inklusion nicht funktionieren kann. Wir Lehrer sagen nur, dass sie unter den aktuellen Bedingungen (große Klassen, nur eine Lehrkraft usw.) nicht gut funktioniert.
Unseres Wissens immer wieder – indem bestritten wird, dass gute Bedingungen dafür überhaupt zu machen wären.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Bedingungen wären machbar – mit seeehr viel Geld und nicht von heute auf morgen.
Ja, da bräuchte man schon locker zehn Jahre.
Hoffen wir mal, dass die Politik hier nicht bremst und nicht ausgerechnet von Lehrkräften den Rücken gestärkt bekommt, die Inklusion noch länger auszubremsen (augenroll)
Dann können viele im Forum ja entspannt aufatmen. Die fordern seit Jahren, dass die Inklusion nicht verbessert werden soll, bis eines Tages die Politik – von sich aus? – mehr Ressourcen bereitstellt.
Welch Glück für alle, außer die betroffenen Kinder und Lehrkräfte in der Inklusion…
Schöne Idee. In der Realität haben wir aber nur eine Lehrkraft und 30 Schüler, mit Förderbedarf, mit sprachlichen Schwierigkeiten usw. Außerdem die Leistungsstarken, die inzwischen nahezu gar nicht mehr bekommen, was sie brauchen.
Als ehemalige Sonderpädagogin – erstaunlich!
Dann könnte man auch sagen, dass jeder Mensch ungleich ist und deshalb anders behandelt werden darf. Das finde ich gefährlich.
Vor dem Gesetz sind alle gleich – in der Schule (hoffentlich) nicht. Herzliche Grüße Die Redaktion
Sie befürworten Ungleichbehandlung der Kinder in der Schule? Bitte erklären Sie.
Selbstverständlich – bedarfsgerecht. Gerne hier nachlesen: https://deutsches-schulportal.de/expertenstimmen/jakob-erichsen-bildungsgerechtigkeit-ungleiches-ungleich-behandeln/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und warum haben Sie dann ein Problem damit, dass unterschiedlich befähigte Kinder nach unterschiedlichen Lehrplänen unterrichtet werden?
Weil sich Befähigung bei Kindern nicht ex ante feststellen lässt. Herzliche Grüße Die Redaktion
Dann dürften aber, nach Ihrer Logik, Schüler mit Fö-Bedarf niemals zieldifferent unterrichtet werden und Nachteilsausgleiche bei z. B. LRS oder Dyskalkulie, dürfte es dann auch nicht geben. Das würde bedeuten, alle werden im Gleichschritt unterrichtet und erreichen am Ende das gleiche Ziel? Wird dann nur der Zeitrahmen der Schullaufbahn “angepasst” – also manche erreichen das ominöse Ziel dann erst nach 20, 30… Jahren? Oder wann, zu welchem Zeitpunkt, nach welchem Kriterium stellt wer (?) dann fest, welche Befähigung der Mensch hat? Also ex post, wenn der Schulabschluss irgendwann, kurz vor Renteneintrittsalter doch, wider Erwarten, immer noch nicht erreicht wurde? Wie soll man Schüler individuell fördern, wenn man deren momentanen Fähigkeiten nicht einschätzen kann/darf, um daraus eine Prognose der zukünftigen Entwicklung zu erstellen? Eine Prognose ist eine gute und notwendige Arbeitsgrundlage, die aber “offen” sein sollte und meist auch ist (siehe die Wahlprognosen). Ich verstehe Ihre Gedanken nicht. Bitte erläutern Sie, wie genau Sie sich das vorstellen (am besten an einem konkreten, praktisch umsetzbaren Beispiel).
Ist das so schwer? Es geht darum, allen Schülerinnen und Schülern alle relevanten Inhalte anzubieten – und Kinder nicht schon von vorneherein für zu dumm dafür zu erklären. Auf welchem Niveau diese Inhalte dann bearbeitet werden können, steht auf einem anderen Blatt (und einem zieldifferenten Unterricht bei gleicher Stundentafel nicht im Weg).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Es geht darum, allen Schülerinnen und Schülern alle relevanten Inhalte anzubieten…”
… und wer legt wann und wie fest, welche Inhalte für den jeweiligen Schüler, zu welchem Zeitpunkt, relevant sind? Verschiedene Niveaustufen klingt ja erst einmal gut, aber ein Beispiel: Wie soll ein Kind, welches mit Mühe im Zahlenraum 10, mit Hilfe der Finger oder mit Anschauungsmaterial rechnet, die Multiplikation, oder Prozentrechnungn auf niedrigerem Niveau bearbeiten? Oder Kommazahlen – ach Moment, die sollen ja abgeschafft werden… 🙂
Das hat nichts mit “für zu dumm erklären” zu tun, manches ist für manche Menschen eben nicht zu verstehen. Das trifft auch auf akademisch gebildete Menschen zu. Nicht jeder ist fit auf jedem Gebiet und manchmal ist man auch in bestimmten Fachgebieten ganz tief unter dem Durchschnitt. Menschen sind halt verschieden. Auch ich habe so manchen “blinden Fleck”, halte mich deswegen aber nicht für dumm.
“I´m perfect in my imperfection.” oder “Wabi-sabi”!
“Dann dürften aber, nach Ihrer Logik, Schüler mit Fö-Bedarf niemals zieldifferent unterrichtet werden und Nachteilsausgleiche bei z. B. LRS oder Dyskalkulie, dürfte es dann auch nicht geben. Das würde bedeuten, alle werden im Gleichschritt unterrichtet und erreichen am Ende das gleiche Ziel?”
Da dem nicht so ist, haben Sie da – als Sonderpädagogin – wohl etwas falsch verstanden (augenroll)
Dann kann ich per se also auch keine Gleichheit/Ungleichheit der Fähgkeiten feststellen? Also für alle dieselben Anforderungen: dem GB-Kind genauso wie dem Spastiker wie dem EmSoz wie dem Noch-Ohne-Schein-Schüler?
Das ist dann aber wieder Gleiches für Ungleiche.
Ja, irgendwie beißt sich da die Katze in den Schwanz.
Sie haben das über gesamtes Arbeitsleben als Sonderpädagogin (!) für sich beantworten können?
Der war gut! 🙂
Das ist ja ein herrlicher Satz. Ich bin zwar kein Fan der Inklusion, was aber vor allem daran liegt, wie diese umgesetzt wird und wie die meisten Kinder darunter leiden. Ihren komischen „Rechtsgrundsatz“ finde ich trotzdem grenzwertig, damit kann man ja auch jegliche Form von Diskriminierung in jedem Bereich legitimieren!
Das stammt vom Bundesverfassungsgericht! Ich kenne den Grundsatz auch. Oben habe ich allerdings geschrieben, welche Art Auslegung ich ebenfalls gefährlich fände.
Vom Bundesverfassungsgericht? Ich würde eher sagen, das ist ein Verfassungsgrundsatz. Dass Heinz das nicht weiß, erschreckt mich allerdings noch mehr. Sie sind Lehrer, Heinz?
Hier nachzulesen unter Deutschland!!!
https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichheitssatz
Ich habe nachgelesen. So steht es bei Wikipedia:
“„Gleiche Fälle sollen gleiche Regeln treffen“ (Konrad Hesse) oder: „wesentlich Gleiches sei rechtlich gleich und wesentlich Ungleiches seiner Eigenart entsprechend rechtlich ungleich zu behandeln“ (Bundesverfassungsgericht).”
Ich muss mich korrigieren. Das ist also doch vom Bundesverfassungsgericht.
Eine inklusive Schule muss eine Schule sein, die auf die Bedürfnisse aller Kinder ausgerichtet ist – das würde ein Gemeinschaftsschulsystem erfordern. Das wird sich in Deutschland in nächster Zeit nicht flächendeckend umsetzen lassen, weil zu viele Menschen eine Gemeinschaftsschule generell ablehnen. Solange an der Mehrgliedrigkeit des Bildungssystem festgehalten wird, dass sich ursprünglich an Leistungsprofilen orientiert, können SuS mit Behinderungen lediglich integriert werden und das bedeutet immer eine nachträgliche Anpassungen von baulichen und personellen Rahmenbedingungen für die Aufnahme von SuS mit Behinderungen. Bevor man das umsetzt geht immer eine Überprüfung des Anspruchs auf solche Anpassungen vorweg – eine defizitorientierte Betrachtung der betreffenden Kinder. Ich rede jetzt nicht von dem Kind im Rollstuhl oder einer eindeutigen geistigen Behinderung, sondern von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen, Lernschwierigkeiten, sozial emotionaler Probleme, Sprachbehinderungen (die oft durch zielgerichtete Förderung geheilt werden kann), Autisten usw.
Das ist nicht inklusiv, das ist Mist.
Hinzu kommt, dass Bildung in der Verantwortung von 16 Bundesländern und unzähligen Kommunen liegt – und somit von drei unterschiedlichen Kostenträger abhängt. Das hat zur Folge, dass es große regionale Unterschiede in Bezug auf Gebäude- und Personalstrukturen der einzelnen Bildungseinrichtungen gibt. Je nachdem wie gut die Kommunen finanziell aufgestellt sind.
Was erforderlich wäre, eine gemeinsame Definition was „Inklusion“ bedeutet. Eine Öffnung des mehrgliedrigen Systems für SuS mit Behinderung – das würde ich Integration nennen…und was bedeutet das für jede einzelne Schulform – und müssen alle Schulformen alle Kinder mit einer Behinderung/einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf aufnehmen? Oder entscheidet man sich jeweils für einen oder zwei sonderpädagogische Schwerpunkte und welche personellen Ressourcen und pädagogische Raumkonzepte (personelle und räumliche Standards) werden dafür verlässlich bereitgestellt?
Und den Hinweis darauf, dass eine „inklusive Beschulung“ eine Kostenersparnis, im Vergleich zu einer Beschulung an einer Förderschule, bedeutet halte ich für falsch. Zumindest wenn Behinderte SuS keine Nachteile entstehen sollen. Richtig ist doch eher, dass Bildung eher ein milliardenhohes Finanzierungsdefizit aufweist.
Könnten Sie bitte benennen, wodurch dieses “milliardenhohe Finanzierungsdefizit” behoben werden soll?
Durch Umschichtung innerhalb der staatlichen Haushalte (wobei soll für die Finanzierung Ihres Vorschlages gekürzt werden) oder durch Steuererhöhungen (z. B. Erbschafts- und Vermögenssteuer)?
Wenn Einigkeit darüber bestehen würde, dass es dieses Defizit gibt und das man es ausgleichen will und muss, dann findet man auch Möglichkeiten. Aber mir fehlt der Glaube, dass dazu die Bereitschaft besteht.
Leider weichen Sie bei dieser zentralen Frage bezüglich Ihres wichtigen Anliegens aus.
Wer sich so exponiert und konkret bildungspolitisch positioniert, der sollte auch konkrete Vorschläge hinsichtlich der notwendigen Finanzierung in die Debatte einbringen, beides gehört seriös zusammen.
Welche Steuermittel und welche Haushaltsumschichtungen sind die Grundlage für Ihre bildungspolitischen Pläne?
Mehrgliedrigkeit ist eben irgendwo noch ein Erfolgsgarant, siehe Bayern. In Baden-Württemberg schneiden Gemeinschaftsschulen seit deren Einführung im Schuljahr 2012/2013 in Vergleichsarbeiten immer am schlechtesten ab. Das liegt nicht nur an einem unausgegorenen Konzept, sondern im Endeffekt daran, dass man mit Gemeinschaftsschulen auch viel Geld sparen kann, indem man alle Kids in eine Schule schickt und kleinere Hauptschulstandorte geschlossen hat.
Ich kenne leider auch keinen BW-Landespolitiker, der seine eigenen Kinder freiwillig auf eine Gemeinschaftsschule gesteckt hat oder stecken würde, was mich sehr wundert, denn sie wurde vor allem von SPD und Grünen als “leistungsstarke Schulart” beworben. Auch viele mir bekannte, dort tätigen Lehrkräfte sehen dahinter eine Mogelpackung.
Ich will das nicht grundsätzlich bewerten, dass ist aus meiner Sicht nicht das Thema. Wenn das Ziel nicht ein inklusives, sondern ein integratives Bildungssystem sein soll, dann braucht es ein funktionierendes Konzept und verlässliche Ressourcen. In Niesersachsen hat das zwischen 2009 und 2014 schon mal gut funktioniert, damals konnte die Anzahl der SuS an den Förderschulen Lernen um über 5000 SuS reduziert werden. Aber das was da jetzt gemacht wird ist Mist.
“…hat das zwischen 2009 und 2014 schon mal gut funktioniert, … Aber das was da jetzt gemacht wird ist Mist.”
Und was sind die Gründe, dass dieser gute Ansatz nicht weitergeführt und ausgebaut wurde? Waren die Eltern oder Lehrer dagegen? Oder waren es die Politiker wegen der hohen Kosten? Wer traf die Entscheidung für die jetzige “Billigvariante”?
Antworten
“traf die Entscheidung für die jetzige “Billigvariante”?”
Der geballte Widerstand gegen die Inklusion vielleicht? (augenroll)
Bloß keine Kinder mit Behinderung in der eigenen Klasse. Das Ergebnis haben wir heute – die Mehrheit ist zufrieden auf Kosten der Kinder und der Inklusionsklassenleitungen 🙁
“Was erforderlich wäre, eine gemeinsame Definition was „Inklusion“ bedeutet.”
Schade, dass sich angeblich niemand, in bald 20 Jahren, dieser Frage angenommen haben soll…
https://www.behindertenrechtskonvention.info/inklusion-3693/
Sie scheinen meine Auffassung nicht zu teilen, was ich nicht nachvollziehen kann. Denn über nichts wird mehr gestritten wie über die Deutung des Inhalts der Behindertenkonvention und dessen was daraus zu folgen hat. Deswegen wäre es sinnvoll, wenn man sich auf eine gemeinsame Definition, was Inklusion eigentlich für unser Bildungssystem bedeutet, einigen würde. Öffnen wir lediglich unser mehrgliedriges Schulsystem für Kinder mit einem festgestellten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf, was aus meiner Sicht eher einer Integration mit nachträglicher Anpassung notwendiger Rahmenbedingungen entspricht oder entwickeln wir ein inklusives Schulsystem? Das würde amS bedeuten, dass wir eine Schule für alle Kinder konzipieren…Wenn man schon mal bezüglich dieser Fragestellung eine Antwort finden würde, gäbe es wenigstens schon mal ein „Ziel“ auf dessen Umsetzung man hinarbeiten könnte…Welches pädagogische Raumkonzept braucht es und welches Personal ist dafür erforderlich. Da müssen entsprechende Standards entwickelt werden. Es wäre sicher auch hilfreich, wenn man die Anzahl der zuständigen Kostenträger reduzieren würde – Bund, Land und Kommunen sind einfach zu viele unterschiedliche Ebenen die notwendige und wirksame Entwicklungsprozesse untergraben.
Ich habe selber ein Kind was auf die Förderschule geht und ohne Förderschule wäre er warsch unbeschulbar zuhause.
Inklusions recht blabla das ist keine inklusion wenn in i Kitas alle Kinder normal sind und das Kind mit behinderung soll sich gefälligst anpassen.
Das ist Diskrimienirung und ausgrenzung.
Auf den Förderschulen haben die Kinder eine chance wärend in normalen Schulen sie gezwungen werden in dem Tempo umd ihrer art sich normal zu verhalten da überwiegend normale Kinder auf die Schule gehen.
Also kommt mir nicht von wegen inklusion und Förderschulen sind kake.
Ich könnte kotzen .. das ist nicht die Reallität!
Und sollten Förderschulen abgeschafft werden dann werden viele Kinder isuliert vom Unterricht befreit zuhause sitzen
Als Sonderschullehrerin erlebe ich die armen ‘Rückkehrer’ aus der Inklusion, die dem dort herrschenden sozialen Druck, das Mobbing und die Ausgrenzung durch Mitschüler nicht mehr aushalten konnten.Solange man die Menschen nicht ändern kann(und dafür hilft kein Geld der Welt),sind die Sonderschulen als Schutz-und Schonraum weiterhin zwingend notwendig.Und deshalb wählen auch viele Eltern noch die Sonderschulen(NRW:Förderschulen).
Krass! Haben Sie Rückmeldung mit diesen Schulen gehalten bzw. Beschwerde eingereicht?
Ist ja schon heftig, wenn Lehkräfte dort zuschauen, wie das Kind gemobbt wird, bis es die Schule wechselt, da sollten doch eher die Mobbenden den Hut nehmen 🙁
Ich glaube Sie stellen es sich zu einfach vor, Ausgrenzung in der Schule zu verhindern. Wir haben im Freundeskreis ein geistig behindertes Kind, das extrem undeutlich spricht. Im Unterricht wird dieses Kind nicht gemobbt. Es fällt ihm aber schwer, in der Pause Spielpartner zu finden. Außerdem ist es noch nie zum Kindergeburtstag eingeladen worden. Wollen Sie die anderen Kinder dazu zwingen?
“Ich glaube Sie stellen es sich zu einfach vor, Ausgrenzung in der Schule zu verhindern.”
Das Einfachste war es wohl, das Mobbing zu dulden, bis das Kind geht.
Wenn das ein jüdisches Kind wäre, das wegen seiner Religion weggemobbt würde, hätten wir einen Skandal. Kinder mit geistiger Behinderung reichen offenbar nur zur Anekdote im Internetforum, warum man sich keine Mühe machen soll.
“Es fällt ihm aber schwer, in der Pause Spielpartner zu finden. Außerdem ist es noch nie zum Kindergeburtstag eingeladen worden.”
DAS ist Ihre Ausrede? Zum Mobbing kein Wort mehr, hm?
Aber ja, DARUM brauchen wir Inklusion, denn sonst werden diese Kinder ausgegrenzt!
Sie finden das doch schlimm oder wollen Sie die Ausgrenzung nur lieber über das Schulsystem, dass Sie es nicht sehen, geschweige ein Angebot machen müssen?
Ich hoffe, Sie falsch verstanden zu haben, denn ich habe gerade einen sehr, sehr schlechten Eindruck von Ihrer Haltung gegenüber Kindern gewonnen 🙁
Dann machen Sie doch mal einen Vorschlag, wie wir diese Art von Ausgrenzung verhindern sollen. Wir betreiben im Unterricht jede Menge Programme zu Gleichbehandlung, zu “jeder ist anders, aber alle sind gleich viel wert”. Aber nochmal: Was soll ICH tun, wenn eine weinende Mutter bei mir sitzt und sagt: Unser Kind wird zu keinem Geburtstag eingeladen.?
Wie viele Kinder mit Behinderungen haben Sie denn in Ihrer Klasse?
Das ist eine Versündigung an solchen Kindern, die in kleinen Klassen und mit enger Betreuung doch noch ihren Abschluss schaffen könnten!
Wenn Sie damit Förderschulen meinen – dort schaffen Kinder höchst selten einen anerkannten Abschluss. Gerne hier nachlesen: https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/hohe-quote-schulabbrecher-foerderschulen-grund-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Kinder mit körperlich-motorischer Einschränkung sind – was Inklusion angeht – das kleinste aller Probleme!
Lasdt uns doch mal über “sozial-emotional-reifeverzögert” reden! Oder über massiv kognitiv eingeschränkt.
Kinder als Probleme? Oder Bedingungen als Problem? Herzliche Grüße Die Redaktion
Vorsicht; wären SuS Problembären, in BY dürften sie erschossen werden.
Entnahme statt Verweisung von der Schule.