DÜSSELDORF. Kommunizieren im digitalen Zeitalter heißt prüfen, produzieren, präsentieren. Doch wie gut sind Kinder und Jugendliche darauf vorbereitet? Der dritte Teil unserer Serie zu „Future Skills“ im Rahmen des Themenmonats „Schule der Zukunft“ richtet den Blick auf die für eine erfolgreiche Kommunikation notwendigen Kompetenzen – und wie Schulen diese stärken können.
Hier geht es zu allen drei Teilen der Reihe.

Die Fähigkeit zu kommunizieren, umfasst im 21. Jahrhundert weit mehr als mündlich oder schriftlich Informationen adressatengerecht zu vermitteln. Dem europäischen Referenzrahmen für digitale Kompetenz DigComp 3.0 zufolge fällt unter Kommunikationskompetenz auch, Informationen verantwortungsvoll weiterzugeben, also etwa die Qualität gefundener Informationen zunächst kritisch zu bewerten. Menschen sollten demnach in der Lage sein, „Informationen und Inhalte mithilfe geeigneter digitaler Technologien auf ethische und verantwortungsbewusste Weise mit anderen zu teilen“ und ihre Kommunikation an spezifische Kontexte anzupassen.
Ähnliche Anforderungen finden sich auch in der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ der Bildungsministerkonferenz (BMK): Schülerinnen und Schüler sollen Informationen analysieren, interpretieren und kritisch bewerten sowie digitale Werkzeuge zielgerichtet- und situationsgerecht für Kommunikation und Kooperation nutzen können.
Verschiedene Aspekte erfolgreicher Kommunikation
Der Anspruch, den beide Orientierungsrahmen formulieren, hängt eng zusammen mit weiteren Zukunftskompetenzen, wie den Fähigkeiten, Informationen recherchieren und prüfen sowie Inhalte produzieren und präsentieren zu können. Unter dem Schlagwort „Präsentationskompetenz“ fassen die Organisatoren des Schüler*innen-Wettbewerbs „Jugend präsentiert“ diese Fertigkeiten zusammen.
Doch wie gut sind Jugendliche in Deutschland in diesem Bereich aufgestellt? Aufschluss geben die Daten der internationalen Vergleichsstudie ICILS, die die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Achtklässler*innen testet. Diese beschreibt digitale Kompetenzen als „computer- und informationsbezogene Kompetenzen“. Das sind die individuellen Fähigkeiten einer Person, „die es ihr erlauben, digitale Medien zum Recherchieren, Gestalten und Kommunizieren von Informationen zu nutzen und diese zu bewerten, um am Leben im häuslichen Umfeld, in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft erfolgreich teilzuhaben“.
ICILS 2023: Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander
Die Ergebnisse der jüngsten Vergleichsstudie ICILS 2023 zeichnen jedoch ein ernüchterndes Bild: Durchschnittlich erreichten die deutschen Schüler*innen mit 502 Punkte eher ein geringes mittleres Kompetenzniveau. Sie lagen damit deutlich hinter den im Mittel erreichten Werten der vier Spitzenreiter, Republik Korea (540 Punkte), Tschechien (525 Punkte), Dänemark (518 Punkte) und Taiwan (515 Punkte). Hinzukommt, dass die Studienverantwortlichen im Vergleich zu den vergangenen Erhebungen zuletzt sogar einen deutlichen Kompetenzrückgang bei den deutschen Schüler*innen feststellen konnten (ICILS 2013: 523 Punkte; ICILS 2018: 518 Punkte).
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„In sehr besorgniserregender Weise wird für Deutschland zudem deutlich, dass mit ICILS 2023 erstmals mehr als 40 Prozent der Achtklässlerinnen nur über sehr geringe Fähigkeiten im kompetenten und reflektierten Umgang mit digitalen Medien und Informationen (maximal Kompetenzstufe II) verfügen. Dies sind signifikant und deutlich mehr Schülerinnen als fünf bzw. zehn Jahre zuvor“, schreiben die Autorinnen im Ergebnisbericht.
„Wir hängen 40 Prozent der jungen Menschen in einer von Digitalität geprägten Gesellschaft komplett ab“
„Schülerinnen und Schüler, die nur die unteren beiden Kompetenzstufen erreichen, können auf dem Tablet nicht mehr als klicken und wischen“, erklärt in diesem Zusammenhang Birgit Eickelmann, Leiterin der Studie in Deutschland und Professorin für Schulpädagogik der Universität Paderborn im Interview mit dem Deutschen Schulportal. Diese Jugendlichen könnten beispielsweise zwar einen Link finden und anklicken, die Informationen aber nicht einordnen, ihre Qualität nicht bewerten und sie auch nicht weiterverarbeiten. „Der wesentliche Unterschied zu den höheren Kompetenzstufen ist, dass die Fähigkeit zu einer reflektierten und eigenständigen Nutzung fehlt.“ Eickelmann mahnt: Damit sei die Stabilität unserer demokratischen Gesellschaft gefährdet. „Wir hängen 40 Prozent der jungen Menschen in einer von Digitalität geprägten Gesellschaft komplett ab.“
Auch wenn die Querschnittsstudie keine Beschreibung kausaler Zusammenhänge erlaube, so gebe sie laut Bildungsforscherin Eickelmann Hinweise auf Entwicklungspotenziale in Deutschland. So seien die Möglichkeiten, digitale Medien für die Unterstützung von Lernprozessen zu nutzen, noch längst nicht ausgeschöpft. Gleichzeitig fehle es allerdings an vielen Schulen an den dafür benötigten Rahmenbedingungen.
Empfehlungen zur Kompetenzförderung
Empfehlungen, wie Schulen die im digitalen Zeitalter notwendigen Kommunikationskompetenzen fördern können, finden sich zum Beispiel in den „Leitlinien für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte zur Bekämpfung von Desinformation und zur Förderung der digitalen Kompetenz“ der Europäischen Kommission. Diese bieten nach eigener Darstellung „konkrete, praktische Anleitungen für Lehrkräfte bzw. pädagogische Fachkräfte“, um digitale Kompetenz zu fördern. Darunter versteht der Leitfaden die Fähigkeiten, „auf Informationen zugreifen, sie verwalten, verstehen, integrieren, kommunizieren, bewerten, erstellen und verbreiten zu können, und zwar auf sichere und verantwortungsvolle Weise unter Verwendung digitaler Technologien“. Das selbsternannte Ziel der Handreichung: in diesem Sinne eine praktische Unterstützung für den Unterricht zu bieten.
Im Abschnitt „Rahmenbedingung“ finden sich in der Leitlinie beispielsweise Tipps, wie Schulen eine Lernumgebung schaffen können, die den Aufbau digitaler Kompetenz fördert. „Diese Hinweise, die auf aktuellen Forschungsergebnissen und Rückmeldungen von Lehrkräften bzw. pädagogischen Fachkräften beruhen, beziehen sich beispielsweise auf die Rolle von Lehrkräften bzw. pädagogischen Fachkräften und Schülerinnen und Schülern, die Schaffung einer sicheren und ansprechenden Lernumgebung“, heißt es dort.
Die Autor*innen empfehlen Lehrkräften unter anderem, sensiblere Diskussionen, etwa rund um Verschwörungstheorien, erst zu führen, wenn eine Klassengemeinschaft existiert. Denn „kontroverse Themen lassen sich am besten in einer offenen Umgebung diskutieren, in der sich die Schülerinnen und Schüler sicher, gesehen und gehört fühlen“. Darüber hinaus umfasst die Leitlinie Aktivitätspläne, etwa zum Umgang mit verschiedenen Quellen und zur Beurteilung von Informationen als Anregung für den Unterricht.
Praktische Ideen für den Unterricht
Möglichkeiten, die Präsentationskompetenz der Schülerinnen und Schüler systematisch zu stärken, konkretisiert die Handreichung „Jugend präsentiert KOMPAKT“ mit Lehreinheiten, Unterrichtsmodellen und Kopiervorlagen. Sie bietet unter anderem Übungen, in denen Schülerinnen trainieren, Präsentationen auf die Zuhörerinnen abzustimmen, Inhalte klar strukturiert zu vermitteln, gelungen zu argumentieren und verständlich zu formulieren.
Dabei nimmt auch die Darstellung einen großen Stellenwert ein. So verbinden sich mit unterschiedlichen Medien unterschiedliche Chancen, einen Vortrag ansprechender und interessanter zu gestalten. „Vor allem aber bieten Medien die Möglichkeit, über medial erzeugte Anschaulichkeit einen höheren Verständnisgrad bei den Mitschülern zu erreichen.“ Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Medienformate bewusst auszuwählen und Gestaltungsmittel reflektiert einzusetzen. Bei der Medienwahl laute die Leitfrage, welche Inhalte sich durch die Medialisierung anschaulicher und verständlicher darstellen lassen.
Es zeigt sich: Kommunikative Kompetenz im digitalen Zeitalter ist kein Selbstläufer. Schüler*innen müssen die mit ihr verbundenen Fähigkeiten und Fertigkeiten systematisch trainieren. Schulen können sie dabei gezielt unterstützen, indem sie Recherche, Quellenkritik und Präsentation gezielt zum Gegenstand des Lernens machen. News4teachers/AH
Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Schule der Zukunft“.
Kooperieren, reflektieren, Verantwortung übernehmen: So fördern Schulen Future Skills








