DUISBURG. Eine seit 2009 krankgeschriebene Lehrerin aus dem Ruhrgebiet, deren Fall im vergangenen Jahr bundesweit für Schlagzeilen sorgte, steht nun im Fokus strafrechtlicher Ermittlungen. Es geht um einen Betrugsverdacht: Während sie gegenüber ihrem Dienstherrn ihre Dienstunfähigkeit geltend machte, soll sie zugleich als Heilpraktikerin gearbeitet haben. Nun wurde ihre Wohnung durchsucht.

Im Ruhrgebiet haben Ermittler die Wohnung einer Lehrerin durchsucht, die über viele Jahre hinweg keinen Dienst mehr geleistet hatte. Wie die Staatsanwaltschaft Duisburg mitteilte, wurde der Durchsuchungsbeschluss am Dienstag vollstreckt. Dabei seien „beweiserhebliche Unterlagen und elektronische Datenträger sichergestellt“ worden. Die Auswertung des Materials steht noch aus.
Gegen die Frau wird wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt. Sie war an einem Berufskolleg in Wesel tätig und seit 2009 durchgehend krankgeschrieben. Nach Angaben der Ermittler bestehen Anhaltspunkte dafür, dass sie ihre Dienstunfähigkeit nur vorgetäuscht habe. Während sie gegenüber dem Land Nordrhein-Westfalen als Dienstherrn entsprechende Angaben machte, soll sie parallel als Heilpraktikerin gearbeitet und sogar an einem Gründungswettbewerb teilgenommen haben.
Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, hätte die Lehrerin über Jahre hinweg Bezüge erhalten, ohne ihrer Dienstpflicht nachzukommen. Juristisch relevant ist dabei insbesondere der Zeitraum der vergangenen vier Jahre. Für weiter zurückliegende Zeiträume könnten mögliche Straftaten bereits verjährt sein, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erläuterte. Bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.
Der Fall war im vergangenen Jahr in ganz Deutschland als Skandal wahrgenommen worden. Damals wurde bekannt, dass die Lehrerin über mehr als 15 Jahre hinweg krankgeschrieben war, ohne dass eine amtsärztliche Untersuchung angeordnet worden war. Erst im April 2025 reagierte der Dienstherr und forderte eine entsprechende Untersuchung ein.
Die Lehrerin setzte sich juristisch dagegen zur Wehr. Sie beantragte beim Verwaltungsgericht Düsseldorf, vorläufig von der Untersuchungspflicht befreit zu werden. Das Gericht lehnte den Antrag ab. Auch ihre Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen blieb erfolglos. Das OVG stellte klar, dass eine amtsärztliche Untersuchung auch nach langer Krankheitsdauer zulässig ist. Die lange Abwesenheit allein sei ein ausreichender Anlass. Weitere konkrete Gründe müssten nicht vorliegen.
Zugleich betonten die Richter, dass eine solche Untersuchung auch psychiatrische Aspekte umfassen dürfe, sofern entsprechende Hinweise vorlägen. Der Dienstherr handle dabei sowohl aus Fürsorgepflicht gegenüber der Beamtin als auch im Interesse der Allgemeinheit. Ziel sei es sicherzustellen, dass Beamte ihre Aufgaben erfüllen können und nicht dauerhaft ohne Dienstleistung alimentiert werden.
Parallel zu den strafrechtlichen Ermittlungen wurden disziplinarrechtliche Schritte eingeleitet. Die Bezirksregierung Düsseldorf bestätigte bereits im vergangenen September zwei Verfahren: eines gegen die Lehrerin selbst, ein weiteres gegen einen Mitarbeiter der Behörde. Dieser war für die Bearbeitung der Krankschreibung zuständig. Untersucht wird nun, wie es zu der außergewöhnlich langen Phase ohne Überprüfung der Dienstfähigkeit kommen konnte. Sollten sich Dienstvergehen bestätigen, drohen – neben den strafrechtlichen – auch beamtenrechtliche Konsequenzen. Dazu zählen etwa die Kürzung oder Rückforderung von Bezügen. News4teachesr / mit Material der dpa
Lehrerin 15 Jahre krankgeschrieben: Schulministerin sieht kein “systemisches Problem”









Das sind die Auswüchse des Beamtensystems. Diese Frau ist zwar die Spitze des Eisbergs. So dreist sind andere kaum, aber es ist eben nur die Spitze des Eisbergs. Daneben gibt es dutzende andere langjährig Dauerkranke und andere, die es “nur” für Monate oder Wochen immer wieder vorgeblich sind (ich meine nur diese). Dauerhaft 100% Gehaltsfortzahlung macht dem Beamten die Krankschreibung leicht.
Stellen Sie sich mal die Frage, warum diese Beamt*innen dauerhaft erkrankt sind…gibt ernüchternde Statistiken dazu.
Warum verbreitet du nur dauernd so einen Stuss!?
Es ist (oh Wunder….) genau umkehrt und Trafibeschäftigesind wesentlich öfter Krank …:
“…Beamtinnen und Beamte im Jahr 2024 eine durchschnittliche Krankenstandsquote von 7,44
Prozent aufweisen. Der Krankenstand der Tarifbeschftigten liegt mit
9,33 Prozent vergleichsweise höher.”
Link:
https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV18-4140.pdf
Bezieht sich die Quote auf alle Tarifbeschäftigten? Falls ja, ist das eine grobe Verzerrung …
Den Vergleich mit Angestellten zieht Menschenskinder an keiner Stelle. Was Sie stattdessen betreiben ist “whataboutism”. Gerne nachschlagen.
Ihre 9,33% beziehen sich auf Beschäftigten des Landes. Eben NICHT auf LEHRER:
Tab. 6: Krankenstand nach Beschäftigtenverhältnis (ohne Lehrkräfte); auf S.12.
Ohne heißt hier, dass Lehrkräfte in dieser Zahl nicht abgebildet sind. Klar soweit?
Das ändert aber nichts daran, dass diese Lehrerin als Angestellte nach 6 Wochen nur noch Krankengeld in Höhe des Arbeitslosengeldes bekommen hätte und auch das endet irgendwann m.E. So wäre sie sicherlich nie 16 Jahre krankgeschrieben geblieben.
Wär sie zwischendurch immer mal ein paar Tage wiedergekommen, dann schon…
Aber nur, wenn es dann eine andere Krankheit ist und nicht, wenn es wieder die gleiche ist. Da muss mehr Zeit vergehen.
Wenn sie 16 Jahre lang arbeitsunfähig erkrankt wäre in der GKV, wäre sie nach 72 Wochen Krankengeld für ein Jahr ins Arbeitslosengeld I gerutscht und von dort aus in die Erwerbsminderungsrente oder ins Bürgergeld, alles mit deutlichen Abschlägen beim Einkommen.
Selbstverständlich gibt es Menschen, die 16 Jahre lang arbeitsunfähig erkrankt sind.
Passt wohl nicht ins Weltbild.
Nun, man muss beide Seiten betrachten, zum einen die besorgniserregenden Gesundheitszustände bei Lehrern, die durchaus vorhanden und ernst zuu nehmen sind, zum anderen aber auch das Ausnutzen dieser bequemen Krankschreibung ohne finanzielle Folgen (wie sie der Angestellte hat). Und wer kennt sie nicht, die Kollegen, die regelmäßig eine Woche Auszeit immer ausgrechnet zu Korrekturzeiten nehmen, die krank geschrieben sind, aber fleißig beim Hausbau tätig werden, die Wochenenden auch mal verlängern? Richtig, die gibt es in allen Berufen, aber verschweigen sollte man sie im Lehrerberuf nun auch nciht.
Davon abgesehen, wenn man von durchschnittlich 21 Fehltagen im Lehramt spricht und setzt das in Relation zur tatsächlichen Anwesenheitspflicht, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Und wenn man bedenkt, dass viele Kollegen in 10 Jahren keine 21 Fehltage zusammenbekommen, dann müssen da doch gewaltige Unterschiede sein.
Sie tun mir leid. Der Neid auf Beamte zerfrisst sie ganz offensichtlich. Veryuchen Sie doch mal , disen bösen Charakterzug los zu werden.
“Dauerhaft 100% Gehaltsfortzahlung macht dem Beamten die Krankschreibung leicht.”
Der Unterschied ist, dass die “freie” Wirtschaft ihre Problemfälle auf Kosten der Allgemeinheit (Sozialversicherungen) “entsorgt” und im Anschluss dann über “zu hohe” Steuern und Abgaben stöhnt, statt sich einmal selber zu hinterfragen.
Nebenbei: Krankenstand in der deutschen Automobilindustrie: 15% (deutsches Tesla-Werk: 20%). Und das bei einer 35-Stunden-Woche (teilweise sogar weniger). Zu wenig Arbeit scheint krank zu machen.
Und der Anteil der “dauerkranken” Lehrer liegt im Promillebereich. Ihre “Dutzenden” gehen bei 800.000 Lehrkräften in Deutschland statistisch einfach unter.
Es geht um einen Schaden von rund 240.000 Euro
Bei der strafrechtlichen Prüfung des Falls hätten sich dann schließlich Anhaltspunkte ergeben, dass die Frau bewusst falsche Angaben gegenüber dem Land als ihrem Dienstgeber gemacht habe. Während sie vorgegeben habe, dienstunfähig zu sein, habe sie den Ermittlungen zufolge als Heilpraktikerin gearbeitet und auch an einem Gründungswettbewerb teilgenommen, schrieben die Ermittler. Weil sie dadurch zu Unrecht ihre Dienstbezüge als Lehrerin (zwischen 5051 und 6174 Euro brutto im Monat) erhalten habe, laufen nun Ermittlungen wegen gewerbsmäßigem Betrugs. Es geht um einen möglichen Schaden von rund 240.000 Euro.
https://www.msn.com/de-at/nachrichten/other/16-jahre-krankgeschrieben-nun-razzia-bei-lehrerin/ar-AA1ZB2hE
Das finden Sie egal? Oder mindestens “pille-palle”? Ich nicht. Und dann rechnen Sie noch die dutzenden anderen Fälle dazu.
Natürlich sollte man Verdahtsfällen (und mehr ist es erst einmal nicht bis zu einem eventuellen Urteil) nachgehen.
Aber trotzdem sind solche Fälle kein Grund, dass systematische Kampagnen gegen die Verbeamtung im Lehrerberuf in allen(!) großen “Qualitätsmedien” aufgrund solcher Einzelfälle, inszeniert werden, zeitgleich(!) zu Absixcht der Politik die Verbeamtung im Lehrerberuf abzuschaffen. Zufälligerweise wo der Bund ein paar “gute” (= hohe) Beitragszahler in der Rentenversicherung gebrauchen könnte, um seine mittlerweile 120 Milliarden Euro Bundeszuschuss zu reduzieren. Ich habe es hier einmal vorgerechnet: Wenn alle Lehrkräfte in die Rentenversicherung einbezahlen müssten (und die aktuellen Pensionäre Bestandsschutz hätten, d.h. die Länder zahlen diese Pensionen weiter), würde das dem Bund pro Jahr 10.000.000.000 Euro (= 10 Milliarden Euro) Ersparnis bringen. Davon könnte er jedes Jahr entweder 1000 neue Panzer oder100.000 heue Drohnen kaufen oder 50.000 Soldaten bezahlen.
Wer hier keine Zusammenhänge mit der gezielten Kampagne gegen verbeamtete Lehrkräfte (= größte und teuerste Gruppe im öffentlichen Dienst) erkennt… es geht immer nur(!) gegen die Lehrer, nie gegen Finanzbeamte, Richter, Polizisten oder auch nur Beamten in den sonstigen Bundes-/Landes-Verwaltungen. Alle (vermeintlichen) “Missbrauchsfälle” sind fast immer Lehrer!!! Alle Kampagnen gegen “zu hohe Pensionen” sind immer auf Lehrer bezogen, nie auf Richter, Staatsanwälte, Verwaltungsbeamte, die teilweise noch viel höhere Pensionen bekommen!
Das ist nicht egal. Das ist Betrug. Leider werden Langzeiterkrankte deshalb jetzt noch negativer gesehen und auf die Frage hin abgeschätzt, ob diese sich nicht ebenfalls auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung ausruhen.
Die meisten dauererkrankten Menschen sind schwer krank, unabhängig von ihrer Versicherung und ihrer wirtschaftlichen Situation. Einige haben es durch ihren Beamtenstatus finanziell einfacher als andere. An der Schwere ihrer Erkrankung ändert das nichts.
Dieses Mäkeln an schwer Erkrankten finde ich schwer zu ertragen.
Ich gönne jedem von ihnen eine gute Absicherung, da ein Mangel an dieser Stelle die Gesundheit durch die Existenzangst zusätzlich gefährdet.
“Dieses Mäkeln an schwer Erkrankten finde ich schwer zu ertragen.”
Wenn es denn so wäre, dass häufig oder lang fehlende Arbeitskräfte immer schwer erkrankt sind, würde wohl kaum jemand mäkeln, sondern dankbar sein für die eigene Gesundheit.
Leider macht es sich der/die eine oder andere mit Krankschreibungen aber auch leicht. Kennt nicht jeder solche Fälle?
Von der seit 2009 krankgeschriebenen Lehrerin kann man nun wirklich nicht sagen, es würde zu unrecht an einer schwer Erkrankten rumgemäkelt..
Mich regt eher falsches Verständnis auf, weil andere in irgendeiner Form für solche Schmarotzereien aufkommen müssen.
Ich arbeite seit Langem ehrenamtlich für Langzeiterkrankte, indem ich ihnen bei Arztbesuchen und Behördenangelegenheiten helfe. Es ist tatsächlich nach wenigen Wochen Krankschreibung durch den Hausarzt fast unmöglich, von diesem noch länger krankgeschrieben zu werden, auch wenn beispielsweise eine offensichtliche Suchterkrankung und / oder eine psychische Erkrankung zugrunde liegt. Gleichzeitig ist es sehr schwierig, einen Termin bei einem Psychiater zu bekommen, weil diese keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Psychiater schreiben aufgrund der oft lange dauernden psychischen Erkrankungen auch länger krank. Ich lebe städtisch und komme kaum an Termine, auf dem Land stelle ich es mir nahezu unmöglich vor. Gleichzeitig sind die erkrankten Personen nicht selbständig zu weiteren Fahrten mit den kaum vorhandenen öffentlichen Verkehrsmitteln in der Lage. Wer hier nicht tatkräftig geholfen bekommt, ist verloren.
Krankschreibungen werden definitiv nicht hinterhergeworfen.
Eine Dauer-AU vom Hausarzt ist möglich, wenn dieser beispielsweise als Internist selbst zu dem nachvollziehbaren Ergebnis kommt, dass der Patient nicht arbeitsfähig ist und sich mit Reha und Therapien auf dem Weg in die Erwerbsunfähigkeitsrente befindet, während er überbrückend Bürgergeld erhält und dafür die monatlichen AUs wie beim Arbeitgeber vorlegen muss.
Diesen Menschen sieht man ihr Leiden häufig nicht an. Wenn sie nach Draußen gehen und an einem gewöhnlichen Dienstagvormittag in der Stadt auf einer Bank sitzen und Coffee to Go trinken, ist das ein guter Tag.
Ich kenne niemanden, der in dieser Situation nicht zusätzlich zur Erkrankung unter permanentem Dauerstress steht aufgrund der permanenten unsicheren Existenzsicherheit.
Dabei weiß ich, dass die meisten meiner „Schützlinge“ unter Ihre Wahrnehmung „kennt nicht jeder solche Fälle…“ fällt, weil sie ohne sichtbare körperliche Leiden und in gepflegtem Zustand in der Öffentlichkeit sichtbar sind.
Ich finde das potentiell gefährlich für die Gesundheit. Jeder Einzelne von ihnen musste ermutigt werden, unter Menschen zu gehen. Die Angst, gesehen und als Schmarotzer eingeschätzt zu werden ist groß und schambehaftet. Zu Hause zu bleiben ist aber gerade bei psychischen Erkrankungen das Schlimmste, was jemand dauerhaft tun sollte.
Durch die elektonische Krankschreibung (AU) werden bei den Angestellten die krankheitsbedingten Ausfalltage ab Tag Eins erfasst. Die beamten aber müssen erst ab dem vierten Tag eine Dienstunfähigkeitsbescheinigung vorlegen.
Statistik taugt zur Beweisführung auch nur, wenn man die datengrundlagen vergleichbar macht. Ansonsten bleibt es bei den beliebten Kernobstvergleichen.
In der Statistik erfasst werden die Krankentage aber trotzdem, auch wenn ich erst ab Tag 4 eine AU brauche.
Eben, aber erst ab dem vierten Tag. Unter dreitägige Zeiten werden nicht durchgehend von den privaten Krankenkassen erfasst. Wozu auch.
In welcher? Die der Bez.-Reg. oder die der PKV?
Wenn ein Beamter einen oder zwei Tage “korrekturfrei” nimmt, dann tauchen die bei der Bez.-Reg. nur auf, wenn die SL sie meldet. Bei der PKV tauchen sie überhaupt nicht auf.
Also ich bekomme jedes Jahr im Jänner eine Übersicht über meine Krankentage des letzten Jahres und muss diese kontrollieren und dann gegenzeichnen und Retour zur Regierung schicken.
Bei uns reichen fast alle ab Tag 1 eine AU ein, weil man auch nie weiß, wie lange man krank ist und es etwas schwierig ist bei Ärzten mit der Krankschreibung, wenn man erst am dritten Tag kommt.
Bei den Angestellten muss genauso, bei Fehlzeiten länger als drei tage erst eine Krankschreibung vorliegen. Bei beiden (Angestellten und Beamten) gilt, dass diese bei längerer Krankheit dann ab dem ersten Tag ausgestellt sein muss.
Das ist also alles gleich.
Einziger Unterschied, dass bei Beamten das Wochenende nicht mit reinzählt sondern nur die Arbeitstage.
Es ist schwierig mit anzusehen, wie durch einzelne Fälle ein ganzer Berufsstand in ein schlechtes Licht gerückt wird.
Der Lehrerberuf besteht längst nicht nur aus Unterricht von 8 bis 13 Uhr. Wer das glaubt, unterschätzt die Realität erheblich.
Unterrichten ist nur ein Teil unserer Arbeit. Dazu kommen Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Elterngespräche, individuelle Förderung, Dokumentation, Anträge, Fortbildungen, Konferenzen bis in den Abend, Zusammenarbeit mit Jugendamt, Schulsozialarbeit und weiteren Stellen. Referendare werden betreut, Förderpläne erstellt und umgesetzt, Veranstaltungen organisiert.
Viele von uns beginnen den Tag kurz nach 7 Uhr und verlassen die Schule erst zwischen 16 und 19 Uhr. Arzttermine werden – wenn möglich – in die Ferien gelegt.
Und selbst dann ist nicht einfach „frei“. Auch in den Ferien fahren viele Lehrkräfte mehrfach in die Schule, um liegengebliebene Arbeit zu bewältigen, weil die Zeit im Alltag schlicht nicht ausreicht.
Es gibt, wie in jedem Beruf, schwarze Schafe. Aber sie stehen nicht für die Mehrheit.
Was oft fehlt, ist ein realistischer Blick auf die tatsächliche Arbeitsbelastung. Und ein gewisser Respekt gegenüber denjenigen, die trotz hoher Anforderungen und zunehmendem Lehrermangel jeden Tag versuchen, Schule am Laufen zu halten.
Viele reduzieren inzwischen ihre Stunden – nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil die Belastung sonst nicht mehr tragbar ist.
Kritik ist wichtig. Pauschale Urteile helfen niemandem.
In diesem Sinne: Frohe Ostern und ein schönes Wochenende.