Start Kita Dreijähriger stirbt sechs Tage nach Sturz in einen Fluss bei Kita-Ausflug

Dreijähriger stirbt sechs Tage nach Sturz in einen Fluss bei Kita-Ausflug

43
Anzeige

SIEGEN. Ein dreijähriger Junge ist nach einem Sturz in die Sieg bei einem Kita-Ausflug in Siegen gestorben. Das teilte die Polizei mit. Demnach erlag das Kind sechs Tage nach dem Unfall in den frühen Nachmittagsstunden im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Zu spät… (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Der Vorfall hatte sich am Dienstagmittag ereignet. Der Junge war mit seiner Kita-Gruppe in der Nähe des Flusses unterwegs. Insgesamt 46 Kinder wurden von acht Aufsichtspersonen begleitet, wie der Träger der Einrichtung, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), mitteilte. Nach bisherigen Erkenntnissen spielte das Kind gemeinsam mit anderen Kindern unter Aufsicht mehrerer Betreuungspersonen am Wasser.

Als auffiel, dass der Dreijährige fehlte, begann die Suche. Nach Angaben der Polizei wurde er schließlich in einer Art natürlichen Flussbecken in der Sieg treibend entdeckt. Betreuer bargen den Jungen aus dem Wasser. Zu diesem Zeitpunkt war er bewusstlos.

Rettungskräfte reanimierten das Kind noch vor Ort und brachten es anschließend in ein Krankenhaus. Dort befand sich der Junge zunächst in einem kritischen Zustand und kämpfte in den folgenden Tagen um sein Leben.

Die Polizei geht derzeit von einem Unglücksfall aus. Hinweise auf eine Straftat liegen nach aktuellem Stand nicht vor. Details zum genauen Hergang hat die Polizei bislang nicht veröffentlicht. Die Ermittlungen zu den Geschehensabläufen dauern weiter an.

Auch der DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein war nach dem Vorfall vor Ort. „Als ich in der Kita eintraf, war auch bereits die Notfallseelsorge vor Ort. Das Team steht unter Schock“, erklärte Vorstand Martin Horchler.

Nach dem Tod des Kindes zeigte sich der Träger erneut tief betroffen: „Wir sind tief erschüttert und unendlich traurig.“ Man sei in Gedanken bei der Familie und den Angehörigen. Zugleich betonte Horchler, wie wichtig es sei, das Team in dieser Situation zu unterstützen und ihnen Halt zu geben. News4teachers / mit Material der dpa

Kita unter Schock: Fünfjähriger wohl von Terrassentür der Einrichtung erschlagen

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei
43 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
TaMu
27 Tage zuvor

Es ist mir absolut unbegreiflich, wie man mit 8 Personen und 46 Kindern mit Dreijährigen darunter an ein Gewässer gehen kann. Jede Person muss dabei theoretisch permanent fast 7 Kinder im Blick haben, die am Wasser ausgelassen spielen. Im U3 Bereich geht man aus guten Gründen von maximal 5 Kindern pro Person aus, was sich auf Betreuung in geprüft kindersicherer Umgebung bezieht.
Kein leuchtendes Kinderauge und kein noch so tolles Kita- Konzept ist es wert, so einen Leichtsinn mit dem Tod eines Kindes zu bezahlen. Immer wieder lese ich von solchen Katastrophen, die durch frühzeitiges Mitdenken und den Verzicht auf Verharmlosung der tatsächlichen Gefahren verhindert worden wäre.
Ich kann hier auch nichts schreiben, was ich den Eltern wünsche. Es gibt keine tröstenden Worte für den Verlust des geliebten Kindes, nur tiefes Mitgefühl.

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

Wollen doch alle kleinere Gruppen.

Angelika Mauel
25 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

“Immer wieder lese ich von solchen Katastrophen, die durch frühzeitiges Mitdenken und den Verzicht auf Verharmlosung der tatsächlichen Gefahren verhindert worden wäre.”
Liebe TaMu ! Und du denkst ganz normal und gründlich darüber nach und kannst es einordnen, während andere die Probleme nicht begreifen wollen.

Erst wenn die dpa Zusammenhänge übermitteln und auf die Todesfälle und Gesundheitsschäden, die es nach vermeidbaren Kita-Unfällen gegeben hat, ausdrücklich hinweisen würde, wäre es nicht mehr möglich, nach jedem tragisch endenden Unglücksfall wie üblich “zur Tagesordnung” überzugehen.

Die Eltern erleben sich leider als angewiesen auf diese Kita-Plätze und werden nicht scharenweise die Betreuungsplätze bei den Stadtmäusen kündigen, was ein grandioses Zeichen wäre.
So ist es kein Wunder, dass nun die zuvor verkündete Schließung der Einrichtung in dieser Woche überdacht wurde:
Zitat von der Seite des Trägers DRK Siegen-Wittgenstein:
“Auch wenn wir vorgestern zunächst angekündigt hatten, die KiTa in dieser Woche geschlossen zu halten, haben wir diese Entscheidung vor dem Hintergrund der Bedürfnisse der Kinder noch einmal sorgfältig geprüft und neu abgewogen. Viele Kinder brauchen gerade jetzt einen vertrauten, geschützten Rahmen sowie pädagogische Begleitung, um das Erlebte verarbeiten zu können. Vor diesem Hintergrund wird die KiTa ab Donnerstag, 26. März, schrittweise wieder geöffnet, zunächst mit verkürzten Öffnungszeiten.”

So werden die Weichen gestellt, damit es nicht zu einer Aufarbeitung kommt, die diesen Namen verdient.
Ich frage mich, wie es möglich war, dass diese neu gebaute Kita eine Betriebserlaubnis für die Betreuung von 60 Kindern bekommen hat, obwohl das Außengelände bemerkenswert klein für so viele Kinder zu sein scheint. Wurde in der Konzeption der Einrichtung die Betreuung der Kinder in den idyllischen Siegauen eventuell fest eingeplant?

Es gibt Krippen in Innenstädten, die eine Betriebserlaubnis bekommen haben, weil die “mit den Kindern zu Fuß und im Krippenwagen” ihr nahes Umfeld erkunden. Das heißt, auf vermüllte öffentliche Spielplätze gehen und auf den Wiesen im Park spielen, wo es Glück bringen soll, wenn jemand in Hundekacke tritt… Und viel besser ist, als wenn Kinder ertrinken oder einen Unfall mit schwersten Gesundheitsschäden überleben.

Ein harmloses alltägliches Problem für viele Kitas mit zu kleinen Außengeländen, im Namen der Bildung von der Bertelsmann Stiftung präsentiert: file:///C:/Users/mauel/Downloads/1_598_Leseprobe.pdf

potschemutschka
21 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

“…das Außengelände bemerkenswert klein für so viele Kinder zu sein scheint….”
Aus diesem Grund heißt es heute ja auch nicht mehr Kindergarten, sondern KiTa. Wenn man sich den vorgeschriebenen Platzbedarf von Tieren (z. B. Legehennen) ansieht und dann die Größe von Kita-Räumen und den zugehörigen Außenflächen … Ich staune immer wieder, wenn ich mich in meiner näheren Umgebung umsehe.

Angelika Mauel
21 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die Vorschriften zu Außengelämden wurden im Laufe der Jahre in fast allen Bundesländern derart aufgeweicht, dass kein Anlass mehr gesehen wird, einem Kitaneubau mit zu kleinem Außengelände die Betriebserlaubnis zu verweigern. Kitabetreiber weisen auf genügend Parkplätze vor der Kita hin. Die Sanitärräume werden für die Website ausgiebig abgebildet. Nur beim Außengelände spart man mit Bildern.

Mickrige Außengelände werden – Beispiel Kita Berghasen unter der Trägerschaft des Stuttgarter Ortsverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes als “klein aber fein” bezeichnet. Diese Einrichtung schaffte es sogar vor Jahren in einem Video zu “Stuttgarts schöne Kitawelten” vorgeführt zu werden. https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.kitas-in-stuttgart-tour-durch-schoene-kitawelten.555eebc4-870d-4f9e-9787-03b98c880c14.html Ein Zitat von der Webseite der “Berhgasen”: Ein kleines, aber feines Außengelände mit liebevoll gestalteter Kletterburg und großem Sandkasten lädt zum fröhlichen Spielen im Freien ein.”
https://www.kita-berghasen.de/
Drinnen 170 qm, aber das Aißengelände ist kleiner als ein normaler Gruppenraum im Kindergarten.

potschemutschka
21 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ach so, man sollte beim Vergleich des Platzbedarfs von Kita-Kindern und Hennen daran denken, dass Hennen normalerweise eine geringere Körpergröße als Vorschulkinder haben und dass die Kinder nicht auf höher angebrachte Sitzstangen ausweichen können. 🙂

Angelika Mauel
25 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

Zusätzlich ist es vor dem Hintergrund, dass diese neu gebaute Kita erst im Februar 2026 Kinder aufgenommen hat, besonders unverständlich, dass sich die pädagogischen Fachkräfte das getraut haben.
Bestimmt wollten sie den Kindern einen schönen Tag draußen bieten und im Bauschutt des Außengeländes wäre es ihnen zu riskant gewesen oder es war eventuell auch nicht erlaubt.Doch wenn die Erzieher weder sich untereinander, noch alle Kinder besonders gut kannten, war ein derartiger Ausflug – da gibt es nichts netterweise zu beschönigen – ein Risiko hoch drei!!!

Da “nur” 46 von 60 Kindern am Ausflig teilnahmen: Haben 14 Kinder wegen Krankheit gefehlt oder war der Ausflig einigen Eltern zu riskant und sie haben ihr Kind deshalb daheim gelasssen? Wie gut können Eltern eigentlich heute Gefahren für Kleinkinder einschätzen, wenn sie zugelassen haben, dass Kinder unter den bekannt gewordenen Konditionen in den Siegauen betreut wurden?

Und wie konnte diese Kita eine Betriebserlaubnis bekommen???

Heinz
22 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

„Immer wieder lese ich von solchen Katastrophen, die durch frühzeitiges Mitdenken und den Verzicht auf Verharmlosung der tatsächlichen Gefahren verhindert worden wäre.“

Ist schon toll, was sie alles so beurteilen können aufgrund eines Presseartikels, wo mit 1-2 Sätzen die Örtlichkeit und Situation beschrieben wird. Mit Ihrer Gabe könnte man unser Justizsystem komplett entlasten, wer braucht da schon Zeugen, Gutachter, Begehungen und Schilderungen der Beteiligten.

Angelika Mauel
21 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

So viel Überheblichkeit verdient die TaMu nicht! Sie erhält hier meist ganz besonders viel Zuspruch, weil sie genau weiß, worauf es ankommt. Und sich dann auch nicht scheut, es auszusprechen, wie ihr erster Beitrag hier mal wieder zeigt.

Zwar gehe ich davon aus, dass die Kinder keineswegs am Ufer der Sieg spielen durften oder gar sollten. Allerdings ändern auch andere Vorgaben nichts daran, dass sich das Erzieherteam auf etwas eingelassen hat, was einem Team mit Fachkräften aus der Babybooner-Generation wohl kaum eingefallen wäre. Viele von uns haben keine oder nur Halbtagskindergärten besucht. Wir konnten noch frei spielen und hatten als Ältere die Verantwortung für jüngere Kinder. Mütter (in der angeblichen “Teilzeitfalle”) und Omas verfügen meist über eine ausgeprägt praktische Erfahrung mit Kindern und wissen, wie sie sich außerhalb der institutionellen Betreuung verhalten. Berufsanfängerinnen, denen möglicherweise noch an der Erzieherfachschule vermittelt wurde, dass auch die Kleinsten Ausflüge brauchen, sind vermutlich weniger gefeit dagegen, Risiken zu Lasten der Kinder einzugehen, die die Grenze des Verantwortbaren überschreiten.

Dieser Kindergarten hat erst am ersten Februar eröffnet. Ob das Außengelände schon hätte benutzt werden dürfen oder immer noch nicht, weiß ich nicht.
Mir tun die ErzieherInnen, die es bestimmt gut trotz gemeint haben, wirklich sehr leid. Diese Kita hätte besser erst mit einem ordnungsgemäß erstellten Außengelände eröffnet. Dann hätten die Erzieherinnen nach einiger Zeit größere Chancen gehabt, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie einzelne Kinder drauf sind. Wenn sich sowohl die Teammitglieder untereinander noch die Erzieher die Kinder besonders gut gekannt haben, dann war das Wagnis nun mal zu groß. Bedauerlich ist, dass nun ausgerechnet die Erzieherinnen, die es bestimmt gut gemeint haben, stärker in der Kritik stehen als Träger, Architekt und diejenigen, die dieser Kita mit einem vermutlich knapp bemessenen Außengelände eine Betriebserlaubnis gegeben haben.

Sie steht nah am Wasser. Der Zaun ist niedrig. Es gibt Kinder, die wissen, wie sie ihre noch beweglichen Füße zwischen die Lücken setzen können, um so einen Zaun überwinden zu können.

Heinz
19 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Die Höhe des Zaunes und wie dicht die Kita am Wasser steht spielt für den aktuellen Fall doch gar keine Rolle, da es sich um einen Kita Ausflug handelte.
Ebenso dürfte die Generation der Erzieherinnen hier keinerlei Rolle spielen und dies wiederum finde ich recht überheblich.

Angelika Mauel
19 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Dass ich im Internet manchmal überheblich wirke, gebe ich zu. Ich habe eben keine Lust habe, etwas durch “den Weichspüler zu ziehen”, nur damit es gefälliger wirkt. Umgekehrt ist mir Ihre Sicht auf Gefahrenquellen zu oberflächlich.

Haben Sie mal überlegt, wofür die Höhe des Zauns eine Rolle spielt? – Generell für das Problembewusstsein. Wer mehr auf die attraktivere Optik achtet oder auf den Preis, entscheidet sich für niedrigere Zäune. In NRW kenne ich es, dass die Zäune in der Stadt höher ausfallen. Manchmal, um zu verhindrn, dass sportliche, muskulöse Väter kranke Kinder über den Zaun heben und sich nur winkend verabschieden, ohne ein Kind im Gruppenraum abzugeben… Aber natürlich auch wegen der Gefahren des Straßenverkehrs und weil man nicht will, dass ein Fremder einfach so aufs Kitagelände gelangt, um Kontakt zu Kindern aufzunehmen. (Bevor die Gesamtgruppe draußen spielt, dürfen einzelne Kinder (3-5 pro Gruppe) ohne konstante Aufsicht draußen spielen) .

Dort wo vor Jahren Hortkinder sich mal am Zaun ausprobiert haben, haben Jüngere es sich abgeschaut und man sollte es dann für möglich halten, dass sie es irgendwann auch mal ausprobieren. Ich weiß von Vorschulkindern, die mit einem Kleineren aus dem Kindergarten über einen höheren Zaun ausgebüxt sind, um im nahe gelegen Gartenhäuschen eines Jungen Metallschaufeln zu holen. Beim Zurückklettern wurden sie dann vom benachbarten Altenheim aus gesehen und gemeldet. Ohne diese Meldung wäre gar nicht aufgefallen, dass sie einen heimlichen Ausflug unternommen haben.

Der niedrige Zaun in unmittelbarer Nähe zur Sieg wäre für mich ein Grund gewesen, dort keine Stelle anzunehmen. Diese Zäune sind sehr weit verbreitet. Meist bleiben die Kinder im Inneren der Kita. Aber es gibt Ausnahmen. Und wenn ein Einfriedung in der Nähe einer ernst zu nehmenden Gefahrenquelle so leicht zu überwinden ist, finde ich das fachlich beanstandenswert.

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

“… niedriger Zaun….” – da muss ich an den kürzlich hier zu lesenden Artikel denken:
Schulgeländer seit 100 Jahren sieben Zentimeter zu niedrig: Stadt schickt Wachdienst – News4teachers

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das können Sie unmöglich in einen gemeinsamen Kontext stellen

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Ernstgemeinte Frage: Warum nicht? Gibt es keine festgelegten Normen für Einzäunungen von Kita-Außenanlagen?

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die gibt es bestimmt, nur über die Höhe entscheidet vermutlich eine kommunale Satzung.

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Bei Treppengeländern ist das anders?

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Zäune, Mauern, Hecken sind Grundstücksbegrenzungen, die der örtlichen Satzung entsprechen müssen.
Treppengeländer sind sicherheitsrelevante, bauliche Anlagen gem. Landesbauordnung.

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Okay, danke.

Angelika Mauel
18 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Zäune für Kitas müssten aber auch sicherheitsrelevant sein, sonst könnte man auf sie verzichten. Es kann nicht sein, dass die Kitas den gleichen Zaun haben müssen, wie er entlang der nächstgelegenen Bahnlinie verläuft. Und wenn er in Wohnviertel liegt, in dem dieEinfamilienhäuser “Gärten des Grauens” mit Gabionenzäunen und ner Steinwüste dahinter haben, müssen die Kitas diese Geschmacklosigkeizt wider die Natur nicht mitmachen.

Sollte man bei den DRK-Kitas allerdings wegen der Nähe zur Sieg vorbeugend im Interesse der Sicherheit der Kinder höhere Zäune haben wollen, könnte darüber nachgedacht werden, ob man in einer Höhe, die die Sichthöhe der Erwachsenen übertrifft diese potthässlichen, unökologischen Plastikbänder für einige Reihen einzieht, um ein Überklettern des Zauns zu verhindern. – Es könnten ja ein paar nette Bilder draufgemalt werden. Das meine ich ernsthaft und ironisch zugleich.

Angelika Mauel
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Auf dem Gebiet ist vom Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz abgesehen eigentlich alles Ländersache oder unterliegt dem kommunalen Baurecht. Bundeseinheitliche Regelungen zum Wohl der Kinder sind unserer Regierung zu teuer. Und die organisierten Kinderschützer schweigen zu brisanten Fragen, haben Winterhoff zu Lesungen eingeladen und finden unser Grundgesetz derart ergänzungsbedürftig, dass “Kinderrechte ins Grundgesetzt” ein Dauer- und Lieblingsthema sind. – Anstatt es einfach mal ernst zu nehmen, denn Kinder haben schon wie andere Menschen auch Grundrechte!

Angelika Mauel
18 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Ich bin Potschmutschka sehr dankbar diesen Vergleich und fühle mich verstanden! Hatte diesen Vergleich schon für einen Beitrag für Erzieherinnen vorgesehen. Ohne weitere Erklärungen.

Heinz
18 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Das ehrt Sie ja auch sehr, dass Sie sagen, dass sie aufgrund von Sicherheitsmängeln eine Stelle nicht antreten würden. Aber trotzdem kann ich doch nicht von der Höhe des Zaunes darauf schließen, dass hier auf voller Linie versagt worden sein muss.

Hier gibt es übrigens eine zunehmende Anzahl an Waldkindergärten, diese haben erst gar keinen Zaun und auch kein richtiges Gelände.

Angelika Mauel
17 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Von “auf voller Linie versagt” habe ich nichts geschrieben. Aber bitte glauben Sie mir, dass es Sicherheitsbeauftragte in Kitas gibt, die ihre Aufgabe ernst nehmen und wenn sie etwas begründet beanstanden, hat der Träger nachzubessern oder im Falle eines Weglaufens eines Kindes ein Problem.

Zu Waldkindergärten gibt es soweit ich weiß immer noch keine ausgefeilten Normen. Aktuell soll noch vor dem Amtsgericht ein Fall verhandelt werden.
https://www.ntz.de/nuertingen/artikel_schwierige-schuldfrage-im-waldkindergarten-vor-dem-amtsgericht-nuertingen.html

Viele Gruppen nahmen früher nur 15 Kinder auf. Das ist mittlerweile anders geworden. Mehr Kinder und längere Betreuungszeiten. Ergänzend zu den Fachkräften begleiten oft noch Praktikanten die Gruppe.

Angelika Mauel
19 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

“Ebenso dürfte die Generation der Erzieherinnen hier keinerlei Rolle spielen und dies wiederum finde ich recht überheblich.”

Ich war über Jahre externe Springerin in Kitas und meine un(über)hebliche 😉
Erfahrung ist die, dass ältere Erzieherinnen – egal ob aus dem Osten oder dem Westen – Gefahren realistischer einschätzen und resistenter dagegen sind, sich bildungsplangemäß auf Ausflüge einzulassen, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen.

TaMu
19 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Danke, Angelika Mauel.

Niedrige Zäune sind übrigens auch so ein Thema. Wären sie höher, würden sie womöglich ein „Eingesperrtsein“ vermitteln. Selbstverständlich müssen Kinder, grausam ausgedrückt, eingesperrt sein. Sonst müsste man ein Kita-Gelände ja überhaupt nicht umzäunen.
Viele Kinder können schon mit zwei Jahren extrem gut klettern. Auch bei Zäunen muss deshalb mit nicht übersteigbarem Material in deutlicher Höhe und ansehbarer Optik gearbeitet werden.
Am besten stellen Zaunhersteller auf ihren Betriebsgeländen Zäune auf und starten einen Wettbewerb für Kita- Kinder zur Überwindung der Zäune. Dann können sie damit werben: Sicherheit für Kinder bis 6 Jahre! Getestet von 100 Kita-Kindern!
(auch wenn der Zaun dann aus 1,60 Meter hohen glatten Kunststofflatten mit 0,4 Zentimetern Spalt dazwischen bestehen dürfte…)

Heinz
18 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

“Sonst müsste man ein Kita-Gelände ja überhaupt nicht umzäunen.”

So, wie es zum Beispiel bei Waldkindergärten stattfindet, wo es trotzdem nicht jeden Tag zu Unfällen kommt.

TaMu
17 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Möglicherweise ist in Waldkindergärten die Anzahl der Betreuer prozentual zu den Kindern höher als in einer großen Kita mit Freigelände und einem übersteigbaren Zaun, von dem aber angenommen wird, dass er nicht überstiegen wird.

Angelika Mauel
18 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

Schlimm finde ich auch, dass im Namen der Integration Kinder mit besonderen Eigenheiten gemeinsam mit vielen anderen Kindern in Regelgruppen stundenlang zusammengepfercht ihre Zeit verbringen müssen. Da kann dann wie bei Schulkindern schnell das Problem entstehen, dass ein Kind entweder flüchten oder angreifen will. – So viel Einzelfallhilfe durch persönliche Assistenzen wie sie eigentlich benötigt würden, kann sich unsere Gesellschaft finanziell gar nicht leisten.
Für manches autistische Kind (und auch bei anderen Veranlagungen) ist es absolut unzumutbar, zu arbeitgeberfreundlichen Konditionen in einer Regelgruppe “integrativ” betreut zu werden. Häufige Ausflüge, vor allem wenn alle Kinder einer großen Gruppe zusammenbleiben müssen, lassen bedürftigen Kindern keine Rückzugsmöglichkeiten. – Wenn in einer Kita ein Kind mal sein Ruhe haben will, bleibt es einfach mal länger auf dem Klo sitzen.

TaMu
17 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Da kann ich Ihnen nur zustimmen und ich bedaure die Kinder.
Da ich mich auch über den Kinderschutzbund engagiere, weiß ich, dass das Kindeswohl in Kitas, wie Sie es beschreiben, von diesem kritisch betrachtet und auch benannt wird, ganz besonders auch hinsichtlich der Aufsichtspflicht, die die Spitze des von Ihnen beschriebenen Eisbergs ist. Wo schon die Aufsichtspflicht nicht mehr durchgängig erfüllt werden kann, sind auch die weiteren elementaren Bedürfnisse der Kinder nach Ruhe und Sicherheit nicht mehr gewährleistet.

TaMu
19 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Wenn ich von einer großen Menge Kinder lese, die im Kita-Alter sind und unter denen sich Dreijährige befinden, dann weiß ich aus beruflicher Erfahrung als langjährige ehemalige Tagesmutter, dass die Gefahr, ein einzelnes Kind aus den Augen zu verlieren, relativ hoch ist, vor allem, wenn sich die komplette Gruppe bewegt. Da passiert so viel in der Gruppendynamik und zusätzlich an Reizen von Außen, dass dieser Moment: „wo ist eigentlich das Kind mit der gepunkteten Mütze und dem Schaf auf dem Pulli?“ ein Klassiker ist, der in fast allen Fällen von irgendjemand beruhigend mit „hier bei mir!“ beantwortet werden kann.
Da man sich nie sicher sein kann, dass diese häufige Frage immer und überall mit Ja beantwortet werden wird, verstehe ich nicht, warum man es immer wieder darauf ankommen lässt. Ich muss mir 100prozentig sicher sein, immer und in jeder Situation meine Schützlinge im Blick zu haben, sonst darf ich die Unternehmung nicht machen.
Die Eltern müssen sich genauso sicher sein, dass ihre Kinder zu jedem Zeitpunkt beschützt sind und niemand in der Betreuung ihr Leben oder ihre Gesundheit riskiert.
Damit haben für mich auch das unfertige Aussengelände und sonstige äußere Umstände nichts zu tun.
Ebenso wenig habe ich mich an einem Presseartikel orientiert, als hätte ich von diesem Problem noch nie gehört.
Meine Orientierung sind persönliche und allgemeine Erfahrungswerte.
Ich sehe hier ganz einfach, dass dem jahrtausendealten Wissen der Menschen um das flohartige Verhalten größerer Kindergruppen und um die Unmöglichkeit, diese angemessen beschützen zu können, zuwider gehandelt wurde, was ich tatsächlich als ehemalige Tagesmutter nicht nachvollziehen kann.
Hierzu braucht es auch keine Gutachter, sondern verantwortungsvolle Festschreibungen, wieviele Erwachsene eine Kindergruppe altersentsprechend im Freien begleiten können unter Berücksichtigung der uneingeschränkten Aufsichtspflicht. Das dürfte bei Dreijährigen deutlich unter 5 liegen, da man schon beim Überqueren einer Straße oder dem Herannahen eines Traktors auf einem Feldweg die Kinder an der Hand halten müsste.
Und ja, ich weiß. Diese Sicherheitsvorkehrungen werden überall missachtet zugunsten strahlender Kinder- und Elternaugen wegen wunderschöner Unternehmungen und strahlender Augen bei Arbeitgebern und Politikern bezüglich der Wirtschaftskraft.
Und so werde ich immer wieder schreiben müssen, was ich oben geschrieben habe, auch wenn Sie mir dann anscheinend den Blick in die Glaskugel vorwerfen werden, weil nur Gutachter und Forensiker hier wirklich Bescheid wissen können.

Angelika Mauel
23 Tage zuvor

Wie schnell die wirklich tragischen Kita-Unfälle nach dem Tod eines Kindes kein Thema mehr für die Medien sind.

Heinz
21 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Mit einer unendlich langen Medialen-Aufarbeitung ist doch niemandem geholfen in so einem Fall. Es handelt sich um einen tragischen Unfall. Ob hierfür ein Verschulden vorliegt, klären Gerichte und nicht die Medien. Die Medien hätten lediglich dafür gesorgt dass auf irgendeine Art und Weise jeder zu Hause sitzen kann und sagen kann „hab ich es doch gewusst!“ oder „früher war alles besser“. Medien können zur Aufklärung und zum Wachrütteln beitragen, das macht aber nur Sinn, wenn hier ein grundsätzliches Problem vorliegt, was eine Gefahr auch für andere Kinder in anderen Kitas nicht ausschließt.

In diesem Fall würde es aber vermutlich dafür sorgen, dass Eltern, Freunde und Bekannte immer wieder mit Mutmaßungen konfrontiert werden und den Verlust nicht richtig verarbeiten können. Geholfen ist damit niemandem!
Innerhalb der Kita wird ein Übergang zum Normalen vermutlich eh noch viele Wochen dauern.
Wir haben an unserer Schule selbst mal einen Jungen auf dem Schulweg verloren. Was wir in dem Moment sicherlich nicht gebraucht hätten, wäre es gewesen, wenn die Medien dies wochenlang ausgeschlachtet hätten.

Angelika Mauel
20 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

“Medien können zur Aufklärung und zum Wachrütteln beitragen, das macht aber nur Sinn, wenn hier ein grundsätzliches Problem vorliegt, was eine Gefahr auch für andere Kinder in anderen Kitas nicht ausschließt.”

Die Medien hätten schon seit geraumer Zeit allen Grund gehabt, zur Aufklärung und zum Wachrütteln beizutragen! Es liegt ein grundsätzliches Problem vor. Eine “kleine Serie” mit Todesfällen oder – seltener: überlebenden Kindern.
Die Ursachen ähneln einander.

Allein drei Kitas des Trägers DRK sind betroffen: In Bautzen überlebte 2017 ein Mädchen seinen Beinahe-Errinkungsunfall im Stausee, in der DRK-Kita Nordsteimke verstarb ein anderhalbjähriger Junge, das jüngste Kind seiner Gruppe, nachdem er inbemerkt in ein Regenrückhaltebecken gefallen war. – Und nun hat der Junge in Siegen sein Leben verloren.

Es werden nicht weniger, sondern mehr Kitas werden, die sich die Städte und Kommunen nicht mehr leisten können oder wollen. Sie werden an private Träger abgegeben. Mindestanforderungen an Außengelände wurden durch “Empfehlungen” ersetzt, die nicht eingehalten werden müssen. Da reicht dann ein Parl oder gar die Siegauen in der Nähe, damit die Kinder draußen spielen können… Das Problem mit den tragischen Kita-Unfällen sollte wirklich nicht mehr ausgeblendet werden.

Heinz
19 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Tja hier wären statistische Daten interessant, die ich nicht finden konnte, weil sie eventuell nicht erhoben werden.
Hier müsste man jetzt wissen, ob die Zahl an tragischen und tödlichen Unfällen in Kitas in den letzten Jahren zu- oder abgenommen haben.

Ich denke aber, dass bei über 4 Millionen KiTa Kindern in Deutschland, man die Zahl an tödlichen Unfällen niemals auf null bekommen kann. Interessant wäre auch, zu wie vielen tödlichen Unfällen es gleichzeitig im häuslichen Umfeld kam, diese Zahl dürfte bedeutend höher liegen, da es sich bei Trägern von Kitas und den Erziehern in der Regel im Spezialisten handelt.

Ihr Argument bzgl. einer Häufung bei DRK Kitas ist jedenfalls nicht haltbar. Wer das DRK kennt weiß, dass das DRK nicht ein großer deutschlandweiter Verein ist, sondern dass jede regionale Gliederung des DRK in der Regel ein eigener Verein und selbst verwaltet ist. Ein DRK in einer Stadt hat also in der Regel mit einem anderen DRK in einer anderen Stadt lediglich die Dachorganisationen gemeinsam. Welche Einrichtungen das DRK vor Ort verwaltet und wie es dieses verwaltet wird in der Regel vor Ort entschieden.

Angelika Mauel
19 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

“Tja hier wären statistische Daten interessant, die ich nicht finden konnte, weil sie eventuell nicht erhoben werden.
Hier müsste man jetzt wissen, ob die Zahl an tragischen und tödlichen Unfällen in Kitas in den letzten Jahren zu- oder abgenommen haben.”

Selbstverständlich gibt es keine statistischen Daten. Was hätten wir auch davon? – Wenn wir finden, dass auch bei “statistisch nur wenigen Ertrinkungsunfällen” daran gearbeitet werden muss, dass es nicht zu ihnen kommt!

Einfaches Googeln reicht aus, um herauszufinden, dass es zu viele Kita-Unfälle mit schweren Folgen auf Ausflügen gibt. Früher waren Erstickungsunfälle durch die Kordeln von Anoraks für kurze Zeit ein Problem. Doch seit die Kleidung für die Jüngsten im Halsbereich keine Kordeln mehr haben darf, hat sich diesbezüglich wirklich etwas verbessert. Eltern werden darauf hingewiesen, Kindern keine Halsketten tragen zu lassen. Pferdeleinen und Topfstelzen werden nur bedacht ausgeteilt und es wird darauf geachtet, dass Regeln eingehalten werden. (In Mainz gab es leider einen Unfall).

Im vertrauten Außengelände lässt sich wesentlich besser auf die Sicherheit der Kinder achten als im öffentlichen Raum. Selbst der plötzliche Kindstod oder Ersticken kommen in Kitas seltener vor als Ertrinken. – Anders als in Elternhäusern scheint es auch keinen Ertrinkungsunfall in der Babybadewanne einer Kita gegeben zu haben. Wenn Kind randvolle Windel hat, wird auch in Krippen schon mal eine Wanne genutzt. Auch an Nachrichten über einem Todesfall im Planschbecken einer Kita kann ich mich nicht erinnern. – Mörtelkübel waren in der Tagespflege schon mal Unfallursache.

Wenn man an statistschen Erhebungen, Evaluationen, Zertifizierungen und Rezertifizierung sparen würde, würde das in der Praxis wohl kaum unangenehm auffallen.

dickebank
19 Tage zuvor

Tja, die Kitas sollen in der Nähe der Wohngebiete sein, aber bitte sollen die im Freigelände spielenden Kinder die unmittelbare Nachbarschaft nicht stören.

Angelika Mauel
19 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Ganz so sehe ich es nicht. Es wurden sehr wohl jede Menge Kitas in Wohngebieten neu eröffnet – oder ältere Kitas wurden zum Wohle von “Sankt Rechtsanspruch” überbelegt. Da gab es dann einen Anbau (oder ein Kita-Container aufs vorhandene Grundstück), um mehr Kinder aufnehmen zu können. Dank des bejubelten Betreuungsplatzausbaus verkleinerte sich die Freispielfläche für alle Kinder.

Die Eigentümer von selbst bewohnten Immobilien konnten einem diwesbezüglich besonders leid tun. Zum Gemeinwohl wurden sie finanzielle enorm geschädigt. Denn der Wert einer Immobilie neben einer proppenvollen Kita sank aufgrund der “Zukunftsmusik” drastisch! Rentner konnten sich aufgrund der schweren Verkäuflichkeit der entwerteten Immoblilie auch kein neues Haus in besserer Lage leisten.

Dieser von Politikern gern als “Zukunftsmusik” besülzte normale Kinderlärm war dann leider auch zu Lasten von Kindern und Erziehern eine enorme Dauerbeschallung. Das Verkehrschaos vor den überfüllten Kitas bescherte den Anwohnern zugeparkte Garagen- und Toreinfahrten. Sie wussten kaum, wie sie zur Arbeit kommen und nach der Rückkehr mit dem eigenen PKW auf ihr Grundstück kommen konnten.

Und etliche Kitas haben in ihre Konzeptionen geschrieben, dass sie mit den Kindern “ihr nahes Umfeld” erkunden. Was in der Praxis dazu führte, dass Kindergruppen abwechselnd in Parks, Museen und auf öffentliche (meist versiffte) Spielplätze ausweichen mussten, weil das vorhandene Außengelände zu klein war.

Mittlerweile tragen Kita-Kinder, die regelmäßig auf Wanderschaft gehen, Warnwesten, bedruckt mit der Telefonnummer der Kita. Falls mal ein Kind abhanden kommt, können aufmerksame Passanten gleich die Kita anrufen und melden den Vorfall nicht notgedrungen der Polizei. Und die Erzieherinnen können schon mal “vergessen” die Eltern darüber zu informieren, dass ihr Kind für eine Weile nicht unter ihrer Aufsicht stand.

Es ist auffällig, dass von allem jüngere Kinder zu den Opfern schwerer und tödlicher Unfälle zählen. Kinder, die noch kein Gefahrenbewusstsein haben können, aufgrund ihrer Anaronie (schwerer Kopf im Verhältnis zum Rumpf) besonders leicht vornüber ins Wasser fallen. Sie mussten nicht selten deshalb in Regelgruppen aufgenommen werden, weil die ErzieherInnen heute weniger Rechte als früher haben, die Zusammensetzung einer Gruppe mitzubestimmen.

“Schulreife” ist noch in den Köpfen haften geblieben, aber “Kindergartenreife” ist zum Tabu-Wort geworden. – Dabei sind natürlich nicht alle Kinder “reif” für die Massenbetreuung, die ihnen geboten wird. Dass ein Kleinkind sich von einem Ort entfernt, an dem es ihm zu laut ist, wo es mal geschubst oder gebissen wurde, ist eigentlich nur verständlich. Es sind auch schon Kleinkinder in einem Gebüsch oder im Bollerwagen einfach draußen unbemerkt eingeschlafen. Die Freude war groß, wenn sie wohlbehalten aufgefunden wurden.

Nach dem dritten Unfall in einer Einrichtung eines anerkannten Trägers, der bundesweit häufig die Städte davon “befreit” Erzieherinnen nach dem TVöD bezahlen zu müssen, sollte endlich eine Aufarbeitung zum Schutz der Kinder und auch der Fachkräfte erfolgen, die diesen Namen verdient.

dickebank
19 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

TVöD erhalten aber nur die Beschäftigten kommunaler Einrichtungen. Die in anderer Trägerschaft sind nicht an den TVöD gebunden.

Wer einen FNP lesen kann, kommt gar nicht erst in Versuchung, ein Grundstück neben einer Kita, einem Spiel- oder Sportplatz zu erwerben.

TaMu
19 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Es von Ihnen als Erzieherin nochmal so deutlich zu lesen, wo und unter welchen Umständen Kinder „nicht unter Aufsicht“ stehen und dass sogar die Telefonnummer der Kita auf den Schutzwesten steht, ist schwer zu ertragen.
Jedes Kind ist zuhause so tief geliebt und so unendlich wertvoll. Es tut weh, von diesen systembedingten Gefahren zu lesen und zu wissen, dass diese ständig überall geschehen.
Schreiben Sie unbedingt weiter darüber! Es ist wichtig, dass über diese Gefahren berichtet wird.

Angelika Mauel
16 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

Dass die Telefonnummer auf der Weste steht, erhöht vielleicht sogar für ein von den Erzieherinnen nicht mitgenommenes Kind die Chance, dass ein Passant sich dem Kind zuwendet und die Nummer anruft. Es ist ja nicht so, dass jeder sofort reagiert und erkennt, wenn ein KLeinkind ohne Aufsicht ist.

In Bautzen hat ein Dritter der auf der Suche nach den verschwundenen Kindern der Erzieherin sagen können, wo er sie gesehen hat. Da dort häifiger Kitagrippen unterwegs waren, mag er die Gefahr für die Kinder gar nicht erkannt haben.

Monika, BY
13 Tage zuvor

Was für ein Scheiß-Ausflug mit einem Dreijährigen? Die Kinder jemandem zu geben, der nicht der Elternteil ist, ist doch völlig verrückt. Dieser ganze Scheiß mit diesen Ausflügen sollte aufhören.

Die Kita-Kinder sollten im Kindergarten bleiben und keine Ausflüge machen. Alles ist ja „in Ordnung“, solange sich die meisten Kinder wie brav erzogene Musterkinder verhalten, aber alle übersehen und vergessen gern, dass es auch Kinder gibt, die eben keine verdammten Musterkinder sind und die sich nicht nach diesen starren, rigiden „Soldaten“-Normen benehmen. Diese Gesellschaft geht den Bach runter.

Monika, BY
13 Tage zuvor

Das meine ich auch für ältere Kinder und Jugendliche. Sie fahren die 11. Klasse nach Berlin und sagen ihnen, ein bisschen Alkohol sei erlaubt und dann wundern sie sich, dass einige total betrunken sind. Einer wurde deswegen sogar von der Schule ausgeschlossen.

Verantwortung der Kinder? Verantwortung der Eltern? Ach kommt, hört auf mit diesen Ausreden. Dieses Abschieben von Verantwortung ist erbärmlich. Wenn ihr fremde Kinder tausende Kilometer von zu Hause wegnehmt und die Verantwortung für sie übernehmt, dann übernehmt sie auch wirklich und hört auf zu meckern und euch aus der Verantwortung zu ziehen.

Denn gerade ihr, die ihr fremde Kinder dorthin mitnehmt, wo sie nicht hingehören und wo ihr nicht richtig auf sie aufpassen könnt, seid für sie verantwortlich. Ich bin doch nicht verantwortlich, wenn ich kilometerweit entfernt bin und nicht einmal weiß, was mein Kind macht und was ihr ihm erlaubt habt , also nein!

Ich bin sowieso gegen diese Ausflüge und Klassenfahrten, die tausende Kilometer von zu Hause weggehen. Aber ich muss mitmachen, ICH MUSS, weil es angeblich gesetzlich so ist. Und am Ende bringen sie mir mein Kind tot nach Hause. WTF? Reißt euch alle mal zusammen.

Angelika Mauel
11 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

“Denn gerade ihr, die ihr fremde Kinder dorthin mitnehmt, wo sie nicht hingehören und wo ihr nicht richtig auf sie aufpassen könnt, seid für sie verantwortlich.”

Diesem Satz kann ich zustimmen. Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, gehört die Gruppe oder auch nur ein einzelnes Kind nicht da hin, wo eine Unfallgefahr droht, die schwerwiegende Folgen mit sich bringen kann. -Ein kurzer Aufenthalt im Wasser kann schnell zu bleibenden Schäden führen.

Es wäre wünschenswert, wenn Eltern darauf verzichten würden, Ausflüge zu fordern, nur weil sie heute als “Naturerkundung” Eingang in Konzeptionen gefunden haben. Echte Naturerkundung findet ja wohl eher in einer Umgebung statt, in der es etwas ruhiger zugeht als in einer großen Kindergruppe. Und da die pädagogischen Fachkräfte die Veranwortung haben, sollten sie auch ihre Eigenverantwortung erkennen und wissen, wann eine Nein angebracht ist.

Manche Eltern wären sogar froh, wenn ihre Kita mehr im sichereren Außengelände bleiben würden. Als ich vor Jahren wiederholt in einem Kindergarten ohne Garten gearbeitet habe (als Springerin), hatte ich den Eindruck, dass dort weniger der leichten Blessuren auftraten als anderswo im Außengelände, wo Kinder ausgelassener spielen konnten als auf Spielplätzen, wo kein Wasser zum Matschen genutzt werden konnte, wo kein Ballspiel erlaubt war und die Rutschen weniger hoch waren, als die im Kindergarten. – Auffällig ist, dass es deutlich mehr Todesfälle in Kitas gibt, die auf Ausflügen in der Nähe eines Gewässers passieren.
Bedenkt man, dass bundesweit Kinder sich erheblich länger in geschlossenen Räumen oder einem Garten, Gärtchen oder einem gartenähnlichen Außengelände aufhalten als in der Natur, dann sollte eigentlich erkannt werden, dass das Risiko bei wiederholten Ausflügen steigt. Im Volksmund hieß es früher “Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht”. – Auch Gewöhnung an Gefahrensituationen kann dazu führen, dass ErzieherInnen weniger aufmerksam sind als sie es mal waren. Augen und Gehör lassen altersbedingt nach… Aber Hauptsache der Personalschlüssel und die Fachkraftquote wurden eingehalten…

Ich bin übrigens gar nicht gegen Ausflüge. Aber für Regelkindergärten muss es wieder eine Trendwende hin zu größeren und gut geplanten Außengeländen geben. Die Politik hat es sich zu leicht und den ErzieherInnen zu schwer gemacht. Opfer geworden sind mindestens zehn Kinder, die in den letzten Jahren plötzlich ihr Leben verloren haben.

Niemand sollte meinen, dass ein eingehaltener Personalschlüssel nicht auch seine Tücken hätte. Gerade wenn augenscheinlich genug Erwachsene da sind, kann das liebevolle Eingehen auf Kinder, die uns etwas sagen oder zeigen wollen, dazu führen, dass wir nicht mitbekommen, dass ein Kind an uns vorbeiläuft und verschwindet.

Die bittere Frage ist nun, gibt es genug “Beweise”, um das anzuerkennen? Oder soll nur gelten, dass es statistisch gesehen ja nur sehr wenige Opfer gibt? Wenn letzteres der Fall ist, geht Klimaschutz beim Bauen von neuen Kitas vor Kinderschutz.