BERLIN. Der Krieg im Iran und die damit verbundenen Spannungen im Nahen Osten beschäftigen auch Kinder und Jugendliche in Deutschland. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sowie Lehrerverbände sprechen sich dafür aus, das Thema im Unterricht aufzugreifen – allerdings behutsam, altersgerecht und abhängig von der Situation in der jeweiligen Klasse.

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat sich für einen sachlichen und pädagogisch begleiteten Umgang mit dem Iran-Krieg im Schulunterricht ausgesprochen. Gegenüber der Rheinischen Post betonte sie, dass Schulen gerade in Zeiten internationaler Krisen eine wichtige Rolle bei der Einordnung aktueller Ereignisse spielten.
„Gerade in Zeiten internationaler Krisen ist das Klassenzimmer ein wichtiger Raum für Einordnung und Orientierung. Denn Kinder und Jugendliche werden mit Bildern und Botschaften aus den Nachrichten, den sozialen Netzwerken und ihrem privaten Umfeld konfrontiert, die schwer einzuordnen, oft auch schwer auszuhalten sind“, sagte Prien. Ein „aufgeklärter, pädagogisch begleiteter Unterricht“ lasse die Kinder und Jugendlichen mit ihren Befürchtungen und Ängsten nicht allein.
Auch der Deutsche Lehrerverband hält es für sinnvoll, den Konflikt im Unterricht zu thematisieren. Verbandspräsident Stefan Düll erklärte, dass aktuelle politische Ereignisse grundsätzlich Teil schulischer Bildung sein sollten, sofern sie angemessen vermittelt werden. „Das Thema kann und darf im Unterricht eine Rolle spielen“, sagte Düll. „Wichtig ist jedoch, dass die Beschäftigung mit dem Konflikt stets altersangemessen und mit viel Einfühlungsvermögen erfolgt.“
„Ob eine Lehrkraft das Thema aktiv in den Unterricht einführt, sollte daher immer von der konkreten Lage in der Klasse abhängen“
Wie stark der Krieg im Unterricht eine Rolle spielt, könne jedoch von Klasse zu Klasse unterschiedlich sein. Nach Einschätzung des Lehrerverbands hängt dies häufig davon ab, welche persönlichen Bezüge Schülerinnen und Schüler zu Krisenregionen haben oder wie stark das Thema in den Familien präsent ist. Daraus folge, dass Lehrkräfte im Einzelfall entscheiden müssten, ob und in welcher Form sie den Konflikt aktiv in den Unterricht einbringen. „Ob eine Lehrkraft das Thema aktiv in den Unterricht einführt, sollte daher immer von der konkreten Lage in der Klasse abhängen“, sagte Düll.
Als Herausforderung beschreibt der Lehrerverbandspräsident vor allem die Vermittlung komplexer politischer Zusammenhänge an jüngere Schülerinnen und Schüler. Wenn grundlegendes Vorwissen fehle, könne eine ausführliche geopolitische Einordnung schnell überfordern. „In solchen Fällen ist es sinnvoller, sich auf gesicherte Fakten zu beschränken, statt in Bewertungen oder komplizierte geopolitische Zusammenhänge einzusteigen“, empfahl Düll.
Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstreicht laut Bericht die Bedeutung einer fachlich fundierten Einordnung aktueller Konflikte im Unterricht. Aus Sicht der Bildungsgewerkschaft sollten insbesondere Fachlehrkräfte eine solche Vermittlung übernehmen. „Der Nahostkonflikt ist komplex. Politiklehrkräfte haben die nötige Expertise, um auch den aktuellen Krieg beziehungsweise den Konflikt fachlich qualifiziert vermitteln zu können“, sagte Anja Bensinger-Stolze, GEW-Vorstandsmitglied für den Bereich Schule. News4teachers
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Wie soll man denn handeln, wenn von Schülerseite aus eine eindeutige Bewertung in die eine, andere oder dritte Richtung erfolgt? Wir Lehrer sollen ja keine Wertung vornehmen.