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Prien: Schulen sollen Schülern bei der Einordnung des Iran-Kriegs helfen

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BERLIN. Der Krieg im Iran und die damit verbundenen Spannungen im Nahen Osten beschäftigen auch Kinder und Jugendliche in Deutschland. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sowie Lehrerverbände sprechen sich dafür aus, das Thema im Unterricht aufzugreifen – allerdings behutsam, altersgerecht und abhängig von der Situation in der jeweiligen Klasse.

«Wichtiger Raum für Einordnung und Orientierung»: Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Foto: Bildungsministerium Schleswig-Holstein

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat sich für einen sachlichen und pädagogisch begleiteten Umgang mit dem Iran-Krieg im Schulunterricht ausgesprochen. Gegenüber der Rheinischen Post betonte sie, dass Schulen gerade in Zeiten internationaler Krisen eine wichtige Rolle bei der Einordnung aktueller Ereignisse spielten.

„Gerade in Zeiten internationaler Krisen ist das Klassenzimmer ein wichtiger Raum für Einordnung und Orientierung. Denn Kinder und Jugendliche werden mit Bildern und Botschaften aus den Nachrichten, den sozialen Netzwerken und ihrem privaten Umfeld konfrontiert, die schwer einzuordnen, oft auch schwer auszuhalten sind“, sagte Prien. Ein „aufgeklärter, pädagogisch begleiteter Unterricht“ lasse die Kinder und Jugendlichen mit ihren Befürchtungen und Ängsten nicht allein.

Auch der Deutsche Lehrerverband hält es für sinnvoll, den Konflikt im Unterricht zu thematisieren. Verbandspräsident Stefan Düll erklärte, dass aktuelle politische Ereignisse grundsätzlich Teil schulischer Bildung sein sollten, sofern sie angemessen vermittelt werden. „Das Thema kann und darf im Unterricht eine Rolle spielen“, sagte Düll. „Wichtig ist jedoch, dass die Beschäftigung mit dem Konflikt stets altersangemessen und mit viel Einfühlungsvermögen erfolgt.“

„Ob eine Lehrkraft das Thema aktiv in den Unterricht einführt, sollte daher immer von der konkreten Lage in der Klasse abhängen“

Wie stark der Krieg im Unterricht eine Rolle spielt, könne jedoch von Klasse zu Klasse unterschiedlich sein. Nach Einschätzung des Lehrerverbands hängt dies häufig davon ab, welche persönlichen Bezüge Schülerinnen und Schüler zu Krisenregionen haben oder wie stark das Thema in den Familien präsent ist. Daraus folge, dass Lehrkräfte im Einzelfall entscheiden müssten, ob und in welcher Form sie den Konflikt aktiv in den Unterricht einbringen. „Ob eine Lehrkraft das Thema aktiv in den Unterricht einführt, sollte daher immer von der konkreten Lage in der Klasse abhängen“, sagte Düll.

Als Herausforderung beschreibt der Lehrerverbandspräsident vor allem die Vermittlung komplexer politischer Zusammenhänge an jüngere Schülerinnen und Schüler. Wenn grundlegendes Vorwissen fehle, könne eine ausführliche geopolitische Einordnung schnell überfordern. „In solchen Fällen ist es sinnvoller, sich auf gesicherte Fakten zu beschränken, statt in Bewertungen oder komplizierte geopolitische Zusammenhänge einzusteigen“, empfahl Düll.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstreicht laut Bericht die Bedeutung einer fachlich fundierten Einordnung aktueller Konflikte im Unterricht. Aus Sicht der Bildungsgewerkschaft sollten insbesondere Fachlehrkräfte eine solche Vermittlung übernehmen. „Der Nahostkonflikt ist komplex. Politiklehrkräfte haben die nötige Expertise, um auch den aktuellen Krieg beziehungsweise den Konflikt fachlich qualifiziert vermitteln zu können“, sagte Anja Bensinger-Stolze, GEW-Vorstandsmitglied für den Bereich Schule. News4teachers 

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unfassbar
1 Monat zuvor

Wie soll man denn handeln, wenn von Schülerseite aus eine eindeutige Bewertung in die eine, andere oder dritte Richtung erfolgt? Wir Lehrer sollen ja keine Wertung vornehmen.

Maybe
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Bsp., Vorsicht, teils brutal

Der endlose Krieg: Iran – Israel – USA (1/2) – Die Ursprünge der Konfrontation – Die ganze Doku | ARTE https://share.google/aJmAUBBx5MggieucM

Steißtrommler
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Ohne eigene Wertung dürfte eine Werteerziehung unmöglich sein.
Mit dem gebotenenen Fingerspitzengefühl, B. Konsens usw.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Jaja, verschiedene Meinungen sind nicht erwartbar, unerwünscht passen absolut nicht in den Lehrauftrag.
Sie sollten in solchen Fällen aus dem Klassenraum rennen

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie haben mich nicht verstanden oder verstehen wollen.

Ich wollte wissen, wie ich reagieren soll, wenn einer der Schüler sich offen für die USA und Israel äußert, in einer anderen Stunde ein Schüler offen für das iranische Regime äußert, noch in einer anderen Stunde jemand offen für das feiernde iranische Volk äußert und in noch einer anderen Stunde jemand offen sein Desinteresse an der Sache äußert? Was soll ich tun, wenn es zu einer aggressiver werdenden Diskussion zwischen Schülergruppen kommt?

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Gemeinsam mit den SuS Regeln- inkl. Konsequenzen bei Verstößen – für ein allgemein gewünschtes Verhalten in Diskussionen erarbeiten.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Wenn die das bisher noch nicht gemacht haben…

Schon… “erstaunlich”, dass dies nach dem Töten ukrainischer Zivilist*innen, dem Massaker durch die Hamas, Aushungern der palästinensischen Zivilbevölkerung, Epstein-Files, dem Überfall auf Venezuela und zuletzt der massiv gefühlten Gefahr durch Zwang tum Fasten keinen Anlass gefunden haben, sich mit Ihren Kolleg*innen auszutauschen, wie man mit Kindern/ Jugendlichen zu solchen Themen spricht…

Ihr Vorschlag in allen Ehren, aber Unfassbar und/ oder sein Kollegium scheinen keinerlei Interesse daran zu haben, solche Gespräche zu führen…

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Was machen Sie, falls die junge Zoe generell null Bock auf Krieg und Abschlachtung hat, wer die TäterInnen auch immer sind?

Rainer Zufall
30 Tage zuvor
Antwortet  Mario

Er antwortete nicht, was werden SIE tun?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Rauchbombe und weg!

Ihre Sorge ist, dass es eine schwierige Diskussion werden kann, die sich erhitzen/ eskalieren könnte.
Was hat den Ihr Kollegium zu Ihrer sehr aufrichtigen Sorge gesagt? Sie tauschen sich doch mit Ihren Kolleg*innen raus und schreiben nicht nur ins Internet, dass das alles schwierig seien könnte?

Gänsebraten
1 Monat zuvor

So wie damals im Gaza-Krieg? Meine Schüler sagten mir, wenn sie überhaupt etwas dazu sagten, ihre Eltern hätten ihnen gesagt, sie sollen nichts dazu sagen. Achso, ja, das waren die Kindern aus Familien, die gegen die Angriffe Israels auf Gaza waren.

Bei den Iran-Angriffen bin ich eher ratlos. Die USA und Israel greifen eben mal so den Iran an. Der Iran wehrt sich und dann sagen Deutschland und andere, der Iran solle sofort damit aufhören. Aber vor allem, Krieg ist nun wieder ein Mittel der Politik? Das soll ich den Kindern behutsam beibringen?

Ich möchte lieber nichts dazu sagen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Gänsebraten

“Bei den Iran-Angriffen bin ich eher ratlos.”
Waren Sie beim Gaza-Krieg wohl auch, wenn das ausschließlich über die Eltern lief. Ja, Sie werden wohl nicht immer Glück haben, kein Problem/ keine Diskussion zu haben :/

“Aber vor allem, Krieg ist nun wieder ein Mittel der Politik?”
EBEN! Sie können den Kindern erklären,
dass wir uns nicht darauf beschränken können, dass es beim Iranischen Regime eindeutig die richtigen trifft, sondern was es für Konsequenzen für die Bevölkerung hat, wenn die USA da “helfen” wollen (Mossadegh) und wie sich diese “gut gemeinten” Einsätze entwickelten (eben das jetzige Regime oder auch der IS als Beispiele).
Sie können darauf hinweisen, welches Elend Krieg und Destabilisierung haben und wie sowas ein friedliches Miteinander jahrzehntelang verunmöglicht (Netanjahu und die Hamas),
Sie können besprechen, dass das Völkerrecht zum Schutz des Friedens dient, Diktatoren davon “profitieren”, die Alternative aber die eindeutig schlimmere ist (Ukraine, Gaza)

Machen Sie den SuS klar, dass es dieses Mal (auch) die “Richtigen” traf, dies aber nicht die Konsequenzen in der Zukunft wert ist und dass es KEINE einfachen Lösungen gibt und nie geben wird.

Corinna Gonest- Miss 71%
1 Monat zuvor

“Schulen sollen…” Und gute Nacht!

Carsten
1 Monat zuvor

Man könnte das Gewaltverbot der UN-Carta einführen, die Befugnisse des Sicherheitsrates, Souveränität erklären, einen Ausflug machen zum Westfälischen Frieden . . .

GraueMaus
1 Monat zuvor

“… fachlich fundierten Einordnung aktueller Konflikte im Unterricht.”
 
Was soll denn noch alles “im Unterricht” geschehen? Man will immer mehr draufladen, und am Ende wird alles irgendwie, aber nicht mehr richtig und gründlich gemacht. Und woher sollen die Lehrer die Fähigkeit zur “fachlich fundierten Einordnung” bei allem und jedem haben, wenn sogar Politik-Spezialisten manchmal ratlos sind?

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  GraueMaus

Ich bin nicht dazu in der Lage, den Konflikt fachlich fundiert einzuordnen. Ich kann höchstens Zeitung lesen und muss dabei hoffen, dass die Artikel fachlich fundiert und nicht politisch eingefärbt sind.

Manfred
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Bitten Sie die Kollegen um Hilfe, die Zeitung lesen zur Arbeitszeit zählen.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Manfred

Aha, und die Referneten und Berater unserer Politiker, die diese über aktuelle Entwicklungen im Iran informieren, die informieren sich selbst auch in ihrer “Freizeit”, oder wie? Schließlich ist es doch selbstverständlich, dass jeder bei solch wicjhtigen Themen den Beruf zum Hobby macht?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  GraueMaus

Die bessere Frage ist inzwischen:
“Was soll Schule/Unterricht/Lehrkräfte NICHT lösen?”
Bzw. wofür ist/sind diese nicht verantwortlich/zuständig?
Und dann die Folgefrage:
“Mit welchen Ressourcen und Rahmenbedingungen soll Schule das leisten?”
Und
“Mit welchen Ressourcen und Rahmenbedingungen KÖNNTE Schule das (wahrscheinlich) leisten?”

Und schon ist man bei einer Abwägung von “Erwartungshaltung” zu “Anspruch” zu “Preis/Kosten (der Rahmenbedingungen usw.”.

Und das darf Frau Prien auch gerne selbst überlegen und beantworten.
Ansonsten sind solche Forderungen und Erwartungen – sorry – für mich weitgehend nur noch eine “heiße Luftaktion”. [Und damit meine ich nicht den Krieg und die Luftangriffe]

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

“Die bessere Frage ist inzwischen:
“Was soll Schule/Unterricht/Lehrkräfte NICHT lösen?””
Ist es? Ich halte diese dumme Frage eher für ausdruck eines weltfremden völlig veralteten Begriffs von “Bildung”, welcher u.a. gerade eine Grundlage solcher Konflikte darstellt, vor denen Sie sich feige wegducken müssen?

Sie bieten bei Ihnen an Ihrer Privatschule KEINEN Austausch an? Sie haben an der Privatschule bei Ihnen KEINE Ressourcen??
Welche Preis/Nutzen-Rechnung praktizieren Sie dort? Ernsthaft, was für MENSCHEN gehen von Ihrer Schule ab, die nichts über die Welt wissen und keine Diskussionen führen können(, weil SIE Angst vor Debatten haben)?

Aus der Privatschule heraus über Ressourcen zu sprechen, schämen Sie sich!

Fraup
1 Monat zuvor

Und wie soll eingeordnet werden? Regierung Israel, Trump, Völkerrecht… innenpolitische Lage im Iran. Dann soll doch die Ministerin eine Einordnung vorschlagen, wenn sie denn dies vermag.

Hans Malz
1 Monat zuvor

“…sowie Lehrerverbände sprechen sich dafür aus, das Thema im Unterricht aufzugreifen – allerdings behutsam, altersgerecht und abhängig von der Situation in der jeweiligen Klasse.”

Mach ich. Wann genau bereite ich das vor?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Sie könnten Ihre Zeit auf newsforteachers aufwenden, das Völkerrecht und die Menschenrechte zu googlen 😉

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Cool.

Wie genau ordnet die Bundesregierung den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg ein bzw. soll/ darf ich noch über das Völkerrecht sprechen. Ich bin leider kein gewöhnlicher Bundeskanzler sondern würde schon gerne konkrete Ansagen machen, die mir nicht am nächsten Tag (nach der Wahl) auf die Füße fallen…

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Dann rennen Sie am Besten aus dem Klassenraum, so wie Sie es oben weiter vorschlagen…..

Bla
1 Monat zuvor

Mal davon abgesehen, dass man vielleicht als Sonderpädagoge [mit Zieldifferenzierung als Aufgabenprofil und Beratung zur Inklusion?] den Ball mal ziemlich flach halten sollte, wenn man sich nicht tatsächlich sehr intensiv und gefestigt mit dem Thema beschäftigt hat.
Aber Rainer wird’s schon wissen … Was er so macht.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Sie meinen Kinder mit Förderbedarf wären nicht betroffen/ bekämen dies nicht mit/ hätten keine Fragen dazu??

Sonst noch irgendeine Phantasie dazu, warum SIE sich in der Privatschule nicht AN Ihren Schüler*innen orientieren wollen und stattdessen über Ressourcenmangel klagen? Nerven haben Sie ja, so dreist zu lügen/ die Elternschaft ihrer Privatschule zu verarschen! ^^

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Ne, ich balle lieber die Faust in der Hosentasche, während Herr Laschet in den Logo-Nachrichten, den völkerrechtsbrechenden und (US-)verfassungswidrigen Angriff der USA verteidigt.
Naja, vielleicht plant die Union ja auch, bei einem möglichen Wahlsieg der Rechtsextremen in Thüringen einen Maduro zu machen…

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Achja, eine Lanze muss ich da ganz ehrlich brechen:
Als Sonderpädagoge habe ich die Zeit, solche Fragen zu klären und hitzigen Diskussionen und Konflikten vorzubeugen die am Ende noch mehr Lernzeit kosten können.

Daher bin ich mal echt gespannt, ob die Verfassungsviertelstunde in Bayern, so viel sie auch kritisiert wird, nicht da immer noch mehr Diskussionsraum bietet, als es in anderen Bundesländern möglich ist :/

Muxi
1 Monat zuvor

Und wie genau? Ich bin Lehrer für Mathe und Physik. Von Völkerrecht und internationalen Konflikten hab ich keine Ahnung.
Ich hab nur eine persönliche Meinung. Aber meine persönliche Meinung gehört eigentlich nicht in den Unterricht hinein, da gehört Fachwissen rein. Und das hab ich nicht.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

“Aus Sicht der Bildungsgewerkschaft sollten insbesondere Fachlehrkräfte eine solche Vermittlung übernehmen. „Der Nahostkonflikt ist komplex. Politiklehrkräfte haben die nötige Expertise, um auch den aktuellen Krieg beziehungsweise den Konflikt fachlich qualifiziert vermitteln zu können“”

Würden Sie wohl als Antwort bekommen.

Ich persönlich würde zwar sagen, dass durchaus auch … Geschichtslehrkräfte (sogar meiner Erfahrung nach oft mehr) Fachexpertise dazu haben. Aber geschenkt.

Mit Mathe/Physik und ohne Wissen oder gar überhaupt Interesse dazu … Mein ehrlicher Rat: Halten Sie sich hier definitiv fern der Thematik im Unterricht.
[Auch wenn man Ihnen das evtl. moralisch zuschieben möchte … Machen Sie das nicht.]

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

“Auch wenn man Ihnen das evtl. moralisch zuschieben möchte … Machen Sie das nicht.”
Es klang ja nicht so, als würden Schüler*innen bei solchen Themen Muxi etwas “moralisch zuschieben”, also um eine brauchbare Meinung fragen.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Warten bis die laminierte Handreichung mit vorgestanzten Formulierungen vom MSB kommt.

Muxi
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Mich würde auch interessieren, für welche Einordnung ich keinen Ärger bekomme.
Wenn ich den Krieg problematisch fände, kann man daraus den Vorwurf Antisemitismus konstruiere, Israels Sicherheit ist ja unsere Staatsraison und der Iran hat da klare Drohungen ausgesprochen.
Wenn ich den Krieg dagegen sinnvoll fände, steht potentiell “Billigung eines Angriffskrieges” im Raum.

Rechtlich einordnen kann ich das nicht und die Staatsamwaltschaften haben in den letzten Monaten mehrfach sehr merkwürdigen Verfolgungseifer gezeigt, je nach Regierungslinie. Ich hab keine Lust auf ein derartiges Roulettspiel und halte daher einfach meinen Mund.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Einfach Fritze den Sauerländer zitieren und über ein Dilemma fabuliwren.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

“Mich würde auch interessieren, für welche Einordnung ich keinen Ärger bekomme.”

Also Ihren eigenen Worten folgend: Nein, es interessiert Sie nicht.
“Ich hab nur eine persönliche Meinung. Aber meine persönliche Meinung gehört eigentlich nicht in den Unterricht hinein, da gehört Fachwissen rein. Und das hab ich nicht.”

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Zu einer spieltheoretischen Herangehensweise wären Sie sicherlich in der Lage. Das nach rationaler Abwägung von Ihnen gefundene Ergebnis muss aber nicht zwingend offen genannt zu werden, um Stress in der Klasse zu vermeiden, weil nicht jeder Schüler und Lehrer an Ihrer Schule die rationale Argumentation als solche nachvollziehen kann, weil z.B. irgendetwas aus dem Privatleben mit dem Iran oder Israel oder so zusammenhängt.

Meiomei
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Ich glaube, es gibt auch in ihrer Schule Lehrkräfte, bei denen dieses Thema besser vorortet ist und das, sofern sie es wollen und können, auch umsetzen.
Nur weil hier von Schule gesprochen wird, ist ja nicht jede Lehrkraft betroffen. Die Schüler wollen das Thema ja auch nicht in jeder Stunde kommentieren.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Dass akutelle Themen in der Schule aufgegriffen werden sollen, bedeutet für mich nicht, dass das jeder und in allen Unterrichten machen soll.

Wenn so ein Thema im Klassenlehrerunterricht auftaucht, geht es ja weniger um einen historischen Abriss der Geschichte und Politik von Iran und Israel, sondern um Persönliches – man macht sich Sorgen um Familie, die in den betreffenden Ländern lebt usw.
Da brauchen die Kids eher jemanden, der ihnen zuhört und keine politische Diskussion.

In meinem Fachunterricht (ebenfalls MINT-Fächer) würde ich solche Themen darüber hinaus auch vermeiden. Eine komplette Einordnung sollten die Politik-Lehrkräfte übernehmen, die entsprechendes Fachwissen haben.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Um das auch nur halbwegs richtig einordnen zu können, bedarfs wirkliches geschichtliches Backgroundwissen spätestens angefangen bei der Rolle des Schahs im Iran, seiner Entmachtung und der Übernahme der Macht eines Ajatollahs…..hinzukommen die ganzen Verflechtungen zu den Nahoststaaten untereinander und deren politischen und gesellschaftlichen Agitationen…..
Das würde ich mir nichtmal als Geschichtslehrer so ohne weiteres zutrauen…
Aber bestimmt bereitet Frau Prien eine laminierte Handreichung vor….

Mario
1 Monat zuvor

Sie sind an einer Grundschule, ob es da zu diskutieren wäre, schwierig

Bla
1 Monat zuvor

Sehe ich ähnlich. Zumindest wenn es um den tieferen Diskurs und dessen Hintergründe geht.
Ich hatte den Nahostkonflikt als Vorlesung/Seminar im Studium.
Und dort 1,3 als Note. Und ich würde mir das – aktuell – auch nicht als “Hauptthema” zutrauen.
Das Thema ist einfach sehr komplex und weitreichend. Emotional belastend und nah. Und dann sind wir in unterschiedlichen Bereichen des Fachwissens, welche zusammenspielen. Politik, Geopolitik, Geschichte + Zeitgeschichte, Militärgeschichte, Religion/Theologie, Geographie, Sozialwissenschaft, Rechtskunde usw.
Dazu brauchen die SuS schonmal Vorwissen … Ohne deutliches/vertieftes Wissen auch zum 2. Weltkrieg und dem kalten Krieg wird das sowieso nichts.

Ich bin auch mal gespannt, welche Handreiche hier kommen sollte/wird.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Ich bin da nicht Ihrer Meinung, möchte aber Ihren Gedanken an dieser (!) Stelle widersprechen: “Ohne deutliches/vertieftes Wissen auch zum 2. Weltkrieg und dem kalten Krieg wird das sowieso nichts.”
Es wird kein Seminar von Ihnen erwartet, Die Schüler*innen KÖNNEN, aber müssen kein Vorwissen mitbringen, denn nicht alle haben welches. Sollte Letzteres der Fall sein, entschuldigt dies den Schulen nicht, sich aus der Angelegenheit zu stehlen, um sich bei nächster Gelegenheit darüber aufzuregen, dass sich Schüler*innen keine Diskussionen führen können, respektlos und übergriffig gegenüber anderen Religionen, Hautfarben, Herkunftsländern etc. haben.

Sie müssen es nicht verkomplizieren, NIEMAND forderte, dass Lehrkräfte “Politik, Geopolitik, Geschichte + Zeitgeschichte, Militärgeschichte, Religion/Theologie, Geographie, Sozialwissenschaft, Rechtskunde usw.” in diesem Gespräch vereinen sollen, dies ist IHRE Ausrede, keine Forderung von irgendwem!

Ich fände es beschämend, sollten Sie und das Kollegium ihrer Privatschule sich immer noch nicht auch nur irgendwas zum Thema überlegt haben. Syrien, IS, Ukraine, Hamasüberfall, Gaza und jetzt wieder Iran.
Welche Familie gibt Ihrer Schule noch Geld, wenn Sie weniger auf dem Kasten haben als ein 5minütiger Beitrag in den Logo-Nachrichten?

Oder sind sind halt faul und versuchen sich zu drücken, OBWOHL Sie an Ihrer Privatschule sehr wohl die Ressourcen verfügen, deren angeblichen Mangel Sie als Ausrede heranziehen… auch ne Möglichkeit…

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie dürfen sehr gerne anderer Meinung sein. Dazu ist das Forum ja mitunter da – Meinungsaustausch.

Es kommt wie nahezu immer auf die Punkte hier an:
– Welches Wissen bringt man selbst mit
– Welches Ziel will man erfüllt haben
– Also Voraussetzungen, Anspruch und Erwartung

Und je nachdem kann und sollte man natürlich darüber sprechen. Das meinte ich gar nicht. Aber eben im Rahmen.
D. H. Wenn die Erwartung ist, dass ich den Nah-Ost-Konflikt detailierter behandel, dann müssen eben die oben genannten “Basics” da sein. Das ist einfach so. Das ist die Voraussetzung.

Geht es “nur” um “über Sorgen sprechen und den aktuellen Konflikt [Zeitgeschichte] aufzugreifen, dann brauchen die SuS natürlich wesentlich weniger Vorwissen. Das ist klar. Dann steht dies eben als Ziel und Erwartung im Vordergund. Aber eben keine “detailliertere Themenbehandlung” – denn dazu … Fehlt das Vorwissen. Das kann einfach dann nichts werden. Und da sollte jeder auch ggf. dies für sich selbst (und die SuS) eingrenzen.

Beispielsweise werden Sie in Mathematik auch kein Verständnis für Brüche den SuS vermitteln können, wenn die SuS weder Dividieren können, noch das einmaleins beherrschen. Man kann ihnen das dann [bspw. mit Montessori-Materialien] schön hinlegen und die werden das “nachbauen”, aber das abstrakte Verständnis wird dann eben fehlen.

Und so ist es auch bei geschichtsrelevanten Themen und oft generell halt.

“Sollte Letzteres der Fall sein, entschuldigt dies den Schulen nicht, sich aus der Angelegenheit zu stehlen, um sich bei nächster Gelegenheit darüber aufzuregen, dass sich Schüler*innen keine Diskussionen führen können, respektlos und übergriffig gegenüber anderen Religionen, Hautfarben, Herkunftsländern etc. haben.”

Hier kommt es eben auf die Erwartung und die Zielsetzung drauf an. Sie können das ohne Vorwissen diskutieren (versuchen). Das wird nur bedingt hinhauen. Warum? Weil das eben komplex ist und ohne Vorwissen sehr schwer greifbar und erfassbar. Hier könnte man dann auf “generellen Bezug zu XY (Krieg)” natürlich gehen.
Was könnte man sich ansehen? Den Angriffskrieg und die Menschenrechte etc.
Dann sind wir aber beim Aufbau dieses Zielfeldes und des Zielfelds selbst. Dann nehmen wir diese Situation und leiten einen Transfer ein. Dann behandeln wir den Irankrieg und die Situation nicht detailliert. Wir nehmen ein Themenbereich raus und machen im Prinzip einen Exkurs.

“Sie müssen es nicht verkomplizieren, NIEMAND forderte, dass Lehrkräfte “Politik, Geopolitik, Geschichte + Zeitgeschichte, Militärgeschichte, Religion/Theologie, Geographie, Sozialwissenschaft, Rechtskunde usw.” in diesem Gespräch vereinen sollen, dies ist IHRE Ausrede, keine Forderung von irgendwem!”

Das wäre dann Ihre Zielerwartung. Also nicht das Thema “Iran” selbst, sondern den Transfer auf andere Bereiche ggf. Oder eben “einen Ausschnitt” als didaktische Reduktion. Klar. Kann man machen.

“Ich fände es beschämend, sollten Sie und das Kollegium ihrer Privatschule sich immer noch nicht auch nur irgendwas zum Thema überlegt haben. ”

Ich hatten sogar schon Anfang des Jahres [9. Klasse] den 2. Weltkrieg aufgegriffen und genutzt als Geschichtseinstieg des Jahres. Dann die Jahresthemen kurz als Übersichtsumfang angerissen.
Afghanistan, Nah-Ost-Konflikt, Grönland, Venezuela [zu der Zeit], ICE in USA, Ukraine-Russland etc. habe ich mit den SuS als Exkurse didaktisch reduziert besprochen. Natürlich. Ebenfalls die Situation um Taiwan etc.
Iran hatten wir diese Woche kurz angerissen. Als Transfer.
Migration und Menschenrechte waren unsere letzten Themen. Daher haben meine SuS durchaus “einige Basics”.
Einfach so mit der “Iransituation” kontextlos “reingehen”? Hätte ich nicht gemacht.
Und darum geht es halt …
Was sind die Vorkenntnisse, was die Ziele und was die Erwartung?

“Welche Familie gibt Ihrer Schule noch Geld, wenn Sie weniger auf dem Kasten haben als ein 5minütiger Beitrag in den Logo-Nachrichten?”

Wie gesagt, ich habe 1,3 in dem Themenbereich im Studium gehabt. Daher habe ich durchaus einige Kenntnis darüber würde ich behaupten – so Basics … Kann ich “so tief” hier agieren mit den SuS? Nein. Muss ich auch nicht. Aber dann ist und kann dies eben nicht die Erwartung sein.
Und da bleibe ich auch bei meiner Meinung/Ansicht und Behauptung … Wenn die Erwartung ist/wäre, dass man den Irankrieg/Konflikt wirklich detaillierter und näher diskutiert – dann bräuchte es eben massive Vorkenntnisse. Das ist einfach so.
Ansonsten überschätzen Sie sich und unterschätzen das Themenfeld eben massiv. Auch okay. Ist ja Ihre Sache dann.

Angst brauchen Sie keine haben über die Anfragen an unserer Schule. Wir sind da aktuell recht gut aufgestellt. Tendenz steigend. Wie eben der generelle Trend in Bezug auf Privatschulanfragen.
Warum Eltern/Kinder bei uns anfragen lassen Sie ebenfalls vllt. unsere Aufgabe und dessen Entscheidung sein. Dürfen Sie natürlich hinterfragen – ändert aber nichts daran, dass sie entweder zufrieden sind oder den Vertrag kündigen könnten, falls sie unzufrieden sind. Zwingt ja keiner die Eltern/Kinder ihre Kinder bei uns zu haben. Das ist ja das Tolle mitunter an Privatschulen.

“Oder sind sind halt faul und versuchen sich zu drücken”

In wiefern denn faul? Hat doch damit nichts zu tun.
Es gilt weiterhin: Sind die Erwartungen die Situation ehrlich und sinnvoller zu analysieren und zu diskutieren? Dann braucht es eben o. g. Vorkenntnisse. Punkt.
Will man das Thema oberflächlich behandeln? Dann go for it.
Will man es als Transfer nutzen und anreisen, damit man “einzelne Punkte rauspickt”? Dann kann man das machen. Hatte ich ja auch gemacht. Aber man braucht dazu eben logischerweise das Wissen. Sonst steht man sehr schnell blank da, wenn die SuS nur ansatzweise interessiert sind und Sachen nachfragen/hinterfragen. Sollte einem natürlich bewusst sein.

“OBWOHL Sie an Ihrer Privatschule sehr wohl die Ressourcen verfügen,”

Das müssten Sie jetzt genauer erläutern, welche Ressourcen wir denn haben. Haben Sie uns mal besucht? Kann ja sein. Ansonsten wäre ich sehr vorsichtig mit solchen Aussagen, damit machen Sie sich maximal “zum Affen”.
Zeigt zudem, dass Sie keine Ahnung von Privatschulen haben. Was ja kein Problem ist, aber dann sollten Sie hier vllt. bisschen “ruhige Welle” schieben.

“deren angeblichen Mangel Sie als Ausrede heranziehen…”

Wo mache ich das denn? Ist doch Quatsch. Es geht wie mehrfach gesagt … Um Erwartung, Ziele und Vorwissen. Dazu um Wissen des/der Lehrenden. Und je nachdem wie man dies hat und setzt, kann man eben das Thema sinnvoll behandeln oder ggf. wie ich Sie einschätzen würde einfach “Paulanergarten” drauß machen. Sonderlich viel mehr Rahmenbedingungen außer dazu Zeit zusätzlich braucht es ja nicht.

Aber machen Sie mal so, wie Sie meinen. Ist ja okay. Ihre Sache. Und ich mache das so, wie ich es eben mache. Meine Sache. Die Eltern und SuS können sich dann an mich wenden, wenn ihnen was nicht passt. Und das passiert an Privatschulen doch teilweise recht fix. Scheint also so zu passen.

Rainer Zufall
30 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Sie dürfen sehr gerne anderer Meinung sein. Dazu ist das Forum ja mitunter da – Meinungsaustausch.”
Vielen Dank 🙂

Peace
1 Monat zuvor

Ja klar. Wer schreibt das Wording?

Und den Kindern empfehlen Kriegsnachrichten zu gucken werde ich auf gar keinen Fall. Wer reif genug dafür ist, kommt auch selbst darauf Nachrichtenkanäle der involvierten Länder zu verfolgen, um ein ungefähres Bild zu erhalten.

S.B.
1 Monat zuvor

Diese Arbeit kann man sich sparen.