Start Leben Studie: Späterer Unterrichtsbeginn verbessert Schlaf, Gesundheit und Lernleistungen von Schülern

Studie: Späterer Unterrichtsbeginn verbessert Schlaf, Gesundheit und Lernleistungen von Schülern

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ZÜRICH. Jugendliche schlafen an Schultagen meist zu wenig – mit Folgen für Gesundheit, Wohlbefinden und schulische Leistungen. Eine Studie der Universität Zürich und des Universitäts-Kinderspitals Zürich zeigt nun: Wenn Schülerinnen und Schüler den Beginn ihres Schultages flexibler gestalten können, verlängert sich ihre Schlafdauer deutlich. Gleichzeitig berichten sie von besserem Wohlbefinden – und schneiden in zentralen Schulfächern messbar besser ab.

Besser länger (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Ein Großteil der Jugendlichen schläft an Schultagen zu wenig. Ursache dafür ist unter anderem ein biologischer Rhythmus, der sich in der Pubertät zunehmend in die späten Abendstunden verschiebt. Für viele Schülerinnen und Schüler wird es dadurch schwierig, früh einzuschlafen – während der Schulbeginn am Morgen in der Regel unverändert früh bleibt. Die Folge ist ein dauerhaftes Schlafdefizit, das sich im Verlauf der Schulwoche weiter aufbaut.

Der Entwicklungspädiater Oskar Jenni von der Universität Zürich sieht darin ein ernstzunehmendes Problem. „Das ist bedenklich, denn chronischer Schlafmangel betrifft nicht nur das Wohlbefinden, er hat auch messbare Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, körperliche Entwicklung und Lernfähigkeit“, erklärt er. Da ein früheres Einschlafen biologisch nur eingeschränkt möglich sei, könne ein späterer Unterrichtsbeginn am Morgen einen wichtigen Unterschied machen.

Internationale Studien haben bereits mehrfach untersucht, welche Effekte ein späterer Schulstart haben kann. Bislang lagen jedoch kaum wissenschaftliche Erkenntnisse zu flexiblen Modellen vor, bei denen Schülerinnen und Schüler selbst zwischen einem frühen und einem späteren Beginn des Unterrichts wählen können.

Ein solches Modell wurde an der Oberstufe Gossau im Schweizer Kanton St. Gallen eingeführt. Seit drei Jahren arbeitet die Schule mit sogenannten flexiblen Randzeiten. Vor dem regulären Unterrichtsbeginn am Morgen sowie über Mittag und am Nachmittag stehen zusätzliche Module zur Wahl. Dadurch können die Jugendlichen selbst entscheiden, wann sie in den Schultag starten. Sie haben die Möglichkeit, freiwillig bereits um 07:30 Uhr zu beginnen oder erst um 08:30 Uhr, wenn der offizielle Stundenplan startet.

Das Modell wurde wissenschaftlich begleitet von einem Forschungsteam um Joëlle Albrecht, Reto Huber und Oskar Jenni von der Universität Zürich sowie dem Universitäts-Kinderspital Zürich. Untersucht wurde, wie sich das neue System auf das Schlafverhalten der Jugendlichen sowie auf gesundheitliche und schulische Faktoren auswirkt.

Die Forschenden befragten Schülerinnen und Schüler der Oberstufe im Durchschnittsalter von 14 Jahren zunächst im bisherigen Schulmodell mit einem festen Unterrichtsbeginn um 07:20 Uhr. Ein Jahr später erfolgte eine zweite Befragung, nachdem die flexiblen Randzeiten eingeführt worden waren. Insgesamt wurden 754 Rückmeldungen ausgewertet.

„Die Schülerinnen und Schüler berichteten weniger häufig von Einschlafproblemen und hatten seltener tiefe Werte bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität“

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Veränderung im Alltag der Jugendlichen. 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler nutzten die Möglichkeit, später mit dem Unterricht zu beginnen. Im Durchschnitt starteten sie 38 Minuten später in den Schultag als zuvor.

Parallel dazu verschob sich auch die Aufstehzeit. Die Jugendlichen standen im Durchschnitt rund 40 Minuten später auf als im alten Schulmodell. Da sich ihre Bettzeiten kaum veränderten, verlängerte sich die tatsächliche Schlafdauer deutlich. An Schultagen schliefen die Jugendlichen im Durchschnitt 45 Minuten länger.

Neben der längeren Schlafdauer berichteten die Schülerinnen und Schüler auch von weiteren Veränderungen. „Die Schülerinnen und Schüler berichteten weniger häufig von Einschlafproblemen und hatten seltener tiefe Werte bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität“, fasst Erstautorin Joëlle Albrecht die Ergebnisse zusammen.

Auch bei den schulischen Leistungen ergaben sich messbare Unterschiede. Verglichen mit den kantonal geeichten Testergebnissen erzielten die Jugendlichen im neuen Schulmodell bessere objektive Leistungen in den Fächern Englisch und Mathematik.

„Ein späterer Unterrichtsbeginn am Morgen kann also ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Mental-Health-Krise bei Schülerinnen und Schülern sein“

Die Studie wurde im „Journal of Adolescent Health“ veröffentlicht und wertet flexible Schulstartzeiten als einen praktikablen Ansatz, um chronischen Schlafmangel bei Jugendlichen zu reduzieren. Gleichzeitig könnten solche Modelle dazu beitragen, sowohl die psychische Gesundheit als auch die schulischen Leistungen zu verbessern.

Co-Letztautor Reto Huber verweist in diesem Zusammenhang auf eine breitere gesundheitliche Entwicklung unter Jugendlichen. „Ein späterer Unterrichtsbeginn am Morgen kann also ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Mental-Health-Krise bei Schülerinnen und Schülern sein“, sagt er.

Tatsächlich weisen aktuelle Daten auf eine deutliche Belastung hin. Eine Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums zeigt, dass im Jahr 2022 rund 47 Prozent der 11- bis 15-Jährigen von multiplen wiederkehrenden oder chronischen psychoaffektiven Beschwerden betroffen waren. Dazu zählen unter anderem Traurigkeit, Müdigkeit, Ängstlichkeit, schlechte Laune, Nervosität, Gereiztheit, Verärgerung sowie Einschlafschwierigkeiten. In diesem Kontext rückt die Frage nach den Rahmenbedingungen des Schulalltags zunehmend in den Fokus der bildungs- und gesundheitspolitischen Diskussion. News4teachers / mit Material der dpa

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unfassbar
20 Tage zuvor

Die Studie würde ich nicht zu hoch bewerten, weil Unterrichtsbeginn um 7:20 in Deutschland schon einer nullten Stunde entspricht, und Schüler der Oberstufe befragt wurden. Das Alter von 14 Jahren ist in Deutschland zwar noch nicht die Oberstufe, jedoch handelt es sich um (potenzielle) Oberstufenschüler, sprich eine gewisse Bildungsnähe kann man annehmen. Bei 14-jährigen Sekundarschülern ohne Pläne für den Besuch einer Oberstufe erwarte ich einen späteren Unterrichtsbeginn mit einer späteren Schlafenszeit im selben Umfang, sprich keine Änderung. Für Lehrer führt späterer Unterrichtsbeginn mit einem zwangsläufig späteren Feierabend am heimischen Schreibtisch.

Meiomei
19 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Tipp: Arbeit in Morgenstunden verlegen, da der Unterricht ja später beginnt.

mama51
18 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

…,weil Unterrichtsbeginn um 7:20 in Deutschland schon einer nullten Stunde entspricht,…

das stimmt so nicht immer: Unsere wtf. Schulen ( IGS / 5. – 10. Kl.) beginnen regulär um 07:25 Uhr. Eine “nullte Stunde” gibt es nicht!

Arno Handke
18 Tage zuvor
Antwortet  mama51

nun bin ich gespannt, in welchem Bundesland das ist. Osten?

Katze
20 Tage zuvor

Die Studie verkündet, was Jugendliche seit Generationen mit glasigem Blick und schleppendem Gang beweisen: Ein früher Unterrichtsbeginn ist ungefähr so sinnvoll wie ein Vokabeltest im Halbschlaf. Man könnte fast meinen, die Wissenschaft habe zum ersten Mal einen Teenager beobachtet, der um 6:30 Uhr versucht, seine Schuhe zu finden.
Denn parallel dazu existiert ein zweiter, mächtiger Taktgeber: die nächtliche Daddel-Ökonomie.
Während die Biologie flüstert:
„Schlaf, mein Kind, es ist spät…“
ruft die Playstation:
„Nur noch eine Runde!“
Und TikTok ergänzt:
„Du kannst schlafen, wenn du tot bist.“
So entsteht ein Dreiklang aus Hormonen, LED-Lichtern und WLAN-Signalen, der zuverlässig verhindert, dass Jugendliche vor Mitternacht müde werden.
Die Lösung? Wenn späterer Unterrichtsbeginn gut ist, dann ist gar kein Unterrichtsbeginn natürlich noch besser. Rein mathematisch ergibt das Sinn: weniger Unterricht, weniger Stress, besserer Schlaf, bessere Gesundheit, bessere Lernfähigkeit – die man dann mangels Unterricht aber gar nicht mehr braucht. Ein perfekter Kreislauf.
Das Fazit: Die Wissenschaft sagt, man solle später anfangen. Viele Jugendliche würden empfehlen, gar nicht anzufangen.
Und während alle über Rhythmen, Hormone und pädagogische Feinjustierung diskutieren, klingelt am nächsten Morgen der Wecker, der Teenager knurrt – und irgendwo zwischen „Ich funktioniere vor acht Uhr nicht“ und „Das ist nicht mein Biorhythmus“ übersieht man, dass Eltern ihren Job trotzdem machen müssen. Und dass Schule, bei aller Rücksichtnahme, kein betreutes Ausschlafen ist, sondern der Job der Teenager. Einer, den sie – wie Generationen vor ihnen – einfach machen müssen.
Vielleicht standen deren Urgroßeltern als Kinder noch vor Sonnenaufgang im Stall, halfen beim Kühemelken, weil die Familie es brauchte, und gingen danach ganz selbstverständlich in die Schule. Da hat niemand den „biologischen Rhythmus“ vermessen. Heute dagegen wird Müdigkeit zum Ausnahmezustand und Unlust zur Diagnose. Aus Jugendlichen werden Spezialfälle gemacht, bis sie überzeugt sind, der Tagesablauf müsse sich nach ihren nächtlichen Daddel-Gepflogenheiten richten. Dabei stammt ein Großteil der angeblichen „Überforderung“ schlicht aus einem hormonellen Cocktail, der Pubertierende seit jeher gleichzeitig müde, reizbar und unerschütterlich selbstsicher macht – ganz ohne wissenschaftliche Begleitmusik.

Realist
20 Tage zuvor

Tja, Schule ist immer weniger zeitgemäß, weder für Schüler noch für Lehrer.

Die meisten Jugendlichen wollen ja mittlerweile auch einen “Homeoffice-Job”: Kein Wunder, wenn sie täglich das sie teilweise um sechs Uhr aufstehen müssen, um den Bus um 7 Uhr zu erreichen, der sie dann zur Schule bringt, die um 8 Uhr anfängt.

Während ihre Eltern den Tag gemütlich mit Frühstück, Bäckereibesuch und Hunde-Gassi starten, während die Arbeitszeiterfassungs-App für das “Homeoffice” schon seit einer halben Stunde läuft. Kommen die Schüler dann um 3 Uhr nachmittags nach Hause zurüclk, haben die Eltern schon lange “Feierabend” und widmen sich Haus und Hobby bzw. es wird endlich einmal der “Firmenwagen” benutzt um zum Supermarkt zu fahren…

Meiomei
19 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Ist das jetzt der Beweis, dass alle Eltern im Homeffice ihre Arbeitgeber “betrügen”.Nun ja, dass wäre ein fristloser Kündigungsgrund, und das wars dann, mit der schönen Zeit im Homeoffice.

Realist
18 Tage zuvor
Antwortet  Meiomei

Interessanterweise ist der #Aufschrei gegen eine Arbeitszeiterfassung bei Lehrkräften mit einer Zeiterfassungsapp (also ohne externe Kontrolle) von Seiten der Beschäftigten der “freien” Wirtschaft allgegenwärtig. Die wissen wohl schon warum sie “dagegen” sind…

Susanne M.
20 Tage zuvor

Das ist der Idealfall. In ländlichen Schulen richtet sich der Schulanfang danach, wann Bus und Züge fahren .

Gelbe Tulpe
20 Tage zuvor

Schulbeginn frühestens um halb Neun und Reduktion der Unterrichtsstunden auf 40 Minuten würde das Lernen erheblich erleichtern

S.B.
19 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Lassen wir es so, wie es ist. Diese Diskussion führt genauso zu nichts wie eine dauerhafte MESZ oder MEZ.

Meiomei
19 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Nun ja, nachdem die Stunden nie pünktlich anfangen, die Technik gestartet werden muss, die Anwesenheiten geprüft werden sollten sind die Unterrichtstunden ja schon lang unter 40 Minuten.
Dann muss der Unterricht auch um 13:00 zu Ende sein, weil am Nachmittag geht ja Unterricht ja gar nicht.

Sepp
20 Tage zuvor

Die Diskussion um den Schulstart ist ja nicht neu. Die Frage ist für mich eher, wie das praktisch ausgestaltet werden soll:

Wenn der Unterricht später beginnt, muss er auch länger gehen. Wenn es gleichzeitig auch einen flexiblen, frühen Beginn geben soll, werden mehr Lehrerstunden benötigt.
Das belastet eben auch das System, da es zu wenig Lehrkräfte gibt.

Wir hatten ein ähnliches System mal montags laufen. Die erste Stunde war als freiwillige Übungsstunde angedacht, zwei Lehrkräfte als Aufsicht für fünf Klassen. Das ging, weil wirklich nur ein Bruchteil der Schüler zu der Stunde kam – und zwar diejenigen, die die zusätzlich Stunde gar nicht brauchten.

Fräulein Rottenmeier
20 Tage zuvor

„Späterer Unterrichtsbeginn verbessert Schlaf, Gesundheit und Lernleistungen von Schülern“
Nicht nur von Schülern, auch Lehrern…..Ich unterrichte auch besser, wenn ich ausgeschlafen bin und als Eule kann ich nur schwerlich um 5 Uhr aufstehen…..was ich aber leider muss…..

Petra OWL
20 Tage zuvor

Gleich im Homeoffice bzw. Homeschooling bleiben, zumindest 1-2 Tage.
Das fördert das dann auch 🙂

unfassbar
19 Tage zuvor
Antwortet  Petra OWL

Genießen Sie dann den Vormittag zuhause mit Hasi, Tanya und ihrer Frau auf der Terrasse?

Petra OWL
18 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Genre unfassbar,
aber wir arbeiten auf dem Grundstück und sind digital erreichbar. Dann wird es ein co-working space!!! 🙂

S.B.
20 Tage zuvor

Früher zu Bett gehen schadet noch weniger.

Gummibärchen
20 Tage zuvor

Das ist seit Jahrzehnten bekannt.

Zauberwort : Biorhythmus.

EMu
20 Tage zuvor

Das wird in Studie um Studie immer wieder bestätigt und ist lange bekannt. Es ärgert mich, dass das vielfach nicht in den Schulen ankommt. Oft sind es dann Begründungen wie der örtliche Nahverkehr, die das ausbremsen. Hier zeigt sich dann mal wieder, dass unserer Gesellschaft die nächste Generation solche Anstrengungen, mit allen Beteiligten für Besserung zu sorgen, nicht wert sind, nach dem Motto: „Wir haben‘s auch überlebt!“
Aber auch viele KuK müssen sich die Frage gefallen lassen, ob ihr Wunsch, mittags zu Hause zu sein (heute sowieso vielfach nostalgische Illusion), die Schlafbedürfnisse der Jugendlichen argumentativ übertrifft – vielfach sitzt die erste zu überwindende Barriere für eine solche Initiative bereits in der Lehrerkonferenz.
Als extremer Eulentyp fühle ich da mit den Schüler:innen und habe mich ganz bewusst noch nie an einer Schule beworben, die vor acht mit dem Unterricht beginnt. Auch jetzt schreibe ich noch in den UV-Wunschzettel, dass ich lieber Nachmittagsstunden als die erste mache. Wird bei uns nach Möglichkeit zum Glück berücksichtigt.

mama51
18 Tage zuvor
Antwortet  EMu

Glückspilz! Und ich bin ganz nah bei Ihnen 🙂

Arno Handke
20 Tage zuvor

Gibt es auch Studien dazu, welche gesundheitlichen Auswirkungen es hat, wenn Jugendliche früher schlafen gehen?

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  Arno Handke

Schon mal davon gehört, dass bei Jugendlichen Melatonin später ausgeschüttet wird und sie somit gar nicht einschlafen können, auch wenn sie früher ins Bett gingen! https://www.familienportal.nrw/de/10-bis-16-jahre/entwicklung/verschlafene-teenager

Arno Handke
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Gibt es laut dieser Studie Korrelationen der Melatonin-Ausschüttung mit körperlicher Tätigkeit oder mit Nutzung digitaler Endgeräte?

Alese20
17 Tage zuvor
Antwortet  Arno Handke

Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sich die Ausschüttung durch die Pubertät nach hinten verschiebt.
Aber natürlich haben späte Handynutzung am Abend – wie auch bei Erwachsenen – sicherlich einen schlechten Einfluss auf die Schlafqualität.

Rainer Zufall
20 Tage zuvor

Jup, das schreit die Schlafforschung seit Jahren.

Als Nächstes kommt das fälschlicherweise Gleichsetzen von Schlafmangel und Handysucht/ Zuspätkommen sowie selbstgerechte Ignoranz (“mir schadete es nicht”, anstatt darüber nachzudenken, davon profitiert haben zu können) 🙁

Ich habe es dieses Jahr geschafft, meine Klasse (fast) immer zur zweiten Stunde antanzen zu lassen und bin da recht zufrieden, aber als Allheilmittel bei “den Üblichen” ist das allein zu wenig 😉

vhh
19 Tage zuvor

https://www.oberstufegossau.ch/ueber-uns/
450 SchülerInnen, 60 Lehrkräfte. NRW Gesamtschulen lt. KI: 15-18 pro Lehrkraft, insgesamt etwa dreimal so groß
Irgendwie logisch, dass da Möglichkeiten für Randstundenangebote bleiben. Natürlich können wir die sogenannten Lernzeiten in die Anfangsstunden legen, natürlich dann als Pflichtzeit für alle Lehrkräfte und modulares Angebot für SchülerInnen. Ebenso natürlich wird das Ministerium dann entdecken, dass es sich dabei um ‘originäre KL-Tätigkeiten’ handelt, die üblicherweise ohne Anrechnung auf die Stunden zu erbringen sind. Die Schulleitungen bewältigen in diesen Zeiten die klassische Aufgabe, mit Kommunen und Busunternehmen die zweimalige Anfahrt und den regulären ÖPNV zu koordinieren, die Schüler kommen nämlich nicht von nebenan. Die Sport- und Musikkollegen übernehmen begeistert ihre morgendlichen Modulstunden und verzichten auch noch auf eine Mittagspause, vgl Homepage.
Egal wie viele Untersuchungen die biologische Realität erneut beweisen, die realen Probleme müssten zuerst gelöst werden. Die SchülerInnen bekommen endlich Arbeitszeiten, die zu ihrem biologischen Rhythmus passen – den Preis dafür zahlen alle anderen, die das immer größere Chaos bewältigen müssen? Chaos, das Flexibilität genannt wird? Wenn mehr Stunden insgesamt abzudecken sind, spielt es keine Rolle, ob diese Zusatzstunden für die ‘Kunden’ flexibel sind, die ‘Mitarbeiter’ müssen da sein.
Alle Wissenschaftler, egal ob Didaktiker, Mediziner, Psychologen, ‘entdecken’ immer ‘neue’ Mängel im Schulsystem, die zum Wohl der Kinder schnellstens beseitigt werden müssen. Oft wird dieses Problem dann per Gesetz oder Erlass ‘beseitigt’, leider drei Jahre später erkannt, dass die Schulen -Skandal- das verordnete Paradies immer noch nicht erreicht haben. Schulen, deren Fachschaften gerade mit 50% Mittelkürzung auskommen müssen, weil die Kommunen pleite sind und das Land dagegen wenig unternimmt.
‘Aber die Kinder fühlen sich viel besser und lernen auch besser’ – ja, denkt doch an die Kinder…immer wieder ein schönes zynisches ‘Argument’. Ganz sachlich: wie groß ist diese Verbesserung des Lernerfolgs? Was wäre im Vergleich dazu durch eingeschränkte Handyzeit, mehr persönliche Unterhaltungen in den Familien oder mit Freunden zu erreichen? Das ist in der heutigen Zeit mit diesen Rahmenbedingungen unrealistisch? Ach…

S.B.
19 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Danke für diesen wirklich sehr guten Kommentar.

Phantasus
19 Tage zuvor

Um (zum wiederholten Male) zu dieser Erkenntnis zu gelangen, ist eine (erneute) Studie nötig?

blau
19 Tage zuvor

Einfach früher schlafen gehen. Also ich weiß, was mein Teenie bei späterem Beginn tun würde: Später schlafen gehen

Alese20
19 Tage zuvor

Mich wundert dieses Ergebnis keineswegs, im Gegenteil, hat jemand etwas anderes erwartet? Ich möchte allerdings anmerken, dass ich persönlich Start 7:30h unmöglich früh finde und mir 8:30h nicht reichen würde. Um 9h oder 9:30h starten hielte ich für zielführender. Ich fange auch nicht eher an, weil mein Gehirn vorher gar nicht leistungsfähig ist. Es gibt nun mal Menschen, die kein “früher Vogel” sind.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Da wären wir schon weit im Raum der individuellen Lernvoraussettungen, das ist aber bei Weitem noch nicht gesellschaftlich gewollt – als gebe es noch genügend junge Menschen die verschlissen und später versorgt werden könnten … 🙁

Meiomei
19 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich gehe dann davon aus, dass sie dann die “frühen” Schüler (ab 07:00) und die Eulen (bis 17:00) beschulen. Zudem können Sie ja dann alle individuell befreuen.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Meiomei

Gut, dass Sie nicht völlig überdramatisieren, sonst würde man am Ende noch glauben Sie hätten überhaupt keinen Punkt und würden sich mit dem Thema nicht auskennen bzw. den Artikel nicht gelesen, dass Sie Eulen von 8.30 bis 17 Uhr in der Schule halten wollen (eulenroll)

meiomei
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

nö, sie haben es nicht kapiert. Die Eulen kommen später und bleiben bis 18:00.
Sie dürfen die Frühaufsteher beschäftigen, dann einen Zeitraum Schüler gemeinsam, nur das dann die Frühaufsteher schon ein kleines Stück voraus sind. Und später erklären Sie den Nachtvögeln, warum sie noch dableiben müssen, während die Frühaufsteher schon in den sonnigen Nachmittag entlassen werden.

Na ja, Sie als pädagogischer Überflieger werden dass sicherlich meistern.

Meiomei
19 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ein Unterrichtsbeginn um 09:30 würde bei uns ein Schulende um 17:30 bedeuten.
Höre jetzt schon die Begeisterungsrufe der SuS und Lehrkräfte.
Alternativ könnte ja der Samstag als Schultag eingeführt werden. Am Sonntag kommt dann die Demokratieschulung, Bewegungsstunde, der Kunst- und Musikunterricht dazu.
So schaffen wir die rund um die Uhr-Beschulung und die Eltern im Homeoffice können sich dann ja wirklich erholen.

Nova
19 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Verstehe ich vollkommen, ich hasse es auch vor neun anzufangen, aber es gibt auch viele, die es lieben. Ich esse auch jeden Tag gemütlich Frühstück und das kostet Zeit, aber ohne einen gemütlichen Start hätte ich sowas von schlechte Laune. Wie man das in der Schule lösen soll, weiß ich nicht, da geschätzt 50 % früh anfangen wollen und 50% spät. Da die Frühaufsteher aber die letzten 30 Jahre früh anfangen durften und wir Spätaufsteher gezwungen wurden, das mitzumachen, wäre es nur gerecht, wenn jetzt mal die Spätaufsteher dran wären, also die nächsten 30 Jahre um 9.00 Uhr beginnen. Und wenn man alles effizienter organisiert, dann auch um 15 Uhr spätestens Schluss :-).

Teacher Andi
18 Tage zuvor
Antwortet  Nova

Wenn jeder nur nach seinen Befindlichkeiten bedient wird, kann wohl kein Kostrukt daraus werden. Die egoistischen Ansprüche der Leute sind für den Zusammenhalt einer Gesellschaft nicht zuträglich.

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Es geht hier doch nicht um Befindlichkeiten, sondern um eine wissenschaftliche Erkenntnis, dass SuS bessere Leistungen bringen können, wenn sie später anfangen.

unverzagte
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ich bin überzeugt davon, dass diese Erkenntnisse ncht nur für Jugendliche eine Gültigkeit haben.

Alese20
17 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

Ich auch.

Mika BB
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Gar kein Problem. Die Schule geht dann von 7.00 für die Lerchen bis 18.00 für die Eulen, zumindest an den weiterführenden Schulen. Der ÖPNV, der für den Schülertransport zuständig ist, kann leicht noch zwei oder drei Busse am Morgen und zwei am Spätnachmittag/Abend zusätzlich einsetzen, damit die SuS zur Schule bzw. wieder nach Hause kommen. Zusätzliche Lehrkräfte für die Randstunden finden sich an jeder Straßenecke. Die Länder haben die Personalkosten für diese sicher schon mit in den Haushalt eingestellt.

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Warum fängt man nicht generell erst ab 9h an. Probelm gelöst. Es gibt bestimmt auch viele LuL, die eher Eule sind und dadurch besser klar kämen. Muss die Welt denn grundsätzlich für Lerchen kontruiert sein?

unverzagte
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Der frühe Vogel fängt den Wurm – die zweite Maus bekommt den Käse.

Teacher Andi
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Grundsätzlich für Eulen aber auch nicht. 8 Uhr ist ein akzeptabler Kompromiss für alle, manche würden doch gerne um 7 anfangen. Egoismus ist kein guter Ratgeber.

unverzagte
18 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Apropos Egotum: Was akzeptabel für alle gelten soll, sollten dann mehr als eine*r entscheiden bzw. manche würden auch gern um 10:00 Uhr anfangen, nich wahr ?

Anne
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Supi,dann fangen wir im Sommer um 9.00 Uhr an und haben ab spätestens 11.00 Uhr hitzefrei…Perfekter Plan.

mama51
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ich frage mich nur, wie das in anderen europäischen Ländern funktioniert, nur in D nicht…????

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  mama51

Es funktioniert ja, aber die SuS nehmen in der 1. Std. nur nicht viel auf.

Unverzagte
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Morgenstund hat lediglich Geruch im Mund.

Mika BB
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Wie, Sie wollen die Lerchen zwingen, gegen ihren Biorhythmus in die Schule zu gehen? Nix da!

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Die können ja gerne früh aufstehen und die Hausaufgaben machen, die die Eulen abends machen. Die haben ja die Alternative. Eulen nicht.

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Wie werden eigentlich die anderen Schlaftypen berücksichtigt, die ein amerikanischer Wissenschaftler inzwischen herausfand?

https://www.helsana.ch/de/blog/koerper/koerperwissen/schlaftypen.html

4 Schlaftypen: Finde heraus, ob du eher Wolf oder Delfin bist!

potschemutschka
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Zwei dieser 4 Schlaftypen (Wolf und Delfin) haben gegen 19 Uhr einen Energieschub. Gibt es dann Spärunterricht bis 24 Uhr für diese? 🙂

Alese20
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das klingt doch super für Hausaufgaben am Abend 😉

Fräulein Rottenmeier
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ich garantiere Ihnen aus eigener Erfahrung, dass man frühes Aufstehen nicht trainieren kann…..während der Unterrichtszeit gehe ich passend immer zur selben Uhrzeit ins Bett und von der reinen Stundenzahl müsste ich quietschmunter sein morgens um 5 Uhr. Bin ich aber nicht….ich quäle mich jeden Tag…..
In den Ferien drifte ich sehr schnell genau wieder dahin ab, wo mein Biorhythmus zu finden ist…..und der sieht ein Eulendasein vor…..

Fräulein Rottenmeier
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Und …“der frühe Vogel kann mich mal!“

Mario
18 Tage zuvor

Netter Spruch für Postkarte

Fräulein Rottenmeier
16 Tage zuvor
Antwortet  Mario

Auf meinem Schlafshirt steht:
„I dont like Morningpeople!
….or Mornings
….or people“

Sprich mich ja nicht nach dem Aufstehen an….ich hasse Menschen, die die Augen aufmachen und direkt anfangen zu plappern…..

Teacher Andi
19 Tage zuvor

Warum wohl verschiebt sich der biologische Rhythmus der Kinder und Jugendlichen immer mehr in die späten Abendstunden? Ich hätte da schon eine Idee. Aber dies zum Anlass zu nehmen, die Schulzeiten nach hinten zu verlegen mit allen Konsequenzen, die diese Experten tunnelblickartig übersehen, vor allem, wenn sie hier flexible Unterrichtsstartzeiten propagieren, erachte ich als ziemlich vermessen in Relation zu den Schweirigkeiten, die dann aufkommen werden. Wie wäre es, wenn die Schüler von Haus aus wieder einen vernünftigen Rhythmus einhalten und ihr digitales Lieblingsspielzeug öfter mal zur Seite legen würden? Wenn man den Schülern gar keine Verpflichtung und Orientierung mehr zumutet, wird das Ergebnis sicher nicht unbedingt im Sinne dieser Experten sein.
Und ich kann auch nicht glauben, dass ein späterer Unterrichtsbeginn irgendeinen Ausschlag zur Bewältigung einer “Mental-Health-Krise” (toller Wortmischmasch) ist, sofern es sich tatsächlich um ernst zu nehmende psychische Belastungen handelt.

unfassbar
19 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Sehe ich ähnlich. Eine weitere Verschiebung nach hinten würde die Schlafenszeit im gleichen Maße nach hinten schieben. Außerdem ist Unterrichtsstart um 7:30 schon eine Hausnummer, die in Deutschland eher unüblich früh ist.

S.B.
19 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Ich kenne genügend Schulen, die um 7.30 Uhr starten. Die Erfahrungen sind sehr gut. Der frühe Unterrichtsbeginn begründet sich meist durch den Busfahrplan.

unfassbar
19 Tage zuvor
Antwortet  S.B.

An meiner Ausbildungsschule in einer Großstadt fing der Unterricht auch um 7:30 Uhr an, aber hauptsächlich weil die Lehrer (zu den Halbtagszeiten) um 13 Uhr Dienstschluss haben wollten.

S.B.
19 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Das liegt aber schon einige Jahrzehnte zurück.

mama51
18 Tage zuvor
Antwortet  S.B.

Aber gar nicht! Und Dienstschluss um 13h wollen wir eigentlich gerne immer noch.. (hahahaha!), trotzdem fängt die Schule bei uns im Umkreis um 07:25 an. Wat saaacht man dazu?

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

“Warum wohl verschiebt sich der biologische Rhythmus der Kinder und Jugendlichen immer mehr in die späten Abendstunden?”
Pubertät? Sie wissen schon, dieser jahrtausendealter Vorgang?

Handysüchtige werden hier nicht abgeholt, war und ist aber auch nicht das Ergebnis der Studie.
Genausogut können Sie hier auch auspacken, dass [Suchtmittelabhängigkeit hier eingeben] nicht durch das Beachten der inneren Uhr aufgehoben würde – das wissen uneingeschränkt alle

Katinka
19 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ja, natürlich ist es anders in der Pubertät. Ich sehe das bei meinem Kind, das abends zu Höchstformen aufläuft und plötzlich total produktiv wird (auch schulisch!), mir ging es damals ähnlich. Dennoch habe ich es geschafft, wenn am nächsten Tag Schule war, nicht allzu spät ins Bett zu gehen. Oft hab ich im Bett noch gelesen, das macht schön müde. Wer macht das heute noch? Ich denke schon, dass das ständige Starren auf den Handybildschirm den Schlaf nach hinten verschiebt und die Schlafqualität beeinträchtigt.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Katinka

“Ich denke schon, dass das ständige Starren auf den Handybildschirm den Schlaf nach hinten verschiebt und die Schlafqualität beeinträchtigt.”
Das steht ja auch ÜBERHAUPT NICHT zur Diskussion! 😀
Sie selbst schrieben doch, dass dei Pubertät Sie abends auf Trab hielt – DARUM gehts!

Uneingeschränkt niemand behauptet, mangelnde Schlafhygiene oder Mediensucht würden durch andere Schulzeiten gelöst, NIEMAND 🙂

Nur mal so
19 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Wie oben schon mal gesagt bei uns Unterrichtsbeginn um 7:30 Uhr und auch bei den beiden anderen weiterführenden Schulen im Ort!

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

“Einschlafschwierigkeiten im Teenageralter sind oft aber nicht nur Folgen eines hohen und spätabendlichen Medienkonsums. Pubertätsbedingt kommt es bei Jugendlichen auch zu einer Verschiebung der gewohnten Schlafzeiten. 
Was dahintersteckt: Jeder Mensch hat eine eigene innere Uhr, die je nach Tageszeit die Körperfunktionen sowie Schlaf- und Wachphasen steuert. Unterschieden wird zwischen den Frühaufstehern, den Lerchen, und den Nachtmenschen, den Eulen. Während kleine Kinder sehr zum Leidwesen ihrer Eltern oft zu den Lerchen zählen und schon morgens um 6 Uhr quietschfidel durch das Haus toben, entwickeln sich die Kinder im Teenageralter meist zu Eulen. 
Die Eulen bleiben bis weit in die Nacht auf und werden am nächsten Morgen entsprechend später munter. Untersuchungen zeigen, dass bei Teenagern die Produktion des schlaffördernden Hormons Melatonin im Schnitt erst zwei Stunden später einsetzt als bei kleinen Kindern. Diese Verschiebung der inneren Uhr macht Teenager später müde. Sie schlafen entsprechend später ein. Da hilft auch kein gut gemeinter Rat, früher ins Bett zu gehen. “https://www.familienportal.nrw/de/10-bis-16-jahre/entwicklung/verschlafene-teenager

Teacher Andi
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Na gut, dann organisieren wir eben alle gemeinsamen Dinge nach der individuellen inneren Uhr, prima! Jetzt müssen Sie nur noch erklären, wie sie das bewerkstelligen wollen. …..

Nadine
17 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ich bin da ganz bei Ihnen und erinnere mich sehr gut an meine eigene Schulzeit: Abends wurde ich schulisch sehr produktiv und ging selten vor 00:00 Uhr ins Bett. – hauptsächlich dann, wenn meine Eltern mich ins Bett scheuchten, weil “morgens muss man ja früh raus.” Da gab es noch keine Handys und Computer, zumindest nicht in unserer Familie.
Gleiches bemerke ich heute bei unserer Tochter (15 Jahre): Sie läuft abends zur Hochform auf und erledigt ihre schulischen Aufgaben am effektivsten. Sie hat eine Handysperre ab 22:00 Uhr. Trotzdem kann sie nur schwer vor 00:00 Uhr einschlafen.
Mit ein bisschen gutem Willen von allen Seiten ließe sich sicherlich eine Lösung finden – aber will man das wirklich? Es hat ja bisher auch immer funktioniert, wie so vieles ^^

Alese20
17 Tage zuvor
Antwortet  Nadine

Ja, so sehe ich das auch. Veränderung scheint grundsätzlich doof und den faulen, handysüchtigen SuS muss man nicht entgegen kommen. Die sollen sich einfach nicht so anstellen. Das Leben ist kein Ponyhof und man muss sie für’s Leben abhärten.

Mika BB
19 Tage zuvor

Davon abgesehen, dass in D im Unterschied zu den untersuchten Schulen der Unterricht i.d.R. nicht 7.20 Uhr, sondern 8.30 Uhr beginnt, stellt sich mir noch folgende Frage:
Liegt das verbesserte Wohlbefinden generell am späteren Beginn oder daran, dass die SuS den Beginn flexibel wählen können? Letzteres spräche dann eher dafür, dass eine höhere Selbstwirksamkeit zu verbesserten Leistungen führt.

Feirefiz
19 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Bei uns ist Unterrichtsbeginn um 7.20 Uhr.

Mika BB
19 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Statt 8.30 sollte in der ersten Zeile 8.00 Uhr stehen, sorry.

@Feirefiz
Deshalb schrieb ich: in der Regel…

Nur mal so
19 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Bei uns ist Unterrichtsbeginn um 7:30 Uhr. Das ist nicht weit weg von 7:20 Uhr. Und mit dem öffentlichen Bus aus dem nächsten Dorf, der max. stündlich fährt (in der Regel aber seltener) heißt das häufig um 6:30 oder früher zu Hause los!

Phantasus
19 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Um 7:30 Uhr ist Unterrichtsbeginn bei uns für Stufe 5-10. Nicht später. Weil GTS.

Tanya
19 Tage zuvor

lieber gleich digital von daheim im Homeschooling. Da können sie dann auch länger schlafen.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Tanya

Sie antworten auf die Frage des Zeitpunkts mit der Frage des Ortes… Sie scheinen ganz tief drin zu sein, aber Schüler*innen können zu einer ANDEREN ZEIT am selben Ort lernen 😛

unfassbar
19 Tage zuvor
Antwortet  Tanya

Um anschließend mit Petra und Hasi auf der Terrasse Kaffee zu trinken?

Petra OWL
18 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

als co-working space, ja, ginge 🙂

potschemutschka
19 Tage zuvor

Vielleicht würde es den Schülern schon helfen, wenn es wieder , wie gaaanz früher, einen Sendeschluss/ Sendepause nicht nur für Radio und Fernsehen gäbe, sondern auch für die (a)sozialen Medien, so von 23 bis 6 Uhr. 🙂
Sendeschluss – Wikipedia

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Natürlich würde das helfen – werfen Sie noch gesunde Ernährung und Bewegung obendrauf! – hat aber nichts mit der Studie zum Schlafrythmus zu tun XD

fragend
19 Tage zuvor

ich frage mich bei dieser Diskussion immer wieder, wie ein späterer Unterrichtsbeginn mit der Realität an Grundschulen zusammenkommen soll. Schon jetzt sind die OGS- und VG-Plätze komplett ausgebucht. Viele Kinder sind bereits ab 7 Uhr in der Betreuung. Diese müssten dann noch länger vor Unterrichtsbeginn betreut werden. Wir haben jetzt schon einen Mangel an Betreuungskräften. Ich verstehe die Untersuchungen und bin selber eine Eule, aber an der Realität kann ich nicht vorbeisehen.

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  fragend

Das betrifft Grundschulen doch gar nicht so sehr. Der spätere Melatoninausstoß kommt erst in der Pubertät.

mama51
18 Tage zuvor

Als meine Kinder Teenies waren gab es noch keine ” so ganz richtigen” Smartphones! Und nun?
Sie verließen um 06.40 das Haus, U- Beginn 07:25 Uhr, kamen zwischen 13 Uhr / 14 Uhr nach Hause, “irgendwas” gegessen, und haben sich direkt für ca. 2 Stunden aufs Ohr gelegt. Hausaufgaben, dann danach und um ca 22 / 23 Uhr ins Bett… Beides “Eulen” …
Aufstehen um 05:45 Uhr…
Ehrlich, es ist heute noch so an allen Schulen bei uns, und die armen Würstchen, die mittags nicht nach Hause zum “Nickerchen” können (wie die Meinen damals), tun mir echt leid.Und egal, ob OGS oder nicht: Es gibt keine Rückzugsorte in den Schulen! 🙁 (Okay, also ich kenne keine!)

potschemutschka
18 Tage zuvor

Wird der lange Schlaf überbewertet?
https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/schlafen-wir-doch-nicht-so-unnatuerlich/
Leider steht in dem Artikel nicht, ob es bei Naturvölkern auch Eulen und Lerchen gibt.

Berlinerlehrer
17 Tage zuvor

Wieso stellt sich nicht die Frage, ob dies alles nicht mit der Schlafenszeit zu tun hat sondern mit der gewährten Wahlfreiheit. Die SuS hatten die Wahl, wann sie anfangen möchten. Das reduziert auch Stress. Würde das in der Studie betrachtet?

potschemutschka
17 Tage zuvor

Im Moment ist ja für Muslime Ramadan. Essen und Trinken ist für gläubige Muslime nur zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang erlaubt (ab Pubertät). Ich fragte meine Nachhilfeschüler heute, wann sie im Moment aufstehen, um noch vor Sonnenaufgang etwas zu essen und zu trinken. Antwort: gegen 4 Uhr. Einer (ü25, wie die anderen) meinte, er schlafe lieber länger und esse und trinke nur abends. Nachtruhe bei allen, nach einer sehr üppigen und langandauernden Abendmahlzeit so gegen 23 – 24 Uhr. Aber alle waren trotzdem recht aufmerksam im Unterricht. Mal sehen, wie es nächste Woche aussieht.

Wie wirkt sich das Fasten und der fehlende Schlaf so auf andere muslimische Schüler aus? Ein späterer Unterrichtsbeginn würde da wohl nichts ändern.