DÜSSELDORF. Die Bildungsdebatte wirkt derzeit merkwürdig orientierungslos. Einerseits wächst die Sorge über immer schlechtere Leistungen von Schülerinnen und Schülern im Lesen, Schreiben oder Rechnen. Andererseits verändert künstliche Intelligenz gerade grundlegend den Umgang mit Wissen: Informationen sind jederzeit verfügbar, Texte lassen sich automatisiert erzeugen, Antworten liefert auf Knopfdruck die Maschine. Dabei scheint immer unklarer zu werden, was Bildung künftig überhaupt noch bedeuten soll. Wir brauchen dringend eine gesellschaftliche Debatte darüber – meint News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.

„Wie gebildet sind Sie?“ Mit dieser Frage eröffnet die Zeit ihren aktuellen Schwerpunkt zur Bildungskrise („Bildung? Wozu?“). Leserinnen und Leser sollen sich durch 22 Wissenskategorien testen – Politik, Wirtschaft, Geschichte, Kunst, Naturwissenschaften, Popkultur. Eine der Fragen lautet: „Wen findet man im aktuellen Kabinett der Bundesregierung?“ Zur Auswahl stehen unter anderem „Karsten und Carsten“. Die richtige Antwort: Carsten Schneider (SPD) und Karsten Wildberger (CDU). Eine andere Frage lautet: „Welcher heutige EU-Mitgliedsstaat grenzte 1989 ausschließlich an Staaten, die es heute nicht mehr gibt?“ Antwort: Polen.
Natürlich kann man solche Fragen beantworten. Man kann sie auch unterhaltsam finden. Aber die Frage drängt sich trotzdem auf: Ist das Bildung? Ist Bildung das Wissen darüber, dass zwei Bundesminister ähnlich klingende Vornamen tragen? Oder die Erinnerung an historische Grenzkonstellationen Europas?
Mit dieser Irritation beginnt der Bildungsschwerpunkt der Zeit – vermutlich unbeabsichtigt. Denn hinter dem Quiz steht eine deutlich größere Frage: Was bedeutet Bildung eigentlich noch in einer Zeit, in der Wissen jederzeit digital verfügbar ist – und künstliche Intelligenz zunehmend Aufgaben übernimmt, die früher als intellektuelle Leistungen galten?
„Aus der Bildungskrise, die Schlagzeilen macht, erwächst längst still und leise eine zweite“
Die Zeit beschreibt die Lage so: „Es ist dramatisch: Viele Schülerinnen und Schüler verfehlen die Mindeststandards im Lesen, Rechnen, Verstehen, Zuhören“, heißt es im Schwerpunkt. Die jüngsten Ergebnisse der PISA-Studie und des IQB-Bildungstrends zeigten, dass die Leistungen „noch tiefer abgesackt sind als vor 25 Jahren, beim ,PISA-Schock‘“.
Noch schlimmer: „Aus der Bildungskrise, die Schlagzeilen macht, erwächst längst still und leise eine zweite“, so meint das Blatt. „Diese zweite Bildungskrise könnte in eine Zukunft führen, in der das Gebildetsein keinen Wert mehr hat. In der es salonfähig ist, Dinge nicht zu wissen (denn dafür gibt’s Google). In der nicht erwartet wird, eigene Gedanken zu formulieren (das übernimmt ChatGPT).“
Die renommierte Wochenzeitung beschreibt damit eine kulturelle Verunsicherung, die den Kern von Schule berührt. Die Frage lautet nicht mehr nur, warum Schülerinnen und Schüler schlechter lesen oder rechnen können. Sondern auch: Welche Rolle spielt Wissen überhaupt noch in einer digitalen Gesellschaft?
Die Bildungsjournalistin Anna-Lena Scholz beschreibt das in ihrem Beitrag als historischen Umbruch. „Heute herrscht Ratlosigkeit, und eine Ahnung: Die leichte Verfügbarkeit des Weltwissens und die Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz markieren einen Epochenbruch wie einst der Buchdruck: Ab jetzt wird alles anders. Vielleicht wohnen wir dem beginnenden Niedergang einer – unserer – Hochkultur bei. Und dem Beginn einer neuen.“
Gleichzeitig benennt Scholz ein Paradox. Deutschland sei formal so gebildet wie nie zuvor. Rund die Hälfte eines Jahrgangs mache Abitur. Fast 2,9 Millionen Menschen studieren. Die Akademikerquote bei den 25- bis 34 Jährigen liege bei fast 40 Prozent. „Deutschland hat im 20. Jahrhundert eine nie da gewesene Bildungsexpansion erlebt“, schreibt Scholz. „Mädchen, Gastarbeiternachkommen, Arbeiterkinder – ganze Generationen haben sich mit ihren Schul- und Hochschulabschlüssen die Bildungsleiter hinaufgelernt.“
Und doch bleibt die Unsicherheit. „Was hilft der Vergleich mit der Vergangenheit“, fragt Scholz, „wenn die Kinder der Gegenwart immer schlechter lesen, verstehen, schreiben, rechnen können? Während die künstlichen Intelligenzen zugleich immer schlauer werden.“
„Gebildet sein heißt heute: Kann ich in einer neuen Welt aufwachen und mich zurechtfinden?“
Auffällig ist allerdings, wie vage inzwischen die Vorstellungen von Bildung geworden sind. Was ist überhaupt Bildung? PISA-Koordinator Andreas Schleicher antwortet: „Früher stand vorgefertigtes Wissen im Zentrum von Bildung, drum herum gruppierten sich Werte, Fähigkeiten, Charaktereigenschaften. Heute ist es andersherum: Zentral ist, was wir als Menschen können.“ Schleicher warnt ausdrücklich vor einem festen Kanonwissen. „Gebildet sein heißt heute: Kann ich in einer neuen Welt aufwachen und mich zurechtfinden?“ Reicht das aus – Bildung als Anpassungsfähigkeit?
Auch die Antworten weiterer prominenter Persönlichkeiten, die die Zeit gesammelt hat, bleiben bemerkenswert nebulös. Eine gebildete Person „achtet bewusst auf ihre Umgebung und ihre Mitmenschen“, sagt die Schriftstellerin Olga Grjasnowa. Wer gebildet sei, könne „über sich selbst lachen“, meint Moderatorin Linda Zervakis. Der CDU-Politiker Philipp Amthor erklärt: „Bildung bedeutet auch die Fähigkeit, Nöte und Bedürfnisse der menschlichen Seele zu erkennen.“ Konkrete Inhalte spielen in vielen dieser Antworten kaum noch eine Rolle.
Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass die Frage aufgeworfen wurde, was genau zum Bildungskanon gehört (dass es einen solchen geben muss, schien völlig klar). Ende der 1990-er Jahre erschien der Bestseller „Bildung. Alles, was man wissen muß“ des Anglistik-Professors Dietrich Schwanitz. Das Buch verstand sich ausdrücklich als Versuch einer kulturellen Selbstvergewisserung in einer Zeit, in der auch damals bereits über Krise, Orientierungslosigkeit und den Zustand des Bildungssystems diskutiert wurde. Schwanitz schrieb, das deutsche Bildungssystem habe „Schiffbruch erlitten“ – offenbar eine immer wiederkehrende Erzählung, auch schon vor PISA –; notwendig sei eine „Neubesinnung“ darüber, was überhaupt noch zum Bildungskanon gehören solle.
Der Kanon, den Schwanitz auf immerhin rund 500 Seiten entwarf, war breit und ausdrücklich europäisch gedacht. Er reichte von Bibel und antiker Mythologie über europäische Geschichte, Literatur, Philosophie, Kunst und Musik bis hin zu Naturwissenschaften, Ideengeschichte und Geschlechterdebatten. Bildung bedeutete für Schwanitz nicht bloß Faktenwissen, sondern die Fähigkeit, sich in kulturellen Zusammenhängen orientieren zu können.
Gleichzeitig beschrieb er Bildung auch als gesellschaftliche Praxis: als Sprachfähigkeit, als Wissen darüber, wie kulturelle Kommunikation funktioniert, als Fähigkeit zur Selbstreflexion. Auffällig ist aus heutiger Sicht allerdings auch, wie stark dieses Bildungsverständnis noch von der Vorstellung eines gemeinsamen kulturellen Referenzrahmens ausging – also genau jener Idee eines Kanons, die heute zunehmend umstritten ist. MINT kommt dabei nur am Rande vor (was grotesk wirkt in einer Welt, die von Naturwissenschaft und Technik so stark geprägt ist wie unsere).
Heute, nur knapp 30 Jahre später, wird Schwanitz‘ Kanon auf Medimops für 2,69 Euro verramscht.
„Bildung ist ein vielschichtiger Begriff und bedeutet mehr als nur Wissen anzusammeln“
Die Journalistin Scholz unternimmt nun in der Zeit einen eigenen mutigen Versuch, Bildung zu definieren – und einen Mindestkanon aufzustellen. „Man muss mindestens eine Fremdsprache beherrschen“, so listet sie auf. „Fremde Länder bereisen. Man muss Orte der Vergangenheit zu seiner Gegenwart machen: Kirchen, Denkmäler, Museen.“ Sie nennt europäische Geschichte, Mathematik, Physik, Chemie, Astronomie, Literatur, Musik, Politik, Klimakrise und Weltwirtschaft. Weil? „Ein solches Gerüst, egal wie wacklig, braucht man aus einem Grund: Es versetzt einen in die Lage, Fragen zu formulieren.“
Das erscheint nun aber gar nicht so schwer. Fragen wir doch mal eben die KI, was Bildung bedeutet. ChatGPT antwortet: „Bildung ist ein vielschichtiger Begriff und bedeutet mehr als nur Wissen anzusammeln. Im Allgemeinen versteht man darunter den Prozess, in dem ein Mensch seine Fähigkeiten, sein Wissen, seine Persönlichkeit und sein Verständnis von sich selbst und der Welt entwickelt.“ Weiter heißt es: „Bildung hilft Menschen, aktiv und verantwortungsvoll am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“ Und mit Verweis auf Wilhelm von Humboldt formuliert die KI: „Bildung bedeutet die ganzheitliche Entwicklung des Menschen – also nicht nur Fachwissen, sondern auch Charakter, Kreativität und kritisches Denken.“
Sieh mal an – keine doofe Antwort: Bildung ist demnach nichts Statisches. Nichts, was man einmal erwirbt und dann dauerhaft besitzt. Bildung ist ein Prozess. Vielleicht lässt es sich tatsächlich relativ einfach formulieren: Bildung ist die Bereitschaft, sich die Welt immer wieder neu zu erschließen.
Das klingt banal. Ist es aber nicht. Denn in einer digitalen Wissensgesellschaft verändern sich die Voraussetzungen dafür ständig. Lesen und Schreiben allein reichen längst nicht mehr aus. Der kompetente Umgang mit digitalen Medien, mit den Informationsquellen der Welt, gehört inzwischen selbstverständlich dazu.
Gerade deshalb braucht die Gesellschaft möglicherweise eine neue Bildungsdebatte. Eine Debatte, die nicht darauf fokussiert ist, ob Schiller noch in die überquellenden Lehrpläne gehört oder die schriftliche Division in die Grundschule. Sondern die zunächst mal die grundlegende Frage klärt: Wofür sollen Kinder und Jugendliche eigentlich lernen? Was brauchen sie künftig, um sich neue Perspektiven – Bildung – überhaupt aneignen zu können? Erst wenn darüber mehr Klarheit herrscht, wird sich auch beantworten lassen, wohin sich Schule entwickeln soll. Im Moment allerdings dominiert vor allem ein anderer Eindruck: Die Gesellschaft ist sich sehr sicher, dass Bildung wichtig ist – aber immer unsicherer darüber, was sie darunter versteht. News4teachers









Bildet Schule?
Sie formt die Kinder zu den Erwachsenen die unsere Gesellschaft braucht. Die Debatte richtet sich im Grunde nach der Frage aus: welche Erwachsenen brauchen wir in 5 bis 80 Jahren als neue Eltern/Arbeiter/Akademiker/Stimmvieh?
Früher war das klarer, strukturierter, heute ist alles im Fluss. Neue Technologien, Klimawandel, demografischer Wandel. Und diese Unsicherheit findet sich in den kompetenzorientierten Lehrplänen (die in Summe die schulische Bildung widerspiegeln) mit all ihren didaktischen Verirrungen und Wirrungen. Wer keine konkreten Ziele vorgibt, kann sie nicht verfehlen.
So fischt der extremistische Rand nach Stimmen und Zustimmung. Der normale Mensch braucht halt. Bildung gibt Halt.
Ich stimme dir auch zu, in dem was du schreibst und ich verstehe.
‚ Deutschland hat im Bildungsbereich schlecht abgeschnitten ‚heisst es in den Medien.
In meiner Wahrnehmung ist es kein plötzlich entstandenes Problem. Denn viele andere Nationalitäten und Kulturen wurden/ konnten nicht anders ‚ herzlich willkommen geheißen‘ , aus ganz unterschiedlichen kulturellern, kognitivem, sozialem, .. Standard .Nun sind das aber in unserem Verständis von ‚ Bildung, Sozialverhalten, Interaktion, Kognition, etc. sehr unterschiedlich. Also ist es doch kein Wunder, dass der Standard, der bis vor ca. fünf Jahren gegollten hat, auf die momentane Gesellschaft, mit allen Anderen, Neuen und Alten, keine Gültigkeit hat.
Wer hat Ihnen gezeigt und geholfen was in diesem Land wichtig ist?
Und was könnten wir von Ihnen lernen, manchmal mehr als gedacht.
Dieses würde,
in meinem Denken: Zeit und Bewusstheit brauchen, über z.B. die Finanzung, den Umgang mit digitalen Medien, etc.
..
Man fragt inzwischen ernsthaft eine KI, was Bildung sei – offenbar in der Hoffnung, dass wenigstens die KI noch weiß, wofür Schule einmal gedacht war. Sie antwortet dann, „mit Verweis auf Wilhelm von Humboldt, Bildung bedeute „die ganzheitliche Entwicklung des Menschen – also nicht nur Fachwissen, sondern auch Charakter, Kreativität und kritisches Denken.“
Ein Satz wie ein pädagogisches Duftspray: angenehm, wohlig, verdampft aber sofort.
Humboldt meinte mit „Aneignung der Welt“ nichts Schwebendes, sondern schlicht: Wissen. Genau das, was man heute am liebsten überspringt, weil die Leistungen in Lesen, Schreiben und Rechnen seit Jahren im Sinkflug sind. Also verlegt man Bildung in die Sphäre des Unmessbaren – „Seele“, „Ganzheitlichkeit“, „Kreativität“. Alles wunderbar, weil niemand je nachprüfen kann, ob davon irgendetwas tatsächlich stattfindet. Auch Philipp Amthor erklärt, Bildung sei vor allem die Fähigkeit, „Nöte und Bedürfnisse der menschlichen Seele zu erkennen“. Ein Paradebeispiel für Laber‑Rhabarber: Sobald es um Inhalte geht, wechselt man elegant ins Metaphysische.
Und leider rangiert Wissen im neuen Normal oft nur noch in der Kategorie „nice to have“. Ein Add‑on. Ein Bonuslevel. Wenn noch Zeit ist. Wie sollen dann jedoch Kreativität und kritisches Denken als Bildungsideale funktionieren???
Und genau an dieser Stelle stolpert die Bildungsdebatte zuverlässig über ihr eigenes Ei des Kolumbus: Die Lösung liegt offen vor ihr, aber man starrt lieber auf die Schale und diskutiert über deren „ganzheitliche Rundheit“.
„Humboldt meinte mit „Aneignung der Welt“ nichts Schwebendes, sondern schlicht: Wissen.“
Dann lassen wir ihn doch gerne mal selbst zu Wort kommen: „Der wahre Zwek des Menschen – nicht der, welchen die wechselnde Neigung, sondern welchen die ewig unveränderliche Vernunft ihm vorschreibt – ist die höchste und proportionirlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen.“ Quelle: https://www.gute-lehre-lehramt.uni-kiel.de/wp-content/uploads/2021/11/LeaP_Material_Humboldt.pdf
Das ist deutlich mehr als das, was Sie behaupten („schlicht: Wissen“).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Man nehme:
– 1Tasse Monotonie
(Leieieistung)
– 2 Tassen Selbstmitleid
– bisherige Menge mal 3 von Forumszustimmung (MitInhaber selbiger vorhergehenden 3 Tassen)
– mindestens 1 Tasse Ichweißalles auch wenn nicht
– 2 Tassen Unzugänglichkeit/ Sturheit für Vorschläge aus dem Forum
– 2 Tassen unglaubliche Ignoranz bei Einwürfen anderer – ausgenommen Flugobjekte ohne Eigensteuerung
– 3 Tassen hervorstechende, wenn auch oft rhetorisch polemische Artikulationsfähigkeit
– 10 Tassen Geschick, Lehrerleidenswege zu erkennen/ bestätigen/ nutzen
– mische das ohne abgebrochene Krallen zu entfernen
– stelle es Stunden, Tage , Monate beiseite
– der Brei wird der gleiche bleiben –
Humboldt war weiter.
Sorry @ Forum, sucht man hier die Möglichkeit, konstruktiv in Diskussion unser aller Situation zu verbessern
oder soll es zum vorherrschenden Ziel werden, n4t als Frustventil
(ab und zu ganz ok – mit Streicheleinheiten durch @ Redaktion noch besser 🙂 werden
und auch stage für IchhabRecht und Deshalb- funktioniert- Schule- nicht ; der Olymp macht das doch schon 🙂
Ich, als echter Dino, gehe bestimmt nicht mit vielem, was in Schule und Bildung läuft, konform, habe aber unverbittert überlebt, weil ein Humboldtsches Axiom, die (konstruktive) Auseinandersetzung mit einer sich wandelnden Umwelt
MMn wichtig und grundlegend ist.
Sry at dear cat – von der Schreibe her schreiben Sie wunderschön.
„Also wirklich, Herr/Frau Maybe!
Ich habe Ihnen jetzt bereits siebzehn total leckere und verschiedene Rezpte zur Zubereitung von Sägespähnen zugeschickt!?!?
Was soll Ihre dauernde uNKoNsTrUkTiVe VeRwEiGeRuNgShAlTuNg?!?
Wieso sagen Sie immer nur ‚Nein, das esse ich nicht!‘ ?!?
Sie sind garnicht iNnOvAtIOnSbErEiT!?!?“
In der Hinsicht bin ich gern der SuppenKaspar (nach Heinrich Hoffmann 🙂
Solange Sie hier nicht zu oft den StruwwelPeter geben, ist alles ok.
„Der Struwwelpeter
Seht einmal, hier steht er,
Pfui! der Struwwelpeter!
An den Händen beiden
Ließ er sich nicht schneiden
Seine Nägel fast ein Jahr;
Kämmen ließ er nicht sein Haar.
Pfui! rief da ein jeder:
„Garstiger Struwwelpeter!“
Der neigt auch zur darstellenden Übertreibung 😉
Aber Paulinchen hatte die zünderenden Ideen.
Ich vergaß:
Srcehtürtötwel sdin otu .
[Code azbz…]
Humboldt war weiter. Stimmt, der ist gereist, weit gereist. Solche Klassenfahrten kriegen wir nicht genehmigt. Und so ist der Bildungshorizont begrenzt.
🙂 Mit Humboldt unterwegs https://share.google/pp5RjPikgtmjUiBUM
Haben wir uns schon lange für die Pension vorgenommen, mit Motorrad und Zelt (und mit Streichhölzern; pass schon auf, kenn ja die Geschichte vom Paulinchen) NordUSA lassen wir aus.
Na dann ab in den Ruhestand – schnellstmöglich
Jedoch ist nicht anzustreiten, dass es vor langer Zeit noch Mode war, sich tatsächlich möglichst ganzheitlich zu bilden. Körper und Geist, sprachlich und naturwissenschaftlich. Möglichst breit gefächertes Wissen hatte einen Wert.
Körper und Geist – ist schon mehr als „breit gefächertes Wissen“ (das hat Google auch). Dazu kommt noch soziales Lernen. Womöglich auch Spiritualität. Und schließlich die Kompetenz, sich weiteres Wissen und weitere Kompetenzen selbst erschließen zu können.
Heute würde man Humboldts Ansatz wohl als „ganzheitlich“ bezeichnen – Wissen ist davon nur ein Teil, und vielleicht nicht der relevanteste. Auf jeden Fall der, der absehbar gegen die digitalen Informationsmaschinen verliert.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Körper und Geist – ist schon mehr als “breit gefächertes Wissen” (das hat Google auch).“
Nee, ne Suchmaschine hat genausowenig „Wissen“ wie eine KI.
… aber die hat keinen Körper. 🙂
Körper und Geist – darüber unterhalte ich mich lieber mit einem Winzer/einer Winzerin meines Vertrauens.
Da bin ich dabei!
Weiß oder rot?
Also ich habe gerade einen leckeren „Rotling“ entdeckt. 🙂
Lieber weiß oder rosé, auf jeden Fall trocken.
Gute Wahl! Den Roséwein haste dann aber für dich alleine.
Deal!
Eingeschlagen.
Hier isst doch niemand Mayo oder Ketchup 😉
und erst Pommes, ganz bööse.
Tipp: Airfryen macht müde Männer munter, schönes Spielzeug und gesünder.
Pommes in Öl frittiert und ohne Majo sind aber vegan.
Natürlich gibt es vegane Majo, weiß ich. Also Pommes-Schranke ist okay.
Aber Manta-Platte mit Veggie-Würstchen geht gaaaar nicht.
Ich sach nur Herbert, der weiß, was gut ist, wenn’se vonne Schicht kommst
LECKER!
Ganz genau!
KI = S p r a c hmodelle, die mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten.
Und wenn (nicht nur) Schüler sie dann stumpf als Suchmaschine benutzen, damit inhaltlich unzureichende Texte produzieren und diese (inkl. allen Halbwissens) schlimmstenfalls auch noch wieder ins Netz stellen, dann trainieren sie die KI damit – und sie wird (für den Laien gesprochen) „immer doofer“.
Wenn es um gespeicherte Inhalte geht, hat eine KI mehr Wissen als ein Mensch haben kann. Wissen ohne Bildung und Kompetenzen ist jedoch weitgehend nutzlos. Aber das verstehen einige Apologeten wie The Cat nicht, die Vermittlung von Haltung und Kompetenzen ablehnen und meinen, Unterricht solle nahezu nur aus Vermittlung von Fachinhalten bestehen. Alles andere käme dann von selbst.
Ich halte es bzgl. des Begriffs “Wissen“ eher mit Platon.
Die „wahren Überzeugungen“ gleich welcher KI laufen bisher ins Leere, sobald sich der Kontext ändert. Sind halt „schwache KIs“ (zum Glück).
Sie missinterpretieren Katze. Sie lehnt mitnichten Haltung und Kompetenzen ab. Ich bin voll und ganz Katzes Ansichten, was den Leistungs- und Bildungsbegriff betrifft.
„Gespeicherte Inhalte“ – diese befinden sich aber mittlerweile bei vielen außerhalb ihres eigenen Geistes. Da nutzen dann auch „Haltung und Kompetenzen“ nicht, denn wie wird das „ausgelagerte Wissen“ dann neurologisch vernetzt?.
„In der empirischen Forschung ist Wissen gleichermaßen ein Thema der Natur- und Sozialwissenschaften. Die Psychologie untersucht, auf welche Weise Wissen bei Menschen gespeichert und vernetzt ist. In den letzten Jahrzehnten wurde diese Forschung durch Ansätze der kognitiven Neurowissenschaft ergänzt, die die Informationsverarbeitung auf der Ebene des Gehirns beschreiben.“
(Quelle: Wissen – Wikipedia)
Die KI liefert Informationen, aber ist das das selbe wie Wissen?
Wissen – Lexikon der Psychologie
Und ich würde Wissen auch nicht mit Geist gleich setzen.
Und ich sehe Probleme darin, dass wir uns bei dem „Google“ wissen sehr auf die Maschinen verlassen.
Was passiert, wenn die Maschinen ausfallen, wenn sie gehackt werden, wenn man ein Problem hat und gerade keinen Empfang? Oder, oder, oder…
Wir häufen Wissen irgendwo digital an und verlieren dabei selbst immer mehr Wissen. Und viele verlieren dabei auch die Fähigkeit, zu kombinieren und Lösungen zu finden. Sie lernen höchstens.dur kurze Zeit auswendig und eigenen sich das Wissen aber nicht wirklich an.
Und ja, das ist schon ein Problem. Und die Idee, dass man Wissen nicht mehr braucht, weil bei Google alles steht greift zu kurz
Davor gab es Bibliotheken und trotzdem hat keiner gesagt, da gibt es tausende von Bücher und deshalb lerne ich nicht mehr, ich kann ja nachschlagen gehen. Wissen nützt auch nu etwas, wenn ich es woanders anknüpfen kann. Egal, ob dazu was lese, im TV sehe oder einen Podcast höre. Fehlt mir die Verbindung wird es schwierig. Und je weniger Vorwissen in meinem Kopf, desto weniger Anknüpfen von neuen Informationen ist möglich. Im übrigen entwickelt man ja auch keine Interessen, wenn es nur um zusammenhanglose Infos geht.
Aber wahrscheinlich kommt jetzt der Einwand, dass man in der Schule eh nur zusammenhanglose Infos bekomme.
„Davor gab es Bibliotheken und trotzdem hat keiner gesagt, da gibt es tausende von Bücher und deshalb lerne ich nicht mehr, ich kann ja nachschlagen gehen.“
Da übersehen Sie aber ein bis drei ganz qualitative Unterschiede.
Die Bibliothek hatte keiner in der Tasche. Man musste dann dort immer noch lesen und vorher noch wissen, wie man ein Buch findet, das einem weiterhilft.
Das heißt ad hoc, zeitnah, in Echtzeit hatte es für einen keinen Nutzen, dass es irgendwo Wissen und Nachschlagewerke gab.
Auch später hatte man kein digitales Endgerät mit Internetanschluss in der Tasche. Bestenfalls hätte man das zu Hause , man musste es sich leisten und bedienen können . Auch das hatte ad hoc, zeitnah in Echtzeit keinen Nutzen.
Jetzt hat jeder(!) sogar in der dritten Welt ein digitales Endgerät mit Internetzugang in der Tasche, mit dem man sich bei Bedarf in Echtzeit jedwede Information beschaffen kann und zwar in jeglicher Präsentationsform von Text bis Video. Bücher muss man über dieses Vehikel nicht mehr lesen sondern man kann sich die Kernaussagen nicht nur eines Buches sondern jedweden Buches zu einem Thema zusammenfassen lassen.
Und guess what? Üner Sprachein- und Ausgabe muss man noch nicht einmal lesen und schreiben können.
Menschen, an denen diese Disruption vorbeigegangen ist oder die deren Implikationen nicht schnallen, sind dann vielleicht auch die Falschen, die über Bildung und Bildungssysteme sinnieren, diskutieren oder schwadronieren.
„In einem Zeitalter, wo man Früchte oft vor der Blüte erwartet und vieles darum zu verachten scheint, weil es nicht unmittelbar Wunden heilt, den Acker düngt, oder Mühlräder treibt, […] vergißt man, daß Wissenschaften einen inneren Zweck haben und verliert das eigentlich literarische Interesse, das Streben nach Erkenntnis, als Erkenntnis, aus dem Auge.“
Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren/alexander-von-humboldt/
„.. Im Moment allerdings dominiert vor allem ein anderer Eindruck: Die Gesellschaft ist sich sehr sicher, dass Bildung wichtig ist – aber immer unsicherer darüber, was sie darunter versteht. „
Deutschland kommt aus seiner PISA- Endlosschleife nicht raus, dass ist wie ein Sprung in der Platte, eine nie verwundene Kränkung. Und jetzt kommt auch noch KI daher und schlimme Algorithmen, und machen Kinder dümmer und Goethe kaputt.
Ich glaube die Unsicherheit liegt zum guten Teil darin, dass Bildung ungleich ökonomischer Verwertbarkeit ist. Wenn Politiker betonen wie wichtig Bildung doch sei, meinen sie eigentlich wie wichtig künftige Steuereinnahmen sind, dürfen das aber nicht so direkt sagen, weil Land der Dichter und Denker und so. Die unbehagliche Dissonanz wird immer größer, formal mögen viele gebildet sein, doch die Produktion wird ins Ausland verlagert.
Und so wird ein Museumszustand konserviert, Goethe ist der Größte und PISA-Ergebnisse sind das wichtigste, weil es geschreiben steht und immer so geschrieben stand.
Randbeobachtung:
Eine mittlerweile typisch deutsch gewordene Unart ist es, moralisch aufgeladene Gefühle und/oder „Mehrheitsmeinungen“ (=was man so sagt/zu glauben hat) mit „Bildung“ oder (noch schlimmer) „Wissen“ zu verwechseln.
Das übliche Narrativ von Rechtsaußen, Unmenschlichkeit zu legitimieren – Moral und menschliche Würde sind nur noch „Mehrheitsmeinung“ (wenn überhaupt). Und, schwupps, wird damit das humanistische Bildungsideal samt Goethe, Schiller und Humboldt in die Tonne gekloppt. Gerne hier nachlesen: https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/320496/humanismus/
Heißt dann im Umkehrschluss: Anything goes. Ist alles nur eine Machtfrage.
Hatten wir schon mal.
Gleichzeitig ist Unbildung das Biotop, in dem die extreme Rechte wunderbar gedeiht. Um mal Donald Trump zu zitieren: „I love the poorly educated.“
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Unter „rääääächtz!“ machen wir es nicht mehr, gelle? 😀
Hat zwar (noch nicht mal im Entferntesten, noch nicht mal irgendeiner Art und Weise) was mit dem Beitrag zu tun…aber schön, dass wir es mal wieder gehört haben.
Kleine Gedankenübung: Was haben die strukturell völlig identisch-dummen Aussagen:
A) „Wenn wir alleallealle Leute die es gibt in eine Schulform tun, den ganzen Tag bis 18:00 da lassen und die den ganzen Tag ganzheitliche Rundgefühle haben, steigt die Bildung und alles wird super!“
und
B)“Wenn wir absolut nur identische Leute auf 547 Schularten verteilen und alle ganz dolle mega-gleich sein müssen und die den ganzen Tag Wörtbuchdefinitionen von Wissen auswendig lernen lassen sowie um 10:30 aus der Schule werfen, dann bricht das Bildungsparadies herein!“
gemeinsam?
Warum bedienen Sie extrem rechte Narrative, wenn Sie nicht als „“rääääächtz!” gelten wollen?
Ihr Exkurs über die Strukturdebatte (die man durchaus zu Recht als wenig zielführend kritisieren kann) ändert die Aussage Ihres Ursprungsposts ja nun nicht: dass Wissen und Wissenschaft in Deutschland „moralisch aufgeladene Gefühle und/oder ‚Mehrheitsmeinungen‘ (=was man so sagt/zu glauben hat)“ seien. Klimaforschung, Bildungsforschung, Sozialwissenschaften – „moralisch aufgeladene Gefühle“. „Was man so sagt/zu glauben hat“ – große Verschwörung, klar.
Infantilismen machen den Inhalt übrigens auch nicht besser.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Zwischen …
– hyper-moralisierender Schul- und Strukturdebatte (siehe etwa Ihre letzten Artikel, die Schule quasi in ein Sozial-/Jugendzentrum umbauen soll, Notenabschaffung & Ganztag sind da schon unterster Standart)
– gerne zusätzlich mit den immergleichen Strohmännern und „Narrativen“ gewürzt (besonders beliebt und nicht totzukriegen: Strohmänner von autoritär-frontal durchpowernden Lehrern, NATÜRLICH immer sadistisch zum Schaden schuldloser Schüler, pardon „Kinder“)
…und…
– langsamem, aber stetigen Absinken des Leistungsniveaus
sehe nicht nur ich Zusammenhänge.
Sie „selbst“ (bzw. jemand, der da gerade am Redaktionsaccount war) haben doch neulich mal geschrieben (sinngemäß): Dann lieber G8-Powergymnasium für starke SuS, Rest in (weiter sozialpädagogisierte, unterstützend-aufbauende usw.) Gesamtschulen – also echte Gesamtschulen, wie sie mal gedacht waren.
Ich habe dem explizit zugestimmt mit ’nem Kommentar.
Und was „rääächtz“ & Co. betrifft:
Ist mir mittlerweile einfach egal, darüber mache ich mich einfach nur noch lustig und nehme das als Vorwurf bzw. Diskurstaktik nicht mehr ernst. Hab schon tausend mal geschrieben, warum ich garnicht rääächtz sein kann, dann müsste ich mich und meine Frau gleich selbst abschieben/remigrieren/whatever.
Seit wann ist die Suche nach Lösungen für Probleme „hyper-moralisierend“?
Indem Sie Andersdenkende auf diese Art delegetimieren, machen Sie eine ernsthafte Diskussion unmöglich. Das ist der Duktus, den Rechtsaußen pflegt: Freund/Feind. Wenn Sie nicht als “rääächtz” oder rechts wahrgenommen werden wollen, sollten Sie vielleicht Ihren Argumentationsstil überdenken – und keine Verschwörungsmärchen von Rechtsaußen sinnfrei in die Diskussion ballern, schon gar in eine über Bildung.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
@447, @Redaktion
Hier ein interessanter Link dazu:
Sein und Streit – Die ganze Sendung – Leben wir in Zeiten des Hypermoralismus?
Der „Deutschlandfunk Kultur“ sollte ja als seriös eingestuft sein, also weder rechts noch links. 🙂
„Ihre letzten Artikel, die Schule quasi in ein Sozial-/Jugendzentrum umbauen soll, Notenabschaffung & Ganztag sind da schon unterster Standart“
Meinen Sie die Arbeit von Schulsozialarbeit oder die verblüffende Erkenntnis, dass psychisch gesunde Menschen besser lernen und arbeiten können?
Den Artikel über die Notenabschaffung habe ich wohl überlesen, können Sie den bitte nochmal verlinken? 😉
„Kleine Gedankenübung: Was haben die strukturell völlig identisch-dummen Aussagen: […] gemsam?“
Strohmänner aus dem rechtsextremen Spektrum?
Ich dachte, Sie wollten jetzt etwas oberhalb dessen an den Tisch bringen :/
Neben dem Zielkonflikt zwischen Bildung und ökonomischer Verwertbarkeit existiert auch der Zielkonflikt zwischen Moral und Moralismus. Und damit einher geht die Unsicherheit darüber, was Bildung für die Gesellschaft heute ist.
Und in Deutschland im besonderen, kommt auch auch Unsicherheit darüber hinzu, was „die Gesellschaft“ heute ist.
Gutes Thema, Danke dafür, aber mit Blick auf das Forum zu hoch angesetzt!
WESSEN Auftrag ist die Bildung, scheint bei manchen freudig herumgeschoben zu werden, während die eigene Belastung über die Ansprüche von Kindern gestellt wird, während bei den Familien anderes Maß angelegt wird…
Kinder, welche die kognitiven Ressourcen fürs Gymnasium erfüllen, werden bei entsprechenden Voraussetzungen bei Sprachbarriere, (finanzieller) Unterstützung durchs Elternhaus oder emotional-sozialen Kompetenzen aus historischer Gewohnheit aussortiert und unterhalb ihrer Möglichkeiten beschult.
WAS Bildung ist, spielt hier rein, aber – soweit ich das Forum lese – fühlen sich nicht alle überhaupt dazu berufen, Bildung zu ermöglichen, sofern die Kinder nicht zu ihrer Schule/ Wunschvorstellung „passen“.
Früher peinlich und auf „gute Lehrkräfte“ angewiesen, heute wirtschaftlich nicht mehr zu dulden!
„Bildung ist demnach nichts Statisches. Nichts, was man einmal erwirbt und dann dauerhaft besitzt. Bildung ist ein Prozess.“
Volle Zustimmung, aber was, wenn ein Kind abgeschrieben und nach Unten gereicht wird weil die Eltern „faul“ sind oder es nich der Wunschvorstellung von vor 40 Jahren entspricht? (augenroll)
„und unterhalb ihrer Möglichkeiten beschult.„
Warum zweifeln Sie hier ständig an, dass Kinder an Gemeinschaftsschulen bestmöglich individuell gefördert werden und dort ihr maximales Lern- und Leistungspotential ausschöpfen können.
Ich sprach nicht von Gemeinschaftsschulen.
Richtete mich mehr gegen Menschen, welche es von der „Eigenverantwortung“ von Familien, welcher dieser nicht gerecht werden (können/ wollen), abhängig machen wollen, ob ein Kind seinen Möglichkeiten entsprechend gefördert wird.
Wovon sprachen Sie dann?
In einem anderen thread haben Sie ja geschrieben, dass auch Sie gegen die Bildungsbiografie der Kinder handeln würden. Meinten Sie das?
Sie könnten den Thread zu DIESEM Artikel, genauer meinem Kommentar dazu lesen…
„Kinder, welche die kognitiven Ressourcen fürs Gymnasium erfüllen, werden bei entsprechenden Voraussetzungen bei Sprachbarriere, (finanzieller) Unterstützung durchs Elternhaus oder emotional-sozialen Kompetenzen aus historischer Gewohnheit aussortiert und unterhalb ihrer Möglichkeiten beschult.
WAS Bildung ist, spielt hier rein, aber – soweit ich das Forum lese – fühlen sich nicht alle überhaupt dazu berufen, Bildung zu ermöglichen, sofern die Kinder nicht zu ihrer Schule/ Wunschvorstellung “passen”.
Früher peinlich und auf “gute Lehrkräfte” angewiesen, heute wirtschaftlich nicht mehr zu dulden!“
Es geht mir um das Ausschöpfen von Potenzialen, nicht um die Schulform. Ich hoffe, mich dieses Mal Ihnen verständlich gemacht haben zu können.
Aber warum handeln Sie und Ihre Mitstreiter*innen dann selber wider besseres Wissen gegen die Bildungsbiografien dieser Kinder, wie Sie ja hier wortwörtlich geschrieben haben?
https://www.news4teachers.de/2026/05/lehrerverband-kritisiert-uebertritt-wir-glauben-nicht-dass-man-zehnjaehrige-kinder-valide-auf-drei-schularten-aufteilen-kann/#comment-803714
Sorry, beim stumpfen Abklappern der nächsten Frage, spätestens bei „Mitstreiter*innen“ klinke ich mich aus.
Aber den verlinkten Artikel, auf den ich mich dort bezog, können Sie ja gerne nochmal lesen (eventuell haben Sie da unseren Austausch vergessen? 😉 )
Wenn Sie Ihre eine Ihrer vielen Studien verlinken möchten, welche die Vorteile einer frühen Aufteilung auf weiterführende Schulen bestätigt, würde ich mich aufrichtig freuen.
„eine Ihrer vielen Studien„
Da ich keine solchen Studien durchgeführt habe und das auch nie behauptet habe, werte ich es mal als Provokationsversuch, der bekanntlich bei mir nicht fruchtet.
Ansonsten wurde erst unlängst auch hier in einem Artikel auf n4t über eine dieser Studien berichtet.
Warum bringen Sie eigentlich keine Belege für das was Sie hier laufend behaupten?
https://www.news4teachers.de/2026/05/lehrerverband-kritisiert-uebertritt-wir-glauben-nicht-dass-man-zehnjaehrige-kinder-valide-auf-drei-schularten-aufteilen-kann/#comment-805267
Also z.B. wissenschaftliche Nachweise, dass Kinder mit ähnlichen Ausgangskompetenzen, die in der 5. und 6. Klasse weiterhin die GS in Berlin besuchen, angeblich bessere Lernfortschritte erzielen würden als die Pendants, die nach der 4. Klasse GS an ein Gymnasium in Berlin wechseln.
„Da ich keine solchen Studien durchgeführt habe und das auch nie behauptet habe, werte ich es mal als Provokationsversuch, der bekanntlich bei mir nicht fruchtet.“
Ja, zum Glück schrieben Sie das nicht genau so mir und meinen „Mitstreiter*innen“.
Wenn Sie persönlich meinen, die Leistungsunterschiede, wären u.a. auf die verschiedenen Zeitpunkte der Trennung zurückzuführen, UND NICHT, dass die mit besseren Leistungen noch besser (und mehr) lernen würden, ist ihre persönliche Interpretation des Ist-Standes.
Weder ist es der Fokus von PISA, noch berücksichtigt es Schüler*innen, welche die Voraussetzungen fürs Abitur erfüllen, aber nach vier Jahren Grundschulen (noch) nicht so weit sind – was ja im Artikel kritisiert wird.
Wenn Sie sich an den Bildungsgewinner*innen orientieren, werden, Sie niemals etwas verbessern, Survivorship-Bias und so.
Fragen Sie mal die Queerdenker*innen dazu 🙁
Versuchen Sie einfach mal mit Sachargumenten zu überzeugen. Zum Beispiel indem Sie die angeblichen wissenschaftliche Nachweise erbringen, von denen Sie hier zwar ständig reden, sich aber hartnäckig weigern sie auch zu nennen.
https://www.news4teachers.de/2026/05/lehrerverband-kritisiert-uebertritt-wir-glauben-nicht-dass-man-zehnjaehrige-kinder-valide-auf-drei-schularten-aufteilen-kann/#comment-805267
https://www.news4teachers.de/2026/05/lehrerverband-kritisiert-uebertritt-wir-glauben-nicht-dass-man-zehnjaehrige-kinder-valide-auf-drei-schularten-aufteilen-kann/#comment-805144
„Versuchen Sie einfach mal mit Sachargumenten zu überzeugen. “
Sie kennen keine Studien, welche Vorteile frührerer Aufteilung in der Grundschule belegen. Stattdessen verweisen Sie auf IHRE INTERPRETATION von Leistungsvergleichen, welche auch völlig falsch seien könnten, wenn Schüler*innen von einer späteren Aufteilung profitieren – denn zu dieser Frage ist PISA nicht ausgelegt.
Sie schreiben, Sie WÜRDEN Quellen kennen, aber bitte, diese hätten Sie vor zig Tagen nennen können. Ich gehe davon aus, dass Sie NICHTS haben, was den Expert*innenmeinungen in den jeweiligen Artikeln oder den Ergebnissen Hatties widerspricht.
Aber überraschen Sie mich gerne und verlinken Sie Ihre wissenschaftlichen Quellen – keine Forumsbeiträge 😉
„Ich gehe davon aus, dass Sie NICHTS haben, was den Expert*innenmeinungen in den jeweiligen Artikeln oder den Ergebnissen Hatties widerspricht.“
Dachte mir schon, dass Sie keine Quellen kennen.
Wenn Sie Primärquellen nicht lesen werden Sie nie herausfinden, ob Sie mit Ihrer Annahme danebenlegen .
Sorry, ich fragte zuerst, da Sie behaupteten, (mehrere) Quellen zu haben.
Wenn Sie es nicht ernstnehmen, mache ich nix für Sie 🙂
Allein hier auf n4t könnte man eigentlich mehrere Artikel zu Studien finden, in denen höhere Lernzuwächse an gymnasialen Schulformen ermittelt wurden.
Dass Sie diese Artikel nicht lesen wollen, wundert mich natürlich nicht.
Dass an einer Schulform, die leistungsstarke Schüler bündelt, höhere Lernzuwächse stattfinden, als an Schulformen, in die dann eher demotivierte Kinder geschoben werden, kann nicht wirklich überraschen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Da haben Sie natürlich recht.
Ich denke auch, dass überdurchschnittliche Ergebnisse mancher Schulen hauptsächlich daran liegen könnten, dass diese Schulen sich Ihr Klientel aussuchen können und SuS dort stark unterrepräsentiert sind, die aus verschiedenen Gründen eher leistungsschwächer sind.
Fragt sich aber immer, wie man folgendes Dilemma löst, das unsere Gesellschaft prägt: Einerseits soll die Gesellschaft die Kinder mit dem fehlenden familiären Support auffangen, andererseits ist nicht klar, was eigentlich Bildung ist und das vor dem Hintergrund, dass man niemandem etwas vorschreiben sollte.
Das kann doch nur schief gehen.
Die Gesellschaft muss sich des fehlenden familiären Supports bewusst sein und diesen auffangen, um den Kindern bessere Chancen zu ermöglichen.
Nur dadurch kann man die Dauerschleife unterbrechen und Kinder, die später wieder Kinder haben werden, so viel Bildung vermitteln, dass sie diese später weitergeben können.
Dazu gehört dann eben nicht allein das Wissen, sondern auch die Skills, die andere innerhalb der Familie vermittelt bekommen. Und dafür muss die Gesellschaft in der Schule Zeit, Raum und Personal bereitstellen.
Das bedeutet nicht, dass andere deshalb schneller oder langsamer lernen, es muss insgesamt vielfältiger sein und die Übergänge fließend, da vordergründig benachteiligte Kinder aufschließen können und vordergründig begünstigte manchmal mehr Hürden meistern müssen, als gedacht.
Das geht nicht.
Denn dazu müsste man (politisch legitimiert) Macht in die Familie hinein projezieren.
GG / BVG sagt „nö“.
Aus der Traum.
Woraus lesen Sie denn, dass man Macht in die Familie setzen müsste?
Der Staat müsste mehr eingreifen dürfen, anstatt Eltern einfach machen zu lassen.
Wenn ich mir vor Augen führe, wie oft Eltern benachteiligter Kinder nicht kooperieren und ihrem Nachwuchs damit schaden, dann müsste doch mehr Eingreifen möglich sein.
Hatte ich ja schon geschrieben:
“Die Gesellschaft muss sich des fehlenden familiären Supports bewusst sein und diesen auffangen, um den Kindern bessere Chancen zu ermöglichen.
Nur dadurch kann man die Dauerschleife unterbrechen und Kinder, die später wieder Kinder haben werden, so viel Bildung vermitteln, dass sie diese später weitergeben können.
Dazu gehört dann eben nicht allein das Wissen, sondern auch die Skills, die andere innerhalb der Familie vermittelt bekommen. Und dafür muss die Gesellschaft in der Schule Zeit, Raum und Personal bereitstellen.“
Dann muss Schule und Ganztag entsprechend ausgestattet sein und es braucht zusätzliches Personal für zusätzliche Aufgaben.
Aber wir jammern lieber, schieben die Schuld auf die Benachteiligten oder gar die Kinder, sparen im Bildungsbereich …
… und sehen seit vielen Jahren dabei zu, dass Kinder nicht unterstützt werden können. Als Eltern wissen sie es dann selbst nicht, wie sie ihre Kinder unterstützen könnten.
Nein, Sie und ich jammern nicht oder schieben die Schuld auf die Benachteiligten.
Aber ich denke, dass Schule nur Defizite, die durch das soziale Umfeld entstanden sind, ausgleichen kann, wenn der Staat mehr eingreifen könnte, als er es jetzt tut.
Wir hatten vor einigen Wochen ein Fortbildung zur Kindeswohlgefährdung. Man kann nur die Hände überm Kopf zusammenschlagen, wenn man weiß, wie schlecht Kinder in Deutschland geschützt werden. Wenn nur ein*e Richter*in irgendwann einmal darüber entscheiden darf, dass ein Kind wirklich stark gefährdet ist, man aber weiß, wie überlastet Gerichte sind, dann versteht man inzwischen sehr gut, warum Kinder in Familien zu Tode kommen, obwohl die Schule oder Kita schon lange Alarm geschlagen hatten.
Wen in solchen Fällen kaum etwas passiert, weil es per Gesetz quasi kaum möglich ist, dann kann man sich an den Fingern einer Hand ausrechnen, wie wenig die Schule tatsächlich ausrichten kann.
„Aber ich denke, dass Schule nur Defizite, die durch das soziale Umfeld entstanden sind, ausgleichen kann, wenn der Staat mehr eingreifen könnte, als er es jetzt tut.“
(kostenlose) Sprachkitas, Sprachkurse (https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/integrationskurse-beschraenkung-folgen-kritik-100.html) und Horte? Dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen, dass diese zum Erlernen der Sprache genugged werden, anstatt mit Landsleuten in der Unterkunft den Abend zu gestalten? Anerkennung von ausländischen Abschlüssen sowie eine Beweislastumkehrung für das BAMF, dass Flüchtlinge schneller in Arbeit kommen und sich dort integrieren? Aussicht auf eine verkürzte Einbürgerung, die nachweislich positive Effekte auf Integration und staatsbürgerliches Leben zeigt? Mehr Geld für Integrationskräfte? Ganztagsangebote (Angebote!) für Kinder mit zu wenig Tagesstruktur und/ oder Unterstützung daheim?
„Wir hatten vor einigen Wochen ein Fortbildung zur Kindeswohlgefährdung.“
Na dann wissen Sie ja, wie verkürzt und falsch es wäre, wenn Sie dies nahtlos an Ihren Kommentar über bildungsferne oder unterstützungsbedürftige Familien anzuhängen… 🙁
Genau so ist es. Und es wird niemals jemanden interessieren, ob die Eltern einen Förderkurs oder Förderstunden zum Nachteil ihres Kindes ablehnen. Das gefährdet vielleicht die Bildung, aber nicht die Gesundheit also nicht relevant für Kindeswohl (für Gerichte und Jugendämter).
Was bleibt somit für die Schule? Ach ja, wie immer: die Dokumentation der Nicht-Teilnahme, bei nicht Erscheinen oder bei Ablehnen der „Einladung“ zur Förderung. Und dann? Ach ja, nichts. Das war es dann an Möglichkeiten seitens der Schule. Aber die LuL sind mal wieder Schuld.
Das Ablehnen von unterstützenden Kursen trifft auf alle möglichen Eltern zu.
“Mein Kind braucht das nicht!“, ist eine häufige Reaktion, seltener ein „Warum?“
Das hat mit sozialer Benachteiligung nichts zu tun, wohl aber mit dem Ansehen von Bildung und Unterstützung.
Ist es nicht möglich, Förderung in die Schulstruktur zu integrieren und zu einem Pflichtprogramm zu deklarieren, so dass es nicht möglich ist, dort einfach nicht zu erscheinen? Warum muss denn Förderung ein Angebot bleiben? Mit den entsprechenden Ressourcen und dem entsprechenden Konzept müsste das im Schulalltag integrierbar sein. In England gibt es auch Schulen, die SuS bei Bedarf zwischendurch in kleinere Förderklassen schicken, bis sie aufgeholt haben und wieder zurück in den Regelbetrieb können. Das hab ich zumindest mal bei „Emmitheteacher“ wahrgenommen.
„Mit den entsprechenden Ressourcen“…
Würde ich mir auch wünschen,
DaZ ist teilweise so organisiert,
ABER sobald die einzelne Schule personelle Unterversorgung kommt, sind diese Stunden ersatzlos gestrichen und werden auch nicht über Vertretungen oder anderes ersetzt.
Ich habe schon öfter geschrieben, dass die Versorgung viel deutlicher hinterfragt werden müsste, z.B. bei Leistungsstudien oder Schulvergleichen,
zudem bleibe ich bei der Forderung, dass eine Unterversorgung im folgenden Schuljahr zu einem entsprechenden Ausgleich führen muss, der doppelt so hoch ist, wie das Fehl. Dann haben Schulen vielleicht eher die Möglichkeit, aus der Dauervertretung in einen Zustand zu kommen, in dem man auch Luft zur Aufarbeitung hat.
Davon abgesehen sehe ich „pädagogische Assistenzen“ in der Schule als Berufsbild (vergleichbar MTA, PTA, ReFa), die z.B. pädagogische Förderung übernehmen können.
Es gibt Förderung während der Unterrichtszeit z.B. DaZ und im Rahmen der Nachmittagsbetreuung alle Hauptfächer und Hausaufgaben Betreuung. Wenn die Kinder aber nicht kommen, dann können wir sie nicht hin schleifen. Es ist ja keine reguläre Verpflichtung zum Unterricht. Solange da die Kumis keine Handhabe einräumen und es Konsequenzen gibt beim Fernbleiben, solange bleibt es eben ein Angebot. Und dann bleibt es vom Elternhaus abhängig, ob die Kinder gefördert werden. Das Angebot der Schule ist da.
Sie übersehen dabei, dass die fehlenden Ressourcen oft als ursächlicher Grund angesehen werden, kein Angebot zu schaffen und keine Ressourcen frei zu machen – ist wohl mehrheitsgesellschaftlich so gewollt oder so 🙁
Das sollte Schulen dennoch nicht davon abhalten, Schutzkonzepte zu schreiben und umzusetzen.
Ich verstehe die Enttäuschung, dass zu wenig passiert und es bürokratisch kompliziert ist,
in Auseinandersetzung mit dem Thema erhält man aber auch den Blick auf die zu Schützenden, da ist die Strafverfolgung nicht oben an.
Für den ersten Einstieg:
https://www.was-ist-los-mit-jaron.de/
Für den größeren Zusammenhang
https://elearning-kinderschutz.de/
In beiden Angeboten finden sich Hinweise zu Handreichungen hinsichtlich des Erstellens von Schutzkonzepten. Da gibt es auch einiges in verschiedenen Bundesländern.
❤️
Na dann auf die Straße! Fordern Sie mehr Bürgergeld, das über das Existenzminimum hinausgeht, DANN ließe sich auch ggf. kürzen. 🙂
Wie phantasielos! Zum Beispiel einfach bestimmtes Geld nicht direkt an die Eltern zahlen, sondern die Kinder anders austatten.
Gibt noch andere Maßnahmen…
Also Bons für Kinderkleidung, Bons für Lebensmittel (aber nur für die Kinderlebensmittel!), Bons für Schulbedarf, Bons für (Kinder-)Freizeitangebote, zu wenig Geschäfte, welche die Leistungen anbieten (Bezahlkarte für Flüchtlinge), Begrenzung des Angebotes (also Einschränkung der Reisefreiheit für Kinder armer Familien?), ein florierender Schwarzmarkt, wo die Eltern – denen wir ja das Schlimmste unterstellen – Waren gegen Geld, vielleicht sogar Zigaretten tauschen oder einfach im Internet verticken? (Mein Profi-Tipp: Bebe-Youbg-Care nach Frankreich, Milchpulver und Babynahrung nach China 😉 )
Aber ja, da phantasierte ich mir einfach nur einen Mindest-Lohn zusammen, der das bloße Existenzminimum zu einem Lebensminimum erhebt…
Was als Nächstes? Jobs, deren Bezahlung sich vom bloßen Existenzminimum nennenswert abhebt? 😀
Das „lese“ ich nicht, sondern wusste es schon vorher und dieses Wissen bestätigt sich an meiner aktuellen Schule ganz drastisch.
Nein, keine Traumschule, aber eine wo SL und Schulsozialarbeit plus Kollegium den Unfug der „Schülerorientierung“ vom Kopf auf die Füsse gestellt haben.
Sprich:
1) Gegen AusrasterInnen und Co. wird durchgegriffen, Chaos und Aufmuckerei wird nicht toleriert, auch nicht von Eltern.
2) Wir machen in der Regel das, was für die SuS das RICHTIGE ist und NICHT, was sich „gut anfühlt“. Denn was sich (kurzfristig) gut anfühlt ist meistens genau das falsche Zeug.
Ergebnis: Trotz schlechtem Sozialindex und den üblichen 50% oder so NDH-Anteil an GS (hab es nie nachgeschaut) werden die Ergebnisse jährlich leicht besser, konsistent – und vor allem kann man in Ruhe seine Arbeit machen.
Selbst den kommenden Vollunfug Richtung „offene Lernlandschaft“ werden wir daher recht gut überstehen.
Weil „unter der Haube“ klar ist, dass es verbindliche Regeln gibt und die auch durchgesetzt werden.
Genau so müsste man es bundesweit und definitiv auch und gerade in Familien hinein machen, die GANZ OFFENSICHTLICH ihre Kinder schädigen, verwahrlosen lassen, zur Schulabstinenz anstiften usw. Und ja, natürlich gegen deren Willen, was denn sonst?
Würden diese Leute zuhören und Ratschläge befolgen können – wären sie (und ihre Kinder) ja garnicht erst die Problemfälle geworden, die sie sind.
Was aber (wie oben bereits gesagt) völlig unmöglich ist. Da mache ich mir auch garkeine Illusionen.
Warum reden Sie nicht öfters Klartext – kommt gut.
🙂 Wir arbeiten in „1“ und „2“ ähnlich und unsere älteren SuS (ab 16 bis 50) sind einverstanden, teils dankbar für die ruhigere, angenehme Lernatmosphäre.
Blödeln tun wir aber auch – muss sein.
UND: manche Klassen schaffen es ‚Störendes‘ selbständig zu regeln – mMn ein Zeichen für besondere Bildung.
Ohje, bayerischer Fatalfehler
Verbesserung: “ Wir blödeln aber auch „
„dankbar für die ruhigere, angenehme Lernatmosphäre.“
Das klingt für 447 wahrscheinlich für gefährlich nahe an „Fühlifühli“… Sie orientieren sich doch hoffentlich nicht an Ihren Schüler*innen? 😀
Aber congrats, wenn Sie irgendwen gefunden haben, der/die 1) und 2) offen widersprach und Sie diese grundlegenden Regeln als erfrischend empfanden
Ein klares Regelwerk ist in jeder Schule unabhängig vom Schulkonzept geboten und ich denke nicht, dass Ihnen da jemand widersprechen würde. Für die Alemannenschule Wutöschingen hab ich folgendes gefunden: https://editor.mnweg.org/alemannenschule-wutoschingen/sammlung/allgemeine-lernhausordnung.pdf?t=3211
*Ja, aber wenn die Forist*innen nichts auf Wissenschaft geben, finden Sie das alles in ihrem eigenen Tempo heraus. Wenn überhaupt…*
„Ergebnis: Trotz schlechtem Sozialindex und den üblichen 50% oder so NDH-Anteil an GS (hab es nie nachgeschaut) werden die Ergebnisse jährlich leicht besser, konsistent – und vor allem kann man in Ruhe seine Arbeit machen.“
Wie gut könnte Ihre Schule wohl sein, wenn sie sich an den Schüler*innen orientieren würde?
Ich meine nicht dieses schwachsinnige AfD-Gewäsch, Kinder dürften Mathe abwählen und niemals lernen – sondern ECHTE Pädagogik. Aber da frage ich wohl den Falschen 😛
(Ob sich Ihr Kollegium ähnlich ahnungs- wie schamlos rühmt, Pädagogik fälschlicherweise als Gegensatz zum Lernen zu betrachten und diese deshalb als „Blabla“ und „Fühlifühli“ ablehnt?)
Ein Blick ins Walprogramm dürfte Ihre Frage beantworten 😉
https://www.news4teachers.de/2026/05/afd-will-schulpflicht-faktisch-abschaffen-juristen-warnen-vor-angriff-auf-demokratische-bildung/
Timmy treibt vor Dänemark, der hat kein Programm mehr…
Nice! (der Witz, nicht das Schicksal des Tieres)
Haben Sie auch etwas zum Wahlprogramm der AfD zu schreiben 🙂
„Die Gesellschaft muss sich des fehlenden familiären Supports bewusst sein und diesen auffangen“
Oweh, jetzt haben Sie bei den dauernörgelnden Forist*innen, die sich in 90’er Jahre zurückträumen wollen, die es so nie gab, einen Nerv getroffen!
Wie können Sie es nur wagen, zu sagen wie es ist? 😀
…und wird es auch.
🙁
Sie rechnen mit einer AfD-Regierung?
Schiefer kann es dann echt nicht mehr laufen 🙁
„andererseits ist nicht klar, was eigentlich Bildung ist und das vor dem Hintergrund, dass man niemandem etwas vorschreiben sollte.“
Vielleicht wollen Sie sich dazu mal mit Ihrem Kollegium austauschen?
Nein, ich frage Sie.
Mein Kollegium stellt sich dieselbe Frage.
Ihr Kollegium kennt mich?
Sie haben mein aufrichtiges Mitgefühl 🙂
Bestmöglich ist nicht identisch mit optimal, damit ist auch nicht das Ausschöpfen des maximalen Lern- und Leistungspotential gesichert.
Dieses ‚bestmöglich‘ wird nicht mehr, sondern weniger, jedes Jahr, weil die Aufgaben mehr werden, die Heterogenität zunimmt und das alles bei gleichbleibender Personal- und Ressourcenversorgung zu bewältigen ist. Wo liegt der Sinn, vorhandene Probleme zu negieren, nur weil @Rainer eine entsprechende Gegenposition vertritt? Ich stimme auch oft nicht mit ihm überein, schon überhaupt nicht mit der These, Elternhaus u.ä. würden über ‚Abschulung‘ entscheiden (meistens kenne ich dieses Elternhaus kaum), außerdem ging es da um Gymnasien! Gesamt- und Gemeinschaftsschulen in der bestehenden Form haben jede Menge kritische Betrachtung nötig und mit bestmöglicher Förderung aller Kinder leider wenig zu tun.
„Bestmöglich ist nicht identisch mit optimal, „
Wenn Sie einen andere Meinung vertreten wollen als der Duden und andere Wörterbücher, kann ich das natürlich tolerieren.
Mein Sprachgefühl: bestmöglich=im Rahmen dessen, was unter den Voraussetzungen möglich ist, optimal=absolut beste Lösung, aber bitte, das ist die kleinere Frage.
Irgendetwas Substantielles zum Rest? Sind sie wirklich ernsthaft der Meinung, die bestehenden Gemeinschaftsschulen seien die Lösung? Oder sind das nur die ideologischen Scheuklappen? Kinder mit Gymnasialempfehlung können so nicht die beste Förderung bekommen. In meinen Klassen kann ich mich nur minimal um sie kümmern, sprachliche, soziale und Förderfragen fressen die meiste Zeit. Abgesehen davon, dass eine Lernatmosphäre selten aufkommt (nein, nicht nur bei mir, bitte beliebige KuK fragen) und auch sie irgendwann durch Unterforderung demotiviert sind. ist das sicherlich keine ‚gute‘ Förderung.
Den anderen geht es nicht viel besser: wenn nur die Hälfte der Zeit da ist, die man bräuchte, wirkt das wie keine Förderung. Probleme nicht geklärt, trotzdem weiter – aha, ich bin ja sowieso egal.
„Sind sie wirklich ernsthaft der Meinung, die bestehenden Gemeinschaftsschulen seien die Lösung?„
Wenn man liest was Bildungswissenschaftler , Politiker, Gewerkschaften etc. dazu schreiben, müsste man mit „Ja“ antworten.
Wenn ich hier die Kommentare von Leuten lese, die angeben an GEM zu unterrichten, dann müsste die Antwort „Nein“ lauten.
Das Problem ist, dass die meisten bestehenden GemS weder gut organisiert noch gut genug ausgestattet sind.
Ich habe viel zu kritisieren, denke aber, dass GemS gut funktionieren wprden, wenn die Ministerien sie nicht als Sparmaßnahme („alle – also auch alle I-Kids – werden immer gemeinsam von meistens nur einer Lehrkraft unterrichtet) betrachten würden.
In SH hat die CDU seit 2017 das BiMi inne. Die hat das enorme Sparpotenzial erkannt.
Das scheint man in SH auch vorher schon erkannt zu haben.
Die Bildungsausgaben pro SuS waren laut Statistik in SH ja im Jahr 2014 noch deutlicher unterhalb des Bundesschnitts als im Jahr 2024.
Und? Die CDU hätte das ja ändern können, oder nicht?
Hätte Sie vermutlich gekonnt, zumindest indirekt.
Für die Zuweisung der Finanzmittel an die jeweiligen Ressorts ist ja die Partei zuständig ist, die das Finanzministerium führt.
„Gutes Thema, Danke dafür, aber mit Blick auf das Forum zu hoch angesetzt!“
Wow – in welchen Sphären bewegen Sie sich – bitte lassen Sie das Forum einmal! an Ihrem Überhabensein teilhaben, –
wenn Sie nicht gerade die zahlreichen Knochenbrüche pflegen, die durch Ihr Zu-HochWollen/stapeln entstehen.
🙂 ich erinnere eigentlich nur 2 Foristen, dies noch besser drauf hatten als Sie
„Wow – in welchen Sphären bewegen Sie sich“
Im Forum, wie gesagt.
„Selbstverständlich wäre es zum Beispiel echt dufte, wenn man den Kompetenzmumpitz einfach mal lassen würde“
https://www.news4teachers.de/2026/05/afd-will-schulpflicht-faktisch-abschaffen-juristen-warnen-vor-angriff-auf-demokratische-bildung/
„Da mache ich ganz unbeschwert eben das Falsche, weil es offiziell das Richtige ist – und gehe nach Hause.“
https://www.news4teachers.de/2026/05/wenn-schule-krank-macht-warum-die-bildungsreformerin-margret-rasfeld-eine-radikale-wende-fordert/#comment-803713
„Ich finde es seltsam, dass heute immer über Druck in den Schulen gesprochen wird, wobei gleichzeitig immer weniger an Leistung erbracht wird.“
https://www.news4teachers.de/2026/05/wenn-schule-krank-macht-warum-die-bildungsreformerin-margret-rasfeld-eine-radikale-wende-fordert/#comment-802471
„Aber solange nicht mehr Gelder und mehr Personal zur Verfügung stehen (Stichwort Lehrermangel) braucht man auch nicht darüber zu reden“
https://www.news4teachers.de/2026/05/kultusministerin-will-wieder-mal-die-mittelschule-aka-hauptschule-retten-doch-ist-sie-nicht-schon-laengst-gestorben/#comment-805539
Aber was solls…
„Ist eigentlich auch egal, denn wir, also die große Mehrheit der Lehrkräfte, wissen ja, dass es so ist.“
https://www.news4teachers.de/2026/05/wenn-schule-krank-macht-warum-die-bildungsreformerin-margret-rasfeld-eine-radikale-wende-fordert/#comment-802976
Wer braucht da noch Wissenschaft…
Aber bitte: Reden Sie mit den Forist*innen über Bildung.
„Die Eltern sind die Menschen, die primär für die Bildung ihrer Kinder verantwortlich sind.“
Oha. Kein Problem muss unsererseits gelöst werden. Feierabend 🙂
Man könnte sich ernsthaft Sorgen machen…..
Zum Runterkommen geeignet und gut für die Konzentration wären Bewegung in der Natur, Wechselduschen, im Wald laut Schxxxe schreien, Holz hacken, Yoga, die letzten KMs nicht lesen, weniger aber prägnanter in n4t schreiben ( sorry @Redaktion ), meditieren……
Ich meditiere jetzt meinen Urwald im Garten an – ommm
Beste Grüße
Aussagekräftig, dass Sie zu den Kommentaren nichts zu schreiben haben – typisch Waldbesitzer*innen – und stattdessen mit einem Handy das Yoga schwänzen (ts ts)
Lieber Rainer,
würden Sie konzentrierter lesen, müssten Sie sich halb soviel echauffieren.
Ich liebe Wald und Bäume, weil ich in ihrem Beisein richtig laut Schxxxxe schreien kann, wenn mich zB niederrangige Olympianer zu gebrauchen, verbrauchen, verschleißen, 🙂 umzuerziehen versuchen. Meine Ländereien sind übersichtlich überschaubar.
Yoga unterrichte ich seit Jahren selbst und Schwänzen wäre in der Tat ein großer Entspannungsverlust.
….“mit einem Handy“- weiß ich idF – wie mit Ihrer Zitatbombage, die ich erfolglos versuchte zu- und eimerzuordnen, nichts anzufangen.
Beste Grüße
„Ich liebe Wald und Bäume, weil ich in ihrem Beisein richtig laut Schxxxxe schreien kann“
Wegen der genannten Beispiele im Forum?
Die unterrichten meines Wissens auch, wenn Sie offline sind.
Aber viel Spaß beim (täglichen?) Schreien, schätze ich… (bis sich etwas ändert?)
,.. mit Blick auf das Forum zu hoch angesetzt!‘… unfassbar und an Arroganz nicht zu übertreffen. Ihre Kommentare sind peinlich. Sie haben null
Ahnung was Lehrkräfte tagtäglich leisten.
Peinlich sind Kommentare, die sich in verabsolutierenden Behauptungen ergehen („nicht zu übertreffen“, „null Ahnung“). Ich hoffe daher, dass Sie keine Lehrkraft sind, denn von akademisch Gebildeten erwarte ich deutlich mehr Differenziertheit und Offenheit anderen Meinungen gegenüber.
„von akademisch Gebildeten erwarte ich deutlich mehr Differenziertheit und Offenheit anderen Meinungen gegenüber.“
Da würde ich zustimmen.
Von Schlümpfen braucht man sowas natürlich nicht erwarten.
Der Bayernschlumpf hat gesprochen 😛
Netter Ablenkungsversuch.
Darauf wird aber vermutlich kaum jemand reinfallen, da man ja leicht nachlesen kann, wer sich selber so bezeichnet.
https://www.news4teachers.de/2026/03/junge-menschen-fuehlen-sich-zunehmend-an-den-rand-gedraengt-immer-mehr-radikalisieren-sich-und-oder-wollen-auswandern/#comment-794661
Oh wow, ich wusste das nicht mehr, aber anscheinend habe ich damit bei Ihnen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Bin angenehm überrascht, Danke ^^
Noch mehr Eindruck haben Sie mit Ihrer Aussage hinterlassen, dass Sie wider besseres Wissens gegen die Bildungsbiografie der Kinder handeln würden.
Keine Sorge, ich meinte „Wir“ als Land.
Ich hoffe, ich konnte Ihr Missverständnis diesbezüglich aufklären.
Aber dass Sie sich einen Monat alten Kommentar merkten…. Haben Sie Ihn sich irgendwo in einem Dokument gespeichert oder habe ich einen Platz tief in Ihrem Herzen, den Sie nach Wochen durch nichts anderes zu füllen vermochten? 😀
„aber dass Sie sich einen Monat alten Kommentar merkten…„
Wird jemand ziemlich in Erstaunen versetzen, der sich nicht mal merken kann, was er selber hier so alles von sich gibt?
Ich bezog mich auf die Kommentare im Forum, nicht auf die Leistung von Lehrkräften 😉
Solche Grundsatzdiskussionen verwundern mich immer wieder.
Em Ende ist es doch so: in der Schule wird Allgemeinbildung und Erwachsenwerden (iS von Vermittlung von Werten und Moral) unterrichtet, daneben idealerweise noch fachbezogenes Interesse geweckt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die gesamte Kompetenz- und Bildungsdebatte hingegen will verwertbare Menschen erzeugen. Und seitdem krankt das Bildungssystem. Kein Wunder, denn Neugier und kritisches Denken ,,lernt‘‘ nicht, man erfährt es und wächst daran. Schüler erschließen sich die Welt und ihre Sichtweise auf diese so Schritt für Schritt selbst. Das ist dann Bildung.
Peipei schrieb: „Die gesamte Kompetenz- und Bildungsdebatte hingegen will verwertbare Menschen erzeugen. Und seitdem krankt das Bildungssystem.“
Perfekt auf den Punkt gebracht. Danke!
Vielen Dank, denn das ist der Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung, den viel zu viele nicht sehen (wollen).
Exakt diesen Unterschied erläutert Prof. Harald Lesch im folgenden Video.
https://www.youtube.com/watch?v=-q0Sm8Kldn0&t=124s
Diese Debatte ist immer wünschenswert, man darf aber nicht glauben, dass es eine definitive Antwort geben kann.
Diesen Denkfehler begehen z. B. viele: zu glauben, man könne pauschal vorhersagen, wofür die Kids welche Dinge mal werden brauchen können. Bloß um daraus dann abzuleiten, dass man nur das dann lernen solle. Gerne in der Variante, die behauptet, neue Technologie würde irgendetwas mit langer Tradition „obsolet“ machen.
Dabei kann niemand vorhersagen, wie jemand anderes von der Auseinandersetzung mit einer Sache berührt oder verändert wird, eine Leidenschaft oder Neugier entwickelt.
Im Text steht es ja richtig, dass Bildung ein individueller Prozess ist, den jeder Mensch subjektiv erlebt oder angeht. Was Schule machen kann, ist besagte Auseinandersetzungen bereitzustellen, in einem bestimmten Kanon an Fächern.
Die Erwachsenen sollten ihre Unsicherheit überwinden und auf Basis ihres Horizonts, einem Kanon an Fächern und Themen, den Kids die Welt erklären, wie sie sie selbst erlebt und gemacht haben. Und darauf vertrauen, dass von diesem Fixpunkt ausgehend die Jungen, wenn sie dann die Erwachsenen sind, schon genug Ideen entwickeln werden, um aus all dem dann „ihre“ Welt zu machen.
Das wäre das Übernehmen von Verantwortung und damit das Gegenteil davon, durch immer neue Versuche und „Antworten“ der Jugend gegenüber andauernd auszustrahlen, man wisse selbst auch nicht mehr weiter und wünsche vom Seitenrand zuschauend aber viel Erfolg beim selbstorientierten Aufwachsen.
„Die Gesellschaft ist sich sehr sicher, dass Bildung wichtig ist – aber immer unsicherer darüber, was sie darunter versteht.“
Und all diejenigen, die immer eine „Transformation“ fordern, die „Schule neu denken“ wollen und auf jeden Fall Schule „zu einem modernen Schulsystem verändern“ wollen, wissen eben auch nicht, WAS sie genau wollen, WIE sie das wollen in WELCHE Richtung sie verändern wollen, oder sie wollen es nicht sagen. Was heißt schon „modern“ ? Diejenigen, die von Visionen oder Missionen reden, lassen gern im Nebel, WELCHE Visionen bzw. Missionen sie meinen, und diejenigen, die gern von „den Akteuren“ sprechen, lassen offen, WELCHE Akteure letztlich das Sagen haben sollen, wenn es eben KEINE Einigkeit in wichtigen Fragen gibt.
Auch die Digitalisierung wird ja nur zu immer mehr Computereinsatz führen, aber nicht zu einer Klärung, was man unter Bildung verstehen soll. Die Computer selbst werden das auf absehbare Zeit auch nicht sagen können. Und die Unternehmen der Bildungsindustrie können auch nichts beitragen, sie verfolgen finanzielle Ziele, und ihre „Project Manager“ wissen auch nicht, welche Bildung angestrebt werden sollte, sie managen halt nur ihr Projekt. Niemand überblickt mehr das große Ganze, dazu fehlt überall die nötige umfassende Kenntnis der Literatur zum Thema „Bildung“. Kenntnisreiche Philosophen wie Julian Nida-Rümelin könnten hier vielleicht helfen. Oder man lässt mehrere Bildungskonzepte konkurrierend zu (statt Einheitsbildung für alle), was ja auch mal die Idee hinter dem gegliederten Schulsystem mit den zahlreichen Sonderformen (auch Reformpädagogik, auch spezielle Profile) war.
In einer demokratischen (aber heterogenen) Gesellschaft kann es dazu auch keine Einigkeit geben. Sätze wie „WIR gestalten gemeinsam die Zukunft“ sind Unsinn, wenn es einander entgegengesetzte Perspektiven gibt, wenn politische Parteien gegeneinander arbeiten, verschiedene Verbände ebenso, wenn die einen den Leistungsdruck beklagen und die anderen gleichzeitig den Verfall von Leistungsanforderungen. Wenn die einen eine „elitäre Standesschule“ beklagen und die anderen gleichzeitig die Gleichmacherei durch Senken der Anforderungen, wenn die einen den (empirisch erfolgreichen) Frontalunterricht beklagen und die anderen die enormen Schwierigkeiten für Schüler, das Postulat des selbstorganisierten Lernens erfolgreich umzusetzen. Wenn so ziemlich alles, was für die einen gut ist, für andere schlecht ist.
„In einer demokratischen (aber heterogenen) Gesellschaft kann es dazu auch keine Einigkeit geben“
Richtig.
Ich finde die Grundsatzdiskussion über Bildung sehr wichtig, sonst wird man keinerlei Ziele erreichen können. Man hat dann für viel Geld schnelles WLAN überall im Schulgebäude, aber keiner kann so richtig sagen warum. Meine Vorhersage gibt es ohne Studie umsonst: Keine Verbesserung bei PISA, keine Reduzierung der Schulabbrecher.
Die Eltern sind die Menschen, die primär für die Bildung ihrer Kinder verantwortlich sind. Das sollten Schulen und Ministerien nicht vergessen. Unterschiedliche Familien haben da unterschiedliche Ansichten und Bedürfnisse.
Wir schätzen musikalische Bildung sehr hoch, sowie klassische Literatur und sind der Meinung, Kinder sollten in der Grundschule eine Programmiersprache lernen. Der Leistungsgedanke ist uns nicht vollkommen fremd und Noten sind kein Feindbild für uns. Wegen mir können wir uns auf unter anderem diese Sachen als deutschlandweiten Bildungsplan einigen. Ich fürchte aber, dass der ein oder andere auch andere Ansichten haben könnte.
Am Schluß müssen sich Schulen vielleicht doch wieder mehr auf den Kern konzentrieren. Es braucht verschiedene Schulformen und auch verschiedene Profile bei den Schulen. Ein gesunder Wettstreit zwischen den Konzepten und eine Abstimmung mit den Füßen, wird vermutlich zu den besten Ergebnissen führen.
Die Diskussion darf eben nicht zur Einheitsbildung und Einheitsschule führen. Das Einheitsauto für Alle, wenn man es dann nach ca. 12- 15 Jahren Wartezeit bekommen hat, war in der Praxis halt doch mehr eine Katastrophe auf Rädern als ein Auto.
„Die Eltern sind die Menschen, die primär für die Bildung ihrer Kinder verantwortlich sind.“
Das ist falsch. Gerne mal die Urteile des Bundesverfassungsgerichts zur Schulpflicht lesen. Oder unseren aktuellen Bericht zum Thema Schulpflicht: https://www.news4teachers.de/2026/05/afd-will-schulpflicht-faktisch-abschaffen-juristen-warnen-vor-angriff-auf-demokratische-bildung/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Sieh mal an – keine doofe Antwort: Bildung ist demnach nichts Statisches. Nichts, was man einmal erwirbt und dann dauerhaft besitzt. Bildung ist ein Prozess. Vielleicht lässt es sich tatsächlich relativ einfach formulieren: Bildung ist die Bereitschaft, sich die Welt immer wieder neu zu erschließen“
Passt, lebenslang.
Nur dazu brauche ich Grundbildung in allen Bereichen, Handwerkszeug, Unterstützung….
Spesen, Schreiben, Rechnen – wobei, warum Lesen, kann ich mir ja vorlesen lassen? – ne, zwecks Phantasie, Vorstellungskraft und Auszeit/ Erholung.
Wie und wofür kann ich diese Fertigkeiten verwenden, mein Erfahrungsspektrum erweitern, fakes erkennen, zB das Werkzeug KI kontrolliert anwenden, wäre dann die 2te Stufe – und bitte auch die Bildung nicht vernachlässigen, die mir sagt, Leistung bringt MICH vorwärts, dazu muss ich aber nicht andere rausmobben „Herzens- und Charakterbildung“ als durchgängiges
( Grund) prinzip.?
》„Gebildet sein heißt heute: Kann ich in einer neuen Welt aufwachen und mich zurechtfinden?“(Dieses Zurechfinden ist nicht einfach inf führt häufig zu Konflikten der Jugendlichen, mit sich selbst und auch anderen, zu verbaler und physischer Gewalt – auch hier muss „gebildet“ werden (unsere Abteilung zieht dies gerade gnadenlos durch und siehe da, so manche Verhaltensanormalität „bildet“ sich zurück)
Ich mag ihn sehr, diesen Satz:
》“Bildung bedeutet die ganzheitliche Entwicklung des Menschen – also nicht nur Fachwissen, sondern auch Charakter, Kreativität und kritisches Denken.“
Vielen Dank H. Priboschek, für Ihre grundlegend weiterführenden Gedanken.
Ich möchte es eigentlich mit meinem Studium vergleichen:
Ich hatte eine 2-jährige Grundausbildung, bei der wir den Stoff meiner zwei Fächer vertieft, aber systematisch durchgegangen sind, also alles, was später in der Schule drankommt mit mehr Tiefe und Hintergrundwissen. Es hieß immer und heute möchte ich es bestätigen, der Lehrer müsse mehr wissen als seine Schüler.
Danach hatte ich 3 Jahre alle möglichen Seminare zu allen möglichen Themen, auch solche, die ich nie in der Schule brauchte. Da war auch keine Systematik mehr erkennbar, da wählte man einfach aus, was einem interessant erschien (im Idealfall) oder wofür man noch Zeit hatte. Aber da ging es hauptsächlich darum, sich selber Wissen anzueignen und DAS brauchte ich dann später durchaus, weil ich dann Fächer unterrichtet, für die ich nicht ausgebildet worden war. Da musste ich mir alles selbst aneignen.
So sehe ich das für die Schule auch. Die Grundschule soll Basiswissen und Basisfertigkeiten vermitteln: Lesen, Schreiben, Rechnen, aber auch Grundwissen über unser Land, über Pflanzen und Tiere, über den Menschen und seinen Körper, aber auch sportliche, musische, künstlerische Aktivitäten… Am besten 6 Jahre lang wie in Brandenburg und Berlin.
Danach kann das Spezialwissen folgen, wo es eher darum geht, wie man sich Wissen aneignet, aufbereitet, präsentiert und das eigentliche Thema ist nur Mittel zum Zweck.
Und was, wenn die Kinder ohne die erwarteten Grundvoraussetzungen an die Grundschule kommen? In irgendein Internetforum rufen, die Eltern, welche die Fähigkeiten nicht vermittelten, sollen das nun plötzlich können/ tun?
Oder fliegen Kinder aus der Grundschule, wie Studierende ausscheiden?
Ich meine es nicht böse, aber Ihr Vergleich ist aus der Sicht eines Akademikers und lässt eben jene außer Acht, welche diesem angenommenen Mindeststandart nicht genügen – DAS ist meiner Meinung nach Teil des Problems, nicht die Lösung
„Danach kann das Spezialwissen folgen, wo es eher darum geht, wie man sich Wissen aneignet, aufbereitet, präsentiert“
Also ab Klasse 7?
Warum sollte man zuvor nicht lernen, wie man sich Wissen aneignet?
Sinnvolles Üben und Strategien zum Lernen sind doch von Anfang an hilfreich und man kann sie immer weiter einüben und verfeinern.
Warum sollte man zuvor nichts präsentieren?
Das schaffen schon Erstklässler:innen und es ist wunderbar, wenn sie zeigen, was sie können oder dazu gelernt haben.
Bevor diese Frage nicht geklärt ist und dann auf dem Tisch liegt, was Schulen überhaupt so leisten sollten, braucht mir auch keiner mit irgendwelchen Reformen zu kommen. Ich habe mal gelernt, dass man erst das große Ziel festlegt, bevor man an den Symptomen herumdoktert.
Und dann bitte ein strukturierter Umbau des Systems (mit Klärung der Ressourcenfrage) und nicht der Kurzeitmist, der derzeit von allen Seiten produziert wird.
Dass Dietrich Schwanitz‘ Buch heute „verramscht“ wird, sagt mehr als alle Gutachten zur Bildung. Natürlich wollen sich die wenigsten offen zur „Unbildung“ bekennen, aber wenn es anstrengend und herausfordernd wird, siegt die Bequemlichkeit. Ob und wie sich diese Mentalität auswirken wird, kann allein die Zukunft zeigen.
„Natürlich wollen sich die wenigsten offen zur “Unbildung” bekennen, „
Ist aber m.M. schon nahe dran, wenn Politiker*innen mit Abitur auf die Frage nach dem Gründungsjahr der BRD mit „1945 oder war es doch erst 1946?“ antworten oder behaupten die soziale Marktwirtschaft wäre in den 1960ern von der SPD auf den Weg gebracht worden usw. usw.
Trotzdem würden sich auch diese wohl keineswegs als „ungebildet“ betrachten wollen, eventuell sogar mit der Begründung, hier handle es sich um reine Reproduktion. Gerade auch die Diffamierung von Faktenwissen hat zur jetzigen Bildungsmisere geführt.
Da würde ich nicht widersprechen.
Ich persönlich halte es da lieber mit dem Spruch eines klugen Mannes aus Jamaika:
„in this great future, you can’t forget your past„
Fachwissen ist eben nicht Bildung – und ein von einigen hier immer wieder gefordertes Primat der Fachinhalte wird die Bildungsmisere nicht beheben. Bildung ergibt sich nicht emergent, wenn man nur genügend Wissen in Köpfe presst.
Sollte man Ihrer Meinung nach als MdB wissen wann die BRD gegründet wurde oder als Politikerin mit mehreren Jahren Studium politische Wissenschaften wann und von wem die Soziale Marktwirtschaft auf den Weg gebracht wurde?
Oder ist das in der heutigen Zeit bereits unnützes und für Politiker*innen entbehrliches Wissen?
Fachwissen und Bildung gegensätze.
Wenn dem Ihrer Meinung derzeit so ist, sollten Sie vielleicht eine Verbesserung der Situation fordern, anstatt den Status Quo zu verteidigen 😉
Verbessrung wäre sicher angebracht.
Aber ich bezweifle stark, dass Ihre These stimmt, dass es in Bayern und Sachsen besser werden würde, wenn man die Maßnahmen von Bundesländern übernehmen würde, in denen es damit deutlich abwärts ging.
https://www.gew-berlin.de/aktuelles/detailseite/wie-das-desaster-der-berliner-schule-begann
https://www.news4teachers.de/2023/08/der-absteiger-kein-anderes-bundesland-hat-sich-im-bildungsmonitor-so-verschlechtert-wie-baden-wuerttemberg-warum/
https://www.shz.de/deutschland-welt/schleswig-holstein/artikel/bildungsmonitor-2024-schleswig-holstein-faellt-zurueck-47667504
https://www.nwzonline.de/familie/bildung-in-niedersachsen-schwaechelt-ki-und-lehrplanwechsel-bedrohen-zukunft-ein-kommentar_a_4,2,3204305012.html
Wieder keine Studien konkret zur Frage eines späteren Wechsels von der Grundschule…
Sind Sie SICHER, dass Sie dazu wissenschaftliche Quellen haben? 🙂
Klar doch.
Ich bin aber nicht sicher, warum Sie nicht in der Lage sind z.B. den Artikel hier auf n4t zu finden, in dem über eine dieser Studien berichtet wurde.
Auf welchen Artikl beziehen Sie sich, der die spätere Trennung von Grund- und Regelschule bezieht?
Finde den offenbar leider nicht
Suchen Sie einfach nach einem Artikel zur Studie, dass SuS mit ähnlichen Ausgangskompetenzen höhere Lernzuwächse erreichen, wenn sie nicht in der bisherigen Schulform bleiben, sondern an gymnasiale Schulformen wechseln .
Oder suchen Sie nach einem Artikel über eine Studie, dass von der Aufgliederung nach der GS besonders auch SuS aus der benachteiligen Schicht profitieren würden , da sie dann bessere Leistungen erzielen.
Oder nach einem Artikel wie die Leistungen der SuS auf den drei Niveaustufen an GEM in BW im Vergleich zu den Pendants an Gymnasien/Realschulen/Werkrealschulen in BW abschneiden usw. usw.
Sie können aber natürlich auch einfach glauben, ich hätte das alles nur erfunden, wenn Sie sich damit wohler fühlen würden.
Tut der Glaubwürdigkeit Ihrer Aussagen durchaus einen Abbruch, wenn Sie Ihre Quellen nicht vorweisen. Herzliche Grüße Die Redaktion
Da haben Sie natürlich völlig recht.
Das wird vor allem bei Leuten so gesehen werden, die ohne fremde Hilfe nicht mal in der Lage sind die betreffenden Artikel hier auf n4t zu finden.
Ich finde es allerdings auch putzig, dass genau diese Leute sich beharrlich weigern, Belege dafür zu erbringen, dass eine längere Grundschulzeit im Vergleich zum gegliederten Schulwesen zu höheren Leistungszuwächsen führen soll.
Die Behauptung es wäre angeblich „wissenschaftlich nachgewiesen“, sehe ich jetzt nicht als Beleg an.
Volle Zustimmung. Gleichzeitig befinden wir uns in einer Talfahrt und müssen (vorerst!) auswählen, welche von vielen guten Inhalten wir den Kindern mitgeben können und welche (vorerst!) nicht.
Ist eine harte Entscheidung, aber sie wurde auch jahrzehntelang geduldig auf dem Rücken der Schwächsten angebahnt 🙁
„Lesen und Schreiben allein reichen längst nicht mehr aus. Der kompetente Umgang mit digitalen Medien gehört inzwischen selbstverständlich dazu.“
Aber: Ohne Lesen und Schreiben – kein kompetenter Ungang mit digitalen Medien.
Ich kann da nur von meiner bescheidenen Warte als pädagogische Fachkraft für die Bildung und Erziehung Drei- bis Sechsjähriger drauf blicken. Hier sollten ja die Grundlagen gelegt werden, um Kinder zu befähigen am zukünftigen Schulbesuch mit Erfolg teilzunehmen.
Bisher habe ich das immer so verstanden, dass ich Kinder darin fördere, bestimmte Basisfertigkeiten zu entwickeln, die sie brauchen, um Lesen, Schreiben, Rechnen in der Grundschule lernen zu können. Dazu kommen natürlich noch soziale und motorische Fähigkeiten, die nötig sind, um den Schulalltag bewältigen zu können.
Ich glaube, trotz aller Veränderungen hin zu einer durchdigitalisierten Welt in der der Umgang mit KI immer selbstverständlicher wird, brauchen Kinder diese Grundlagen.
In der Grundschule wird dann auf diesen Grundlagen aufgebaut.
Die Kinder lernen Lesen, Schreiben und die Grundrechenarten – ob nun besser einschließlich schriftlicher Division oder nicht, kann ich nicht beurteilen.
Erst danach sollte m.E. der (kritische) Umgang mit digitalen Medien und KI Einzug in die Schulen halten.
BEVOR Kinder sich Themen virtuell auf einem flachen Bildschirm erschließen, müssen sie Dinge BEGREIFEN.
Im Kindergarten habe ich mit meinen Vorschulkindern nahezu alle Themenbereiche sowohl auf der kognitiven als auch der sinnlich-greifbaren Ebene bearbeitet. In der sprachlichen Bildung z.B. was die Frage betrifft „was ist ein Satz?“ Wenn ich sage, „sprich in ganzen Sätzen mit mir“, was meine ich damit? Ein Satz besteht aus mehreren einzelnen Wörtern. Als Beispiel: Beim Frühstück zu rufen „Apfelscholle“, ist kein Satz. „Ich habe Durst“ ist ein Satz. Wir BAUEN Sätze – mit Bauklötzen. Jeder Klotz ist ein Wort. Zuerst bauen wir kurze, einfache Sätze, z.B. Ich – habe – Durst.
Wieviele Wörter hat dieser Satz? Wir könnten auch sagen „Kann ich bitte Apfelscholle haben?“. Wir bauen den Satz. Welcher Satz hat mehr Wörter? Dabei fließt gleich noch ein bißchen Mengenverständnis mit ein. Am lustigsten wurde es immer dann, wenn jedes Kind selbst ein Wort sein durfte. Bei acht/zehn/zwölf Vorschulkindern war es dann an mir, mir einen Satz mit eben acht, zehn oder zwölf Wörtern auszudenken. Die Kinder stellten sich auf ihren Stuhl und ich teilte reihum jedem ein Wort des Satzes zu. Bsp.: „Bei – schönem – Wetter – gehen – wir – heute – in – den -Garten.“ Waren es mehr als neun Kinder kam halt noch dazu „zum – Spielen“. Bei weniger fiel das „heute“ weg.
Jedes Kind merkt sich sein einzelnes Wort. Nun springt reihum nacheinander in Reihenfolge des Satzes immer ein Kind vom Stuhl und spricht dabei sein Wort.
Aus der Welt der Zahlen: Wir üben das Zahlen- und Mengenverständnis mit bunten Muggelsteinen. Wir lernen plus und minus. Plus heißt, ich hole mir Muggelsteine dazu, minus heißt, ich lege Muggelsteine weg.
Ich mal mit Kleber die Punkteanordnungen eines Würfels auf sechs kleine Pappkarten und bestreue sie mit Dekosand.
Genauso fertige ich Karten mit den Zahlen von eins bis sechs. Mit verbundenen Augen betasten wir die Punktetafeln und versuchen herauszufinden, wieviele Punkte sich darauf befinden.
Mit offenen Augen ordnen wir sie der entsprechenden Zahl zu.
Das Ganze dann auch mal umgekehrt – Zahl ertasten und den Punkten zuordnen.
Reimwörter – wir denken uns welche aus: Kognitive Erfassung.
Wir gehen in den Turnraum, rennen, gehen, schleichen, hüpfen….
Auf Zurauf eines Wortes, z.B. „Tanne“ suchen wir die Ecke, in der ein Bild des richtigen Wortes hängt – z.B. die „Kanne“: Sinnlich-körperlich-greifbare Erfassung. Gleichzeitig haben wir ’ne Turnstunde mit Schulung der mitorischen Entwicklung.
Da finden Verknüpfungen im Gehirn statt, die nicht stattfinden, wenn ich mir die Welt auf einem flachen Bildschirm erschließe.
Deshalb: Erst real – dann digital. Mein Motto. Und das bleibt es auch.
Danke, Marion, so sollte es überall in der vorschulischen Bildung sein, egal ob in der Kita oder zu Hause (idealerweise sowohl als auch).
Tolles Fundament – nicht nur für Schule, fürs Leben, vielen Dank
Der Dank gebührt Marion,sie hat gut meine Erfahrungen und Wünsche der vorschuliscjen Bildung und Erziehung in Worte gefasst.
🙂 ja, war zu begeistert.
Nehmen Sie trotzdem ein bisschen davon für Ihr Engagement hier und! fürs Ehrenamt.
@Maybe und @potschemutschka,
Ich sag’s mit Udo Jürgens und Tom und Jerry:
„Vielen Dank für die Blumen…“ 🙂
Danke!
Man vergebe mir den ein oder anderen Tippfehler. War in Eile.
Herr Thümler schreibt in seinem Booster-Text zur Innovation von Schule:
„Der Blick auf hochinnovative Bereiche wie etwa die Informationstechnologie oder Elektromobilität legt eine weitaus optimistischere Sichtweise nahe. Die eingangs genannten Beispiele zeigen, dass Innovationsprozesse mit einem Motor zu vergleichen sind.“
Für technische Fortschritte ist das wohl richtig, aber es wird übersehen, dass der Mensch eben keine Maschine ist und Bildung kein Industrieprodukt, das man mit den Methoden der Technologienentwicklung verbessern kann. Man kann den Menschen nicht „innovativ“ umändern und neuen Maschinen anpassen. Da wurde auch schon gesagt: „Kein Mensch ist digital“. Aber gelegentlich habe ich den Eindruck, dass die „Kultur der Digitalität“ genau dies unterstellt. Lesen, Schreiben, Rechnen in der Grundschule geht gewiss auch ohne Computer. Das war in der Vor-Computer-Zeit auch gar kein so gravierendes Problem, man praktizierte das konsequent. Jetzt erzählt man uns, dass man dafür digitale Geräte benötigt. Und die das sagen, sind keine Pädagogen, keine Lehrer, sondern Leute aus dem Werbebereich oder PR-Speziaisten. Das wird dann mit den üblichen Buzzwords als „Vision“ oder „Mission“ verkauft, ist aber eine sehr eingeschränkte Sichtweise.
Ich denke, man sollte bei der Frage „was ist Bildung?“ vom Menschen ausgehen, nicht von irgendwelchen Maschinen. Also müssten mehr kenntnisreiche Pädagogen zu Wort kommen und weniger Leute aus dem IT-Bereich.
Der Erfinder des 1. digitalen Computers schrieb schon vor einigen Jahren:
„Die Gefahr, dass der Computer so wird wie der Mensch, ist nicht so groß wie die Gefahr, dass der Mensch so wird wie der Computer.“ Konrad Zuse
„Nur zu oft ist der Erfinder der faustische Idealist, der die Welt verbessern möchte, aber an den harten Realitäten scheitert. Will er seine Ideen durchsetzen, muß er sich mit Mächten einlassen, deren Realitätssinn schärfer und ausgeprägter ist. In der heutigen Zeit sind solche Mächte, ohne daß ich damit ein Werturteil aussprechen möchte, vornehmlich Militärs und Manager. […] Nach meiner Erfahrung sind die Chancen des Einzelnen, sich gegen solches Paktieren zu wehren, gering.“ Konrad Zuse
Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren/konrad-zuse/
Konrad Zuse Zitate (8 Zitate) | Zitate berühmter Personen
Sie meinen, dass Zuse dies „vor einigen Jahren“ schrieb???
????
Ich war etwas besorgt, dass Sie ernsthaft meinen, es wäre „vor einigen Jahren“ gewesen.
Aber Ihre Schlagfertigkeit ist auf Ihrem normalen Niveau, alles gut
„Zeit ist relativ.“ – das wusste schon Albert Einstein 🙂
Ja!
Hmm. Ist das so ne „Good Bye, Lenin“-Kiste? :/
Was glauben Sie, vor wie vielen „paar“ Jahren diese Worte geschrieben wurden?
„“Der Blick auf hochinnovative Bereiche wie etwa die Informationstechnologie oder Elektromobilität legt eine weitaus optimistischere Sichtweise nahe. Die eingangs genannten Beispiele zeigen, dass Innovationsprozesse mit einem Motor zu vergleichen sind.”“
Doch, ein guter Aspekt, nur der Vergleich zum Motor passt nicht.
Elektromobilität nimmt zu, ist aber abhängig von Überzeugung, Engagement und Peripherie.
Sonst bleibt es bei herkömmlichen Modellen oder Hybrid, quasi mit Sicherheit.
Will man Elektromobilität in der Breite stärken, reicht es nicht aus, den Motor zu entwickeln.
Es reicht nicht aus, darauf zu hoffen, dass sich Elektromobilität dann schon durchsetzt, dazu gibt es zu viele Bedingungen … und Menschen, die dagegen sind, weil sie am Alten Vorteile haben, an denen wieder andere zusätzlich bevorteilt sind.
Es braucht sicher Menschen, die mutig voran gehen und Elektrofahrzeuge erwerben und nutzen, mit Idealismus, die ersten nehmen Nachteile in Kauf, weil sie an die Sache selbst glauben und weil sie Vorteile sehen oder persönlich haben, die andere sind, als bei herkömmlicher Technik. Also „Spinner“, die unabhängiger sind, als andere.
Auf Dauer und für die Breite braucht es aber auch Lademöglichkeiten abseits der heimischen Steckdose, also Peripherie, sodass die Vorteile für mehr Menschen größer oder die Nachteile/ Bedenken geringer werden. Das schafft der Einzelne nicht mehr, dafür braucht es mehr Menschen, die daran arbeiten.
Die Vorteile von Elektroautos waren schon im 19. Jahrhundert bekannt, als Lieferwagen, z.B. für Milch, waren sie in mehreren Ländern lange schon in Gebrauch.
Es gibt heute in Deutschland nach etwa 15 Jahren weit mehr Modelle auf dem Markt, auf eine einheitliche Ladestruktur konnte man sich noch nicht einigen, siehe Videokassette oder USB-C-Stecker.
Auf Schule übertragen:.
Forschende können alles Mögliche entwickeln, brauchen aber die „Spinner“, die sich überzeugen lassen.
Die Lehrkräfte allein können innovativ sein, können Neues ausprobieren, ohne Unterstützung kommen sie aber immer nur in ihrem kleinen Umfeld weiter.
Manchmal entwickeln sich in Regionen Projekte, dennoch muss es zu keiner flächendeckenden Umsetzung kommen.
Wenn man die Entwicklung in der Breite unterstützen will, braucht man mehr Menschen und bessere Unterstützung für die, die vorangehen, und in der Peripherie.
Bildung – nun ja der Verfassungsschutz und die Kriminalämter – also die Innenministerien müssten doch zum Thema Bildung Erkenntnisse beitragen können, zumindest zur Bildung krimineller oder verfassungsfeindlicher Gruppierungen.
Ich meine, dass Richard David Precht das vor über einem Jahrzehnt, oder so hinreichend und überwiegend richtig betrachtet hat.
Unser Bildungssystem muss auf eine Zukunft ausgerichtet sein, in der ein Großteil der Menschen nicht mehr gebraucht wird und Menschen nur noch réussieren, nicht nur ökonomisch sondern auch im Sinne von Lebensfreude, wenn sie auf ihrer Talentkurve sind.
Historisch ist unser Bildungssystem auf die Verwertbarkeit von Menschen für Staat und Wirtschaft ausgerichtet. Das ist ein völlig anderes Paradigma, das sich in Luft auflöst, sobald es in der Breite keine Verwendung für Menschen mehr geben wird.
Für (Allgemein-) Bildung, wie wir sie verstehen und betreiben, gibt es bereits jetzt zunehmend keine pragmatische Verwendung mehr. Dafür brauchte es keine KI, dafür haben Internet und Suchmaschinen bereits gesorgt.
Das einzig verbliebene valide Argument für breite Bildung ist neurowissenschaftlicher Natur im Sinne von neuronalen Netzwerken.
Insofern sind, und dafür plädiere ich bereits seit einiger Zeit, (möglichst autonome) Talentschulen mit festen Schwerpunkten die Lösung.
„Für (Allgemein-) Bildung, wie wir sie verstehen und betreiben, gibt es bereits jetzt zunehmend keine pragmatische Verwendung mehr.“
Wirklich nicht? Kein Basiswissen mehr nötig über z.B. historische Ereignisse, die uns helfen politische und gesamtgesellschaftliche Debatten, Reaktionen, Entwicklungen zu verstehen?
Oben im Artikel mit der Frage nach dem europäischen Land, dass 1989 ausschließlich an Staaten grenzte, die es heute nicht mehr gibt – da musste ich echt erst mal gründlich überlegen, aber natürlich war mir sofort klar, dass es gedanklich gen Osten gehen muss.
Man muss diese Frage auch nicht aus dem Stehgreif beantworten können. Aber man denkt natürlich unwillkürlich in eine bestimmte Richtung, wenn man um die Ereignisse von damals weiß. Ohne das historische Wissen um den Zusammenbruch der kommunistischen Staaten Osteuropas, würde man aber eher blöd aus der Wäsche gucken mit einem dicken „Häääh?“ im Gesicht. Schüler, die kein Interesse an Geschichte haben, würden sich mit solchen Themen wohl nicht näher auseinandersetzen. Sie würden im Laufe ihres Lebens sicher am Rande mitkriegen, dass es da mal ’ne Mauer gab und Deutschland geteilt war, dass Teile Europas 1989 hinter einem sog. „eisernen Vorhang“ existierten unter diktatorischen Regimen.
Und irgendwann brach das Ganze halt zusammen. Aber wo und in welchen Ländern nun genau und was das mit heutigen politischen Verwicklungen zu tun hat – Schulterzuck, was geht’s mich an?
Sorry – aber ohne sog. Allgemeinwissen verstehen wir die Welt nicht.
Und gehen wir noch ein bisschen weiter zurück. Halten Sie es tatsächlich für überflüssig, in Schulen die unselige Zeit zwischen 1933 und 1945 nur noch mit Schülern zu thematisieren, die eine „Talentschule“ mit dem Schwerpunkt historisches Wissen besuchen, weil das „einzige valide Argument für breite Bildung neurowissenschaftlicher Natur ist, im Sinne von neuronalen Netzwerken“ und somit praktisch überflüssig? M.E. übrigens ein durchaus gewichtiges Argument. Neben einigen anderen gewichtigen Argumenten.
Denn die Existenz von Suchmaschinen und KI allein führt ja nicht dazu, dass Schüler auch die entsprechenden Fragen stellen. Wer keinen Bock auf Geschichte hat, googelt auch nicht nach den entsprechenden Themen, oder fragt die KI danach.
Es gibt Themenbereiche, die sind so immanent wichtig für das Verständnis der Welt und gleichzeitig unglaublich komplex – da braucht es einen fundierten Unterricht FÜR ALLE dazu. Da kann man nicht davon ausgehen, dass sich die Leute das im Laufe ihres Lebens schon irgendwie selbst zusammengoogeln oder von der KI erklären lassen.
Und das hat längst nicht nur mit einer „Ausrichtung unseres Bildungssystems auf die Verwertbarkeit des Menschen für Staat und Wirtschaft“ zu tun. Das geht weit darüber hinaus und wird deshalb auch in Zukunft von enormer Bedeutung bleiben müssen.
Ich finde das immer wieder ziemlich erschreckend, wenn ich von, offenbar doch durchaus gebildeten Menschen, sinngemäß solche Sätze lesen muss: Breite Allgemeinbildung ist überflüssig, gibt ja Google und KI. Unterrichten wir die Kinder ausschließlich nach persönlichem Talent und Interesse. Echt jetzt? Das soll die Lösung für irgendwas sein?
Oder habe ich Sie da komplett missverstanden?
Vielen Dank für Ihre Sonntagsrede und das damit verbundene virtue signaling.
„…da musste ich echt erst mal gründlich überlegen…“
Ich gebe Ihnen einmal die Erklärung mit, warum Sie so gründlich überlegen mussten:
Es ist für Sie und Ihr Leben nicht relevant, denn wenn es für Sie und Ihr Leben relevant wäre, hätten Sie nicht so gründlich überlegen müssen.
„Es gibt Themenbereiche, die sind so immanent wichtig für das Verständnis der Welt und gleichzeitig unglaublich komplex – da braucht es einen fundierten Unterricht FÜR ALLE dazu.“
Ich nenne Ihnen einmal ein Ereignis, das für das Verständnis der Welt, wie sie ist, immanent wichtig und bis heute wirkmächtig ist. Sie scheinen ja Geschichte zu mögen….
Der Vertrag von Tordesillas.
Und jetzt, ohne zu googeln:
Von wem wurde er wann unter wessen Vermittlung wieso geschlossen und was wurde in ihm festgelegt? Welche Auswirkungen hatte es in der Folge und hat es bis heute?
Es würde mich überraschen, wenn in Ihrem Kopf dazu mehr als „Öhhmm“?! aufploppen würde.
Und jetzt die Preisfragen:
War es Teil Ihres Schulunterrichts? Wahrscheinlich nicht und wenn doch, warum haben Sie es vergessen?
Etwas anderes, was aktuell brandwichtig und Folgenreich ist:
Ich habe vor einigen Jahren während der ersten groẞen Gaspreisexplosion in der Coronazeit gelernt, dass man für die Herstellung von Dünger Gas braucht. Und wohlgemerkt habe ich das nicht in der Schule oder Uni gelernt.
Und jetzt denken Sie einmal über die Geschichte im Iran nach. Während sich die Mehrheit mit Dieselpreisen und Tankrabatten, Kerosin und Flugreisen beschäftigt, sollte man sich lieber über die Produktion von Düngemitteln Gedanken machen und darüber, dass demnächst eine globale Hungerkatastrophen biblischen Ausmaßes bevorstehen könnte. Auch geopolitisch könnte man sich überlegen, wer dann noch Düngemittel zur Verfügung hat und dann in der Lage ist, die Strippen zu ziehen.
Will sagen, mit der Bildung der Menschen ist es ehedem nicht weit her und zwar aus dem Grund, weil es für die Verwertbarkeit der breiten Masse keinen Nutzen hat.
Auf der anderen Seite ist es auch sinnfrei, sonst was für Ressourcen zu mobilisieren, um in der Schullandschaft Dinge zu vermitteln, die sich in ein paar Sekunden ergoogeln kann.
Man sollte sich also Gedanken machen, welche Inhalte relevant für die (zukünftigen)Menschen und die zukünftige Gesellschaft sind.
Und diesbezüglich ist aus meiner Sicht ein Thema wie Ernährung z.B. wesentlich relevanter.
Sie irren sich. Es war keineswegs meine Absicht moralische Überlegenheit zur Schau zu stellen.
Nein, den Vertrag von Tordesillas kannte ich bisher nicht.
Ja, man sollte sich Gedanken darüber machen, welche Inhalte relevant für die (zukünftigen) Menschen und die zukünftige Gesellschaft sind.
Blöd nur, dass die Zukunft häufig so schrecklich ungewiss ist und sich das, was wir heute für richtig und wichtig halten schon morgen als böser Trugschluß entpuppen kann. Aber ich verstehe schon, was Sie meinen und gebe stimme Ihnen da grundsätzlich zu.
Ja, Ernährung halte ich auch für ein sehr relevantes Thema.
„Blöd nur, dass die Zukunft häufig so schrecklich ungewiss ist“ – dann macht es vielleicht Sinn, sich gar nicht so sehr in die Inhalte zu verbeißen. Sondern darauf, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, sich lebenslang immer neue Inhalte erschließen zu können.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Man muss sich ja nicht gleich „in Inhalte verbeißen.“
Vielleicht ist halt beides nötig.
Ich arbeite mit Vorschulkindern. Was danach kommt, was davon vielleicht überflüssig ist und weg kann, was im Gegenzug hinzukommen müsste – da kann ich mir nun wirklich kein Urteil darüber erlauben, mangels Einblick.
Allerdings bin ich davon überzeugt, dass es einen gewissen Grundstock an Wissen, Allgemeinbildung, oder wie auch immer Sie es nennen wollen, braucht, der in der Schule vermittelt wird.
Mir erscheint es ein wenig blauäugig, sich allein darauf zu verlassen, Schüler „zu befähigen, sich lebenslang immer neue Inhalte erschließen zu können.“
Wenn ich vorher keinen breit angelegten Input an Grundwissen zu unterschiedlichen Themenbereichen hatte, dann fallen mir dazu womöglich auch keine guten Fragen ein, die ich Dr.Google oder der KI stellen könnte, um mir neue Inhalte dazu erschließen.
Interesse an einer Sache wird ja erst dann geweckt, wenn ich schon mal irgendetwas davon gehört/darüber erfahren habe.
Wir sind davon überzeugt, dass es Bildungsvoraussetzungen braucht, die in Kita und Schule vermittelt werden, wozu sicher auch ein Basiswissen gehört.
Beim Begriff „Allgemeinbildung“ wird es schon schwieriger – angesichts des oben geschilderten Problems, dass ja nicht mal klar ist, was Bildung im 21. Jahrhundert überhaupt bedeuten soll, geschweige denn eine „allgemeine“ Bildung. Sind vertiefte Kenntnisse der HipHop-Kultur weniger wert als Wissen über klassische Komponisten? Warum Goethe und Schiller – und nicht Elfriede Jelinek und Dorothee Elmiger? Warum Erdkunde – und nicht Gesundheitskunde?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Vielleicht erst mal grundsätzliche Kenntnisse über unterschiedliche Musikrichtungen. Und dann die Schüler dazu animieren, von ihren eigenen musikalischen Vorlieben zu erzählen und Musikbeispiele vorstellen lassen.
In der siebten oder achten Klasse Hauptschule, durften bei uns Schüler ein kleines Referat über ihre liebste Musikgruppe, bzw. Sänger/Musiker halten und einige ihrer Lieblingsstücke vorstellen.
Das war für mich eines der Highlights des Musikunterrichts.
Ich habe stolz meine Sammlung an Bravo-Postern mitgebracht habe sämtliche Artikel zur Lebensgeschichte der Bandmitglieder und ihrem musikalischen Werdegang gesammelt und daraus mein Referat gezimmert.
Trotzdem waren auch die klassischen Komponisten Thema. Das Eine muss das andere ja nicht unbedingt ausschließen.
„Vielleicht erst mal grundsätzliche Kenntnisse über unterschiedliche Musikrichtungen.“
Wo fangen Sie denn da an – in der Steinzeit? Und wo hören Sie auf – bei elektronischer Experimentalmusik?
Eine Auswahl ist immer willkürlich und deshalb nicht „allgemein“. Schon Ihr Beispiel zeigt die Schwierigkeit: „Ich habe stolz meine Sammlung an Bravo-Postern mitgebracht.“ Was hat das mit Bildung im tradierten Verständnis zu tun?
Mit einem erweiterten Bildungsbegriff durchaus: Dann geht zunächst mal darum, Interesse zu wecken – um dann die Schülerinnen und Schüler auf eigene Entdeckungsreisen zu schicken.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Haben Sie nicht alles gelesen? Das war genau das, was hier in Bezug auf interessegeleitetes, selbstorganisiertes Lernen gefordert wird.
Ich habe ja nicht nur Poster mitgebracht. Ich habe Zeitungsartikel gesammelt, mir (ohne Internet) alles an Informationen zusammengesucht, was ich über die Gruppe finden konnte und daraus einen Vortrag gestaltet, inklusive Bildmaterial (das nicht nur aus Bravo-Postern bestand) und Musikauswahl, um das Ganze für die Zuhörer abwechslungsreich und kurzweilig zu gestalten.
Welche Kompetenzen wurden da nicht alles gefördert.
Und nein, ich würde nicht mit der Steinzeit anfangen. Aber vielleicht mit klassischer Musik – Mozart, Beethooven, Haydn, Bach etc. pp. Deshalb muss man nicht die gesamten Lebensgeschichten dieser Herren durchnudeln.
Aber ein bißchen skizzieren in welcher Zeit sie gelebt haben, wie sie zu ihrer Zeit wahrgenommen wurden – das Werk des ein oder anderen Künstlers lernte man manchmal ja erst nach deren Lebzeiten wirklich zu schätzen.
Werke anhören, versuchen herauszufinden, welche Instrumente zu hören sind……
Und von da an weiter zu modernen Musikstilen, und dann – warum nicht? – Schüler die eigene Lieblingsmusik präsentieren lassen.
Was glauben Sie, was es mit meinem Selbstvertrauen als Schülerin gemacht hat, die ich nichts schrecklicher fand, als vor einer Gruppe von Menschen zu sprechen, dass ich anderen etwas zeigen durfte, was für mich damals die größte Leidenschaft war. Dafür überwand ich meine Ängste und konnte einmal vor der ganzen Klasse über die Musik erwas ganz Persönliches von mir präsentieren.
Ich betone ja immerwieder, dass Platz für beides sein muss. Und dafür darf dann gerne etwas Inhaltliches über Bord geworfen werden, wie z.B. die Lebensläufe sämtlicher berühmten Komponisten klassischer Musik aus vergangener Zeit, so wie wir das teilweise noch auswendig lernen mussten, damit wir in der Schulaufgabe die Frage beantworten konnten, wann einer von hier nach da gezogen ist und wann er welches Stück geschrieben hat. Das können sich Schüler dann wirklich selbst ergoogeln. Aber zuerst müssen sie ja zumindest mal was davon gehört haben.
Aber, wie ich schon erwähnte: Meine Klientel sind Kindergartenkinder. Und da wriß ich ziemlich gut, was ich zu tun habe.
Was dann in der Schule läuft – nicht mein Spezialgebiet. Vielleicht sind meine Vorstellungen da ja auch ein wenig naiv.
Nebenschauplatz: Wollen Sie hier jetzt echt über DEN Musiklehrplan diskutieren, unabhängig von Schulform und Finanzierung?!
„In der siebten oder achten Klasse Hauptschule, durften bei uns Schüler ein kleines Referat über ihre liebste Musikgruppe, bzw. Sänger/Musiker halten und einige ihrer Lieblingsstücke vorstellen.
Das war für mich eines der Highlights des Musikunterrichts.“
Wie gut, dass Ihnen die Diskussion um Haftbefehl erspart blieb -___-
https://www.news4teachers.de/2025/12/haftbefehl-im-unterricht-texte-spiegeln-mehrsprachigkeit-virtuos-sagen-erziehungswissenschaftler/
Da ging es um den Vorschlag, die Texte des Rappers grundsätzlich in den Deutsch-Unterricht mit einzubauen. Das sehe ich auch eher kritisch.
Aber wenn ein Schüler im Zuge des Musik-Unterrichts die Biographie und Stücke von Haftbefehl vorstellt – warum nicht? Daran kann sich dann ja durchaus auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalte seiner Texte anschließen.
Zu unwichtig für Deutsch in der Schule dessen Heimatstadt, wo es die Schüler*innen wünschen, aber für Musik (unwichtig) genug?
Schade, ich dachte Sie begrüßen hier „[…] genau das, was hier in Bezug auf interessegeleitetes, selbstorganisiertes Lernen gefordert wird.“
My bad
Nein. Nicht zu unwichtig. Zu krass.
Achso, wie der Fänger im Roggen oder Harry Potter?
Bin mir nicht sicher, ob die Kolleg*innen am Gymnasium zustimmen, dass Texte „sicher“ genug zu seien haben – vielleicht lassen die Blues, Hip Hop und Rapp aber auch aus, weil die zu „krass“ sind?
Schätze, zu Ihrer Zeit bestimmte dann die Bravo, was an Schulen besprochen werden darf – HÖREN tun die jungen Menschen es ja ohnehin…
Wichtig ist wohl, dass Lerninhalte nicht nur LPmäßig abgehakt werden (Stoffverteilungsplan).
Situatives („das passt gerade“) fächerübergreifendes Arbeiten ist effektiver, einprägsamer.
2 Nachteile:
– erfordert Erfahrung und viel Engagement
– zumindest bei mir an der BS mussten die SuS umlernen; viele haben mit fächerübergreifendem U zunächst Probleme.
Na ja und wenn Goethe grad passt, gibt’s Goethe 😉 s. Letzter K ganz am Ende
Okay, Sie könnten das Thema aber nur erfassen, weil Sie schon irgendwann etwas über Pflanzen gelernt haben.
Und da fängt es ja schon mit dem Basiswissen an. Wenn man im Unterricht über Pflanzen sprechen möchte, dann haben viele Kinder so gar kein Interesse daran und es kostet viel Mühe, ein wenig Motivation hinein zu bringen. Versuche mit Pflanzen dauern eben etwas..laaaaaaangweilig… Pflanzenbabys sind nicht niedlich…Insekten zur Bestäubung eher iiiiihhhhhh…von einer Biene oder Wespe im Klassenraum ganz zu schweigen…
Allerdings ist das alles so wichtig und ich versuche die Zusammenhänge aufzuzeigen. Antwort darauf, was muss man schon über Pflanzen wissen, ist mir doch egal. Ein gutes Beispiel, dass Basiswissen eben nicht egal ist. Ich muss wissen, wie Pflanzen funktionieren und was sie brauchen, sonst kann ich sie auch nicht anbauen. Ich muss Zusammenhänge in Ökosystemen erkennen, dass wir als Menschen Bestäuber brauchen, sonst sieht es für uns düster aus. Und nein, den SuS erschließt sich leider ganz oft nicht, warum das auf dem Lehrplan steht. Eben damit man weiß, das Dürre, fehlender Dünger, Überschwemmungen etc. für uns zum Problem werden, weil das die Grundlage für den Beginn unserer Nahrungskette zerstört. Und an irgendeinem Beispiel muss man das mit den Kindern ja mal durchgehen. Aber auch hier: mir doch egal was der Specht frisst…und da gibt es so viele andere Sachen, (bestimmt auch in anderen Fächern), die später in einen größeren Zusammenhang gestellt werden können. Vorschnell Inhalte einfach zu streichen, nur weil man sie googeln kann, finde ich echt problematisch. Ich googel ja nicht einfach aus heiterem Himmel irgendwas, sondern nur Dinge, die an mein Vorwissen/meine Erfahrung anknüpfen.
Und das ist manchmal schon schwierig für die Kinder, weil einigen der Wortschatz fehlt, die kennen so viele Begriffe nicht mehr, dass daran schon das Verständnis oder die Formulierung für eine Frage scheitert. Da nützt Google nix mehr.
Danke. Genauso sehe ich das auch.
Schule muss in Zukunft oder eigentlich schon gestern das bieten, was die digitale Welt nicht bieten kann.
In diesem Fall einen Schulgarten anlegen zum Beispiel:
Erfahrungen, Erlebnisse mit allen Sinnen und Fähigkeiten. Für blanken Informationstransfer braucht niemand mehr Schule, oberhalb der Grundschule jedenfalls nicht.
Ach ne, siehste mal. Da bin ich ja in einem Punkt doch noch ganz bei Ihnen:
Erfahrungen, Erlebnisse mit allen Sinnen und Fähigkeiten – meine Rede.
Schließt aber Wissensvermittlung nicht aus. Die Mischung machts:
Ausgewogenheit von Theorie und Praxis.
Hab ich weiter oben, in meinem Kommentar zur vorschulischen Bildung im Kindergarten, ja exakt so beschrieben.
Wissensvermittlung ist nicht gleich Wissensvermittlung. In Schulen erfolgt die top-down.
Ganz abgesehen davon, dass das nie sonderlich effizient war, ist das heutzutage nachgerade lächerlich. Die Informationsdisruption ermöglicht jedem bottom-up Zugang zu Wissen.
Insofern muss Schule ein Erfahrungsraum sein. Dann interessieren sich Kinder und auch Jugendliche ganz automatisch für die Hintergründe, Konzepte oder Gesetzmäßigkeiten.
Wir haben einen Blutstreifen, ein großes Insektenhotel, machen Experimenten mit Pflanzen usw. Das Insektenhotel wurde beschädigt, in den kleinen Teich Müll geworfen usw. Die Experimente wurden einfach nicht gemacht, Material dafür (nach Interesse) wird nicht mehr mitgebracht usw. Und das war früher mal anders. Meine ersten Klassen haben Genre mikroskopiert, Versuche standen hoch im Kurs, Pflanzen oder Organe zerlegen und zeichnen war cool. Wir haben DNA gebastelt, Skelette und Tiermodelle. Heute hat da die halbe Klasse keinen Bock drauf. Nach dem Versuch ein Protokoll schreiben und die Ergebnisse auswerten ist Höchststrafe. Etwas basteln wegen zurückgehender Feinmotorik wird zunehmend langwieriger. Standardfrage: Können wir einen Film gucken? Es gibt Klassen, da kann man sich auf den Kopf stellen und die sind völlig bockfrei.
Ich habe komplett konträre Erfahrungen in mehreren Klassen und Jahrgängen gesammelt.
Gerade das Unmittelbare finden Kinder spannend, wählen und suchen die Auseinandersetzung freiwillig, gehen gerne raus oder widmen sich den naturnahen Projekten in der Klasse. „Tiere und Pflanzen“ geht immer, „Essen und Trinken“ auch.
Und ja, Begriffe fehlen, aber die kann man ja dann vermitteln, bevor man die Tiere wieder aussetzt oder die Pflanze im Topf landet.
Auch da gilt: Das Unwissen oder die Haltung gegenüber Insekten bringen die Kinder leider mit, es bleibt unsere Aufgabe, ihnen etwas anderes zu zeigen und die Hintergründe zu vermitteln.
Diese Aufgabe hat sich gar nicht verändert.
Ich überlege, ob Kinder in diesen Themenfeldern anderes mitbringen als früher (20 Jahre). Viele Kinder haben eher digitale Erfahrungen, kennen Bilder oder Berichte über Müllstrudel oder Mikroplastik, die Naturbegegnung wird geringer, ist aber darum nicht weniger interessant.
Vor ein paar Jahren konnte man SuS damit noch abholen, aber jetzt wird das leider immer weniger. Und leider gibt es dann LuL, die gucken Filme und holen die Tablets, weil die SuS dann eben still sind und gucken.
Wobei auch hier in den letzten drei Jahren meine Erfahrungen sich bezüglich Film geändert haben. Selbst beim Film gucken, schaffen es die Kinder teilweise nicht mehr, sich länger als 15 min auf den Film zu konzentrieren. Auch hier waren früher die Kids immer happy, wenn man nach einer Lektüre z.B. den Film dazu geschaut hat oder vor Weihnachten oder als Zusammenfassung des Themas o.ä. jetzt ist da nach kurzer Zeit eine totale Unruhe. Es mangelt an Konzentration und/oder Interesse.
Es kommt mittlerweile eben so viel zusammen.
Kann ich ebenfalls nicht bestätigen.
Wenn ich einen Film gucken möchte, verzichte ich auf Tablets, wir gucken zusammen, mit oder ohne Stopps.
Die Tablets hole ich auch, selten beim Thema „Essen und Trinken“ oder beim Kochen, schon aber im Themenbereich Natur. Man kann mit dem Tablet z.B. Fotos durch das Mikroskop machen und dokumentieren, was es zu sehen gibt, und die Aufnahmen später nutzen.
Wenn wir wollen, dass das Tablet als Werkzeug verstanden und genutzt werden soll, müssen wir den Kindern diesen Einsatz zeigen und erläutern. Es ist dann ein Werkzeug unter vielen und für manches gut geeignet.
Wenn wir wollen, dass Kinder das Internet zum Informieren nutzen, dann müssen wir es ihnen zeigen und erläutern.
Bei allem, von Käfer – Internet, muss man davon ausgehen, dass Kinder schon mal etwas davon gehört haben, aber die speziellen Kenntnisse erst noch erwerben müssen. Da müssten diejenigen, die Curricula erstellen, in Schulen hospitieren, damit ihnen deutlich wird, dass auch dieses Wissen nicht vom Himmel fällt und für viele Kinder nicht zum Lebensalltag gehört.
Es spielt auch keine Rolle, ob da jemand steht, der mir etwas erzählt, was mich nicht interessiert oder ob mir derjenige einen Film vorspielt, der mich nicht interessiert.
Obwohl, vielleicht spielt es schon eine Rolle…der gibt sich nicht mal mehr die Mühe, mir etwas zu erzählen.
Naja, ich muss einschränkend sagen, dass ich die letzten Jahre mit Grundschulkindern befasst bin und das auf weiterführenden Schulen auch anders gelagert sein kann…
Wenn man mit einem (interessanten) Phänomen beginnt, kommt das Interesse oder Enthusiasmus von alleine bzw. ergibt sich dann die Möglichkeit den Kindern Wissen „unterzujubeln“ weil sie dafür aufnahmefähig sind.
Ich hole zum Beispiel an Sonnentagen/Hochsommertagen gerne die Lupen heraus und dann wird gekokelt. Ist immer der Renner, insbesondere bei Jungs, und dann, wenn sie nicht von alleine fragen, kann man die ganze Salve von Sachkunde und Physik abfeuern.
Interessant! Den Vertrag von Tordesillas kannte ich auch nicht. Welche Auswirkungen hat er denn heute für durchschnittliche deutsche Schüler? Würden Sie diesen Vertrag zum notwendigen Allgemeinwissen eines deutschen Schülers rechnen, oder eher zum Fachwissen für Seefahrer, Geographen, Poltiker und Händler, die weltweit agieren?
Den Vertrag von Tordesillas nicht zu kennen, finde ich persönlich weniger schlimm, als wenn deutsche Schüler (fast) nichts über die Reformationszeit und den Bauernkrieg wissen und am Kyffhäuser-Denkmal den Guide allen Ernstes fragen: „Wo sind denn die Häuser, wo früher gekifft wurde?“ (wirklich passiert!)
Ich vermute, Schüler in Spanien und Portugal (und wahrscheinlich in Lateinamerika), kennen den Vertrag von Tordesillas.
Ich vermute SuS auf den Philippinen kennen auch den „Tratado de Zaragoza“ , ebenso SuS aus Sri Lanka, Malaysia, Ostttimor, Goa und Macao.
Vielleicht auch SuS aus dem Iran.
Ist aber wie gesagt nur eine Vermutung.
„Den Vertrag von Tordesillas nicht zu kennen, finde ich persönlich weniger schlimm, als wenn deutsche Schüler (fast) nichts über die Reformationszeit und den Bauernkrieg wissen“
Warum?
Weil es das ist, was potschemutschka selbst kennt – und das andere nicht. Und weil unsere Vorstellung von „Allgemeinbildung“ offensichtlich immer selbstreferenziell ist: Weil ich ja gebildet bin, ist mein Wissen relevant.
Und genauso unterrichten wir heute Schülerinnen und Schüler.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Stimmt! Die Geschichte des eigenen Landes zu kennen wird immer weniger wichtig, scheint mir.
Doch, ist wichtig – aber nicht als totes Wissen, sondern im Kontext Demokratiebildung, die wiederum durch aktive Mitbestimmung geschieht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Was genau verstehen Sie, liebe Redaktion, unter „totem Wissen“?
Martin Luther: Zeitalter der Reformation – Religion – Kultur – Planet Wissen
Schlaglicht 1555: der Erste Religionsfrieden | Reformation: Luthers Thesen und die Folgen | bpb.de
Wie sollen Schüler Demokratie lernen, wenn Sie nichts über die Geschichte wissen, die im Laufe der Jahrhunderte dazu führte? DAS ist dann, mMn. „totes Wissen“!
Hier kommen wir doch genau an den Punkt: Wer legt fest, was relevant ist?
Warum Luther – warum nicht stattdessen mal die Reformatorin Argula von Grumbach? Warum überhaupt Reformation – und nicht Rassismus, der uns als Konstrukt aus dem 19. Jahrhundert heute vermutlich stärker prägt? Warum irgendwelche Fürstennamen – und nicht die Geschichte der Frauenbewegung ausgehend von den Femiziden im Zeitalter der Hexenverbrennungen?
Das Fach Geschichte hängt sehr vom Fokus ab – und der ist meistens männlich, eurozentrisch, von Herrschenden dominiert. Auf die wirklich unverzichtbaren historischen Themen (Nationalsozialismus) kommt man direkt, wenn man sich ernsthaft mit dem Hier und Jetzt (nämlich der Demokratie in Deutschland) beschäftigt. Und das ist es, worauf es ankommt: auf den Bezug zu heute. Wenn der nicht mehr erkennbar ist, kann das Thema auch ins Studium.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Persönlich hätte ich kein Problem damit, wenn die „weibliche Seite“ der Geschichte mehr Beachtung finden würde. Das würde den Horizont der Menschen sicher erweitern. Aber bitte nicht ins andere Extrem verfallen!
Aber „die“ Geschichte ist doch schon weiblich
Aber es ist HIStory (seufz)
Die drei „Erzhuren“ Europas sind doch Teil des Curriculums, jedenfalls waren sie das früher einmal.
Die meint die Redaktion aber wohl nicht. 🙂
Sehr großzügig von Ihnen (warum auch immer Sie die weibliche Seite in Anführunsgzeichen setzen)
Ach Rainer!
Woran mangelt es nur bei Ihnen? Liegt es an fehlendem Wissen über die deutsche Sprache, oder mangelt es Ihnen an der Kompetenz die Sprache richtig zu verstehen und anzuwenden? Oder gar an beidem?
Fragen Sie doch bitte einen Germanisten Ihres Vertrauens, welche Funktionen Anführungszeichen haben können und welche davon auf meinen Kommentar zutrifft.
„ Warum Luther – warum nicht stattdessen mal die Reformatorin Argula von Grumbach?“
Ohne Luther hätte es Grumbachs Schriften dazu nie gegeben.
„ Warum überhaupt Reformation – und nicht Rassismus, der uns als Konstrukt aus dem 19. Jahrhundert heute vermutlich stärker prägt?“
Vielleicht schauen Sie ja erst mal in die Rahmenlehrpläne, bevor Sie behaupten, dass sich im Fach Geschichte nicht mit dem Thema Rassismus beschäftigt werden würde? Dann hätten Sie diese Frage vermutlich nicht gestellt.
Und klar, die Schreibung von Geschichte erfolgt immer durch den/die Sieger/Machthaber/Überlegenem. Damit wird Geschichte auch aus deren Sicht geschrieben. Damals wie heute. Finden Sie, dass das anders sein sollte?
„Und klar, die Schreibung von Geschichte erfolgt immer durch den/die Sieger/Machthaber/Überlegenem.“
Sorry, aber das ist jetzt wieder schräg. Die Geschichtswissenschaft schreibt in einem Land, in dem die Wissenschaft frei ist (wie der Bundesrepublik), keineswegs eine solche Historie. Der Fokus des (tradierten) Geschichtsunterrichts ist demgegenüber naturgemäß verengt – und eben selektiv. Darauf wollen wir hinaus. Reicht schon, sich das bewusst zu machen, um Abstand von der Idee eines allgemeingültigen historischen Kanons zu nehmen. Wir haben auch nicht gesagt, dass sich die Rahmenlehrpläne nicht mit Rassismus beschäftigen. Sie tun es halt wie üblich: als ein Pünktchen in einem Sammelsurium, von dem am Ende nichts hängenbleibt. Sonst wäre Rassismus in Deutschland ja nicht so weit verbreitet. Gerne hier nachlesen: https://mediendienst-integration.de/rassismus-und-antisemitismus/rassismus-in-deutschland/rassistische-einstellungen-umfragen-und-studien/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Und klar, die Schreibung von Geschichte erfolgt immer durch den/die Sieger/Machthaber/Überlegenem.“
Vielleicht wollen Sie Ihre Kolleg*innen aus dem Fachbereich Geschichte dazu befragen…
„Warum Luther, warum nicht stattdessen mal die Reformatorin Argula von Grumbach?“
Weil Argula von Grumbach ohne Martin Luther höchstwahrscheinlich nicht zur Reformatorin geworden wäre.
Man kann sie natürlich trotzdem zum Thema des Geschichtunterrichts machen. Aber halt nicht ohne Luther.
… der sich wiederum auf Jan Hus bezog. Gerne hier nachlesen: https://www.luther2017.de/reformation/und-ihre-menschen/jan-hus/index.html
So lässt sich die Schraube ewig weiterdrehen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sie drehen die Schraube ewig nach Belieben weiter. Trotzdem kommt man im Laufe eines deutschen Schullebens m.E. halt doch nicht ganz an Luther vorbei. Denn Luther war es, der die Bibel ins Deutsche übersetzte und dessen Wirken letztlich zur Spaltung der Kirche in Katholiken und Protestanten führte.
Hus gilt quasi als tschechischer Nationalheiliger.
Er übersetzte die Bibel ins Tschechische.
Wahrscheinlich spielt er eine große Rolle im tschechischen Geschichtsunterricht.
Für uns war er soz. so etwas wie ein Vorläufer Luthers, auf den dieser sich widerum bezog. Kann dann, wenn man die Zeit der Reformation behandelt, ja gerne darauf verwiesen werden.
Ich selbst habe ja nur eine „popelige“ Hauptschule besucht. Aber selbst da wurde die Zeit der Reformation und die Bauernkriege im Unterricht behandelt. Und der Name Hus kam da auch irgendwo vor.
Kann sein, dass mich das als Schülerin erst mal nur so mittelmäßig interessiert hat.
Trotzdem habe ich dadurch ein grundsätzliches Verständnis dafür bekommen, warum es in Deutschland Regionen gibt, die eher katholisch geprägt sind, während in anderen widerum der evangelische Glaube prägend ist.
Warum die einen Kommunion feiern und die anderen Konfirmation.
Das hat unser Leben schon ein ganzes Stück geprägt und beeinflußt.
Es wäre schon sehr seltsam, wenn das im Geschichtsunterricht überhaupt keine Rolle spielen würde.
Und klar – vor allem im großstädtischen Umfeld spielt der christliche Glaube eine immer kleinere Rolle. Dennoch wurde unsere Kultur über Jahrhunderte von den christlichen Kirchen geprägt – im Positiven, wie auch im Negativen. Das gehört zu unserem historischen Erbe dazu und somit auch in die Schule.
Das ist meine tiefe Überzeugung und davon bringt mich so leicht auch keiner ab.
Jan Hus wurde übrigens in meinem Geschichtsunterricht damals auch behandelt. Argula von Grumbach leider nicht. Alerdings Katharina von Bora wurde thematisiert.
Rassismus, Kolonialismus, Glaubenskriege … der gesamten Menschheitsgeschichte sind also Ihrer Meinung nach nicht relevant für die heutige Zeit? Nur die Geschichte der letzten 100 Jahre? Die Entwicklungen bis dahin haben also keine Rolle gespielt und wirken auch nicht heute noch nach?
Doch, das ist alles relevant – die Römer sind es auch. Karl der Große auch. Nur bekomme ich kein komplettes Geschichtsstudium (das im Übrigen auch stets auf Schwerpunkte bezogen ist) in einen schulischen Lehrplan hinein. Die Versuche, trotzdem alles hineinzupressen, führen dann dazu, dass junge Menschen heute verstärkt eine rechtsextreme Partei wählen. Weil offensichtlich für viele das sehr Wichtige und das speziell Wichtige nicht mehr unterscheidbar sind.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Rassismus, Kolonialismus, Glaubenskriege … der gesamten Menschheitsgeschichte sind also Ihrer Meinung nach nicht relevant für die heutige Zeit?“
Was würden Sie heute also auf Russlands imperialistischen Bestrebungen antworten, wenn Ihre echten Nachhilfeschüler*innen darauf ansprechen?
Sie meinen also, der „Augsburger Religionsfrieden“ z. B. ist irrelevant für die heutige Welt? Der Antisemitismus früherer Zeiten spielt keine Rolle in den jetzigen Krisenherden, das geht nur auf die Nazizeit zurück? Ich sehe das anders: Will man die Krisen dieser Zeit verstehen und bekämpfen, braucht es ein gutes Geschichtswissen, lernt man nichts aus der Geschichte, wiederholt sie sich. Das sieht man leider heute.
Was sieht man heute? Dass ein Gutteil der Bevölkerung eine rechtsextreme Partei wählt – trotz eines Schulsystems, das angeblich „Allgemeinbildung“ vermittelt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Mir ist an Ihrem Kommentar, liebe Redaktion, gerade folgendes aufgefallen: Sie schreiben
„Warum Luther – warum nicht stattdessen mal die Reformatorin Argula von Grumbach?“
Meinen Sie wirklich, statt Reformator die Reformatorin? Also nur die weibliche Seite? Und das wäre dann besser als bisher?
Es geht darum, Ihnen deutlich zu machen, dass vermeintliche „Allgemeinbildung“ stets selektiv und nie „allgemein“ ist.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Mir ist an Ihrem Kommentar, liebe Potschemuschka, gerade folgendes aufgefallen: Sie weichen der Frage der Redaktion bezüglich des heutigen Wahlverhaltens einer rechtsextremen Partei aus.
Wollen Sie NUR über die weibliche Seite der Reformation schreiben, anstelle der rechtsetxremen Bewegung in Deutschland (TROTZ Ihrer vermeindlichen Hervorhebung von Geschichtswissen)?
„Rassismus als Konstrukt aus dem 19.Jahrhundert“…… hmm, fing das wirklich erst im 19. Jahrhundert an?
Soweit ich mich aus dem Geschichtsunterricht erinnere, hat man die Ureinwohner Südamerikas schon zu Zeiten der Entdeckung des neuen Kontinents zu Kolumbus Zeiten eher als „Wilde“ betrachtet, die man gegen ihren Willen missionieren, nach Belieben ausbeuten und niedermetzeln durfte.
Und als man einen Großteil von ihnen durch eingeschleppte Seuchen, Gewalt und Ausbeutung nahezu ausgerottet hatte, ist man auf die glorreiche Idee verfallen, sich billige Arbeitskräfte aus Afrika herbeizuschaffen. Die galten als „robuster“ als die eher „empfindlichen Indios“.
Das alles jst mir aus dem Geschichtsunterricht meiner Hauptschulzeit in Erinnerung geblieben und ich musste das nicht mal erst googeln, geschweige denn die KI danach fragen.
Man sieht hier ganz deutlich, wie überflüssig ein Unterricht ist, der auf einem Fundament der Vermittlung eines soliden Faktenwissens ruht.
Aber klar – Rassismus als Konstrukt des 19. Jahrhunderts.
Im 19. Jahrhundert wandelte sich Rassismus von einer primär religiös oder kulturell begründeten Praxis hin zu einem biologisch legitimierten Konstrukt. Die Epoche war geprägt von der Idee, die Menschheit in objektive, hierarchisch geordnete „Menschenrassen“ zu unterteilen.
Und diese Idee wirkt bis heute (und war im sächsischen Biologie-Lehrplan noch 2019 zu finden – gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2019/01/rassismus-debatte-biologie-lehrplan-sieht-vor-dass-schueler-merkmale-von-europiden-negriden-und-mongoliden-menschen-lernen/). Dass es davor auch schon Diskriminierung von Menschengruppen gab – geschenkt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Für mich bedeutet Rassismus, Menschen aufgrund ihrer Herkunft zu bewerten.
Wenn also Europäer neue Kontinente eroberten und glaubten, die Menschen dort unterjochen zu dürfen, nur weil sie anders glaubten, anders aussahen, weil sie möglicherweise eine Lebensweise hatten, die nicht dem Ideal eines angebl. „modernen, zivilisierten“ Europäers entsprach, die deshalb als „unzivilisiert“, als „Wilde“ angesehen wurden, dann ist das Rassismus.
Im 19. Jahrhundert hat man das Ganze dann biologisch legitimiert. So weit, so schlecht.
Was nun den Inhalt des sächsischen Schulbuches betrifft: Das ist natürlich äußerst befremdlich, solche Inhalte in Schulbüchern und Lehrplänen des 21. Jahrhunderts vorzufinden und die gehören da auch nicht hin.
Es macht aber dennoch einen Unterschied, ob sich lediglich auf Unterschiede im äußeren Erscheinungsbild von Menschen verschiedener Herkunft bezogen – oder ob das dann mit einer irgendwie gearteten Wertung verbunden wird.
Denn das Menschen unterschiedliche äußere Merkmale aufweisen, je nachdem ob sie nun europäische, asiatische, afrikanische o.a. Wurzeln haben, ist ja unverkennbar.
Das alleine macht noch keinen Rassismus.
„Denn das Menschen unterschiedliche äußere Merkmale aufweisen, je nachdem ob sie nun europäische, asiatische, afrikanische o.a. Wurzeln haben, ist ja unverkennbar.“
Eben nicht.
„Nun weiß aber jeder, der mal ein bisschen durch die Welt gereist ist, dass die Hautfarben der Bevölkerung nicht an irgendeiner Grenze plötzlich umschlagen. Sondern zwischen hellhäutig und dunkelhäutig gibt es unendlich viele Schattierungen, zwischen glatten und lockigen Haaren ebenfalls. Das ist bei vielen anderen Merkmalen ebenso. Es ergibt keinen Sinn, bei einem bestimmten Dunkelwert der Haut eine Linie zu ziehen und zu sagen: Alle Menschen, die dunkler sind, bilden eine eigene Rasse.
Die Genetik bestätigt genau das: Natürlich gibt es genetische Unterschiede zwischen den Durchschnitts-Europäern und Durchschnitts-Afrikanern. Aber wir haben ja nicht nur Gene für Haut und Haare, sondern auch Gene, die beeinflussen, wie groß wir werden, ob wir anfällig sind für Fettleibigkeit, Herzinfarkte oder Depressionen und viele andere Erbanlagen. Unterm Strich unterscheiden sich die Menschen innerhalb Europas genetisch viel stärker als sie sich insgesamt etwa von den Menschen in Afrika unterscheiden. Auch deshalb ergibt es keinen Sinn, von Rassen zu sprechen. Übrigens sind nirgendwo die genetischen Unterschiede so groß wie innerhalb Afrikas. Einfach, weil unsere Vorfahren bis vor etwa 80.000 Jahren dort gelebt haben.
Man kann ja über Gene durchaus Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Bevölkerungsgruppen ermitteln. Dann zeigt sich, dass weiße Europäer mit Ostafrikanern wesentlich enger verwandt sind, als Ostafrikaner mit indigenen Südafrikanern. Also: Alle Afrikaner in einen Topf zu werfen – auf die Idee kann nur jemand Weißes kommen.
Und genauso war es auch: Der Rassismus ist nicht etwa Ergebnis einer wissenschaftlichen Rassenlehre, sondern es war umgekehrt. Die Rassentheorie ist ein Produkt des Kolonialismus, entstanden aus dem Bedürfnis, eine Begründung zu liefern, um zwischen angeblich höher- und niederwertigen Menschen zu unterscheiden.“ Quelle: https://www.swr.de/swrkultur/wissen/warum-gibt-es-keine-menschenrassen-tierrassen-gibt-es-doch-auch-106.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ok. Also Stevie Wonder ist es nicht anzusehen dass er afrikanische Wurzeln hat?
Donald Trump sieht man seine europäischen Wurzeln nicht an?
Lang Lang seine asiatischen nicht?
Der Mensch nimmt seine Umgebung, inkl. seiner Mitmenschen, zunächst mal sehr stark über visuelle Eindrücke wahr.
Ich kann natürlich nicht unterscheiden ob Stevie Wonders Vorfahren eher aus Süd-West-oder Ostaftika stammen, ebenso wenig könnte ich, wenn ich es nicht wüßte, einordnen, ob Donald Trumps Ahnen aus Schweden, Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande oder sonstwo herkommen, sowie ich allein aufgrund äußerer Merkmale nicht feststellen könnte, ob Lang Lang nun chinesische oder koreanische Wurzeln hat. Muss ich auch nicht, weil es völlig egal ist.
Aber ich sehe nun mal äußerliche Unterschiede, weil ich Augen im Kopf habe.
Erst wenn ich diese Unterschiede mit einer Wertung verbinden würde, wäre es Rassismus. Mach ich aber nicht.
Obwohl ich sagen muss, dass Stevie Wonder und Lang Lang in meiner Gunst eine deutlich höhere Stellung inne haben, als Donald Trump.
Das hat aber rein gar nichts mit einer wie auch immer gearteten Herkunft zu tun.
Und mit dem Ursprungsthema hat es auch nur noch sehr wenig zu tun. Deswegen beende ich die Debatte an diesem Punkt von meiner Seite aus.
Was Sie hier ausbreiten, ist typischer Alltagsrassismus – von äußerlichen Merkmalen auf vermeintliche Herkunft schließen zu wollen. Ist natürlich nie böse gemeint. Aber was heißt das denn in der „Zuchtfolge“: Wie viele Generationen zurück machen Sie Herkunft fest? Und wie viele Generationen braucht es, um ein echter Deutscher zu sein?
Sie werden es vermutlich kaum glauben: Es gibt Menschen mit Schwarzer Hautfarbe – die Deutsche sind, seit Generationen. „Die Präsenz Schwarzer Menschen im deutschsprachigen Raum lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen.“ Gerne hier nachlesen: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/schwarz-und-deutsch-2022/506169/black-germany/
Andersherum gibt es zahlreiche Weiße, die gerade erst ins Land gekommen sind – und sogar Weiße Afrikaner.
Fun Fact: Vermutlich stammen wir alle von Afrikaner*innen ab – in Afrika liegt die Wiege der Menschheit.
„Aber ich sehe nun mal äußerliche Unterschiede, weil ich Augen im Kopf habe.“ Na, dann braucht es ja keine Bildung mehr (um zum eigentlichen Thema zurückzukommen).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
@ Redaktion
Nach Ihrer Logik wäre dann der Begriff „Afroamerikaner“ rassistisch? So weit ich aber informiert bin, ist er das nicht.
„Afroamerikaner“ ist ein Begriff, der weit mehr beinhaltet als geografische Herkunft – es geht um Menschen, deren Familiengeschichte mit der Sklaverei verbunden ist.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und darum leben Afriamerikaner*innen komplett von Rasissmus verschont in den USA. Gut recherchiert! (augenroll)
Das Problem ist die BEWERTUNG anderen Aussehens, Geschlechts, Sprache oder der Herkunft, Religion, dass diese unterschiedlich ausfallen können ist nicht so verblüffend, wie Sie persönlich glauben
….? …. also ist der Begriff „Afroamerikaner“, Ihrer Meinung nach, doch rassistisch? Die Redaktion hat aber gerade bestätigt, dass dem nicht so ist?
Oder wie soll ich Ihren Kommentar verstehen?
Neulich war Trump zu Besuch bei Xi Jinping in China. Da wurden viele Fotos veröffentlicht, wie die beiden freundlich Händeschütteln und sich gegenseitig ihre Großartigkeit versichern.
Wenn sie nicht wüßten wer die beiden sind, und man würde sie fragen: Welcher von beiden ist Chinese? Ich wette Sie hätten keine Schwierigkeiten richtig zu antworten.
Warum? Warum würden Sie nicht genauso stark davon ausgehen dass Donald Trump der Chinese ist und Xi Jinping der US-Amerikaner, wie andersherum.
Wäre hingegen ein US-Amerikaner mit chinesischen Wurzeln US-Präsident und wäre zu Staatsbesuch beim chinesischen Präsidenten, wäre die Antwort schon schwieriger.
Aber warum ist das so? Wenn äußerliche Merkmale doch so rein gar- und üüüberhaupt nichts mit der ethnischen Herkunft zu haben?
Mir ist schon klar, dass ein Mensch mit dunkler Hautfarbe genauso Deutsche/r sein kann wie ich.
Ich kenne ja sogar selbst jemanden, auf den das zutrifft.
Aber so zu tun, als würde das Aussehen niemals rein gar nichts über die evtl. ethnische Herkunft eines Menschen aussagen, ist auch ein wenig weltfremd.
„Alltagsrassismus entsteht nicht durch radikale Ideologien, sondern durch tief verwurzelte gesellschaftliche Vorurteile. Er entspringt einer kolonialen Geschichte, in der Menschen nach äußerlichen Merkmalen und Herkunft kategorisiert wurden. Dieses historische Erbe manifestiert sich heute als ‚Othering‘ (das Konstruieren von ‚Wir‘ und ‚den Anderen‘).“ Gerne hier nachlesen: https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/194569/offensichtlich-und-zugedeckt-alltagsrassismus-in-deutschland/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Hmmm, ich hatte gerade für ein paar Tage meine chinesische Verwandte zu Besuch. In knapp 2 Wochen unterhält man sich über dies und das, z. B. auch über Filme, auch über asiatische. Wir „Weißen“ äußerten, dass wir da manchmal Probleme haben, die Personen in den Filmen zu unterscheiden, da sie für uns sehr ähnlich aussehen und es auch schwer ist, die Namen zu behalten. Sie sagte, ihr ging es früher ähnlich mit „Weißen in Filmen“. Jetzt nicht mehr, da sie schon viele Jahre außerhalb Asiens lebt. Beim Spaziergang in Berlin sahen wir auch oft Asiaten. Wir konnten vom Äußeren nicht unterscheiden, ob Chinesen, Japaner, Koreaner, Thai, Vietnamesen. Sie schon. Sind wir, also auch die Chinesin, jetzt Rassisten? Ich denke nicht. Es sind einfach Feststellungen auf Grund äußerer Merkmale, ohne eine Wertung vorzunehmen (wie Marion, mMn. schon richtig schrieb.
Übrigens, Europäer in China (außerhalb der Touristengebiete) werden auch ziemlich ungeniert bestaunt, aber das ist einfach nur Neugier und Verwunderung, wenn man dort noch nie einen leibhaftigen Europäer zu sehen bekam. Ich empfinde das nicht als Rassismus.
„Ok. Also Stevie Wonder ist es nicht anzusehen dass er afrikanische Wurzeln hat?
Donald Trump sieht man seine europäischen Wurzeln nicht an?
Lang Lang seine asiatischen nicht?
Der Mensch nimmt seine Umgebung, inkl. seiner Mitmenschen, zunächst mal sehr stark über visuelle Eindrücke wahr.“
Sie schließen vom Aussehen einer Person auf deren/ dessen Herkunft… Wie nannten Sie solche Bewerungen noch gleich? 😉
„Für mich bedeutet Rassismus, Menschen aufgrund ihrer Herkunft zu bewerten.“
Von „Rassen“ habe ich nie gesprochen.
Aber das Rassenkonzept verteidigt – wegen der „unverkennbaren“ äußeren Merkmale. Herzliche Grüße Die Redaktion
Äußere Merkmale visuell wahrzunehmen hat nichts mit einer Verteidigung des Rassekonzept zu tun.
Jeder kann diese Merkmale sehen. Zum Rassekonzept wird es erst, wenn ich es mit einer Wertung verknüpfe.
Wenn Sie das für Alltagsrassismus halten, dann bin ich eben Alltagsrassist.
Es sind genau diese völlig an den Haaren herbeigezogenen Zuschreibungen, die die Gesellschaft spalten.
„Jeder kann diese Merkmale sehen“ – eben nicht. Sie sehen, was Sie sehen wollen: Unterschiede. Und ziehen daraus falsche Schlüsse.
Weil es draußen regnet und kühl ist, kann es ja keine Erderwärmung geben – das wäre die gleiche Logik (der leider auch viele folgen).
Es ist das Beharren auf dumme, wissenschaftlich längst widerlegte Behauptungen, das die Gesellschaft spaltet. Wenn Fakten keine Rolle spielen, sondern nur die eigene Wahrnehmung, dann ist der zivilisatorische Firnis dünn.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ups, ich hatte ja geschrieben, die Debatte beenden zu wollen und jetzt hab ich nochmal nachgelegt.
Ok. Ab jetzt ist Schluss. Aber wirklich.
Passen Sie auf, Ihre deutsche Schüler*innen nicht aufgrund deren Hautfarbe zu bestimmen 😉
Seufz, ich sollte nicht so viele hohle Versprechungen machen……
“ Sie sehen, was Sie sehen wollen: Unterschiede.“
Hmm, ist es nicht eher so, dass Marion (wie ich auch), eher die Gemeinsamkeiten in verschiedenen Gruppen sehen, die diese Gruppen nun einmal (auf den ersten Blick) von anderen Gruppen unterscheiden. Das bedeutet aber nicht, dass (Marion oder ich) damit diese Gruppen irgendwie abwertet.
Wer sich für seine Mitmenschen interessiert, geht nun mal mit offenen Augen und Ohren und, hoffentlich, mit offenem Geist durchs Leben. 🙂
Zur Erklärung, ein Beispiel:
Beim Besuch eines Konzerts stellte unsere chinesische Verwandte, völlig ohne Wertung, fest, dass knapp ein Drittel der Orchester-Mitglieder des Berliner Konzerthauses, Asiaten sind. Einfach so, anhand von Äußerlichkeiten teilte sie diese Musiker in zwei Gruppen. Ist sie Rassistin, oder Betroffene, oder nur ein Mensch, der nicht blind ist?
Es sind aber womöglich gar keine „Asiaten“ – sie sehen nur vermeintlich so aus, wie sich viele Menschen Asiaten vorstellen.
Wie kommen Sie auf die Idee, dass eine Chinesin keine stereotypen Muster im Kopf haben kann? Sorry, was Sie hier verbreiten, ist völkisches Denken: Wer eine dunkle Hautfarbe hat, ist „Afrikaner“, wer Mandelaugen hat, „Asiate“. Und Deutsche sind blond und blauäugig, klar.
Genau das ist Alltagsrassismus. Wer eine dunkle Hautfarbe hat, ist nicht nur „Afrikaner“ – er (oder sie) kann auch nicht sonderlich qualifiziert sein. „Ich bin schon oft für die Putzfrau gehalten worden“ – berichtet die deutsche Schwarze Schulamtsdirektorin Florence Brokowski-Shekete. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2024/10/schulamtsdirektorin-florence-brokowski-shekete-ueber-alltagsrassismus-ich-bin-schon-oft-fuer-die-putzfrau-gehalten-worden/
Sowas kommt von sowas. Und den Klimawandel gibt es nicht, weil es draußen ja kühl ist.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber“asiatisch gelesen“.
Frage an die Redaktion: Darf ich den Begriff „asiatisch-gelesen“ wenigstens benutzen, oder darf ich meine Sinneswahrnehmungen gar nicht in Worte fassen? Was wäre denn politisch korrekt?
Sie dürfen benutzen, was immer Sie wollen – und wir dürfen darüber denken, was immer wir wollen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sorry, dass ist mal eine ganz doofe Antwort und eines Bildungsmagazins nicht würdig. Sie werfen Menschen hier rassistische Äußerungen vor (denken das also nicht nur), ohne gleichzeitig zu erklären, wie es denn, zumindest Ihrer Meinung nach, richtig wäre. Ich dachte, auch Sie hier haben einen Bildungsauftrag!
Weil es für Sensibilität und Respekt gegenüber anderen Menschen (und nur darum geht es) keine Anleitung gibt – da sind Sie dann schon selbst gefordert. Einen Tipp hätten wir: Kants Kategorischen Imperativ. Volkstümlich: „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“
Sie möchten z. B. als Ostdeutsche nicht in Schubladen gesteckt werden – dann lassen Sie’s bei anderen doch auch.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wieso Schublade? Einfügen reicht doch
Mir geht’s nicht um Schubladen, sondern um Respekt. Die weiblich gelesen werden wollende Schülerin, die äußerlich männliche Merkmale zeigt, sollte ich schon fragen dürfen, mit welchem Pronomen sie angesprochen werden möchte – das ist eine Frage des Respekts dem Anderen gegenüber.
Wer bestreitet das denn? Herzliche Grüße Die Redaktion
„ Sie möchten z. B. als Ostdeutsche nicht in Schubladen gesteckt werden – dann lassen Sie’s bei anderen doch auch.“
Welche Schublade, sprich welche Klischees meinen Sie denn?
Gerne hier reinhören: https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/mdr-investigativ/audio-podcast-investigativ-osten-in-den-medien-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Der Sprung von “ Afrikaner“ zu “ nicht besonders qualifiziert“, der ist Rassismus, ja.
Doch ohne diesen Sprung?
Wer von Hautfarbe sofort zu „Afrikaner“ springt – hat dabei keine rassistischen Stereotype im Kopf? Die Alltagserfahrung von Betroffenen sprechen eine andere Sprache: https://www.zeit.de/serie/alltag-rassismus
Herzliche Grüße
Die Redaktion
@Redaktion,
woran liegt es, dass Sie fast allen Menschen von vornherein Böses unterstellen? Haben Sie persönlich so viele schlechte Erfahrungen mit so vielen Menschen gemacht?
Ich persönlich bin zwar pessimistisch, was unser Bildungssystem betrifft. Aber was die Menschen betrifft, kenne ich mehr von denen, die anderen Menschen mit Respekt behandeln (unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht, Sprache, sozialer Herkunft …), als Menschen, die andere diskriminieren. Aber das liegt vielleicht daran, dass ich letzteres nicht toleriere und ersteres selbst praktiziere.
Allerdings bin ich nicht blind und taub. Deshalb nehme ich Unterschiede bewusst war, das finde ich sogar sehr interessant und habe auch kein Problem damit, wenn mich Migranten auf Besonderheiten/ Eigenarten/ Macken „der Deutschen“ ansprechen. Solche Gespräche über „Macken“ der verschiedenen Ethnien lockern sehr oft die Stimmung und helfen Stereotype zu vermeiden, denn manches ähnelt sich doch irgendwie oder man versteht manches besser, wenn man darüber direkt mit Menschen spricht und nicht nur irgendetwas liest oder hört.
Und … Sie werden es nicht glauben: man kann auch gemeinsam über sich selbst und die Macken der anderen lachen.
„Woran liegt es, dass Sie fast allen Menschen von vornherein Böses unterstellen?“
Woran liegt es, dass Sie beharrlich die Realität ignorieren? Gerne hier nachlesen: https://www.demokratie-leben.de/dl/projektpraxis/magazin/rassistische-realitaeten-in-deutschland-251956
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich denke das Missverständnis, um das wir uns hier seit Tagen drehen, beruht auf der Ignoranz gegenüber dessen, was Sie weiter oben als den sog. ersten Eindruck beschrieben, bzw. den Artikel, den Sie darüber verlinkt haben.
Wenn wir fremden Menschen begegnen reagiert unser Gehirn blitzschnell: Es ordnet innerhalb Bruchteilen von Sekunden das Gegenüber erst mal ein. Grob gesagt: Hübsch/hässlich, sympathisch/unsympathisch, gepflegt/ungepflegt und natürlich nimmt es auch Zuordnungen vor, wie „sieht eher asiatisch aus“, „hat vom Typus her eher was afrikanisches“, „oder eben typisch europäisch“. Das findet unbewußt statt, ohne Wertung, zumindest gehe ich in Potschemutschkas und meinem Fall davon aus, dass es ohne Wertung erfolgt.
Die Redaktion und Rainer Zufall verwechseln das mit: Die gehen jetzt hin und sagen, um es mal ganz platt auszudrücken, zu den Leuten: „Hello, nice to see you here in Germany. Where are you from? I ask you that, weil you can unmöglich come from Germany, because you look so strange.“
So ist es natürlich nicht. Weil, auch wenn Rainer und die Redaktion das anzunehmen scheinen, wir ja nicht komplett durchgeknallt sind. Wir sind durchaus in der Lage in Erwägung zu ziehen, dass alles auch ganz anders sein kann.
Denn merke: So ein erster Eindruck spielt sich lediglich IM KOPF ab und noch kann niemand Gedanken lesen und durch meine Gedanken verletzt, diskriminiert oder beleidigt fühlen.
Tritt man dann mit den Menschen in Kontakt gibt es drei Möglichkeiten:
1. Manches vom ersten Eindruck bestätigt sich, manches nicht.
2. Der erste Eindruck bestätigt sich
2. Der erste Eindruck bestätigt sich nicht
Also alles in Butter.
Nix Schlimnes passiert.
„Jeder kann diese Merkmale sehen. Zum Rassekonzept wird es erst, wenn ich es mit einer Wertung verknüpfe.“
Beispielsweise, wenn Sie deren „Herkunft“ oder „Heimatländer“ aufgrund ihrer Hautfarbe zuordnen, obwohl sie in anderen Ländern/ Gesellschaften aufwuchsen?
Nicht mal das. Sondern dann, wenn Sie diese Menschen als minderwertig aufgrund ihres vermeintlichen Herkunftslandes einordnen.
Schon mal mit dem Begriff „Rassismus“ vertraut gemacht?
Für einen Japaner muss es ja regelrecht traumatisch sein, wenn jemand mutmaßt, er sei taiwanischer Herkunft..
Oder ich als Deutsche: Würde ich wohl je darüber hinwegkommen, dass jemand vermutet, Australien sei mein Heimatland?
Es ist doch lächerlich, ein rassistisches Drama aus solchen Verwechslungen zu machen.
Wie sieht’s denn aus, wenn man Sie für osteuropäisch hält – und Sie deshalb benachteiligt? Gerne hier nachlesen: https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/Expertisen/studie_jobcenter.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Auch egal?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Noch einmal: Für osteuropäisch gehalten zu werden, ist nicht rassistisch.
Aber deshalb benachteiligt zu werden, ist es
Aber wer macht immer diesen Sprung?
Menschen auf angeborene körperliche Merkmale zu reduzieren und ihnen Eigenschaften zuzuschreiben – ist rassistisch. Warum geht es immer um Unterschiede? Wieso fällt dabei immer als erstes die Hautfarbe auf? Oder die „Mandelaugen“ (freundlich ausgedrückt)? Man könnte auch über Kleidung sprechen oder über Frisuren. Tatsächlich sind es rassistische Stereotype, die vor allem im Blickfeld liegen.
Das ist kein Zufall.
Zum Thema Alltagsrassismus gerne hier nachlesen: https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/194569/offensichtlich-und-zugedeckt-alltagsrassismus-in-deutschland/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Warum geht es immer um Unterschiede?“
Warum nicht mal den Blickwinkel ändern, liebe Redaktion? Ich schrieb hier schon einmal: man sieht Gemeinsamkeiten, die eine Gruppe von anderen Gruppen unterscheidet – ich sehe eine Gruppe mit Schulkindern, eine Frauengruppe, eine Rentnergruppe, ein Volleyball-Team und eine Gruppe asiatisch-gelesener Menschen. So what?Gesichtserkennung in Asien & Europa | Suki Desu
Wenn leichtfertig und inflationär Rassismusverdächigungen zu einer Art Mode werden, muss man sich nicht wundern, wenn tatsächlicher Rassismus seinen Schrecken verliert und allmählich nur noch als bedeutungsloser Schimpfbegriff angesehen wird.
Wenn ignorant und besserwissend über die Erfahrungen von Hundertausenden von Menschen in Deutschland hinwegkartätscht wird und eine rechtsexteme Partei, die Rassismus zum Programm macht, in Umfragen vorne liegt – darf man sich nicht wundern, wenn eine Gesellschaft als rassistisch gilt.
Gerne hier nachlesen, wer in Deutschland von vielen Menschen als wählbar angesehen wird – und was das mit Rassismus zu tun hat: https://www.cdu.de/app/uploads/2026/05/AfD_Abstieg-fuer-Deutschland_Broschuere.pdf?utm_source=ig&utm_medium=social&utm_content=link_in_bio
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Doch, so ziemlich…
„Also Stevie Wonder ist es nicht anzusehen dass er afrikanische Wurzeln hat?
Donald Trump sieht man seine europäischen Wurzeln nicht an?
Lang Lang seine asiatischen nicht?“
Oder wo lesen Sie da heraus, dass Stevie Wonder als auch Donald Trump US-Amerikaner sind?
Wenn Sie den Menschen „ansehen“ wollen, welchem Land sie angehören (sollen?) und nicht, in welchem Land, welcher Gesellschaft und welchen Werten sie angehören (wollen), wie würden Sie das nochmal bezeichnen…
„Für mich bedeutet Rassismus, Menschen aufgrund ihrer Herkunft zu bewerten.”
„Für mich bedeutet Rassismus, Menschen aufgrund ihrer Herkunft zu bewerten.“
Dann unterhalten Sie sich mit PoC aus Deutschland, die immer noch gefragt werden, woher sie „wirklich“ kommen (augenroll)
Sie kleiner Schelm, Sie. Ich werde auch immer wieder gefragt, wo ich herkomme. Im Urlaub, in Deutschland (Ost oder West), in Bayern…Und das werde ich im Ausland wegen des Aussehens, in D wegen Sprache und Auftretens gefragt.
Selbst innerhalb Westfalens ist eine der am häufigsten gestellten Fragen:
„Wo kommse wech?“
Das muss dann nicht nicht mal durch das äußere Erdcheinungsbild initiiert sein. Meist will der Frager sich nur erkundigen, aus welchem Ortsteil oder welcher Nachbargemeinde sein Gegenüber stammt. Ist das jetzt auch Alltagsrassosmus?
Niemand stört sich an der Frage „Wo kommst du her“ – es geht um die Nachfrage: „Wo kommst du wirklich her?“ Denn die hat einen Subtext.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ja, die kommt aber auch mir gegenüber, wenn ich in Lyon mit „aus Paris“ oder in München mit „aus Ingolstadt antworte.
Nachtrag:
Sie würden also die nahezu Ausrottung indigener Kulturen des amerikanischen und die Versklavung von Bewohnern des afrikanischen Kontinents lediglich als „Diskriminierung“ bezeichnen?
Uiuiuiui…..
Wir bezeichnen das als Völkermord. Herzliche Grüße Die Redaktion
Völkermord, den man deshalb völlig frei von Skrupeln begehen konnte, weil man die Opfer für minderwertig hielt. Gar keine richtigen Menschen. Wilde halt.
Also Völkermord aufgrund von Rassismus.
Das ist ahistorisch (weil wohl jeder Krieg in der Menschheitsgeschichte mit einer Abwertung der Opfer legitimiert wurde, Völkermorde ohnehin) – aber am Ende auch ziemlich egal, für die damaligen Opfer jedenfalls. Es ist allerdings nicht egal, wenn es um eine präzise Beschreibung historischer Entwicklungen geht. Da diente Rassismus der Legitimation von Sklaverei, womit der Völkermord an den Native Americans ja nunmal nichts zu tun hatte.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wieso ist das „ahistorisch“? So funktioniert die Menschheit leider seit Jahrtausenden. Bestimmte Gruppen versuchen ihre Machtpositionen durch irgendwelche Begründungen zu legitimieren und die Gegenseite durch Aufeinanderhetzen zu spalten. Genau das sollte Schülern in der Schule, anhand der Geschichte, bewusst gemacht werden: Religion, Ethnie, Geschlecht, Kultur, …. das ist alles nur ein Vorwand, um die Macht, den Besitz einiger Menschen zu sichern, nach dem Motto: „Teile und herrsche!2
Wir bitten, den Beitrag oben nochmal zu lesen: Es geht in diesem Forum um Bildung.
Sie versuchen gerade, ein überaus sensibles Thema an sich zu reißen – erkennbar, ohne sich jemals tiefer damit beschäftigt zu haben. Das ist ziemlich respektlos gegenüber Betroffenen und negiert all das, was Sie selbst über die Bedeutung von Wissen hier postuliert haben. Wenn wir verneint haben, dass es so etwas wie allgemeine Bildung heute noch geben kann – so tun wir das nicht, weil wir Sachverstand für überflüssig halten. Im Gegenteil: Man sollte schon wissen, wovon die Rede ist, wenn man sich öffentlich mit Meinungen zu Wort meldet.
Vielleicht auch ein Symptom der Bildungskrise heute: dass viele Menschen glauben, zu allem und jedem ihren Senf dazugeben zu müssen, ohne sich erst einmal kundig gemacht zu haben.
Ja, Macht und Herrschaft können problematisch sein – nein, alles in einen Topf zu schmeißen, hilft uns beim Verständnis von tiefreichenden Problemen wie dem Rassismus nicht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sorry, Redaktion! Genau darum geht es: um Bildung und um Demokratiebildung! Dazu gehört auch ein Grundwissen in Geschichte (Kolonialismus, Rassismus, Religionskriege …), nach meinem Verständnis von Bildung. Und ich habe das auch versucht zu begründen und mit Links belegt.
Warum schieben Sie mir jetzt den Vorwurf unter, ich würde die Diskiussion kapern? Ich reagierte auf Ihre Aussagen, u. a. folgendes:
potschemutschka
1 Tag zuvor
Antwortet Redaktion
Stimmt! Die Geschichte des eigenen Landes zu kennen wird immer weniger wichtig, scheint mir.
1
Antworten
Redaktion
1 Tag zuvor
Antwortet potschemutschka
Doch, ist wichtig – aber nicht als totes Wissen, sondern im Kontext Demokratiebildung, die wiederum durch aktive Mitbestimmung geschieht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
…und ich reagierte auf Kommentare von GBS-Mensch und Marion z. B. Alle diese Kommentare stehen im Zusammenhang mit obigem Artikel, nämlich der Frage, was ist Bildung. Ich dachte das Forum hier ist dazu da, verschiedene Meinungen zu diskutieren?
Stört es Sie, wenn Diskussionen nicht in Ihre gewünschte Richtung gehen? Das verstehe ich sogar. Aber mir vorwerfen, ich würde das Forum kapern und am Thema vorbei diskutieren …
Vielleicht sollten Sie noch einmal den Chatverlauf nachlesen!
Wir wissen schon, was wir schreiben – und meinen. Sie fordern, Schule solle Allgemeinbildung vermitteln, die (natürlich) Ihrem Wissen entspricht und demonstrieren anschaulich anhand des Themas Rassismus, wie weit das trägt. Nämlich gar nicht.
Meinung ohne Ahnung – ist offenbar ein Volkssport. Vermutlich weil kaum jemand in der Schule gelernt hat, sich mal intensiv forschend (heißt: auf wissenschaftlicher Grundlage, fächerübergreifend und erkenntnisoffen) mit einem größeren Thema auseinanderzusetzen. Das würden wir gerne geändert sehen. Und dafür das fragwürdige Konzept „Allgemeinbildung“ opfern.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Wieso ist das “ahistorisch”? So funktioniert die Menschheit leider seit Jahrtausenden.“
Nope! ZUERST werden die Menschen von der eigenen Überlegenheit überzeugt, die anderen untergraben, verhöhnt und kleingeredet. Erst dann wird ein „gerechter“ Krieg losgetreten.
Ich meine, was würden Sie oder die russische Propaganda über jahrelanges gezieltes Töten der ukrainischen Zivilbevölkerung sagen?
Eben!
????
Hmm, schwierig.
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wie können brave, gottesfürchtige, freiheitsliebende Menschen andere vertreiben, versklaven, foltern, umbringen?
Es muss (!) eine (halbswegs bibelfeste) Rationalisierung her!
Sklaverei gab es schon immer, aber damit freie, „gleiche“, „gute“ Menschen andere versklaven können, muss es eine Erklärung geben und sei es eine Pseudowissenschaft um die Ungleichheit, nein Rassen, von Menschen. Aber wer glaubt heutzutage (!) noch, die Hautfarbe eines Menschen würde Aussagekraft über dessen Nationalität, Werte, Bildung und „Wert“ geben… -___-
Sklaverei gab es auch schon vor Rassismus. Es war eine Art, mit Kriegsgefangenen zu verfahren. Man muss keine Unterlegenheit zusammen basteln, nur die Gegebenheiten schaffen.
Nur Ihnen kam dieser krasse Gedanke… Hoffentlich, um irgendeine Art von letztem Wort zu gewinnen und nicht, weil Ihre Gedanken diesbezüglich nahe aneinanderliegen?
Den Begriff „Rassismus“ gibt es tatsächlich noch nicht so lange, da hat die Redaktion also Recht. 🙂
Geschichte des Rassismus | Themen | bpb.de
Davor hatte man nur keinen einprägsamen, einheitlichen Begriff für das, was die Menschen damals taten, dachten …
Von Ausbeutung und Rassismus in der Antike – LMU München
Rasse und Abstammungsgemeinschaft im Mittelalter
Ja, natürlich. Ich hab mir den Begriff auch noch mal genauer angeschaut. Streng genommen war es also kein Rassismus, wenn europäische Eroberer neue Kontinente entdeckten, ohne Rücksicht auf die dort lebenden „Wilden“ deren Land in Besitz nahmen, die Einheimischen versklavten und sich dann, zwecks angeblicher „Schwäche“ der Indigenen neue Opfer aus Afrika holten, weil die „robuster“ seien, diese dann über Jahrhunderte versklavt, wie Dreck behandelt und verächtlich „Nigger“ geschimpft haben.
Es wurden ja nicht andere Europäer in Massen nach Amerika verschifft und zu Sklaven gemacht. Es waren „die Anderen“, die „Unzivilisierten“, die „Halb-Menschen/Halb-Affen“, „Wilde“ halt.
Nein, das Wort Rassismus hat man damals noch nicht dafür verwendet. Ich nenne es dennoch so.
Alles andere ist Wortklauberei.
Stöhn – Sie haben keine Ahnung vom Thema, pochen aber darauf, Recht dabei zu haben, den gesamten historischen Kontext (Kolonialisierung, Sklaverei, Rassismuslehre) ignorieren zu können – und alles irgendwie als Rassismus zu bezeichnen, wenn es um Unterdrückung, Vertreibung und Völkermord geht. Was das mit Bildung zu tun hat, dazu kann sich jeder seinen Teil denken.
Warum Sie dazu noch rassistische Schimpfwörter hier öffentlich ausbreiten müssen – weiß der Himmel.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es ist nicht ganz so eindeutig, wie Sie hier tun.
Der Rassismusbegriff kann durchaus bezügl. der Sklaverei in Süd- und Nordamerika und hinsichtlich des Umgangs mit indigenen Völkern durch europäische Eroberer verwendet werden.
Natürlich kannte man damals den biologisch begründeten Rassebegriff des 19.Jarhunderts noch nicht.
Aber aus heutiger Sicht kann man es durchaus als rassistisch bezeichnen, wenn man Menschen anderer Länder oder Kontinente aufgrund ihrer vermeintlichen zivilisatorischen Rückständigkeit glaubte unterdrücken und versklaven zu dürfen.
„bezügl. der Sklaverei in Süd- und Nordamerika“
Wie unterschied die sich?
In einigem sehr. Erstere war viel früher und würde auch früher als in USA aufgehoben. ( Wenn auch nicht immer nominell, oder nur nominell zu Gunsten sklavenähnlicher Feudalsysteme wie die der Cologne)Die Begründung war zunächst theologisch, den Indigenen wurde die Seele abgesprochen. Dann gab es Kirchenvertreter, die für ihre Rechte eintraten und leider die Idee hatten, sie durch versklavte Afrikaner zu ersetzen. Die spanischen Könige führten die ersten Rassengesetze, sie nannten das “ Gesetze über die Reinheit des Blutes“ in ihren Kolonien ein. Man geht davon aus, dass sie eine Inspiration für die späteren Nürnberger Gesetze waren. Die südamerikanische Sklaverei war ein Gemisch aus Freiheit, Halbfreiheit, Hörigen, Freigelassenen, Abhängigen und Sklaven. Es gab große Unterschiede auch nach Region. Und es kam trotz der Gesetze relativ schnell zur Mestizaje, zur Mischung aller Schichten, wobei die Trennung eher zwischen den Klassen, nicht explixit zwischen den Hautfarben verlief. Das ging dann so weit, dass ein reicher Schwarzer als „weiß“ bezeichnet wurde.
Die Sklaverei in USA ist durch die Behandlung in den Medien viel bekannter, daher beschreibe ich sie nicht näher.
Danke! Wieder etwas gelernt. Es ist eben doch ein Bildungsforum hier. 🙂
Sie entnehmen Lerninhalte aus anonymen Posts im Netz? Sorry – Stichwort Medienkompetenz: Sie sollten zunächst mal hinterfragen, aus welchen Quellen die Behauptungen stammen, bevor sie daraus „lernen“.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nö! Ich entnehme Lerninhalte nicht einfach aus anonymen Posts im Netz! Ich bin durchaus in der Lage´, mir selbständig zusätzliche Informationen im Netz zu suchen. Susanne M. gab ja genügend Stichworte vor.( Ich bin ja auch nicht Rainer Zufall). Diese zusätzlichen Infos habe ich dann mit meinem bisherigen Wissen aus Geschichte, Geografie … abgeglichen und mein Wissen erweitert (Lernzuwachs). Sollten Sie, liebe Redaktion, allerdings Quellen haben, die den Aussagen von Susanne M. widersprechen – dann gerne her damit! Die würde ich selbstverständlich auch lesen und dann meine Meinung evtl. überdenken!
Vielleicht hat ja GBS-Mensch Quellen, die den Aussagen von Susanne M. widersprechen. Er/sie/es hat ja, nach eigenen Aussagen, Geschichte studiert und scheint sich mit der Geschichte Spaniens, Portugals und Lateinamerikas (z. B. Vertrag von Tordesillas) besser auszukennen als die Redaktion und ich. Es würde mich schon noch interessieren, aber das sprengt wahrscheinlich den Rahmen dieses Bildungsforums hier.
Nein, Rassismus war damals keine Kategorie.
Aus religiöser Sicht, war Sklaverei verboten. Deshalb gab es den theologischen Kniff, zu behaupten, dass Schwarze keine Seele hätten.
Man hat sie nicht als „niedere Rasse“ eingeordnet sondern aus christlich-theologischen Sicht das Menschsein abgesprochen. Das ist schon ein Unterschied.
Und offensichtlich ist das in Ihrer historischen „Allgemeinbildung“ nicht angekommen.
Was nicht so vorwurfsvoll gemeint ist, wie es vielleicht klingt.
Es sprengt einfach den Rahmen von ein paar Schulstunden in ein paar Schuljahren, zu verlangen, dass man alles, was irgendwelche Menschen für wichtig halten als „Allgemeinbildung“ zu fördern.
Danke. Wird wohl so sein.
Wahrscheinlich habe ich wieder mal viel zu viel über Dinge fabuliert, von denen ich nix verstehe.
Ich sollte mich zukünftig wieder mehr auf mein Fachgebiet beschränken.
Es ist also nicht rassistisch, anderen Menschen das Menschsein abzusprechen, weil …. es christlich-theologisch begründet wurde?
Wäre ich nicht sowieso schon Atheist, würde ich jetzt vom Glauben abfallen.
„Zumindest ein Phänomen am Ende des Mittelalters bildete in der Tat den Kontext, innerhalb dessen der Begriff der „Rasse“ (bis dahin nur in der Pferdezucht gebräuchlich) zum ersten Mal als Kennzeichnung besonderer Menschengruppen auftauchte: am Ende der ‚Reconquista‘, also der endgültigen Rückeroberung im Jahr 1492 des seit dem 8. Jahrhundert multireligiösen, aber muslimisch dominierten heutigen Spaniens und Portugals durch das Christentum. Insofern in diesem sich über Jahrhunderte erstreckenden Prozess viele Muslime wie auch Juden zwar formal, nicht aber in ihrer tatsächlichen Lebensweise zum Christentum konvertiert waren, stellte am Ende das Glaubensbekenntnis kein eindeutiges Zugehörigkeitskriterium mehr dar. Um dennoch die 1492 beschlossene Zwangsbekehrung der gesamten Bevölkerung zu organisieren, erfand man das neue Kriterium der „Blutsreinheit“ und teilte die verbliebenen Muslime und Juden in „Rassen“ genannte Gruppen, die sich nach Grad und Dauer der Zugehörigkeit zum Christentum unterschieden.“
Die Quelle verlinkte ich schon weiter oben, aber hier noch einmal:
Geschichte des Rassismus | Themen | bpb.de
Aber letztendlich ist es „Wortklauberei“ – mir geht es, wie ich auch schon weiter oben schrieb, darum, dass man Schülern die verschiedenen Gründe und die geschichtliche Entwicklung für Diskriminierungen jeder Art bewusst machen sollte, nur dann kann man, mMn., erfolgreich gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung vorgehen.
Das habe ich auch gelesen und so verstanden wie Sie. Aber angesichts der Vehemenz mit der dem widersprochen wurde, dachte ich, vielleicht habe ich ja doch etwas missverstanden.
In der Schule war die Sklaverei in Amerika auch Thema des Unterrichts und hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich konnte diese Grausamkeit gegenüber den Schwarzen überhaupt nicht fassen.
Unser Lehrer hat uns damals beschrieben, dass die Menschen im Bauch der Schiffe, in denen sie von Afrika nach Amerika verschleppt wurden, förmlich in mehreren Schichten gestapelt wurden. Die Überfahrt dauerte Wochen oder gar Monate. Ein riesiger Anteil überlebte die Überfahrt nicht und ging währenddessen jämmerlichst zu Grunde.
Ich weiß nicht mehr in welchem Zusammenhang ich in der Schule erstmals mit dem Begriff Rassismus konfrontiert wurde.
Aber seit dieser Zeit verbinde ich ihn unweigerlich mit der Versklavung der afrikanischen Bevölkerung nach Amerika.
Weiter verstärkt wurde diese Prägung durch die Serie „Roots“, die so Ende der 70er Jahre im Fernsehen lief, über die Sklaverei in Amerika am Beispiel des Jungen Kunta Kinte, der als Jugendlicher aus Gambia nach Amerika verschleppt und versklavt wurde.
Später verknüpfte ich den Rassismusbegriff natürlich auch mit der Kolonialzeit und schließlich mit der Zeit des Nationalsozialismus.
Hängen geblieben ist bei mir, dass ich es abscheulich, unmenschlich und auch völlig unbegreiflich fand und immernoch finde, wie Menschen andere Menschen derart grausam behandeln und ihnen das Menschsein absprechen können, nur aufgrund von Hautfarbe oder Zugehörigkeit zu einer anderen religiösen Gruppe.
Mir liegt auch heute nichts ferner als die Beurteilung des menschlichen Charakters nach Nationalität, Religion oder eben Hautfarbe.
Und ich finde es unglaublich wichtig, diese Themen im schulischen Kontext zu behandeln.
Egal wie man das nun bezeichnen oder im Einzelnen definieren mag – ob als Rassismus oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit oder was auch immer.
Ich bin froh, dass Sie sich nochmal zu dem Thema eingelassen haben.
Das hat bei mir jetzt doch einiges wieder ein wenig gerade gerückt.
Ich grüße Sie ganz herzlich.
Liebe Grüße zurück! Anscheinend ticken wir in dieser Frage sehr ähnlich und sind auch ähnlich durch Schule, Bücher, Filme und Erfahrungen geprägt worden. Das sehen andere halt anders, aber ich lasse mich nicht von denen in eine Schublade zwängen, oder mir irgendwelche „Schuldgefühle“ einreden. Für mich gab und gibt es immer nur zwei „Arten“ des homo sapiens: Menschen und Ar…lö….er. Auch wenn ich durchaus Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Menschen wahrnehme (Aussehen, Religion, Kultur, Sprache, ….). Daran wird sich auch nichts ändern.
Weder Marion, noch ich, ignorieren den historischen Kontext. Im Gegenteil! Wir verweisen genau darauf! Sie, liebe Redaktion, betreiben dagegen Wortklauberei.
Und Sie haben erkennbar keine Ahnung – aber sehr viel Meinung. Hat auch mit Bildung zu tun. Herzliche Grüße Die Redaktion
Na dann hauen Sie mal hostorischen Kontext über Putins Überfall der Ukraine und den Beschuss der Zivilbevölkerung dort raus. Nicht wenige sprechen von Kriegsverbrechen durch Russland. Was isg Ihre historische Eindordnung dazu?
Dazu habe ich hier im thread schon links gepostet. Einfach mal lesen!
Mich beschäftigt das wirklich.
Es geht mir nicht darum völlig sinnlos ohne Verstand alles in einen Topf zu werfen. Natürlich hat nicht jede Form von Unterdrückung etwas mit Rassismus zu tun. Mir geht es dabei um die grundsätzliche Haltung, dass man Menschen, die anders aussehen, deren Kultur einem fremd ist, die nach der eigenen Vorstellung eine angeblich rückständige Lebensweise pflegen, die man als „exotische Exemplare“ bestaunt, glaubt beherrschen zu dürfen, weil man sich selbst als die Überlegenen, Zivilisierten betrachtet. Dass es da um wirtschaftliche Macht ging, um die Möglichkeit sich neue Ressourcen zu erschließen, um Geld, Gier und die Sicherung von Machtansprüchen ist mir auch klar. Aber man ist auch deshalb so leichtfertig und völlig skrupellos über die Interessen der Ureinwohner hinweggegangen, hat sich erlaubt sie zu ermorden und zu versklaven, weil man sie als nicht gleichwertig ansah.
Wenn Sie das nicht als Rassismus bezeichnen wollen, weil der Begriff erst im 19. Jahrhundert aufkam und erst da mit einer pseudo-wissenschaftlichen, biologisch begründeten Kategorisierung des Menschen unterfüttert wurde – von mir aus.
Hier aber „aufzustöhnen“ und so zu tun, als wäre es ein bodenloser Abgrund an Dummheit, in der Vernichtung indigener Kulturen und der Jahrhunderte währenden Versklavung der afrikanischen Bevölkerung so etwas wie Rassismus zu erkennen, zeigt mir nur wieder einmal, wie überheblich Sie hier teilweise agieren.
Ihr Versuch, sich dem Thema zu nähern, in Ehren – das Aufstöhnen galt dem Umstand, dass Sie ja schon vorher Ihre Pflöcke eingeschlagen haben. Und wir verstehen nicht, wie man so vehement auf eine Meinung zu einem Thema pochen kann, ohne sich offensichtlich jemals tiefer damit beschäftigt zu haben.
Sei’s drum. Versuch einer kurzen Erklärung für ein komplexes Phänomen: Es gibt „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ – darunter fällt all das, was Sie mal flott als Rassismus klassifiziert haben. Dabei gibt es aber Unterschiede. Antisemitismus zum Beispiel (existiert seit Jahrhunderten) gehört wie Rassismus zur „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“, ist aber kein Rassismus, weil es ein nicht unerhebliches Unterscheidungsmerkmal gibt: Während beim Rassismus die Individuen als minderwertig abgewertet werden, werden beim Antisemitismus Individuen in ihren Fähigkeiten übersteigert und dämonisiert dargestellt – von Reichtum bis hin zur vermeintlichen Weltherrschaft.
Rassismus wiederum ist eben auch eine Ausprägung „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, aber eben eine besondere: Hierbei werden Menschen, ausgehend von pseudo-wissenschaftlichen Legitimationsversuchen des Kolonialimus im 19. Jahrhundert, als intellektuell minderbemittelt dargestellt – sei es aufgrund ihrer vermeintlich minderwertigen biologischen Herkunft, sei es aufgrund ihrer vermeintlich minderwertigen geografischen Herkunft (Kultur).
Und diese Zuschreibungen wirken bis heute – bis in den Alltag hinein. Und sie sind nicht mal eben aus der Welt zu schaffen wie zum Beispiel der „Erbfeind Frankreich“, der in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert zwar auch eine Form von „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ darstellte, aber eben keine rassistische und keine antisemitische. Und deshalb leichter zu beseitigen war. Andere Formen „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, die bis heute wirken, sind: Antiziganismus, Ableismus, Sexismus, Klassismus, Homo- und Transfeindlichkeit etc. Die Liste ist traurigerweise lang. Hier gibt es umfassende Informationen zum Thema: http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Danke für Ihre Ausführungen.
Allerdings wäre es gar nicht nötig gewesen, mir den Unterschied zwischen Rassismus und Antisemitismus zu erklären – den kenne ich.
Ich habe mir ja jetzt mehrere Quellen zu Gemüte geführt, die sich mit dem Begriff Rassismus befassen. Und in jeder wird u.a. auch auf die Kolonisierung zunächst Süd- und dann Nordamerikas verwiesen und der daraus folgenden Auslöschung indigener Kulturen und der Versklavung afrikanischer Völker, als soz. Vorläufer des später biologisch begründeten Rassismusbegriffes. Also so ganz weit weg von den Fakten, wie Sie das hier darstellen, bin ich da nun auch wieder nicht. Da ist durchaus Raum für Übergänge und Interpretationen. Übergänge sind fließend und nicht immer eindeutig eingrenzbar.
Aber sei’s drum. Sie verstehen nicht wie man so vehement auf eine Meinung zu einem Thema pochen kann, mit dem man sich angeblich nie tiefer beschäftigt hat.
Das ist halt wieder so eine Vermutung ins Blaue hinein von Ihnen.
Sie reden „von Pflöcken“, die ich irgendwo „eingeschlagen“ haben soll.
Im Gegensatz zu Ihren Pflöcken sind meine aber nicht in Stein gemeißelt.
Ich versuche lediglich hier in Diskussion mit anderen zu treten, über Themen, die mich interessieren und die mir am Herzen liegen.
Manchmal irre ich mich sicher, manchmal formuliere ich vielleicht missverständlich und manchmal bin ich im Eifer des Gefechts auch mal zu harsch.
Immer aber versuche ich zu differenzieren und nicht mit Pauschalisierungen um mich zu werfen und manchmal sehe ich auch ein und gebe zu, wenn ich erkenne in einer Sache komplett auf dem Holzweg zu sein.
In diesem Fall sehe ich das aber nicht so ganz. Wobei ich ja durchaus zugestehe, dass Sie mit Ihrer enger gefaßten Definition des Rassismusbegriffes recht haben.
Aber deshalb muss meine weiter gefaßte ja nicht völlig falsch sein.
Im Übrigen ist es müßig sich wegen solcher Begrifflichkeiten zu kloppen. Das Ergebnis ist immer das Gleiche – ob ich es nun Rassismus oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nenne:
Menschen werden unterdrückt, ausgegrenzt, missachtet, misshandelt, manchmal gar ermordet bis hin zur Ausrottung.
Danke für die lebhafte Diskussion und einen schönen Tag.
Herzliche Grüße
Marion
„Das ist halt wieder so eine Vermutung ins Blaue hinein von Ihnen“ – ist es nicht, wie Ihre Ausführungen über die äußerlichen Unterschiede von Menschen je nach regionaler Herkunft deutlich gemacht haben.
Sogenannte „Rassentrennungsmerkmale“, die Ihnen zufolge ja angeblich jeder sieht, sind ein wissenschaftlich überholtes Konstrukt, da die genetische Vielfalt innerhalb einer Bevölkerungsgruppe oft größer ist als zwischen verschiedenen.
Anders ausgedrückt: „Es gibt keine festen Merkmale, die mit bestimmten geografischen Orten assoziiert sind. Denn so oft die Isolation Unterschiede zwischen den Gruppen geschaffen hat, so oft haben Migration und Vermischung sie wieder verwischt oder ausgelöscht.“ Gerne hier nachlesen: https://nationalgeographic.de/wissenschaft/2020/07/warum-menschliche-rassen-ein-erfundenes-konstrukt-sind/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich sprach nie von „Rassentrennungsmerkmalen“.
Das phantasieren sie sich zusammen.
Ich sprach von äußerlichen Unterschieden.
Gehen Sie mal nach Japan.
Was soll in Japan sein? Sehr unterschiedliche Menschen – wie in Europa auch.
Ob Sie den Begriff nutzen oder nicht: Sie gehen von stereotypen Bildern aus, die der Rassismus geprägt hat. Versuchen Sie mal zu beschreiben, was Sie für typisch japanisches Aussehen halten – dann kommen Sie vielleicht darauf. Denn es gibt eben auch Japaner, die diesem Bild nicht entsprechen (und trotzdem Japaner sind).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ok. Schicken wir Trump nach seinem Chinabesuch gleich noch nach Japan. Ich wette niemand wird merken, dass er gar kein Japaner ist.
Echt. Langsam wird das richtig lustig mit Ihnen.
Ich fang an mich zu amüsieren.
Wie sieht denn dann ein richtiger Deutscher aus? Um nochmal darauf aufmerksam zu machen: dies ist ein Forum zum Thema Bildung. Und Sie feiern Ihre Ignoranz.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Lassen wir es gut sein.
Es ist ein Aneinandervorbei-Debattieren.
Tut mir leid. Es war nicht ok mich über Sie lustig zu machen.
Und bevor Sie mir an die Gurgel gehen – ich versuche wirklich Sie zu verstehen.
Aber ich kann Ihre Argumentationskette von Wahrnehmung äußerlicher Unterschiede = Trennung nach Rassenmerkmal wirklich nicht nachvollziehen.
Sorry.
Was ist denn daran so schwer zu verstehen? Man soll keine Menschen nach ihren körperlichen Merkmalen beurteilen! Auch die Herkunft ist nicht ablesbar.
Wir haben reichlich Quellen angegeben. Wenn Sie die nicht nutzen möchten, können wir nicht helfen. Spricht dann aber leider Bände. Herzliche Grüße Die Redaktion
Um zum Thema des Artikels zurück zu kehren: „Was ist Bildung?“
Zu einer guten schulischen Allgemeinbildung gehört übrigens auch das Fach Biologie und dort auch das Thema Evolution des Menschen (zumindest war es in meiner Schulzeit noch so) Da sprach man auch nicht von Menschenrassen. Aber die Unterschiede verschiedener Menschengruppen und die Evolution als Ursache dafür, wurden damals schon thematisiert. Mittlerweile gibt es dazu natürlich neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, aber die äußerlichen Unterschiede (keine Rassenunterschiede!) werden von den Wissenschaftlern bestätigt und begründet. Es gibt diese Unterschiede also. Warum darf ich die dann nicht wahrnehmen?
Warum haben Asiaten Schlitzaugen / mandelförmige Augen? Erklärung – Bedeutung Online
Medizin: Die Evolution der Hautfarben – Spektrum der Wissenschaft
Übrigens, zum Glück geht die Evolution weiter und wer weiß schon, wie die Menschen in tausend Jahren aussehen werden, welche Anpassungen die Evolution an den Klimawandel bewirken wird. 🙂
Eben nicht. Ihre Ignoranz ist atemberaubend.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Was genau meinen Sie mit: „Eben nicht.“
Sind Sie der Meinung, dass es keinen Biologie-Unterricht inklusive Evolutionsbiologie an Schulen geben sollte? Das wären dann wohl amerikanische Verhältnisse., dort verhindern einige religiöse Strömungen dieses Thema an ihren Schulen.
Oder meinen Sie, die Evolution des Menschen ist beendet und es gibt da nichts Neues mehr?
Es gibt keine äußerlichen oder innerlichen Merkmale, die Menschen fest mit einer geografischen Herkunft verbindet. Sie nennen Rasse nicht mehr Rasse – halten aber an der fixen Idee fest, dass sich nach Hautfarben die Heimat (oder sonstwas) bestimmen lässt. Menschen sind aber nunmal keine gezüchteten Hunde.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„ Es gibt keine äußerlichen oder innerlichen Merkmale, die Menschen fest mit einer geografischen Herkunft verbindet.“
Das stimmt in der jetzigen Zeit. Vor noch nicht mal 100 Jahren, als das Reisen und die Niederlassung in andern Ländern wesentlich schwieriger war, waren äußerliche Merkmale durchaus Hinweis auf die geographische Herkunft. Und auch „innerliche“ Merkmale gab (und gibt) es: ca. 90% der Asiaten aus Süd- und Ostasien vertragen beispielsweise keine Milch, weil ihnen ein Enzym (Lactase) fehlt.
Laktose-Intoleranz macht einen Menschen aber nicht zum Asiaten. Es gibt eben auch Europäer, die keine Milch vertragen – war auch schon früher so.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Laktoseintoleranz nach Regionen (Anteil der Bevölkerung in Prozent)
Vielleicht beantwortet dieser Artikel ein paar Fragen und dient der Wissenserweiterung im Forum – es geht ja um Bildung und da gehören Biologie und Geographie schließlich dazu. (im Artikel kommen auch noch Mathematik bzw. Statistik und Wahrscheinlichkeiten, sowie Prozentrechnung zu ihrem Recht) 🙂
„ Laktose-Intoleranz macht einen Menschen aber nicht zum Asiaten.“
Das habe ich auch nicht geschrieben.
Sehr geehrte Redaktion,
entschuldigen Sie bitte, dass ich Ihnen da widerspreche. Es gibt durchaus äußerliche und innerliche Merkmale, die in bestimmten Ethnien signifikant mehr verbreitet sind, als in anderen.
Ärzte sollten z. B. bei der Diagnostik die ethnische Herkunft ihrer Patienten immer in Betracht ziehen. Die Diversitäts-Medizin wird in unserer Bevölkerung immer wichtiger und findet, zu Recht, immer mehr Beachtung.
Beispiele: Ein Augenarzt sollte die anatomischen Besonderheiten des Epikanthus medialis kennen, ein Hautarzt sollte die natürliche Hautfarbe bei der Diagnostik, von krankhaften Veränderungen unterscheiden können …
Aber auch „innerliche“ Besonderheiten differieren in der Häufigkeit bzw. in den Symptomen (manchmal auch in der Lokalisation) oft signifikant zwischen den Ethnien, z. B. Divertikulitis, Sichelzell-Anämie, Vitamin-D-Mangel bei dunkelhäutigen Menschen, … auch bestimmte Allergien sind in bestimmten Ethnien häufiger verbreitet.
Ich hoffe, ich konnte mit diesen Ausführungen etwas dazu beitragen, ein paar Missverständnisse hier im Forum zu beseitigen und zum Nachdenken über manche geäußerte Meinung anregen. Es ist, in meinen Augen, kein Rassismus Unterschiede zwischen verschiedenen Menschengruppen (Ethnien) zu sehen und diese zu beachten.
Mit freundlichen Grüßen
Der Bergdoktor
P.S.: Auf Wunsch liefere ich Ihnen gern ein paar (auch allgemein verständliche) Quellen dazu. Allerdings denke ich, das könnte den Rahmen des Forums sprengen. Sollte jemand ein Interesse an mehr Informationen haben, dann „Diversitätsmedizin und Ethnien“ googeln, oder die von mir genannten Beispiele + Ethnie.
„Es gibt durchaus äußerliche und innerliche Merkmale, die in bestimmten Ethnien signifikant mehr verbreitet sind, als in anderen.“
Natürlich, dem widersprechen wir auch nicht. Es gibt aber keine Merkmale, die eindeutig bestimmten Ethnien zuzuordnen sind. Darum geht es. Ein Hund, der aussieht wie ein Schäferhund – ist auch einer. Bei Menschen ist eine solche Zuordnung unpassend, weil es in der Menschheit immer schon Migration und Austausch gab. Ein Mensch, der vermeintlich aussieht wie ein Asiate, muss keiner sein. Und umgekehrt gibt es Asiaten, die die vermeintlich typischen asiatischen Merkmale nicht aufweisen. Das ist der Punkt.
Besonders anschaulich wird das wohl bei Deutschen – versuchen Sie mal, Körpermerkmale eines typischen Deutschen zu beschreiben. Es gibt schlicht keine. Die deutsche Bevölkerung zeichnet sich heute durch eine hohe genetische Vielfalt aus. Durch historische Wanderungsbewegungen und moderne Migration gibt es kein einheitliches „deutsches Erscheinungsbild“, auch wenn manche das glauben.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
@Redaktion
Danke für Ihre Antwort. Aber ich habe das Gefühl, dass hier im Forum viele Missverständnisse auf allen Seiten bestehen und die Diskussion von der Sachebene immer mehr ins ideologische abgleitet.
Ich weiß z. B. nicht, warum Sie, werte Redaktion, immer wieder anderen hier rassistische Äußerungen unterstellen und warum Sie das „deutsche Erscheinungsbild“ hervorheben. In keinem der Kommentare hier habe ich das herausgelesen. Ansonsten teile ich den restlichen Antwort-Kommentar von Ihnen.
Zum Verdeutlichen, wo, mMn., das Problem liegt, lesen Sie vielleicht folgenden Artikel:
https://www.aargauerzeitung.ch/leben/das-rasseproblem-der-medizin-warum-herkunft-eine-rolle-spielen-sollte-es-aber-nicht-tut-ld.1238684
Mit freundlichen Grüßen
Der Bergdoktor
In dieser Diskussion geht es um Bildung. Da fallen Sätze wie: „Der Mensch nimmt seine Umgebung, inkl. seiner Mitmenschen, zunächst mal sehr stark über visuelle Eindrücke wahr.“
Stimmt ja. Es macht aber einen Unterschied, ob ich – durch Informationen, durch Bildung – diese Eindrücke korrekt einordne, oder darauf beharre, dass diese Eindrücke auch die Realität abbilden. Dann stecke ich halt Menschen in falsche Schubladen – und beharre darauf. Das kritisieren wir und benennen es klar. Weil es im Fall von Körpermerkmalen schlicht Alltagsrassismus ist, Menschengruppen bestimmte Eigenschaften zuzuweisen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Auch über die korrekte Einordnung dieser „ersten, visuellen Eindrücke“ habe ich mich eingelassen.
Wurde von Ihnen allseits ignoriert.
Wird es immernoch.
„Denn dann stecke ich halt Menschen in falsche Schubladen“ – also ich für meinen Teil stecke niemanden aufgrund von Äußerlichkeiten in Schubladen.
Das ist eher etwas, was Sie Foristen hier mal so eben in die Schuhe schieben.
Und Sie merken das nicht mal, selbst wenn msn Sie mit der Nase drauf stößt.
Das werden Sie jetzt wahrscheinlich umgekehrt genauso mir gegenüber vorbringen, und wir können erneut anfangen uns die nöchsten vierzehn Tage und bis in alle Ewigkeit weiter im Kreis zu drehen.
Deshalb streiche ich nun die Segel, Sie haben Recht und ich meine liebe Ruh.
Deckel drauf – Kiste zu.
Vermutlich habe ich die meisten Kommentare hier anders verstanden, als Sie. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es den Kommentatoren hier (Einzelne ausgenommen), an Bildung, Informationen oder der richtigen Einordnung mangelt. Im Gegenteil!
Aber, wie Sie richtig schreiben, jeder ordnet seine Eindrücke anders ein, in Abhängigkeit von Bildung (Wissen), Lebenserfahrung und seiner ideologischen Ausrichtung. Dadurch entsteht dann eben Meinungsvielfalt, die man in so einem Forum, wie hier, durchaus sachlich diskutieren sollte, ohne andere Meinungen pauschal zu verurteilen und den Kommentatoren z.. B. Alltagsrassismus zu unterstellen. Es sei denn diese Meinungen sind tatsächlich rassistisch, extremistisch und diskriminierend. Mehr Verständnis für die Argumente der „Gegenseite“ würde dem Forum guttun. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung.
„Es sei denn diese Meinungen sind tatsächlich rassistisch, extremistisch und diskriminierend.“
Mit diesen drei Bedingungen hängen Sie die Hürden des Kritisierbaren verdammt hoch – da kommt auch die AfD locker drunter her.
Alltagsrassismus ist aber ein reales Phänomen in Deutschland (und kommt ja woher). Gerne hier nachlesen: https://www.amnesty.de/alltagsrassismus-protokolliert
Ist natürlich nie böse gemeint.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Auf Grund der deutschen Geschichte sind Diskussionen zu diesem Thema immer sehr schwierig. Dazu vielleicht folgender Artikel, der u. a. auch das Problem der „Begrifflichkeiten“ anspricht:
Wie werden Menschen gruppiert? | Gen-ethisches Netzwerk e.V.
Ein Zitat daraus:
„… Im Zuge dieser neuen Debatten und Technologien gelangt aber nicht nur die soziale Ungleichheit, sondern auch wieder verstärkt die biologische Vielfalt der Menschheit in den Forschungsfokus. Diesem neuen wissenschaftlichen Interesse an biologischer Differenz widmet sich seit Anfang 2018 unsere vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte interdisziplinäre Forschungsgruppe SoSciBio 1 mit dem Ziel, dieses Forschungsfeld für den deutschen Kontext systematisch zu analysieren. …“
„Die Einteilung der Menschen in Rassen war und ist zuerst eine gesellschaftliche und politische Typenbildung, gefolgt und unterstützt durch eine anthropologische Konstruktion auf der Grundlage willkürlich gewählter Eigenschaften wie Haar- und Hautfarbe. Diese Konstruktion diente und dient eben dazu, offenen und latenten Rassismus mit angeblichen natürlichen
Gegebenheiten zu begründen und damit eine moralische Rechtfertigung zu schaffen.
Erst durch die wissenschaftliche Erforschung der genetischen Vielfalt der Menschen wurden die Rassenkonzepte endgültig als typologische Konstrukte entlarvt. Beim Menschen besteht
der mit Abstand größte Teil der genetischen Unterschiede nicht zwischen geographischen Populationen, sondern innerhalb solcher Gruppen. Die höchste genetische Vielfalt findet sich
auch heute noch bei Menschen auf dem afrikanischen Kontinent. Dort liegen die Wurzeln und die meisten Verzweigungen im menschlichen Stammbaum. Auf einem dieser Äste fallen die
Menschen Ostafrikas und alle Nicht-Afrikaner zusammen. Menschen außerhalb Afrikas sind somit näher verwandt mit Menschen aus Ostafrika, wie den Hadza, als diese mit Menschen
aus Südafrika, z. B. mit den Khoisan. Aus stammesgeschichtlicher Sicht sind somit alle Menschen Afrikaner. (…)
Anstelle von definierbaren Grenzen verlaufen zwischen menschlichen Gruppen genetische Gradienten. Es gibt im menschlichen Genom unter den 3,2 Milliarden Basenpaaren keinen
einzigen fixierten Unterschied, der zum Beispiel Afrikaner von Nicht-Afrikanern trennt. Es gibt – um es explizit zu sagen – somit nicht nur kein einziges Gen, welches ‚rassische‘
Unterschiede begründet, sondern noch nicht mal ein einziges Basenpaar.“
Aus der Jenaer Erklärung, unterstützt vom Vorstands der Deutschen Zoologischen Gesellschaft „in dem Bestreben mit dieser Erklärung gegen scheinbar wissenschaftliche Rechtfertigungen für Rassismus vorzugehen“. Quelle: https://www.fli.de/fileadmin/FLI/Startseite/Jenaer_Erklaerung-2019.pdf
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„ Es macht aber einen Unterschied, ob ich – durch Informationen, durch Bildung – diese Eindrücke korrekt einordne, oder darauf beharre, dass diese Eindrücke auch die Realität abbilden. Dann stecke ich halt Menschen in falsche Schubladen – und beharre darauf. “
Auf falschen Schubladen beharren Menschen, welche nicht akzeptieren, dass ihr Gegenüber Deutsche/r ist, männlich/weiblich ist,…, obwohl das Gegenüber dies mitgeteilt hat. Die Frage (und ggf. auch die Nachfrage, um sich zu versichern, ob man richtig verstanden hat) jedoch ist kein „Beharren“ auf der eigenen Einsortierung, sorry.
Aha. Und jetzt lesen Sie sich nochmal genau meinen Kommentar von vor drei Tagen durch:
https://www.news4teachers.de/ 2026/05/was-ist-ueberhaupt-bildung-es-wird-zeit-fuer-eine-gesellschaftliche-debatte-was-kinder-in-der-schule-lernen-sollen/comment-page1/#comment-806428.
Zitat daraus – mit Hervorhebung besonders relevanter Aussagen in Großbuchstaben:
„Mir ist schon klar, dass ein Mensch mit dunkler Hautfarbe GENAUSO DEUTSCHE/R SEIN KANN, WIE ICH. Ich kenne ja selbst jemanden, auf den das zutrifft. Aber so zu tun, als würde das Aussehen NIEMALS etwas über die ethnische Herkunft aussagen, ist ein wenig weltfremd.
Bergdoktor:
„Es gibt durchaus innerliche und äußerliche Merkmale, die in bestimmten Ethnien signifikant mehr verbreitet sind, als in anderen.“
Daraufhin Redaktion:
„Natürlich, dem widersprechen wir auch nicht.“
Wenn ich davon spreche, dass man Unterschiede eindeutig sehen kann, meine ich natürlich nicht, dass dieser Mensch nicht Deutscher sein kann.
Kann er natürlich sein, wie ich.
Man sieht aber, dass er, (oder, wenn nicht er selbst, so doch seine, oder zumindest ein Teil seiner Vorfahren), möglicherweise ihre Wurzeln auf einem anderen Kontinent haben.
Mit Wurzeln meine ich nicht, dass zwangslaufig er selbst erst vorgestern eingewandert ist und er deshalb kein Deutscher sein kann, sondern damit verbinde ich lediglich einen optischen Reiz, der mir eine gewisse „Andersartigkeit“ im Aussehen vermittelt, die von den gängigen Unterschieden im Aussehen von Menschen, die durchweg europäische Vorfahren haben, abweicht.
Dies verbinde ich mit keinerlei Wertung. Es ist lediglich ein optischer Reiz, den ich wahrnehme und den ich IM ERSTEN EINDRUCK!!!, mit einer bestimmten ethnischen Herkunft verbinde.
Nicht mehr und auch nicht weniger. Es erscheint mir nach wie vor weltfremd, Menschen die Wahrnehmung solcher reinen Äußerlichkeiten mit dem Holzhammer aus dem Gehirn dreschen zu wollen. Mit solchen Methoden erreicht man im günstigsten Fall nichts und im ungünstigsten das genaue Gegenteil von dem, was man erreichen wollte.
Ich hatte inzwischen mit dem Thema abgeschlossen. Aber dass Sie hier so flott einer Aussage „nicht widersprechen“, der Sie in den vergangenen Tagen ständig vehement widersprochen haben, macht mich ein wenig stutzig.
Dabei verstehe durchaus, dass es wohl anfängliche Formulierungen von mir waren, wie „eindeutige Merkmale“, „jeder kann sie sehen“, die Ihren Unmut und Widerspruch hervorgerufen haben.
Aber danach habe ich widerholt versucht zu präzisieren und zu differenzieren. Dennoch bin ich, egal wie sehr ich mich bemüht habe, Ihrerseits auf taube Ohren gestoßen, mit Zuschreibungen und Unterstellungen, die pauschal und teilweise geradezu diffamierend sind.
Ich weiß, dass Sie trotzdem weiterhin darauf beharren werden in allen Punkten recht und nichts falsch gemacht zu haben.
Ist dann aber Ihr Problem.
„Allerdings wäre es gar nicht nötig gewesen, mir den Unterschied zwischen Rassismus und Antisemitismus zu erklären – den kenne ich.“
Ja? Welchen Berühmtheiten sehen Sie dies an?
@Redaktion
Ganz so eindeutig scheint die Wissenschaft die Trennung des Antisemitismus von Rassismus nicht zu sehen – es gibt dazu durchaus Argumente pro und contra:
https://www.bildungsbausteine.org/fileadmin/assets/PDF/BildungsBausteine/Urs_Lindner_2024_Ist_Antisemitismus_kein_Rassismus.pdf
Ich verstehe nicht, warum man sich an Begriffen so festbeißen muss, wie Sie.
Mir, und ich denke auch Marion, geht es darum, dass beides keinen Platz in unserer Gesellschaft haben sollte. Deshalb ist es mMn. wichtig, die Gründe für Fremdenfeindlichkeit jeder Art (religiös, ethnisch, hierarchisch, kulturell ….) genau zu betrachten und den Schülern die historischen Ursachen, die bis heute nachwirken, zu erklären.
„Ich verstehe nicht, warum man sich an Begriffen so festbeißen muss, wie Sie.“
Schreiben Sie dies der nächsten Synagoge in Ihrer Nähe (augenroll)
Meinen vollen Respekt an Ihre unbeirrte, andauernde Geduld!
Gerade der Antisemitismus hatte diese Seite der Überhöhung, aber es gab auch diese widerlichen Vergleiche mit Insekten, mit Schmutz und Unrat. Das eine schließt das andere nicht aus.
„Sie haben keine Ahnung vom Thema, pochen aber darauf, Recht dabei zu haben“
Vielleicht Berliner Zeitung gelesen?
Aha…
„Ich hab mir den Begriff auch noch mal genauer angeschaut.“
Mit Blick auf Ihre phantastische Ausführung daraufhin, WO haben Sie sich das angeschaut??
Rassenlehre
So. Jetzt mal eine Frage an das Forum, mit Bitte um eine ehrliche Antwort, weil ich sonst wirklich noch völlig wahnsinnig werde.
Wenn ich in Rothenburg ob der Tauber bin, dann sind dort Touristen aus aller Welt unterwegs. Besonders gerne wird diese typisch deutsche Fachwerkidylle auch von Touristen aus Fernost frequentiert, die offenbar ein Faible für europäische mittelalterliche Stadtarchitektur haben. Sehr häufig sind sie in Reisegruppen unterwegs.
Ist es nun tasächlich ein sehr rassistischer Gedankengang, wenn ich beim Anblick einer Reisegruppe mit durchweg schwarzhaarigen, mandeläugigen Menschen, man vergebe mir bitte diese überaus klischeebehaftete Beschreibung, aber ich weiß nicht, wie ich es sonst ausdrücken soll, wenn ich also beim Anblich dieser Gruppe nicht unwillkührlich an den Kegelklub Wanne-Eikel West denke, sondern eher an eine…nun ja, fernöstliche Reisegruppe, möglicherweise aus China, Japan oder Korea oder einem anderen fernöstlichen Land?
Es könnte natürlich auch ein schwedischer Schwimmverein sein, sich um einen Betriebsausflug polnischer Bergarbeiter handeln oder um eine italienische Großfamilie.
Alles denkbar, aber halt nicht wahrscheinlich.
Wer kann mir dabei helfen, mir diese entsetzlich stupide, böse und gefährliche rassistische Denkweise abzugewöhnen?
Das mag jetzt albern klingen, aber ich meine es ernst.
Mit mir scheint wirklich etwas nicht in Ordnung zu sein und ich würde das gerne ändern.
Helft mir!!!!!
Warum kann es keine Reisegruppe aus Peru sein (das Land hatte schon mal einen Präsidenten mit Namen Fujimori), aus den USA, aus Düsseldorf (wo seit Jahrzehnten viele japanischstämmige Menschen leben) – oder eine aus Warschau (wo viele vietnamesischstämmige Menschen zu Hause sind)? Und, ja, vielleicht ist es eine schwedische Großfamilie – geschätzt zehn Prozent der schwedischen Bevölkerung hat asiatische Wurzeln.
Warum ist das für Sie ein Problem, Menschen ergebnisoffen zu betrachten – ohne sie gleich in Schubladen zu stecken, woher sie kommen, was sie machen, wie intelligent sie sind, wie fleißig etc.
Schon gar, wenn Sie nun wissen, dass viele unserer Vorstellungen von Stereotypen geprägt sind, die aus Zeiten stammen, in denen Körpermerkmale über Leben und Tod entscheiden konnten? Menschen sind nunmal keine Schäferhunde, denen sie anhand der Fellzeichnung und der Ohrenform die Zugehörigkeit ansehen können.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Danke für Ihre Geduld.
Ich hätte allerdings im Traum keine Rückschlüsse auf Intelligenz oder Fleiß gezogen.
DAS wäre nun wirklich primitivste rassistische Denkweise.
Ich hätte auch keinerlei Problem damit, wenn sich beim Kennenlernen herausstellen würde, dass ich es mit Peruanern, Deutschen, Schweden oder Polen zu tun hätte.
Dann würde ich allenfalls denken, „Interessant. So kann man sich täuschen.“
So what? Ich sehe das Problem immernoch nicht.
Mich hätte, außer Ihrer, halt noch die Meinung anderer Foristen dazu interessiert.
Aber ich kann gut nachvollziehen, dass die meisten die Debatte leid sind und nur noch genervt die Augen verdrehen.
Also nichts für ungut.
„So what? Ich sehe das Problem immer noch nicht.“ Dann hören Sie doch einfach mal Rassismus-Betroffenen zu – die bekommen die Probleme hautnah zu spüren: https://www.news4teachers.de/2024/10/schulamtsdirektorin-florence-brokowski-shekete-ueber-alltagsrassismus-ich-bin-schon-oft-fuer-die-putzfrau-gehalten-worden/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Ich hätte allerdings im Traum kät verleeine Rückschlüsse auf Intelligenz oder Fleiß gezogen.“
Nee, vielleicht nicht.Aber Sie ziehen Rückschlüsse auf die Identität und kratzen u.U. an der Identität Anderer.
„Dann würde ich allenfalls denken, “Interessant. So kann man sich täuschen.”“
Und Sie sind dann damit fertig. Der andere Mensch ist in seiner Identität verletzt.
Ich unterstelle einmal anhand Ihres Nicknames, dass Sie eine Frau sind. Stellen Sie sich einmal vor,
Habe meinen Kommentar aus Versehen zu früh abgeschickt…
…und dass Sie seit früher Kindheit für einen Jungen oder Mann gehalten werden und Sie sich ständig erklären und rechtfertigen müssen und auch jede noch so deutliche Klarstellung regelmäßig beiseite gewischt wird:
„Kann doch nicht sein…Jetzt Mal ehrlich…Ich will nicht wissen, was in deinem Pass steht sondern wie es wirklich ist…“
Da könnten Sie schon ein Problem entwickeln.
Aber in manchen Kreisen übertreibt man es auch schon, dass jede wahrscheinliche Annahme zu Diskriminierung oder Rassismus hochgejazzt wird.
Das mit dem Meinungsaustausch versteht halt jeder anders. Und so kommt es vor, dass mancher Meinungsstarke sauer ist, wenn der andere Diskusionspartner bei seiner Meinung bleibt und diese nicht austauscht.
Also ich bin nicht sauer, wenn die Redaktion bei ihrer Meinung bleibt.
Ich werde nur sauer, wenn man meine Äußerungen völlig missinterpretiert.
Und manchmal werde ich dann richtig störrisch.
Und dann will ich einfach nicht nachgeben, obwohl das manchmal ja klüger wäre.
Aber ich bin ja nicht klüger als andere.
Zumindest halte ich mich nicht dafür.
Da die Redaktion auch nicht nachgeben will, ist sie offenbar auch nicht klüger.
Sind wir halt gleich klug. Oder gleich blöd.
Das können Sie sich jetzt aussuchen.
Weiß ich doch, also allet jut
Ich hab da ja auch so meine Erfahrungen bzgl. „leuchtender Kinderaugen“.
„Warum kann es keine Reisegruppe aus Peru sein…“
Da haben Sie vollkommen Recht. Das kann natürlich durchaus so sein. Dann hat die asiatische Community aus Peru einen gemeinsamen Urlaub gebucht. Ändert aber nichts daran, dass man diese Gruppe von Menschen als asiatisch-aussehend wahrnimmt, wenn man keine Scheuklappen trägt. Das ist doch keine (Ab)Wertung. Ich nehme doch auch wahr, ob da gerade irgendwo eine Frauengruppe, eine Männergruppe, eine Schulklasse oder eine Rentnergruppe durch die Stadt läuft. Wo ist das Problem?
„Dass man diese Gruppe von Menschen als asiatisch-aussehend wahrnimmt…“
Warum denn, wenn Sie doch jetzt wissen, dass der Schein sehr oft trügt? Und, doch, da fängt Abwertung an: Wer dunkle Hautfarbe hat, ist dann „Afrikaner“, kein Deutscher also, Außenstehender – auch wenn er aus Dortmund oder Hannover stammt.
AfD-Vertreter machen daraus – nach historischem Vorbild – Politik: Sie unterscheiden zwischen „Passdeutschen“ und „echten“ Deutschen. Hatten wir schon mal, nannte sich „Ariernachweis“. Gerne hier nachlesen: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/passdeutsche-warum-der-afd-kampfbegriff-rassistisch-ist,UldpVyN
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich erinnere mich an Diskussionen zu den verschiedenen Communities hier in DE. Da verteidigte die Redaktion, diese (zu Recht), weil Menschen sich nun mal gern mit „Ihresgleichen“ zusammenfinden.
Am nächsten Wochenende findet in Berlin, wie jedes Pfingsten, der „Karneval der Kulturen“ statt.
Hmmm, … wie soll ich die verschiedenen Gruppen, die dort auftreten, nun einordnen?
Karneval der Kulturen – Berlin.de
Sollte ich vielleicht lieber nicht dorthin gehen, um meine „Stereotype“ über verschiedene Kulturen nicht noch zu befeuern? 🙂
Ernstgemeinte Frage an die Redaktion: Einerseits fordern Sie immer wieder, die kulturelle, ethnische, sprachliche, …. Vielfalt in den Schulen und der Gesellschaft zu berücksichtigen – andererseits soll man die Unterschiede in diesen Bereichen nicht wahrnehmen/ nicht thematisieren? Wie sprechen Lehrer dann Themen wie Ramadan, Zuckerfest, Chanukka, …. im Unterricht an? Wie sollen Lehrer dann die sprachliche Vielfalt der Schüler nutzen?
„Unterschiede in diesen Bereichen“ – warum wollen Sie über Körpermerkmale sprechen? Wir können hier, ernsthaft, kein Problem erkennen. Was haben rassistische Stereotype mit religiös-kulturellen Festen zu tun?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nö, über Körpermerkmale wird dabei sicher nicht gesprochen, aber man ordnet Menschen nach bestimmten Merkmalen in Gruppen ein (Sprache, Religion, Kultur…). Damit wird doch auch schon wieder Andersartigkeit zu anderen Gruppen betont?
Lassen Sie doch einfach die Menschen sich selbst einordnen. Herzliche Grüße Die Redaktion
„Lassen Sie doch einfach die Menschen sich selbst einordnen.“
NEIN! Auf keinen Fall, denn dann wären wir wieder bei der Nazi-Zeit mit den „wahren Deutschen“, oder Putins Begriff von den „Russen“! , oder den Taliban in Afghanistan ….Der AfD würde das sicher gefallen.
Liebe Redaktion, ich lerne gern dazu und kann auch andere Meinungen durchaus akzeptieren, wenn Sie mir verständlich erklärt werden. Aber bei ideologischen Floskeln und moralisierender Überheblichkeit, habe ich seit meiner Jugend eine starke Allergie.
Sie haben eine starke Meinung zum Thema, okay! Allerdings werten Sie ständig andere Meinungen ab, ohne logisch-schlüssig die (vermeintlichen?) Denkfehler der Gegenseite erklären/ entkräften zu können. Deshalb dreht sich die Diskussion im Kreis.
Leider kann ich die Fragen in meinem Kopf nicht auf Knopfdruck abstellen. Ständig suche ich nach Antworten und leider bekomme ich nur selten welche von Ihnen.
Wir sind wieder in der Nazi-Zeit, wenn Menschen selbst benennen, wer oder was sie sind – hä?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wenn Rechtsextremisten sich als „Deutsche“ bezeichnen und „Ausländer raus“ grölen und Judenfeindlichkeit …. propagieren, ist das also okay? Die ordnen sich doch nur selbst einer Gruppe zu (und grenzen sich von anderen ab)?
Ihre Argumentation wird mir immer unverständlicher.
Aber das liegt sicher an meinem begrenzten Verständnis des Problems. 🙂
Ja, das tut es. Was haben jetzt Rechtsextremisten damit zu tun, die sich Deutsche nennen? Vermutlich sind Sie’s dann auch.
Wir beenden das jetzt hier.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„ Und, doch, da fängt Abwertung an: Wer dunkle Hautfarbe hat, ist dann “Afrikaner”, kein Deutscher also, Außenstehender – auch wenn er aus Dortmund oder Hannover stammt.“
Sorry, nein. SIE, die Redaktion, unterstellen gerade, dass Nichtdeutsche weniger wert sind, einfach weil sie Nichtdeutsche sind. So zumindest unterstellen Sie anderen zu denken. Die Unterstellung dieser Abwertung würden Sie sich gegenüber verbitten: also unterlassen Sie diese Unterstellung doch auch anderen gegenüber.
Vielen Dank,
Mika BB
Informieren Sie sich gerne, worum es hierbei geht: https://de.wikipedia.org/wiki/Othering
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wenn Sie othering betreiben – okay, ich finde es befremdlich, aber sei es drum. Das dann allen anderen zu unterstellen, ist jedoch unredlich. Wer hier sagt denn : „Ich bin besser als du, weil ich als „Herkunftland Deutschland“ gelesen werde, und Du nicht!“? DAS wäre Othering. Gern mal nachlesen, Sie habens ja selbst verlinkt.
Ausgrenzen – ist für Sie kein Problem? Es ist kein Problem, wenn dann in der Folge Ostdeutsche deutlich unterproportional in Führungspositionen gelangen als Westdeutsche? Oder ist das dann nur deshalb ein Problem, weil Sie selbst Ostdeutsche sind (aber keine Schwarze, insofern von Rassismus nicht betroffen sind)?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Peruaner würden stolz darauf bestehen, dass sie japanischer Herkunft sind. Sie pflegen es. Ich kenne einige ( nein, nicht alle!) Das ständige Beleidigt sein ist in der Tat typisch deutsch.
@Marion
Vielleicht können Sie sich damit trösten, dass Sie nicht unter Prosopagnosie leiden! Diese neurologische Störung scheint her im Forum weiter verbreitet zu sein, als in der Durchschnittsbevölkerung. 🙂
Prosopagnosie: Wie häufig ist Gesichtsblindheit und was sind die Ursachen?
… und … „Der erste Eindruck zählt, der zweite bleibt.“
Verurteilt auf den ersten Blick? Über die Hintergründe und die Macht des ersten Eindrucks | In-Mind
Sie, lebe Marion, bewahren sich durch den „ersten Eindruck“, zu Recht, vor Reizüberflutung. Er hilft nämlich, Informationen einzuordnen, zu strukturieren … Manche Menschen bleiben bei diesem ersten Eindruck (Stereotypen) leider hängen. So wie ich Ihre Kommentare verstanden habe, gehören Sie nicht zu den Menschen, die in Stereotypen denken. Im Gegenteil, Ihnen sind alle Menschen wichtig und genau deshalb achten Sie auch auf persönliche Merkmale, Sie nehmen die Menschen in all ihren Unterschieden bewusst war, ohne zu (ver)urteilen. Das ist doch eigentlich genau das, was hier bei n4t immer wieder gefordert wird: Beachtung der individuellen Besonderheiten!
Hmmm, … nur darf man anscheinend mehrere Individuen nicht in Gruppen zusammenfassen…. Obwohl … das wird doch andererseits auch immer wieder gemacht: z. B. „die zynischen Lehrer“, die hier schreiben, ….
Ich persönlich glaube, mit Ihnen ist alles in Ordnung. Bei einigen anderen bin ich mir da nicht so sicher. 🙂
Danke 🙂
Ich habe Geschichte studiert und kann jetzt (aus dem Gedächtnis) hunderte relevante und wirkmächtige Sachverhalte der europäischen und deutschen Geschichte hervorkramen, die Sie garantiert noch nie gehört oder vor Jahrzehnten schon wieder vergessen haben.
Ich kann auch aus den Gebieten Dinge herauspicken, die Sie hier angeben Sie zu interessieren und für wichtig zu befinden und würde ein Sümmchen darauf wetten, dass Sie das ohne Google nicht würden beantworten können.
Und dann und und nun? Allgemeinbildung ja oder nein?
Und auch ich habe einen relevanten Teil des Faktenwissen aus den Grundkursen, vor allem bei denjenigen, die mich nicht interessierten, schon längst wieder vergessen.
Übrigens musste man zu meiner Zeit drei Fächer studieren, und obendrein dazu noch zig Fremdsprachennachweise erbringen, und ich kann das auch auf anderen Gebieten fortsetzen.
Wer oder was hat Sie dazu bewogen, Geschichte (auf Lehramt?) zu studieren? Hätten Sie dieses Fach auch studiert, wenn Sie in der Schule nicht mit Geschichte in Kontakt gekommen wären?
Und, dass Sie mehr Geschichtswissen haben, als ein Schüler oder die meisten anderen … Hmmm …. dafür haben Sie das ja studiert und das sollte dann doch etwas (mehr) als Allgemeinbildung erreichen. 🙂
Sie verlangen von Kindern, Jugendlichen qualitativ und wuantitativ Spezialwissen, deklarieren das als Allgemeinbildung und rümpfen erstens darüber die Nase, dass Kinder, Jugendliche das nicht haben und weigern sich zweitens beharrlich, anzuerkennen, dass es in die gegebenen Schulstunden nicht hereinpasst und konstruieren drittens eine Relevanz in der Lebensrealität der meisten Menschen, die nicht vorhanden ist.
Hmmm, woher kommt dann mein (Allgemein)Wissen (kein Spezialwissen!) zu diesem Thema? Ich habe nach dem Abi nicht Geschichte studiert, sondern Sonderpädagogik.
Und was die Relevanz in der Lebensrealität der meisten Menschen betrifft … wenn ich Nachrichten (DE und die gesamte Welt) verfolge und mit offenen Augen und Ohren durch Berlin z. B. gehe, mich mit meinen afghanischen Nachhilfeschülern, oder meinen jüdischen Freunden unterhalte …. dann nimmt die Relevanz in erschreckender Weise zu!
Aber wahrscheinlich ist nur meine Wahrnehmung gestört.
Dafür hauen Sie ganz schön viel stumpfe DDR-Nostalgie heraus und zeigen sich unfähig, Verbrechen Russlands in der Ukraine zu benennen, geschweige zu verurteilen (vielleicht aber auch nur aus Angst vorm Boss 😉 )..
„Wie sollen Schüler Demokratie lernen, wenn Sie nichts über die Geschichte wissen, die im Laufe der Jahrhunderte dazu führte?“
Wenn Sie unterstellen, es würde „nichts“ gelehrt, könnte etwa die Schule auf dem richtigen Weg sein? 😛
????
Möchten Sie Ihre Frage um Worte ergänzen, auf die geantwortet werden kann?
Oder drücken Sie sich wieder wie bei Ihrer Annahme, Zuse hätte vor wenigen Jahren noch geschrieben? 😉
Versuchen Sie doch einfach einmal in verständlichen Sätzen zu artikulieren, was genau Sie mir sagen bzw. mich fragen wollen. Bei der Gelegenheit können Sie mir auch gleich noch erklären, wie Sie hier auf „stumpfe DDR-Nostalgie“ und Putin und den Ukraine-Krieg kommen.
Falls Sie noch ein Totschlag-Argument brauchen, weil Sie keine besseren Argumente haben – Sie haben hier in diesem thread noch zwei Ihrer, ansonsten so gern immer wieder benutzten, d…lichen Argumente noch nicht verwendet:
Also los! Da geht doch noch was! Ich bin gespannt! 🙂
Wie, Potschemutschka war bei den Bauernkriegen dabei? (Spaß)
Es ist deshalb relevanter, weil die Reformationszeit hier, direkt bei uns, in unsere heutige Zeit hineinwirkt.
Aufgrund der Ereignisse damals gibt es heute außer Katholiken auch noch Protestanten.
Und diese revolutionären Ereignisse, die zur Spaltung der katholischen Kirche und zur Erosion ihres alleinigen Machtanspruchs führten, haben ihren Ursprung in einer Region, die heute Teil des Staatsgebildes ist in dem wir leben.
DESHALB ist es FÜR UNS relevanter als der Vertrag von Tordesillas und nicht weil Potschemutschka es kennt.
Für Portugiesen, Spanier und Brasilianer werden hingegen die Reformationszeit und die Bauernkriege von eher geringer Relevanz sein, dafür wissen die möglicherweise a bissel mehr über diesen Vertrag.
Er hat genau so viel oder so wenig Auswirkungen wie die Frage, an welche Staaten Polen vor 1990 grenzte oder wie viele Wasserstoff Isotope es gibt.
Weiter oben wurde die These aufgestellt, dass man so etwas wissen müsse, um die Welt zu verstehen.
Damit könnte man zumindest verstehen, warum man in Brasilien portugiesisch spricht und nicht spanisch, wie man es vielleicht erwarten würde.
Ich habe nicht gesagt, dass man wissen müsse, an welche Staaten Polen vor 1990 grenzte.
Diese Frage diente mir lediglich als Beispiel dafür, zu erläutern, dass ich es schon für sinnvoll erachte, Kindern/Jugendlichen an deutschen Schulen ein bisschen was über die nähere Vergangenheit zu vermitteln, da diese Vergangenheit die politischen Debatten in diesem Land bis heute prägt und somit sehr wohl eine gewisse Relevanz für das Leben der Menschen hier hat. Mehr zumindest, als der Vertrag von Tordesillas.
Der hat möglicherweise für Spanier, Portugiesen und Brasilianer eine höhere Relevanz.
Natürlich muss niemand die von Ihnen zitierte Frage beantworten können. Aber will man sie beantworten, hilft es einem durchaus, wenn man schon mal was vom Mauerfall und dem Zusammenbruch der kommunistischen Staaten Osteuropas gehört hat.
Ich fasse es nicht, dass es Leuten tatsächlich als völlig überflüssig erscheint, solche Themen im schulischen Rahmen zu behandeln.
Wenn man etwas mehr über die europäische Geschichte weiß, besonders auch über die russische, polnische, ukrainische …, versteht man manche Probleme der heutigen Zeit besser (und hätte manches vielleicht vorausahnen und evtl. verhindern können).
Russland Geschichte – Übersicht – Zusammenfassung – kurz gefasst
Geschichte der Ukraine im Überblick | Die Ukraine – ein Land zwischen West und Ost | bpb.de
Polen Geschichte – Übersicht – Zusammenfassung – kurz gefasst
„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.“
Vielleicht sollte man auch etwas mehr über die chinesische Geschichte lernen. Das wäre im Hinblick auf die geopolitische Machtarchitektur wahrscheinlich relevanter.
Da bieten sich die Opiumkriege an, wenn man das historische Verhältnis Chinas zum „Westen“ etwas näher durchdringen möchte.
Osteuropa sprechen Sie an. Ich habe ich der Schule gelernt und darüber hinaus, dass wir den kalten Krieg gewonnen haben, Russland unser Partner ist, (Süd-)Osteuropa EU und Nato beigetreten sind und alles Chico ist.
Ich habe auch gelernt, dass Putin ein ausgesprochener Freund Deutschland und Europas ist, was auch so war, solange Schröder noch Kanzler war.
In meinem Studium habe ich etwas über den großen nordischen Krieg gelernt, über die Krimkriege, den siebenjährigen Krieg, worüber ich sogar eine Seminararbeit geschrieben habe…Inwieweit erklärt mir das jetzt Putin?
Aber ich habe tatsächlich etwas oder viel über osteuropäische Völker und deren Volkseelen gelernt:
Ich hatte einmal einen Professor aus dem Baltikum, der witzigerweise einmal Verteidigungsminister Estlands war. Der hatte einige Insights und Anekdoten über die (gedemütigte) baltische Volksseele und deren eingeborener Angst vor russischer Expansion.
Ich war einmal geschäftlich ein paar Wochen unterwegs und hatte ein Zimmer in einer Unterkunft, in der überwiegend polnische Monteure lebten.
Dort habe ich sehr viel über die polnische Volksseele und die politischen Einstellungen und Positionen gelernt, insbesondere habe ich gelernt, dass sie die Russen hassen, was mich überraschte, da ich annahm, dass sie nach meinem damaligen Verständnis von jüngerer Geschichte die Deutschen hassen müssten.
Aufgrund dieser Erfahrung wundern mich im Gegensatz zur deutschen Presselandschaft und zum deutschen „Bildungsbürger“ deren Wahlentscheidungen nicht.
Ich hatte einmal einen deutschrussischen Nachbarn, der mir auch vir dem Hintergrund des russischen Überfalls ständig von Putin vorschwärmte und habe aktuell einen ukrainischen Nachbarn der mir ständig etwas vom korrupten „Juden“ Selensky erzählt.
Habe ich alles nicht in der Schule gelernt. Ich hätte aufgrund meines Schulwissens auch nicht diverse (Süd) Osteuropäische Länder nicht bereits so dern aufgrund des Interesses, was einige dieser Begegnungen in mir geweckt hatten.
„Habe ich alles nicht in der Schule gelernt.“
Dafür ist Schule ja auch nicht da. Aber wer hat die Grundlagen dafür gelegt, dass Sie sich für eine (bzw. 3) bestimmte Studienrichtung(en) entschieden haben? Sind Ihre interessanten Lebenserfahrungen/ Erlebnisse, Ihre Studienaufgaben … auf eine „tabula rasa“ getroffen, oder haben Sie das alles mit dem verknüpft, was Sie in der Schule, beim Studium und im Laufe Ihres Lebens gelernt haben? Lernen ist ein lebenslanger Prozess und der beginnt mit guten Grundlagen und nicht erst in der Schule, sondern vom ersten Lebenstag an. Je besser, vielfältiger die Grundlagen, desto besser kann man Neues mit bereits Vorhandenem verknüpfen und dann verstehen. Aber das scheint in Zeiten von KI nicht mehr zu gelten. Ich bin halt noch old-school geprägt.
“Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.”
Volle Zustimmung. Das hat übrigens schon ein kluger Mann aus Jamaika mal so ähnlich formuliert.
„If you know your history. Then you would know where you coming from. Then you wouldn’t have to ask me. Who the heck do I think I am?“
@GBS-Mensch
Zu Ihrem Gas- bzw. Düngemittel-Beispiel hätte ich auch noch eine Frage: Welches Chemie-Grundlagenwissen sollte Schülern, Ihrer Meinung nach, vermittelt werden? Welche Stoffe man genau braucht, um verschiedene Dünger herzustellen? Oder eher grundlegendes Wissen über chemische Stoffe, verschiedene Reaktionen und Wechselwirkungen und evtl. Gefahren? Meiner Meinung nach sollten Schüler ein paar grundlegende Dinge aus dem Chemie-Unterricht wissen, ohne erst Google zu befragen, z. B. dass man Chlorreiniger nicht gleichzeitig mit Essigreiniger verwenden sollte. Das Herstellen von Mineral-Dünger werden wohl die wenigsten Menschen zu Hause praktizieren. Es kann aber durchaus nützlich sein, zu wissen, welche chemischen Stoffe fürs Pflanzenwachstum wichtig sind, wenn man seine Zimmerpflanzen pflegen will oder einen Garten hat (damit man weiß, welchen Dünger man kaufen sollte).
Auch für andere Bereiche im Alltagsleben ist es durchaus nützlich ein kleines bisschen an Chemie-Wissen im eigenen Kopf parat zu haben, ohne erst eine KI befragen zu müssen:
lll▷ Wo spielt die Chemie im Alltag eine Rolle? | | Chemieserver
Sie übersehen dabei in ihrer Sonntagsrede, dass wenig bis nichts davon in der Schule behandelt wird.
Stattdessen berechnet man Mol-Mengen.
Gut, wenn man sich für Mayonnaise oder Sauce Hollandaise interessiert, kann das Wissen über eine Emulsion schon interessant sein. So das dürfte so ziemlich der Lehrplan des ersten Jahres Chemie sein und danach wird das vor lauter Langeweile abgewählt, wenn überhaupt noch mehr als ein oder zwei Jahre Chemie gegeben wird und
Wenn es überhaupt noch Chemieunterricht gibt und nicht NaWi.
Die Chemielehrer hier mögen nachsichtig sein, wenn ich da nicht mehr auf dem neuesten Stand bin.
Aber machen wir uns mal ehrlich: wieviel von dem gelernten Schulstoff weiß man denn noch, wenn man das nie wieder gebraucht ha?. Ich hatte zusätzlich noch Diff.-Chemie und ich weiß exakt null von allem Gelernten heute nach 30-35 Jahren.
„…wieviel von dem gelernten Schulstoff weiß man denn noch, wenn man das nie wieder gebraucht….“
Stimmt! Aber, falls man es doch, wider Erwarten, mal braucht? Okay, ich kann KI fragen oder googeln. Verstehe ich das dann aber und kann es richtig einordnen, wenn da Null-Ahnung vorhanden ist?
Beispiel: „der Vertrag von Tordesillas“ – kannte ich nicht, wollte ich aber wissen – also gegoogelt – hätte ich kein Grundlagenwissen in Geographie, Geschichte, Politik …. hätte ich nach dem Lesen des ersten Absatzes aufgegeben und mir gedacht: „Egal! Was geht es mich an.“
Aber klar, wer nicht über den Tellerrand schauen will und schon in sehr jungen Jahren genau weiß, wie sein Leben weitergeht und dass sich keine neuen Interessen bei ihm entwickeln werden und er auch nicht plötzlich mit Neuerungen in Beruf und Gesellschaft konfrontiert wird, die vielleicht doch andere Dinge, breiteres Wissen erfordern … naja, dann … kann man ja KI fragen … und da bin ich wieder am Anfang: „Verstehe ich das dann aber und kann es richtig einordnen, wenn da Null-Ahnung vorhanden ist?“
Und erst die Studieninhalte oder der Berufsschulstoff.
„Breite Allgemeinbildung ist überflüssig, gibt ja Google und KI.“
Finde ich auch ziemlich erschreckend.
Ich muss allerdings auch immer grinsen, wenn jemand versucht meine Argumentation mit Dingen zu widerlegen, die augenscheinlich von so einer ungeprüften Google-KI stammen müssen, während ich auf die Daten von Primärquelle verweisen kann.
Wenn Ihre Quellen stimmen 😉
Genau.
Da Sie sich ja beharrlich weigern Primärquellen wie z.B. die PKS von 1990 -1999 zu Rate zu ziehen und stattdessen lieber auf Narrative vertauen wollen, werden Sie es wohl nicht herausfinden.
https://www.news4teachers.de/2026/02/verhindern-strafandrohungen-dass-kinder-zu-gewalttaetern-werden-streit-um-muendigkeitsalter/#comment-782203
Dann verlinken Sie doch Ihre Primärquellen 😉
Nachtrag: Da ist mir doch glatt wieder ein Satz total entglitten:
„Halten sie es tatsächlich für überflüssig, in Schulen die unselige Zeit zwischen 1933 und 1945 nur noch mit Schülern zu thematisieren…….“ Da habe ich einen Satz angefangen und während des Schreibens umgedacht, sorry.
Streichen Sie das Wort „überflüssig“ und fügen stattdessen das Wort „richtig“ ein. Dann ergibt es wieder Sinn.
„… in der ein Großteil der Menschen nicht mehr gebraucht wird und Menschen nur noch réussieren,…“
Meinen Sie das ernst? Dann entfallen aber auch die heftigen Klagen, dass uns ein Mangel an Arbeitskräften droht, wenn die Baby-Boomer in Rente gehen. Also müsste man auch die Notwendigkeit der Zuwanderung neu bewerten. Aber in der Tat: Bereits jetzt sieht es so aus, als ob viele Hochschulabsolventen keinen passenden Job mehr finden. Gesucht werden noch Leute, die für wenig Geld viel arbeiten wollen. In vielen Restaurants sucht man Aushilfen, in vielen Supermärkten sucht man Leute für die Kassen, Busfahrer im Schichtdienst werden wohl auch noch gesucht (von wegen „Lebensfreude“ und „Talentkurve“). Aber die Top-Manager, Profifußballer und Fernseh-Showmaster wollen weiter ihre Millionengehälter und denken wohl nicht daran, sich gegenseitig überflüssig zu machen. 🙂
Selbstverständlich meine ich das ernst und da reden wir nicht einmal über KI:
„Goodbytz: Deutsches Start-up ofertigt Container-Küche für den Kriegseinsatz“ https://www.wiwo.de/unternehmen/mittelstand/goodbytz-deutsches-start-up-fertigt-container-kueche-fuer-kriegseinsatz/100207550.html
Ich habe vor einiger Zeit nebenbei Werbetexte geschrieben (machen jetzt LLMs) und häufig genau für solche Konzepte.
Bereits vor über zehn Jahren war es technisch möglich, Lager oder Fabriken vollautomatisch zu betreiben.
In Deutschland hatte man seinerzeit nicht im großen Stil darin investiert, weil Lohn- und Energiekosten vergleichsweise billig waren und die Investition in solche Systeme nicht rechtfertigten. Das sieht jetzt wohl ein bisschen anders aus.
Und wie gesagt, dazu braucht man noch nicht einmal KI, lediglich eine Schnittstelle zwischen Hardware und Software.
Und jetzt dürfen Sie auch noch KI in die Gleichung integrieren.
In Deutschland sind gewisse Dinge noch nicht verbreitet, aber reisen Sie einmal ein paar Länder weiter.
Ich war neulich im Baltikum und da gibt es mehr SB-Kassen (bei denen man sogar mit Bargeld bezahlen kann) im Supermarkt als klassische Kassen und zwischendrin fährt ein Reinigungsroboter durch die Gegend.
Sieht ein bisschen aus wie ein Dalek aus Dr. Who.
Und insbesondere im Baltikum geht man mit gutem Beispiel auf dem Gebiet der digitalisierten Behördendienstleistungen voran.
Ja, der Arbeitsmarkt der Zukunft wird wohl mit zehn bis zwanzig Prozent der jetzigen man Power auskommen.
Wer entscheidet besser – Mensch oder KI? Eine Studie
Ein sehr interessanter Artikel, mMn.
„Ja, der Arbeitsmarkt der Zukunft wird wohl mit zehn bis zwanzig Prozent der jetzigen man Power auskommen.“
Aber heißt das nicht, dass eine sinkende Bevölkerungszahl dafür sinnvoll wäre, z.B. durch weniger Geburten und weniger Zuwanderung? Stattdessen hören wir hier immer Warnungen davor, dass in Zukunft ein erheblicher Mangel an Arbeitskräften ausbrechen werde. Das müsste wohl von den „Zukunftsforschern“ mal geklärt werden: Arbeitskräftemangel oder Massenarbeitslosigkeit?
Schulen mit Schwerpunkten finde ich gut. Das Menschen nicht mehr gebraucht werden, falls ein Precht das gesagt haben sollte, trifft vielleicht auf das Precht’sche Milieu aus „Medienschaffenden“ zu. Wäre typisch, vergessen wer die Drecksarbeit für sie macht, so selbstverständlich ist das für die. Roboter, selbst wenn sie bald dazu in der Lage wären, sind viel zu teuer dafür. Er kann sich ja mal anschauen wie Rohstoffe gewonnen werden, oder Recycling stattfindet, oder Konsumgüter in Asien für den europäischen Markt hergestellt werden.
Wo verstecken sich nur die Deutschlehrerinnen/ Germanistinnen, für die engagierter Umgang mit Literatur mehr ist als Abarbeiten vorgegebener Arbeitsmaterialien, die Theaterstücke inszenieren, … ? Lange, lange ist es her
Habe gerade den ‚Habe- nun – ach…..und-bin-so-klug-als-wie-zuvor
– Prolog mit 11ter gelesen ( ist aktueller denn je); macht immer wieder Spaß.
Passt richtig schön zum Thema, immer wieder
„Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh’ ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar,
Und ziehe schon an die zehen Jahr’
Herauf, herab und quer und krumm
>>Meine Schüler an der Nase herum – 🙂
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen. “
Medienwerkstatt Mühlacker
Bedeutung
Faust hat sich intensiv mit allen damals verfügbaren akademischen Disziplinen beschäftigt, doch sein Durst nach wahrer Erkenntnis („was die Welt im Innersten zusammenhält“) ist ungestillt. Er erkennt, dass reines Bücherwissen ihn nicht weiterbringt, was ihn in eine tiefe Lebenskrise stürzt und ihn letztlich dazu treibt, sich der Magie und dem Pakt mit Mephisto zuzuwenden. “
ARD alpha
KI inside
Ändert aber nichts an Gretchens Schicksal. Und warum erinnert mich das jetzt an die Berichte über sexuelle Gewalt auf dem Ärztekongress.
Hochschulabschluss und ethisches Verhalten sind eben nicht zwangsläufig miteinander vereinbar.
Behaupte ich auch nicht – Schülerinnen interessiert aber mehr „dass reines Bücherwissen nicht weiterbringt“
oder
Der [moderne] „Pakt mit Mephisto“
= in Form von andere mobben, um besser zu erscheinen oder TikTok als Anstifter für vieles……
Und ich dachte Mephisto ist eine untergegangene Schuhmarke.
Den neuen Umfragen zufolge übernehmen die Blauen bald die Bildungs-und andere Ministerien. Die sagen uns dann, was wir zu tun haben und zu lassen. Und uns Lehrkräften, die wie ja immer ach so mutig (nicht) sind, vergehen das Hören und das Sehen. Und wir werden braven Beamten gemäß das Maul halten.