Start Kita Rätsel um (kurz) verschwundenes Kleinkind: Wer hob Zweijährigen über den Kita-Zaun?

Rätsel um (kurz) verschwundenes Kleinkind: Wer hob Zweijährigen über den Kita-Zaun?

5
Anzeige

HALDENSLEBEN. Ein zwei Jahre alter Junge wird im Umfeld einer Kita von einer Passantin entdeckt. Wie das Kleinkind über den Zaun der Einrichtung kommen konnte, bleibt ein Rätsel. Die Polizei ermittelt.

Eine Spur? (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Nach dem kurzzeitigen Verschwinden eines Zweijährigen aus einer städtischen Kita in Haldensleben (Sachsen-Anhalt, Landkreis Börde) ermittelt die Polizei wegen Entziehung Minderjähriger. Das bestätigte ein Sprecher des Polizeireviers Börde. Einen neuen Ermittlungsstand gebe es zu dem Vorfall in der Kreisstadt, die knapp eine halbe Stunde nordwestlich von Magdeburg liegt, bislang nicht.

Der Junge war am vergangenen Freitagmorgen spurlos aus dem Garten der städtischen Einrichtung verschwunden, der durch einen 1,50 Meter hohen Zaun gesichert ist. Kurze Zeit später sei er von einer Frau aufgegriffen worden. «Die Frau hat das Kind rund 50 Meter entfernt allein nahe einer Bushaltestelle vor dem Garten der Kita aufgefunden. Sie hat zunächst die Polizei verständigt und das Kind anschließend zu der Kita zurückgebracht», berichtet Lutz Zimmermann, Pressesprecher der Stadtverwaltung.

Stadt-Sprecher: «Junge kann nicht allein herausgekommen sein»

Wie das Kind über den Zaun des Geländes gelangen konnte, sei nach wie vor ein Rätsel. Zum fraglichen Zeitpunkt sei es mit 44 anderen Kindern auf dem Außengelände der Kita gewesen. Acht Erzieherinnen hatten demnach Aufsicht. Alle Türen seien verschlossen gewesen. Durch Büsche und Bewuchs seien nicht alle Bereiche des Spielplatzes jederzeit einsehbar, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Das solle insbesondere die Kinder vor neugierigen Blicken schützen.

Die Stadt habe sich das Gelände als verantwortlicher Träger nach dem Vorfall mehrfach angeschaut und alle Beteiligten befragt. Pflichtverletzungen des Personals oder eine mangelnde Sicherung des Geländes seien nicht festgestellt worden, heißt es weiter. «Wir haben da nichts gefunden, was irgendwie eine Möglichkeit bieten würde. Eigentlich kann der Junge nicht allein herausgekommen sein», bilanziert Stadt-Sprecher Zimmermann.

Die Kita-Leitung und die Verwaltung würden den Vorfall sehr ernst nehmen. Die Eltern seien über den Vorfall informiert worden, ebenso das Jugendamt des Landkreises. Stadt und Polizei suchen nun Zeugen, die das Verschwinden des Kindes eventuell beobachtet haben. News4teachers / mit Material der dpa

Wie gemein ist das denn? Einbrecher klauen Bobbycars aus Kindertagepflege

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei
5 Kommentare
Angelika Mauel
26 Tage zuvor

Der Junge wurde mit nassen Strümpfen gefunden und das Fehlen seiner Schuhe hat wohl mit dazu beigetragen, dass vermutet wurde, der Junge sei entführt worden. Gerade die Füße von jüngeren Kindern sind aber noch sehr biegsam und ich frage mich, ob der Junge es nicht doch geschafft haben könnte, ohne sie unbemerkt über den Zaun zu klettern. Eine genauere Alternangabe, die auch die Monate beinhaltet, wäre sinnvoll gewesen. Die Schuhe wurden später doch noch auf dem Gelände der Kita gefunden: https://www.rtl.de/news/haldensleben-sachsen-anhalt-ploetzlich-ist-er-weg-zweijaehriger-aus-kita-entfuehrt-id31193304.html

Ich würde grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass Kinder die Doppelstabmattenzäune nicht überwinden könnten. Von Kindern ab drei wiß ich, dass sie es geschafft haben. Manche Kitas sind deshalb dazu übergegangen im oberen Bereich ein paar bunte Plastikstreifen zwischen die Stäbe zu schieben, so dass es kaum noch möglich ist, weiter goch zu klettern. – Andere hängen leider Deko an den Zaun. So etwas kann dazu animieren, hoch zu klettern um das Gewünschte abzureißen.

Angelika Mauel
25 Tage zuvor

Da Polizisten berufsbedingt sportlich sind, frage ich mich, wie konkret sie sich den Kraftakt vorstellen, ein Kleinkind von außen über einen 1,50 Meter hohen Zaun zu ziehen.
Der Junge müsste die Arme hochgestreckt und mitgeholfen haben.
Es wäre vermutlich sehr ärgerlich für den Träger und auch die Stadt, wenn am Ende doch noch rauskäme, dass der Kleine es ganz allein über den Zaun geschafft hat.

Cornelia
25 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Das habe ich mir auch überlegt. Wie will bei dieser Zaunhöhe jemand von außen das Kind herausholen? Noch dazu, wenn das Kind nicht will?

Meinen eigenen Kindern hätte ich in diesem Alter schon zugetraut, diesen Zaun alleine zu überwinden. Sie waren sehr agil und leicht und kletterten außergewöhnlich gern. Mein Sohn war noch nicht einmal 2 Jahre alt, als er im Schlafsack und im Dunkeln ohne Leiter auf das Stockbett kletterte. Und zwar sehr flink. Kleine Kinder sind sehr verschieden. Was die meisten noch nicht können, können trotzdem ein paar wenige.

Es wäre in dem Zusammenhang interessant zu wissen, wie das Kind sich sonst verhält. Ob es lebhaft ist und gut laufen und klettern kann, oder ob es lieber sitzt und spielt, wie früh es laufen gelernt hat, usw.

Angelika Mauel
24 Tage zuvor
Antwortet  Cornelia

Ja, aber auf diese wichtigen Fragen kann wegen des Datenschutzes nichts gesagt werden. – In dem Zusammenhang: Den Datenschutz zu verletzten – kann das nicht manchmal eine Art geistiges Ausbüxen aus zu eng gesetzten Grenzen sein?

Was ich schlimm finde: Wenn Eltern und Fachkräfte meinen, nur weil der Zaun so aussieht, als sei es unbequem und unangenehm an den Füßen über ihn zu steigen, Kinder würden dies deshalb nicht tun. Es sind schon Kinder über solche Zäune unbemerkt abgehauen und auch unbemerkt wieder zurück gekommen. Solche Zäune – nur höher – wurden auch auf Dachterrassen von mehrgeschossigen Kitas ohne Garten verwandt, Man findet sie an Bahnlinien, an stark befahrenen Straßen und auch an Gewässern, wie dieses Bild der Kita Eiserfeld zeigt. https://wirsiegen.de/2025/03/neue-kita-in-eiserfeld-keg-startet-zukunftsweisendes-bauprojekt/410157/
Politker mehrerer Parteien waren stolz darauf, diese Kita auf den Weg gebracht zu haben. Seht euch das Bild an, wenn ihr es noch nicht kennt! Immerhin hat man am Ende darauf verzichtet, Kinder „ab 0“ aufzunehmen. Die Kita wurde auch erst später als geplant zum ersten Februar eröffnet. Vermutlich weil das Außengelände noch nicht fertig war. (Und wenn es fertig gewesen wäre, wäre es wohl kaum zu dem verhängnisvollen Ausflug am 17.3 gekommen, der zum Tod eines drei Jahre alten Jungen geführt hat.

Was könnten die ErzieherInnen der DRK-Kita Eiserfeld sagen, wenn sie nicht „im Hinblick auf laufende Ermittlungen“ und „den Datenschutz“ und arbeitsrechtliche Verpflichtungen zur Verschwiegenheit das tun, was von ihnen erwartet wird. Bloß nichts sagen zu dem, was zu diesen Ausflug mit einer ungewöhnlich großen Gesamtgruppe geführt hat.