
Die Zahl der erfassten rechtsextremistischen Straftaten an Schulen und Berufsschulen ist in Sachsen-Anhalt angestiegen. Es handele sich um einen bundesweiten Trend, erklärte das Bildungsministerium in Magdeburg auf eine Kleine Anfrage des Linken-Landtagsabgeordneten Stefan Gebhardt. Für das Jahr 2023 wurden 74 rechtsmotivierte Straftaten an Schulen registriert, für 2024 bislang 176, wie aus einer mitgelieferten Auflistung hervorgeht. Die Erhebung für 2024 sei noch nicht abgeschlossen. Aufgrund von Nachmeldungen könne sich die Anzahl deutlich verändern, so das Ministerium.
Stefan Gebhardt erklärte, ihn machten die Zahlen fassungslos. Die enorme Steigerung sei besorgniserregend und müsse die Landesregierung zum Handeln zwingen. «Durchschnittlich fast eine rechtsextrem motivierte Straftat je Schultag ist viel zu viel und unerträglich.» Schulen sollten Raum des Lernens, der Verständigung, der Diskussion und der Bildung sein. «All dies steht auf der Kippe, wenn ein Klima der Angst Einzug hält, egal ob durch menschenverachtende Worte, Taten oder Symbole.» Aus Gebhardts Sicht sind mehr politische Bildung, Schulsozialarbeit und mehr Debattenräume gefragt.
Propagandastraftaten nehmen der Antwort auf die Kleine Anfrage zufolge den größten Teil der Delikte ein. «Insbesondere sind Taten dazuzurechnen, wenn Bezüge zu völkischem Nationalismus, Rassismus, Sozialdarwinismus oder Nationalsozialismus ganz oder teilweise ursächlich für die Tatbegehung waren.»
“Die etablierten und szene-immanenten Anknüpfungspunkte wie Fremdenfeindlichkeit und der damit eng verbundene Rassismus werden situationsbedingt für Agitationszwecke genutzt”
Bildungseinrichtungen gerieten auch in den Fokus der rechtsextremistischen Szene, «deren zunehmende fremdenfeindliche Propaganda gegen die Asyl- und Migrationspolitik der Bundesregierung einen Einfluss auf Schulen entfalten kann». Die «etablierten
und szene-immanenten Anknüpfungspunkte» wie Fremdenfeindlichkeit und der damit eng
verbundene Rassismus würden situationsbedingt für Agitationszwecke genutzt.
Öffentlichkeitswirksame Vorfälle und Straftaten unter Beteiligung von Personen mit Migrationshintergrund etwa würden in diesem Zusammenhang intensiv in den Sozialen Medien thematisiert und im virtuellen Raum geteilt. Über diese virtuellen Kanäle und mit szenetypischen Zeichen und Symbolen versuchten Rechtsextremisten auch bei jüngeren Menschen anschlussfähig zu werden, hieß es.
Es gelte allerdings auch zu berücksichtigen, dass Schulen als Tatort regelmäßig auch außerhalb der regulären Zeiten des Schulbetriebs für rechtsextreme bzw. verfassungsfeindliche Handlungen von schulfernen Personen missbraucht würden. «Die Anwendung schulischer Ordnungs- oder Erziehungsmaßnahmen ist nur möglich, wenn
die verursachenden Personen der Schülerschaft angehörigen und diese als Verursachende
bekannt sind. In diesem Zusammenhang kamen in den Jahren 2023 und 2024 in 64 Fällen
schulische Ordnungs- und /oder Erziehungsmaßnahmen zur Anwendung.»
Das Innenministerium war an der Beantwortung der Kleinen Anfrage beteiligt. News4teachers / mit Material der dpa
Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert (Auszug):










Jede Tat (aus jeder Richtung) ist zu viel.
Die Steigerung klingt nichg gut, aber ist es eine echte Steigerung seit z.B. 2000?
Ich will hier nichts schönreden, aber reden wir hier mehr über ernüchternde “Normalität” oder ist das eine echte Ausnahmesituation?
es gibt immer noch zu viele, die relativieren, bagatellisieren, es als Einzelfälle abtun
man schaue auf die Berichte des letzten Jahres
oder eben auf das Jahr 2000
oder – da es ja explizit um Schulen geht – 2003
Was wird getan?
Nicht viel.
Verfahren eingestellt. Bei Wiederholungstätern Sozialstunden.
Schule gegen Rassismus – auch nur schöner Schein
“Das Logo an der Schulwand bedeutet: An dieser Schule erklärten mindestens 70 Prozent der Schulmitglieder in einer geheimen Abstimmung, „ich werde mich aktiv gegen Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, einsetzen.“
Diese Abstimmung muss wohl aller paar Jahre mal wiederholt werden.
Überprüfen, ob dieser Selbstverpflichtung inhaltlich nachgekommen wird, tut niemand.
Lippenbekenntnisse
Nutzlos!
So negativ betrachte ich dies nicht, aber es würde meinen Eindruck bekräftigen, dass es sich mehr um eine (bedauerliche) “Normalisierung” handelt -__-
“Aufgrund von Nachmeldungen könne sich die Anzahl deutlich verändern, so das Ministerium.”
Nimmt man dann noch die Fälle dazu, die niedergebügelt werden, um Ruf und Ansehen von Schulen nicht zu belasten,
kommt man
aufs ??Dreifache ? ( s. Spreewald )
Die Dunkelziffer könnte erschreckend sein.
Von den nicht gemeldeten Hakenkreuzen oder gespiegelten Hakenkreuzen auf den Schülertoiletten ganz zu schweigen …
……und den skurrilen Folgen der Schmierereien
z.B. Handlungsleitfäden (42 Seiten)
https://www.moz.de/nachrichten/brandenburg/schule-in-brandenburg-so-sollen-lehrer-nun-mit-hakenkreuz-schmiererei-und-gewalt-umgehen-71892947.html
Und der absolute Wahnsinn, richtig zum Abgewöhnen 🙂 zwar schon älter, aber ich wüsste da schon ein paar Städte, auch heute noch……
” Ein Lehrer muss 991,55 Euro Schadenersatz zahlen, weil er Hakenkreuze und andere Nazi-Symbole übermalt hat. Für ihn eine “demokratische Notwehrmaßnahme” – für die Stadt ein “ungeheuerlicher Vorgang”.
https://www.focus.de/politik/deutschland/ungeheuerlicher-vorgang-lehrer-uebersprueht-hakenkreuze-und-wird-dafuer-bestraft_id_4334752.html
Eine schlimme Entwicklung! Solche Entgleisungen kommen auch im Westen vor.
In Baden-Württemberg erfuhr die Öffentlichkeit von Schülern der bekannten Ernst-Reuter-Schule Karlsruhe, die während einer offiziellen Exkursion in der KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof(!) den sog. Hitlergruß zeigten:
https://bnn.de/karlsruhe/karlsruhe-stadt/waldstadt/karlsruher-schueler-sollen-in-kz-gedenkstaette-hitlergruss-gezeigt-haben
Widerlichste Auswüchse > KZ-Posing
” Im vergangenen Frühsommer schlich sich eine junge Frau auf das Gelände der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. 20.000 Häftlinge waren hier, auf einem Areal nahe der Stadt Nordhausen im heutigen Thüringen, während der Zeit des Nationalsozialismus ums Leben gekommen.
Zunächst kletterte die Frau im Außenbereich auf das Dach eines historischen Eisenbahnwaggons, ließ sich darauf von ihrer Begleitung fotografieren. Anschließend drang sie ins Krematorium ein, legte sich in mehrere Öfen und posierte erneut für Fotos.
Weil sie dabei ihren Personalausweis verlor, hatte die Polizei leichtes Spiel.”
Was kommt noch ?
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/schandungen-von-ns-gedenkstatten-der-angriff-auf-unsere-erinnerung-13075192.html
Da fehlts an allem – Bildung, Erziehung, Menschlichkeit, Empathie, ….
https://www.br.de/nachrichten/bayern/stiftungsdirektor-empoert-ueber-schaendung-von-kz-gedenkstaette,TFVhju3
Dieser Lehrer ist auch kein Vorbild für Schüler.
«Abgewrackte Schabracken»: Ermittlungen gegen AfD-Politiker
🙂 Danke @ AvL, werde ich gleich an ein paar ” abgewrackte Schabracken” weitergeben/ mailen.
Man merkt, auch Omas( gegen rechts) sieht die A*D als echten Gegner, zu Recht
Und was für einer: In Hamburg sorgten sie kürzlich für eine 20 000 Menschen starke Demo gegen den Faschismus der AfD.
In München organisierten Sie maßgeblich die letzte große Demo mit.
Und für den Unnterricht sind sie auch gut zu gebrauchen. Es kommen Mitglieder, die z.B eine Superverfassungsviertelstunde zur Demokratie, am Beispiel Ihrer oder anderer Tätigkeiten gestalten.
Leider ist er Gymnasiallehrer für Physik und Mathematik.
Die Vermittlung von mitmenschlichem Respekt gegenüber
älteren Mitmenschen scheint diesem Herrn entgangen zu sein.
Das gleiche gilt auch für syrische Flüchtlinge.
„Schabracken“-Entgleisung der AfD: „Omas gegen Rechts“ wehren sich mit offenem Brief