Start Aus den Verbänden Warnstreik vor Tarifrunde: GEW erhöht Druck auf Länder (auch Schulen betroffen)

Warnstreik vor Tarifrunde: GEW erhöht Druck auf Länder (auch Schulen betroffen)

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BERLIN. Kurz vor der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifstreit der Länder haben in Berlin rund 5.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes gestreikt. Unter ihnen waren auch zahlreiche Beschäftigte aus Schulen, Kitas und Hochschulen, zu denen die GEW Berlin aufgerufen hatte. Mit dem Warnstreik wollen die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, die bislang kein Angebot vorgelegt haben.

Die Demonstration führte vom Dorothea-Schlegel-Platz über die Friedrichstraße und Unter den Linden bis zum Roten Rathaus. Dort machten die Gewerkschaften im Rahmen einer Kundgebung auf ihre Forderungen aufmerksam. Aus Sicht der GEW ist die Lage insbesondere im Bildungsbereich angespannt.

„Bis jetzt liegt kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber im Tarifstreit der Länder vor. Gerade im Bildungsbereich in Berlin haben die Beschäftigten mit den Warnstreiks ein deutliches Zeichen gesetzt: Tagtäglich tragen sie in Kitas, Schulen und Hochschulen enorme Verantwortung und halten den Betrieb auch unter zunehmend schwierigen Bedingungen aufrecht“, erklärte der Vorsitzende der GEW Berlin, Gökhan Akgün.

„Ein ernsthaftes und angemessenes Angebot ist überfällig und muss der Belastung, der Verantwortung und dem Einsatz der Beschäftigten gerecht werden“

Die Belastung der Beschäftigten werde durch die besonderen Bedingungen in der Hauptstadt zusätzlich verschärft. „In einer Stadt mit explodierenden Mieten und massivem Fachkräftemangel bleibt unsere Erwartung an die Arbeitgeber klar: Ein ernsthaftes und angemessenes Angebot ist überfällig und muss der Belastung, der Verantwortung und dem Einsatz der Beschäftigten gerecht werden“, so Akgün weiter.

Der Warnstreik fand im Vorfeld der zweiten Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder statt, die am 15. und 16. Januar in Potsdam fortgesetzt wird. Die erste Verhandlungsrunde im Dezember war ohne Annäherung geblieben.

Die Gewerkschaften fordern für die Tarifbeschäftigten der Länder sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Zudem verlangen sie Verbesserungen für studentische Beschäftigte sowie höhere Zuschläge. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. News4teachers 

Auftakt der Länder-Tarifrunde: Arbeitgeber legen kein Angebot vor – Lehrerverbände empört

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Lampedusa
1 Monat zuvor

Zusammen mit den anderen Gewerkschaften waren es immerhin Tausende, die teilnahmen. Von 5000 ist die Rede. Es gibt allerdings etwa 150.000 Angestellte im öffentlichen Dienst in Berlin. Wenn davon doch nur die Hälfte am Streik teilgenommen hätte!!!

Onliner
1 Monat zuvor
Antwortet  Lampedusa

Aber beim Meckern und Kritisieren sind die meisten dabei!

real_anka
1 Monat zuvor
Antwortet  Lampedusa

Warum sollten sie auch?
Damit das Einkommensgefälle zw. Angestellten und Beamten weiter wächst?
Für ein, zwei Tage unterrichtsfrei in der Kälte?
Preisfrage: was haben demm die Gewerkschaften tolles geleistet (speziell) für Angestellte? Genau: die Erfahrungsstufe 6. Bravo! Danke vielmals.
Stufengleiche Höhergruppierung: Nein.(Bei Beamten* selbstverständlich)
Angleichung des Nettos? Nööö.
Erhöhung der Kinderzulage? Welche Zulage?
etc. pp.

Sonnenschein
1 Monat zuvor
Antwortet  real_anka

Finde ich auch. Wir angestellte Lehrer sollen nun auch noch für die Beamten höhere Gehälter erstreiken?

Siebenstern
1 Monat zuvor

Naja, die Beamten bekommen eine Nachzahlung und die Angestellten streiken, damit noch eine Gehaltserhöhung oben drauf kommt. Was tun die Beamten für uns?

Peter Parker
1 Monat zuvor
Antwortet  Siebenstern

Sie streiken doch nicht für Beamte, sondern für die Tarifbeschäftigten!
Die Beamte können sich ihre Amtsangelmessene Besoldung im Zweifel vor Gericht einklagen.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Peter Parker

Schön wär’s ja:)

Sonnenschein
1 Monat zuvor
Antwortet  Peter Parker

Die Tarifergebnisse werden immer auf die Beamten übertragen. Es streiken also die Angestellten für die Beamten, obwohl sie selber dann viel weniger davon haben.

Realistin
1 Monat zuvor

17 % wegen der hohen Inflation
4-Tage Woche
30 % online-Unterricht
jetzt

Siebenstern
1 Monat zuvor
Antwortet  Realistin

Waren Sie beim Streik dabei oder schauten Sie sich alles gemeinsam mit Petra gemütlich per LiveCam an?

Petra OWL
1 Monat zuvor
Antwortet  Siebenstern

bitte?
Ich setze mich sehr für die Rechte des Lehrpersonals ein.
Mir liegt die Schule sehr am Herzen, aber besonders die Bedingungen für Schüler und Lehrer!

Sonnenschein
1 Monat zuvor
Antwortet  Petra OWL

Naja, vom PC aus und das ist dann auch schon alles. Haben Sie je an einem Streik oder einer Kundgebung (nach der Arbeit) teilgenommen. Rhethorische Frage. Wir können die Antwort ja eh nicht überprüfen.

Willigeroth
1 Monat zuvor

Ich finde es nicht mehr in Ordnung. Jedes Jahr der Streik. Die im öffentlichen Dienst verdienen schon genug. Aber was soll’s, die schon genug haben wollen immer mehr. Keiner stellt sich die Frage, wie das noch finanziert Werder soll. Preise steigen.. insoweiter

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Willigeroth

Genau – dass das zwei vollkommen unterschiedliche Tarifbereiche sind, für die jeweils etwa alle zwei Jahre (laufzeitabhängig) verhandelt wird, müsste mittlerweile Allgemeinwissen sein. Das es die ÖTV nicht mehr gibt und auch der BAT Historie ist, ist Ihnen bekannt?

Sonnenschein
1 Monat zuvor
Antwortet  Willigeroth

Es ist immer so. Es gibt eine Gehaltserhöhung und dann steigen die Preise so sehr, dass es wieder eine Gehaltserhöhung geben muss, wonach dann aber wieder die Preise steigen, sodass es dann wieder eine Gehaltserhöhung geben muss usw.-usw.

Wer hat eigentlich damit angefangen?

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Sonnenschein

Wer hat eigentlich damit angefangen?“ War dann wohl Putin, als er in der Ukraine einmarschiert ist. Die anschließenden exorbitanten Inflationsraten sollte man noch in Erinnerung haben, ebenso die weit unter Inflationsrate liegenden Gehaltserhöhungen in dieser Zeit. In dem Fall sind also die Preise deutlich vor den Löhnen gestiegen.