KIRCHBERG AN DER JAGST. Wie müssen Schulen gestaltet sein, damit Lernen überhaupt gelingen kann? Die Antwort liegt nicht nur im Unterricht, sondern auch in den Räumen, in denen er stattfindet – und in der Frage, wie viel Bewegung sie zulassen oder verhindern. Klassenzimmer, die Stillstand erzwingen, und Schulrhythmen, die gegen biologische Grundlagen arbeiten, bremsen Lernen systematisch aus. Der folgende Beitrag stammt von Alexander Franz, Leiter der renommierten Schloss-Schule Kirchberg, eines staatlich anerkannten privaten Gymnasiums mit Internat in Baden-Württemberg – der Text ist Teil zwei einer Reihe, in denen Franz „Zehn Hebel für die Schule der Zukunft“ beschreibt.
Hier geht es zurück zum ersten Teil der Reihe.

Zehn Hebel für die Schule der Zukunft (4 und 5)
4. Warum unsere Klassenzimmer das Lernen behindern – und der Raum zum dritten Pädagogen werden muss
Betritt man moderne Unternehmen, sieht man New Work: Open Spaces, Rückzugsorte, flexible Möbel sowie Zonen für Austausch und Konzentration. Betritt man viele Schulen, sieht man dagegen noch immer lange Flure, geschlossene Türen und starre Sitzreihen. Wir wollen Kinder auf das 21. Jahrhundert vorbereiten und sperren sie zugleich in eine Architektur des 19. Jahrhunderts. Das ist kein ästhetisches Problem, sondern ein pädagogisches.
In der Reformpädagogik, besonders in der Reggio-Pädagogik, wird der Raum seit Langem als „dritter Pädagoge“ verstanden. Neben den Lernenden selbst und den Lehrkräften wirkt der Raum aktiv auf Lernen, Verhalten und Interaktion (Malaguzzi, 1998). Auch die Bildungs- und Umweltpsychologie bestätigt, dass Räume Aufmerksamkeit, Stress, Interaktion und Denkqualität steuern (Barrett et al., 2015; OECD, 2011). Wer moderne Pädagogik will, kann die Flurschule nicht unangetastet lassen. Merksatz: Architektur ist nie neutral – sie unterrichtet immer mit.
Die Faktenlage zeigt deutlich, warum klassische Klassenzimmer Lernen ausbremsen. Bereits CO₂-Werte über 1000 ppm beeinträchtigen Aufmerksamkeit, Entscheidungsfähigkeit und kognitive Leistung deutlich (Satish et al., 2012; Allen et al., 2016). In vielen Klassenzimmern werden diese Werte regelmäßig überschritten, besonders im Winter. Wer schlecht lüftet, senkt die Denkleistung. Schlechte Raumakustik erhöht nachweislich Stresslevel, Ermüdung und Fehlerquoten – sowohl bei Schüler:innen als auch bei Lehrkräften (Shield & Dockrell, 2003; Hygge et al., 2002). Neurowissenschaftlich gilt, dass das Gehirn unter Stress von Tiefenverarbeitung auf Überleben umschaltet (LeDoux, 2000). In Lärm denkt man flach. Auch Licht steuert den inneren Takt. Tageslicht und dynamische Beleuchtung beeinflussen Konzentration, Wachheit und den Schlaf-Wach-Rhythmus. Gerade bei Jugendlichen, deren Biorhythmus ohnehin verschoben ist, wirkt kaltes, starres Kunstlicht oft kontraproduktiv (Wirz-Justice, 2017; OECD, 2011). Licht steuert Lernen – ob wir wollen oder nicht.
Was wir stattdessen brauchen, sind Lernlandschaften statt Kasernen. Die Forschung ist hier erstaunlich konsistent: Flexible, zonierte Lernumgebungen fördern Selbstständigkeit, Kooperation und kognitive Aktivierung (Barrett et al., 2015; OECD, 2017). Konkret bedeutet das Cluster statt endloser Flure, unterschiedliche Zonen für verschiedene Lernformen, flexible Möbel, die Bewegung zulassen, sowie Sichtbarkeit statt Abschottung. Wenn der Raum Bewegung erlaubt, bewegt sich auch das Denken.
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Raum formt Unterricht – immer. Ein starrer Raum erzeugt frontalen Unterricht, Kontrolle und Passivität. Ein flexibler Raum ermöglicht Differenzierung, Kooperation und Selbstregulation. Oder anders gesagt: Wer Unterricht verändern will, muss Wände, Möbel und Wege mitdenken. Fazit des zweiten Hebels: Architektur ist Schulentwicklung. Schulentwicklung scheitert oft nicht an Konzepten, sondern an Räumen, die jede Innovation ausbremsen. Der zweite Hebel für die Schule der Zukunft lautet daher: Nicht erst Unterricht ändern – erst Räume möglich machen.
5. Warum „Sitz still!“ Körperverletzung ist – und Lernen Bewegung braucht
„Sitz still und pass auf!“ Kaum ein Satz fällt in deutschen Klassenzimmern häufiger. Aus neurobiologischer Sicht ist er ein Widerspruch in sich. Denn unser Gehirn ist nicht im Sitzen entstanden, sondern in Bewegung. Es hat sich über hunderttausende Jahre entwickelt, während Menschen gingen, jagten, handelten und erkundeten. Es nun stundenlang in eine starre Haltung zu zwingen, kappt ihm buchstäblich die Energiezufuhr.

Das Sitz-Dilemma ist offensichtlich: viel Ruhe, wenig Gehirnaktivierung. Ein Jugendlicher hat bis zum Ende der 9. Klasse rund 1.200 Stunden sitzend im Unterricht verbracht, Hausaufgaben, Nachhilfe und Medienkonsum noch nicht eingerechnet. Die Folgen zeigen sich in zunehmenden Rücken- und Haltungsproblemen, steigender Ermüdung und vor allem in kognitiver Unterforderung. Studien belegen, dass Bewegung die zerebrale Durchblutung messbar steigert (Ratey, 2008). Noch wichtiger ist jedoch ein anderer Effekt: Körperliche Aktivität, insbesondere aerobes Training, führt zur Ausschüttung von BDNF, dem Brain-Derived Neurotrophic Factor. Dieser wirkt wie ein Wachstums- und Reparaturfaktor für das Gehirn. Er fördert die Synapsenbildung, unterstützt die Neuroplastizität und regt die Neurogenese im Hippocampus an (Erickson et al., 2011; Kempermann, 2019). Merksatz: Ohne Bewegung kein neuronales Wachstum.
Als wäre das viele Sitzen nicht genug, kommt in der Adoleszenz ein zweiter biologischer Faktor hinzu: die innere Uhr. In der Pubertät verschiebt sich der Chronotyp deutlich nach hinten. Jugendliche werden biologisch zu „Eulen“. Melatonin wird später ausgeschüttet, das Einschlafen fällt später und das Aufwachen am frühen Morgen ist neurobiologisch erschwert. Ein Schulbeginn um 7:45 oder 8:00 Uhr erzeugt deshalb einen chronischen sozialen Jetlag (Wittmann et al., 2006; Roenneberg et al., 2012). Die Folgen sind gut dokumentiert: Schlafmangel, geringere Aufmerksamkeit, schlechtere Gedächtnisleistung und eine erhöhte psychische Belastung (Carskadon, 2011). Merksatz: Wir prüfen Gehirne im biologischen Energiesparmodus.
Die Konsequenz daraus ist nicht einfach „mehr Sport“, sondern eine grundlegend andere Organisation von Lernen. Der sechste Hebel für die Schule der Zukunft ist die bewegte und rhythmisierte Schule. Lernen muss überall in Bewegung kommen. Bewegung wirkt nicht nur im Sportunterricht. Schon kurze Aktivierungsphasen im Fachunterricht verbessern exekutive Funktionen, steigern die Aufmerksamkeit und reduzieren Unruhe. Meta-Analysen zeigen signifikante Effekte auf Konzentration und Lernleistung (Donnelly et al., 2016). Bewegung ist kein Pausenfüller, sondern ein Lernverstärker.
Ebenso zentral ist die Rhythmisierung des Schultages. Der starre 45-Minuten-Takt ignoriert Aufmerksamkeitsspannen, Erholungsbedürfnisse und kognitive Ermüdung. Neurodidaktisch sinnvoller sind Wechsel von Anspannung und Entspannung, aktive und ruhige Phasen sowie kurze Pausen zur Konsolidierung des Gelernten (Zull, 2002; Immordino-Yang, 2016). Lernen braucht Pausen, um Wirkung zu entfalten.
Hinzu kommt der Faktor Zeit. Internationale Studien zu späterem Schulbeginn zeigen bessere Leistungen, weniger Fehlzeiten und eine bessere psychische Gesundheit – ohne negative Effekte auf die gesamte Lernzeit (Owens et al., 2014; Wahlstrom et al., 2017). Früher Unterricht beginnt, späteres Lernen endet.
Das Fazit des sechsten Hebels ist eindeutig: Lernen braucht Bewegung, Sauerstoff und den richtigen Zeitpunkt. Ein Bildungssystem, das Körper stillstellt und Biorhythmen ignoriert, arbeitet gegen das Gehirn. Oder zugespitzt formuliert: Still sitzen macht Schule – aber nicht klüger. News4teachers
- Hier geht es zurück zu Teil eins der Reihe „Zehn Hebel für die Schule der Zukunft“.
- Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Schule der Zukunft“.









ja, es wird ein Mix sein. Etwas Theorie, etwas eigentverantworltiches Lenren, etwas online Unterricht im Homeoffice und generelle Arbeit im Homeoffice. An Unis und Berufsschulen ist das ja schon weit vorgedrungen, es wird an Gymnasien folgen.
Mein Hasi arbeitet aktuell 3 Tage im Homeoffice im Kaminzimmer. Er hat am Wochenende gestrichen und die Vögel gefüttert. Er hat mehr Lebensgefühl seitdem er morgens nicht mehr losfahren muss. Ich stehe 30 Minuten eher auf und darf dann kratzen. Tja, an 5 Tagen. Schule hat sich ja noch nicht an das neue Arbeiten angepasst. Wird es aber wohl 🙂
Peti aus dem verschneiten und zu kalten Lippe 🙂
Liebe Petra,
wir freuen uns, mal wieder ein Lebenszeichen von dir zu hören.
Du bist eine Kämpferin, unser Held und kämpfst für verbesserte Rahmenbedingungen.
Im Schulsystem hat sich nichts verändert, du legst den Finger in die Wunde.
Es geht um faire Gehälter. Wir verstehen, warum du teilweise die 14 Monatsgehälter in den anderen Branchen ankreidest, wir verstehen auch, warum es unfair ist, wenn viele 2-3 tage ganz zuhause arbeiten und ihr jeden Tag hingurkt. Es hat sich eben viel verändert. Wir drücken dir die Daumen, dass es sich bald zum Positiven wendet, liebe Petra
Selbst wenn sich die politischen Rahmenbedingungen im Schulbereich ändern würden, dauert es noch mindestens 10 Jahre bis sich das bei der Bez.-Reg. DT herumspricht. Bis es dann umgesetzt wird, natürlich länger. Bei den fünf Bez.-Reg. gibt’s nämlich komischerweise HO, genauso wie im MSB.
Ich fände es auch fair, wenn Hasi wieder in die Arbeit fahren müsste und das 14 Monatsgehalt ebenso, Die Privilgien gehören einfach abgeschafft.
Bei meiner Frau auch, viele Extraprämien, 34h Woche und Homeoffice.
Lehrer müssten eine Entschädigungshomeofficesache bekommen, sowas wie Deputatsreduktion oder einfach mehr Kohle!! 🙂
@Wolfgang
Hallo Wolfgang,
wir freuen uns, dass du dich immer so sehr über Petra freust.
Und wir freuen uns über alle, die teilweise die 14 Monatsgehälter in den anderen Branchen bekommen.
Aber:
Warum sind es nur 14 Monatsgehälter, das ist unfair!
Und welche Branchen sind das?
Und du schreibst:
“Wir drücken dir die Daumen, dass es sich bald zum Positiven wendet, liebe Petra”
Lieber Wolfgang, sind wir nicht alle “ein bisschen Petra”? 😉
Oder anders gefragt: Wenn wir nur Petra die Daumen drücken, ist dann nur Petra eine Lehrkraft für die es sich “bald zum Positiven wendet”? … Wenn Petra irgendwie etwas Besonderes ist (also nicht nur für dich, lieber Wolfgang, sondern für uns alle, die wir Lehrkräfte sind), ist sie dann nicht eine von vielen Lehrkräften? Ist Petra Lehrkraft oder teilt sie nur einen schönen Traum mit uns, so von Hasis, Vögeln, Blümchenterrassen und Kaminzimmern?
Lieber Wolfgang,
wir alle freuen uns doll auf Antwort!
Ich glaub, er mag sie!! 😀
Aber Petra setzt sich für uns alle ein, für 35h Woche und Homeschooling.
Petra ist wirklich die Beste!!
Endlich eine, die was verbessern will!! 😉
Warum Lehrkräfte im Homeoffice? Bei Schnee und Eis zu verstehen
VW schickt aktuell 57-Jährige in den Vorruhestand. Mit 95% vom letzten Nettogehalt. “Schnellentschlossene” bekommen noch eine Prämie im mittleren 5-stelligen Bereich dazu.
Und Lehrer sollen demnächst bis 70 ackern, weil März & Co. es so wollen. Dazu noch Rentenkasse statt Pension. Würde dem Bund 10 Milliarden an Zuschüssen pro Jahr sparen, die dann die Lehrer zahlen. 10 Milliarden = 1000 Lepoard 2 Panzer. Jedes Jahr!
Wie unverschämt, bei meiner Frau aber das gleiche ^
viel Kohle, frühe Rente, 35h Woche!!
@Petra OWL
Hallo Peti,
wir finden es toll, dass sich Hasi mit Homeoffice und Vögeln beschäftigt. 😉
Und der Bezug zum Thema war jetzt genau welcher…?
Okay, es tauchte das Wort “flexibel” auf.
Mittlerweile komme ich auf ganz neue Gedankengänge bei diesen Murmeltier-Beiträgen.
Wenn schon kein Homeoffice, dann sollte sich zumindest jede Peti einen Hasi halten. Umgekehrt natürlich auch. Dann ist der Kamin schon angeheizt, wenn man nach Hause kommt. Wenn ich so ein Hasi zu Hause hätte, würde ich das allerdings etwas anders gestalten. Streichen wird er doch wohl neben dem Homeoffice machen können, dann bleibt das gemeinsame Wochenende frei. Und wer morgens eher aufsteht, schon mal Kaffee macht und das Auto freikratzt, das wüsste ich aber auch. Ist doch sonst gar nicht ausgelastet, so ein Hasi.
Nur mal eine Frage, was sollen die Krankenschwestern und Pflegekräfte sagen – sollen die auch von zu Hause arbeiten? Es können nun mal nicht alle von zu Hause arbeiten. Aber einen Tag Homeoffice in der Schule halte ich für sinnvoll für die Lehrer und Schüler. Nur die Schüler, die kein schönes Zu Hause haben, wären benachteiligt, das muss man dann wissen und sich eine Alternativlösung einfallen lassen. Und 14 Monatsgehälter sind nicht die Regel. Man sollte niemals vergessen, dass sehr sehr viele kleinere, mittlere Unternehmen gibt, die können sich die ganzen Luxusgehälter nicht leisten, die viele sich wünschen. Und alle diese Menschen, die auch sehr fleißig arbeiten, müssen irgendwie klar kommen. Da geht es der Lehrerzunft noch sowas von gut finanziell.
Pfleger und viel Personal in anderen Branchen hat dann die 4 Tage Woche oder 34h Woche, verstehen Sie doch!!
Wenn Artikel lese in denen die Überlegenheit moderner Lehr- und Lernmethoden angepriesen wird , erinnere ich mich u.a an Berichte wie
https://www.news4teachers.de/2016/11/phaenomene-statt-faecher/
Dass die Schüler*innen ohne/mit Migrationshintergrund aus Finnland bei PISA 2022 sogar schon schlechter abgeschnitten haben als die jeweiligen Pendants aus dem DE-16Schnitt, könnte allerdings auch Zufalll sein.
Na dann: unser Schulträger hat kein Geld für irgendwas außer dem Allernotwendigstem.
Ich bin es echt langsam leid, permanent zu lesen, was man alles tun könnte und sollte. Und zwar egal, ob das Inklusion, Pädagogik, Schulgebäude oder sonstwas betrifft.
Mir wäre mit ner (von mir aus laminierten) Anleitung: „Wie setze ich die vorliegenden Anforderungen auf dem Gebiet X, Y, Z unter den konkret vorherrschenden Bedingungen bestmöglich um“ mehr gedient.
Ganz konkret: Gebäude uralt und teilweise unmöglich geschnitten, Mangel an ausgebildeten und sachkundigen Lehrkräften, Mangel an Sonderpädagogen, Mangel an geeigneten Räumlichkeiten für Gruppenarbeiten, Mangel an Bewegungsmöglichkeiten für die SuS, teilweise riesige Klassen/Kurse, massive Spreizung der Fähig- und Fertigkeiten sowie der Motivationslage von SuS in den einzelnen Klassen/Kursen, mangelndes außerschulisches Angebot für die SuS aufgrund des Standortes, mangelnder ÖPNV, unleckeres Schulessen, sehr renovierungsbedürftige und zu kleine Mensa, letzte Renovierung des Schulinneren über 15 Jahre her. Mangel an Zeit für Zuwendung für die SuS, Mangel an Zeit für die Entwicklung neuer Unterrichtsabläufe, Zeit für die Entwicklung von Schule als sozialem Ort.
DAS ist meine Realität. Und, wie gesagt, ein zwar sehr engagierter Schulträger, aber ohne finanzielle Möglichkeiten.
“Ich bin es echt langsam leid, permanent zu lesen, was man alles tun könnte und sollte. Und zwar egal, ob das Inklusion, Pädagogik, Schulgebäude oder sonstwas betrifft.”
Warum lesen Sie dann News4teachers? Zu einer Kritik kritikwürdiger Umstände (= Aufgabe von Journalismus) gehört selbstverständlich auch eine Darstellung, wie die Umstände denn sein sollten. Sonst wären Missstände ja normal und unabänderlich. Sind sie aber nicht. Alles das, was Herr Franz beschreibt, ist in anderen Ländern Realität (Skandinavien, Niederlande, Kanada, baltische Staaten, Japan etc.).
Es sind politische Entscheidungen, die staatliche Ressourcen lenken – ins Bildungsystem oder eben woanders hin (Dienstwagenprivileg). Wer sie im Bildungssystem haben möchte, muss schon aufzeigen, wofür denn genau. Und genau das tun wir hier.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Weil es die Realität eben widerspiegelt.
Das sind durchaus relevante Bildungstopics finde ich.
Dazu können hier viele Leser und Leserinnen “einen Abgleich” bekommen. Auch in andere Bundesländer. Finde ich durchaus interessant.
Natürlich wissen viele hier, was besser gemacht gehört. Selbstverständlich auch einige Politiker.
Aber sollte man das dann “unerwähnt” lassen?
Wenn die Parteien/Regierung mal besser handeln, dann kann die Redaktion anders agieren und thematisieren.
Wenn sie dies nicht macht … Ist das halt ein “Programmproblem”. Das ist eben da.
Ansonsten ist es relativ egal, was man als Artikel bringen würde. Kritik gibt es nahezu immer. Meistens auch zurecht. Ich denke da ist die Redaktion auch in einer unbequemen Lage. Aber sie machen es. Und das finde ich löblich.
Beispielsweise “Montessori”:
Oh, total unrealistisch. Ideologiekonzept. Jaja, bei deren Clientel. Usw.
Man könnte hier aber – tatsächlich – einges auch für/an Regelschulen einbringen. Manche machen das ja auch. Viele Materialien sind extremst gut.
Viele “Nutzungsansätze” ebenfalls.
Muss man “Traditionell Montessorisch” alles machen? Ne. Funktioniert auch gar nicht flächendeckend. So realistisch und ehrlich muss man dann auch sein.
Aber nehmen wir mal gute Bedingungen/Sachen:
– Angeleitete Freiarbeit “freie Wahl der Arbeit”
– Doppelte Stundenbesetzungen
– Montessori-Materialien
– Einige Darbietungen
Warum denn nicht “voneinander” profitieren und lernen?
Wird nur leider kaum gemacht.
Und ja … Geld fehlt. Personalmangel. Das ist oft die Realität.
Trotzdem sollte man das “durchgehen” und evaluieren (auch man selbst). Finde ich.
Und da stellt sich halt auch die Frage … Warum haben einige Privatschulen zumindest “diese Bedingungen” ? Geld? Nene, wir arbeiten als “gemeinnütziger Verein” mit gleichen Mitteln wie der Staat je SuS ca.
Personalmangel? Ja. Den “teilt” man. Allerdings gibt es bei uns aktuell Doppelbesetzungen – wie ist das denn möglich?
Usw.
Die Modulbauten in meinem regionalen Umfeld sind aber nicht so schön bunt:(
Die meisten Schulen in schlechtem baulichen Zustand verdienen aber zumindest das Prädikat “lebendige Schule” – schließlich ist der Schimmelbefall an Wänden und Decken organisch.
Also viel Geld für offene Lernlandschaften. Gespart wird dann bei den Lehrergehältern, es werden weniger Lehrer und ein Lehrer darf dann 60 Schüler beaufsichtigen.
Er lässt wirklich kein Klischee aus. Räume beeinflussen Lernen, eine für uns alle völlig neue Erkenntnis, danke für diesen Augenöffner. Gut, dass routinemäßig alle fünf Jahre Lernsettings evaluiert und die Gebäude in den Ferien für den Bedarf umgebaut werden. Die Schule der Zukunft, hat dann holografische Räume, da kann man auch mehr ausprobieren.
Ich kann mich nicht erinnern, den Satz ‘sitz still und pass auf’ gehört oder verwendet zu haben. Imperativ, impliziert militärisches ‘Stillgestanden’, natürlich, die böse ‘alte’ Schule, wird überall so gemacht. Die meisten KuK verwenden, wer hätte es gedacht, die Zauberworte bitte und danke. Geistiges Training erhöht übrigens wie Sport den BDNF-Spiegel, hoher Zucker- und Fettkonsum senken ihn (hallo Chipsfrühstück…). Ach ja, warum nur ist die Welt nicht monokausal.
Lernen braucht Bewegung, Sauerstoff und den richtigen Zeitpunkt. Aha, und wie oft am Tag gibt es diesen Zeitpunkt? Für wen ist er zu welcher Zeit? Welches Fach darf ihn nutzen?
Ingesamt ein ärgerlicher Zweiteiler, weitgehend isoliert und unbeeinflusst von der Realität. Wenn er ‘wünschenswert’ oder ‘sinnvoll’ erläutern wollte, bitte. Titel und Stil suggerieren aber ‘einfach machbar, man muss nur wollen’ und das ist anmaßend und falsch. Bald schreibt dann ein Bildungspolitiker unter Beruf auf diesen Text ‘warum vieles ginge, wenn Lehrkräfte wollten’. Man gewöhnt sich zwar daran, aber trotzdem, vielen Dank…