DRESDEN. Der sächsische Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hält unbeirrt an seinem Vorstoß fest, die Verbeamtung von Lehrkräften bundesweit zu beenden. In einem aktuellen Interview bekräftigte er seine Forderung nach einem gemeinsamen Ausstieg der Länder aus der Lehrerverbeamtung – trotz massiver Kritik aus Bildungsverbänden und mehreren Bundesländern. Zuvor hatte der Deutsche Philologenverband (DPhV) in einer scharf formulierten Stellungnahme eindringlich vor einer Abschaffung des Beamtenstatus gewarnt. Die Debatte gewinnt damit weiter an Schärfe.

In dem aktuellen Interview mit dem Spiegel begründet Clemens seine Position vor allem mit finanziellen und strukturellen Argumenten. Die Verbeamtung von Lehrkräften sei in Sachsen erst 2019 eingeführt worden und nach wie vor umstritten. „Die älteren Lehrkräfte sind in aller Regel angestellt und nicht verbeamtet, die jüngeren hingegen schon. Das hat zu Spannungen in den Kollegien geführt“, sagt Clemens. Es gehe auch um eine „Gerechtigkeitsfrage“. Während angestellte Lehrkräfte nach jahrzehntelanger Tätigkeit etwa die Hälfte ihres durchschnittlichen Bruttogehalts als Rente erhielten, bekämen verbeamtete Kolleginnen und Kollegen bis zu 71 Prozent ihres letzten Bruttogehalts als Pension.
Grundsätzlich hält Clemens den Beamtenstatus für Lehrkräfte für „aus der Zeit gefallen“. Man müsse sich fragen, „in welchen Bereichen wir noch verbeamten“. Aus seiner Sicht sollte dies auf Tätigkeiten beschränkt bleiben, „in denen Loyalität zum Staat höchste Priorität hat“. Angesichts des langfristigen Finanzbedarfs sei eine breite Verbeamtung bei dem bestehenden Lehrkräftebedarf nicht mehr zu leisten. „„Zur Ehrlichkeit gehört, dass wir uns auf Dauer eine breite Verbeamtung bei dem Bedarf an Lehrkräften nicht mehr leisten können“, meint der Minister.
„Ich glaube nicht, dass die allermeisten Menschen unterrichten wollen, weil sie gern Beamte sind“
Zur Untermauerung nennt Clemens konkrete Zahlen. Sachsen verbeamtet nach seinen Angaben derzeit etwa 1.000 Lehrkräfte pro Jahr. Für diese müssten langfristig rund 300 Millionen Euro in den Pensionsfonds eingezahlt werden. Der Bildungsetat des Landes belaufe sich auf rund sechs Milliarden Euro, etwa die Hälfte davon entfalle auf Personalkosten. Zwar würden auch für angestellte Lehrkräfte Beiträge zur Rentenversicherung fällig, dennoch sei dieses Modell langfristig günstiger.
Befürchtungen, seine Initiative könne den Lehrkräftemangel verschärfen, weist Clemens zurück. Attraktivität entstehe nicht primär durch den Beamtenstatus. „Ich glaube nicht, dass die allermeisten Menschen unterrichten wollen, weil sie gern Beamte sind“, sagt er. Entscheidend seien Wertschätzung, Bezahlung und Arbeitsplatzsicherheit, die auch Tarifbeschäftigten geboten werden könne.
Bereits vor diesem Interview hatte sich der Deutsche Philologenverband mit deutlichen Worten in die Debatte eingeschaltet. Er stellte sich nach eigenen Worten entschieden gegen „jegliche Vorstöße“ zur Abschaffung des Beamtenstatus. „Wer den Beamtenstatus von Lehrkräften in Frage stellt, greift die Schulpflicht in unserem Land und damit die Verlässlichkeit ohne Streikrecht unseres Bildungswesens an sowie die politische Neutralität unserer Lehrkräfte als Beamte im Sinne unseres Grundgesetzes an. Das gefährdet unsere Demokratie“, erklärte die Bundesvorsitzende Prof. Susanne Lin-Klitzing.
Sie widersprach insbesondere der Argumentation, Lehrkräfte nähmen keine hoheitlichen Aufgaben wahr. Maßnahmen wie die Vergabe von Noten und Abschlüssen, Versetzungsentscheidungen oder Disziplinarmaßnahmen seien von erheblicher staatlicher Tragweite. Artikel 33 Absatz 4 und 5 sowie Artikel 7 des Grundgesetzes sähen ausdrücklich vor, dass solche Aufgaben Angehörigen des öffentlichen Dienstes übertragen werden. „Nur das Berufsbeamtentum für Lehrkräfte garantiert, dass die Schulpflicht staatlicherseits gewährleistet, das Recht auf Bildung gesichert und der Unterricht verlässlich erteilt wird – neutral und frei von politischem Einfluss im Sinne des Grundgesetzes“, so Lin-Klitzing.
„Das kann weder auf Bundes- noch auf Landesebene finanziert werden“
Auch das Kostenargument ließ der Verband nicht gelten. Die Behauptung, verbeamtete Lehrkräfte seien teurer als angestellte, „entbehrt jeder Grundlage“, erklärte die DPhV-Vorsitzende. Gutachten zeigten seit Jahrzehnten, dass die Besoldungskosten unter denen vergleichbarer Arbeitnehmer lägen. Eine vollständige Umstellung auf ein Angestelltenmodell würde vielmehr zu Doppelbelastungen führen, da Pensionszahlungen für Bestandsbeamte und Sozialversicherungsbeiträge für neue Tarifbeschäftigte parallel anfielen. „Das kann weder auf Bundes- noch auf Landesebene finanziert werden“, sagte Lin-Klitzing.
Der Verband warnte zudem vor negativen Folgen für den Arbeitsmarkt Schule. Debatten über den Beamtenstatus schadeten der Attraktivität des Lehrberufs und verschärften den Fachkräftemangel. Die Vorstellung, eine Einschränkung der Verbeamtung könne den Personalmangel lindern, sei „purer Hohn“ – im Gegenteil: „Wer hier die Axt anlegt, gefährdet die Zukunft des Landes“, erklärte Lin-Klitzing.
Der Vorstoß des sächsischen Kultusministers ist Teil einer breiter angelegten Debatte innerhalb der CDU. Wie News4teachers bereits berichtete, erhält Clemens Rückendeckung aus der Mittelstandsunion der Partei, die neue Verbeamtungen außerhalb klar definierter Kernbereiche weitgehend ausschließen will. Gleichzeitig warnen Bildungspolitiker und Lehrerverbände bundesweit vor erneuten Systembrüchen. Mehrere Länder, darunter Bayern, Bremen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen, haben eine Abkehr von der Lehrerverbeamtung bereits abgelehnt.
Einen Alleingang Sachsens schließt Clemens ausdrücklich aus. „Wenn keiner mitmacht, ändert sich auch in Sachsen nichts“, sagt er. Er wolle bei der Bildungsministerkonferenz im März vorschlagen, ab 2030 gemeinsam keine Lehrkräfte mehr zu verbeamten – und zeigt sich zuversichtlich, dafür Zustimmung zu bekommen. Clemens: „Alle Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Die Wirtschaftskraft lässt vielerorts nach, zugleich wird das Personal teurer, gerade laufen Tarifverhandlungen. Alle müssen prüfen, wie sie damit umgehen. Es ist einen Versuch wert.“ News4teachers









“ Während angestellte Lehrkräfte nach jahrzehntelanger Tätigkeit etwa die Hälfte ihres durchschnittlichen Bruttogehalts als Rente erhielten,”
Ist die aufgebaute Zusatzversorgung-ÖD für Tarifangestellte in Sachsen über 40 Beschäftigigungsjahre wirklich so mickrig oder wird die einfach nicht mitgerechnet?
40 Beitragsjahre sind wohl angesichts von 35 Jahren Wiedervereinigung etwas zu hoch angesetzt. Aber wie dem auch sei passt das eh nicht in seine Argumentationsstrategie.
Sie ist nicht nur in Sachsen so mickrig, sondern generell in den neuen Ländern. Zudem finanzieren die Angestellten in den neuen Ländern die zwangsweise Zusatzversorgung fast vollständig selbst durch Entgeldumwandlung – der AG-Anteil ist in E13 lächerlich niedrig. Es entfallen weiterhin die Sozialversicherungsbeiträge auf diesen Gehaltsbestandteil. Billiger für AN und AG zum Zeitpunkt der Beitragszahlung, allerdings muss der AN im Auszahlungsfall den VOLLEN Krankenversicherungsbeitrag darauf zahlen, also auch den AG-Anteil. Ich würde lieber diesen Betrag in eine private Altersvorsorge einzahlen – das ist aufgrund der zwangsweisen „betrieblichen Altersvorsorge“ jedoch nicht möglich.
Im Westen nicht anders.
Nach meinen Informationen beträgt im Westen der AG-Anteil zu VBL 5,49%, der AN-Anteil 1,81%.
PS:
Um die Realitäten mal aufzuzeigen:
Ich bin mit 23 ins Ref. Seitdem habe ich mit Unterbrechung von insgesamt zwei Jahren wegen Erziehungsurlaub ununterbrochen Vollzeit als Lehrkraft gearbeitet.
Mein Rentenbescheid sagt : Bei gleichbleibenden Gehaltseingang darf ich ohne Berücksichtigung von Rentenanpassungen 3071€ brutto an Rente erwarten. Davon geht dann noch Steuer und Krankenversicherung runter.
Das erwartet einen angestellten Lehrer nach 44 Dienstjahren ( minus zwei Jahre im Erziehungsurlaub) in Vollzeit.
3000,- ist gut. Davon sollten doch mindestens 2000,- netto bleiben, oder? Davon kann man leben. Wie hoch ist die Durchschnittsrente?
Klar, wenn der Beamte 3000,- netto hat, ärgert man sich.
Dass ein verbeamteter Kollege 50% mehr Ruhestandsbezüge bekommt, finden Sie okay? Ich nicht.
50? Stimmt doch gar nicht
2000 netto, davon 50% sind 1000€. Und jetzt einfache Addition: 2000+1000=3.000.
Gern geholfen,
Mika
Sicher netto? Die PKV kommt im Alter deutlich teurer.
Ja. Sicher.
Hier können Sie es berechnen:
https://www.finanzrechner.org/sonstige-rechner/rentenbesteuerungsrechner/
Mit “klimaschädlichen Rentnerkreuzfahrern”, “[Name eines Landes einfügen]-Krise”, “Wohnraumwegnehmern” usw. usf. wird da noch solidarisch angepasst.
Keine Sorge.
Nicht vergessen: Ohne einen Pieps nahm die Bevölkerung die BESTEUERUNG DER RENTEN hin…braves Schäfchen, brav-brav, ja steig in den Transporter zu den Herren mit den weißen Schürzen…
Tja, das kam auf die Klage eines Beamten zustande…
Nun, dafür werden jetzt ja die Rentenbeiträge der Angestellten nicht versteuert…
Nein, es war ein Richter, der geklagt hatte, kein Beamter.
Staatsanwalt also Beamter
Staatsanwälte sind verbeamtet.
Der klagende ist aber Richter. und die sind keine Beamten.
Der Unterschied liegt in der Weisungsfreiheit.
Staatsanwaltschaften sind weisungsgebundene Fachbehörden.
https://www.welt.de/print-wams/article601107/Dieses-Urteil-wird-teuer.htm
Da lesen ist, die lustige Person war Oberstaatsanwalt
https://taz.de/Kuhlmanns-Sieg/!1121690/
Ach, wir haben angestellte Richter?
Wird ja immer kurioser.
Richter sind per Definition keine Beamten. Der Unterschied zwischen Exekutive und Judikative sind bekannt?
Und es kommt noch härter für sie; auch Soldaten – selbst Berufssoldaten – sind keine Beamten. Gilt alles auch in weiblicher Version.
Dann sprechen wir eben von “Personen (auch weibliche), die einen Großteil der Beamtenmerkmale ausweisen”. Wir lassen die Unabhängigkeit und die fehlende Dienstaufsicht (auch wenn die bei Lehrern oftmals schläft und quasi auch nicht existent ist) beiseite.
Sind wir und einig, dass einem Richter schnuppe ist, was mit Renten passiert?
Sind wir uns auch einig, dass Richter keine Rente, sondern eine Pension beziehen?
Das ist in dieser Diskussion des Pudels Kern und nicht, ob der Richter irgendwelchen Weisungen gebunden ist.
Und wer hats eingeplant?
Ein Beamter.
Richtig.
Wie so ziemlich jedes Gesetz/Verordnung.
Ich verstehe generell nicht, warum man mit einem Migrationshintergrund, den ich mit Stolz zur Hälfte selbst habe, unbedingt einen Beruf im Beamtenverhältnis ergreifen möchte! Jeder nach seinem Geschmack, aber ich verstehe es nicht
Wie gesagt, ich verstehe es nicht, aber jeder nach seinem Stiefel
Eigentlich hatte ich keine Familiengründung geplant.
Ist dann doch so gekommen, unicorn ist random gespawnt.
Natürlich muss dann trotzdem weiter vernünftig Kohle fliessen und der Beruf (mindestens etwas) Sinn ergeben.
Also haben “wir” (die Erwachsenen) unsere Familiengründung zusammen geplant, als ich eh eine berufliche Umbruchphase hatte.
Dabei kam für uns raus:
Eine echte (!) Familie ist mit zwei “Jobs unter Strom” (Sie Finanzbereich, ich BW kurz vor DZE mit Abgangsperspektive Sicherheitsbranche & Länderwechsel geplant) nicht realistisch in Deckung zu bringen.
Da verdient man entweder richtig Geld und hat keine Familienzeit, oder man wird unterbezahlt, Wirtschaft halt, so sind die Regeln.
Staatadienst ist da schon besser: Planbarkeit, 3K netto oder mehr, gut familienkompatibel – und der Beruf ist sinnstiftend.
Natürlich hatte/habe ich am eigentlich echten Lehrerberuf auch Spaß, das war/ist aber natürlich bei einer rationalen Planung nicht das einzige Kriterium.
Also, kurz gesagt: “Branchenwechsel”, weil: System verstanden.
Nun, Lehrkräfte und Professoren vielleicht immer noch anders als Verwaltung! Wie gesagt, kein Angriff
Wer das Ende der Verbeamtung von Lehrkräften fordert scheint vermutlich zu glauben die Bezahlung und die Altersbezüge der Tarifangestellten wären mehr als angemessen und Lehrkräfte würden den Beruf ja eh nicht wegen des schnöden Mammons ergreifen, sondern wegen vor Freude leuchtender Kinderaugen, des positiven Feedbacks der SuS nach dem Unterricht und der Dankesbriefe von zufriedenen Eltern wenn ihre Kinder die Schule mit Abschlusszeugnis verlassen?
Wobei ich hoffe, dass die Lehrer dann einen besseren Lohn erstreiken würden. Das meint der Herr Clemens aber bestimmt nicht.
Nein. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Anforderung senken..
Bachelor + „Mini-Ref“ werden ausreichen.
Dann sitzen da E11 Angestellte vor der Klasse. Bis SEK1 werden sie es sicher machen können 🙂
Das wird 100% so kommen, wenn alle Länder sich einig sind.
Der Schulleiter (auch Zweigleiter?) wird weiter verbeamtet und Zack hast du auch das Problem mit der unbeliebten Stelle gelöst.
Nein. Wer das fordert glaubt, dass das was die verbeamteten Lehrer bekommen, mehr als genug isr.
Ich denke, der Fokus ist auf den Beamten. Zu Recht wie ich finde.
Bis sich die Länder alle darauf einigen Lehrkräfte nicht mehr zu verbeamten, werden wohl Jahre vergehen. Und einige haben ja auch schon abgesagt.
Vielleicht kann sich der Herr Minister jetzt um wichtigere Probleme kümmern
Sehe ich auch so. Allerdings könnte man auch die Privilegien auf Druck der Öffentlichkeit abbauen und den Beamtenstatus erhalten.
Es ist wohl eher mit dem Abbau von Beamten-Privilegien zu rechnen. Kevin Kühnert, der in der Rentenkommission sitzt, meinte, wenn die 71% bei den Pensionen angesichts der 48% bei den Renten gesenkt werden, würde wohl auch das Verfassungsgericht nichts einzuwenden haben.
Ich gehe mal davon aus, das Kühnert die Senkung seiner Pensionsansprüche als Abgeordneter, Minister problemlos überleben wird.
Hmm aber was ist mit den Beamten, die jetzt schon auf dieser Basis ihr Leben geplant haben? Ich kann mir meine PKV z.B. im Alter nichts leisten, wenn die 71% abgesenkt werden, weil ich wegen Kindern schon jetzt nicht weit kommen werde bei den Prozenten und die PKV bei mir mit Vorerkrankung teuer werden wird.
Heul doch….
Alle Privilegien abbauen, aber zB kein Streikrecht weil verbeamtet klingt jetzt auch nicht sonderlich sinnvoll.
Aus Sicht des Dienstherrn schon.
Dann sei nicht verbeamtet..
So wird’s kommen. Denn die Zuverlässigkeit und der Sanftmut der (meisten) Beamten ist ja schon schön.
Die absolut mittlere Mittelschicht angehen und richtig an die Kandarre nehmen – ein geradezu HISTORISCH erfolgreiches Konzept, gerade im deutschen Sprachraum…
Die Streikbereitschaft zumindest geht ja bekanntlich gegen Null.
Wieso soll man Beamter ohne Privilegien sein wollen? Versetzung wider Willen und kein Streikrecht, Mehrarbeit ohne Bezahlung usw. Warum sollte man das dann machen?
…da denken sich die “Clemense”: “Hihi, bis die Wähler diese Kobsequenzen spüren sitze ich auf drei Versorgungsposten in Ministerialpension auf den Malediven.”
Und ich befürchte: Er wird damit Recht behalten.
Das wird rechtlich schwierig und dann entweder zur “Balkanisierung” des Beamtenwesens führen – oder alle die was können steigen aus.
Gute Idee. Das dürfte der letzte Torpedo sein, der das Schiff “Bildung”, das ohnehin Schlagseite hat, vollends versenkt.
…was mittelfristig sogar gut sein könnte.
Wenn der alte Seelenverkäufer sinkt, besteht zumindest die CHANCE auf eine richtige, gute Reform.
Es ist schon so oft geschrieben worden, Ihre 150.000 angestellten Kollegen bundesweit beweisen das Gegenteil.
Clemens: „Alle Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Die Wirtschaftskraft lässt vielerorts nach, zugleich wird das Personal teurer, gerade laufen Tarifverhandlungen. Alle müssen prüfen, wie sie damit umgehen. Es ist einen Versuch wert.“
Und das sagt jemand, der selber mit B11-Grundgehalt und Zulagen monatlich locker über 17.000 Euro bekommt, mehr als drei Mal so viel wie ein verbeamteter Lehrer in Sachsen…
Wären die Gehälter in den fetten Jahren so gestiegen wie die Unternehmensgewinne, könnte man in der derzeitigen Wirtschaftslage anders reagieren. Wer aber Gewinne privatisiert und Verluste sozialisieren will, darf sich nicht wundern, wenn es gegenwind gibt.
Und mit B11 stellt man auch ganz schnell fest, dass das Schwarzbrot umterm Kaviar das Existenzminimum darstellt.
…moment mal, das würde bedeuten:
Für jeden “Clemens” der gespart würde, könnte man drei richtige Lehrerstellen finanzieren ?
Da kommt mur plötzlich eine Idee… 😉
Der Herr leistet ja schließlich bedeutsame Arbeit – im Gegensatz zu den chronisch faulen Säcken, die den ganzen Tag ihre Eier(-stöcke) unter dem Tisch schaukeln.
Dass ihr das alle nicht versteht…?!
ER muss ja unbestechlich sein.wen interessieren schon popilige Lehrkräfte?
Das heißt, Sie wollen Sozialismus = alle verdienen gleich? Unterschiede sind nicht gerechtfertigt?
Nun ja, PolitikerInnen sind gewählt und haben besondere Verantwortung
Verantwortung den Karren noch schneller gegen die Wand zu fahren, mit der Hoffnung, dass man durchkommt?
Ich weiß ja nicht.
Ich wünsche mir bessere Politik, aber ich habe Respekt vor dem Personal
“Attraktivität entstehe nicht primär durch den Beamtenstatus. „Ich glaube nicht, dass die allermeisten Menschen unterrichten wollen, weil sie gern Beamte sind“, sagt er. Entscheidend seien Wertschätzung, Bezahlung und Arbeitsplatzsicherheit, die auch Tarifbeschäftigten geboten werden könne.”
Bin zwar im Nachbarland, aber von Wertschätzung habe ich in meinen 10 Jahren noch nichts gemerkt, weder vom Schulamt noch vom Bildungsministerium. Eher das Gegenteil ist der Fall. Und die Grundbezahlung ist zwar gut, aber eine Steigerung durch Übernahme zusätzlicher Aufgaben gibt es nicht im Geringsten. Leistung lohnt sich eben nicht.
Schule funktioniert heute nur noch, weil die moralische Erpressung so gut funktioniert. Sehe ich an mir selbst. Ich übernehme Aufgaben, die normalerweise von 3-4 Lehrkräften übernommen werden (die meisten Aufgaben des stellv. Schulleiters, Lehrbuchverantwortlicher, Gefahrstoffbeauftragter, Fachschaftsleitung Bio/Ch, Fördervereinvorstand und Klassenleitung) und ich bekomme dafür:
5 Abminderungsstunden. Das wars. Geiler Anreiz. Wenn ich nächstes SJ nicht mehr dafür bekomme, dann können die sich für die meisten dieser Aufgaben jemand anderen suchen.
(Überraschung: Will keiner machen)
Der Berufsanfänger ist mit TV-L E13 rund 1000€ teurer im Monat als der A13-Lehrer.
Insofern wird damit erst einmal gar nichts gespart, im Gegenteil.
“Langfristig” könnte es billiger werden wegen Pensionen und Beihilfe im Alter. Aber dass hier einmal ein Politiker im Zeitraum von mehr als 30 Jahren denkt, nehme ich ihm nicht ab. Der Grund muss ein anderer sein.
Vielleich strebt man eine eigene Lohngruppe für Lehrer außerhalb des TV-L an? So eine Art “E13 light”, die 1000€ brutto unterhalb des aktuellen E13 angesiedelt ist? Verdi würde ich das glatt zutrauen. Die OECD hält deutsche Lehrer ja sowieso für überbezahlt. Und die Wirtschaft auch.
Es gibt solche Ansätze doch schon. Das sind dann die “pädagogischen Hilfskräfte” oder “Lehrerassistenten”, die man billiger bezahlen kann und die trotzdem mindestens für Vertretungsstunden einsetzbar sein sollen. Hat nicht Sachsen-Anhalt damit nun begonnen? Erinnert mich an die Leiharbeiter, die auch mit weniger Lohn abgespeist werden als die Stammbelegschaft. Kümmert es die Stammbelegschaft? Eher nein.
„ Der Berufsanfänger ist mit TV-L E13 rund 1000€ teurer im Monat als der A13-Lehrer.“
Dann gern mal in die Tabelle schauen:
TV-L E13 Berufsanfänger : 4629€
A13 (BB) niedrigste Stufe: 5072€
Beim Beamten kommen dann ggf. noch Zuschläge drauf, beim Angestellten gehen zusätzlich zur (im Vergleich zur PKV teureren) KV noch Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung ab.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika
https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/allg?id=tv-l-2025&matrix=1
https://www.dbb.de/fileadmin/user_upload/globale_elemente/pdfs/2024/besoldungstabellen/202407_Brandenburg.pdf
Arbeitgeberanteile an den Sozialversicherungen dazurechnen,.das sind dann noch mal ca. 20% mehr, die man dem Bruttogehalt des Angestellten dazurechnen muss.
Außerdm schrieb ich “Berufsanfänger”, da ist dann in der Regel nichts mit eventuellen Familien- und Kinderzuschlägen. Dazu sind die effektiven Krankheitskosten (Beihilfe) für den Dienstherrn bei jungen Beamten DEUTLICH günstiger als die gesetzliche Krankenversicherung.
Da macht zusammen rund einen Tausender aus, wahrscheinlich sogar mehr.
Oder Beamte light?
1000 Euro unterhalb E13? Ernsthaft?
Blödsinn. Kommt einfach nur drauf an, welche Kosten man betrachtet.
Wenn auch E13er keine Sozialabgaben – und somit auch AG Anteile – abgezogen bekommen und nur die AG Anteile betrachtet werden mag das stimmen.
Die “Gegenprobe” funktioniert aber nicht, da man argumentieren könnte, wenn NIEMAND Sozialabgaben zahlt sind ALLE günstiger.
Finde den Fehler.
Und dass ein Beamter günstiger sein soll, nur weil er steinalt wird und eine üppige Pension bezieht ist auch weired. Aber die Pensionskosten sind nicht im Fokus der Betrachtung.
Man vergisst, dass die Lehrer nur ein festes Jahresgehalt erhalten. Wenn es 13.5 Monatsgehälter wären, müssten Lehrer pro Monat ganze 500 mehr verdienen!
Bekommen Sie Ihr Gehalt nicht monatlich ausgezahlt? Bekommen Sie die volle Summe, wenn Sie nach 10 Monaten kündigen? Was reden Sie da?
“Während angestellte Lehrkräfte nach jahrzehntelanger Tätigkeit etwa die Hälfte ihres durchschnittlichen Bruttogehalts als Rente erhielten, bekämen verbeamtete Kolleginnen und Kollegen bis zu 71 Prozent ihres letzten Bruttogehalts als Pension.”
Und wenige für alle ist Clemens Lösung + Werbung für den Lehrberuf?
Aber Danke fürs Stichwortgeben, da wird Bildung vielleicht in der Landtagswahl besprochen 🙂
Bildung hat noch nie Landtagswahlen entschieden. Und Lehrergehälter interessieren die Nicht-Lehrer gar nicht.
Herr Clemens scheint dem Thema ein wenig mehr Gewicht beizumessen 😉
Kein Beamter (es sei denn, man hat ununterbrochen VZ gearbeitet) bekommt 71,… % seines letzten Bruttogehalts...Das ist Quatsch! (Wäre aber schön!) Sondern:
Es wird über die Jahre (-zehnte) penibel zusammengerechnet, was man evtl. reduziert / aufgestockt hat. Jede Stunde mehr oder weniger wird “gezählt”! Nur die letzte Eingruppierung spielt noch eine Rolle.
Ich las heute im Schnitt aber doch rund 66 Prozent.
Bei den anderen sind es ja auch im Schnitt real rund 53 Prozent, las ich, nicht 48.
Nungut. Diesen Quatsch mit der letzten Eingruppierung kann man nun wirklich abschaffen. Es sollte sich eher daran orientieren, wie lange man jeweils wo eingruppiert war im Laufe des Arbeitslebens. Alles andere ist meines Erachtens nach totaler Schwachsinn.
Das ist bei Angestellten genauso. Nur ist die Höhe der maximal möglichen Rentenbezüge deutlich! geringer als bei Angestellten.
Kann man bei mir gut sehen:
Ich habe ab Alter 23 mit 2 Jahren Erziehungsurlaub ununterbrochen Vollzeit gearbeitet. Rentenerwartung bei Renteneintritt mit 67 bei weiterhin Vollzeit: 3071 Brutto. Gern mal vergleichen…
Mit ging es weniger um die Zahlen, die Herr Clemens anführt, eher um den Ansatz, das Niveau nach Unten zu verschieben, ohne den Beruf noch weniger attraktiv zu machen
Die Beamtenlobby ist viel zu stark in Deutschland. M.E. muss radikal reformiert werden, in Schweden wurde das System schon in den 80er Jahren umgestellt und die Menschen dort haben es überlebt. Dass heute nebeneinander Lehrer angestellt und verbeamtet sind und somit für die gleiche Tätigkeit unterschiedlich bezahlt werden, ist ungerecht. Es ist auch ungerecht, warum Beamte bis zu 71 % als Pension bekommen, während Rentner sich mit durchschnittlich 48 % zufrieden geben müssen. Nur weil es schon immer so war, heißt es nicht, dass es noch richtig ist und so bleiben muss. Wir sind ein Land der Ungleichbehandlung und Privilegien, was unser System auch so schrecklich bürokratisch macht und nicht wirklich solidarisch ist. Ich finde, dass eine Bürgerversicherung für alle viel solidarischer wäre, ich befürworte das, obwohl ich mehr zahlen müsste. Und man muss auch immer überlegen, dass Geld nicht gedruckt werden kann und immer darüber nachdenken, wer das bezahlen soll. Aber dieses Thema ist nur ein Thema, generell muss sich was ändern an der Bildung, der Föderalismus bei der Bildung müsste z.B. abgeschafft werden, sonst ersticken wir in der Bürokratie.
Beamte würden gerne „downvoten“
Zumal die Beamten mehr Netto haben und locker zusätzlich noch was für die Ruhephase zurücklegen können. Das, was vom Angestellten erwartet und verlangt wird, weil er es BRAUCHT. Die Ungerechtigkeit potenziert sich nach dem Erwerbsleben noch.
Aber klar, die Beamten finden das gerecht und amtsangemessen und und und.
Na, immer noch nicht gerafft, dass Sie mit meinem Nick hier unterwegs sind?
Oder wollen Sie mich durch solche Aussagen diskreditieren?
„Ich glaube nicht, dass die allermeisten Menschen unterrichten wollen, weil sie gern Beamte sind“ – Stimmt, aber die Kohle nehme ich trotzdem mit und die würde dann nachher fehlen.
“Stimmt, aber die Kohle nehme ich trotzdem mit”. In diesem Zusammenhang ist es doch nur folgerichtig, wenn die Bezüge nicht weiter steigen. Besser wäre es de facto die Höhe der bezüge würde sinken, schließlich hat sich Deutschland zu den EU-Klimazielen verpflichtet. Und die sehen eine Reduzierung fossiler Energien wie “Kohle” vor.
Dann eben die “Kröten”. Da kann der umweltbewußte Amphibienretter ja nichts dagegen haben. Oder gerne auch andere botanische oder zoologische Ausdrücke, wie Moos, Mäuse, Flöhe …
Oder, wir unterstützen die schwächelnde Bauwirtschaft und erhöhen den Kies, Schotter, Steine, Bims…
Mir egal, wie wir das nennen. Hauptsache, ich kann das im Laden gegen Bier tauschen.
Ich versteh nur Bimbes.
Das mit den genannten Abgrabungsprodukten lassen wir mal wegen der Eingriffe in die Landschaft.
Ebenso ist die Entnahme von Lebewesen und Pflanzen aus ihren angestammten Lebensräumen nicht umweltverträglich. Ihr Umweltbewusstsein scheint mir nicht sonderlich ausgeprägt zu sein.
Apropos Kohle – wenn die Kohle von einer AfD geführten Landesregierung gezahlt wird, ist das dann “Braunkohle”? Ich frage für einen sachsen-anhaltinischen Freund:)
Besitzstandsschutz, der.
Besonders charmant finde ich “Entscheidend seien Wertschätzung, Bezahlung und Arbeitsplatzsicherheit, die auch Tarifbeschäftigten geboten werden könne.”
Das hört sich so an, als habe man den Beamten Wertschätzung entgegegebracht.
Man kann den Beamtenstatus von Lehrkräften beenden, muss sich dann aber damit befassen, wie sich dadurch das Personal verändert. Die Idee, dass alles so weiterläuft wie mit Beamten wird nicht funktionieren.
Die Kollegien würden flexibler werden – Jobwechsel, andere Schule, anderes Bundesland, Nebentätigkeit, Selbstständigkeit, …
Auch kann man mit Angestellten nicht nach Gutsherrenart umspringen, wenn diese keine Beamten mehr sind – das betrifft Abordnungen, aber auch Messung der Arbeitszeit, Überstunden, Stundenplan der Teilzeitkräfte. Eine Kollegin (und junge Mutter) hat ein Deputat von 10 Stunden, die auf 3 Tage verteilt sind. Am vierten Tag ist unser Konferenztag, jetzt muss sie in der Prüfungszeit auch noch am 5. Tag erscheinen, weil dort Prüfungen sind (Öffnung der Prüfungsaufgaben), auch zu Prüfungsaufsichten wird sie ganz selbstverständlich eingeteilt.
In keinem anderen Job muss man mit 40 Prozent an 5 Wochentagen antreten. Und das kann man auch niemand verkaufen.
Insofern muss man sich etwas einfallen lassen, wenn der Job noch halbwegs attraktiv bleiben soll. Das sollte man vielleicht machen, bevor man über die Abschaffung der Verbeamtung redet.
Ohhh, dieses ewige Gejammer und Genörgel!
… ich ergänze: der Beamten-Lehrer. Die nie zufrieden sind trotz all ihrer Privilegien.
“ Eine Kollegin (und junge Mutter) hat ein Deputat von 10 Stunden, die auf 3 Tage verteilt sind. Am vierten Tag ist unser Konferenztag, jetzt muss sie in der Prüfungszeit auch noch am 5. Tag erscheinen, weil dort Prüfungen sind (Öffnung der Prüfungsaufgaben), auch zu Prüfungsaufsichten wird sie ganz selbstverständlich eingeteilt.”
Das geschieht seit Jahr und Tag auch mit angestellten KollegInnen. Generell scheint das Land mit Lehrkräften einfach nur mies umzugehen, unabhängig vom Status.
Nun denk an dir abhängigen befristeten Angestellten
Hallöchen hier Beamtin mit halber Stelle und schon einige Halbjahre mit 5 Tage Woche gehabt. Mindestens aber 4 Tage. Oft Tage, wo ich nur für 45 Minuten extra anreise…….
Aber daran ändert auch Angstelltsein nichts. Finanzbeamtin, da hast du HomeOffice und Arbeitszeiterfassung, Überstundenabbau und alles. Aber das sind ja Leute, denen man trauen kann, wenn die zuhause ihre Zeit stoppen…….
“Besonders charmant finde ich “Entscheidend seien Wertschätzung, Bezahlung und Arbeitsplatzsicherheit, die auch Tarifbeschäftigten geboten werden könne.”
Das hört sich so an, als habe man den Beamten Wertschätzung entgegegebracht.”
Lesen Sie das mal aus Angestelltensicht …. Man könne den Tarifbeschäftigten das geben – wird das denn (bisher) gemacht?
Oder ist das (dann) ein Ziel?
Bisher ist es eher “die Pflichtangleichung der Beamtenpflichten” ohne “Beamtenprivilegien”. Klingt jetzt nichg unbedingt besser oder Wertschätzender – oder?
Arbeitszeit, Überstunden und alles was erwähnt worden ist müssen Beamte auch JETZT nicht akzeptieren…. Also was soll diese falsche Behauptung?
Auf der anderen Seite bestätigt dieser Post, dass Beamte ihre Rechte für mehr netto verkaufen.
Warum denken gerade Beamte dass sie nicht ersetzbar sind?
Die angehenden Lehrer jammern wegen der völlig bezugsfremden Ausbildung in den Universitäten. Die Senkung der Anforderung sorgt für mehr Nachfrage nach dem Beruf.
Das ist bereits der Fall und wird noch stärker kommen.
Seiteneinsteiger, Quereinsteiger usw.
Wie schaffen es andere Länder?
Dieses Land schafft sich ab, weil Leute so egoistisch sind. Nichts beruht mehr auf tugendhafte Entscheidung. Hauptsache selbst immer Zucker statt Salz schmecken.
Soso Bezahlung soll ausschlaggebend sein. Und wo bitte werden angestellte Lehrkräfte gut bezahlt?
Bin auch am Überlegen, ob das ironisch gemeint ist. Bin noch am Suchen der 1000€, die mein Netto kleiner ist als das meiner verbeamteten Kollegen (ja, natürlich nach Abzug der KK bei den Beamten).
Nicht vergessen, den Zusatzbeitrag von 2,69% zur GKV gegen zu rechnen.
Bekommen Sie als angestellte Lehrerin nicht ein höheres Brutto als ein vergleichbarer verbeamteter Kollege? In manchen Bundesländern ist das so.
Und was ändert das am Netto?
Was man “im Geldbeutel/auf dem Konto hat” zählt doch? Da kann man Brutto noch soviel mehr haben, wenn es hinten raus Netto deutlich weniger ist.
Krass, ne, dass es trotzdem 1000€ netto Unterschied ausmacht (gleiche Dienstjahre, gleicher Familienstand, gleiche Kinderzahl, Vollzeit)…
Wäre schön übrigens, wenn Sie mich nicht missgendern würden. „Angestellte Lehrkraft“ wäre in meinem Fall korrekt.
Weniger netto,
Keine familienzuschläge
Keine „sechs Monate krank“ sein ohne ins Krankengeld-Problen zu rutschen….
Angestellte werden ausgebeutet. Der Grund dafür sind die Gewerkschaften.
In den Augen der Schulministerien. – Ansonsten würden sie es ja ändern, so von wegen Gleichbehandlungsgrundsatz.
Alle Pro- und Contraargumente sind hinreichend bekannt und niemand lässt sich vom anderen überzeugen. Es wird nur immer wieder das Gleiche vorgebracht. Ich finde die vielen Privilegien der Beamtenlehrer auch zutiefst ungerecht. Ich verstehe die Wut der Normalbürger auf die Beamtenprivilegien.
Ich habe keine Wut auf „Beamtenprivilegien“. Ich finde es nur einfach nicht nachvollziehbar, dass ein Staat, der sich „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ auf die Fahnen geschrieben hat, das selbst ignoriert.
Ich kann meine verbeamteten Kollegen auch verstehen, dass sie verbeamtet bleiben wollen. Nur muss es dann für angestellte Lehrkräfte eben auch einen Unterschied in der Aufgabenverteilung geben, die das erheblich höhere Netto der Beamten, Privilegien wie vollständige Bezüge im Krankheitsfall und eine im Vergleich zum Angestellten 150% ihr Altersversorgung rechtfertigen. Bisher gibt es da für Lehrer keine Unterschiede.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist doch eine Schimäre. Das hat sich auch nicht der Staat auf die Fahnen geschrieben. Wie kommen Sie darauf?
In der Privatwirtschaft verdienen Sie auch je nach Firma anders. Im ÖD je nach Bundesland anders.
Letzte Minute im Postnachfolgebereich noch BeamtInnen einstellen, sehr frech!
Vollkommen richtig… die Frage ist, was machen die Gewerkschaften?
Aber wollte nicht bis vor kurzem auch das Land Berlin seine Lehrer nicht mehr verbeamten? Und was ist daraus geworden? Eine Rolle rückwärts. Ein solches Chaos brauchen wir nun am allerwenigsten. Wozu haben wir eigentlich eine KMK, wenn jedes Bundesland seine eigenen Wege geht?
Berlin zog nach, weil die verbeamtenden Bundesländer Lehrer aus Berlin abwarten und weil die Berliner Lehrer(Organisationen) behaupteten, so den Lehrermangel zu beseitigen, was nachweislich nicht stimmte.
Ach, und dasselbe in Sachsen ist unmöglich? Sowas geht m.E. nur, wenn ALLE Länder das gleichzeitig machen nach einem KMK-Beschluss. Aber wegen des Parteiengezänks mit A- und B-Ländern wird das wohl nicht geschehen.
Ein Alleingang funktioniert nicht… das wurde mehrmals bereits kritisiert… die Artikel darüber nicht richtig gelesen?
Ja, jede Seite bringt jedes Mal die gleichen Argumente. Anscheinend völlig wirkungslos.
Sie finden eine einigermaßen auskömmliche Pension, vernünftige Terminfindung bei Ärzten und Absicherung im Krankheitsfall ungerecht? Das kann ich gut verstehen.
Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich ohne die Privilegien als Beamter nicht mehr im Staatsdienst wäre. Dann hätte ich mich für einen Job in der freien Wirtschaft oder an einer privaten Schule entschieden. Dazu bin ich zu gut und zu lange ausgebildet, um mir den Job in diesem System mit meinen Mangelfaechern zu geben.
Selbiges.
Wird die Verbeamtung gekillt (egal ob offen oder verdeckt) bin ich weg.
MESA regelt.
447, wo leben Sie? Wenn überhaupt würde es nur für zukünftige Generationen von Lehrkräften gelten! Man kann dafür oder dagegen sein, heutige Personen, welche diesen Status genießen, sind und bleiben BeamtInnen!
Naiv
Nö würde eh nicht gehen
Einfache Frage, im Heimatland meines Vaters werden Lehrkräfte seit mehren Jahrzehnten nicht mehr im Beamtenstatus, sondern als Angestellte beschäftigt- wie ist dies in Ihrem ursprünglichen Heimatland geregelt? Merken Sie etwas?
Das ist so geregelt:
– Lehrer sind schlichte Staatsangestellte ohne besondere Zusätze, quasi nicht anders als jeder Amtsmensch
– die Bezahlung ist mies (für das Bildungsniveau)
– es wird extreme offizielle Konformität (früher zur “Partei”, heute zur jeweils aktuellen Regierung) erwartet.
Soweit entspricht das also ganz den Wunschträumen von Politikern/Eltern/SuS, klingt doch super!
Jetzt kommt aber der Rest (insbesondere auf dem Land, aber selbst in der Hauptstadt ist das nicht viel anders):
– Lehrkräfte wurden (und werden) regelmässig von Eltern “beschenkt”, das war ganz früher wortwörtlich “Geldgabe in Briefumschlag, Briefumschlag in Klassenarbeitsheft/Zeugnismappe. Essen & Co. zum Jahresende inklusive. Das läuft heute natürlich eleganter, wozu gibt es Smartphones?
– im Klassenraum gibt es keine Disziplinprobleme, existiert schlicht nicht. Wer Lehrer beschimpft oder gar versucht den Unterricht an sich zu stören…ähhhhh, ja. Oder eher: Nein.
– es war (und teilweise: ist) ganz normal, dass ganz normale Lehrkräfte (sofern “anerkannt”) selbstverständlich den “Gemeinderat” beraten. Komischerweise haben auch alle Lehrer recht hübsche Häuser, huppsi.
– Respekt: Das kann sich der gemeine deutsche Lehrer nicht so richtig vorstellen…aber wer es bei den Geschenken nicht übertreibt und tatsächlich engagiert ist, ist im ganzen Dorf/Stadtviertel eine Respektsperson. Und das zeigt sich auch konkret im Verhalten der Menschen.
Natürlich bleibt die Welt auch hier nicht stehen – im Einklang mit compliance und Co. ist dann eben auch die Wechsel- und Abbrecherquote massiv nach oben geschossen, weil das Gehalt (natürlich) nicht mitgestiegen ist, “Krise” ist ja immer, wenn normale Menschen Kohle sehen wollen.
Nein. Die Bezahlung ist NICHT MIES.
Glaube ich nicht. Sie werden davon nicht betroffen sein. Und für die anderen, die betroffen sind, werden Sie sich nicht einsetzen.
An einer privaten Schule? Da erhalten Sie in der Regel weniger Gehalt und dafür mehr Arbeit.
Dann Go,…
Menschen die einen Werdegang von „Schule – Uni – Schule“ aufweisen, kann man nicht belehren.
Gehen sie in die freie Wirtschaft und schauen sie mal wie es ihnen geht 🙂
Nur zu, werden Sie doch Beamter.
Oder woran scheitert es ?
In der Schule nicht aufgepasst ?
Nicht gut genug fürs Studium?
Vorbestraft?
Oder gesundheitlich nicht einsatzfähig?
Politisch radikal unterwegs?
Jedenfalls können Sie die fetten Beamtenprivilegien (die garkeine “Privilegien” sind, sondern gerechter Bonus für weit in die Lebensführung eingreifende Zugeständnisse) gerade als Lehrkraft leicht bekommen – Neue stets gesucht.
447, Sie haben einen größeren Unterhaltungswert als viele anderen Lehrkräfte hier, aber mit dieser Antwort, welche so gar nicht oder kaum zu Ihnen passt, klingen Sie nicht wie der Sohn von Gastarbeitern, sondern wie die verbeamtete deutsche Spiesserkartoffel, sorry!
Das stimmt, klingt wirklich so.
Mich kotzt halt diese Verlogenheit an:
– Wirtschaftsboom: “Haha, diese Schnarchbeamten, so dumm/faul ey, und verdienen nix! Aber ist auch gut so, die haben ja ihre Sicherheit, geschieht ihnen recht!”
– Wirtschaftsflaute (die wir ja garnicht haben, alles faje-news, gelle ? 😀 ): “Rabäh-kreisch-heul, Beamte haben unsere Butterbrote gestohlen und sind dumm und faul und böse! Nehmt ihnen ihre Sicherheiten weg, das kostet nur!”
Sorry, aber das ist doch einfach nur neidzerfressenes Minderleistergelaber.
Die Laufbahnen stehen in hunderten Berufen, wörtlich tausenden Positionen offen, von Militär, Justiz, Verwaltung bis hin zu Finanzwesen oder Bautätigkeit.
Also:
Schlicht aufs falsche Pferd gesetzt, wenn “man” ERST in den Haifischtanz der “freien Wirtschaft” einsteigt (und sich meist NULL so verhält, dass man viel rauskriegt!)…bei VOLLER TRANSPARENZ DARÜBER, wo die Risiken liegen…aber wenn es schiefgeht, dann will man anderen (die auf die VORTEILE der freien Wirtschaft verzichtet haben!) deren Dinge wegnehmen?
Nur noch schwach & peinlich.
Ich könnte mir nur BeamtInnen im ÖD leben Trennung so aber für mich falsch
Minderleister halten sich im LD über Jahrzehnte
Schwach und peinlich finde ich, dass Sie noch nicht verstanden haben, dass die temporären eventuellen Gehaltsvorteile in der Wirtschaft die Lücke zwischen Pension und Rente nicht mal annähernd ausgleichen können.
Wenn in Ihrem Kopf das Leitbild “abhängig angestellt und sonst nix machen, erwarten, davon gut zu leben” zusammen mit “wirtschaftlich sein Auskommen im Kapitalismus erwirtschaften” festzementiert ist…dann können Sie “Lehrer” in ihren Jammerorgien auch durch “Chefs” ersetzen.
Nix verstanden.
Es sind und bleiben Beamtenprivilegien. Und ja, diese stehen einem Beamten zu. Und nein, “gerecht” sind sie im Berufsprofilvergleich “in der Schule” definitiv nicht.
Ist ja komplett absurd das so zu behaupten, wenn man die Bedingungen gegenüberstellt. Klar für’s Beamtengewissen ist das in Ordnung hier so zu kommentieren – verstehe ich. Ändert doch nichts an der Logik dahinter … Werden Beamtenpflichten übertragen. Wird mit diesen Beamtenpflichten [bspw. Hoheitliche Pflichten] argumentiert. Ist eine Übertragung auf Angestellte absolut unrational als Logik. Dementsprechend dürfte es dann eben nur Beamte in dem Bereich geben. Oder andere Berufsprofile – wie Mika bereits schrieb. Oder Angleichung der “Beamtenprivilegien” auch als “Privilegien der schulangestellten Lehrkräfte”.
Das macht doch von hinten bis vorne gar keinen Sinn … Fällt Ihnen hoffentlich selbst auf? Soviel “Grips” gestehe ich Ihnen wahrlich zu.
Wenn Sie mal die “Aber ich muss mich Rechtfertigen für Privilegien” beiseite schieben zumindest. Schauen Sie sich die Profile an. Vergleichen Sie. Ist doch anbestreitbar?
Gerne können wir genauer darauf eingehen …
Nicht jeder will sein Berufsleben mit einem Stall von Leuten dieser Einstellung verbringen.
Völlig legitim.
Warum dann das Gejammer über die Folgen der SELBST GEWÄHLTEN Entscheidung?
Keep stay in the bubble, Richard.
Das “Keep” ist zu viel.
SCNR
Wertschätzung….ernsthaft?
Bezahlung… ist nicht so überwältigend. Oder meint er die Tatsache, dass für die Freude an der Aufgabe Unterricht überhaupt eine Bezahlung vorgesehen ist? Bezahlung für Arbeitskraft, das ist kein besonderer Anreiz, das ist überall so.
Arbeitsplatzsicherheit…sollte im Sinne eines AG sein, dessen Produktivitätsgewinn gegen Null geht, bei zunehmenden Aufgaben der Mitarbeiter. Wenigstens den Bestand halten, wer soll das sonst machen?
Klingt wie meine Schüler: ich habe nicht geschwänzt, kriege ich jetzt eine Drei?
Ich persönlich kann es mir kaum vorstellen, dass irgendein Politiker die Vorteile, die er durch den Beamtenstatus seiner Bediensten besitzt, freiwillig aufgeben würde – viel eher schon wäre es Interesse der verbeamteten Lehrer selbst, auf einen fairen Diskurs zur Abschaffung des Beamtenstatus hinwirken, mit dem Ziel, ohne die derzeit bei einem Ausstieg drohenden maximalen Verluste wieder in den Besitz ihrer vollen Grundrechte zu gelangen! Denn indem sich der Beamte/die Beamtin mit seiner/ihrer Ernennung schließlich selbst kastriert und als Preis für die Ernennung auf wichtige Grundrechte verzichtet, machen die Beamt/innen es ihrem Dienstherrn überhaupt erst möglich, so mit ihnen umzuspringen, wie diese es in den vergangenen Jahren getan haben und in der Zukunft sicherlich noch vermehrt tun werden!
Zur Erinnerung, hier eine Liste der Grundrechte, auf die jeder Beamte/jede Beamtin mit seiner Ernennung verzichtet, und zwar zugunsten des Dienstherrn:
„Bei Beamten sind aufgrund ihrer besonderen Treuepflicht gegenüber dem Dienstherrn (Art. 33 Abs. 5 GG) mehrere Grundrechte eingeschränkt. Hauptsächlich betroffen sind die Meinungsfreiheit (Art. 5 GG, Mäßigungsgebot), die Koalitionsfreiheit (Art. 9 GG, Streikverbot), das Recht auf Freizügigkeit und die freie Wahl des Berufs (Art. 12 GG) sowie die allgemeine Handlungsfreiheit (Art. 2 Abs. 1 GG, z.B. bei Nebentätigkeiten).
Hier sind die wichtigsten Einschränkungen im Detail:
Genauer gesagt, diese Einschränkungen sind gerechtfertigt, weil der Beamte sich dem Staat gegenüber rechtlich in ein „besonderes Gewaltverhältnis“ begeben hat, das es eben dem Staat, in Form des Dienstherrn, erlaubt, die o.g. wichtigen Grundrechte für seine Bediensteten nicht zu beachten!
Entfielen die Zwänge, die das besondere Gewaltverhältnis den Kolleg/innen auferlegt, und die Betroffenen dürften sich durch Streik – ober eben durch die individuelle Entscheidung zu einem Berufswechsel – wieder wehren gegen miserable Arbeitsbedingungen, dann würde der Arbeitsmarkt selbst dazu führen, dass die Arbeitsbedingungen an den Schulen für alle Beteiligten, Lehrer/innen und Schüler/innen, wieder menschenwürdiger würden!.
Insofern denke ich, dass die Abschaffung des Beamtenstatus keineswegs im Sinne der Dienstherrn, stattdessen viel mehr im Sinne der Kolleg/innen sein dürfte! Die Eröffnung eines fairen Diskurses zur Abschaffung des Beamtenstatus wäre dringend an der Zeit, denke ich – stattdessen werden immer nur populistische, aber vollkommen leere Drohungen gegen die Kolleg/innen geschossen, die das gesellschaftliche Klima gegen diese aufheizen – und damit von den eigentlichen Verursachern aus der Politik – ablenken sollen.
Die sehen alle nur das Geld!!!
Und die pkv
Bei höhreren politischen Beamten in Rheinland Pfalz werden die Probleme noch elganter gelöst:
https://www.tagesschau.de/inland/regional/rheinlandpfalz/swr-rechtswidrig-oder-nicht-widerspruechliche-gutachten-zu-sonderurlaub-fuer-rlp-beamte-veroeffentlicht-100.html
Diejenigen, die hier sagen, es wäre doch fairer, wenn alle Kollegen angestellt wären, weil der Gehatstunterschied zwischen Beamten und Angestelleten Lehrkräften so groß ist, fallen offensichtlich auf die Rhetorik von Clemens herein.
Natürlich wird keine angestellte Lehrkraft mehr Geld bekommen, wenn das Beamtentum für Lehrkräfte abgeschafft wird. Es werden einfach alle weniger bekommen und das Land wird Geld sparen.
Wenn es Clemens um Fairness ginge, könnte er sich ja dafür einsetzen, dass das Gehalt angestellter Lehrkräfte auf des Niveau der Bamten angehoben wird.
Das tut er aber offensichtlich nicht.
Es geht hier um Lohndumping und um nichts anderes.
Mir geht es um die Asoziale Art der meisten Beamten, die sich benehmen können wie sie möchten und keine Sanktionen befürchten müssen.
Niemand braucht mehr Geld fordern als die Gewerkschaften. Diese sind begangen und fordern jede Erhöhung für die Beamten mit.
Man muss man darüber nachdenken.
Beamte handeln in der Tarifkommission über die Gehälter der Angestellten 🙂
“Mir geht es um die Asoziale Art der meisten Beamten, die sich benehmen können wie sie möchten und keine Sanktionen befürchten müssen.”
Wie bitte???
Na ja!
So ein Satz wie: “Mir geht es um die Asoziale Art der meisten Beamten”, deutet wohl eher auf die “asoziale Art” dessen hin, der so etwas schreibt.
Was sollen solche unhaltbaren Pauschalverurteilungen?
Ich verstehe politisch nicht, warum konservative Standesorganisationen überhaupt Tarifbeschäftigte als Mitglieder gewinnen können
Ich verstehe ebenso nicht, warum konservativ angebaute BerufsbeamtInnen und deren Lobbyverbände null Dankbarkeit in Richtung Union ausdrücken und sich brav mäßigen
Ich wüsste nicht, warum.
Bei meiner Ernennung waren die Bedingungen klar. Daran habe ich mich jahrzehntelang gehalten: Dienst gemacht, wann, wie und vor allem wo der Dienstherr bestimmte, Regeln, Anweisungen und Pflichten eingehalten. Dagegen gilt es für den Dienstherrn, seinen Teil der Abmachung einzuhalten: Absicherung des Lebensstandards dem Amt gemäß, Zahlung der erdienten(!) Pension. So war’s bekannt, abgemacht und wird vollzogen. Und dafür muss ich mich weder rechtfertigen noch dankbar sein.
Jeder kann sich verbeamteten lassen oder auch nicht. Und wenn’s nicht mehr möglich sein soll für Lehrkräfte- auch gut, Bewerbende werden das einpreisen und ggf. wegbleiben.
Aber niemand, der Beamter ist, muss sich von jedem dahergelaufenen Neider dummkommen lassen!
“Jeder kann sich verbeamteten lassen oder auch nicht”
O sancta simplicitas!
Deutsche BeamtInnen sind nicht von Gott eingesetzt, sondern nach dem Krieg von der Union weiterhin möglich gemacht worden- übrigens trotz größter Vorbehalte der angloamerikanischen Siegermächte! Ich selbst denke dass bei den Rentenkassen, Unfallkassen, Museen, Wetterdienst und Co eine Verbeamtung weitaus dubioser ist als bei den Lehrkräften! Die BRD ist historisch aber kein normales Land, bitte verstehen
Und damit begründet sich was? Gott lassen wir aber außen vor! Von mir aus muss kein Lehrer, kein Wer-auch-immer mehr verbeamtet werden. Ich sage nur ‘Birne”!
Doch. Das müssen Sie aushalten!
Also faire Kritik natürlich! Der Dauerbrenner, jeder kann sich einen Beruf mit Verbeamtung suchen, ist natürlich schon etwas frech und soll nur ablenken
Und doch hat er Recht damit.
Jeder kann auch reich heiraten ! Einfache Logik! Warum arbeiten Menschen überhaupt noch?
Nein, mich “brav mäßigen” oder “Dankbarkeit” zeigen, das muss ich mitnichten. Lesen Sie genau, worauf mein Post rekurrierte, dann erübrigt sich Ihr trotziges “Doch”.
Die Kritik, Anwürfe, Argumente etc. sind nichts, was ich “aushalten” muss. Jeder kann sie- sofern rechtlich korrekt und sprachlich angemessen- gern formulieren.
Persönlich ist für mich die Birne längst geschält und bereit zum Verzehr: 71% Pension in wenigen Monaten.
Dann freuen sie sich doch
Das tue ich in der Tat.
Sei Ihnen von Herzen gegönnt
Also, nur mal so… Ich hab’ schon manchmal ein schlechtes Gewissen… Beim Arzt und so…
Da ich, alleinerziehend mit mickriger Halbwaisenrente fürs Kind und viel Teilzeit, spät angefangen wg. Lehrerüberschuss, jetzt keine soo üppige Pension erhalte, gehe ich auch nicht hin und spende davon viel (falls dieser Vorschlag kommen sollte). Konnte natürlich auch keine noch so mickrige oder bröselige Immobilie erwerben. Mit erben ist auch nichts. Und bin froh und dankbar, dass ich bei der nächsten Eigenbedarfskündigung vielleicht doch in der Lage bin, was Anständiges zum Wohnen zu finden.
Ja, und dennoch finde ich die Unterschiede zwischen Angestellten und Beamten zutiefst ungerecht. Bin ich jetzt schizophren?
Ertappe mich dabei, dass ich eher sage, dass ich in Rente bin als zu sagen, ich bin pensioniert… Weil ich mich schäme? Who knows…
Auch die Scham steht Ihnen frei. Geben Sie doch die Urkunde zurück- das geht auch als Pensionist. Und der Dienstherr lacht sich eins.
Googeln Sie mal (bevorzugt mit IP & Landessprache ausserhalb Deutschlands) die KONKRETEN PERSONEN, die da das sagen haben.
Es ist ein Feld der Vorpolitik, durchgehend besetzt.
Der DGB, bis zur Jahrtausendwende mit den meisten BeamtInnen gesegnet und der DBB stehen den beiden großen Parteien nahe, wenn man da noch von groß sprechen möchte
Oder meinen Sie etwa, dass die, welche uns Macht vorgaukeln, diese nicht haben und die wahren Machtzentren eher unbekannt agieren
Sie haben mich übrigens mehr als neugierig gemacht, ist es auch bei Ihnen ein südeuropäischer Hintergrund?
Osteuropäisch – aber die Mechanismen sind ja überall die gleichen.
DGB mit Beamten gesegnet? Die von NGG, IG BAU, IG Metall, IG BCE, ver.di, GEW?
Bahn und Deutsche Postgewerkschaft, Heute Verdi, GEW, GDP und co
Bahner sind in der EVG oder bei der GdL. Anno dunnemals waren alle Beruffsgruppen des ÖD in der ÖTV.
Lang ist das her. Wer kennt noch Herrn Klunker.
GDL ist DBB
Habe ich etwas Anderes behauptet?
Es können eben auch angestellte Lokführer Mitglied der GdL werden.
Deren Sache, geschenkt
Ich würde als möglicher Angestellter nie Mitglied im
Beamtenbund werden
Winfried Kretschmann aus BaWü legt nach:
https://www.spiegel.de/panorama/bildung/winfried-kretschmann-haelt-wenig-vom-beamtenstatus-fuer-lehrerinnen-und-lehrer-a-7db5bbb5-804d-4a5d-b2e8-b51bf5dd4213
Er war selbst Lehrer, die Grünen werden bzw. wurden von vielen BeamtInnen gewählt, sind aber nicht deren größte Fans
Der Lehrerjob ist so hart geworden, dass ich glaube es würden noch mehr Lehrer hinschmeißen und sich etwas anderes suchen, wenn der Beamtenstatus wegfallen würde. Gerade solche mit Kindern und somit einem hohen Familienzuschlag. Weniger Gehalt bei besseren Arbeitsbedingungen wäre für mich ok. Konkret: keine Sonderschüler an Regelschulen, Leistungsprinzip, Abschaffung von Bürokratie, kleinere Klassen, deutlich höherer Personalschlüssel, bessere Ausstattung an Schulen…
Witzigerweise sind es bei uns die Kunst-/Sport-Lehrer, die die meisten Kinder haben. Den anderen fehlt schlicht die Zeit für so viele Kinder…
Ich finde auch, dass Beamten- und Angestelltengehälter dringend angeglichen werden sollten. Allerdings passt es nicht zusammen, wenn einerseits der Lehrerberuf attraktiver gemacht werden soll (wegen Lehrermangel), andererseits aber das Beamtentum gestrichen wird.
Außerdem würden es Politik und Familien sehr schnell merken, wenn wir alle angestellt wären. Dann dürften wir nämlich streiken, und die Schulen wären sehr viel öfter geschlossen als einmal im Jahr wegen Glatteis.
Warum sollten angestellte Lehrer streiken?
Lehrer sind nicht gerade für ihre Streikkultur bekannt, dann doch lieber mit den Füßen abstimmen oder gar nicht erst Lehrer werden (und das direkt den eigenen Kindern einimpfen).
Das Gute ist, dass man mit einem Angestelltengehalt schneller Alternativen findet, die genauso oder besser bezahlen.
Eines sollte jedenfalls klar sein: Sollten die Länder nicht mehr verbeamten, dann wird das Lehramt nur noch zur personellen Resterampe (und diese Entwicklung sieht man ja bereits heute schon).