DÜSSELDORF. Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss ist 2025 in Nordrhein-Westfalen auf einen Zehnjahreshöchststand gestiegen.

Wie das Statistische Landesamt in Düsseldorf mitteilte, haben im Abgangsjahr 2025 7.430 von insgesamt 178.135 Schülerinnen und Schülern in NRW eine allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlassen. Das entspreche einem Anteil von 4,2 Prozent. 2015 lag der Anteil der Abgänger ohne Abschluss bei 2,2 Prozent.
Eine der Ursachen für die Zunahme hängt möglicherweise mit den in der Zwischenzeit dazugekommenen Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine zusammen. Die meisten ausländischen Schulabgänger ohne Abschluss besaßen 2025 die ukrainische Staatsangehörigkeit, wie aus einer anderen Erhebung des Statistikamtes hervorgeht.
Betrachte man die zehn Staatsangehörigkeiten mit den meisten Schulabgängen ohne Abschluss, zeige sich, dass unter den ukrainischen Schulabgängerinnen und Schulabgängern mit 38 Prozent der höchste Anteil an Abgängern ohne Abschluss verzeichnet worden sei, hieß es. Dieser Wert liege deutlich über den Anteilen der übrigen Staatsangehörigkeiten. News4teachers / mit Material der dpa
Schulabbrecher-Quote von zehn (!) Prozent – Bildungsminister: Lehrermangel ursächlich









Laut KM besuchten in Q2-2025 in NRW 26.921 SuS aus der Ukraine eine allgemeinbildende Schule, das war der bundesweit dritthöchste Wert nach Bayern = 31.128 und BW = 26.924.
Gegen die ukrainischen Schüler ohne Abschluss oder ohne deutschen Abschluss ab? Meines Wissens haben sie zumindest etliche Jahre parallel noch den ukrainischen Unterricht in Distanz gehabt.
Vielleicht können sich da deutsche Schüler*innen noch dranklinken?
Ich habe mir mal die ukrainischen Schulbücher meiner Unterrichtsfächer angeschaut. Ich habe große Zweifel, dass sich die deutschen Schüler selbst bei Sprachkenntnissen so ohne weiteres “dranklinken” können, weil die viel anspruchsvoller sind als die aktuellen deutschen Bücher.
Anspruchsvoller – ja, sind sie.
^ dieses.
Bei uns abgehende UKR-SuS haben normalerweise mindestens einen UKR-Abschluss, diverse auch beides.
Für die Statistik wird entscheidend sein, ob das auch im Schülerdatensatz entsprechend vermerkt wurde oder nicht.
Seltsam. Ich nehme ukrainische Jugendliche vermehrt als besonders engagiert wahr, die sich oft innerhalb kürzester Zeit die deutsche Sprache draufgeschafft haben und insbesondere in Mathematik zu den Besten der Klasse gehören. Da ist meist eine ganz andere Disziplin dahinter und einige nehmen nachmittags noch am Onlineunterricht ukrainischer Lehrkräfte teil. Hier könnten sich einige in Deutschland geborene Schüler noch was abgucken.
Das ist aber dem ukrainischen Schulsystem zu verdanken. In Deutschland geborene Schüler würden die gleiche Leistung unter den gleichen Bedingungen wie in ukrainischen Schulen zeigen.
Ich nicht. Die ukrainischen Schüler an meiner Schule finden es eher befremdlich, wie vergleichsweise wenig Disziplin hier herrscht und welches geringe Niveau verlangt wird, und fühlen sich darin pudelwohl. Insbesondere gewöhnen sie sich auch die fehlende Disziplin an.
Sie wollen halt nicht als Streber zu Außenseiter werden. Die Eltern und Großeltern der Ukrainer schütteln auch nur den Kopf über die Disziplin und den respektlosen Umgang in einigen deutschen Schulen und in manchen Kitas.
Versteh ich nicht, die allermeisten lehrkräfte sind doch sehr diszipliniert:)
Wieder: Exakt meine Erfahrung.
Die Ukrainer können sich doch deren Schulabschluss, den sie online gemacht haben, anerkennen lassen. Den haben auch erfahrungsgemäß die meisten. Einfach nach Köln an die zuständige Stelle melden.
Problem gelöst, dankt mir später.
Was genau sollen die sich abgucken?
Nicht so zu sein, wie Sie es nicht wollen?
Oder haben Sie etwas Konkretes, was nicht die Abwesenheit Ihres Kritkpunktes ist?
Ich nix verstehen Beitrag…
Urkainer haben in der Regel einen Abschluss aus der Ukraine (fast alle, die ich kenne), den sie im Fernunterricht gemacht haben. Den kann man sich in Deutschland anerkennen lassen. Dann haben die einen deutschen Abschluss. Muss man nur machen. So weit klar?
Und Sie meinen, diese Ukrainer*innen wissen das nicht bzw. werden vom Artikel vorsätzlich ausgespart?
Es ist doch nix neues, dass amtliche Statistiken Sachen aus- oder umblenden…oder ganz schlicht:
Wenn der Sachbearbeiter/Statistiker, der diese Daten erfasst, einfach nur erreichte Abschlüsse IN DER BRD zählt…ist es doch gut möglich, dass der von den UKR-Abschlüssen einfach nix weiß, weil es z.B. keine Meldesysteme dafür zwischen UKR und BRD gibt.
Realbeispiel:
M. und K. aus UKR sitzen bei mir im Englisch-LK. Auf einmal (trotz sehr guter Leistungen, nette junge Leute) kommen die nicht mehr.
Große Panik im OS-Team, eifrige Nachforschungen…es stellt sich raus: Beide HABEN schon Abitur, nämlich das ukrainische, haben bei uns nur noch Fremdsprachen “aufgebessert”, M. geht zurück nachbUKR um dort zu studieren, K. bleibt in BRD und geht ab nächstem Semesterstart in die Jura, arbeitet bis dahin.
Die machen das also genau richtig – es gab/gibt nur offensichtlich keine Meldesysteme dafür, deren Meldekette auch bis runter zur Schule geht.
Gibt es in Ihrem Bundesland denn keine amtliche Schulstatistik oder zumindest Fragebögen bei der Aufnahme von SuS an der Schule, bei der auch die Vorbildung abgefragt wird?
Zumindest bei dem was ich bisher mit eigenen Augen gesehen habe: Nein, bzw. einfach kein Feld spezifisch dafür.
Sprich: Wenn Viktor (aus UKR) sich bei uns anmeldet, wird natürlich Adresse, Perso-Blah-blah usw. erfasst.
Aber sowas wie “Kreuzen Sie hier ‘ja’ an, wenn Sie parallel ein UKR-Abitur erwerben/in ein-zwei Jahren haben” existiert scheinbar nicht.
Wird der in DE wirklich als deutscher Abschluss anerkannt?
Bildungssystem in der Ukraine – Wikipedia
Die Sekundarstufe endet in der 9. Klasse mit Abschlussprüfungen. Danach können Schüler noch weiterlernen, müssen sie aber, so weit ich weiß, nicht zwingend, jedenfalls die älteren, die spätestens 2017 in der Ukraine eingeschult wurden.
Eine Frage: Machen die Ukrainer gar keinen Abschluss oder vielleicht lieber einen einheimischen und legen auf den deutschen Abschluss keinen Wert?
Manche machen beide Abschlüsse.
Somit müsste man die Statistik, auf die der Artikel beruht, diesbezüglich differenzieren.
Ich denke schon. Zumindest die etwas älteren Schüler, die ein paar Kahre noch Unterricht in der Ukraine hatten, machen das oft so.
Statistiken und Vergleiche, die auf ihnen beruhen, sind stets sehr differenziert zu betrachten.
Mir fehlt da Hintergrundinfo. Sind sie einfach noch nicht so lange hier, dass noch Deutschkenntnisse fehlen? Gibt es wie in anderen Bundesländern internationale Vorbereitungsklassen?
“Sind sie einfach noch nicht so lange hier, dass noch Deutschkenntnisse fehlen? “
Die Fluchtwelle begann im Jahr 2022, Abschlussjahrgang für die Statistik war 2025. Das ergibt nach meiner Rechnung höchstens ca. 3 Jahre Schulbesuch in DE.
Im Artikel werden nur Zahlen genannt, aber keine Ursachen. Aber genau diese müsste man kennen, um die Zahlen in Zukunft zu senken.
@RedaktionDie Überschrift finde ich übrigens sehr schlecht gewählt:
“Schulabgänger ohne Abschluss auf Zehnjahreshoch – wegen Ukrainern?”
Mancher “schwacher” Leser könnte das rain zufällig so verstehen, dass die Ukrainer den anderen Schülern den Abschluss vermasseln. Sie sollten Ihre Überschriften besser wählen. Denn als Journalisten sollten Sie über die Wirkung von Überschriften Bescheid wissen.