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Amelie Fried: „Schule ist auch Show“

MÜNCHEN (red). Die Schriftstellerin und Fernseh-Moderatorin  Amelie Fried (53) hat von Lehrern mehr Unterhaltung in der Schule gefordert. „Schule ist auch Show“, sagte die 53-Jährige dem Magazin „Focus-Schule“.

Lehrer sollten sich mehr Gedanken darüber machen, „wie sie ihre Schüler nicht nur belehren, sondern auch unterhalten“, forderte die Autorin. Sie selbst habe sich als Schülerin oft im Unterricht gelangweilt und zwei Klassen übersprungen.

War im Internat der Odenwaldschule: die Autorin und TV-Moderatorin Amelie Fried. Foto: Grimme Online Award / Flickr (CC-BY-NC-SA-2.0)

War im Internat der Odenwaldschule: die Autorin und TV-Moderatorin Amelie Fried. Foto: Grimme Online Award / Flickr (CC-BY-NC-SA-2.0)

Fried war mit elf Jahren in die Odenwaldschule gekommen.“Die Lektüre sämtlicher Hanni-und-Nanni-Bücher hatte den dringenden Wunsch in mir geweckt, im Internat zu leben. Das schien deutlich aufregender zu sein als das Leben in Ulm, in einer bildungsbürgerlichen Familie mit zwei nervigen, kleinen Brüdern und Eltern, die vom Freiheitsdrang ihrer Tochter überfordert waren“, schreibt Fried in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ nach Bekanntwerden des Skandals um sexuellen Missbrauch an der Schule. Tatsächlich sei sie zunächst begeistert gewesen.“Die Fächer, die ich belegte, hießen Päps (Pädagogik und Psychologie) oder Sopo (Soziologie/Politik), und im Unterricht wurde über die Rolle der Frau und den Unterschied zwischen sozialer Marktwirtschaft und Planwirtschaft gesprochen. In Deutsch schrieb ich über ‚Das Dilemma der bürgerlichen Moral‘, und einer meiner Mitschüler brachte mir bei, auf der Gitarre ‚Don’t think twice it’s alright‘ zu spielen. Es war – der Eindruck täuscht nicht – eine glückliche Siebzigerjahre-Jugend, voller Flower Power, Peace-Zeichen auf den Jeans und Aufbruchsstimmung. Raus aus der bürgerlichen Enge, rein ins volle Leben. Born to be wild.“ Dann aber habe es immer wieder auch Übergriffe von Lehrern gegeben. So erinnert sie sich, wie ein Lehrer „sich zu uns in den Mädchen-Duschraum gedrängt und uns zu Strip-Poker-Runden in seiner Wohnung genötigt hat. Wie er mich höhnisch als ‚verklemmte schwäbische Spießerin‘ bezeichnete, als ich sagte, dazu hätte ich keine Lust. Wie ich mich diesem Druck schließlich beugte, mich furchtbar schämte und die Erinnerung daran für Jahrzehnte verdrängte“.

 

Ein Kommentar

  1. Ja klar, Schule ist auch Show. Das stimmt. Lehrer sind auch Schauspieler. Das ist uns bewusst. Lernen ist auch Arbeit! Das scheint vergessen worden zu sein. Schule ist auch Show, ja, aber wer würde schon jeden Tag in den Zirkus gehen?

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