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Schavan sieht Deutschlands Forschung an der Weltspitze

BERLIN. Forschung und Entwicklung als Fundament für Wirtschaftswachstum: Der neue Forschungsbericht der Bundesregierung strotzt vor Optimismus. Deutschland ist Weltmeister bei Patentanmeldungen und der Akademiker- und Ingenieurnachwuchs nimmt zu. Doch es gibt auch Sorgen.

Freut sich über den Forschungsbericht: Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Foto: Andreas Schepers / Flickr (CC BY 2.0)

Freut sich über den Forschungsbericht: Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Foto: Andreas Schepers / Flickr (CC BY 2.0)

Mehr als eine halbe Million Menschen arbeiten in Deutschland in der Forschung und an der Entwicklung neuer Produkte – so viele wie noch nie. Die deutsche Wirtschaft investiert nach dem Einbruch von 2009 wieder mehr in die eigene Forschung und auch mehr junge Ingenieure und Naturwissenschaftler verlassen nach erfolgreichem Studium die Hochschulen. Dies geht aus dem vom Kabinett verabschiedeten «Bundesbericht Forschung und Innovation» hervor. Gleichwohl bereitet der drohende Fachkräftemangel Sorgen.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) zeichnete ein überaus positives Bild von der aktuellen Entwicklung. Jahrelang sei der deutschen Wissenschaft immer wieder vorgehalten worden, zwar in der Grundlagenforschung weltweit Spitze zu sein, aber Schwächen bei der Umsetzung in marktfähige Produkte zu haben. «Dies ist heute Vergangenheit, wie nicht nur die Patent- und Exportstatistiken belegen», sagte Schavan. Die Bundesrepublik verfüge inzwischen über ein «äußerst erfolgreiches Modell, um mit neuen Produkten und Dienstleistungen im weltweiten Wettbewerb zu bestehen».

Spitze auch bei Patenten

Pro Million Einwohner weist Deutschland laut Bericht etwa doppelt so viele weltmarktrelevante Patente auf wie die USA – und stellt dabei zugleich auch Japan und die übrigen EU-Länder weit in den Schatten. Doch gleichwohl ist die Zahl der Patent-Neuanmeldungen gegenüber dem Rekordjahr 2007 in Deutschland leicht rückläufig. Bei der Zahl der wissenschaftlichen Publikationen hat die Bundesrepublik im Verhältnis zur Einwohnerzahl erstmals die USA überholt.

Schavan verwies auf die erheblichen Ausgabensteigerungen für Bildung, Forschung und Entwicklung von Staat und Wirtschaft in den vergangenen Jahren. So stiegen die jährlichen Ausgaben des Bundes dafür seit 2005 von 9 Milliarden Euro auf derzeit 13,7 Milliarden Euro. Die deutsche Wirtschaft investierte laut Bericht 2010 rund 47 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung – und machte damit den kleinen Einbruch 2009 wieder wett.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sind die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von Staat und Wirtschaft zwischen 2005 und 2010 in Deutschland von 2,51 Prozent auf 2,82 Prozent gestiegen. Sie liegen damit knapp unter dem von den EU-Regierungschefs vereinbarten Drei-Prozent-Ziel. Nur Finnland, Schweden und Dänemark erzielen in der EU eine höhere Ausgabenquote als Deutschland. Unter Experten gilt die BIP-Quote allerdings wegen der erheblichen Schwankungen und Rückgänge in jüngster Zeit heute nicht mehr als so aussagestark.

So viele Hochschulabsolventen wie nie

Mit 294 000 erfolgreichen Hochschulabsolventen wurde 2010 ein neuer Rekordstand erreicht. Damit beendeten jährlich fast 30 Prozent eines Altersjahrganges ihre Ausbildung mit einem Hochschulabschluss, heißt es im Bericht. Die Zahl der fertig ausgebildeten Nachwuchs-Naturwissenschaftler kletterte von gut 20 000 (2001) auf rund 50 000 (2010). Die Zahl der Jung-Ingenieure stieg im gleichen Zeitraum von etwa 35 000 ebenfalls auf rund 50 000 an.

Auch wenn die Zahl der Teilnehmer in Fachschulen, Meisterkursen und in der Weiterbildung laut Bericht wieder steigt, so verweisen die Autoren doch darauf, dass nach allen Prognosen Deutschland wegen der Geburtenentwicklung auf einen erheblichen Fachkräftemangel zusteuert. «Alle Potenziale müssen erschlossen werden», sagte Schavan. Wenn heute immer noch knapp 300 000 Jugendliche nach ihrem Schulabgang zunächst in einem Übergangssystem landeten, statt eine betriebliche Lehre zu beginnen, dann sei dies einfach zu viel, sagte die Ministerin. Der Bundesbericht Forschung und Innovation erscheint alle zwei Jahre. dpa
(16.5.2012)

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