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Linke ruft zum Kampf gegen Analphabetismus auf

SCHWERIN. Trotz Schulpflicht: Jeder siebte Deutsche kann nicht oder nur sehr mangelhaft lesen und schreiben. Die Linke-Bildungsexpertin Oldenburg fordert mehr Hilfe für solche Menschen.

Die Bildungsexpertin der Linken im mecklenburg-vorpommerschen Landtag, Simone Oldenburg, hat der dortigen Landesregierung vorgeworfen, die Analphabeten zu vergessen. Bundesweit seien mehr als 14 Prozent der 15- bis 64-Jährigen funktionale Analphabeten, sagte Oldenburg unter Berufung auf Studien. «Das heißt für Mecklenburg-Vorpommern, dass rund 150.000 Erwachsene trotz Schulbesuchs den Inhalt von Texten ungenügend verstehen.» Sie forderte mehr Engagement der Politik für diese Gruppe und ein breites Landesbündnis, «um endlich zu zeigen, dass Bildung für jede demokratische Partei ein Thema sein muss».

Alle Volkshochschulen im Land bieten Alphabetisierungskurse an. Diese Kurse seien mit oft nur einem Euro je Stunde sehr günstig, betonte Oldenburg. Da aber 40 Stunden für einen Kurs nötig seien, summiere sich der Beitrag. Nicht wenige erwerbslose Betroffene scheiterten auch an den Fahrtkosten zur Volkshochschule. «Hier müssen die Arbeitsagenturen und Jobcenter einspringen», forderte Oldenburg. Ihren Angaben zufolge nutzten im Jahr 2011 rund 1500 Analphabeten im Land die Möglichkeiten zum erneuten Lesen- und Schreibenlernen.

Viele der Betroffenen schämten sich und versuchten, ihr Manko zu überspielen, meinte Oldenburg. Mancher tue das durchaus erfolgreich. «Längst nicht alle Betroffenen sind arbeitslos», sagte sie und forderte mehr Sensibilität in Unternehmen, Schulen, Nachbarschaften und Ämtern für das Problem. Die Linke werde das Thema im neuen Jahr in den Landtag bringen, kündigte Oldenburg an. dpa
(3.1.2013)

Zum Bericht: „Analphabeten – Verband sieht weiterführende Schulen in der Pflicht“

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