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Arbeitgeberverband kritisiert schlechte Allgemeinbildung bei Lehrlingen

MAINZ. In Deutschland herrscht Fachkräftemangel, viele Unternehmen ringen darum, ausreichend Fachkräfte-Nachwuchs zu rekrutieren. Aber: Viele Azubis sind oft zu schlecht in Lesen, Schreiben und Rechnen. Das beklagt zumindest der Arbeitgeberverband BDA. Vizepräsident Braun fordert mehr Geld für Bildung. 

Nachwuchs gesucht: Für Auszubildende sieht der Markt derzeit gut aus. Allerdings sind nicht alle Bewerber geeignet. Foto: Foto: Karl-Heinz Laube  / pixelio.de

Nachwuchs gesucht: Für Auszubildende sieht der Markt derzeit gut aus. Allerdings sind nicht alle Bewerber geeignet. Foto: Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Die Allgemeinbildung vieler Lehrlinge ist nach Ansicht des Arbeitgeberverbands BDA nach wie vor zu schlecht. «Heute müssen wir auch Bewerber nehmen, die früher keine Chance auf eine Ausbildung gehabt hätten», sagte BDA-Vizepräsident Gerhard Braun. «Das ist eine Belastung, weil die Grundkenntnisse bei Lesen, Schreiben, Rechnen oft nicht ausreichen.» Er forderte mehr Anstrengungen auf politischer Ebene, um die Allgemeinbildung zu verbessern: «Die Politik muss mehr in Bildung investieren», sagte Braun, der auch Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) Rheinland-Pfalz ist.

Die Unternehmen haben nach Einschätzung des BDA-Vizepräsidenten zunehmend Probleme, genug Bewerber zu finden. «Wir sehen einen Rückgang der Bewerber für eine duale Ausbildung, obwohl die duale Ausbildung an Attraktivität gewonnen hat, seit man nach erfolgreichem Abschluss auch ohne Abitur studieren kann», sagte Braun. «Mehr junge Leute als früher wählen direkt ein Studium statt einer dualen Ausbildung. Die Unternehmen machen daher verstärkt Werbung, um Bewerber zu finden.» Sie müssten aber wegen der oft fehlenden Grundkenntnisse mehr in die Ausbildung investieren als bisher.

Abbrecherquoten in MINT-Studiengängen sind hoch, Absolventen rar

Dazu komme ein anhaltendes Problem mit den sogenannten MINT-Berufen – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. «Da gibt es zwar steigende Zahlen der Studienanfänger», berichtete Braun. «Gleichzeitig liegt aber die Abbrecherquote in den Ingenieurwissenschaften bei bis zu 50 Prozent.»

Der LVU-Präsident warnte die frisch gewählte rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) davor, sich für einen gesetzlichen und flächendeckenden Mindestlohn einzusetzen. «Wir sind strikt gegen einen Mindestlohn», betonte Braun. «Das Festsetzen von Löhnen und Gehältern ist Sache der Tarifparteien.» Er warnte: «Die Geringqualifizierten verlieren ihre Arbeit, wenn der Mindestlohn zu hoch angesetzt ist. Ich kann nur dringend an die Landesregierung appellieren, vom Mindestlohn die Finger zu lassen.» Die frühere Arbeitsministerin Dreyer hält einen Mindestlohn für sinnvoll. dpa

(19.01.2013)

Ein Kommentar

  1. „In Deutschland herrscht Fachkräftemangel, viele Unternehmen ringen darum, ausreichend Fachkräfte-Nachwuchs zu rekrutieren. Aber: Viele Azubis sind oft zu schlecht in Lesen, Schreiben und Rechnen. Das beklagt zumindest der Arbeitgeberverband BDA. Vizepräsident Braun fordert mehr Geld für Bildung.“
    Da steht sie wieder, die stereotype Forderung nach mehr Geld. Mit Verlaub Herr Braun, Sie haben keine Ahnung davon, warum Schulabgänger die immer und immer wieder beklagten Defizite in den Kulturtechniken aufweisen. Darüber ist schon viel bei News4teachers geschrieben worden.

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