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„Wer beschummelt, wird bestraft“: Lehrer auf Distanz zu Schavan

BERLIN. Vertreter von Lehrerverbänden haben Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) einen Rücktritt von ihrem Amt nahegelegt, sollte ihr der Doktortitel entzogen werden. „Wer beschummelt, wird bestraft“, sagte etwa der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, gegenüber dem „Focus“. Am Dienstag tritt der maßgebliche Fakultätsrat der Uni Düsseldorf erneut zusammen, um über den Fall zu beraten.

Steht vor einer schwierigen Woche: Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Foto: Sebastian Gerhard / Flickr

Steht vor einer schwierigen Woche: Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Foto: Sebastian Gerhard / Flickr

Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbands, in dem die Gymnasiallehrer organisiert sind, sagte gegenüber dem „Focus“: „Ich bin sehr unglücklich über diese Angelegenheit. Die Plagiats-Affäre belastet die Ministerin und schwächt sie in allen anderen Bereichen.“ Weder bei der Exzellenzinitiative noch bei der Lehrerfortbildung oder bei den Verhandlungen über die Bund-Länder-Kooperation im Bildungsbereich gehe derzeit etwas voran. Alles werde von den Plagiats-Vorwürfen überschattet. Für Meidinger ist klar: „Sollte Frau Schavan ihren Titel verlieren, wäre sie weder als Vorbild für Schüler noch als oberste Vertreterin der Bildung geeignet.“

Auch Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, macht die Zukunft Schavans vom Ausgang der Plagiats-Affäre abhängig: „An der Schule gilt das Prinzip: Wer beschummelt wird bestraft“, so Kraus gegenüber „FOCUS“. „Für Frau Schavan gilt zunächst die Unschuldsvermutung. Sollte ihr die Hochschul-Kommission aber den Titel aberkennen, dürfte sie als Ministerin nicht zu halten sein.“

Der Rat der Philosophischen Fakultät berät am Dienstagnachmittag über die Fortsetzung des Verfahrens. Die Sitzung der insgesamt 19 Mitglieder dürfte nach Angaben eines Universitätssprechers mehrere Stunden dauern. Der Ausgang ist völlig offen: Das Gremium könnte Schavan den 1980 erworbenen Doktortitel entziehen, oder sich gegen die Aberkennung aussprechen. Möglich ist auch, dass der Rat die Prüfung der umstrittenen Doktorarbeit «Person und Gewissen» fortsetzt und eine weitere Sitzung anberaumt.

Schavan, die für den Wahlkreis Ulm/Alb-Donau im Bundestag sitzt, hatte angekündigt, um ihren Titel zu kämpfen. Sie räumte zwar Flüchtigkeitsfehler in ihrer Dissertation ein, wies den Vorwurf des Plagiats oder der Täuschung aber entschieden zurück. «Ich habe nicht abgeschrieben und schon gar nicht getäuscht», sagte sie. Anonyme Plagiatsjäger hatten Schavan Ende April 2012 im Internet unkorrektes Zitieren und die Verschleierung von Quellen vorgeworfen. News4teachers

(3.2.2013)

Zum Bericht: „Mehrheit für Rücktritt Schavans bei Verlust des Doktortitels“

2 Kommentare

  1. Warum werden die Untersuchungsergebnisse nicht in Ruhe abgewartet? Ständig melden sich ungefragt Personen zu Wort, wobei „natürlich“ die Unschuldsvermutung beteuert wird. Zumindest zwischen den Zeilen haben sich diese Leute m.E. ihr Urteil längst gebildet.
    Newa4teachers mischt da aus meiner Sicht ganz kräftig mit. Ach ja, jetzt kommt bestimmt wieder das Totschlagargument „öffentliches Interesse“. Mein Tipp: Einfach ‚mal für eine Weile den Mund halten.

  2. Gilt nicht für Politiker

    Jeder Prüfling wär doch schon 8kantig von der Uni geflogen. Dank Schavanplag wissen alle jetzt Bescheid, aber das wird die Frau nicht jucken, siehe http//plagiatschavan.wordpress.com

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