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Nächste Runde: FDP attackiert Bildungspolitik im Südwesten

STUTTGART. FDP-Landeschefin Birgit Homburger hat die Bildungspolitik der Landesregierung als Chaospolitik bezeichnet. Grün-Rot bevorzuge einseitig die Gemeinschaftsschule, sagte Homburger in Stuttgart bei der Vorstellung einer Bildungskampagne. Da es keine Einheitskinder gebe, dürfe es auch keine Einheitsbildung geben. «Wir brauchen die Vielfalt», sagte die Politikerin. FDP-Generalsekretärin Gabriele Heise sagte, die Gemeinschaftsschule könne ein zusätzliches Angebot sein.

Die SPD-Generalsekretärin Katja Mast kritisierte die Aussagen der Liberalen-Chefin als «ganz schön peinlich». Die neue Gemeinschaftsschule sei eine Meilenstein zu mehr Chancengerechtigkeit, verteidigte sie das grün-rote Vorhaben. Die Landesregierung sieht darin eine Möglichkeit, allen Kindern und Jugendlichen dieselben Bildungschancen einzuräumen. Sie besteht aus den Klassen fünf bis zehn, kann aber auch die Grundschule sowie die dreijährige Sekundarstufe II umfassen.

Nur die Gemeinschaftsschule im Blick? Winfried Kretschmann (Grüne). Foto: BÜNDNIS 90/Die Grünen/Flickr CC BY 2.0

Nur noch Einheitschulen in Baden-Württemberg? Die Bildungspolitik unter Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) steht unter Beschuss. Foto: BÜNDNIS 90/Die Grünen/Flickr CC BY 2.0

Die FDP sprach sich dafür aus, eine überarbeitete, grundsätzlich verbindliche Grundschulempfehlung wiedereinzuführen. Die Beratung müsse verstärkt werden. Auch die weiterführende Schule müsse im Ausnahmefall die Möglichkeit haben, über die Aufnahme eines Kindes zu entscheiden. Homburger verwies auf die steigenden Übergangzahlen auf das Gymnasium. «Ein Teil der Schüler wird bei der grün-roten Schulpolitik vernachlässigt.» Auch die differenzierte Ausbildung der Lehrer müsse beibehalten werden.

Die Liberalen unterstützten den Ausbau der Ganztagsschulen. Aber: Jeder müsse selbst entscheiden dürfen, ob er sein Kinder am Nachmittag betreue oder es auf eine Ganztagsschule schicke. Grünen-Landeschef Chris Kühn forderte die Liberalen zur inhaltlichen Mitarbeit auf. Zusammen mit der CDU hätten sie es jahrzehntelang versäumt, dass Bildungssystem zu modernisieren, dem demografischen Wandel anzupassen und auf einen Stand zu bringen, der den heutigen komplexen Lern- und Lebenssituation von Kindern gerecht werde. dpa

(31.5.2013)

2 Kommentare

  1. Die Gemeinschaftsschule ein Meilenstein zu mehr Chancengerechtigkeit?
    Manchmal frage ich mich, ob die PolitikerInnen überhaupt noch wissen, was Sie da mit immer gleichklingenden Phrasen behaupten. „Modernisieren“ bedeutet doch inzwischen nichts anderes als die Lage der Schulen, Schüler und Lehrer immer mehr zu verschlimmern und das ehemals gute Leistungsniveau in BW zu zertrümmern.
    Hinter solch nichtssagenden, aber wohlklingenden Sprüchen lässt sich jede böse Absicht verbergen: „…dass Bildungssystem zu modernisieren, dem demografischen Wandel anzupassen und auf einen Stand zu bringen, der den heutigen komplexen Lern- und Lebenssituation von Kindern gerecht werde.“

  2. Volle Zustimmung, bolle!
    Aber die hohlen und hehren Sprüche kommen leider nach wie vor gut an. Deswegen werden sie ja auch so gern gedroschen. Unter diesem Tarnmantel lässt sich vieles ziemlich reibungslos verwirklichen, was so leicht nicht ginge, wenn man dem Volk die wahre Zielsetzung erklären müsste.

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