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St. Martin – darf den denn auch mal eine Frau spielen?

KÖLN. Wie sehr St. Martin zum deutschen Kulturgut gehört, kann man so richtig erst im Ausland erfassen. Es ist eines der stimmungsvollsten Feste – sofern der Heilige nicht durch Pommes und Salat reitet. Auch Frauen als St. Martin-Darstellerinnen sind nicht so gern gesehen.

Feuer? Helm? Pferd? Das muss er sein. Foto: Die Zuckerschnute / Wikipedia Commons

Feuer? Helm? Pferd? Das muss er sein. Foto: Die Zuckerschnute / Wikipedia Commons

Von außen betrachtet kann St. Martin ziemlich exotisch erscheinen. Und erst im Ausland merkt man, wie deutsch dieser November-Brauch ist. Wer dann irgendwann nach Hause zurückkehrt, lässt sich das Laternenfest erst mal nicht mehr entgehen. In vielen Teilen Deutschlands ist die Tradition lebendiger denn je. Selbst Muslime feiern den Tag hierzulande häufiger, wie Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime bestätigt.

Allein die Stadt Köln genehmigt mehr als 230 Martinszüge. Damit sich die Laternenträger nicht in die Quere kommen, müssen die Züge oft über mehrere Tage verteilt werden.

Auch beim St. Martinszug der Deutschen Evangelischen Gemeinde im Londoner Hyde Park scheint zunächst alles wie daheim: Laternen, Lieder, Weckmänner. Als sich Eltern und Kinder ums Martinsfeuer gruppieren, kommt allerdings ein asiatischer Tourist auf sie zu. «Entschuldigung, was ist das für eine Zeremonie? Vermutlich vertreiben Sie mit den Laternen böse, Geister oder? Und das da» – er zeigt auf eine Kiste mit Weckmännern – «das sind Opfergaben, stimmt’s?»

Die richtige Martinsstimmung will sich lange nicht überall einstellen. Ein deutscher Kindergarten in New York zum Beispiel veranstaltet seinen Martinsumzug traditionell auf der verlassenen Promenade des Seebads Rye. Wind und Wellen übertönen die dünnen Stimmchen der Kinder. Und nach ungefähr eineinhalb Liedern ist die Promenade zu Ende und man steht vor den Weiten des Atlantischen Ozeans.

Einen Martinszug zu organisieren, ist gar nicht einfach. In Deutschland muss man den Zug frühzeitig beim Ordnungsamt anmelden, und dann braucht man einen Martin samt Ausstattung: mein Pferd, mein Schwert, mein Mantel – all das soll er vorweisen können.

Umstritten ist – zumindest unter Jungs – ob der mantelteilende Heilige auch von einer Frau verkörpert werden kann. «Ich kann eine Frau mit Helm sehen, aber keinen St. Martin», kommt dann als Einwand. Manchmal wird auch die Rolle des Bettlers besetzt – ein eher unbeliebter Part, da man unter Umständen in Lumpen gekleidet bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ausharren muss.

Am schwierigsten zu besorgen ist in der Regel das Pferd. «Es muss ein weißes Pferd sein, weil ein Heiliger immer auf einem weißen Pferd reitet, und das Pferd muss an Lärm gewöhnt sein», erklärt Brauchtums-Forscher und St.-Martin-Spezialist Prof. Manfred Becker-Huberti. Sonst geht es durch – und St. Martin zu Boden. Die Miete für ein Martinspferd beträgt in Großstädten gut und gern 200 Euro.

Die Martinslaternen sind vielfach selbst gemacht. Die Motive werden für gewöhnlich von Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen vorgegeben. Bei freier Motivwahl kann jedoch der noch unausgereifte kindliche Geschmack voll durchschlagen. Ehe man sich’s versieht, hat ein Fünfjähriger eine «Uruk Hai»-Laterne nach einer Kino-Vorlage aus «Der Herr der Ringe» gebastelt, einem Film, der unangenehmerweise erst ab zwölf Jahren freigegeben ist.

Was das Singen betrifft, muss man ehrlicherweise einen Niedergang konstatieren. Früher waren Schüler – und auch Lehrer – textsicherer. Heute sitzen vor allem Parodien, so kennen viele Kinder die Zeilen: «Sankt Martin ritt durch Pommes und Salat, sein Ross steht still am Cola-Automat.» Wenn eine Kindergartengruppe die alten Lieder heute auch nur halbwegs hinbekommt, ist das bei YouTube schnell für über 300 000 Abrufe gut. dpa

Hier gibt es die Texte der Martinslieder.

 

3 Kommentare

  1. hier dieses land ist so im arsch und so seelisch moralisch kapputt gemacht worden das alle die lieben menschen die früher dieses land mal für ihre kinder aufgebaut haben sich im grabe herum drehen würden, wenn sie all das was daraus geworden oder irgendwelche wahnsinnige bestimmen verändern zu müssen noch erleben müssten- darf man eigendlich noch sagen das man deutscher ist? oder ist das schon rechtsradikal ? wieviel herzlichkeit bereitschaft zum mit machen annahme von allen die gerne zu uns kommen dürfen muss man geben wenn man nur noch solche erfahrungen macht die einem selbst diskriminieren. wer muss den bitte seit vielen vielen jahren immer mehr den mund halten? es ist eine schande was die politik aus unserem land gemacht hat. ein heufchen elend ist dieses land ohne rückrad in seiner kultur. an was sollen die menschen den noch glauben oder sich fest halten. wir die im jahre 2013 leben können nichts dafür das so viel schande in unserem land gemacht wurde, wir werden dies immer mit tragen müssen. aber jetzt müssen wir uns nicht allem unterwerfen. die die zu uns kommen müssen weil sie schlimmerweise keine heimat haben oder egal warum auch immer sie können alle zu uns kommen. aber bitte wir haben auch eine kultur und die kann man auch achten egal welcher Glaube Sie alle haben sie leben bei uns und können sehr wohl mitmachen so das es auch ein miteinnander geben kann. aber nicht nur die Deutsch haben immer mehr zusammen zu rücken sondern dieses Land war zuerst unsere Heimat. Vielleicht hört sich ja Heimat besser an wie Deutschland, das goldene Land? Es ist auch die Heimat von mir und meiner Familie. Es ist eine Schande St. Martin zu verbieten!!! oder Ähnliches an Kultur!
    MFG Michael Theis

    • Lieber Michael, sei in Deinem eigenen Interesse bitte vorsichtig mit Begriffen wie „unser Land“, „unsere Heimat“ oder gar „unser Vaterland“! Ehe Du dich’s versiehst, stehst Du im Verdacht, rechtsextrem zu sein, auch wenn Du das überhaupt nicht bist.

      • Alter Schwede, wie bescheuert is das denn?? Natürlich ist das unser Vaterland, und wird es immer bleiben! Wer darin etwas anderes sieht, sollte sich mal auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen. Da hat der Michael schon Recht.

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