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Studiengebühr nun bundesweit abgeschafft: Landtag votierte fürs Aus

HANNOVER. Niedersachsens Landtag hat die Abgeschaffung der Studiengebühren beschlossen. Die Opposition spricht von einem Elite-Wahlgeschenk.

Als letztes Bundesland hat sich Niedersachsen von den Studiengebühren verabschiedet. Mit der knappen Mehrheit von einer Stimme von SPD und Grünen beschloss der Landtag in Hannover am Dienstag die Abschaffung ab dem Wintersemester 2014/2015. Die Gebühr für die Studenten beträgt zur Zeit noch 500 Euro pro Halbjahr. «Studiengebühren sind ab heute Geschichte», sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne) im Landesparlament. «Wir schaffen die Studiengebühren ab, weil wir nicht wollen, dass ein Hochschulstudium am Geldbeutel der Eltern scheitert.»

Die Abschaffung der Gebühr schaffe Chancengleichheit, betonte der grüne Abgeordnete Ottmar von Holtz. «Heute blicken 170 000 junge Menschen in Niedersachsen auf diesen Landtag, denn sie sind unmittelbar betroffen», sagte er im Landtag. Kritik kam dagegen von der Opposition, die das Gesetz als gut gemeint, aber schlecht gemacht kritisierte. Die CDU hätte gerne an der Gebühr festgehalten, um die Studienbedingungen zu verbessern.

Die FDP-Wissenschaftspolitikerin Almuth von Below-Neufeldt bemängelte, das Ziel der Chancengerechtigkeit würde durch die Abschaffung der Gebühr verfehlt. Entlastet werde vor allem der akademische Mittelstand. Eine Physiotherapeutin etwa müsse heute rund 12 000 Euro für ihre Ausbildung aufbringen, um eventuell mal 2000 Euro brutto zu verdienen. «In Niedersachsen zahlt ab jetzt wieder die Krankenschwester dem Chefarzt das Studium», meinte die Abgeordnete, und sprach von einem rot-grünen Elite-Wahlgeschenk.

Der Wegfall reißt bei Niedersachsens Hochschulen ein Loch von rund 120 Millionen Euro pro Jahr ins Budget. Die Landesregierung will den Fehlbetrag aber ersetzen. Bayern hatte die Studiengebühr im April als vorletztes Bundesland abgeschafft. Langzeitstudenten müssen aber in Niedersachsen und auch anderen Bundesländern künftig weiter zahlen. dpa

Zum Bericht: Von der Abschaffung der Studiengebühren profitieren vor allem die Reichen

 

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