DÜSSELDORF. Im Streit der Länder um die Sommerferien geht die nordrhein-westfälische GEW einen Schritt weiter: Warum überhaupt noch unterschiedliche Ferientermine? Landesvorsitzende Ayla Çelik fordert, bundesweit einheitliche Sommerferien zumindest ernsthaft zu prüfen. Pädagogisch ließen sich dafür Argumente finden, wirtschaftlich wären die Folgen erheblich – und politisch hat der Vorschlag Brisanz. Denn ausgerechnet der Freistaat, der seine späten Sommerferien verteidigt, warnt bereits eindringlich vor einer stärkeren Bündelung der Reisezeit.

Die Bildungsministerinnen und Bildungsminister verhandeln derzeit darüber, wie die Sommerferien nach 2030 auf die Länder verteilt werden. Die nordrhein-westfälische GEW stellt nun eine grundsätzlichere Frage: Muss diese Verteilung überhaupt sein?
„Bitte überprüft doch einfach mal ernsthaft, welche Vor- und Nachteile bundesweit einheitliche Ferien hätten“, appelliert die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik an die Bildungsministerinnen und Bildungsminister. Man solle diese Möglichkeit „zumindest mal evaluieren“, sagte sie der Rheinischen Post. „Wir haben doch nichts zu verlieren, sondern vielleicht finden wir einen besseren und gerechten Weg.“
Damit geht Çelik deutlich über die Forderungen hinaus, die bislang im Zentrum der Auseinandersetzung stehen. Nordrhein-Westfalen und weitere Länder wollen vor allem die Sonderstellung Bayerns und Baden-Württembergs beenden. Während 14 Länder im sogenannten rollierenden System zwischen frühen und späteren Sommerferien wechseln, liegen die beiden südlichen Länder traditionell am Ende des Ferienkorridors. Bayern und Baden-Württemberg wollen daran festhalten.
Çelik stellt nun mittelbar das System selbst zur Disposition. Und selbst wenn bundesweit vollständig einheitliche Ferien am Ende nicht sinnvoll erschienen, möchte sie die Unterschiede deutlich verkleinern. „Und wenn man zu dem Schluss kommt, dass bei einer vollständigen Gleichschaltung die Nachteile überwiegen, dann sollte man doch zu einer größeren Vereinheitlichung kommen“, sagt sie. Innerhalb des Ferienkorridors solle „ein möglichst großer Zeitraum“ gefunden werden, „in dem alle gleichzeitig in den Ferien sind“.
Das Argument der Gewerkschafterin ist zunächst ein schulisches. Einheitliche Ferien würden es den Ländern ermöglichen, zentrale Prüfungen besser aufeinander abzustimmen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte hätten vergleichbare Lern- und Arbeitszeiträume, Schulwechsel über Ländergrenzen hinweg könnten einfacher werden. Die Länge des zweiten Schulhalbjahres und der Zeitraum für Prüfungen und Korrekturen würden nicht mehr so stark davon abhängen, wann ein Land gerade in die Sommerferien startet.
„Wir haben unseren Ferienrhythmus, der ist sozusagen fest in der DNA der Bayern drin“
Damit greift Çelik ein Problem auf, das auch die Befürworter einer Reform der bisherigen Ferienordnung anführen. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Dorothee Feller (CDU) hatte bereits gefordert, zwischen Oster- und Sommerferien müsse ausreichend Zeit für Prüfungen und Korrekturen bleiben. Die Präsidentin des Deutschen Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing, verlangt deshalb, dass kein Bundesland vor dem ersten Juliwochenende in die Sommerferien geht. Auch Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) setzt sich für einen Ferienbeginn möglichst nicht vor dem 1. Juli ein.
Çeliks Vorschlag verschiebt den Konflikt allerdings. Bislang lautet die Frage vor allem, wie die verfügbaren Ferienzeiten gerechter zwischen den Ländern verteilt werden können. Einheitliche oder weitgehend überlappende Sommerferien würden daraus eine andere Frage machen: Wie wichtig ist die Entzerrung des Reiseverkehrs und der touristischen Nachfrage überhaupt noch gegenüber schulorganisatorischen Interessen?
An dieser Stelle bekommt der Vorstoß politische Brisanz im Konflikt mit Bayern.
Der Freistaat verteidigt seine späten Sommerferien bislang mit der eigenen Ferienstruktur. Bayern hält an zweiwöchigen Pfingstferien fest und argumentiert, zwischen diesen und den Sommerferien müsse genügend Unterrichtszeit verbleiben. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Forderungen nach einer Aufgabe der bayerischen Sonderstellung kategorisch zurückgewiesen. „Wir haben unseren Ferienrhythmus, der ist sozusagen fest in der DNA der Bayern drin“, erklärte er. Andere Länder könnten ihre Termine tauschen, Bayern werde das nicht tun: „Auf keinen Fall. Wir ändern die Ferien nicht.“
Dass einheitliche Sommerferien Bayern allerdings empfindlich treffen könnten, machte allerdings unlängst die bayerische Staatsregierung selbst deutlich. Tourismusministerin Michaela Kaniber (CSU) hatte bereits vor der wesentlich weniger weitgehenden Forderung gewarnt, die Sommerferien bundesweit erst nach dem 1. Juli beginnen zu lassen. „Ein Ferienstart für alle Länder erst nach dem 1. Juli wäre der falsche Weg“, erklärte sie. „Beliebte Urlaubsziele in Bayern und anderswo würden an ihre Grenzen stoßen, weil viel mehr Menschen gleichzeitig verreisen.“
Bei vollständig einheitlichen Sommerferien würde genau dieser von Kaniber beschriebene Effekt noch wesentlich stärker eintreten: Die Nachfrage der Familien mit schulpflichtigen Kindern konzentrierte sich bundesweit auf dieselben sechs Wochen.
„Viele Eltern können sich mittlerweile gar keinen Urlaub mit der Familie mehr leisten. Und schon jetzt muss man ein Jahr im Voraus buchen, weil man sonst an beliebten Zielen keine Plätze mehr kriegt“
Für Bayern ist diese Frage von erheblichem wirtschaftlichem Gewicht. Der Freistaat zählt zu den wichtigsten deutschen Urlaubsländern. 2025 wurden dort nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik rund 102,9 Millionen Übernachtungen gezählt. Nach dem vom bayerischen Wirtschaftsministerium veröffentlichten Tourismus-Satellitenkonto erwirtschaftete die Tourismuswirtschaft vor der Pandemie direkt und indirekt 28,2 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung; das entsprach 4,9 Prozent der gesamten bayerischen Wirtschaftsleistung. Rund 548.400 Erwerbstätige beziehungsweise 7,1 Prozent aller Erwerbstätigen waren demnach direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig. Die Staatsregierung bezeichnet den Tourismus selbst als eine der „Leitökonomien“ Bayerns.
Elternvertreter reagieren schon mit deutlicher Ablehnung auf den GEW-Vorstoß. „Viele Eltern können sich mittlerweile gar keinen Urlaub mit der Familie mehr leisten. Und schon jetzt muss man ein Jahr im Voraus buchen, weil man sonst an beliebten Zielen keine Plätze mehr kriegt“, warnt Hinrich Pich, Vorsitzender der Landeselternkonferenz NRW, gegenüber der Rheinischen Post. Wenn sämtliche Familien mit schulpflichtigen Kindern gleichzeitig verreisen könnten, dürfte sich die Nachfrage auf einen erheblich kürzeren Zeitraum konzentrieren. Pich befürchtet entsprechend steigende Kosten.
NRW-Schulministerin Feller, die gemeinsam mit ihrem Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) die Extrawurst Bayerns und Baden-Württembergs in Frage gestellt hatte, will die Vorlage der NRW-GEW im Ferienstreit nicht nutzen. „Ein bundesweit einheitlicher Ferienstart steht dabei nicht zur Diskussion“, erklärte ein Sprecher gegenüber der Rheinischen Post. Verhandelt wird über die Ferienordnung ab 2031 innerhalb des bisherigen Grundmodells. Allerdings: Die Karten sind nun neu gemischt. News4teachers










Klar, die Interessen der Touristikindustrie sind weit wichtiger als pädagogische Interessen nach besserer Planbarkeit der Länge des Schuljahres, um den zu vermittelnden Stoff auch im Schuljahr unterbringen zu können. Schule als Zulieferer für den Tourismus – Prioritäten halt.
Ist doch nur folgerichtig. Die Unterrichtszeiten richten sich doch auch ausschließlich nach den Busfahrplänen…
Wenn die Hotels ihre Einnahmen in nur noch 6 Wochen generieren müssen, wird Urlaub komplett unbezahlbar. Es werden ja jetzt schon exorbitante Preise an Nord- und Ostsee aufgerufen.
Warum muss man denn auch unbedingt in Urlaub fahren?! Und überhaupt, das ist doch alles Kapitalismus …;-)
Ohne Tourismusindustrie ergeben die Schulferien aber keinen Sinn:)
Also ich fände eine einheitliche Regelung nicht schlecht. Dies funktioniert doch in anderen Ländern der europäischen Union auch? Wieso nicht in Deutschland? Es darf nicht sein, was nicht sein darf. Sonderwege gehören abgeschafft. Wieso nicht 8 Wochen Sommerferien? Meinetwegen kann Bayern da seine 6+2 Wochen behalten. Meist im Juni/Juli in den Schulgebäuden kein hitzestressfreites Unterrichten mehr möglich.
„Dies funktioniert doch in anderen Ländern … auch?“
Ne, ne, ne …. das funktioniert aber nicht in DE, weil wir immer unseren eigenen Weg suchen. Einfach etwas nachmachen wäre ja nicht innovativ und nicht „Made in Germany“!
Wir haben schließlich unseren Ruf als „Land der Dichter, Denker und Ingenieure“ zu verteidigen. 🙂
Das funktioniert nicht wirklich toll. In F ist Verkehrschaos und alle Behörden usw. schließen. Sorry, habe ich keinen Bock drauf. Ich möchte die Ferien u.a. auch dazu nutzen können, ohne Stress wichtige Dinge zu erledigen.
Laut Ferienkalender starten nächstes Jahr nur HE, RLP und das Saarland vor 1. Juli in die Sommerferien und zwar am 28.06.2027. Ob Bayerns Tourismuswirtschaft kollabieren würde, wenn diese Bundesländer erst ab 1. Juli Ferien hätten, darf bezweifelt werden.
In Bayern entfallen übrigens ca. 20% der Übernachtungen auf Gäste aus dem Ausland.
Bundesländer wie Schleswig-Holstein mit 95% Anteil inländischer Gäste sind dagegen stark abhängig vom Inlandstourismus . Laut bund-sh.de beträgt der Anteil des Tourismussektors in SH auch fast 8% der Wirtschaftsleistung.
Vielleicht sollte man mal erwähnen, wie diese Ferienordnung entstanden ist:
In den 1970er Jahren wollte der damalige bayerische Kultusminister Mayer die Rotation einführen. Die anderen Bundesländer haben sich aber verweigert, da ihnen August und September zu kalt waren. Sie wollten diese beiden Monate nicht in die Rotation eingabaut haben. Dann hat sich Bayern bereit erklärt, diesen späten Ferientermin zu nehmen, den kein anderes Bundesland wollte. Die anderen Bundesländer haben dann die anderen Wochen vorher genommen und eine Rotation für die Monate Juni und Juli vereinbart.
Dass war vor gut 55 Jahren als die Folgen des Klimawandels noch nicht so akut waren.
Mittlerweile wollen die anderen Länder halt auch unbedingt bis zum Ende des statistisch gesehen heißesten Monats im Jahr Unterricht abhalten.
Außerdem wollen sie scheinbar auch während Fußball-WMs und EMs unterrichten. Ich hätte ja gerne mal Ferien während dieser Zeit.
so schlimm wäre es für die Turismusbranche nicht. Auf Grund der Klimakrise kommen dann die Italiener im Sommer nach Bayern, weil sie es im Süden nicht mehr aushalten. München nennt sich ja schon als nördlichste Stadt Italiens.
Ansonsten fliegen halt die Leute noch weiter weg, weil Mallorca und andere beliebte Inseln dann überfrachtet sind und schön teuer werden.
Familien mit Schulkindern und Lehrkräfte sind diegelackmeierten und den Rest der Nation wird sich freuen, wenn die Zeiträume für nicht Schulbetroffennen größer werden.
Noch teurer?! Adieu Familienurlaub.
Macht ein rollierendes System über den gesamten Zeitraum ohne BaWü und Bayern, fertig.
Wenn die beiden die nächsten zehn Jahre jährlich mit zwei anderen Bundesländern Ferien(staus) haben, möchten die vielleicht über ihre DNA auf ihr Gehirn zurückgreifen und gemeinsam etwas Verbindliches planen.
Die anderen Bundesländer sollen vorlegen, sonst haben wir jedes Jahr viel Luft um nichts
Ferienstaus sind in Bayern von Ende Juni bis Mitte September. Da kommt es auf ein oder zwei Bundesländer mehr auch nicht mehr an.
Ich habe dieses Argument mit der nötigen Zeit zwischen Pfingst- und Sommerferien nie so ganz verstanden. Wenn man die zwölf Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag (11.5-14.6.) als Pfingstferien deklariert und den Beginn der Sommerferien um zwei Wochen vorzieht, dann hat man selbst im Extremfall immer noch vier Wochen (und drei Tage).Die beiden Wochen könnte man dann zur Verlängerung der Oster- oder Herbstferien heranziehen. Und man müsste zwei Wochen weniger im Backofen unterrichten.
Manche munkeln sogar, es gäbe die Feiertage auch ohne Ferien in anderen Bundesländern 😛
also ein Ausweitung in den Frühling wäre sinnvoll, 1 volle Pfingstferien wie in Bayern und die Sommerferien so lange wie in Italien. Darüber hinaus bauen wir Homeschooling aus und kommen so für alle Lehrkräfte auf eine attraktive 35 Stunden Woche (4 Tage verteilt) 🙂
In Italien dauern die Sommerferin zwar 12 bis 13 wochen. Dafür gibt es aber weder Herbst- nocht Pfingstferien. Die Osterferien dauern 3 bis 5 Tage. Die Weihanchtsferein sind mit unseren vergleichbar.
Bei Ihren Kommentaren hat man immer den Eindruck, dass Sie am liebsten gar nicht arbeiten und die Schulen bei vollem Lohnausgleich schließen wollen
Und du bist einer der alten Garde, der den Status Quo erhalten will, der aber unattraktiv geworden ist. Es ist schlicht ungleich, wenn man 35 Stunden Woche, Homeoffice und höhere Gehälter von zuhause haben kann und die LK härter und länger ackern. Dann bedarf es einer Präsenzzulage. Arbeiten ist heute anders als 2019! 🙂
Da möchte ich spontan anstimmen: Alle Jahre wieder ………
Ist aber noch ein bisschen zu früh, ne?!
Man fragt sich wirklich, warum das in den anderen europäischen Ländern funktioniert, nur hier nicht. Das sieht für mich nach sturem Beharren auf seiner Position aus. Aber das kennen wir ja schon vom Tempolimit. Bedenklich ist vor allem, dass es bei dem Vorschlag ja nur um die Prüfung geht, welche Vor- bzw. Nachteile sich ergeben. Wir sind also noch weit weg von einer Gleichschaltung. Technologieoffenheit fordern, bei Ideenoffenheit mauern…..
Es sind halt auch zu viele Wochen Ferien, in Bayern. 3. Oktober, 1 Woche Herbstferien (mit 1 Feiertag meist), 2 Wochen Weihnachten (mit 3 Feiertagen max), DreiKönig, 1 Woche Fasching, 2 Wochen Ostern (mit 2 Feiertagen), 1. Mai, 2 Wochen Pfingsten (mit 2 Feiertagen), Vatertag. Und niemand kann mir sagen, dass in den letzten 2 Wochen nach Notenschluss und bei 30+°C noch wer ernsthaft Unterricht macht. Und dann 6 Wochen Sommerferien und den Monatg. Also bleiben von den 52 Wochen noch 37 Wochen über. Aus 2 Stunden Physik pro Woche werden so 55 volle Stunden. Schulaufgaben und Krankheit der Lehrkraft und Klassenfahrten noch nicht abgezogen. Mit Glück sind es dann 48Stunden Soffvermittlung.
So mancher 15-jähriger verbringt genausoviel Zeit in einer (1!) Woche wenn es ein neues Computerspiel aus seiner Lieblingsreihe gibt. Oder eine Schülerin die mal eben 6 Staffeln je 12 Folgen auf Netflix in einem Monat schaut.
Dies gilt auch für alle anderen Bundesländer.
Wenn die Urlauber aus den Bundedländern nördkich der Donau nicht durch die Aloenregion und das Alpenvorlamd fahren, wäre mir egal, wann die Ferien machen. Sollen sie halt nach Osteuropa oder am die Nordsee fahren, und uns hier unten in Ruhe lassen.
Wir machen auch einfach Urlaub daheim, ohne Auto.
Das wäre der Zusammenbruch der ohnehin schon überlasteten Autobahnen. Nein danke. Ich will im Urlaub auch ankommen.
Gerne einheitlich – nur wenn es dann 10 oder besser 12 Wochen sind. Juni Juli und August. Machen andere heiße Länder auch so. Keine Hitze mehr im Schulgebäude
Das aber würde niemals geschehen, eher würde man die Sommerferien lieber verkürzen.
Und deshalb sollte man auf keinen Fall auf diesen Zug aufspringen.
Das ist mal wieder typisch Lehrer!
Für die Erleichterung eines internen Problems (Abstimmung der Prüfungen zwischen den Ländern) sollen alle anderen die Nachteile in Kauf nehmen, ohne Rücksicht auf Verluste. Wir haben schon jetzt volle Autobahnen in der Ferienzeit und Ferienunterkünfte werden noch teurer. Die Lehrer haben weniger Arbeit und die Familien müssen es bezahlen! Nein danke!!!
Als Lehrkraft bin ich fast Ihrer Meinung. Weniger Arbeit hätten Lehrkräfte aber nicht, würde der Vorschlag der GEW angenommen. Die bliebe dieselbe, da trotzdem die Prüfungsarbeiten korrigiert und mündliche Prüfungen abgenommen werden müssten.
Da ist Ihr Zorn also unbegründet.
Was die Prüfungszeiträume angeht, wäre es aber schön, wenn sich alle Bundesländer am derzeitigen Verfahren mit wechselnden Sommerferienanfängen beteiligen würden.
Die vergessene Frage im Ferienstreit
Der Streit um die Sommerferien wird geführt wie eine reine Verteilungsfrage zwischen Bundesländern, Tourismusbranche und Familienbudgets. Geführt wird er fast ausschließlich mit den Interessen der Erwachsenen. Markus Söder verteidigt die bayerische „DNA“, die Lehrervertretungen argumentieren mit besser abstimmbaren Prüfungsterminen, Elternvertreter mit steigenden Reisekosten, das bayerische Wirtschaftsministerium mit Übernachtungszahlen und Bruttowertschöpfung. Was in dieser Aufzählung fehlt, ist die Frage, wie viele und wie lange zusammenhängende Ferienwochen Kinder eigentlich brauchen – pädagogisch gedacht, nicht organisatorisch.
Das ist kein Nebenschauplatz. Ferienlänge und -rhythmus hängen unmittelbar mit Erholung, Familienzeit und sozialer Teilhabe zusammen. Sechs Wochen Sommerferien sind auch deshalb so lang, weil Kinder eine ausgedehntere erholungswirksame Pause vom Lernen brauchen.
Die eigentlich kindbezogene Frage – wer kann überhaupt noch gemeinsam mit der Familie verreisen, und wessen Ferien bestehen am Ende faktisch nur noch aus Betreuung statt aus gemeinsamer Zeit – wird gar nicht erst gestellt.
Weder Feller noch Söder liefern eine empirische Grundlage dafür, welcher Ferienrhythmus für Schülerinnen und Schüler tatsächlich am besten funktioniert. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Lernverlusten über die Sommerferien oder zum tatsächlichen Erholungsbedarf tauchen in der Debatte nicht auf. Genau das aber müsste der Maßstab sein, wenn man eine Reform nicht bloß als Verteilungskampf zwischen Bundesländern verstehen will, sondern als das, was sie eigentlich sein sollte: eine Entscheidung im Interesse der Kinder.
ich bin mit einem Uni- Dozenten verheiratet. Aufgrund der Unisemestern und Ferien haben wir nicht viele gemeinsame Ferienzeit. Die Uninitsrbeiter dürfen natürlich erst nach dem Semesterende verreisen, da bleibt manchmal nicht viel Zeit übrig für einen gemeinsamen Urlaub. das gleiche ist mit den Winter- Herbsferien und immer wieder Osterferien. Tausende Unimitarbeiter sind mit Lehrkräften verheiratet dazu die ganze Verwaltung, die auch erst nach dem Semesterende verreisen darf.
Die sommerferien sollten nicht früher als am 10 Juli anfangen ( Uni endet ca am 20.Juli)